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Anträge in den Bauausschuss: Oberirdische D-Linie in der Innenstadt stoppen

Neues Rathaus in Hannover

Am Mittwoch berät der Bauausschuss über die Abschnitte 3 bis 5 der oberirdischen D-Linienplanung. Ich habe einen Änderungsantrag eingebracht, der die Realisierung dieser Planungen verhindern soll:

Änderungsantrag zu Drucksache Nr. 2475/2014 Stadtbahnstrecke D-West – Citystrecke – Abschnitt 3: Steintor und Goethestraße Ost (Nordmannpassage – Leibnizufer) – Abschnitt 4: Goethestraße West (Leibnizufer bis Goetheplatz) – Abschnitt 5: Braunstraße (Goetheplatz – Spinnereistraße)

zur Sitzung am 2015-02-18 in den Stadtentwicklungs- und Bauausschuss

Der Antragstext wird wie folgt geändert:

Antrag,

den Planungen der Infrastrukturgesellschaft Region Hannover GmbH (infra) zum Ausbau der Stadtbahnstrecke D-West und der Anlagen des motorisierten Verkehrs sowie des Fuß- und Radverkehrs in der Braunstraße zwischen Goetheplatz und Spinnereistraße im bestehenden Streckenverlauf in dem als „Abschnitt 5“ bezeichneten Bereich gemäß den als Anlagen 1 (in Teilen), 4 (in Teilen), 10 und 11 beigefügten Planunterlagen

zu folgen

und

ansonsten die Planungen gemäß der Abschnitte 3 und 4 zu verwerfen.

Begründung

Der leistungsfähige und barrierefreie Ausbau der Stadtbahnstrecke D-West hat zu Recht eine hohe Priorität. Dabei ist wichtig, dass die Strecke für die Nutzer dieselbe Qualität bietet wie der Rest des hannoverschen Stadtbahnnetzes. Gleichzeitig findet im Straßenraum nicht nur öffentlicher Verkehr, sondern auch Individualverkehr und hier insbesondere Fußgänger- und Fahrradverkehr statt. Die Interessen aller dieser Verkehrsteilnehmer müssen ausgewogen berücksichtigt werden.

Die Planungen für den Bereich Steintor und die Goethestraße lassen all dies vermissen. Nicht abschließend seinen folgende Punkte genannt:

– Die gemeinsame Führung von Stadtbahn und motorisiertem Individualverkehr in der Kurt-Schumacher-Straße sowie der Goethestraße führen zu gegenseitiger Behinderung von öffentlichem und Individualverkehr.

– Die engen Kurven zwischen Kurt-Schumacher- und Münzstraße sowie im Übergang von Münz- zur Goethestraße reduzieren die Beförderungsqualität und die Geschwindigkeit im Stadtbahnverkehr erheblich.

– Die neu anzulegenden Stadtbahnstationen sind weder in ausreichendem Maße witterungsgeschützt noch haben sie betriebliche Reserven bei zunehmender Nutzung des Stadtbahnnetzes. Das ist vor dem Hintergrund generell steigender Nutzerzahlen für öffentlichen Verkehr, insbesondere aber auch auf Grund konkreter Bauprojekte im Einzugsbereich der Strecke wie z.B. der Wasserstadt Limmer nicht nachhaltig.

– Die Führung des Radverkehrs von der Scholvinstraße bis zum Hohen Ufer unmittelbar neben dem Stadtbahngleis stellt eine erhebliche Gefahr für Radfahrer dar, die von Stadtbahnzügen überholt werden.

– Der Rückbau des Radweges in der Goethestraße zu einem Radverkehrsstreifen auf der Fahrbahn für den Individualverkehr reduziert sowohl die Sicherheit als auch die Qualität der Radverkehrsführung auf dem Straßenzug Münz-/Goethestraße.

– Die Verwendung der Fahrradstreifen als Bushaltestelle am Steintor sowie am Goetheplatz reduziert die Möglichkeit der gefahrlosen Nutzung weiter.

– Die ausreichende Leistungsfähigkeit der Anbindung des Marstall und der Schmiedestraße über Scholvin- und Reuterstraße an die Goethestraße für den motorisierten Individualverkehr ist nicht nachvollziehbar. Hier ist besonders bedenklich, dass einerseits unspezifisch auf den Masterplan Mobilität 2025 hingewiesen wird, andererseits die verkehrliche Umgestaltung des Marstalls aber bislang nicht projektiert ist. In seiner bisherigen Form wird der Platz den auf ihn geleiteten Verkehr nicht aufnehmen können. Eine integrierte Planung und Beschlussfassung durch die politischen Gremien ist zwingend.

– Das exzessive Aufstellen von Lichtsignalanlagen entlang der Strecke stellt die Nutzbarkeit insbesondere der Goethestraße als Verkehrsweg generell in Frage. Vier Lichtsignalanlagen auf 300 Metern Strecke wie zwischen Langer Laube und Brühlstraße sind planerisch höchst fragwürdig. Längs der gesamten Strecke der Bauabschnitte 3 und 4 wächst die Anzahl von Lichtsignalanlagen für den Radverkehr auf 233% bzw. 300% des alten Wertes.

– Die straßenbündige Führung des Fahrradverkehrs auf der Goethestraße führt dazu, dass dieser nicht nur überflüssigerweise in Richtung Goetheplatz in die Lichtsignalanlagen Scholvin- und Reuterstraße eingebunden ist, sondern an der Kreuzung Goethe-/Brühlstraße auch zwei der drei heute möglichen lichtsignalfreien Rechtsabbiegemöglichkeiten verliert.

Die Ursprungsdrucksache nimmt in ihrer Begründung Bezug auf verschiedene bereits erfolgte Beschlüsse, so den Grundsatzbeschluss zur oberirdischen Führung der D-Stadtbahnstrecke in der Innenstadt oder den Beschluss über die Bauabschnitte 1 und 2. Vor dem Hintergrund der jetzt vorliegenden Planung muss eine Neubewertung der Gesamtsituation erfolgen. Die Umsetzung der vorliegenden Pläne stellt eine gravierende Verschlechterung der Situation für alle Verkehrsteilnehmer dar.

Die Lehre aus den hier vorliegenden Planungsunterlagen ist, dass eine städtebaulich verträgliche Einbindung von leistungsfähigen Stadtbahntrassen in innenstädtische Hauptstraßen wie die Goethe- oder Kurt-Schumacher-Straße nicht möglich ist. Der seit 2012 eingeschlagene Irrweg sollte verlassen werden.

Deshalb wird die Planung einer oberirdischen Stadtbahnstrecke in der Goethe- und Kurt-Schumacher-Straße eingestellt. Eine kurzfristig mögliche Alternative existiert in Form einer Führung der Linie 10 über Waterloo. Die langfristige Führung der Stadtbahn aus Ahlem obliegt einem anzustoßenden neuen Planungsverfahren.

Sollte dieser Antrag nicht angenommen werden, ergeben sich wie beschrieben erhebliche Verschlechterungen entlang der Strecke für alle Verkehrsteilnehmer. Ich habe mir hier den Radverkehr als am wenigsten beachteten Verkehrsteilnehmer herausgesucht und einige Ergänzungsanträge zum Originalantrag eingebracht. Da wäre zunächst mal die zukünftige Kreuzung von Radverkehr und Fußgängerverkehr auf der Kurt-Schumacher-Straße in Höhe der Nordmannpassage:

Ergänzungsantrag zu Drucksache Nr. 2475/2014 Stadtbahnstrecke D-West – Citystrecke – Abschnitt 3: Steintor und Goethestraße Ost (Nordmannpassage – Leibnizufer) – Abschnitt 4: Goethestraße West (Leibnizufer bis Goetheplatz) – Abschnitt 5: Braunstraße (Goetheplatz – Spinnereistraße)

zur Sitzung am 2015-02-18 in den Stadtentwicklungs- und Bauausschuss

Antrag

Der Radweg auf der Kurt-Schumacher-Straße Richtung Herschelstraße wird erst östlich der Nordmannpassage an die Fahrbahn herangeführt. Eine Integration in die Lichtsignalanlage („Ampel“) findet nicht statt. Sollte statt einer Lichtsignalanlage ein Fußgängerüberweg („Zebrastreifen“) an dieser Stelle realisiert werden, ist dieser Antrag hinfällig.

Begründung

Die verkehrliche Situation für den Radverkehr wird an die auf der gegenüberliegenden Straßenseite angeglichen. Eine Regulierung von Fahrrad- und Fußgängerverkehr untereinander von außen ist weder üblich noch in einer derart übersichtlichen Situation wie hier nötig.

In einem weiteren Änderungsantrag schlage ich für dieselbe Stelle eine andere Realisiserung der Querung vor, die den Ansprüchen aller Verkehrsteilnehmer besser gerecht wird:

Ergänzungsantrag zu Drucksache Nr. 2475/2014 Stadtbahnstrecke D-West – Citystrecke – Abschnitt 3: Steintor und Goethestraße Ost (Nordmannpassage – Leibnizufer) – Abschnitt 4: Goethestraße West (Leibnizufer bis Goetheplatz) – Abschnitt 5: Braunstraße (Goetheplatz – Spinnereistraße)

zur Sitzung am 2015-02-18 in den Stadtentwicklungs- und Bauausschuss

Antrag

Die Fußwegquerung der Kurt-Schumacher-Straße zwischen Nordmannpassage und Odeonstraße wird weiterhin als Fußgängerüberweg („Zebrastreifen“) ausgeführt. Es wird keine Lichtsignalanlage („Ampel“) aufgestellt. Der Überweg wird nötigenfalls so umgeplant, dass Stadtbahnschienen und Fahrbahnen des Individualverkehrs baulich getrennt sind.

Begründung

Der Fußgängerüberweg hat sich an dieser Stelle bewährt. Er räumt zudem – anders als die Lichtsignalanlage – dem Fußgängerverkehr unbedingten und dauerhaften Vorrang vor dem motorisierten Individualverkehr ein. So wird dem erklärten Ziel hannoverschr Verkehrspolitik Vorschub geleistet, insbesondere andere Verkehrsarten als den motorisierten Individualverkehr zu fördern. Eine Lichtsignalanlage an dieser Stelle birgt zudem die Gefahr der Überregulierung, da sich in nur 50 bzw. 250 Metern Entfernung die nächsten entsprechenden Anlagen befinden.

Besonders gefährlich und unbefriedigend ist die Situation für Radfahrer bei der vorliegenden Planung in der Münz- und Goethestraße Richtung Goetheplatz: Nicht nur wird der Radverkehrsstreifen als Bushaltestelle zweckentfremdet, der Radverkehr wird auch unmittelbar neben dem Stadtbahngleis geführt und an einer geradezu grotesken Anzahl Ampeln aufgehalten. Daraus ergibt sich folgender Antrag:

Ergänzungsantrag zu Drucksache Nr. 2475/2014 Stadtbahnstrecke D-West – Citystrecke – Abschnitt 3: Steintor und Goethestraße Ost (Nordmannpassage – Leibnizufer) – Abschnitt 4: Goethestraße West (Leibnizufer bis Goetheplatz) – Abschnitt 5: Braunstraße (Goetheplatz – Spinnereistraße)

zur Sitzung am 2015-02-18 in den Stadtentwicklungs- und Bauausschuss

Antrag

Der Radweg auf der Münz-/Goethestraße von Neuem Steintor bis Brühlstraße wird baulich getrennt von der Fahrbahn des Individualverkehrs geführt. Eine Integration in die Lichtsignalanlagen („Ampeln“) der Einmündungen Scholvinstraße und ggf. Reuterstraße findet nicht statt.

Begründung

Die Führung mit größerem Abstand zum Individual- und insbesondere zum Stadtbahnverkehr vergrößert die Sicherheit für die Radfahrer. Weder an der Scholvin- noch an der Reuterstraße kreuzen die Radwege andere Verkehrswege, bei denen eine Regulierung von außen üblich bzw. nötig ist.

Aber auch in der Gegenrichtung besteht Verbesserungsbedarf:

Ergänzungsantrag zu Drucksache Nr. 2475/2014 Stadtbahnstrecke D-West – Citystrecke – Abschnitt 3: Steintor und Goethestraße Ost (Nordmannpassage – Leibnizufer) – Abschnitt 4: Goethestraße West (Leibnizufer bis Goetheplatz) – Abschnitt 5: Braunstraße (Goetheplatz – Spinnereistraße)

zur Sitzung am 2015-02-18 in den Stadtentwicklungs- und Bauausschuss

Antrag

Die Reuterstraße wird lediglich an die Fahrbahn Richtung Steintor angeschlossen. Es wird keine Lichtsignalanlage („Ampel“) aufgestellt. Die Einmündung der Scholvinstraße wird stattdessen beidseitig mit Fußgängerfurten versehen.

Begründung

Die Dichte der beiden direkt aufeinander folgenden Lichtsignalanlagen an den Einmündungen Scholvin- und Reuterstraße schafft insbesondere für Radfahrer und Fußgänger eine nicht hinnehmbare Einschränkung der Nutzbarkeit der Goethestraße als Verkehrsweg. Dem ist durch Um- bzw. Neuplanung Rechnung zu tragen.

Und schließlich wird sich auch die Situation an der Kreuzung von Goethe- und Brühlstraße für den Radverkehr bedeutend verschlechtern, sollten die vorliegenden Planungen umgesetzt werden:

Ergänzungsantrag zu Drucksache Nr. 2475/2014 Stadtbahnstrecke D-West – Citystrecke – Abschnitt 3: Steintor und Goethestraße Ost (Nordmannpassage – Leibnizufer) – Abschnitt 4: Goethestraße West (Leibnizufer bis Goetheplatz) – Abschnitt 5: Braunstraße (Goetheplatz – Spinnereistraße)

zur Sitzung am 2015-02-18 in den Stadtentwicklungs- und Bauausschuss

Antrag

Für Fahrradfahrer bleibt das Rechtsabbiegen von der Brühl- in die Goethestraße Richtung Steintor und von der Goethestraße in die Brühlstraße Richtung Königsworther Platz weiterhin ohne Regulierung von außen durch eine Lichtsignalanlage („Ampel“) möglich.

Begründung

Nicht durch Lichtsignalanlagen von außen reguliertes Rechtsabbiegen ist die Norm beim hannoverschen Radwegebau. Dies sollte beibehalten werden. Radverkehr ist in viel geringerem Maße auf Regulierung von außen angewiesen als motorisierter Individualverkehr. Dementsprechend sollten auch die Verkehrsanlagen für den Radverkehr gestaltet sein.

Ich bin auf die Diskussion am Mittwoch gespannt…

In eigener Sache: Wo man ein Blog hostet

Dieses Blog ist mittlerweile über sieben Jahre alt. Und bislang habe ich es in einer komplett selbst administrierten Installation der nötigen Softwarekomponenten betrieben. WordPress ist da recht unkompliziert: Linux, Apache, MySQL und PHP geeignet zusammengebacken – und tut. Klar, das ist aufwändiger als einfach irgendein Angebot zum Bloghosting zu nutzen, aber der wichtigste Vorteil war für mich immer die Unabhängigkeit: Mein Blog kann man nicht einfach abschalten oder stilllegen.

Allerdings haben sich meine Tätigkeiten in den letzten Jahren auch erheblich geändert: Rechner- oder Rechnernetzadministration mache ich heute kaum noch selbst. Insofern hat die elegante Konstruktion, „Letzte Weisheiten“ sozusagen als Nebenbeiergebnis von anderen Aufgaben mitzuziehen, langsam aber stetig ihre Grundlage verloren.

Ich habe deshalb vor einigen Wochen einen Schnitt gemacht und Webspace angemietet. Ich habe im Vorfeld recht gründlich recherchiert und festgestellt: Man bekommt mittlerweile erstaunliche Angebote auf dem Markt. Ich habe mich letztlich für das WebServer-Angebot von Host Europe entschieden: 40 GB Plattenplatz, reichhaltiges Angebot an verfügbarer Software, komfortable Konfigurationsoberfläche und als Krönung sogar einen ssh-basierten Kommandozeilenzugang. Es ist ein bisschen anders als auf der eigenen Hardware, aber eigentlich ist die Umstellung gar nicht so schlimm. Darauf habe ich nun das Blog – und zusätzlich noch meine Bildergalerie, das Straßen-Bahn-Archiv und Piraten unterwegs – umgezogen. Es ist ein wenig ungewohnt, diese Webseiten nicht mehr unter dem eigenen Dach laufen zu haben, aber ich beginne, mich daran zu gewöhnen. Und um die Bandbreite der Anbindung muss ich mir auch keine Sorgen machen…

So laufen denn die „Letzten Weisheiten“ jetzt außerhäusig, aber immer noch recht weitgehend unter meiner Kontrolle. Hoffen wir mal, dass sich meine Befürchtungen bezüglich eines „Abklemmens“ bei inhaltlichen Disputen mit Dritten nicht bestätigen…

Welcome back reloaded

So kann’s gehen: Kaum ist das Blog wieder repariert und online, geht der Rechner kaputt, auf dem es läuft. Nun also auf neuem Rechner mit neuem Apache, neuem PHP und einer ganz neuen Distribution (Ubuntu statt OpenSuSE). Nach endlicher Zeit funktionieren nun auch die Umlaute wieder – das alte Problem mit Latin-1, UTF-8 und so. Diesmal half ein anderer kleiner Trick.

Ich bin zuversichtlich, dass wir nun wieder einen störungsfreien Betrieb haben – zumal sowohl Datenbank als auch Dateibaum nun auf einem RAID-Speicher liegen…

Wie dieses Blog ans Internet angeschlossen ist... NICHT!

Wie dieses Blog ans Internet angeschlossen ist… NICHT! :-)

Vom Bloggen – Welcome back!

*räusper* Hallo? HALLO? Mikrofoncheck, Mikrofoncheck. Yeah, I want to check the microphone. *klopf, klopf*

Mikrofon: Ab jetzt nicht mehr verwaist

Mikrofon: Ab jetzt nicht mehr verwaist

Ah ja, scheint alles noch am Platz zu sein. Der Fußboden ist noch ein wenig staubig, müsste nochmal durchgefeudelt werden hier im Blog. Das war ja nun eine recht lange Sendepause. 19. Mai ist hier der letzte Beitrag erschienen. Danach war ich so von Arbeit und anderem in Anspruch genommen, dass beim Bloggen der Wunsch Vater des Gedankens geblieben ist. Besonders peinlich: Nach einem Servercrash war das Blog geschlagene eineinhalb Monate offline, ohne dass ich das bemerkt hätte – Allerdings auch ohne dass ich darauf hingewiesen worden wäre, was so einiges über die Reichweite dieser kleinen Webpräsenz aussagt.

Backup sei Dank ist nun alles wieder da. WordPress ist auf den aktuellen Stand gebracht, die Backups eingespielt und dank eines kleinen Hinweises habe ich sogar die doppelt UTF-8-kodierten Umlaute in der Backupdatei wieder repariert bekommen. Twittern und Auf-Facebook-posten sollte das Blog auch nicht verlernt haben – was mit der Veröffentlichung dieses Artikels zu beweisen wäre. Technisch ist also wohl alles wieder auf Stand.

Und inhaltlich? Wie gesagt: Es ist viel passiert! Die niedersächsischen Piraten habe eine Aufstellungsversammlung zur Landtagswahl gemacht. Und dann noch eine. Und die wurde dann über zwei Termine gestreckt, weil ein Wochenende nicht zum Auszählen gereicht hat. Schlussendlich ist es höchst unwahrscheinlich, dass ich Mitglied einer eventuellen Piraten-Fraktion im nächsten Landtag zu Niedersachsen sein werde. Da wartet noch das Eine oder Andere auf Aufarbeitung.

Sehr wohl bin ich nach wie vor Mitglied der Piratenfraktion im Rat der Stadt Hannover! Die Ratsferien neigen sich dem Ende zu, ab 3.9. tagen wieder die Ausschüsse und am 20. September findet die nächste Ratsversammlung statt. Die Fraktion hat ihre Arbeit nach ihrer eigenen Sommerpause auch wieder aufgenommen und die Ausschussvorbereitungen laufen bereits wieder.

All dies passiert vor dem Hintergrund, dass ich beruflich momentan auch stark eingespannt bin. Die Grundlagen unserer Carsharingsoftware habe ich im Zeitraum 1995 bis 1997 gelegt und einiges davon ist seitdem unverändert geblieben. Hier stehen in den nächsten Wochen und Monaten erhebliche Änderungen an den Strukturen an und ich bin am Design zentral beteiligt. Will sagen: Nicht unerheblicher Zeitaufwand.

Ich möchte mich trotzdem in Zukunft wieder verstärkt politischen Themen und der Piratenpartei widmen. Nach den ganzen Landtagseinzügen des vergangenen Jahres ist die Aufmerksamkeit für die Piratenpartei massiv angestiegen. Gleichzeitig erscheint mir die Partei manchmal geradezu rat- und konzeptlos, wie sie nun mit ihrer politischen Rolle umgehen soll. Das finde ich einerseits schade und andererseits unnötig, denn meines Erachtens hat sich an der gesellschaftlichen Vision der Piratenpartei seit 2006 nichts geändert – wir müssen uns nur wieder darauf besinnen.

All dies will ich für mich – und für interessierte Leser dieses Blogs – in der nächsten Zeit mal aufarbeiten. Einstweilen bin ich vor allem froh, dass hier alles wieder funktioniert.

Impression vom letzten Piraten-Landesparteitag

Impression vom letzten Piraten-Landesparteitag

Stand der Dinge: Fahrradunfall

Super! Bei 25 km/h Lenkerstange gebrochen. Voll auf die Klappe gelegt. Riesenhorn an der Stirn und auf der Lippe. Brille kaputt. Ansonsten wohl nix passiert. Glück im Unglück, wie die Sanis sagten. Ansonsten an eigenem Leib erlebt, dass das deutsche Gesundheitswesen funktioniert: Rettungswagen binnen fünf Minuten da, Sanis und Krankenhauspersonal freundlich und kompetent.

Nu‘ sitz‘ ich bei Muttern und lass mich betüddeln… *Seufz*

Happy Birthday Blog: 5 Jahre „Letzte Weisheiten“

Mein Blog hat Geburtstag! Heute vor genau fünf Jahren habe ich den ersten Artikel veröffentlicht, der allerdings eher etwas selbstreferentiell erzählte, dass ich jetzt auch ein Blog habe. Inhaltlicher Wert – nunja…

Ganz richtig ist die Überschrift übrigens nicht: Am Anfang war das hier einfach „Dirks Blog“. Erst am 10. Juli 2006 habe ich den Namen auf „Letzte Weisheiten“ geändert – natürlich auch begleitet von einem Blogeintrag. Ja, ich war schon immer ein Freund von selbst produziertem Content. ?

A propos „Inhalt“: Ich lege ja immer Wert darauf, dass das hier mein Blog ist und dass ich hier im Zweifelsfall die Sachen reinschreibe, die ich spannend finde und über die ich schreiben möchte. Gerade am Anfang mäandern die Themen deshalb eher so um tägliche Kleinigkeiten. Im Rückblick habe ich bemerkenswert lange die Möglichkeit verstreichen lassen, stärker politische Texte zu schreiben und so zu versuchen, mein ganz privates „Agendasetting“ zu betreiben. Dass ich was mit der „Piratenpartei“ zu tun habe, erfährt man hier zum Beispiel erst nach fast einem Jahr anlässlich meiner Wahl zum Schatzmeister des niedersächsischen Landesverbandes. Und dass ich im Mai 2008 sogar zum Bundesvorsitzenden gewählt wurde, liest man hier gar nicht – insgesamt ist dieses Blog gerade im Jahr 2008 eher „dünn“ mit Artikeln besetzt.

So richtig ändert sich das dann erst im Juni 2009 – und dann bis September 2009. Das ist – bis heute – die „Hochzeit“ von „Letzte Weisheiten“ gewesen. Plötzlich findet sich die Piratenpartei massiv in der öffentlichen Aufmerksamkeit – und ich mittendrin. Es finden sich einige meines Erachtens durchaus spannende Zeitdokumente, sei es meine Rede anlässlich des von-der-Leyen’schen Zensurgesetzes, eine recht umfängliche Würdigung eines verbalen Scharmützels zwischen einem SPD-Politiker und einem Piratenpartei-Kreisverband im Frankfurter Raum und natürlich der Artikel, der sich um meinen eigenen Fernsehauftritt als „oberster Pirat“ bei Phönix dreht. Die größte Artikelmenge habe ich dabei interessanterweise nach meiner Zeit als Bundesvorsitzender geschrieben – als ich eigentlich „gar nichts“ mehr in der Partei war (na gut, außer Spitzenkandidat der niedersächsischen Landesliste zur Bundestagswahl…).

Seither ist es wieder wesentlich ruhiger geworden hier. Ich schaue aber schon, dass ich immer mal wieder was schreibe, sei es zu politischen Themen, sei es zu meinem Spezialthema „Verkehrswesen“ (ich sage nur: Adventskalender…), seien es auch weiterhin irgendwelche Dinge, über die ich „schon immer mal“ was loswerden wollte.

Technisch basiert mein Blog von vornherein auf WordPress, das auf einem eigenen Server läuft und das ich selbst installiere und warte. Angefangen habe ich mit der damals aktuellen Version 2.0. Mittlerweile sind wir bei 3.1.1 angekommen und seit Version 2.7 ist das mit Updaten auch überhaupt kein Problem mehr – läuft alles automatisch mit einem Klick. Ein großer Vorteil von WordPress ist ja die unglaubliche Anzahl von Plugins für alle möglichen und unmöglichen Zwecke. Ich verwende hier eine relativ konstante Gruppe solcher Plugins, deren nach außen sichtbarste wohl das Twitter-Plugin (früher irgendwas mit „tweet“, heute „YourLS„) sowie das völlig geniale „WP-Typography“ sind, das diesem Blog das gefällige Äußere mit Blocksatz und Silbentrennung verleiht.

Als Oberfläche habe ich lange, lange Zeit das Standard-Kubrick-Theme verwendet, das bei WordPress 2.0 dabei war. Zunächst in einem schicken Zitronengelb gehalten, habe ich das im Juni 2009 auf Piraten-Orange umgestellt und seitdem auch ein verfremdetes Portrait meiner selbst sowie das Piratenlogo im Seitenkopf. Diese Gestaltung hat auch die Umstellung auf das „K2“-Theme überlebt, die irgendwann Anfang 2010 stattgefunden haben muss und mit der ich mir meinen größten Wunsch an mein Blogdesign erfüllt habe: Zwei Randspalten für die ganzen kleinen Zusatz-Info-Kästchen auf der rechten Seite. Seit einigen Wochen habe ich zudem „WPtouch“ ein Plugin installiert, das auf Mobilgeräten eine optimierte Oberfläche dieses Blogs darstellt.

Lange Zeit war es mir relativ egal, wie viele Besucher mein Blog hat. Für die ersten drei Jahre gibt es deshalb schlicht keine Zugriffsstatistiken. Erst im Juni 2009 habe ich ein Plugin installiert, das die Zugriffe zählt und statistisch auswertet: Welche Artikel waren wann besonders beliebt? Leider war „StatPress Reloaded“ ziemlich schlecht programmiert und deshalb wahnsinnig ineffizient. Kleine Modifikationen meinerseits (unter anderem die Einführung von Indexen auf der Datenbanktabelle) halfen auch nicht durchgreifend und die Menge an sinnvollen und aktiv in Entwicklung befindlichen Statistik-Plugins für WordPress ist erschreckend klein – nämlich eigentlich nicht-existent.

So habe ich denn im März 2011 in diesem schönen Blog „Piwik“ eingeführt, das mir relativ detailliert aufschlüsselt, wie viele Besucher kommen, auf welchem Weg sie kommen, wie lange sie bleiben, und natürlich was sie sich anschauen. Die Ergebnisse: An normalen Tagen ohne neue Artikel landen so etwa 50 bis 60 Besucher in diesem Blog, verweilen durchschnittlich 15-20 Sekunden und schauen sich dabei 1,3 Seiten an. Meine Piratenartikel verursachen eher kurzfristige Zugriffsspitzen. „Beliebter“ ist da momentan das Wörtchen „Tschernobyl“, über das seit Wochen zuverlässig etwa ein Dutzend Leser am Tag aus Googleanien einreist. Absoluter Dauerbrenner aber sind meine Artikel über den Puppenspieler Rene Marik und seinen Maulwurf, die mit Suchbegriffen wie „Rene Marik“, „Maulwurf“, „maulwurfn“, „rapante“ oder „froschn“ jeden Tag in der Statistik auftauchen.

So summiert sich die Zahl der Besucher in den letzten 30 Tagen schließlich doch auf über 2000, die hier in dem einen oder anderen Artikel gestöbert haben. Und das, obwohl sich das Internet in den letzten fünf Jahren erheblich verändert hat. Blogs sind heutzutage ja nur noch eine Möglichkeit unter vielen, sich im Web zu präsentieren und in der Welt der „Sozialen Netzwerke“ wie „Facebook“ oder „StudiVZ“ kommen sie ja eher am Rande vor. Gerade in diesen Welten bin ich aber nach wie vor quasi nicht vertreten (und will daran auch nichts ändern). Auch die Inhalte meines Blogs haben sich in dieser Zeit verändert. Mit Blick auf die anstehenden Kommunalwahlen und mein seit diesem Jahr wieder größeres Engagement in den Strukturen der Piratenpartei ist es auch sehr wahrscheinlich, dass die Artikelzahl hier in den nächsten Wochen und Monaten wieder zunimmt und wieder viel Politik dabei ist.

Mit diesem Blog ist es also ein wenig wie mit den „Helden“: „Gekommen um zu bleiben“. Ich werde also weiter schreiben – pünktlich zum Zehnjährigen kommt dann der nächste Rückblick. ? Viel Spaß beim Lesen!

Frohes Neues!

Frohes Neues Jahr!

Frohes Neues Jahr!

Anträge beim Bundesparteitag der Piratenpartei: So könnte ich abstimmen (2)

So. Eine Nacht später nun als Fortsetzung des ersten Teils meine ganz persönliche Stimmenvergabe für die „anderen“ Anträge zum anstehenden Bundesparteitag der Piratenpartei in Chemnitz: Wahlprogramm, Parteiprogramm, sonstige. Ich hoffe ja inständig, dass diese Arbeit nicht völlig umsonst war. Dieser Teil ging übrigens etwas schneller von der Hand, weil einige Anträge schlichte Dopplungen von Programmanträgen oder sogar von Anträgen nur wenige Einträge höher in der Liste waren und gerade bei den „Sonstigen Anträgen“ sehr viele Anträge außerordentlich – nunja – dürftig waren. Da muss man dann nicht viel Zeit in eine Analyse investieren.

A propos Zeit: Je mehr ich mich mit diesen Anträgen beschäfigt habe, desto pessimistischer bin ich, was die Zweckmäßigkeit des angedachten Debatten- und Abstimmungsverfahrens betrifft. Alle Planungen, von denen ich bis jetzt gehört habe, laufen darauf hinaus, dass wir nur einen Bruchteil der Anträge tatsächlich zur Abstimmung bringen werden. Für den innerparteilichen Frieden ist aber genau das höchst kontraproduktiv, weil dann alle Mitglieder, denen andere, nicht behandelte Anträge besonders am Herzen liegen, sich um ihre Ziele betrogen fühlen werden und das interne Gezänk weitergeht.

Die „Basis“ hat im Vorfeld des Parteitages so gehandelt, dass 322 Anträge zur Abstimmung stehen. Viele davon sind offensichtlicher Murks. Trotzdem ist meines Erachtens die einzige sinnvolle Schlussfolgerung aus der Situation, für all diese Anträge auch die Möglichkeit zur Abstimmung zu bieten. Und das geht nur mit einem effizienten Verfahren wie ELWS, das zudem inhärent geheim ist. Sicherlich besteht dann die Gefahr, dass der eine oder andere erwähnte Murks in Programmtexten landet. Dies zu korrigieren, obliegt dann dem nächsten Parteitag. Der Vorteil dieser Situation ist aber, dass tatsächlich zu allen vorgetragenen Anliegen eine Mitgliedermeinung vorliegt. Das sollte sich in die Partei hinein letztlich befriedender auswirken als eine Situation, in der von den 322 Anträgen vielleicht 30 oder 40 abgestimmt wurden und der Rest immer noch „in der Luft hängt“.

Sollte es zur vorgeschlagenen „Axel E. Müller“-Abstimmung über die vorgeschlagenen Antragsgruppen kommen, würde ich meine drei kostbaren Stimmen wohl den Themenblöcken „Urheberrecht“, „Internet und Medien“ sowie „Inneres“ geben. Das wären für mich die Bereiche, in denen es meiner Meinung nach für die Partei am wichtigsten ist, sich zu profilieren. Leider fallen dann auch schon Anträge durchs Raster, die ich selbst für sinnvoll halte, weil sie anderen Blöcken zugeordnet sind.

Wenn ich jetzt spontan die drei Anträge benennen sollte, die mir bei dieser ganzen Aktion am stärksten und positivsten im Gedächtnis geblieben sind, dann sind das

  • GP033 (Zwangsdienste abschaffen) – Eine knappe, prägnante Formulierung mit einer sinnvollen Forderung. Sehr schön.
  • GP014 (Drogenpolitisches Grundsatzprogramm) – Als Beispiel dafür, wie man das Programm konsistent um neue Positionen erweitern sollte. Und insbesondere
  • WP022 (Nichtkommerzielle Werke ermöglichen) – Kurzer Text mit überzeugender Begründung. Ist das so im LQFB entstanden? Davon hätte es gern mehr geben dürfen.

So. Genug der Vorrede. Hier nun „mein“ Stimmzettel:

‚Anträge beim Bundesparteitag der Piratenpartei: So könnte ich abstimmen (2)‘ weiterlesen …

Bericht über Piratenpartei im hannoverschen Lokalfernsehen „h1“ am Do., 2009-09-24

Am Donnerstag, 2009-09-24, bringt das hannoversche Lokalfernsehen h1 einen Kurzbericht über die Piratenpartei im Rahmen der täglichen Nachrichtensendung um 18:45 Uhr. Darin enthalten auch ein Interview mit mir. Merken und weitersagen.

Neues aus dem Postfach: Flaschenpost in Niedersachsen

Mittlerweile ist es etwas ruhiger im Postfach der niedersächsischen Piraten geworden, aber noch immer schlagen so um die 20 Briefe täglich auf. Heute waren allerdings zwei spezielle darunter: Flaschenpost:

Flaschenpost für die Piraten

Flaschenpost für die Piraten

Das nenne ich mal stilecht. ? Sowas befördert die Post übrigens für 1,45 EUR und offensichtlich ganz normal.

An dieser Stelle auch nochmal Danke an die vielen, vielen Einsender von Unterstützerunterschriften. Wir haben weit mehr als die benötigten 2000 bekommen. Momentan läuft noch der Beglaubigungsprozess über die Stadtverwaltungen – und dann geht’s zum Landeswahlleiter. Es kann eigentlich nichts mehr schief gehen, damit wir am 27. September in Niedersachsen auf dem Stimmzettel stehen!

Nachtrag, 2009-07-16: Mittlerweile habe ich vom Vorstand die Rückmeldung bekommen, dass in beiden Flaschen Mitgliedsanträge waren. Wie gesagt: Stilecht. ?