Archiv für die 'Allgemein' Kategorie

Stand der Dinge: Fahrradunfall

Super! Bei 25 km/​h Len­ker­stange gebro­chen. Voll auf die Klappe gelegt. Rie­sen­horn an der Stirn und auf der Lippe. Brille kaputt. Ansons­ten wohl nix pas­siert. Glück im Unglück, wie die Sanis sag­ten. Ansons­ten an eige­nem Leib erlebt, dass das deut­sche Gesund­heits­we­sen funk­tio­niert: Ret­tungs­wa­gen bin­nen fünf Minu­ten da, Sanis und Kran­ken­haus­per­so­nal freund­lich und kompetent.

Nu’ sitz’ ich bei Mut­tern und lass mich betüd­deln… *Seufz*

Happy Birthday Blog: 5 Jahre „Letzte Weisheiten”

Mein Blog hat Geburts­tag! Heute vor genau fünf Jah­ren habe ich den ers­ten Arti­kel ver­öf­fent­licht, der aller­dings eher etwas selbst­re­fe­ren­ti­ell erzählte, dass ich jetzt auch ein Blog habe. Inhalt­li­cher Wert — nunja…

Ganz rich­tig ist die Über­schrift übri­gens nicht: Am Anfang war das hier ein­fach „Dirks Blog”. Erst am 10. Juli 2006 habe ich den Namen auf „Letzte Weis­hei­ten” geän­dert — natür­lich auch beglei­tet von einem Blog­ein­trag. Ja, ich war schon immer ein Freund von selbst pro­du­zier­tem Con­tent. ;-)

A pro­pos „Inhalt”: Ich lege ja immer Wert dar­auf, dass das hier mein Blog ist und dass ich hier im Zwei­fels­fall die Sachen rein­schreibe, die ich span­nend finde und über die ich schrei­ben möchte. Gerade am Anfang mäan­dern die The­men des­halb eher so um täg­li­che Klei­nig­kei­ten. Im Rück­blick habe ich bemer­kens­wert lange die Mög­lich­keit ver­strei­chen las­sen, stär­ker poli­ti­sche Texte zu schrei­ben und so zu ver­su­chen, mein ganz pri­va­tes „Agen­da­set­ting” zu betrei­ben. Dass ich was mit der „Pira­ten­par­tei” zu tun habe, erfährt man hier zum Bei­spiel erst nach fast einem Jahr anläss­lich mei­ner Wahl zum Schatz­meis­ter des nie­der­säch­si­schen Lan­des­ver­ban­des. Und dass ich im Mai 2008 sogar zum Bun­des­vor­sit­zen­den gewählt wurde, liest man hier gar nicht — ins­ge­samt ist die­ses Blog gerade im Jahr 2008 eher „dünn” mit Arti­keln besetzt.

So rich­tig ändert sich das dann erst im Juni 2009 — und dann bis Sep­tem­ber 2009. Das ist — bis heute — die „Hoch­zeit” von „Letzte Weis­hei­ten” gewe­sen. Plötz­lich fin­det sich die Pira­ten­par­tei mas­siv in der öffent­li­chen Auf­merk­sam­keit — und ich mit­ten­drin. Es fin­den sich einige mei­nes Erach­tens durch­aus span­nende Zeit­do­ku­mente, sei es meine Rede anläss­lich des von-der-Leyen’schen Zen­sur­ge­set­zes, eine recht umfäng­li­che Wür­di­gung eines ver­ba­len Schar­müt­zels zwi­schen einem SPD-​Politiker und einem Piratenpartei-​Kreisverband im Frank­fur­ter Raum und natür­lich der Arti­kel, der sich um mei­nen eige­nen Fern­seh­auf­tritt als „obers­ter Pirat” bei Phö­nix dreht. Die größte Arti­kel­menge habe ich dabei inter­es­san­ter­weise nach mei­ner Zeit als Bun­des­vor­sit­zen­der geschrie­ben — als ich eigent­lich „gar nichts” mehr in der Par­tei war (na gut, außer Spit­zen­kan­di­dat der nie­der­säch­si­schen Lan­des­liste zur Bundestagswahl…).

Seit­her ist es wie­der wesent­lich ruhi­ger gewor­den hier. Ich schaue aber schon, dass ich immer mal wie­der was schreibe, sei es zu poli­ti­schen The­men, sei es zu mei­nem Spe­zi­al­thema „Ver­kehrs­we­sen” (ich sage nur: Advents­ka­len­der…), seien es auch wei­ter­hin irgend­wel­che Dinge, über die ich „schon immer mal” was los­wer­den wollte.

Tech­nisch basiert mein Blog von vorn­her­ein auf Word­Press, das auf einem eige­nen Ser­ver läuft und das ich selbst instal­liere und warte. Ange­fan­gen habe ich mit der damals aktu­el­len Ver­sion 2.0. Mitt­ler­weile sind wir bei 3.1.1 ange­kom­men und seit Ver­sion 2.7 ist das mit Upda­ten auch über­haupt kein Pro­blem mehr — läuft alles auto­ma­tisch mit einem Klick. Ein gro­ßer Vor­teil von Word­Press ist ja die unglaub­li­che Anzahl von Plugins für alle mög­li­chen und unmög­li­chen Zwe­cke. Ich ver­wende hier eine rela­tiv kon­stante Gruppe sol­cher Plugins, deren nach außen sicht­barste wohl das Twitter-​Plugin (frü­her irgend­was mit „tweet”, heute „YourLS”) sowie das völ­lig geniale „WP-​Typography” sind, das die­sem Blog das gefäl­lige Äußere mit Block­satz und Sil­ben­tren­nung verleiht.

Als Ober­flä­che habe ich lange, lange Zeit das Standard-​Kubrick-​Theme ver­wen­det, das bei Word­Press 2.0 dabei war. Zunächst in einem schi­cken Zitro­nen­gelb gehal­ten, habe ich das im Juni 2009 auf Piraten-​Orange umge­stellt und seit­dem auch ein ver­frem­de­tes Por­trait mei­ner selbst sowie das Pira­ten­logo im Sei­ten­kopf. Diese Gestal­tung hat auch die Umstel­lung auf das „K2”-Theme über­lebt, die irgend­wann Anfang 2010 statt­ge­fun­den haben muss und mit der ich mir mei­nen größ­ten Wunsch an mein Blog­de­sign erfüllt habe: Zwei Rand­spal­ten für die gan­zen klei­nen Zusatz-​Info-​Kästchen auf der rech­ten Seite. Seit eini­gen Wochen habe ich zudem „WPtouch” ein Plu­gin instal­liert, das auf Mobil­ge­rä­ten eine opti­mierte Ober­flä­che die­ses Blogs darstellt.

Lange Zeit war es mir rela­tiv egal, wie viele Besu­cher mein Blog hat. Für die ers­ten drei Jahre gibt es des­halb schlicht keine Zugriffs­sta­tis­ti­ken. Erst im Juni 2009 habe ich ein Plu­gin instal­liert, das die Zugriffe zählt und sta­tis­tisch aus­wer­tet: Wel­che Arti­kel waren wann beson­ders beliebt? Lei­der war „Stat­Press Reloa­ded” ziem­lich schlecht pro­gram­miert und des­halb wahn­sin­nig inef­fi­zi­ent. Kleine Modi­fi­ka­tio­nen mei­ner­seits (unter ande­rem die Ein­füh­rung von Inde­xen auf der Daten­bank­ta­belle) hal­fen auch nicht durch­grei­fend und die Menge an sinn­vol­len und aktiv in Ent­wick­lung befind­li­chen Statistik-​Plugins für Word­Press ist erschre­ckend klein — näm­lich eigent­lich nicht-​existent.

So habe ich denn im März 2011 in die­sem schö­nen Blog „Piwik” ein­ge­führt, das mir rela­tiv detail­liert auf­schlüs­selt, wie viele Besu­cher kom­men, auf wel­chem Weg sie kom­men, wie lange sie blei­ben, und natür­lich was sie sich anschauen. Die Ergeb­nisse: An nor­ma­len Tagen ohne neue Arti­kel lan­den so etwa 50 bis 60 Besu­cher in die­sem Blog, ver­wei­len durch­schnitt­lich 15 – 20 Sekun­den und schauen sich dabei 1,3 Sei­ten an. Meine Pira­ten­ar­ti­kel ver­ur­sa­chen eher kurz­fris­tige Zugriffs­spit­zen. „Belieb­ter” ist da momen­tan das Wört­chen „Tscher­no­byl”, über das seit Wochen zuver­läs­sig etwa ein Dut­zend Leser am Tag aus Googlea­nien ein­reist. Abso­lu­ter Dau­er­bren­ner aber sind meine Arti­kel über den Pup­pen­spie­ler Rene Marik und sei­nen Maul­wurf, die mit Such­be­grif­fen wie „Rene Marik”, „Maul­wurf”, „maul­wurfn”, „rapante” oder „froschn” jeden Tag in der Sta­tis­tik auftauchen.

So sum­miert sich die Zahl der Besu­cher in den letz­ten 30 Tagen schließ­lich doch auf über 2000, die hier in dem einen oder ande­ren Arti­kel gestö­bert haben. Und das, obwohl sich das Inter­net in den letz­ten fünf Jah­ren erheb­lich ver­än­dert hat. Blogs sind heut­zu­tage ja nur noch eine Mög­lich­keit unter vie­len, sich im Web zu prä­sen­tie­ren und in der Welt der „Sozia­len Netz­werke” wie „Face­book” oder „Stu­diVZ” kom­men sie ja eher am Rande vor. Gerade in die­sen Wel­ten bin ich aber nach wie vor quasi nicht ver­tre­ten (und will daran auch nichts ändern). Auch die Inhalte mei­nes Blogs haben sich in die­ser Zeit ver­än­dert. Mit Blick auf die anste­hen­den Kom­mu­nal­wah­len und mein seit die­sem Jahr wie­der grö­ße­res Enga­ge­ment in den Struk­tu­ren der Pira­ten­par­tei ist es auch sehr wahr­schein­lich, dass die Arti­kel­zahl hier in den nächs­ten Wochen und Mona­ten wie­der zunimmt und wie­der viel Poli­tik dabei ist.

Mit die­sem Blog ist es also ein wenig wie mit den „Hel­den”: „Gekom­men um zu blei­ben”. Ich werde also wei­ter schrei­ben — pünkt­lich zum Zehn­jäh­ri­gen kommt dann der nächste Rück­blick. ;-) Viel Spaß beim Lesen!

Frohes Neues!

Frohes Neues Jahr!

Fro­hes Neues Jahr!

Anträge beim Bundesparteitag der Piratenpartei: So könnte ich abstimmen (2)

So. Eine Nacht spä­ter nun als Fort­set­zung des ers­ten Teils meine ganz per­sön­li­che Stim­men­ver­gabe für die „ande­ren” Anträge zum anste­hen­den Bun­des­par­tei­tag der Pira­ten­par­tei in Chem­nitz: Wahl­pro­gramm, Par­tei­pro­gramm, sons­tige. Ich hoffe ja instän­dig, dass diese Arbeit nicht völ­lig umsonst war. Die­ser Teil ging übri­gens etwas schnel­ler von der Hand, weil einige Anträge schlichte Dopp­lun­gen von Pro­gram­m­an­trä­gen oder sogar von Anträ­gen nur wenige Ein­träge höher in der Liste waren und gerade bei den „Sons­ti­gen Anträ­gen” sehr viele Anträge außer­or­dent­lich — nunja — dürf­tig waren. Da muss man dann nicht viel Zeit in eine Ana­lyse investieren.

A pro­pos Zeit: Je mehr ich mich mit die­sen Anträ­gen beschä­figt habe, desto pes­si­mis­ti­scher bin ich, was die Zweck­mä­ßig­keit des ange­dach­ten Debat­ten– und Abstim­mungs­ver­fah­rens betrifft. Alle Pla­nun­gen, von denen ich bis jetzt gehört habe, lau­fen dar­auf hin­aus, dass wir nur einen Bruch­teil der Anträge tat­säch­lich zur Abstim­mung brin­gen wer­den. Für den inner­par­tei­li­chen Frie­den ist aber genau das höchst kon­tra­pro­duk­tiv, weil dann alle Mit­glie­der, denen andere, nicht behan­delte Anträge beson­ders am Her­zen lie­gen, sich um ihre Ziele betro­gen füh­len wer­den und das interne Gezänk weitergeht.

Die „Basis” hat im Vor­feld des Par­tei­ta­ges so gehan­delt, dass 322 Anträge zur Abstim­mung ste­hen. Viele davon sind offen­sicht­li­cher Murks. Trotz­dem ist mei­nes Erach­tens die ein­zige sinn­volle Schluss­fol­ge­rung aus der Situa­tion, für all diese Anträge auch die Mög­lich­keit zur Abstim­mung zu bie­ten. Und das geht nur mit einem effi­zi­en­ten Ver­fah­ren wie ELWS, das zudem inhä­rent geheim ist. Sicher­lich besteht dann die Gefahr, dass der eine oder andere erwähnte Murks in Pro­gramm­tex­ten lan­det. Dies zu kor­ri­gie­ren, obliegt dann dem nächs­ten Par­tei­tag. Der Vor­teil die­ser Situa­tion ist aber, dass tat­säch­lich zu allen vor­ge­tra­ge­nen Anlie­gen eine Mit­glie­der­mei­nung vor­liegt. Das sollte sich in die Par­tei hin­ein letzt­lich befrie­den­der aus­wir­ken als eine Situa­tion, in der von den 322 Anträ­gen viel­leicht 30 oder 40 abge­stimmt wur­den und der Rest immer noch „in der Luft hängt”.

Sollte es zur vor­ge­schla­ge­nen „Axel E. Müller”-Abstimmung über die vor­ge­schla­ge­nen Antrags­grup­pen kom­men, würde ich meine drei kost­ba­ren Stim­men wohl den The­men­blö­cken „Urhe­ber­recht”, „Inter­net und Medien” sowie „Inne­res” geben. Das wären für mich die Berei­che, in denen es mei­ner Mei­nung nach für die Par­tei am wich­tigs­ten ist, sich zu pro­fi­lie­ren. Lei­der fal­len dann auch schon Anträge durchs Ras­ter, die ich selbst für sinn­voll halte, weil sie ande­ren Blö­cken zuge­ord­net sind.

Wenn ich jetzt spon­tan die drei Anträge benen­nen sollte, die mir bei die­ser gan­zen Aktion am stärks­ten und posi­tivs­ten im Gedächt­nis geblie­ben sind, dann sind das

  • GP033 (Zwangs­dienste abschaffen) — Eine knappe, prä­gnante For­mu­lie­rung mit einer sinn­vol­len For­de­rung. Sehr schön.
  • GP014 (Dro­gen­po­li­ti­sches Grundsatzprogramm) — Als Bei­spiel dafür, wie man das Pro­gramm kon­sis­tent um neue Posi­tio­nen erwei­tern sollte. Und insbesondere
  • WP022 (Nicht­kom­mer­zi­elle Werke ermöglichen) — Kurzer Text mit über­zeu­gen­der Begrün­dung. Ist das so im LQFB ent­stan­den? Davon hätte es gern mehr geben dürfen.

So. Genug der Vor­rede. Hier nun „mein” Stimmzettel:

‚Anträge beim Bun­des­par­tei­tag der Pira­ten­par­tei: So könnte ich abstim­men (2)’ weiterlesen …

Bericht über Piratenpartei im hannoverschen Lokalfernsehen „h1” am Do., 2009-​09-​24

Am Don­ners­tag, 2009-​09-​24, bringt das han­no­ver­sche Lokal­fern­se­hen h1 einen Kurz­be­richt über die Pira­ten­par­tei im Rah­men der täg­li­chen Nach­rich­ten­sen­dung um 18:45 Uhr. Darin ent­hal­ten auch ein Inter­view mit mir. Mer­ken und weitersagen.

Neues aus dem Postfach: Flaschenpost in Niedersachsen

Mitt­ler­weile ist es etwas ruhi­ger im Post­fach der nie­der­säch­si­schen Pira­ten gewor­den, aber noch immer schla­gen so um die 20 Briefe täg­lich auf. Heute waren aller­dings zwei spe­zi­elle dar­un­ter: Flaschenpost:

Flaschenpost für die Piraten

Fla­schen­post für die Piraten

Das nenne ich mal stil­echt. ;-) Sowas beför­dert die Post übri­gens für 1,45 EUR und offen­sicht­lich ganz normal.

An die­ser Stelle auch noch­mal Danke an die vie­len, vie­len Ein­sen­der von Unter­stüt­zer­un­ter­schrif­ten. Wir haben weit mehr als die benö­tig­ten 2000 bekom­men. Momen­tan läuft noch der Beglau­bi­gungs­pro­zess über die Stadt­ver­wal­tun­gen — und dann geht’s zum Lan­des­wahl­lei­ter. Es kann eigent­lich nichts mehr schief gehen, damit wir am 27. Sep­tem­ber in Nie­der­sach­sen auf dem Stimm­zet­tel stehen!

Nach­trag, 2009-​07-​16: Mitt­ler­weile habe ich vom Vor­stand die Rück­mel­dung bekom­men, dass in bei­den Fla­schen Mit­glieds­an­träge waren. Wie gesagt: Stil­echt. ;-)

Walkman vs. iPod — Kids von heute testen Technik von gestern

Seien wir ehr­lich: Ich werde alt. :-( Anfang der 1970er Jahre gebo­ren, war es für mich gera­dezu eine tech­ni­sche Offen­ba­rung, als ich irgend­wann so Mitte der 1980er Jahre mit einem trag­ba­ren Kas­set­ten­ab­spie­ler meine eigene Musik immer und über­all hören konnte. Ich glaube, ich hatte drei Gene­ra­tio­nen von die­sen Gerä­ten. Sie wur­den immer bil­li­ger, brauch­ten immer weni­ger Strom und wur­den immer klei­ner. Mein letz­tes Gerät, ich müsste direkt mal danach suchen, war nur noch ein biss­chen grö­ßer als die Kas­sette. Ich habe die Geräte noch bis in die spä­ten 1990er Jahre benutzt. 1999 habe ich mir einen trag­ba­ren CD-​Spieler gekauft (hat nicht lange gehal­ten) und 2002 den ers­ten MP3-​Spieler. Heute über­nimmt das Abspie­len von Musik unter­wegs mein Handy und die Spei­cher­karte fasst zehn Stun­den Musik auf der Größe mei­nes Fingernagels.

Wie lang diese Zeit mitt­ler­weile her ist, wurde mir klar, als ich jetzt den Bericht von Scott Camp­bell gele­sen habe. Scott ist 13 und hat für eine Woche sei­nen den 30 Jahre alten Walk­man sei­nes Vaters „getes­tet”. Also, ihn statt sei­nes iPod zum täg­li­chen Musik­hö­ren genutzt. Und wenn ich sei­nen Arti­kel „Giving up my iPod for a Walk­man” lese, merke ich, wie alt ich mitt­ler­weile eigent­lich bin…

Deut­sche Über­set­zung von mir

Mein Vater hatte mir erzählt, dass das Gerät groß sei, aber ich ahnte nicht WIE groß. Das war die Größe eines klei­nen Buches. […]

Im Schul­bus gab es gro­ßes Geläch­ter. Ein Junge sagte: „Kei­ner benutzt sowas heute noch.” […]

Meine Freunde konn­ten sich nicht vor­stel­len, dass ihre Eltern so ein mons­trö­ses Gerät benutzt hat­ten, aber sie hat­ten schon Inter­esse daran, was das für ein Ding war und wie es funk­tio­nierte. In eini­gen Schul­stun­den hörte ich Musik und ein Leh­rer erkannte das Gerät wie­der und wurde nostalgisch.

Ich brauchte drei Tage um her­aus­zu­fin­den, dass die Kas­set­ten zwei Sei­ten haben. Aber das war nicht mein ein­zi­ger nai­ver Irr­tum. Ich hatte den „Metal/Normal”-Schalter am Walk­man zunächst für einen Genre-​spezifischen Equa­li­zer gehal­ten. Spä­ter bekam ich dann raus, dass damit eigent­lich zwi­schen der Wie­der­gabe ver­schie­de­ner Kas­set­ten­ty­pen umge­schal­tet wurde.

Eine andere Funk­tion, die der iPod hat und die dem Walk­man fehlt, ist die Zufalls­wie­der­gabe. […] Ich bin dann auf die Idee gekom­men, die Funk­tion über die Spul­tas­ten zu simu­lie­ren. […] Die War­nun­gen mei­nes Vater zu die­sem Vor­ge­hen rie­fen mir die Unter­schiede zwi­schen heu­ti­gen Musik­ab­spie­lern, die ohne beweg­li­che Teile aus­kom­men, und der mecha­ni­schen Wie­der­gabe der alten Geräte ins Gedächt­nis: „Walk­mans essen Kas­set­ten auf.”

In die­ser Woche, in der ich den Walk­man benutzt habe, wurde mir klar, wie wenig ich über diese Tech­nik aus der Ver­gan­gen­heit weiß. Ich machte eine Reihe von nai­ven Feh­lern, aber ich habe auch viel gelernt über die­sen Groß­va­ter der MP3-​Spieler. […]

Per­sön­lich bin ich schon froh, dass ich im digi­ta­len Zeit­al­ter lebe. Mit mehr Aus­wahl, mehr Funk­tio­nen und klei­ne­ren Gerä­ten. Ich bin erleich­tert, dass der Groß­teil des tech­ni­schen Fort­schritts schon vor mei­ner Geburt pas­siert ist, ich kann mir näm­lich nicht vor­stel­len, ohne solch grund­le­gende Aus­stat­tung durch den Tag zu kommen.

Wie gesagt, da schwanke ich zwi­schen Nost­al­gie und Erschre­cken dar­über, wie­viel seit mei­ner eige­nen Jugend tech­nisch und ander­wei­tig pas­siert ist. Den gan­zen Text gibt’s, wie geschrie­ben, auf BBC News — aller­dings auf Englisch.

Jetzt twittert er auch noch

Ganz am Anfang die­ses Blogs habe ich ein wenig selbst­re­fe­ren­ti­ell dar­über gestaunt, dass ich jetzt auch ein Blog habe. Jetzt, über drei Jahre spä­ter, gibt’s mal wie­der was neues: Twit­ter. Auch dort habe ich jetzt einen Account. Und über ein schi­ckes klei­nes Plu­gin kann mein Blog hier jeden neuen Arti­kel gleich twit­tern. Bin ja mal gespannt, ob das klappt…

Blog­post­ti­tel übri­gens frei nach Bar­bara Schö­ne­ber­ger ;-)

Presseartikel über die Piratenpartei bei der Europawahl

Der Ach­tungs­er­folg der Pira­ten­par­tei bei der Euro­pa­wahl hat zu eini­gen Berich­ten in der Presse geführt. Beson­ders erwäh­nens­wert sind mei­nes Erach­tens das Inter­view mit Andreas Popp vom bay­ri­schen Lan­des­ver­band in Spie­gel Online und die Hams­ter­be­trach­tun­gen von Jens Sei­pen­busch bei Focus Online, die bereits kurz vor der Euro­pa­wahl ver­öf­fent­licht wurden.

Auch ich wurde kurz nach der Wahl inter­viewt. Zunächst von der TAZ, deren Arti­kel auch online ver­füg­bar ist.

TAZ-Artikel über die Piratenpartei

TAZ-​Artikel über die Piratenpartei

Etwas spä­ter hat dann auch noch die han­no­ver­sche Neue Presse mit mir über die Pira­ten­par­tei und ein wenig über Gott und die Welt gespro­chen. So war der Redak­teur sehr inter­es­siert an mei­nem „Stra­ßen­bahn­hobby” und hat meine dies­be­züg­li­che Aus­sage pro­mi­nent im Arti­kel plat­ziert. Auch dies ist online nach­les­bar.

Hannoversche Neue Presse zur Piratenpartei

Han­no­ver­sche Neue Presse zur Piratenpartei

Rene Marik: Autschn!

im März hatte ich zum ers­ten Mal von Rene Marik gehört. Da wusste ich noch nicht, dass es um Rene Marik geht. Ich hatte nur einen Youtube-​Clip gesehen:

Ich hatte dann umge­hend zwei Kar­ten für die Maja und mich orga­ni­siert, was sich als sehr sinn­voll her­aus­ge­stellt hat, denn sowohl die gest­rige als auch die heu­tige Vor­stel­lung im Rasch­platz­pa­vil­lon in Han­no­ver waren rest­los aus­ver­kauft (und die ein­zige Vor­stel­lung in Ham­burg sowieso…). Wir hat­ten ja nun aber mal Kar­ten und einen sehr, sehr amü­san­ten Abend mit „Autschn! Ein Abend über die Liebe”.

Rene Marik zeigt ein viel­sei­ti­ges Pro­gramm: Er singt Lie­bes­bal­la­den aus den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten und beglei­tet sich dabei teil­weise selbst auf der E-​Gitarre. Er rezi­tiert Kurt Schwit­ters’ dada­is­ti­sches Lie­bes­ge­dicht „An Anna Blume” genauso wie die gru­se­li­gen Werke einer gewis­sen Els­beth Bel­l­artz, die in den 1980er Jah­ren zur meist­ver­kauf­ten Lyrik in Deutsch­land gehört haben sol­len. Deren Buch lan­det nach jedem zitier­ten Werk in hohem Bogen auf dem Bühnenboden.

Die eigent­li­chen Stars des Abends sind aber die Hand­pup­pen, die Marik über Kopf in einer Art Kas­per­le­thea­ter zum Leben erweckt. Sie kennt man auch aus den Youtube-​Clips, aber live ist es doch noch­mal was ande­res. Neben Eis­bär Kalle, den lie­bes­tol­len Wasch­lap­pen und dem ille­gi­ti­men Kermit-​Zwillingsbruder Fal­ken­horst ist es natür­lich vor allem der Maul­wurf, der mit lau­tem Jubel im Publi­kum begrüßt wird. Es ist fas­zi­nie­rend zu sehen, wie Rene Marik hier mit ein­fachs­ten Requi­si­ten (Pup­pen­ge­schirr, Plas­tik­fla­sche ohne Boden oder einer Papp­ta­fel mit der Auf­schrift „A9”) und einer Hand­puppe mit Sprach­feh­ler („Jemand ze Hage?” — „Autschn, autschn, Hungi, Hunger” — „Rapante, Rapante, late haade datte”) sur­reale Sze­nen ent­wirft, die neben all der Tra­gik, die die Figur des Maul­wurfs in sich ver­eint, vor allem eines sind: Brül­lend komisch.

Marik bezeich­net sich selbst als Come­dian. Ich finde aber, dass zwi­schen ihm und vie­len ande­ren, die sich eben­falls mit die­ser Tätig­keits­be­zeich­nung schmü­cken, Klas­sen lie­gen. Wo ein Mario Barth zwei Stun­den über die Macken sei­ner Freun­din her­zieht oder Cindy aus Mar­zahn die Voll­pro­le­tin gibt, ist Rene Marik gera­dezu poe­tisch. Der schmach­tende Maul­wurf, der „Schnee­wante kussn” darf, nur damit sie anschlie­ßend zu einem „Froschn” im Bikini mutiert, nimmt sich hier wie der Uhr­ma­cher­schrau­ben­zie­her neben der Was­ser­pum­pen­zange aus. Marik hat einen ganz ande­ren Anspruch und wohl auch ein deut­lich ande­res Publi­kum. Höchst­wahr­schein­lich wird er nie das Ber­li­ner Olym­pia­sta­dion fül­len, aber wenn er dafür sei­ner Art der Comedy treu bleibt, dann soll er das auch gar nicht.

Der erste Teil des Pro­gram­mes besteht aus viel Fal­ken­horst, Maul­wurf, Els­beths Gedich­ten und eini­gen Gesangs­ein­la­gen. Nach der Pause kommt dann Horst Kal­li­kow­ski, zunächst mit der abge­dreh­ten Story von sei­ner Arbeits­agen­tur­be­treue­rin Frau Schi­brul­ski und Cat­wo­man, dann per ein­ge­spiel­tem Video als Tou­ris­ten­schreck an der Sie­ges­säule. Anschlie­ßend kom­men die rest­li­chen Pro­tar­go­nis­ten des Pro­gram­mes: Eis­bär Kalle, das Lie­bes­le­ben der Wasch­lap­pen, Gedichte (jetzt auch Schwit­ters’ Anna), Lie­der und natür­lich auch wie­der Fal­ken­horst und der tra­gisch endende Maul­wurf. Den bei­den gehört nach rie­si­gem Applaus auch die zweite Zugabe mit einem der Stü­cke, die das Zeug zum Klas­si­ker haben:

Fazit: Ein höchst ver­gnüg­li­cher Abend, der Lust auf Mehr macht. Maja und ich waren rest­los begeis­tert. Wer über die Marik-​Youtube-​Clips lachen kann, wird voll auf seine Kos­ten kommen!