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Kopenhagen II: Auf zwei Rädern durch die Stadt

Abge­se­hen vom abend­li­chen Essen habe ich ges­tern noch genau einen Weg zu Fuß erle­digt: Den zum Fahr­rad­ver­leih. Dabei komme ich natür­lich an einem Not­arzt­wa­gen im Ein­satz vor­bei, der sich gerade um einen — augen­schein­lich nur leich­ter — ver­un­fall­ten Rad­fah­rer küm­mert. Ich seh’s posi­tiv: Sollte mir sowas pas­sie­ren, ist wenigs­tens jemand da, der hilft. — Im Vor­feld hatte ich mich schon infor­miert und dann hat auch alles prima und wie geplant geklappt: Ich habe für die Zeit in Kopen­ha­gen ein Leih­fahr­rad. Drei Gänge, tie­fer Ein­stieg, keine groß­ar­tige Fede­rung — aber für 50 Kilo­me­ter am ers­ten Tag hat’s schon­mal gereicht.

Das schöne an ein einer ganz neuen Stadt ist: Es ist egal, wo man lang­fährt, es ist alles neu. Beherz­tes zwei­ma­li­ges Abbie­gen nach rechts bringt mich auf den H. C. Ander­sens Bou­le­vard — und weil es sich so gut fährt fahre ich und fahre und fahre… — bis ich dann mal nach Kilo­me­tern mal nach­schaue, wo ich eigent­lich bin: Die Ama­ger­bro­gade ist eine Geschäfts– und Ein­kaufs­straße und führt über Kilo­me­ter schnur­ge­rade nach Süden — bis an den Rand des Flug­fel­des des Kopen­ha­ge­ner Flughafens.

Stre­cke am 2013-​09-​09

Damit ist die Ent­schei­dung gefal­len: Zum Ein­stieg bin ich mal im Kopen­ha­ge­ner Süden. Dar­auf kaufe ich erst­mal zwei Bröt­chen und folge dann der Straße. Sie kreuzt — bereits ziem­lich weit im Süden — die Øre­sunds­mo­tor­vejen — die Auto­bahn und Eisen­bahn zur Öre­sund­que­rung und Flug­ha­fen­an­bin­dung. Wei­ter und wei­ter nach Süden geht die Fahrt — bis die Haupt­straße einen Knick nach Wes­ten macht und ein letz­ter Stra­ßen­stum­mel direkt am Flug­ha­fen­zaun endet. Beim „Fly­ver­gril­len” könnte ich den Flug­zeu­gen zuschauen. Statt­des­sen sorge ich für den ers­ten Bruch des Tages: Fahr­rad, Ruck­sack, Kamera und ich sind noch nicht so recht auf­ein­an­der abge­stimmt und beim Objek­tiv­wech­sel kracht mir das Tele­ob­jek­tiv auf den Boden. Schreck­se­kunde. Den UV-​Lichtfilter hat es erwischt. „Mach den drauf”, hatte mir ein befreun­de­ter Foto­graf ganz am Anfang mal gesagt, „wenn das Ding run­ter­fällt, ist nur der bil­lige Fil­ter und nicht die teure Front­linse kaputt.” Das hat ja schon­mal geklappt.

Flyvergrillen am Kopenhagener Flughafen

Fly­ver­gril­len am Kopen­ha­ge­ner Flughafen

Objektiv gegen Straßenbelag: 0 : 1. Zum Glück hat es nur den UV-Filter erwischt

Objek­tiv gegen Stra­ßen­be­lag: 0 : 1. Zum Glück hat es nur den UV-​Filter erwischt

Hier unten bin ich quasi aus der Stadt raus. Die Tøm­me­rup­vej ist eine schon länd­lich anmu­tende Straße ohne Fuß– und Rad­weg. Über die Ugan­da­vej fahre ich ein gan­zes Stück nach Wes­ten, bevor es auf der Kon­ge­lunds­vej wie­der nach Nor­den geht. Bei­des sind gut aus­ge­baute Durch­gangs­ver­kehrs­stra­ßen und „gut aus­ge­baut” meint ins­be­son­dere: Breite Rad­wege auf bei­den Stra­ßen­sei­ten. Die Abzwei­gung der Olie­fa­briks­vej ist als Krei­sel mit umlau­fen­dem Rad­weg gebaut — ansons­ten fahre ich Kilo­me­ter um Kilo­me­ter wie­der nach Norden.

Kreisel an der Kongelundsvej: Nach rechts zweigt die Oliefabriksvej ab

Krei­sel an der Kon­ge­lunds­vej: Nach rechts zweigt die Olie­fa­briks­vej ab

Direkt hin­ter der Kreu­zung mit dem Øre­sunds­mo­tor­vejen — den werde ich heute noch öfter sehen — geht es dann wie­der nach Osten. Mein Fern­ziel ist der Flug­ha­fen, aber hier ist erst­mal ein wohl zusam­men mit der dane­ben­lie­gen­den Auto­bahn ange­leg­ter Fuß– und Rad­weg. Kopenhagen-​typisch ist hier der Rad­weg etwa dop­pelt so breit wie der Fuß­weg und dazwi­schen eine deut­li­che bau­li­che Tren­nung — und nicht nur ein sim­pler Strich.

Rad- und Fußweg längs der Øresundsmotorvejen: Mehr Platz für Radler

Rad– und Fuß­weg längs der Øre­sunds­mo­tor­vejen: Mehr Platz für Radler

Ich wollte eigent­lich über die Tårn­by­vej wei­ter nach Osten, aber der Kreis­ver­kehr am Eng­lands­vej weckt mein Inter­esse: Es ist noch zu erken­nen, dass hier mal eine wei­tere Straße in den Krei­sel ein­mün­dete. An ihrer Stelle fin­det sich jetzt eine lang­ge­zo­gene Grün­flä­che mit mäan­dern­dem Wei­her und ruhi­gen Fuß– und Rad­we­gen. Ich ziehe diese der Haupt­straße vor und kreuze so wie­der die Ama­ger Lan­de­vej — in einer Fuß– und Rad­weg­un­ter­füh­rung. Hier in Kas­trup bleibe ich auf Neben­stra­ßen, kreuze erst die Metro­trasse zum Flug­ha­fen und schließ­lich wie­der die Öre­sund­au­to­bahn, um dann schließ­lich am Flug­ha­fen zu lan­den. Auch hier gibt es eine voll­stän­dige Rad­weg­ver­kehrs­füh­rung. Ich pau­siere am Ter­mi­nal 3, das auch direkt an die U-​Bahnendhaltestelle ange­bun­den ist.

Parkanlage an Tårnby: Grün statt Straße

Park­an­lage an Tårnby: Grün statt Straße

Fuß- und Radwegunterführung unter der Amager Landevej

Fuß– und Rad­weg­un­ter­füh­rung unter der Ama­ger Landevej

Ellehammersvej am Flughafenterminal 3

Elle­ham­mers­vej am Flug­haf­en­ter­mi­nal 3

Vom Flug­ha­fen aus geht es wie­der nach Wes­ten, wie­der auf den Ama­ger Lands­vej — und wie­der über die Øre­sunds­mo­tor­vejen. Auf der Brü­cke mache ich dann den ent­schei­den­den Durch­bruch in Sachen Aus­rüs­tung: Durch geschickte Füh­rung der Schul­ter­gurte um die Sat­tel­stütze gelingt es mir, den Ruck­sack sicher auf dem Fahr­rad­ge­päck­trä­ger zu befes­ti­gen. Das hat zwei Vor­teile: Zum einen trage ich ihn nicht mehr die ganze Zeit auf dem Rücken und zum ande­ren komme ich jetzt sogar bes­ser und schnel­ler an die Kamera heran. Erleich­tert setze ich die Fahrt fort.

Über die Salt­værks­wej geht es durch Kas­trup ganz in den Osten an die Küste des Øre­sund. Ein aus­ge­dehn­ter — und gut bestück­ter — Yacht­ha­fen ist ein siche­res Zei­chen, dass ich mich in einer skan­di­na­vi­schen Küs­ten­stadt befinde. Am Hori­zont liegt die Öre­sund­brü­cke im Dunst.

Yachthafen am Kastrup Strandpark

Yacht­ha­fen am Kas­trup Strandpark

Öresundbrücke von Kastrup aus gesehen

Öre­sund­brü­cke von Kas­trup aus gesehen

Ich fahre nun wie­der nach Nor­den durch den Ama­ger Strand­park. Im Som­mer dürf­ten die breite Strand­pro­me­nade und die Dünen­land­schaft gut besucht sein — heute ist kaum ein Dut­zend Spa­zier­gän­ger unter­wegs. Die wuch­ti­gen Bau­ten auf dem Gelände erin­nern mich ein wenig an die alba­ni­schen Beton­bun­ker der Hodscha-​Ära — die hier sind aller­dings Ser­vice­ge­bäude mit Kios­ken, Duschen (auch behin­der­ten­ge­recht) und Toi­let­ten. An eini­gen könnte man sogar Seg­ways lei­hen — wenn sie denn offen wären.

Servicepoint am Amager Strandpark

Ser­vice­point am Ama­ger Strandpark

Dünenlandschaft im Amager Strandpark

Dünen­land­schaft im Ama­ger Strandpark

Øresundsstien am Nordende des Amager Strandpark

Øre­sunds­stien am Nor­dende des Ama­ger Strandpark

Als ich am Nor­dende des Strand­parks ankomme und über den Øre­sunds­stien wie­der aufs „Fest­land” fahre, erweist sich der Wet­ter­be­richt lei­der als zutref­fend: Es fängt an zu reg­nen: Erst seicht, dann stär­ker, dann so, dass es ärger­lich wird. Ich mache erst­mal eine Ein­kaufs­pause bei Lidl und warte dann an der Ecke Øresundsvej/​Amager Strand­vej ab. Nein, es wird nicht bes­ser. Und der Wet­ter­be­richt — ich habe Inter­net! — sagt, dass es die nächs­ten Stun­den wei­ter­reg­nen wird. Also schlägt die Stunde des Equip­ments: Ich hole das Regen­zeug raus und setze die Fahrt fort — und zwar so wie geplant und nicht auf dem direk­ten Weg ins Hotel; „wir sind doch nicht aus Zucker”, pflegte meine Oma in sol­chen Situa­tio­nen immer zu sagen.

Unge­zu­ckert, dafür von innen und außen zuneh­mend durch­feuch­tet, geht es also wei­ter: Auf der Øre­sunds­vej durch Ama­ger Øst, dann auf der Eng­lands­vej durch Ama­ger West, auf der Vej­lands Allé am Ama­ger­fæl­led vor­bei und dann ist plötz­lich der Rad­weg zu Ende. Wie? Nein, 20 Meter von der Straße ent­fernt geht er gut aus­ge­baut wei­ter. Ich war ent­we­der unauf­merk­sam — was auf Grund des Wet­ters kein Wun­der wäre — oder hier ist tat­säch­lich eine Lücke in der Aus­schil­de­rung der Radspuren.

Auf dem gut aus­ge­bau­ten — und ab hier auch wie­der kom­plett beschil­der­ten — Rad­weg geht es wei­ter. Auf der Sjæl­lands­broen nach Syd­havn. Es reg­net wei­ter vor sich hin, aber ich bin alles andere als allein auf dem Rad­weg. So lang­sam beginnt der Fei­er­abend­ver­kehr. Und den merkt man hier nicht nur auf der Straße, son­dern eben auch auf dem Rad­weg. Und das massiv.

Es hat sei­nen Grund, warum die Rad­wege hier breit genug für zwei Räder neben­ein­an­der sind: Das ermög­licht das Über­ho­len. Wenn man wie ich mit mitt­le­rer Geschwin­dig­keit unter­wegs ist, stellt sich dabei schnell so eine Art „Auto­bahn­ge­fühl” ein: Bevor man zum Über­ho­len ansetzt: Immer schauen, ob von hin­ten jemand kommt. Und häu­fig kommt jemand. Kopen­ha­ge­ner sind geübte Rad­fah­rer und ehe ich mich’s ver­sehe, stehe ich mit­ten in einem Pulk von 20 Rad­lern an einer Ampelkreuzung.

Wenn das Wet­ter etwas bes­ser gewe­sen wäre, hätte ich in vol­len Zügen genos­sen und sicher­lich etli­che Fotos gemacht. Da ich aber merke, dass ich trotz Regen­zeug lang­sam voll­stän­dig durch­wei­che, fahre ich in eins durch und lande über die Eng­ha­ve­vej und die H. C. Ørsteds Vej am Åbou­le­vard und schließ­lich im Hotel, wo ich das Fahr­rad auf dem Hof abstelle und mich erst­mal unter die Dusche verziehe.

Der Abend bringt dann nur noch ein lecke­res Sushi in der Nach­bar­schaft und ein biss­chen Scho­ko­lade aus dem Super­markt. Merke: Wer 50 Kilo­me­ter Fahr­rad gefah­ren ist, der darf sich auch mal eine Extra­por­tion gön­nen. Und all­zu­viele Extra­por­tio­nen wird es ange­sichts des all­ge­mei­nen Preis­ni­veaus in Kopen­ha­gen wohl nicht geben…

Hochbahnsteige für die Stadtbahnlinie 9 in Bothfeld — Anhörung im Stadtbezirksrat

Ges­tern war ich — mal wie­der — im Bezirks­rat Bothfeld-​Vahrenheide. Im Rah­men der Bezirks­rats­sit­zung fand dort eine Anhö­rung zum Thema „Hoch­bahn­steige” statt. Both­feld wird in Nord-​Süd-​Richtung durch die Stadt­bahn­li­nie 9 erschlos­sen und alle fünf Hal­te­stel­len im Stadt­teil sind noch ohne Hoch­bahn­steig. Über diese wenig erbau­li­che Situa­tion und die Pläne zu ihrer Ver­bes­se­rung wollte der Bezirks­rat sich durch Ver­tre­ter von Region und üstra infor­mie­ren lassen.


Both­fel­der Stre­cke­n­ast der Stadt­bahn Han­no­ver: Auf gan­zer Länge ohne Hochbahnsteige

Chris­tian Weske vom Fach­be­reich Ver­kehr der Region Han­no­ver gab einen Über­blick. 70% der Stadt­bahn­hal­te­stel­len sind mitt­ler­weile bar­rie­re­frei, es feh­len aber immer noch so ca. 50 – 60 Hal­te­stel­len im gesam­ten Netz. Da die Region etwa 1 Mio EUR pro Bahn­steig trotz För­der­gel­dern dazu­steu­ern muss, sind nur 2 – 3 Bahn­steige pro Jahr finan­zier­bar. Da jeder Hoch­bahn­steig­bau mit Vor­be­rei­tung und Durch­füh­rung etwa 4 Jahre dau­ert, gibt es zudem noch lange Vor­lauf­zei­ten für die Bauvorhaben.

Unter all die­sen Umstän­den wird es den ers­ten Hoch­bahn­steig in Both­feld wohl erst im Jahr 2017 an der Kurze-​Kamp-​Straße geben, 2020 könnte die End­sta­tion umge­rüs­tet wer­den (die dafür kom­plett umge­baut wer­den muss, und um 2020 bis 2022 Both­fel­der Kirch­weg, wobei diese Bau­maß­nahme mit der Grund­sa­nie­rung der Trasse in der Sutel­straße zusam­men­hängt. Das sind jeden­falls die Zeit­räume, mit denen die Ver­wal­tung im Nah­ver­kehrs­plan 2014 – 2019 arbei­tet, der nach der Som­mer­pause vor­ge­stellt wird und dann bis Anfang/​Mitte 2014 durch die Gre­mien läuft.

Both­fel­der Fried­hof: So sehen noch alle Hal­te­stel­len in Both­feld aus: Fla­che Bahn­steige ermög­li­chen kein bar­rie­re­freies Ein­stei­gen in die Stadtbahn

Die Both­fel­der Abge­ord­ne­ten und Bür­ger waren — nunja — so mit­tel­be­geis­tert. Der hohe Anteil älte­rer Ein­woh­ner wurde erwähnt, die die Stadt­bahn gar nicht nut­zen kön­nen und so die Fahr­gast­zah­len (die auf dem Both­fel­der Ast rela­tiv nied­rig sind) gerin­ger als mög­lich aus­fal­len las­sen. Die Bal­lung von Alten– und Behin­der­ten­ein­rich­tun­gen rund um die Hal­te­stelle „Both­feld” ließ die Frage auf­kom­men, ob diese Sta­tion nicht eigent­lich viel wich­ti­ger sei. Und „Both­fel­der Kirch­weg” zeich­net sich bis­lang durch das völ­lige Feh­len eines Bahn­steigs aus — die Fahr­gäste stei­gen auf der Straße aus. Auch die eben­falls gela­de­nen Anhö­rungs­gäste Frau Hamann, die Behin­der­ten­be­auf­tragte der Stadt Han­no­ver, sowie Frau Stadt­mül­ler, die Vor­sit­zende des Senio­ren­bei­rats, äußer­ten sich in diese Richtung.

Herr Weske führte noch­mal aus, dass Rei­hen­folge der Hal­ten­stel­len­um­rüs­tung sich nach ver­schie­de­nen Kri­te­rien rich­tet: Neben der Fahr­gast­fre­quenz spie­len unter ande­rem auch die Ent­fer­nung zur nächst­ge­le­ge­nen bar­rie­re­freien Hal­te­stelle, die Erreich­bar­keit öffent­li­cher Ein­rich­tun­gen und die Umstei­ge­be­zie­hun­gen und Infra­struk­tur vor Ort eine Rolle. Des­halb soll die zen­tral gele­gene Kurze-​Kamp-​Straße mit Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten und P+R-Parkplatz auch den Anfang machen.

Sutel­straße: Bei der letz­ten Grund­sa­nie­rung 1999 wur­den noch keine Vor­be­rei­tun­gen für den Bau von Hoch­bahn­stei­gen getrof­fen. Frü­hes­tens 2020 steht hier die nächste Grund­sa­nie­rung an.

Mein Ein­druck: Es ist kom­pli­ziert. Seit Beginn der 1990er Jahre wer­den die ober­ir­di­schen Stadt­bahn­hal­te­stel­len bar­rie­re­frei umge­rüs­tet. Die­ses Pro­jekt funk­tio­niert nur lang­fris­tig und kommt es zwangs­läu­fig dazu, dass Hal­te­stel­len oder Hal­te­stel­len­grup­pen län­ger nicht umge­rüs­tet wer­den als andere Hal­te­stel­len. Both­feld hat da lei­der gerade beson­de­res Pech, aber mein Ein­druck ist, dass sich an den Zeit­plä­nen nach aktu­el­lem Stand nur wenig ändern lässt. Jeder Bahn­stei­gum­bau, der in Both­feld vor­ge­zo­gen würde, würde anderswo im Stadt­ge­biet einen Umbau nach hin­ten schie­ben. Der lang­same Fort­schritt bei den Bahn­stei­gum­bau­ten ist ja auch auf feh­lende finan­zi­elle Mit­tel zurück­zu­füh­ren — und ein Mehr an Geld ist nicht abzusehen.

Ande­rer­seits sind die nächs­ten 9 – 12 Monate die Gele­gen­heit, die Pla­nun­gen zu beein­flus­sen. Der Nah­ver­kehrs­plan wird in allen poli­ti­schen Gre­mien behan­delt und gibt die gene­relle Pla­nungs­rich­tung für den Nah­ver­kehr vor — also auch die Pla­nungs­rei­hen­folge für die Hoch­bahn­steig­bau­ten. Mit guten Begrün­dun­gen könn­ten Bezirk und Stadt­rat durch­aus Prio­ri­tä­ten­än­de­run­gen ein­brin­gen, die mehr oder frü­here Hoch­bahn­steige nach Both­feld brin­gen. Auf die Dis­kus­sio­nen des Nah­ver­kehrs­plans freue ich mich schon — ganz unab­hän­gig von Bothfeld.

Ein wenig merk­wür­dig fand ich übri­gens den Tagungs­ort des Bezirks­rats: Der Kirch­saal der Freien evan­ge­li­schen Gemeinde Han­no­ver. Diese besteht aus „Men­schen, die an Jesus Chris­tus glau­ben und durch ihn Frie­den mit Gott und neues Leben emp­fan­gen haben” — so die Web­seite. Nun kann man zu Glaube und Reli­gion ste­hen wie man will, aber kom­mu­nale Beschluss­gre­mien soll­ten zu kirch­li­chen (und ande­ren welt­an­schau­li­chen) Ein­rich­tun­gen eine — freund­li­che — Dis­tanz wah­ren. Sie sind eben für alle Men­schen da, unab­hän­gig von deren Glaube und Welt­an­schau­ung. Einen Raum mit unüber­seh­ba­rem gro­ßen Kreuz im vor­de­ren Bereich finde ich da min­des­tens grenz­wer­tig. Soll­ten die sechs feh­len­den Bezirks­rats­mit­glie­der — diese Anzahl schien den Bezirks­bür­ger­meis­ter zu erstau­nen — auch auf Grund die­ses Tagungs­or­tes der Ver­samm­lung fern geblie­ben sein, wäre das ein deut­li­ches Signal, sich in Zukunft wie­der an welt­an­schau­lich neu­tra­len Orten zu treffen.

Durchwachsene Radverkehrspläne für den Lister Platz und die Edenstraße: Bericht aus dem Stadtbezirksrat Vahrenwald-​List

Im gest­ri­gen Stadt­be­zirks­rat Vahrenwald-​List war der Rad­ver­kehr auf Lis­ter Meile und Lis­ter Platz gleich zwei Mal wich­ti­ges Thema:

Umge­stal­tun­gen am Lis­ter Platz. Kar­ten­grund­lage: OpenStreetMap

Zunächst stellte die Ver­wal­tung Umge­stal­tungs­pläne am Lis­ter Platz vor, die auf einen Prüf­auf­trag des Bezirks­ra­tes zurück­ge­hen. Für den Rad­ver­kehr sind dabei drei Stel­len wichtig:

  1. Auf der süd­li­chen Seite der Ferdinand-​Wallbrecht-​Straße soll der Rad­ver­kehr die­sen Ideen zu Folge nicht mehr zwi­schen Fuß­weg und Bus­hal­te­stelle, son­dern zwi­schen Bus­hal­te­stelle und Auto­fahr­bahn ver­legt werden.
  2. Die Ein­mün­dung der Lis­ter Straße soll auf­ge­pflas­tert wer­den und der Rad­weg zukünf­tig fuß­weg– und nicht mehr stra­ßen­be­glei­tend über die Ampel­furt zwi­schen Lis­ter Straße und Lis­ter Meile geführt werden.
  3. Die Jako­bi­straße wird zwi­schen Eden­straße und Lis­ter Meile voll­stän­dig zur Fuß­gän­ger­zone umgebaut.

Wäh­rend ich die Umbau­pläne für die Jako­bi­straße und die Rad­weg­füh­rung an der Lis­ter Straße unpro­ble­ma­tisch oder sogar posi­tiv sehe — immer­hin ver­schwin­det das üble Kopf­stein­pflas­ter in der Jako­bi­straße — habe ich mit der geplan­ten Füh­rung des Rad­ver­kehrs an der Bus­hal­te­stelle Lis­ter Platz in süd­öst­li­che Rich­tung so meine Pro­bleme: Der Rad­ver­kehr soll hier zukünf­tig zwei­mal den Bus­ver­kehr kreu­zen, näm­lich an Ein– und Aus­fahrt der Sta­tion Lis­ter Platz. Dabei wird der Rad­ver­kehr aus der Ferdinand-​Wallbrecht– in die Böde­ker­straße an zwei Ampeln regu­liert — und das an einer Stelle, an der es kei­ner­lei kreu­zende Stra­ßen gibt. Links abbie­gende Rad­fah­rer Rich­tung Pod­biels­ki­straße müs­sen sich zudem mit­ten auf der Kreu­zung zwi­schen hal­ten­den Bus­sen und dem Auto­ver­kehr auf­stel­len — und dabei noch die Rad­fah­rer Rich­tung Böde­ker­straße vor­bei lassen.

Diese Pla­nung ist eine klare Ver­schlech­te­rung für Rad­fah­rer. Ange­sichts des erklär­ten Ziels, den Rad­ver­kehrs­an­teil in Han­no­ver wei­ter zu stei­gern, sehe ich hier noch deut­li­chen Verbesserungsbedarf.

Die Ver­wal­tung hat diese Pläne nur infor­ma­tiv vor­ge­stellt. Einen Beschluss dar­über wird es selbst auf Bezirks­rats­ebene nicht geben. Die übrige Poli­tik sah zwar durch­aus ähn­li­chen Ver­bes­se­rungs­be­darf wie ich, fand die Pläne aber ins­ge­samt nicht schlecht. Sofern nicht noch deut­li­che Kri­tik laut wird, könnte es sein, dass die Ver­wal­tung im Jahr 2014 diese oder ähn­li­che Pläne umset­zen wird.

Fahr­rad­um­fah­rung der Lis­ter Meile über die Eden­straße. Kar­ten­grund­lage: OpenStreetMap

Zum zwei­ten gab es einen Antrag von SPD und Grü­nen, die Eden­straße als Fahr­rad­straße aus­zu­wei­sen und mit Schu­bert– und Ferdinand-​Wallbrecht-​Straße als Alter­na­tiv­route zur tags­über für Rad­fah­rer gesperr­ten Lis­ter Meile attrak­ti­ver zu machen. Im Einzelnen:

  1. Die Schu­bert­straße soll zwi­schen Lis­ter Meile und Eden­straße mit „Fahr­rad­strei­fen” aus­ge­stat­tet werden.
  2. Die Eden­straße wird zur „Fahr­rad­straße” umge­wid­met und als Vor­fahrts­straße ausgeschildert.
  3. Die Anbin­dung an die Ferdinand-​Wallbrecht-​Straße wird so umge­stal­tet, dass ein Abbie­gen in Rich­tung Pod­biels­ki­straße ein­fach und attrak­tiv mög­lich wird.

Ich habe mich für die­sen Antrag aus­ge­spro­chen, sehe aber durch­aus pro­ble­ma­ti­sche Stellen:

  • Eine Attrak­ti­vie­rung der Schu­bert­straße für den Rad­ver­kehr ist drin­gend nötig. Das Kopf­stein­pflas­ter ist in sehr schlech­tem Zustand und für Rad­fah­rer eigent­lich nicht mehr zumut­bar. Gleich­zei­tig ist die Straße für den Rad­ver­kehr sehr wich­tig, da über sie die gesamte west­li­che List fahr­rad­ver­kehr­lich an die Lis­ter Meile und den Haupt­bahn­hof ange­bun­den wer­den. Schon 2001 hat die Ver­wal­tung dies im Prin­zip bestä­tigt, seit­her ist aber nichts pas­siert. Der schlechte All­ge­mein­zu­stand würde eigent­lich eine Kom­plett­sa­nie­rung sinn­voll erschei­nen las­sen und nicht nur das Anle­gen eines „Fahrradstreifens”.
  • Die Eden­straße zur Fahr­rad­straße auf­zu­wer­ten ist sicher nicht ver­kehrt, aber höchst­wahr­schein­lich auch nicht unbe­dingt nötig. Die gewünschte Vor­fahrts­re­ge­lung für die Straße ist höchst­wahr­schein­lich gar nicht mög­lich, da die Straße in einer geschlos­se­nen Tempo-​30-​Zone liegt, in der Vor­fahrt­stra­ßen gene­rell nicht zuläs­sig sind.
  • Die Anbin­dung an der Ferdinand-​Wallbrecht-​Straße in Rich­tung Podbi hat viel­leicht nicht so eine hohe Prio­ri­tät. Die Rela­tion Pod­biels­ki­straße — Innen­stadt lässt sich even­tu­ell bes­ser über Bödeker-​, Wede­kind– und Cel­ler Straße realisieren

Der Stra­ßen­zug Schubertstraße/​Edenstraße ist even­tu­ell gar nicht so sehr für die Podbi, son­dern viel mehr für den Rad­ver­kehr in Rich­tung Boni­fa­zi­us­platz und Jako­bi­straße wich­tig. Wenn die oben beschrie­be­nen Umbau­ten am Lis­ter Platz erfol­gen, dann bie­tet sich hier über Lis­ter Meile und Jako­bi­straße erst­mals eine kom­plett kopf­stein­pflas­ter­freie Rad­fahr­mög­lich­keit an — bloß dass die Lis­ter Meile tags­über für den Rad­ver­kehr gesperrt ist. Umso wich­ti­ger erscheint mir bei die­sem Aus­bau auch die Sanie­rung der Schu­bert­straße, damit auch die (stets erlaubte) Stre­cke über Schu­bert– und Eden­straße in diese Rich­tung wei­ter­hin attrak­tiv ist.

Der Antrag von SPD und Grü­nen wird nun von der Ver­wal­tung geprüft. Ich bin mal gespannt, was dabei herauskommt…

VeloCityNight am 2013-​06-​15 — Wenn das Fahrrad Vorfahrt hat

Man stelle sich mal vor: In einer gro­ßen Gruppe mit dem Fahr­rad mit­ten auf den Haupt­stra­ßen Han­no­vers fah­ren, Ampeln igno­rie­ren und das ganze auch noch erlaubt und mit Poli­zei­es­korte — das wär’ was.

2000 Rad­ler auf der Vah­ren­wal­der Straße an der Kanalbrücke

Nun, einige Male pro Jahr geht die­ser Wunsch in Han­no­ver in Erfül­lung. „Velo­Ci­ty­Night” heißt die Ver­an­stal­tung und ähn­lich wie die erfolg­rei­chen „Skate by Night”-Fahrten geht es zwei Stun­den lang auf einer fest­ge­leg­ten Stre­cke durchs Stadt­ge­biet. Am Sams­tag war’s mal wie­der so weit — und ich war mit etwa 2000 ande­ren Rad­fah­rern dabei.

Fahrt­route der VeloCityNight-​Tour vom 2013-​06-​15, GPS-​Track: dh
Dies ist eine inter­ak­tive Karte!

Velo­Ci­ty­Night macht Spaß — das kann man nicht anders sagen. Wenn die ganze drei­spu­rige Vah­ren­wal­der Straße, der Schiff­gra­ben oder sogar die Rasch­platz­hoch­straße von vie­len hun­der­ten Rad­fah­rern befah­ren wird, die sich eben nicht auf dem engen Fahr­rad­weg drän­geln müs­sen, son­dern direkt auf der Fahr­bahn fah­ren kön­nen. Sol­che Fahr­ten sind ein unmit­tel­ba­rer Beweis dafür, wie geeig­net das Fahr­rad als städ­ti­sches Fort­be­we­gungs­mit­tel — zumal in einer fla­chen Stadt wie Han­no­ver — ist: Platz­spa­rend, sehr fle­xi­bel und vor allem quasi geräusch­los. In sol­chen Fahr­rad­tou­ren hört man die beglei­ten­den Poli­zei­mo­tor­rä­der immer schon auf meh­rere Hun­dert Meter — weil die Fahr­rä­der kaum zu hören sind.

Sam­mel­pause auf dem Indus­trie­weg: Hun­derte Meter Straße voll mit Radfahrern

Ver­an­stal­tun­gen wie Velo­Ci­ty­Night sind aber auch gesell­schaft­lich und poli­tisch wich­tig: Sie rücken das Fahr­rad wenigs­tens für einen Moment ganz anders als sonst in das öffent­li­che Bewusst­sein. An den für jeweils etwa fünf Minu­ten blo­ckier­ten Kreu­zungs­punk­ten sind die VeloCityNight-​Radler pro­mi­ent sicht­bar, sie wer­den wahr­ge­nom­men. Han­no­ver hat bereits einen bemer­kens­wert hohen Anteil an Rad­fah­rern im Ver­kehr und will diese Zahl wei­ter aus­bauen — dafür muss man dem Fahr­rad aber auch auf ange­mes­sene Weise Platz im Ver­kehrs­raum schaf­fen. Die klas­si­schen 80-​Zentimeter-​Radwege oder die noch schlim­me­ren „Schutz­strei­fen” am Fahr­bahn­rand (Schutz wovor eigent­lich?) sind da mei­nes Erach­tens nicht mehr aus­rei­chend. Eigent­lich müsste es Velo­Ci­ty­Nights oder ver­gleich­bare Ver­an­stal­tun­gen viel häu­fi­ger und zu ande­ren Zei­ten als abends geben.

Auf der Nien­bur­ger Straße: Noch­mal sam­meln für die Ein­fahrt auf den Cityring

Schloss­wen­der Straße: Statt auf dem Rad­weg geht es auf der gesam­ten Fahr­bahn­breite über den Cityring.

Die Velo­Ci­ty­Night wird von dem pri­va­ten Ver­an­stal­ter Soul­style orga­ni­siert — und mei­nes Wis­sens ohne direkte öffent­li­che Zuschüsse. Statt­des­sen sind wohl pri­vate Spon­so­ren dabei — und das Start­geld, das pro Teil­neh­mer 2 Euro beträgt und beim Start durch Kauf eines Mit­fah­rer­arm­bänd­chens ent­rich­tet wird. Inter­es­sant wäre die Frage, ob und wie der pri­vate Ver­an­stal­ter für den Poli­zei­ein­satz auf­kommt. Ange­sichts der gesell­schaft­li­chen Rele­vanz (siehe oben) sehe ich das aber ehr­lich gesagt rela­tiv ent­spannt; außer­dem wur­den die meis­ten Siche­rungs­auf­ga­ben wäh­rend der Fahrt von (ehren­amt­li­chen?) eige­nen Ord­nern durch­ge­führt und die Anzahl der Poli­zis­ten ist bei ande­ren Anläs­sen wie z.B. Fuß­ball­spie­len um ein Viel­fa­ches höher.

In mehr­fa­cher Hin­sicht der Höhe­punkt der Fahrt: Über­fahrt auf der Raschplatzhochstraße

Die Ber­li­ner Allee ist — wie alle genutz­ten Stra­ßen — wäh­rend der Durch­fahrt des Fel­des für alle ande­ren Ver­kehrs­teil­neh­mer gesperrt

Orga­ni­sa­to­risch ist das ganze rela­tiv rund gelau­fen. Die Route war klar und auch gut pas­sier­bar. Etwas mehr Gedan­ken könnte man sich um die eine oder andere Eng­stelle machen — an den ein­spu­ri­gen Rechts­ab­bie­gern von der Ham­bur­ger Allee in die Vah­ren­wal­der Straße oder von der Arndt­straße in die Ham­bur­ger Allee wurde es doch ziem­lich fum­me­lig. An sol­chen Stel­len sollte aktiv auf die (ansons­ten nicht erlaubte) Abbie­ge­mög­lich­keit über die Haupt­fahr­spu­ren hin­ge­wie­sen wer­den. Die kos­ten­lose Was­ser­ver­sor­gung am Zwi­schen­stopp und am Ziel hat sehr gut funk­tio­niert. Das links­sei­tige Über­ho­len der Ord­ner hin­ge­gen — die ja an ihrer War­te­po­si­tion immer das kom­plette Feld abwar­ten und dann wie­der nach vorn fah­ren müs­sen — nur begrenzt. Hier wäre viel­leicht zu über­le­gen, ob im Rah­men des Bänd­chen­ver­kaufs kleine Merk­zet­tel mit den aller­wich­tigs­ten Infor­ma­tio­nen ver­teilt wer­den könn­ten. Ande­rer­seits: Auch so hat alles im geplan­ten Zeit­rah­men und ohne ernst­hafte Unfälle geklappt. Warum nicht auch mal dar­auf bauen, dass die Leute gar nicht so doof sind und sich das schon zurecht­ru­ckeln wird…

Auf dem Fried­richs­wall am Rat­haus: Alles vol­ler Radfahrer

Fazit: Ein schö­ner Abend, eine schöne Tour. Am 26. Juli und am 16. August 2013 sind die nächs­ten Tou­ren. Ich bin dabei — und jedem, der gerne Fahr­rad fährt, kann ich nur emp­feh­len, auch zu kom­men. Los geht’s jeweils um 20 Uhr am Kla­ges­markt, mei­ner Erfah­rung nach reicht es, 10 – 15 Minu­ten vor dem Start ein­zu­tref­fen — es sein denn, man will das Büh­nen­pro­gramm sehen und dort viel­leicht sogar etwas gewinnen…

Nahverkehrstarife in Hannover steigen — Piratenposition nicht erwähnt

Die Zei­tung mel­det es heute: Im gest­ri­gen Ver­kehrs­aus­schuss wurde eine all­ge­meine Fahr­preis­er­hö­hung für den ÖPNV in der Region Han­no­ver zum Fahr­plan­wech­sel im Dezem­ber 2013 beschlos­sen. Die Beschluss­druck­sa­che geht rela­tiv aus­führ­lich dar­auf ein, wel­che Karte um wie­viel teu­rer wird und warum dies vor dem Hin­ter­grund der Fahr­gast­ent­wick­lung für genau die­sen Kar­ten­typ nötig ist.

Stadtbahn Hannover - Die Preise steigen

Stadt­bahn Han­no­ver — Die Preise stei­gen
Bild: dh, CC-​BY-​SA 3.0

Im Zei­tungs­ar­ti­kel wird die Ableh­nung der Lin­ken („Die Kauf­kraft sinkt, die Leute kön­nen sich das nicht leis­ten.”) und die Zustim­mung der CDU („Eigent­lich noch viel zu wenig.”) erwähnt. Von der Posi­tion der Pira­ten ist lei­der nichts zu lesen. Dabei ist es ja nicht so, dass wir keine Posi­tion hät­ten. Die Pira­ten­par­tei steht für einen fahr­schein­lo­sen ÖPNV, d.h. sie begreift den öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr als eine gesell­schaft­li­che Grund­vor­sorge, die voll­stän­dig umlage– bzw. steu­er­fi­nan­ziert wer­den soll.

Nun kann man sich dar­über strei­ten, ob die­ser Ansatz sinn­voll, erstre­bens­wert oder über­haupt nur mög­lich ist — schade ist, dass das zumin­dest in der Öffent­lich­keit über­haupt keine Erwäh­nung fin­det. Wenn an den Tari­fen schon rum­ge­rech­net wird, dann ist das eigent­lich die Mög­lich­keit, einen fahr­schein­lo­sen ÖPNV zumin­dest mal durch­rech­nen zu las­sen — bzw. das zu for­dern. Zumal wenn die Preis­er­hö­hung so ein wenig nach Gieß­kanne aus­sieht und die Presse die Behaup­tung, Han­no­vers ÖPNV-​Preise lägen „bun­des­weit im unte­ren Drit­tel”, schon in der Über­schrift des Arti­kels mit spür­ba­rer Skep­sis zitiert. Für eine deut­lich andere Lösung müsste sich mei­nes Erach­tens durch­aus Gehör fin­den las­sen — wenn sie denn sau­ber begrün­det vor­ge­tra­gen wird.

Nun, für die­ses Jahr ist diese Mög­lich­keit ver­tan. Aber die Chan­cen ste­hen gut, dass nächs­tes Jahr zu einer ähn­li­chen Zeit wie­der von den Fahr­prei­sen und ihrer unbe­dingt nöti­gen Erhö­hung die Rede ist — schließ­lich war das 2011 und 2012 auch schon so…

Verkehrsausschuss zur D-​Linie in der Region am 2013-​03-​05: Das Protokoll

So, heute war nun die Son­der­sit­zung des Ver­kehrs­aus­schus­ses, in der über die Beschluss­druck­sa­che zur D-​Linie abge­stimmt wer­den sollte. Ich war wie­der da, habe mit­pro­to­kol­liert und ver­öf­fent­li­che die­ses Pro­to­koll hier­mit. Wie üblich bei den hier ver­öf­fent­lich­ten Mit­schrif­ten: Das ist inof­fi­zi­ell und zwar nach bes­tem Wis­sen und Gewis­sen erstellt, es kann aber sein, dass es Feh­ler ent­hält. Ich schreibe in der Sit­zung mit und habe keine Mög­lich­keit, im Nach­hin­ein mit etwas ande­rem zu arbei­ten als mit mei­ner Erinnerung.

In Kurz­form vorab das Ergeb­nis: Nach erneu­ter ein­ein­halb­stün­di­ger Debatte wurde die Beschluss­druck­sa­che mit den Stim­men von Grü­nen und SPD ange­nom­men. Die ande­ren Frak­tio­nen lehn­ten sie ebenso geschlos­sen ab. Die Dis­kus­sion brachte nicht allzu viele neue Aspekte, eine genauere Ana­lyse muss aber noch folgen.

Hier nun das Protokoll:

Bezeich­nung: Sit­zung des Ver­kehrs­aus­schus­ses
Gre­mium: Ver­kehrs­aus­schuss
Datum: Di, 05.03.2013 Sta­tus: öffentlich/​nichtöffentlich
Zeit: 11:00 Anlass: Sit­zung
Raum: Raum 602
Ort: Hil­des­hei­mer Straße 20, 30169 Hannover

Ö 1 Fest­stel­lung der ord­nungs­ge­mä­ßen Ladung, der Beschluss­fä­hig­keit und der Tagesordnung

Toboldt lei­tet wie­der. Keine Wün­sche zur Tagesordnung.

Ö 2 Fra­gen von Ein­woh­ne­rin­nen und Einwohnern

Toboldt: Die Ein­wohner­fra­ge­stunde dau­ert eine halbe Stunde. Bitte keine State­ments, son­dern Fra­gen. Die wer­den von der Ver­wal­tung und oder Frak­tio­nen beant­wor­tet. Rede­zeit maxi­mal fünf Minu­ten, aber nach Mög­lich­keit nicht aus­schöp­fen. Grund­sätz­lich keine Diskussion.

Harm, Han­no­ver (Bür­ger): Irri­tiert dar­über, dass Scheelhaase-​Variante von Ver­wal­tung über­haupt nicht in Erwä­gung gezo­gen wird. Vari­an­ten A und B aus der Infor­ma­ti­ons­druck­sa­che sind „zufäl­lig” gleich teuer. Fühlt die Ver­wal­tung sich gebun­den an die Hin­ter­zim­mer­ab­spra­chen von Rot und Grün? LNVG [= Lan­des­nah­ver­kehrs­ge­sell­schaft, zustän­dig für die Zuschuss­an­träge] wird dem einen Rie­gel vor­schie­ben, wie schon bei der Niederflurlösung.

Wicke (Bür­ge­rin): Wie kommt die Region dazu, Ober­flä­chen­lö­sung zu pla­nen, die Umstei­gen in 90% der Fälle ver­schlech­tert? 10% der Umstei­ge­be­zie­hun­gen sind zwar von der Weg­län­ger her gleich, dau­ern durch die Ampeln länger.

Weil (Bür­ger): Rasen­gleis ist nur in der Braun­straße vor­ge­se­hen und nicht mehr in Kurt-​Schumacher-​Straße. Rasen­gleis dämmt Lärm, begrünt Stadt­bild. Habe den Ein­druck, dass auf Rasen­gleis wegen Park­plät­zen am Stra­ßen­rand ver­zich­tet wird. Es gibt doch aber die Park­häu­ser?! Es ist doch auch so, dass der Lie­fer­ver­kehr in der Fuß­gän­ger­zone zeit­wei­lig frei ist. Könnte man nicht über­all Rasen­gleis bauen, dann aber keine Park­buch­ten, und für den Lie­fer­ver­kehr die Geh­weg­flä­chen zeit­wei­lig frei­ge­ben? Die Park­plätze wer­den doch dann von allen, nicht nur vom Lie­fer­ver­kehr benutzt. Außer­dem: Habe mir Gedan­ken gemacht dar­über, dass in der Innen­stadt Park­häu­ser nicht sinn­voll sind, son­dern die am Stadt­rand gebaut wer­den soll­ten und man für die Innen­stadt auf ÖPNV setzt. Stra­ßen­bahn ist kein Ver­kehrs­hin­der­nis. For­dere wei­ter­ge­hen­des Konzept.

Franz (Region Han­no­ver, Ver­kehrs­de­zer­nent): (1) Wir haben Pla­nung von ober­ir­di­schen Stre­cken­va­ri­an­ten nicht wegen Hin­ter­zim­mern, son­dern wegen ein­stim­mi­ger Beschlüsse gemacht. (2) Scheel­haase wurde früh­zei­tig ver­wor­fen. Siehe Ver­kehrs­ent­wick­lungs­plan Pro Klima: Wenn Stadt-​/​S-​Bahn nicht über Kröpcke/​Bahnhof, gibt es keine nen­nens­werte Nach­frage. Scheel­haase wäre immer nur ein Pro­vi­so­rium, der Vor­teil des Stadt­bahn­sys­tems sind ja die exzel­len­ten Umstei­ge­be­zie­hun­gen an Bahn­hof und Kröp­cke. (3) Umstei­ge­pro­bleme kann ich nicht nach­voll­zie­hen, wird alles bes­ser. (4) Rasen­gleis: In der Tat nicht in Kurt-​Schumacher-​Straße. Gemein­sa­mer Pla­nungs­pro­zess mit Stadt Han­no­ver. Nicht nur wegen Par­ken, son­dern ins­ge­samt wegen grö­ße­rer Sei­ten­räume, Fuß­gän­ger und Rad­fahr­strei­fen. Des­halb die Bah­nen stra­ßen­bün­dig. (5) Park­mög­lich­kei­ten am Stra­ßen­rand sind nötig, u.a. For­de­rung der Behin­der­ten­ver­bände. Auto in der Innen­stadt ist Reiz­thema. Ist zwar nur Min­der­heit, die so dort fährt, Bedeu­tung ist aber immens, da diese Besu­cher Ein­käufe mit viel grö­ße­rem Wert täti­gen. Innen­städ­ti­sches Par­ken ist nötig.

Wicke (Bür­ge­rin): Umstei­ge­si­tua­tion: Zur S-​Bahn wäre nach den Pla­nun­gen dann ja über den Kurt-​Schumacher-​Straße-​Bahnsteig, bes­ser wäre aber durch den A-​Tunnel.

Pilawa (Bür­ger): Rot-​grün auf Lan­des­ebene will keine Poli­tik a la Order del Mufti. Hier auf Regi­ons­ebene ist das nicht. (1) LVNG hat deut­lich gemacht, dass es För­der­mit­tel nur für Vari­an­ten­un­ter­suchte Anträge gibt. Gibt es schrift­li­che Zusage für För­de­rung? (2) Stra­ßen­um­bau ist von der Stadt zu tra­gen: 15 – 20% der Gesamt­kos­ten. Liegt Zusage der Stadt vor? Ansosn­ten nicht beschlussfähig.

Stro­bel (Bür­ger): BIU, Lin­den. Umstei­ge­be­zie­hun­gen wer­den ja deut­lich bes­ser: Stein­tor zum Tun­nel und die ande­ren auch.

Franz: Gleis 1 – 2 bes­ser vom EAP zu errei­chen, 13/​14 vom Rasch­platz. Ober­ir­di­sche Füh­rung hat ja 2 Hal­te­punkte. (Irri­ta­tio­nen zwi­schen Toboldt, Wicke, Franz, über wel­che Vari­ante eigent­lich gere­det wird.) (2) Ver­fah­ren ist so wie üblich: Erst hier Beschluss­fas­sung, dann För­der­an­träge. Bewer­tung der­sel­ben mit Stan­dard­ver­fah­ren. Hier dann Prü­fung, ob Vari­an­ten geprüft wurde und ob die Lösung die kos­ten­güns­tigste ist. Immer Gefühl, dass D-​Line was beson­de­res wäre. Ist aber wie immer, Stadt­bahn wie alle ande­ren. Und Stadt: Ver­fah­ren läuft dort par­al­lel. Stadt Han­no­ver wird ihre städ­te­bau­lich ver­an­lass­ten Maß­nah­men selbst finan­zie­ren. Ist ja auch nicht erste Stadt­bahn­pro­jekt, das wir in Han­no­ver bauen.

Weil (Bür­ger): Ab wann wer­den auf der Linie 10 denn zukünf­tig die Sil­ber­pfeile ein­ge­setzt. Sind ja schon leich­ter zugäng­lich wegen der mehr Stu­fen, selbst ohne Hochbahnsteig.

Franz: Tech­nisch Auf­wei­tung in zwei Berei­chen nötig: Goe­the­s­traße und Kurt-​Schumacher-​Straße. Spä­tes­tens ein­zu­set­zen, wenn der Abschnitt Rich­tung Rasch­platz in Betrieb geht. Even­tu­ell frü­her. Wir wer­den sehen

11:23 Uhr

Ö 3 Mit­tei­lun­gen des Regionspräsidenten

Nix.

Ö 4 Stadt­bahn­stre­cke D-​West: Neu– und Aus­bau City-​Strecke

mit:

Ö 4.1 Stadt­bahn­stre­cke D-​West: Neu– und Aus­bau City-​Strecke — Abschluss­be­richt zur Ver­kehrs­un­ter­su­chung
0721 (III) IDs
Ö 4.2 Stadt­bahn­stre­cke D-​West: Neu– und Aus­bau City­stre­cke — Vari­an­ten­ver­gleich
0803 (III) IDs

Ö 4.3 Stadt­bahn­stre­cke D-​West: Neu– und Aus­bau City­stre­cke — Grund­satz­be­schluss
0644 (III) BDs
Ö 4.4 Stadt­bahn­stre­cke D-​West: Neu– und Aus­bau City­stre­cke Ände­rungs­an­trag der CDU-​Fraktion vom 14. Februar 2013
0840 (III) ÄAn
Ö 4.5 Stadt­bahn­stre­cke D-​West: Neu– und Aus­bau City­stre­cke Ände­rungs­an­trag der Frak­tion DIE LINKE. vom 18. Februar 2013
0844 (III) ÄAn
Ö 4.6 Stadt­bahn­stre­cke D-​West: Neu– und Aus­bau City­stre­cke — Grund­satz­be­schluss Gemein­sa­mer Ände­rungs­an­trag der CDU– und FDP-​Fraktion vom 1. März 2013
0862 (III) ÄAn

Toboldt: Soll nicht noch­mal die Prä­sen­ta­tion geben. Bitte Wort­mel­dun­gen. Zunächst Ds 721

(Keine)

Toboldt: Ok, dann 4.2. Der Variantenvergleich.

Klockow (FDP): Es exis­tie­ren zwei Vari­an­ten. Eine wird von der Ver­wal­tung favo­ri­siert, die andere, nicht favo­ri­sierte, mit Lini­en­splitt [also Füh­rung eines Teils der Bah­nen aus Ahlem durch den A-​Tunnel über Water­loo]. Herr Franz, Sie erzäh­len immer von einem ein­stim­mi­gen Beschluss. Bitte seien Sie prä­zise. Es gibt nur einen Beschluss, die Vari­ante bis zum Platz der Kauf­leute zu unter­su­chen. Nichts ande­res! Ich kenne ansons­ten nur den Koali­ti­ons­be­schluss von rot-​grün, aber das ist nicht Beschluss­lage in der Region. Zum Ver­fah­ren mit den För­der­gel­dern: Herr Franz, Sie sag­ten, üblich ist, dass die Nah­ver­kehrs­ge­sell­schaft die Unter­la­gen am Ende bekommt, nach­dem alles geplant wur­den ist. In ihrer Ant­wort an CDU und FDP wegen unsere Anfrage bezüg­lich der Scheelhaase-​Lösung sag­ten Sie aber, Sie hiel­ten diese Lösung nicht für geeig­net. Das heißt für mich: Sie haben ohne Rück­spra­che mit den Gre­mien diese Vari­ante nicht über­prüft. Ist das rich­tig? Dann sag­ten Sie in Ihrer Ant­wort: Die Bedie­nungs­va­ri­an­ten wer­den im Detail mit der LNVG fest­ge­legt, wenn der Grund­satz­be­schluss exis­tiert. Die Medien schrei­ben, die LNVG habe gesagt hat, dass die Scheelhaase-​Lösung mit über­prüft wer­den muss. Also sind Sie ver­pflich­tet?!? Dann ver­stehe ich Ihre Ant­wort nicht. Warum ent­hal­ten Sie uns die Berech­nun­gen zur Scheelhaase-​Lösung vor, wenn Sie sie dann anschlie­ßend doch prü­fen müssen?

Franz: Die Fra­ge­stel­lung ist inter­es­sant: Warum prü­fen wir etwas nicht, für das wir kei­nen Auf­tag haben? Ganz ein­fach: Wir wol­len keine Kos­ten ver­ur­sa­chen! Die Ver­wal­tung hält Scheel­haase für nicht sinn­voll, weil wir Stadt­bah­nen nicht am Rande der Innen­stadt hal­ten las­sen. Scheel­haase will ja auch nicht bar­rie­re­frei bauen. Wenn wir dafür Gel­der bean­tra­gen, kön­nen wir keine Gel­der mehr für spä­tere Maß­nah­men bekom­men. Wir sind skep­tisch und haben das nicht näher unter­sucht, wir sehen keine Ver­an­las­sung. Unsere Text­pas­sage bezüg­lich der Vari­an­ten ist mit der LNVG abge­stimmt. Vari­an­ten müs­sen geprüft wer­den. Wel­che dann in Kos­ten­ver­gleich ein­ge­hen, steht noch nicht fest. Wird nach Beschluss­fas­sung abgestimmt.

Schü­mer (Grüne): Es gab eine ein­stim­mi­gen Beschluss des Regi­ons­aus­schus­ses und 95% der Regi­ons­ve­r­as­mm­mlung haben dafür gestimmt, ober­ir­disch zum Platz der Kauf­leute oder zum Rasch­platz zu fah­ren — es ist ok, dass das unter­sucht wurde. In den Druck­sa­chen stand, dass wir ver­su­chen, zum Platz der Kauf­leute zu fah­ren. Schade dass es nun nicht klappt, aber Sie wol­len die des­halb jetzt am Stein­tor kappen?

Franz: Ich habe hier noch­mal die Druck­sa­chen. Es gibt einen Pla­nungs­auf­trag zum Rasch­latz in Druck­sa­che 100/​2010, wo es um Hoch– und Nie­der­flur ging. Und dann die Druck­sa­che 404/​2012 mit der Stre­cke bis zum Platz der Kauf­leute. Beide Pla­nungs­auf­träge zusam­men haben etwas über 300.000 € gekos­tet. Ale Beschlüsse waren ein­stim­mig 15:0 Regi­ons­aus­schuss, 11:0 Verkehrsausschuss.

Hey (Pira­ten): Wenn bis zum Rasch­platz aus­ge­baut wird, gibt es dann noch Chan­cen für den D-​Tunnel?

Franz: Das ist eine hypo­the­ti­sche Fra­ge­stel­lung. Selbst jetzt ist es aus­ge­spro­chen unwahr­schein­lich, dass der D-​Tunnel gebaut wer­den kann. Jede Aus­bau­maß­nahme, die jetzt mit För­der­gel­dern voll­zo­gen wird, schmä­lert die Chan­cen, dass andere gebaut werden..

Hey: Also: Keine För­der­gel­der für Tun­nel. Also auch nicht für Rasch­platz? (???) Stein­tor also bes­ser, weil weni­ger För­der­gel­der. (Die Frage erschien nicht in sich konsistent)

Franz: Wenn nur (…)

Wicke (CDU): Sie wol­len von uns heute einen „Grund­satz­be­schluss”. Was ist denn das eigent­lich? Sowas kommt in der Kom­mu­nal­ver­fas­sung nicht vor. Dort gibt es nur Beschlüsse zu Sach­ver­hal­ten. Und Kos­ten sind in die­sem Antrag ja nicht drin. Wenn die LNVG dann for­dert, die Tei­lungs­va­ri­ante [also Scheel­haase] noch­mal zu prü­fen, ist dann die Poli­tik noch betei­ligt oder ent­schei­det Ver­wal­tung alleine? Herr Franz, Ihre öffent­li­hen Äuße­run­gen vari­ie­ren ja auch, siehe Takt­dichte in den Pla­nun­gen. Was dür­fen wir dann noch ent­schei­den oder han­deln Sie dann nach Gutdünken?

Franz: Die Takte wer­den durch die Regi­ons­gre­mien fest­ge­legt. Ja, es gab öffent­li­che For­de­run­gen von ande­ren Per­so­nen für einen 5-​Minuten-​Takt. Druck­sa­che sagt deut­lich, dass 7.5-Minutentakt gefah­ren wird und 5-​Minutentakt nur wenn es in Zukunft nötig würde. Momen­tan ist die Bedie­nung der Linie abso­lut ange­mes­sen. — Zum „Grund­satz­beshluss”: Das bedeu­tet, dass wir ein „Go” bekom­men für die Plan­fest­stel­lung ein­zel­ner Stre­cken­ab­schnitte bekom­men. Die Debatte ist ja nun momen­tan unüber­sicht­lich, des­halb wol­len wir erst­mal poli­ti­sche Beschlüsse in den Gre­mien. Rat und Region müs­sen dabei über­ein­stim­mend sein. Dann begin­nen wir erst mit der Plan­fest­stel­lung. Ein Grund­satz­be­schuss für die D-​Linie ist das glei­che wie ein Grund­satz­be­schluss für die Ver­län­ge­rung nach Hem­min­gen oder Mis­burg. Er gibt uns die Mög­lich­keit, die Pla­nun­gen vor­zu­be­rei­ten für die ein­ze­len Stre­cken­ab­schnitte. Damit die Regi­ons­ver­samm­lung poli­tisch die Klam­mer bil­den kann, ist es sinn­voll, dass wir Ihnen nicht für einen Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren Anträge ein­rei­chen, son­dern daß Sie ein­mal die Gesamt­stre­cken­füh­rung beschlie­ßen und wir dann auf die­ser Grund­lage pla­nen. So haben wir es in Mis­burg auch gemacht.

Tobrindt: Und was ist nun mit wei­te­rer Befassung?

Franz: Beschlüsse wer­den zu ein­zel­nen Bau­ab­schnit­ten befasst. Wie auch für die Hochbahnsteige.

Opitz (?, CDU): Der Beschluss beinhal­tet nur noch einen Finan­zie­rungs­vor­be­halt, ansons­ten legt sie alles fest. Wenn dem hier zuge­stimmt wird, dann kann die Ver­wal­tung kom­plett pla­nen. Ist dann alles vorgegeben?

Franz: Es geht um Haus­halts­mit­tel. Das ist wie bei den Hoch­bahn­steig­pla­nun­gen: Wir beschlie­ßen grund­sätz­lich, einen Ast aus­zu­bauen; danach gibt es dann für jeden Hoch­bahn­steig eine sepa­rate Plan­fest­stel­lung, die durch die Gre­mien läuft.

Wicke: Danke, ich kann meine Schlüsse zie­hen. Die Plan­fest­stel­lung ist recht­lich nor­miert. Nun ist klar, was Sie wol­len: Einen Blankoscheck.

Her­zig (SPD): Es geht hier um einen Grund­satz­be­schluss. Wol­len wir die D-​Linie von Ahlem bis Haupt­bahn­hof in der hier beschrie­be­nen Form aus­bauen mit bes­tem Über­gang zu S-​Bahn etc. und mit wei­te­rem Hal­te­punkt gege­über Pla­nu­gen von 1966. Wir zie­hen hier jetzt einen Beschluss in das Ver­fah­ren ein wie bei einer Stre­cken­wei­ter­füh­rung, z.B. von Lahe nach Alt­warm­bü­chen oder Mis­burg. Auf die­ser Grund­lage plant dann die Ver­wal­tung und wir beschlie­ßen über die ein­ze­len Abschnitte. Das machen wir alles anschlie­ßend, aber jetzt geht es erst­mal um den Grund­satz­be­schluss. Sie vn der CDU sagen: Nein, wol­len kein Abschnitt Steintor-​Raschplatz. Wir sagen: Ja, wir wol­len den, weil er wich­tig ist. Wir wol­len die Stre­cke ober­ir­disch best­mög­lich einbinden.

Klockow (FDP): Eigent­lich sind wir ja gar nicht so weit aus­ein­an­der. Wir wol­len alle eine Pla­nung in die Zukunft. Und: Bis Stein­tor sind wir ja auch einer Mei­nung. Sie wol­len dann wei­ter­bauen, wir wol­len statt­des­sen den Lini­en­split. Wir haben kei­nen Vari­an­ten­ver­gleich, der das abbil­det! Den brau­chen wir aber für einen ordent­li­chen Beschluss. Wir brau­chen Daten und Fak­ten. Die Scheelhaase-​Lösung wurde von der Ver­wal­tung eigen­sin­nig ver­wor­fen. Damit feh­len diese Fak­ten. Diese Infor­ma­tio­nen wer­den uns vor­ent­hal­ten. Obwohl die LNVG diese Daten haben wird wol­len. Ich will diese Daten jetzt! Es kann ja sein, dass Ihre Lösung bes­ser ist. CDU/​FDP/​Piraten stel­len für sich anhand der uns bekann­ten Daten aber fest, dass der Lini­en­split die bes­sere Lösung ist. Wir haben even­tu­ell vor­han­dene Infor­ma­tio­nen, die die gegen­tei­lige Ansicht unter­mau­ern wür­den, nicht bekommen.

Franz: Wir haben alle Fra­gen beant­wor­tet, die uns gestellt wur­den — auch die­je­ni­gen, die kom­ple­xen waren und erst kürz­lich gestell­ten wur­den — und das aus­führ­lich. An die­ser Stelle einen Dank an die Kol­le­gen in der Ver­wal­tung! Wenn Sie die Qua­li­tät der Ant­wor­ten anders ein­schät­zen als wir, ist das ihr Ding.

Schü­mer: Ver­stehe hier eini­ges nicht. Warum haben Sie kei­nen Antrag gestellt? Der Scheelhaase-​Vorschlag steht seit einem Jahr im Raum. Warum haben Sie kei­nen Antrag auf Prü­fung gestellt? Ver­wal­tung hat das geprüft, was die Beschluss­lage erforderte.

Klockow: Sie haben die Daten?

Schü­mer: Es wäre absurd eine, Hal­te­stelle mit 20.000 Kun­den abzu­hän­gen [gemeint ist Ernst-​August-​Platz]. Es feh­len mir die Worte! Es ist dreist zu sagen, so eine Lösung wäre das Beste für die Fahr­gäste. Höchs­tens für den Auto­ver­kehr. Aber auch da sagen die Gut­ach­ten, dass das funk­tioneirt. Ich ver­stehe es nicht. Takt­ver­dich­tun­gen sind auf der Linie 9 viel wich­ti­ger als auf der Linie 10. Wir wol­len etwas Zukunft­fä­hi­ges beschlie­ßen und nichts, was nur 2 Jahre hält.

Wicke: Frau Schü­mer, ich setze mich mit ihnen nicht mehr aus­ein­an­der. Wir haben ver­gan­ge­nen August einen offe­nen Antrag stel­len gewollt, den Sie mit tak­ti­schen Spiel­chen hin­aus­ge­zö­gert haben. Mein Vor­wurf geht an die Ver­wal­tung, dass sie nicht objek­tiv ist: Sie scheuen den Vari­an­ten­ver­gleich wie der Teu­fel das Weih­was­ser. Es soll halt nicht der akzep­ta­ble Kom­pro­miss mit der Tei­lung raus­kom­men, bei dem Bür­ger und Ein­zel­han­del auf unse­rer Seite sind und zukünf­ti­gen Genen­ra­tio­nen nichts ver­baut wird — dage­gen bas­teln Sie [bei rot-​grün] sich etwas zurecht, was Ihrem Koali­ti­ons­ver­trag passt. Ihr Beschluss hier wird Ihr Stutt­gart 21 — Sie block­ei­ren doch auch jedes ansatz­weise Aus­pro­bie­ren. Dabei gab es das schon­mal, damals, [2002] als die Joa­chim­straße gesperrt war. Da hat man die Fahr­gäste auch durch den Tun­nel fah­ren gelas­sen. Ich weiß genau, was dabei raus­käme: Sie scheuen die Abstim­mung mit der Fahr­karte. Jeder Zäh­ler würde die Tun­nel­lö­sung bevor­zu­gen. Des­halb boy­kot­tie­ren Sie sie hier. Und ein ande­rer Punkt: Die Finan­zie­rung. Herr Franz, Sie ken­nen ja den „Break-​Even-​Punkt”. Sie schie­ben ihre gan­zen Zah­len so, dass es Ihnen passt. Das wird aber nicht auf­ge­hen. Ich bin gespannt auf die jetzt kom­men­den Dis­kus­sio­nen. Man kann auf Dauer auch mit rot-​grün nicht gegen die Bür­ger die­ser Stadt regieren.

Fleisch­mann (Linke): Die Linke hält nichts vom Ände­rungs­an­trag der CDU. Der A-​Tunnel hat Kapa­zi­täts­pro­bleme, der Aegi wird abge­hängt. das Schau­spiel­haus wird abge­hängt. Es ist nur posi­tiv, dass die Leute nicht unter die Erde ver­bannt wer­den. Gesell­schaft­li­cher Trend geht weg vom Auto. Des­halb wol­len wir den ÖPNV stär­ken. Also nicht unter die Erde ver­ban­nen. Wir fin­den es nicht rich­tig, dass das Schau­spiel­haus abge­hängt wird. Des­halb unser Antrag: Linie 10 abwech­selnd zum Rasch­platz und zum Aegi. Und Linie 17 von dort wei­ter zum Zoo, damit die 11 die 4 ver­stär­ken kann. Die Umwelt­ver­bände ent­täu­schen mich dabei auch, da hätte ich mehr Enga­ge­ment erwartet.

Peters (Grüne): Habe mich in der Dis­kus­sion bis­lang zurück­ge­hal­ten. Will jetzt nur eine Ant­wort auf Herrn Klockow geben: Die Ver­wal­tung ist allen Anfor­de­run­gen nach­ge­gan­gen und hat nach bes­tem Gewis­sen die Fra­gen beant­wor­tet. Man­che wür­den auch nur bis Küchen­gar­ten oder Glock­see fah­ren wol­len. Das geht aber nicht. Die Scheelhaase-​Lösung stellt die Leute in Lin­den schlech­ter. Sie bringt nichts für den ÖPNV. Jetzt müs­sen also die Ant­wor­ten der Ver­wal­tung lang­sam mal rei­chen. Und dann immer die Debatte mit Leu­ten, die eigent­lich gar nicht betrof­fen sind. Ver­stehe ich nicht.

Her­zig: Stutt­gart 21? Kann ich nicht nach­voll­zie­hen. Unsere ober­ir­dichsn Stadt­bahn­pla­nun­gen sind super, immer im Ein­klang mit der Stadt Han­no­ver. Warum soll das hier nicht klap­pen? Anbin­dung an S-​Bahn ist gut, 7,5-Minuten-Takt nach Ahlem über die bei­den Bahn­hofs­hal­te­stel­len. Nen­nen Sie mir eine andere Pla­nung, die das auch kann! Die Pla­nun­gen von 1966 woll­ten den ZOB stär­ken, das ist aber nicht pas­siert. S-​Bahn ist heute vorne am Bahn­hof, das war damals nicht ange­dacht. Des­halb ist die ober­ir­di­sche Lösung bes­ser, auch weil sie grad­li­nig ist.

12:00 Uhr

Schü­mer: Will auch noch­mal kurz was sagen zu Stutt­gart 21. Das ist ein Mil­li­ar­den­pro­jekt mit Mil­li­ar­den­kos­ten­stei­ge­rung. Wäre mit Tun­nel hier auch der Fall. Köln 50%+, Leip­zig +70%. Das ist der GAU. Sowas wer­den wir hier nicht haben. Zu Herrn Fleisch­mann: Wenn Sie was von Steu­er­ver­schwen­dung sagen, muss ich schmun­zeln. Ihr Antrag ist zwar nicht so schlimm wie der der CDU, aber die Betriebs­kos­ten sind höher und am Rasch­platz hät­ten wir dann auch so einen schlech­ten Takt wie bei der Scheelhaase-​Lösung. Über­haupt: Wenn die ganze Pla­nun­gen so schlimm wären, hät­ten wir Fahr­gast­ver­luste bei der Füh­rung zum Rasch­platz. Haben wir aber nicht, statt­des­sen 1500 Fahr­gäste mehr. Und was die Stre­cke zum Zoo betrifft: Neder­flur­dis­kus­sion hat gezeigt, dass (…) Diese Erwei­te­rung könnte aber in der Zukunft durch­aus noch kom­men. Die Ver­wal­tung hat das auf dem Schirm.

Hey: S-​Bahn auf Gleis 13/​14 wer­den nicht erwähnt?!?

Franz: Doch. [Und er hat recht.]

Klockow: Zum Vari­an­ten­ver­gleich im Rah­men der Hoch-​/​Niederflur-​Diskussion und den Platz der Kauf­leute. Wir haben die Unter­su­chungs­er­geb­nisse lang­fris­tig bekom­men? Das ist falsch: Die Beschluss­druck­sa­che ist vom 24.1. Und wir hät­ten die Mög­lich­keit gehabt, viele Fra­gen zu stel­len? Nein, wir sol­len hier einen Grund­satz­be­schluss machen, ohne dass die wich­tige Vari­ante mit End­punkt Stein­tor geprüft wor­den wäre. Sie wol­len 7.5-Minutentakt, wir 5-​Minutentakt. Unsere Lösung ist bar­rie­re­frei ab Ende 2013. Das sind doch wich­tige Unter­schiede. So eine Vari­an­ten­un­ter­su­chung muss sein. Wenn die Ver­wal­tung uns die dies­be­züg­li­chen Fak­ten vor­ent­hält, ist das skan­da­lös. Die Infor­ma­ti­ons­druck­sa­che ist von Ende Januar und wir haben seit­dem keine Fak­ten bekom­men. Des­halb ist die LNVG ja an die Presse gegan­gen. Wir kön­nen Ihrem Grund­satz­be­schluss nicht zustim­men, weil ein­fach die Fak­ten fehlen.

Tobrindt: Also jetzt zur Beschluss­druck­sa­che. Es gibt einen Ergän­zungs­an­trag der CDU vom 14.2., der Lin­ken vom 18.2. und gemein­sam von CDU, Freien Wäh­lern und FDP vom 1.3. — (Pala­ver) Ok Antrag vom 14.2. ist erledigt.

Klockow: Zu unse­rem Antrag: Gemein­sa­mer Antrag mit 2 Ele­men­ten: Zum Fahr­plan­wech­sel 2013 wird mit einem Lini­en­split und 5-​Minutentakt getes­tet, wie die Linien ange­nom­men wer­den. Ok, die Betriebs­kos­ten sind dabei höher, aber es wird 2000 zusätz­li­che Fahr­gäste geben, das sind nach üstra-​Berechungen 500.000 € Ein­nah­men als Gegen­fi­nan­zie­rung. Das kann so lange lau­fen, wie es für die Fahr­gäste sinn­voll sind. Der zweite Punkt ist ein bar­rie­re­freier Aus­bau des ober­ir­di­schen bis Stein­tor, nicht dar­über hin­aus. Der A-​Tunnel kann die zusätz­li­chen Ver­kehre pro­blem­los aus­hal­ten. Des­halb bean­tra­gen wir diese Änderung.

Schü­mer: Will jetzt nicht noch­mal alles wie­der­ho­len. Aber wo kom­men ihre 2000 zusätz­li­chen Fahr­gäste her? üstra favo­ri­sierte ja Aegi, nicht Steintor.

Klockow: Haben Sie den Vor­schlag über­haupt verstanden?

Schü­mer: Klar, sie wol­len nicht mehr zum Aegi fah­ren. Das sind doch ganz andere Zah­len. Und warum sind Sie eigent­lich so vehe­ment für Takt­ver­dich­tun­gen? Das ist für die CDU ja was ganz Neues.

Lehboldt-​Krumme (SPD): GO-​Antrag: Ende der Debatte

Ein­stim­mig

Linken-​Antrag: 1:10(?) abge­lehnt
Gemein­sa­mer Antrag (Tobrindt hat keine Antrags­num­mer): Mehr­heit­lich abge­lehnt
Gesamt­an­trag wie in Ö 4.3: (Tobrindt liest den Antrag vor) 12:17 Uhr — Mehr­heit­lich ange­nom­men (SPD/​Grüne gegen Rest)

Ö 4.7 Ein­stel­lung der Pla­nungs­ar­bei­ten für eine zukünf­tige Lini­en­füh­rung der D-​Linie in Han­no­ver Antrag der Frak­tion Die Han­no­ve­ra­ner vom 26.11.2012
0743 (III) Ant

Böning: Nach Durch­win­ken macht das ja nun umso mehr Sinn. Jetzt gerade beschlos­sene Lösung ist kein ech­ter Vor­teil zur Ist-​Situation. (Erzählt läng­lich und wird von Tobrindt abge­würgt). Zu Scheel­haase… (Kur­zer Tumult, weil das nicht Thema ist.)

Ein­stim­mig abgelehnt.

Ö 5 GVH — Großraum-​Verkehr Han­no­ver GmbH — Neu­be­set­zung einer Ver­tre­tung der Region Han­no­ver im Ver­bund­aus­schuss
0772 (III) BDs

Tobrindt: Elke van Zadel statt Her­mann Meier

Ein­stim­mig angenommen.

Ö 6 Ber­gung und Ent­sor­gung von Unfall­wild auf Kreis­stra­ßen
0792 (III) BDs

Ein­stim­mig angenommen.

Ö 7 W-​LAN test­weise auf einer Linie der Stadt­bahn Antrag der Gruppe CDU-​Fraktion/​Freie Wäh­ler vom 30. Januar 2013
0811 (III) Ant

Tobrindt: CDU/​Freie Wähler

Abge­ord­ne­ter (?, CDU?): ÖPNV soll attrak­ti­ver wer­den. Also: Wei­tere WLAN-​Frequenz für Fahr­gäste in den Stadt­bahn­fahr­zeu­gen frei­schal­ten, sodass Fahr­gäste hier­über sur­fen kön­nen. Keine Roa­ming­ge­büh­ren, bes­sere Kun­den­bin­dung, moder­ner. Wird in zahl­rei­chen Städ­ten bereits erfolg­reich gemacht.

Fleisch­mann: Ist eigent­lich nicht unin­ter­es­sant. Machen das aber beim fal­schen Ver­kehrs­trä­ger. S-​Bahn wäre viel bes­ser, weil die Leute län­ger unter­wegs sind. Stadt­bahn finde ich nicht so sinn­voll. Werde mich aber enthalten.

Schü­mer: Die Idee war im Som­mer letz­ten Jah­res auf­ge­kom­men. Kos­tet aber viel: 1,5 Mio. EUR. Des­halb leh­nen wir das ab. Die Leute sind in der Stadt­bahn ja im Durch­schnitt auch nur 12 Minu­ten unter­wegs. Bis man da im WLAN drin ist, ist man aus der Stadt­bahn schon wie­der drau­ßen. Hal­ten das nicht für sinnvoll.

Wicke: Ich will zu Pro­to­koll geben, dass sei­ner­zeit unser Fahr­gast­fern­seh­an­trag erst vehe­ment abge­lehnt und dann, als er von rot-​grün kam, ange­nom­men wurde. Inso­fern besteht ja Hoffnung.

Abge­ord­ne­ter: Ja, 1,5 Mio. kos­tet es für alle Bah­nen. Wir wol­len aber nur Erpro­bung auf einer Linie, das ist güns­ti­ger. Die Tele­kom will ja auch flä­chen­de­ckend WLAN-​Hotspots ein­füh­ren. Moderne Geräte ver­bin­den sich ja auch sofort und selbst­tä­tig. Geben Sie sich doch mal einen Ruck bis 14 Uhr.

Mehr­heit­lich abgelehnt.

Ö 8 Anfra­gen an die Verwaltung

Nix.

Schlie­ßung um 12:29 Uhr.

Bauausschuss und Stadtbezirksrat zur D-​Linie: Das Protokoll

Am 20. Februar 2013 tag­ten der Stadt­ent­wick­lung– und Bau­aus­schuss des Rates der Stadt Han­no­ver und der Stadt­be­zirks­rat Mitte in einer gemein­sa­men Son­der­sit­zung. Ein­zi­ger Tages­ord­nungs­punkt: Ent­schei­dung zur Stadt­bahn­li­nie D. Ich pro­to­kol­liere hier den Sit­zungs­ver­lauf soeiw den größ­ten Teil der anschlie­ßen­den tur­nus­mä­ßi­gen Sit­zung des Bau­aus­schus­ses. Das Pro­to­koll setzt ein kurz nach den Vor­trä­gen der Her­ren Bode­mann, Franz, Hal­ler und Frei­wald, die im Wesent­li­chen das­selbe wie­der­ga­ben wie tags zuvor in der Sit­zung des Ver­kehrs­aus­schus­ses in der Region.

Für die­ses Pro­to­koll gilt wie für alle ande­ren: Erstellt auf Grund­lage einer Mit­schrift in der Sit­zung selbst. Wort­bei­träge sind teil­weise wört­lich, teil­weise aus­sa­ge­er­hal­tend ver­kür­zend wie­der­ge­ge­ben. Hin­weise auf Gescheh­nisse wäh­rend der Sit­zung sind in (run­den) Klam­mern wie­der­ge­ge­ben. Für Ergän­zun­gen des Gesag­ten zur bes­se­ren Ver­ständ­lich­keit wer­den [eckige] Klam­mern ver­wen­det. Es kön­nen Teile der Wort­bei­träge feh­len, auch ohne Kenn­zeich­nung, dies pas­siert aber nie in sinn­ent­stel­len­der Absicht. Namen und Funk­tio­nen wer­den nach bes­tem Wis­sen und Gewis­sen genannt. Dies ist kein offi­zi­el­les Pro­to­koll! Kor­rek­tu­ren nehme ich gerne vor!

Zu Beginn der Sit­zung wur­den die­sel­ben Vor­träge gehal­ten wie am Anfang der Sit­zung im Regions-​Verkehrsausschuss am Tag zuvor.

Franz (Ver­wal­tung Region, Ver­kehrs­de­zer­nent): Der Lini­en­splitt ist unüber­sicht­lich, es gibt da so viele ver­schie­dene Vari­an­ten und alle hei­ßen „Scheelhaase”.

Bür­ger­fra­ge­stunde

Bür­ge­rin: (1) 50 Busse auf Kurt-​Schumacher-​Straße. Warum dann noch Stadt­bahn zum Rasch­platz? Kön­nen doch die Busse machen. (2) Stre­cke zum Schau­spiel­haus und Aegi soll ja gestri­chen wer­den, Umstei­gen am Stein­tor ist aber nicht exzel­lent: Lan­ger Fuß­weg. Weder zügig noch schnell. Wenn Stadt­bahn unter der Erde wäre: Umstieg mühelos.

Schu­bert (Bür­ge­rin, ECE-​Centermanagerin): Seit 6 Jah­ren da. Ver­trete Inter­es­sen für Inves­tor und Miet­part­ner in der Ernst-​August-​Gelerie. Für uns ist wich­tig, dass auch in Zukunft gute Erreich­bar­keit der Ernst-​August-​Galerie erhal­ten bleibt und die Atmo­sphäre über­all mög­lichst her­vor­ra­gend gestal­tet wird. Könnte man also auf den ers­ten Blick mei­nen, dass ich die Sta­tion bei uns vor der Tür befür­wor­ten würde. Ist für uns in der Tat inter­es­sant, aber: Erreich­bar­keit ist nicht nur der ÖPNV, son­dern auch fuß­läu­fig, Rad, PKW und eben der ÖPNV. Und da lie­gen meine Beden­ken: Dop­pelte Kreu­zung [Her­schel­straße und Ernst-​August-​Platz] führt zu gro­ßen Beden­ken, dass das funk­tio­niert. Ver­stehe nicht, wie im Her­zen der Stadt die Qua­li­täts­stufe „D” für Fuß­gän­ger bei den Kno­ten­punkt berech­nun­gen als aus­rei­chend hin­ge­nom­men wird. Frage das die Fraktionen.

Küß­ner (CDU, Aus­schuss­vor­sit­zen­der): Sie kön­nen hier nur die Ver­wal­tung fragen.

Lon­den­berg (Bür­ger): Kann man den Gut­ach­ten glau­ben? Herr Frei­wald hat gezeigt wie das geht. Kommt mir vor wie Com­pu­ter. Keine Berück­sich­ti­gung des Lie­fer­ver­kehrs. Es wird immer nur auf die unter­such­ten Kno­ten geschaut. Nicht auf die Stra­ßen­teile dazwi­schen. War bei Schu­len­bur­ger Land­straße auch Pro­blem: Unter­su­chen haben gesagt, das ginge alles und plötz­lich wird neue Straße gebaut -. funk­tio­niert alles nicht mehr. Dann die Stra­ßen: Wie komme ich von der Goe­the– in die Schmie­de­straße? Wie wie­der zurücki? Was ist mit der Schil­ler­straße? Glau­ben Sie nicht dem Gutachten.

Volt(?) (Bür­ger, Volks­bank): Anlie­ger Kurt-​Schumacher-​Straße 15 – 19, 22 – 24. 340 Mit­ar­bei­ter. Gewer­be­steuer 3 Mio. EUR/​Jahr. Gerade die Immo­bi­lien zurück­ge­kauft und damit Bekennt­nis zum Stand­ort abge­legt. Regio­na­ler Finanz­dienst­leis­ter, extrem wich­tig, dass wir für alle Ver­kehrs­teil­neh­mer gut erreich­bar sind. Schauen heute, wie es um unse­ren Block [Kurt-​Schumacher-​Straße, Andrea­e­s­traße, Kanal­straße, Mehl­straße] aus­sieht: Häu­fig Staus, Hup­kon­zerte, Staus aus den Park­häu­sen. Ärgste Befürch­tun­gen, dass das schlim­mer wird. 40 – 50 Mio EUR Inves­ti­tio­nen würde ein vor­sich­ti­ger Kauf­mann nur auf Grund eines über­zeu­gen­den schlüs­si­gen Kon­zep­tes täti­gen. Reicht Ihnen das aus, was Sie an Infor­ma­tio­nen haben?

Bode­mann (Ver­wal­tung Stadt Han­no­ver, Bau­de­zer­nent): Herr Hal­ler, wie ant­wor­ten Sie auf die Zwei­fel von Herrn Lon­den­berg an Ihrer Profession?

Hal­ler (Gut­ach­ter): Was sagt man dar­auf? Haben schon viele Simu­la­tio­nen gemacht. Haben dazu­ge­lernt. Wenn man ver­sucht, auf der siche­ren Seite zu lie­gen, dann ist noch genug Luft für die nicht simu­lier­ten Unsi­cher­hei­ten, z. B. Lie­fer­ver­kehr. Simu­la­tion ist nicht auf letz­ten Knautsch gerech­net. Haben gerade mit Stadt­bahn­stre­cken viel Erfah­rung. Simu­la­tio­nen sind gutes Instru­ment zu prü­fen, ob Ver­kehr im Mit­tel so lau­fen wird wie geplant. Wir bil­den hier ja Spit­zen­fälle ab. Wich­tig ist aber auch zu berück­sich­ti­gen, dass wir ja auch ein wirt­schaft­li­ches Sze­na­rio emp­feh­len müs­sen. Es wird hier ja auch die Welt nicht auf den Kopf gestellt. Stra­ßen­bahn biegt [am Ernst-​August-​Platz] jetzt halt ab statt gera­de­aus zu fah­ren an der Ernst-​August-​Galerie und die Ver­kehrs­ströme im Post­tun­nel ändern sich. Kann eigent­lich gar nicht sein, dass es schlech­ter wird.

Bode­mann: Herr Franz, wie war das eigent­lich mit den vie­len Varianten?

Franz: War lange und inten­sive Dis­kus­sion. In jedem Fall sollte immer ein bar­rie­re­freier Aus­bau pas­sie­ren. Die Frage, ob man die Linie 10 über­haupt braucht, ist hin­fäl­lig: Wir brau­chen sie. Die Frage war dann: Ober– oder unter­ir­disch? Wurde gegen­ein­an­der­ge­rech­net mit kla­ren Ergeb­nis­sen für den Ober­flä­chen­aus­bau. Die Regi­ons­ver­samm­lung hat ein­stim­mig beschlos­sen, ober­ir­di­sche Pla­nung in Auf­trag zu geben. Gibt dann natür­lich ver­schie­dene Mög­lich­kei­ten. Soll mög­lichst gut mit ande­ren Ver­kehrs­teil­neh­mern har­mo­ni­sie­ren. 5-​Minuten-​Takt? Ist jetzt auch geklärt. Für die­sen Fall kann man die zusätz­li­chen Bah­nen durch den A-​Tunnel schicken.

Bode­mann: Sie [schaut ins­be­son­dere in Rich­tung CDU/​FDP] lächeln ja immer, wenn wir die Ver­kehre run­ter­rech­nen. Aber wir sind uns doch einig: [Auf der Achse Kurt.Schumacher-Straße — Post­tun­nel] ist kein Durch­gangs­ver­kehr sinn­voll. Des­halb die­sen Ver­kehr über Cel­ler Straße/​Hamburger Allee schi­cken. Das sind dann die, die in dem Kno­ten Ernst-​August-​Galerie zukünf­tig feh­len. Aber wir rech­nen ja [in den bis­he­ri­gen Model­len] auf den Stra­ßen noch mit Durch­gangs­ver­keh­ren. Zu Volks­bank­fra­gen: Wir haben am 2./3. Advent noch­mal die Fahr­zeuge in den Park­häu­sern gezählt. Ergeb­nis von Prof. Hal­ler: Es gibt kri­ti­sche Effekte, z.B. im Kauf­hof­park­ga­rage. Da wird über­flüs­si­ger­weise unnö­tig gewar­tet und behin­dert die ande­ren Auto­fah­rer, die durch­fah­ren wol­len. Park­haus Mehl­straße hatte an den Tagen 40% freie Kapa­zi­tä­ten. Dazu: Andrea­e­s­traße ist kri­tisch, auch weil wir anders als ursprüng­lich geplant eine Zufahrt von Nor­den zulas­sen. Ursprüng­lich sollte das nur von Süden gehen. union-​boden hat inter­ve­niert und jetzt haben wir ein Pro­blem mit links abbie­gen­den Ver­keh­ren in den Spit­zen­zei­ten. Wir haben im union-​boden-​Aufsichtsrat letzte Woche dis­ku­tiert, ob man das noch ändern sollte. Also: Wir sehen da deut­li­che Poten­tiale. Es gibt aber selbst heute kei­nen Rück­stau aus der Schil­ler­straße in den Ernst-​August-​Platz. Und: Wir wol­len Ver­kehrs­an­la­gen nicht nach Advents­sams­ta­gen bemes­sen. Zu den Bus­sen auf der Kurt-​Schumacher-​Straße: Sie wis­sen bes­ser als ich, dass die Bahn auf der Kurt-​Schumacher-​Straße schon immer da war. Es ist Poli­tik in allen deut­schen Städ­ten, dass man öffent­li­chen Ver­kehr för­dert und ins­be­son­dere den Schie­nen­ver­kehr fördert.

Beil (Bür­ger): 0,25m² nehme ich als Stadt­bahn­fah­rer ein, ein Auto das 16-​fache. Warum wird Rasen­gleis in Goe­the­s­traße nicht über Leib­nizu­fer hin­aus­ge­zo­gen und in die Kurt-​Schumacher-​Straße fort­ge­setzt. Autos nur aus Her­schel­straße [an die Park­häu­ser her­an­zu­füh­ren] ginge doch viel­leicht auch?

Hal­ler: Inten­si­ver Dis­kus­si­ons­pro­zess über beson­de­ren Bahn­kör­per. Ergeb­nis ist Abwä­gung: Gibt Unter­schiede zwi­schen Kurt-​Schumacher-​Straße und Braun­straße. Kurt-​Schumacher-​Straße ist Geschäfts­straße, Que­run­gen sol­len [für Fuß­gän­ger] mög­lich blei­ben, Rasen­gleis wäre da kon­tra­pro­duk­tiv. Gilt auch für Stein­tor, dort passt stei­nerne Gestal­tung bes­ser. Öst­li­cher Teil der Goe­the­s­traße bekommt Bahn­kör­per einer­seits wegen För­de­rung und ande­rer­seits wegen der Ver­mei­dung von Abbie­ge­vor­gän­gen. Und da ist ein Bahn­kör­per ein gutes Mit­tel. Nur die Her­schel­straße als Zulauf haben wir geprüft, man müsste dann von dort auch die Kaufhof-​Tiefgarage anfah­ren. Deren Ein­fahrt ist aber in die andere Rich­tung ange­ord­net. Man könnte Wende ein­bauen, ist aber pro­ble­ma­tisch. Außer­dem sind Ver­kehre so bes­ser ver­teilt. Umfah­rung [des Rosen­quar­tiers] sorgt dafür, dass man anders fah­ren kann. Sind halt nur so viele Autos wie Park­plätze vor­han­den sind.

Emmel­mann (Bür­ger): Herr Franz, Sie soll­ten eine ober­ir­di­sche Pla­nung vor­le­gen. Sie haben nun gemerkt, wie emo­tio­nal das Thema ist. Vari­an­ten wer­den öffent­lich tief dis­ku­tiert. Warum gab es kei­nen Auf­trag, auch die Tun­nel­lö­sung noch­mal in Tiefe zu unter­su­chen? Wie groß sind die Kos­ten eines sol­chen Ver­kehrs­gut­ach­tens ver­gli­chen mit der Gesamt­maß­nahme? Und an die Stadt Han­no­ver: Warum wird der Qua­li­täts­in­dex „D” für aus­rei­chend gehal­ten, wenn bei Pri­vat­pla­nun­gen ein „C” gefor­dert wird?

Brüm­mer (Bür­ger): Bin Nut­zer der Linie 10. Wie soll man am Haupt­bahn­hof umstei­gen, wenn man in den Zug umstei­gen will? Mal mit Flug­ha­fen verglichen

Pohl (Bür­ger): Ganz viele Fra­gen. Will mich redu­zie­ren. Anknüp­fung bei Vor­red­ner: Keine Ver­bes­se­rung der Umstei­ge­be­zie­hun­gen. (1) Was sagen die Behin­der­ten­ver­bände? Wie kommt man von der Stra­ßen­mit­tel­lage in die U-​Bahn, ver­gli­chen mit der heu­ti­gen Situa­tion? (2) Schil­ler­straße. Kapa­zi­tät sowieso zwei­fel­haft, aber wie sol­len Fuß­gän­ger diese dann über­que­ren kön­nen bei dem gan­zen Ver­kehr? Wie wirkt sich das auf den Ver­kehrs­fluss aus? (3) Herr Franz, Sie haben Wirt­schaft­lich­keit gegen­über­ge­stellt, Ober­flä­chen­lö­sung sei bes­ser als Tun­nel. Ihre Index­wert von 1,6 für die ober­ir­di­sche Lösung von vor­hin ist aber für den „Best Case” gerech­net, bei dem es über­all einen eige­nen Gleis­kör­per gibt. Das hier ist aber nicht Best Case. Wie ist der Index denn für die jet­zige Lösung?

Witte (Bür­ge­rin): Zur Umstei­ge­si­tua­tion am Stein­tor: Wie soll man da in die U-​Bahn kom­men? Wo sol­len die Auf­züge hin? Wie ist das am Rasch­platz? Muss man da durch Regen und Wet­ter lau­fen um in den Bahn­hof zum Umstei­gen zu kom­men? Ein Extra-​Zugang ist ja nicht ange­dacht. Und die Kehr­an­lage am Rasch­platz: Da soll ein stra­ßen­bün­di­ges Gleis­kreuz hin. Die Wei­chen da lie­gen mit­ten auf der Straße und müs­sen stän­dig gewar­tet werden.

Bode­mann: Zur Frage, wo man am Bahn­hof zu den Zügen aus­stei­gen soll: Kommt dar­auf an, wo Sie hin­wol­len. Ent­we­der vorne oder hinten.

Franz: Da ist ja die Weg­stre­cke zum Bahn­steig rele­vant. Haben wir unter­sucht: Durch neue Sta­tion hin­ten schnel­ler als bis­her. Auf die Gleise 1 bis 4 kom­men Sie durch die neuen Auf­gänge schnel­ler. In die Mitte des Bahn­ho­fes dau­ert es etwas län­ger. Und Weg zu Umstieg zur Stadt­bahn ist natür­lich schnel­ler. Am Stein­tor sind auch noch Ver­bes­se­run­gen gewünscht: Zusätz­li­che Auf­zugs­an­lage, aller­dings nicht von Hoch­bahn­steig direkt, son­dern auf der ande­ren Seite der Straße. Zu der Kehr­an­lage am Rasch­platz: Gibt es an Hal­ten­hoff­straße, keine schle­chen Erfah­run­gen gemacht. Gab keine Mit­tel für Unter­su­chung der unter­ir­di­schen Stre­cke. Und die Behin­der­ten­ver­bände fin­den die Pla­nun­gen ein­hel­lig toll. Haben nur die Anre­gung gege­ben, dass das Schau­spiel­haus abge­kop­pelt ist.

Bode­mann: Was die Belast­bar­keit des Pflas­ters betrifft: Platz der Welt­aus­stel­lung hat 9000 Fahr­ten auf Kurve, Ernst-​August-​Platz vor der Gale­rie nur 5000. Que­rung Schil­ler­straße für Fuß­gän­ger: Auf Ernst-​August-​Platz-​Kreuzung ist für die Fuß­gän­ger Rund­um­grün gerech­net. Wir haben mit Han­dels­ver­bän­den gere­det. Den­ken, dass die Situa­tion ähn­lich wie am Platz der Welt­aus­stel­lung bei Sport Scheck ist. Gegen­sei­tige Rück­sicht­nahne ist ange­sagt. Wenn wir mit Dere­gu­lie­rung nicht wei­ter­kom­men, müss­ten wir noch­mal über andere Maß­nah­men nachdenken.

Riede (Bür­ger): Der D-​Tunnel wird ver­teu­felt. Aber für den Tun­nel wür­den wir 75% Zuschüsse bekom­men, das wäre für Han­no­ver umsonst. Die Sta­tion am Rasch­platz ist im Roh­bau fer­tig, die am Stein­tor teil­weise. Wo bringt das aktu­elle Kon­zept Ver­bes­se­run­gen für die Fahr­gäste? An der Ernst-​August-​Galerie gibt es kei­nen Zugang. Und: Wer will zum Rasch­platz? Den Berech­nun­gen glaube ich nicht. Den­ken Sie an die Hans-​Böckler-​Allee west­lich der Clau­se­witz­straße. Da soll­ten zwei Fahr­spu­ren auch aus­rei­chen und jetzt staut es sich da stän­dig zu den Stoß­zei­ten. Den­ken Sie auch an die Baustellenlänge!

Bode­mann: Die 75%-Rechnung geht nicht auf. Kann mir nicht vor­stel­len, dass Land frei­gie­big mit 130 Mio. EUR durch den Raum läuft. Und 75% von 130 Mio. sind 95 Mio. Und die ver­blei­ben­den 35 Mio.? Zahlt Han­no­ver. Da ist unsere Pla­nung billiger.

Franz: Kann das unter­mau­ern. För­der­richt­li­nie auf Bun­des­ebene sagt: Wirt­schafltich sinn­vollste Vari­ante kann geför­dert wer­den. Stan­dar­di­sier­tes Ver­fah­ren. Fahr­gast­wil­len: 20.000 Men­schen am Werk­tag auf der Linie 10: 1/​3 will in die U-​Bahn am Haupt­bahn­hof. Für die gibt es zukünf­tig die Hal­te­stelle am Rasch­platz. 1/​3 will zu den Zügen und 1/​3 in die Innen­stadt. Für die ist der ober­ir­di­scher Aus­bau bes­ser, da sie dann schnel­ler in der Innen­stadt sind. Und die Bau­dauer: Stra­ßen­mo­der­ni­sie­rung ist eine erheb­li­che Bau­stelle. Aber wenn Pro-​D-​Tunnel dar­auf hin­weist: U-​Bahnbau ist auch kein Kin­der­ge­burts­tag. Auf der Goe­the­s­traße wäre Bau­stelle in offe­ner Bau­weise. An der Ober­flä­che ist nicht schwe­rer aus­zu­bauen als im Tunnel.

Bode­mann: Wer will zum Rasch­platz? Am ZOB wäre nichts los? Den­ken Sie an die Bus­fern­ver­kehrs­li­be­ra­li­sie­rung! Da kom­men Sie dann auch mit der Stra­ßen­bahn hin. Den­ken auch an die alternde Bevöl­ke­rung. Des­halb ober­ir­disch. Im Invest kos­ten­güns­ti­ger und beim Bau schnel­ler. Wann kön­nen wir mög­lichst früh bar­rie­re­frei sein? Qua­li­täts­in­dex „C” vs. „D”, Herr Emmel­mann: Hier sind die Stra­ßen gewach­sen und eng. Da muss man anders drü­ber den­ken als bei kom­plet­ten Neubauten.

Küß­ner: Die Bür­ger­fra­ge­stunde ist bereits um 5 Minu­ten über­zo­gen. Wir machen jetzt eine letzte Runde.

Prenz­ler (Bür­ger, City-​Gemeinschaft): Zu den Durch­gangs­ver­keh­ren. Da hat Herr Bode­mann Recht, Wirt­schafts­or­ga­ni­sa­tio­nen sagen auch, dass wir keine ech­ten Durch­gangs­ver­kehre wol­len. Aber: Wir haben zwar jetzt in den letz­ten Tagen mit Herrn Bode­mann wie­der einen Dia­log geführt, aber nur über die Ver­kehrs­gut­ach­ten. Über Stre­cken­füh­rung und Vari­an­ten­ver­gleich nicht. Warum wird im Vari­an­ten­ver­gleich das Stre­cke­nende am Stein­tor nicht geprüft? Wirt­schaft­lich­keits­be­rech­nung fehlt! Vari­ante ist doch char­mant, weil man schnell und kos­ten­güns­tig bar­rie­re­frei wird. Und dann das stän­dige Man­tra von Kapa­zi­täts­eng­päs­sen im A-​Tunnel. Erin­nere an DB-​Regiohaus in der Joa­chim­straße und den Brand dort im Jahr 2002, da wurde die gesamte Linie 10 für zwei Monate durch den Tun­nel geführt — ohne Probleme.

Stro­bel(?) (Bür­ger, BIU): Lange dabei, ver­schie­dene Ideen von uns nicht berück­sich­tigt: Nie­der­flur, Anbin­dung der Kaufhof-​Tiefgarage über Rosen­straße, Hal­te­stelle an der Ernst-​August-​Galerie im Post­tun­nel. Hal­ten Regi­ons­lö­sung für gut. Ober­ir­di­sche schnelle Füh­rung in die Innen­stadt ist wesent­li­cher Vor­teil für die Fahr­gäste. Und Umstieg wird deut­lich bes­ser. (refe­riert über Hal­te­stelle im Post­tun­nel) Abschnei­den der Linei am Stein­tor ist nicht charmant.(Erzählt wei­ter andere Sachen). Ver­zichte auf for­male Frage.

Pohl (Bür­ger): Haben schon 19 km Tun­nel, fehlt nicht mehr viel.

Riede (Bür­ger): Anmer­kun­gen zu Herrn Bode­mann: Habe größte Zwei­fel zu Fern­bus­bahn­hof. Ein­mal pro Stunde ein Bus, dafür Stadt­bahn? Wo ist Vor­teil der Hal­te­stelle am Bahn­hofs­vor­platz gegen­über jetzt? Lei­tun­gen müs­sen alle ver­legt wer­den?! Warum nicht alles so lassen?!

Bebeck (Bür­ger, IHK): Herr Bode­mann, es ist rich­tig, kein Durch­gangs­ver­kehr. Wir insis­tie­ren ja nur, weil wir nicht wol­len, dass die Maß­nah­men gegen den Durch­gangs­ver­kehr den Ziel­ver­kehr abschre­cken. Frage: Haben Schwach­punkte iden­ti­fi­ziert: Park­haus­zu­fahr­ten, Park­leit­sys­tem. Sehen Sie andere Maß­nah­men, die Kun­den, die auf ihren aus­ge­tre­te­nen Wegen auf die ande­ren Wege zu lotsen.

Witte (Bür­ge­rin): Situa­tion an der Hal­ten­hoff­straße ist nicht ver­gleich­bar mit der geplan­ten End­hal­te­stelle am Rasch­platz, da dort kein direk­ter Auto­ver­kehr stattfindet.

Bode­mann: Zur Ver­schö­ne­rung der Stra­ßen: Es ist üblich in Städ­ten, dass bei sol­chen gro­ßen Maß­nah­men auch der Stra­ßen­raum ver­bes­sert wird. Des­halb trägt die Stadt ja auch einen Teil der Kos­ten. Anstoß ist dabei aber die D-​Linie — und nicht die Bäum­chen. Abschre­ckung für Auto­fah­rer? Wenn wir über die Ableh­nung des Durch­gangs­ver­kehrs einig sind, blei­ben nur die Ziel­ver­kehre — jet­zige und künf­tige. Natür­lich fin­den die auch wei­ter­hin ihre Parkhäuser.

Franz: Hem­min­gen kommt ja viel­leicht noch vor­her. Die Wei­chen am Rasch­platz lie­gen nicht auf Straße. Der Tun­nel ist von nie­man­dem bean­tragt. Eine kurze Linie nur zum Stein­tor macht ver­kehr­lich kei­nen Sinn.

17:28 Uhr: Bür­ger­fra­ge­stunde ist um.

Poli­ti­sche Debatte

Blasch­zyk (CDU): Bei­träge haben gut ver­an­schau­licht: Rot-​grüner Murks auf Kos­ten der Steu­er­zah­ler. Wird hier durch­ge­peitscht. Grüne Ideo­lo­gie hat sich durch­ge­setzt. SPD in der Defen­sive. Lässt sich in Region mit Nasen­ring durch die Manege füh­ren. SPD mit CDU könnte sich für Scheel­haase oder Tun­nel ein­set­zen. Wol­len Sie aber nicht. Sie sind eine Ja-​Sagertruppe der Grü­nen. Ver­wal­tun­gen, SPD und Grüne ver­wei­gern den Ein­woh­nern aus dem Wes­ten adäqua­ten öffent­li­chen Ver­kehr. Pla­nun­gen haben nur ein Ziel: Option zum ober­ir­di­schen Wei­ter­bau, Abriss der Hoch­straße. Was wol­len Sie Men­schen in Han­no­ver noch zumu­ten? Ich sage eines: Sie bekom­men die Quit­tung dafür. Bin von den Vor­trä­gen noch benom­men. Herr Franz, sie tau­chen hier immer mit neuen Zah­len auf. Alles nicht nach­voll­zieh­bar. In Regi­ons­druck­sa­che 0404/​2012: Tun­nel viel­leicht doch bil­li­ger als Ober­flä­che? 25 – 42 Mio. Kos­ten für Han­no­ver sagt die Druck­sa­che. Intra­plan­gut­ach­ten aus 2009: 33 Mio. Kommt alles von Ihnen. Halte es für unse­riös, dass Sie die Scheelhaase-​Lösung gar nicht durch­rech­nen. Sie wol­len auch keine Probe. Und die Wirt­schaft­lich­keit: ÖPNV ist nie wirt­schaft­lich! Wird bezu­schusst. Zur Stadt: Herr Bode­mann, Ver­kehrs­si­tua­tion in Kurt-​Schumacher-​Straße/​Herschelstraße/​Andreaestraße ist am Wochen­ende Kata­stro­phe. Ein­fach mal anschauen, brau­chen Sie gar keine Gut­ach­ten dafür. Die Stadt­ver­wal­tung beant­wor­tet dies­be­züg­li­che Fra­gen nicht! Das Gut­ach­ten ist Rea­li­täts­ver­lust. Stein­tor sper­ren, Ver­kehr in Schol­vin­straße? Das ist ein Super-​GAU. Haben Sie sich dort gar nicht ange­schaut. Und Herr Hal­ler, ich fühle mich von Ihren zwei Kurt-​Schumacher-​Straße-​Autos mas­siv in die Irre geführt. Das sind doch Gefäl­lig­keits­gut­ach­ten. Die CDU will per­spek­ti­visch den D-​Tunnel. Par­tei­tag hat das beschlos­sen, Online-​Umfrage bestä­tigt. Die Scheelhaase-​Lösung ginge auch. Rot-​grün pro­phe­zeihe ich ein Stuttgart-​21 mit Ihrer Lösung. Die Bür­ger wer­den nicht auf­hö­ren, dage­gen zu protestieren.

Bode­mann: Herr Blasch­zyk, da haben Sie mal wie­der gezeigt, was in Ihnen steckt. Da wäre dann dem­nächst mal eine Ent­schul­di­gen bei Herrn Hal­ler fäl­lig. Sie schla­gen pro­be­wei­sen Betrieb der Scheelhase-​Lösung vor. Aber dafür brau­chen Sie doch eine Kehr­an­lage! Und Ihre Tun­nel­pläne zie­hen Gel­der von ande­ren Vor­ha­ben ab. (leich­ter Tumult in der Poli­tik, dass Bode­mann so lange redet).

Engelke: Ok, Durch­gangs­ver­kehr gehört nicht in die City. Aber: Sie wol­len den City­ring ja auch zurück­bauen. Wo soll er denn hin, der Durch­gangs­ver­kehr? Ver­misse sach­li­che Dis­kus­sion. Mitt­ler­weile nur noch ideo­lo­gi­scher Kampf zwi­schen rot und grün. Mache mir Sor­gen um stolze große SPD. SPD lässt sich von Grü­nen am Nasen­ring über die Gleise zer­ren. Wer ist denn die größte Frak­tion im Rat? Sie heben die Hand für die Grü­nen! Wir haben Ände­rungs­an­trag ein­ge­bracht. Wir wol­len die Gesamt­pla­nung auf die Stadt über­tra­gen. Denn: Wir haben eine ganze Reihe von öffent­li­chen Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen erlebt und dabei immer wie­der gese­hen: Die Regi­ons­ver­wal­tung ist völ­lig über­for­dert. Sie berück­sich­tigt die Belange der Stadt nicht, zudem kor­ri­gie­ren Sie die Fahr­gast­zah­len per­ma­nent nach unten. Immer geht es nur nach unten. Kon­krete Pla­nun­gen für Auf­züge an den neuen Umstei­ge­sta­tio­nen sind immer noch nicht da, obwohl die Pla­nun­gen schon seit Mona­ten in der Dis­kus­sion sind. Ich erwarte, dass eine Pla­nung Hand und Fuß hat, wie die von der Stadt Han­no­ver. Bau­kos­ten­fra­gen wer­den nicht beant­wor­tet, Zuschüsse sind auch noch nicht geklärt. Nix weiß man. Und zum Film von Herrn Hal­ler: Wird Kurt-​Schumacher-​Straße-​Teil vor Ernst-​August-​Galerie Fuß­gän­ger­zone? Ant­wort. Wird „dere­gu­liert”: Aber im Film eiern die Autos da rein. Gleise am Goe­the­platz müs­sen extra geschmiert wer­den, weil die Kur­ven so eng sind. Kön­nen Sie garan­tie­ren, dass es nicht quietscht? Ver­wal­tung soll sagen, ob es Plan B gibt, wenn LVNG kei­nen Zuschuss gibt?

17:48 – 17:53 Uhr: Pro­to­kol­lant nicht im Raum

Albricht (CDU): Witz: Steht drin, dass über Kos­ten noch nichts gesagt wer­den kann. Zwar hier und da ver­steckt, aber nicht so ver­teilt. Außer­dem: Infos feh­len. Natür­lich, jetzt hier in der Son­der­sit­zung bekommt man Infos. Hätte aber gerne die Infos frü­her. Außer­dem Frage an Prof. Hal­ler: Ihr Ver­kehrs­gut­ach­ten ist toll, aber mir fehlt: Zah­len! Wie sind die Roh­zah­len der Ver­kehrs­zäh­lun­gen? Haben im Stadt­be­zirks­rat Mitte Erfah­run­gen damit. Wir sehen uns des­halb nicht in der Lage, zu ent­schei­den. Wer­den das in die Frak­tion zie­hen. Frage am Mon­tag in die Ver­wal­tung gege­ben: Tie­fer­le­gung Post­tun­nel. Kurz­fris­tige Ant­wort befried­rigt mich nicht. Drü­cken sich zwar alle drum­rum: Die Bahn passt da nicht rein. Schon vor Jah­ren: Geht eigent­lich gar nicht, aber Stra­ßen­ni­veau müsste um 50 cm abge­senkt wer­den. Geht aber auch nicht: Da lie­gen Lei­tun­gen, z.B. Abwas­ser­samm­ler. Das sollte aller vor der Abstim­mung auf dem Tisch sein. Und die Ver­kehrs­füh­rung durch die Schol­vin­straße ist ein schlech­ter Witz.

Hogh (Linke): Zugänge im Post­tun­nel. Idee ist ja aus unse­rem Bezirks­rat. Woll­ten das schon 2000, aber Bahn war bockig. Gibt es jetzt schon Zusa­gen oder ist dann immer noch Wunsch der Verwaltung?

Franz: Deut­sche Bahn ist kon­struk­tiv. Fin­det das gute Idee. Gibt aber noch keine Zusage, z. B. weil die Flucht­weg­si­tua­tion noch nicht voll­stän­dig geprüft ist. Bahn ist aber offen, nicht bockig. Auch Bun­des­po­li­zei fin­det das gut. Gab da ja auch mal öffent­li­che Ver­mu­tun­gen, das sei anders. Zah­len­kor­rek­tu­ren: Ja musste ich machen. Aber nie meine eige­nen. Post­tun­nel muss nicht 50, son­dern 15 cm abge­senkt wer­den. Lei­tun­gen wer­den nur ver­legt, damit sie nicht unter den Schie­nen lie­gen. Kurve an der Ernst-​August-​Galerie mög­lich? Ja, wir sind hier in Han­no­ver mit den lan­gen gera­den Stre­cken sowieso ver­wöhnt. Andern­orts geht es auch nicht immer nur gera­de­aus. Und: Es gibt auch hier sol­che 90-​Grad-​Kurven schon. Schau­spiel­haus: Nicht alle Besu­cher des Schau­spiel­hau­ses stei­gen an der Sta­tion aus und ein. Die meis­ten kom­men über Kröpcke/​Hauptbahnhof. Soll aber bei Abkopp­lung neues Ange­bot geben.

Hoch­hut (Senio­ren­bei­rat): Bin für Senio­ren­bei­rat hier. Haare grau, lau­fen nicht mehr so gut. Rück­fra­gen: (1) Direkte Trep­pen­auf­gänge im Post­tun­nel. Fahr­stühle? (2) Absen­kung Post­tun­nel? Der hat ja keine Höhen­be­gren­zung, anders als alle ande­ren Tun­nels. Jetzt doch absen­ken? Und der Was­ser­bot­tich? Ist das Grund­was­ser? Dann muss ich drin­gend war­nen: Die Rasch­platz­hoch­straße ist Deckel auf dem Grund­was­ser. Habe es schon oft gesagt, aber nie­mand will es hören: Am Kröpcke-​Center musste ton­nen­weise Kies rein­ge­kippt wer­den. Spar­kasse hat bei ihrem Umbau auch Schwie­rig­kei­ten mit dem Grund­was­ser, Das Cine­maxx ist halb­wan­dig zur U-​Bahn, genau wie Ross­mann. Ströme der Fuß­gän­ger von der Ernst-​August-​Galerie zum Bahn­hof? Anzahl Taxen­stände: Nur 6 – 8. Wie soll das bei der Messe sein?

Oppelt (CDU): Debatte heute und in der letz­ten Zeit zeigt: Aktu­ell läuft in Stadt und Region ein poli­ti­sches Expe­ri­ment: Kleine Cli­que von SPD und Grü­nen hat im Hin­ter­zim­mer im Regi­ons­haus oder Par­tei­ga­st­stätte Plan zur Ret­tung des Koali­ti­ons­frie­dens gemacht. Gegen die Inter­es­sen der Stadt, der Ver­bände, der Wirt­schaft. Die pro­tes­tie­ren ja nicht umsonst. Oppo­si­tion sind ja CDU/​FDP/​Piraten. Die machen das, weil Ihre Pläne Wahn­sinn sind. Sie neh­men die Stadt in Gei­sel­haft. Mit einem 50-Mio.-EUR-Projekt. Sie neh­men die Stadt in den Wür­ge­griff. Pla­nung ist höchst bedeu­tend als Rich­tungs­ent­schei­dung. Und das ein­zige, was der Stadt­bau­rat dazu sagt? Er ist froh, dass es über­haupt eine Lösung gibt! Hätte mir mehr gewünscht. Zu den Gut­ach­ten: Für uns sind die Ver­tre­ter der Wirt­schafts­ver­bände die bes­ten Gut­ach­ter. IHK und City-​Gemeinschaft schlie­ßen wir uns an: Wenn jetzt diese Pla­nung ver­wirk­licht wer­den, wer­den wir mas­si­ven Kauf­kraft­ver­lust in der Innen­stadt haben. Die Leute fah­ren dann nach Wolfs­burg oder so, weil sie nicht stun­den­lang im Park­haus ste­hen wol­len. Zusam­men­ge­fasst: Sie legen die Axt an die Wur­zeln der Innenstadt.

Her­mann (SPD): Herr Oppelt, wech­seln Sie den Job, wer­den sie Mär­chen­er­zäh­ler, dann tro­cken hin­ter den Ohren und dann kön­nen sie wie­der­kom­men. Ihre Bei­träge sind wirk­lich nicht mehr fei­er­lich. Ist das Ihre Poli­tik­fä­hig­keit im Rat? Es geht hier um nichts weni­ger und nichts mehr als Stra­ßen­bahn­li­nie, die im Wesent­li­chen in der Lini­en­füh­rung so bleibt wie sie bis­her ist. Braun­str, Goe­the­platz, (zählt die Lini­en­füh­rung auf) und dann unter­schei­det es sich: Bis­her zum Aegi, und jetzt wurde auf Regi­ons­ebene ent­schie­den, dass sie zum Rasch­platz führt. Die Takt­zei­ten ver­än­dern sich nicht, inso­fern ver­stehe ich den Groß­teil der Auf­re­gung nicht. Wir soll­ten uns doch mal freuen, dass wir — bei allen inhalt­li­chen Unter­schie­den — die letzte Linie bar­rie­re­frei bekom­men. Das ist doch ein Wert an sich.

Ein Groß­teil der Kos­ten wird von der Region getra­gen, hof­fent­lich wird es genauere Zah­len im Laufe des Ver­fah­rens geben, kommt doch für Bar­rie­re­frei­heit und Lei­tungs­ver­le­gun­gen bei den Hoch­bahn­stei­gen. Inso­fern freut es mich, dass wir die Bar­rie­re­frei­heit hin­be­kom­men und die bes­sere Ver­knüp­fung mit den ande­ren Linien. Der­Um­stei­ge­weg am Stein­tor war bis­her lang, jetzt lie­gen die Sta­tio­nen näher beieinander.

Und dann diese Debatte, man solle die Stra­ßen­bahn­li­nien am Stein­tor enden las­sen, das ist der größte Murks der Geschichte. Man muss doch zum Bahn­hof fah­ren kön­nen. Nicht aus­zu­den­ken, wenn das nicht geht. Ich kann das ganze nicht nach­voll­zie­hen. Abge­se­hen von den bau­li­chen Pro­ble­men. Und dass wir in so einer Situa­tion dann auch den Bereich städ­te­bau­lich auf­wer­ten ist gut, rich­tig und wich­tig. Die City-​Gemeinschaft fin­det das doch auch, oder? (war­tet, fragt direkt in Rich­tung Herrn Prenz­lers). Das soll doch da bes­ser wer­den, oder?

Ich ver­stehe das nicht ganz: Da wird eine Gemen­ge­lage kon­stru­iert zwi­schen städ­te­bau­li­cher Auf­wer­tung; Wider­stände gegen eine ober­ir­di­sche Füh­rung wer­den ver­mengt mit Ver­kehrs­pro­ble­men, die der KFZ-​Verkehr pro­du­ziert. Der Durch­gangs­ver­kehr soll weg, da sind wir uns einig. Dann soll­ten wir doch auch die­sen Weg gehen. Ich bin dafür, dass wir die Ver­kehrs­steue­rung und –len­kung wie nötig machen. Die Ver­wal­tung hat die Vor­schläge auf den Tisch gelegt. Wir müs­sen genau hin­schauen, so mit dem Parkleitsystem.

Ich glaube, dass die Ver­kehrs­len­kung bei den Park­häu­sern opti­mie­rungs­be­dürf­tig ist. Aber die­ses jetzt zum Kron­zei­gen dafür zu machen, warum man die Stadt­bahn nicht will, finde ich fatal. Wie ist das mit der Gewich­tung? Momen­tan führt das zu der Situa­tion, dass der Unter­gang des Abend­lan­des wegen einer Stadt­bahn­li­nie pro­phe­zeiht wird. Wir soll­ten die Rela­tio­nen zurechtrücken.

Zwei drit­tel aller Besu­cher der Innen­stadt kom­men dort ohne KFZ hin. Wie ist das mit der Ver­tei­lung bei der Ernst-​August-​Galerie? Ist doch bestimmt genauso. Und dann: Situa­tion nüch­tern ana­ly­sie­ren. Schauen wir uns die Ver­kehrs­ströme an. Aber alles auf das Auto abzu­stel­len und dann die­ses auch als Kron­zeu­gen anzu­füh­ren, finde ich nicht fair. Das wird auch von allen umfra­gen und stu­dien belegt und es stimmt dabei auch ein­fach die Prio­ri­tät nicht.

Zum Schluss kri­ti­sche Anmer­kun­gen: Ich bin ja auch zitiert wor­den wegen einer E-​Mail. Ich habe das Agie­ren der Regi­ons­ver­wal­tung in dem gan­zen Pro­zess, auch vor dem 4.10., nicht als glück­lich und nicht trans­pa­rent emp­fun­den. Am 4.10. wird ein 5-​Minuten-​Takt pro­pa­giert und dann im Pro­zess ergibt sich, dass es dann zu Ver­kehrs­pro­ble­men kommt. Also waren wir dafür, dass ein grö­ße­rer Teil der Linie 10 in den A-​Tunnel ein­ge­speist wird. Wir haben uns damit lei­der nicht durch­set­zen kön­nen. Es bleibt jetzt beim 7,5-Minuten-Takt auf der Linie 10. Wir hät­ten uns die Teil­ein­spei­sung stär­ker gewünscht. Aber die Ent­schei­dung ist auf Regi­ons­ebene gefal­len und bis zu dem Punkt zum Ernst-​August-​Platz gibt es kei­nen Dis­sens zwi­schen der SPD in Region und Rat. Wir wol­len den Bereich auf­wer­ten. Für die Füh­rung der Stre­cke danach hat­ten wir unter­schied­li­che Mei­nun­gen. Die sind geklärt wor­den in einem demo­kra­ti­schen Pro­zess. Und da die Region bestellt und bezahlt, haben wir uns dem Mehr­heits­ent­schluss der Region unter­ord­nen müs­sen. Des­halb haben wir doch nicht „nord­ko­rea­ni­sche Diskussionsverhältnisse”!

Und jetzt die Koali­tion wegen einer Stra­ßen­bahn­li­nie schei­tern las­sen? Das wür­den Sie auch nicht machen. Wir wer­den uns um unsere Auf­gabe küm­mern: Ver­nünf­tige städ­te­bau­li­che Auf­wer­tung. Ich finde die Lösung mit der Stra­ßen­füh­rung im Bereich Steintor/​Georgstraße rich­tig. Wir wol­len eine Lösung, die mög­lichst wenig Pro­bleme macht.

Dette (Grüne): Ich finde es schade, dass wir nicht in der Lage sind, eine fachlich-​inhaltiche Aus­ein­an­der­set­zung zu füh­ren, son­dern nur Rum­pol­tern ohne dies groß­ar­tig zu hin­ter­le­gen. Ich möchte ihnen recht geben, Herr Blasch­zyk: Wenn wir hier ein „Stuttgart-​21″ mit grü­nem Ober­bür­ger­meis­ter bekom­men, werde ich nicht wider­spre­chen. Jetzt zu heute und hier. Die Oppo­si­tion dif­fa­miert nur Gut­ach­ter. Ansons­ten habe noch nichts ver­nom­men, was mich nach­den­ken ließe, waurm ich das alle nicht für trag­bar fin­den sollte.

Und habe auch gut zuge­hört bei den Bür­gern, die die Skrep­sis zum Aus­druck gebracht haben. Was ich nicht ver­stehe: Die­selbe Per­son trägt vor, dass man wei­ter zum Aegi fah­ren möchte, aber man möchte den Tun­nel haben. Die ober­ir­di­sche Hal­te­stelle Cle­ver­tor kommt weg. Das fin­den Sie nicht gut, aber beim Tun­nel käme sie auch weg.

Was hat Rot-​grün eigent­lich die letz­ten Jahre gemacht? Wir haben uns getraut, die Ernst-​August-​Galerie anzu­sie­deln. Wir haben uns getraut, in der Innen­stadt bei der Ernst-​August-​Galerie 1200 zusätz­li­che Park­plätze zu indu­zie­ren und das Park­haus im Rosen­quar­tier zuzu­las­sen. Und auf ein­mal ist die­ses, liebe IHK, der Anlass, dass die Stra­ßen­bahn weg soll. Wir trauen uns das und wir trauen uns das zu, weil wir uns auf Gut­ach­ter ver­las­sen. Wir wol­len, dass alle in der Stadt ihre Chance haben.

Herr Oppelt, ich möchte Ihnen ent­schie­den wider­spre­chen, dass union-​boden gesagt haben soll, dass das Sys­tem nicht funk­tio­niert. Das finde ich einen Ham­mer, dass sie das hier so dar­stel­len, dass Sie aus einem nicht-​öffentlichen Gre­mium zitie­ren — und das auch noch falsch. Wir sind doch damals zu Ihnen gegan­gen und haben mit ihnen den Dia­log gesucht. Wir kön­nen die Regi­ons­ent­schei­dun­gen nicht kor­ri­gie­ren. aber in unse­rer Zustän­dig­keit links und rechts der Stadt­bahn wol­len wir mit Ihnen dis­ku­tie­ren, wie wir diese Innen­stadt noch attrak­ti­ver machen. Wenn sie in das Geheul die­ser Her­ren ein­stim­men [hier fehlt ein Protokollabschnitt]

Hill­brecht (Pira­ten): [Die­ser Rede­bei­trag ist teil­weise aus dem Gedächt­nis rekon­striuiert.] Ok, wol­len wir mal fachlich-​inhaltlich dis­ku­tie­ren. Die Stre­cke ist voll von Pla­nungs­män­geln. Kein eige­ner Gleis­kör­per in der Goe­the­s­traße, kein eige­ner Gleis­kör­per in der Kurt-​Schumacher-​Straße. An der Ernst-​August-​Galerie eine Kurve wie sonst nur in der Schleife am Krons­berg. Das ist keine moderne Stadt­bahn­pla­nung. Herr Bode­mann, sie behaup­ten, eine pro­vi­so­ri­sche Kehr­an­lage am Stein­tor sei nicht mög­lich. Dabei hat es sowas am ande­ren Ende der Linie 10, in Lim­mer, jah­re­lang gege­ben. Das geht, wenn man nur will. Die Argu­men­ta­tion bei der Lini­en­tei­lung ist ein­sei­tig und falsch. Der ober­ir­di­sche Zweig ist dabei ja nur ein Teil. Natür­lich komme ich wei­ter­hin von Lin­den direkt zum Haupt­bahn­hof, eben über den unter­ir­di­schen Zweig. Sie haben die Zah­len vor­hin selbst genannt: Ein Drit­tel der Fahr­gäste will in die Stadt — und die sind mit einer Hal­te­stelle am Stein­tor viel­fach gut bedient. Und die bei­den ande­ren Drit­tel fah­ren durch den Tun­nel direkt zu ihrem Ziel­punkt. Und das schönste: Sie haben sofort Bar­rie­re­frei­heit. Bür­ger aus Ahlem, wo es ja schon Hoch­bahn­steige gibt, könn­ten mor­gen bar­rie­re­frei die Innen­stadt errei­chen, nicht 2019, nicht 2016, son­dern sofort. Und es kos­tet noch nicht mal was. Inves­ti­tion: Null Euro. Der Scheelhaase-​Lösung feh­lende Bar­rie­re­frei­heit vor­zu­wer­fen ist eben­falls unred­lich: Am Stein­tor kann man natür­lich einen Hoch­bahn­steig bauen oder den vom Aegi dort­hin ver­schie­ben — und die Hal­te­stel­len auf der Lim­mer­straße müs­sen in jedem Fall aus­ge­baut wer­den. Hier wird gegen die Scheelhaase-​Lösung pole­mi­siert. Durch diese Dis­kre­di­tie­rung soll die Dis­kus­sion über diese Lösung von vorn­her­ein ver­hin­dert. Im Rah­men der Dis­kus­sion heute sowie der ver­gan­ge­nen Tage sind bei uns noch etli­che Fra­gen zu die­ser Druck­sa­che auf­ge­taucht. Wir zie­hen sie des­halb in die Frak­tion und wis­sen FDP und CDU bei die­sem Schritt bei uns.

Bode­mann: Muss kurz direkt ant­wor­ten. Es gibt viele Stra­ßen­bah­nen ohne eige­nen Gleis­kör­per, schauen Sie mal nach Zürich. Und zur Kehr­an­lage Stein­tor und dem Aus­pro­bie­ren: Da sind Inves­ti­tio­nen nötig. Und ein Hochbahnsteig.

Förste (Linke): Herr Engelke sagt, die Regi­ons­ver­wal­tung würgt rum. Recht hat er. Wir wer­den sei­nem Antrag zustim­men, wer­den aber getrennte Abstim­mung bean­tra­gen, da wir den Tun­nel ableh­nen. Ins­ge­samt leh­nen wir die Pla­nu­gen ab, die Situa­tion an den beplan­ten Stel­len wird ins­ge­samt schlechter.

Grüns­berg(?) (Grüne, Bezirks­rat): Fasse ich kurz. Wir begrü­ßen die Pla­nung, haben mit sol­chen Pla­nun­gen ja im Stadt­be­zirk einige Erfah­rung. Ich schließe mich Herrn Dette und Herrn Herr­mann an.Wir wer­den die Detail­pla­nung wei­ter beglei­ten und Anre­gun­gen geben, wie man nicht nur für die Linien 10 und 17, son­dern auch für die Ein­woh­ner Ver­bes­se­run­gen rea­li­sie­ren kann.

Ver­samm­lungs­lei­ter (SPD): Äußere mich jetzt mal zur Sache: Für die SPD haben sich noch Fra­gen auf­ge­ge­ben. Wir spre­chen über die frage der Attrak­ti­vi­tät der Innen­stadt und den dor­ti­gen Ver­kehr. Die Innen­stadt ist am Wach­sen und Boo­men, wie ganz Han­no­ver. Das ist das Resul­tat einer über Jahr­zehnte erfolg­rei­chen Ver­kehrs­po­li­tik von Rot-​grün. Man ist in Details sicher­lich nicht einer Mei­nung. Aber man spricht über eine von vier Stadt­bahn­li­nien. Wir haben uns im Bezirks­rat ein­ge­hend mit dem Thema befasst und haben als SPD-​Fraktion noch einige Fra­gen, aber Herr Franz ist nicht mehr da. Schade. (Herr Herr­mann macht den Vor­schlag, Herrn Weske zu fra­gen.) Wie kom­men die 1600 Fahr­gäste pro Tag zustande? Wei­ter­hin: Attrak­ti­vie­rung des Nah­ver­kehrs. Wir haben wegen der Stau­an­fäl­lig­keit in der Kurt-​Schumacher-​Straße auch noch einige Fra­gen. Hat die Unter­su­chung der Inge­nieure von SAP Lie­fer­wa­gen etc mit­be­dacht? Zudem: Es gibt ein R+T-Gutachten, das damals davon aus­ge­gan­gen war, dass ins­ge­samt 96 ÖPNV-​Fahrzeuge pro Stunde über die Kreu­zung am Ernst-​August-​Platz sol­len. Jetzt ist nur noch von 74 die Rede. Was ist mit einer even­tu­ell mal nöti­gen Takt­ver­dich­tung? Und: Was ist mit dem Rad­ver­kehr? Vor dem Hin­ter­grund die­ser Fra­gen hät­ten wir uns bei der Abstim­mung enthalten.

Weske: Die Takt­ver­dich­tung war wegen des ange­nom­me­nen 5-​Minuten-​Taktes, wir sind jetzt wie­der auf einen 7.5-Minuten-Takt gegan­gen. Hat­ten aber auch eine Simu­la­tion mit 5-​Minuten-​Takt, auch die hat funk­tio­niert. Der Fahr­rad­ver­kehr im Post­tun­nel fährt auf einem eige­nen Bereich.

Ver­samm­lungs­lei­ter: Was ist mit den Ver­stär­ker­zü­gen? Wir wol­len eine wit­te­rungs­un­ab­hän­gige Umstei­ge­be­zie­hung mit der „Teil­ein­spei­sung”. Die Druck­sa­che sagt „einige wenige mor­gens”. Könnte man die Ein­spei­sung deut­lich erhöhen?

Franz (mitt­ler­weile wie­der da): Wir haben damals Unter­su­chun­gen mit einem 5-​Minuten-​Takt beauf­tragt. Es gibt aber kei­nen Bedarf dafür. Die Fahr­gast­nach­frage ist auch eine Frage. Die Linie 10 ist unter­durch­schnitt­lich aus­ge­las­tet. Des­halb dafür erst­mal kein Bedarf.

Wruck (Han­no­ve­ra­ner): Hal­ten am U-​Bahnplan von Weh­ner fest. Haben auch an Schloss Her­ren­hau­sen fest­ge­hal­ten. Haben lan­gen Atem. Darf jetzt nichts pas­sie­ren, was spä­te­ren Bau des Tun­nels bis zur Süd­stadt ver­hin­dern kann. 50 Mil­lio­nen, die man in eine andere nicht über­zeu­gende Lösung hin­ein­but­tert, ver­hin­dern das. Den­ken des­halb, man sollte diese Inves­ti­ti­ons­pla­nung beer­di­gen. Erst­mal Tun­nel nur bis Bahn­hof bauen. Ist dann Halb­mes­ser­li­nie. Ver­stehe nicht, wie Herr Franz sagen kann, ein Ende am Stein­tor wäre nicht sinn­voll. Da ist doch dann auch nur eine Halb­mes­ser­li­nie. Eine Stadt­bahn, die den Namen ver­dient, darf nicht Halb­mes­ser­li­nie sein, sie muss eine Durch­mes­ser­li­nie sein. Und die Ver­schö­ne­rung der Stra­ßen würde man viel bes­ser errei­chen, wenn man den Tun­nel baut. Könnte dann end­gül­tig gestal­tet wer­den. Region hat doch gar nicht rich­tig aus­ge­lo­tet, was sinn­voll ist. Grüne wol­len Nost­al­gie­bahn und SPD schließt sich die­ser Schnaps­idee an. Scheel­haase jetzt machen oder beim Aegi blei­ben. Ich wün­sche mir eine weise Entscheidung.

Hoch­hut: Busse 121,128,134. Sol­len nach wie vor auf Bahn­hofs­vor­platz hal­ten? Und dann? Die alte Route? Und was ist eigent­lich mit der Stra­ßen­aus­bau­bei­trags­sat­zung? Und warum haben sie sol­che beden­ken, eine Bür­ger­be­fra­gung durchzuführen?

Franz: Busse sol­len nicht geän­dert werden.

Frei­wald: Stra­ßen­aus­bau­bei­trags­sat­zung muss ange­wen­det wer­den. Wird hier abhän­gig davon sein, was zu Straße fällt. Stadt­bahn­gleise sind unab­hän­gig davon, aber Rest ist dann umzu­le­gen. Wie hoch das genau ist, kann man heute noch nicht sagen. Wird wei­tere Druck­sa­chen für die Abschnitte geben.

Albrich: Sollte schon im Vor­feld zu Stra­ßen­aus­bau­bei­trags­an­kün­di­gung kommen.

Bode­mann: Ist ja ein „Grund­satz­be­schluss”. haben gesagt: Kann dazu kom­men, dass wir noch genauer pla­nen müs­sen, genau das haben wir ja gesagt.

19:10 Uhr: Gemein­same Son­der­sit­zung von Sta­det­be­zirks­rat Mitte und dem Bau­aus­schuss fer­tig. Nun geht’s wei­ter mit dem Bauausschuss.

Bau­aus­schuss

Küß­ner: Anmer­kun­gen zur Tagesordnung?

Bode­mann: 5.2.1 abset­zen weil in die Frak­tion gezogen

Blasch­zyk: 3.2 nur for­mal behan­deln, 8 in die Fraktion

Pro­to­kolle ein­stim­mig beschlossen

3.1. Antrag der Frak­tion DIE HANNOVERANER zur Begrü­nung der Raschplatz-​Hochstraße
(Drucks. Nr. 0074/​2013)

Wruck: Möchte nichts sagen

Ein­stim­mig abgelehnt

3.2. Antrag der SPD-​Fraktion und der Frak­tion Bünd­nis 90/​Die Grü­nen zur Paten­schaft für einen Platz im öffent­li­chen Raum
(Drucks. Nr. 0111/​2013)

For­mal behandelt

3.3. Antrag der FDP-​Fraktion zum Grund­stück Karl-​Wiechert-​Allee 2
(Drucks. Nr. 0096/​2013)

Engelke: Woh­nungs­markt wird belas­tet. Haben Antrag so for­mu­liert, dass es keine Schwie­rig­kei­ten bei der Aus­schrei­bung gibt.
Herr­mann: Wer­den nicht zustim­men. Hat in Ver­gan­gen­heit Gesprä­che zwi­schen GBH, Stu­den­ten­werk und Land gege­ben. Land konnte Grund­stü­cke nicht zur Ver­fü­gung stel­len.
Dette: Möchte das bekräf­ti­gen: GBH wollte bauen, es gab ein Grund­stück dafür, aber das Land hat das Grund­stück ver­wei­gert.
Blasch­zyk: Bin erstaunt, was GBH so alles bauen soll. Nach­fra­gen: Wem gehört das Grund­stück. Und: Was war ursprüng­lich geplant?
Bode­mann: Gehört der Stadt, Bau­recht sagt „G”, Gewerbegebiet

Mehr­heit­lich abgelehnt

4. Stadt­bahn­stre­cke A — Auf­zug Kröpcke/​Karmarschstraße
(Drucks. Nr. 0028/​2013 mit 5 Anla­gen)
Hierzu ist die/​der Bezirksbürgermeister/​in des Stadt­be­zirks­ra­tes 01 eingeladen.

4.1. Ände­rungs­an­trag zur Druck­sa­che Stadt­bahn­stre­cke A — Auf­zug Kröpcke/​Kar­marsch­straße
(Drucks. Nr. 0028/​2013 E1 mit 1 Anlage)
Hierzu ist die/​der Bezirksbürgermeister/​in des Stadt­be­zirks­ra­tes 01 eingeladen.

Herr­mann: Ver­wal­tung wollte keine Vor­dä­cher, wir sehen das anders. Des­halb Ände­rungs­an­trag. Wol­len dar­über eher abstim­men, weil er fünf Tage eher vor­lag.
Engelke: Ver­wal­tungs­vor­schlag ist nicht unver­ständ­lich weil der Bau­de­zer­nent gesagt hat, dass er den Auf­zug dort nicht gut fin­det. Stadt­be­zirks­rat wollte das aber. Nun kommt er und der Stadt­bau­rat kämpft noch gegen das Dach. Kann ihm fol­gen. Liefer-​LKWs säbeln das Dach ab. (Wider­spruch im Ple­num: Der Auf­zug liegt in einer Achse mit der Roll­trep­pen­an­lage und der Belöf­tung — da kommt kein LKW dran.) Also tolle Idee im Stadt­be­zirks­rat, nur ein­sei­tig zu beda­chen.
Blasch­zyk: Sie hät­ten unse­rem auch nicht zuge­stimmt, wenn wir frü­her da gewe­sen wären.

0385/​2013: 8:2 ange­nom­men.
0411/​2013: 2:8 abge­lehnt
0028/​2013 E1: 0:10 abge­lehnt
0028/​2013/​Gesamtantrag: Ein­stim­mig angenommen

5. Bau­leit­pläne Wohnbauflächeninitiative

5.1. Anträge zu Flächennutzungsplanangelegenheiten

5.1.1. Bau­leit­plan der Wohn­bau­flä­chen­in­itia­tive:
220. Ände­rungs­ver­fah­ren zum Flä­chen­nut­zungs­plan Han­no­ver,
Bereich: Mitte /​Kla­ges­markt
Ent­schei­dung über Stel­lung­nah­men
Fest­stel­lungs­be­schluss
(Drucks. Nr. 0291/​2013 mit 5 Anla­gen) — bereits übersandt

9:1 ange­nom­men (Linke dagegen)

5.2. Anträge zu Bebauungsplanangelegenheiten

5.2.1. Bau­leit­plan Wohn­bau­flä­chen­in­itia­tive
Bebau­ungs­plan Nr. 1752 — Kla­ges­markt -
mit ört­li­cher Bau­vor­schrift über Gestal­tung,
Bebau­ungs­plan der Innen­ent­wick­lung gemäß § 13a BauGB
Aus­le­gungs­be­schluss
(Drucks. Nr. 0268/​2013 N1 mit 3 Anla­gen) — wird geson­dert über­sandt
Hierzu ist die/​der Bezirksbürgermeister/​in des Stadt­be­zirks­ra­tes 01 eingeladen.

abge­setzt

5.2.2. Wohn­bau­flä­chen­in­itia­tive — Durch­füh­rungs­ver­trag zum vor­ha­ben­be­zo­ge­nen Bebau­ungs­plan Nr. 1479,
1. Ände­rung — Woh­nen am Yacht­ha­fen
(Drucks. Nr. 0170/​2013 mit 1 Anlage)

Ein­stim­mig angenommen

6. Bebau­ungs­pläne

6.1. Vor­ha­ben­be­zo­ge­ner Bebau­ungs­plan Nr. 1776 — Wohn– und Geschäfts­haus Bee­ke­straße 53 -
Bebau­ungs­plan der Innen­ent­wick­lung gemäß § 13 a BauGB
Aus­le­gungs­be­schluss
(Drucks. Nr. 0147/​2013 mit 5 Anla­gen) — bereits übersandt

Ein­stim­mig angenommen.

6.2. Durch­füh­rungs­ver­trag zum vor­ha­ben­be­zo­ge­nen Bebau­ungs­plan Nr. 536,
1. Ände­rung — Nah­ver­sor­gungs­zen­trum Tem­pel­hof­weg
(Drucks. Nr. 0055/​2013 N1 mit 1 Anlage) — wird nachgereicht

Ein­stim­mig angenommen.

7. Stadt­be­zirk Rick­lin­gen
Ein­lei­tungs­be­schluss für eine vor­be­rei­tende Unter­su­chung gem. § 141 BauGB — bereits über­sandt
(Drucks. Nr. 0034/​2013 mit 1 Anlagen)

Ein­stim­mig angenommen.

8. Miet­spie­gel 2013 für das Gebiet der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver
(Drucks. Nr. 0274/​2013) — wird nachgereicht

In die Frak­tion gezogen

9. Abschluss von Absichts­er­klä­run­gen mit der Gesell­schaft Bauen und Woh­nen Han­no­ver
(Drucks. Nr. /​2013) — wird nachgereicht

Blasch­zyk: Aus Sicht der Rats­her­ren kann man auch aus CDU-​Sicht zustim­men. Begrü­ßens­wert, dass die Ver­wal­tung sich berap­pelt hat und sich der Sys­tem­bau­weise nicht ver­schließt. Es ist das pas­siert, was wir ange­regt haben. Sie da [von Rot-​grün] haben im Januar noch ihr Papier [zu den Leit­li­nien bei der Unter­brin­gung von Flücht­lin­gen] beschlos­sen. Und jetzt kom­men mehr­heit­lich Sam­mel­un­ter­künfte. Haben wir von Anfang an gesagt. Gut dass die Stadt jetzt Lösung fin­det. Als Mit­glied im Auf­sicht­rat der GBH muss man sich fra­gen was leist­bar ist. aber das gehört nicht hier­her. Wir wer­den zustimmen.

Engelke: (1) Was sind die 100.000 EUR? und (2) Was steht in der Planungskostenregelung?

Heesch: Betrifft bei­des den­sel­ben Sach­ver­halt. Wir beauf­tra­gen die GBH, zu pla­nen. Die Pla­nungs­kos­ten über­neh­men wir, wenn die Pla­nung nicht umge­setzt wird. Die maxi­male Höhe beträgt dabei jeweils 25.000 EUR. Das ist damit gemeint.

Herr­mann: Möchte Herrn Blasch­zyk wider­spre­chen. Gibt den Satz mit den vom Rat vor­ge­ge­be­nen Stan­dards der Pla­nung. Damit ist unse­ren Anfor­de­run­gen Rech­nung getra­gen. Wir haben in unse­rer Druck­sa­che das Drei­säu­len­mo­dell bestärkt. Und wenn Sie die Druck­sa­cher rich­tig lesen, dann wird die Ver­wal­tung wie folgt vor­ge­hen: 80 Unter­künfte im Hotel, 50 in Woh­nung­nen, 70 in Sammel-​/​Gemeinschaftsunterkünften und 200 in GBH-​Gemeinschaftsunterkünften. Außer­dem: Bin gespannt, wie Sie das im Auf­sichts­rat machen.

19:30 Uhr: Der Pro­to­kol­lant ver­lässt die Versammlung.

Verkehrsausschuss zur D-​Linie in der Region: Das Protokoll

Am 2013-​02-​19 fand eine denk­wür­dige Sit­zung des Ver­kehrs­aus­schus­ses in der Region Han­no­ver statt. Wich­tigs­ter Tages­ord­nungs­punkt: Die zukünf­tige Füh­rung der D-​Linie. Ich war als Bür­ger vor Ort und habe mit­ge­schrie­ben. Hier das Protokoll:

Sit­zung des Ver­kehrs­aus­schus­ses der Region Hannover

2013-​02-​20

[Hin­weis: Mit „Lini­en­splitt“ oder „Tun­nel­splitt“ ist die Auf­tei­lung der Stre­cke am Goe­the­platz gemein, sodass ein Teil ober­ir­disch wei­ter­fährt und der andere Teil in den vor­han­de­nen Tun­nel über Water­loo und Kröp­cke unter­ir­disch bis Hauptbahnhof.]

16:00 Uhr

TOP 1: Eröffnung

Brandt (CDU, Aus­schuss­vor­sit­zen­der): Freue mich, dass so viele da sind. Zur Tages­ord­nung: 3 Anträge, CDU am 14.2. ein­ge­gan­gen, Linke am 18.2., beide zur D-​Linie; außer­dem Linke für ver­trau­li­chen Teil. Zu Ein­wohner­fra­gen: Bür­ger­fra­ge­stunde split­ten: In Tages­ord­nungs­punkt Ö3: Alles außer D-​Linie, Ö5 dann nach Vor­trä­gen von Franz und Bode­mann max. eine Stunde Fra­gen. In eige­ner Sache: Herr Jagau ist im Auf­sichts­rat Zoo und hat für heute Nach­mit­tag eine Sit­zung anbe­raumt, bei der ich nicht ver­tre­ten wer­den kann. Ich muss des­halb um halb fünf weg. Herr Toboldt macht dann die wei­tere Sit­zungs­lei­tung und Frau Behre ver­tritt mich im Ausschuss.

Vor­stel­lung Elke-​Maria van Zadel

van Zadel (Regi­ons­ver­wal­tung): (berich­tet kurz über ihren Lebenslauf)

Brandt: Vor­gän­ger hin­ter­lässt große Fuß­stap­fen.
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D-​Linie: Aktuelle Entwicklung im Verkehrsausschuss der Region

In der Region Han­no­ver hat heute der Ver­kehrs­aus­schuss getagt. Ich war — als „ein­fa­cher Bür­ger” — am Anfang der Ver­an­stal­tung zuge­gen, da auf der Tages­ord­nung die Druck­sa­che zum Aus­bau der D-​Linie stand.

Schon län­ger war zu hören, dass es statt der ursprüng­lich ange­kün­dig­ten Beschluss­druck­sa­che nur eine Infor­ma­ti­ons­druck­sa­che würde — und so war es auch. Da sel­bige aber auch erst heute mor­gen ver­füg­bar war, kam post­wen­dend von der SPD der Antrag, den Tages­ord­nungs­punkt abzu­set­zen. Mit den Stim­men von SPD und Grü­nen wurde das dann auch gemacht. Im Rah­men der Bür­ger­fra­ge­stunde wurde das Thema dann aber erneut auf­ge­bracht und es gab von jeder Frak­tion (ok, fast jeder) ein State­ment dazu.

Darum geht's: Wie soll die Stadtbahnlinie 10 zukünftig durch die Innenstadt fahren? Die Kurt-Schumacher-Straße ist schon heute chronisch verstopft.

Darum geht’s: Wie soll die Stadt­bahn­li­nie 10 zukünf­tig durch die Innen­stadt fah­ren? Die Kurt-​Schumacher-​Straße ist schon heute chro­nisch verstopft.

Ent­schei­dend aber die Aus­sage von Dezer­nent Franz: Dass es heute nur eine Infor­ma­ti­ons­druck­sa­che gege­ben hat, ist nur der Tat­sa­che geschul­det, dass noch „Details” in den Plä­nen mit der Stadt Han­no­ver zu klä­ren seien. Ziel der Regi­ons­ver­wal­tung ist wei­ter­hin, eine Beschluss­druck­sa­che vor­zu­le­gen und bis Mai 2013 die För­der­an­träge stel­len zu können.

Ich war ja vor allem gespannt, ob die Umwand­lung zur Infor­ma­ti­ons­druck­sa­che so eine Art „Beer­di­gung ers­ter Klasse” für die ober­ir­di­schen Aus­bau­pläne würde. Aber klein beige­ben tun sie doch noch nicht mit ihrem Murks!

Ich habe den Teil der Sit­zung, den ich anwe­send war, mit­pro­to­kol­liert und gebe dies hier wie­der. Es gilt: Alles ohne Gewähr — zumal ich die Aus­schuss­mit­glie­der nicht kenne und die Akus­tik an dem Raum, gerade für Zuschauer, eher anstren­gend ist.

‚D-​Linie: Aktu­elle Ent­wick­lung im Ver­kehrs­aus­schuss der Region’ weiterlesen …

Prof. Scheelhaase bei den Piraten zur Stadtbahnlinie „D” in Hannover

Anfang April hatte die Pira­ten­par­tei bei ihrem wöchent­li­chen Aktiv­en­tref­fen einen sehr inter­es­san­ten Gast: Prof. Scheel­haase, einer der „Väter” des han­no­ver­schen Stadt­bahn­sys­tems, war auf Bit­ten der Pira­ten anwe­send. Er hat über die Ent­ste­hung des han­no­ver­schen Stadt­bahn­net­zes gespro­chen, über die Per­spek­ti­ven für den Lini­enast nach Ahlem („D-​West”) und über sei­nen eige­nen Vor­schlag, wie die­ser Ast zukünf­tig in das han­no­ver­sche Stadt­bahn­netz inte­griert wer­den könnte.

Ich habe bei der Ver­an­stal­tung flei­ßig mit­ge­schrie­ben und gebe die­ses Pro­to­koll im Fol­gen­den wieder:

Prof. Scheel­haase berich­tet ein wenig. Es geht zunächst um die Zusam­men­hänge. Er geht gleich in die Nach­kriegs­zeit. 1945 — wir wol­len die auto­ge­rechte Stadt mit vie­len Krei­seln. Grund­lage war ein städ­te­bau­li­cher Wett­be­werb, aber schon 1960 die Ein­sicht: Mit dem Auto­ver­kehr allein kann man die Ver­kehrs­pro­bleme nicht bewäl­ti­gen. Des­halb Umstieg auf öffent­li­chen Ver­kehr. Es folg­ten Gut­ach­ten. Im Jahr 1965 dann der ein­stim­mige Rats­be­schluss: In Han­no­ver soll eine U-​Bahn gebaut wer­den, und zwar so wie in Ber­lin oder Ham­burg. Da das aber nicht so schnell geht: Vor­l­auf­nut­zung durch Stra­ßen­bahn. Die­ses also die Aus­gangs­lage, als Herr Scheel­haase 1967 nach Han­no­ver gekom­men ist. Diese Vor­ga­ben waren bin­dend und muss­ten auch wegen der Bun­des­för­de­rung ein­ge­hal­ten werden.

Das führte dazu, das U-​Bahn-​gerecht gebaut wer­den musste und damit ein wenig am eigent­li­chen Bedarf: Län­gere Bahn­steige, grö­ße­res Pro­fil, Hoch­bahn­steige. Außer­dem: Signal­sys­tem, das 120 Sekun­den Zug­folge erlaubt.

Wir haben also ein Tun­nel­sys­tem gebaut, das letzt­lich über­di­men­sio­niert war. Die­ses exis­tiert heute noch, die lan­gen Bahn­steige sind nach wie vor eher über­flüs­sig. Das waren aber die Weichenstellungen.

Nun also Situa­tion: Wei­chen­stel­lun­gen haben ganze Rich­tung geprägt. Aber schon 1972 fest­ge­stellt: U-​Bahn ist für Han­no­ver eine Num­mer zu groß. Das wird nichts. Des­halb: Beschei­de­ner sein. Ergeb­nis: Stadt­bahn­sys­tem ent­wi­ckelt: Im Tun­nel U-​Bahn mit Signal, ober­ir­disch aller­dings Fah­ren wie eine Stra­ßen­bahn, auf Sicht mit Ampeln etc. So wurde dann ab 1973 kon­se­quent geplant und gebaut. Aller­dings: Fak­ten waren schon gesetzt. Es wur­den also nicht nur Tun­nels gebaut, son­dern ober­ir­disch auch die Stre­cken aus­ge­baut, eigene Gleis­kör­per, kon­se­quente Tren­nung von Auto– und Stra­ßen­bahn­ver­kehr geplant und auch durchgeführt.

Außer­dem: Sys­tem „Hoch­bahn­steige” kon­se­quent wei­ter­ge­führt. Also: Ab 1975 wur­den immer Hoch­bahn­steige gebaut, ins­be­son­dere bei Stre­cken­ver­län­ge­run­gen. Ahlem, Garb­sen etc. An den End­punk­ten, an den Wei­ter­bau nicht sinn­voll erschien (Sied­lungs­dichte), wur­den Umstei­ge­an­la­gen zum Omnibus-​Umsteigeverkehr gebaut.

Die­ses Sys­tem mit den Hoch­bahn­stei­gen ist bis heute durch­ge­hal­ten. Tun­nel­bau durch­ge­hal­ten bis ca. 1991. Da war das Innen­stadt­netz im Wesent­li­chen fer­tig. Nach C-​Nord wäre eigent­lich dran­ge­we­sen: D-​Linie nach Lin­den. Wäre auch wun­der­bar gelau­fen im Zuge der Pro­jekte der Welt­aus­stel­lung, schei­terte aber am Wider­stand der Grü­nen. Die haben schon Anfang der 1990er Jahre gesagt. „Wir wol­len kei­nen Tun­nel mehr in Han­no­ver. Wir wol­len die Stra­ßen­bahn ober­ir­disch und so, dass sie den Auto­ver­kehr behin­dert und dadurch die Ver­kehrs­ver­hält­nisse ändert.”

Tun­nel­bau ist dann Ende der 1990er-​Jahre aus­ge­lau­fen. Nicht aus­ge­lau­fen aller­dings ober­ir­di­scher Hoch­bahn­steig­bau. Unter ande­rem nach Ahlem. Dort drei Hoch­bahn­steige, dann auf der Stre­cke aller­dings seit 1995 nichts mehr pas­siert. Noch bis vor zwei Jah­ren kei­ner­lei Ände­run­gen, dann haben aber alle gemerkt: Es muss was pas­sie­ren, Linden/​Ahlem sind von moder­nem Netz abge­schnit­ten, die Umstei­ge­be­zie­hun­gen zu den ande­ren Stre­cken schlecht, die Linde­ner sind benachteiligt.

Streckenverlängerung Ahlem: Hier wurden bereits Hochbahnsteige gebaut

Stre­cken­ver­län­ge­rung Ahlem: Hier wur­den bereits Hoch­bahn­steige gebaut

Aus die­sem Grund war die Über­le­gung immer da: Die beste Lösung ist immer noch der Tun­nel wie in den 1990er JAh­ren vor­ge­schla­gen: Goetheplatz-​Hauptbahnhof. Dies ist jetzt heut­zu­tage aber nicht mög­lich, so behaup­ten einige, weil das Geld nicht da ist. Es geht jetzt also um die zweit­beste Lösung. Und um die wird zur­zeit viel dis­ku­tiert. Diese Dis­kus­sion besteht nun darin, dass bestimmte Kreise vor­schla­gen, eine Nie­der­flur­tech­nik ein­zu­füh­ren. Also nicht mehr Hoch­bahn­steige zu bauen, son­dern Bahn­steige, die nur 25 cm hoch sind, und da eine neue Stra­ßen­bahn­li­nie zu füh­ren von Ahlem bis in die Innen­stadt oder sogar noch wei­ter bis zum Raschplatz.

Dies wird aller­dings von eini­gen, auch Prof. Scheel­haase, sehr kri­tisch gese­hen. Tech­ni­sche Details: Es ist immer schlecht, mit zwei Sys­te­men zu arbei­ten: Ersatz­teile, ein Sys­tem kann nicht in das andere hin­ein­fah­ren. Das ist so wie mit zwei Pro­gram­mier­spra­chen oder als wenn man stän­dig zwi­schen Apple und Win­dows wech­seln müsste. Das heißt, ein ein­heit­li­ches Sys­tem mit allem drum und dran hätte große Vorteile.

Außer­dem wurde ja bereits von einem Arbeits­kreis aus­ge­rech­net, dass Betrieb eines sol­chen zwei­ten Sys­tems ca 850.000 EUR pro Jahr teu­rer wäre als die Stre­cke mit Hoch­flur zu betrei­ben. Es ist nicht ein­seh­bar, ein sol­ches Sys­tem zu entwickeln/​vertreten/​bauen, wenn es schlech­ter ist und mehr Geld kostet.

Des­halb hat Scheel­haase sich gemel­det und gesagt: Eigent­lich wäre es für Linde­ner und Ahle­mer opti­mal, wenn wir die Über­ka­pa­zi­tä­ten des Tun­nel­net­zes aus­nut­zen und einen Teil der Linie 10 oder die gesamte Linie 10 in den Tun­nel ab Water­loo schi­cken und dort bis Haupt­bahn­hof fah­ren las­sen. Damit haben dann alle Leute aus Lin­den, auch Behin­derte, opti­male Bedin­gun­gen, wenn noch ein paar Hoch­bahn­steige gebaut würden.

Und wenn es unbe­dingt gewünscht ist, nicht alles in den Tun­nel zu schi­cken, kann die Linie 10 auf­ge­spal­ten wer­den, sodass ein zwei­ter Ast ober­ir­disch in die Kurt-​Schumacher-​Straße fährt.

Goetheplatz: Hier würden sich die Linien trennen. Im Hintergrund die Goethestraße, wo auch der D-Tunnel beginnen würde

Goe­the­platz: Hier wür­den sich die Linien tren­nen. Im Hin­ter­grund die Goe­the­s­traße, wo auch der D-​Tunnel begin­nen würde

Für Lin­den ergäbe das eine opti­male Erschlie­ßung. Die Auf­spal­tung ist nur eine Frage des Fahr­plans. Die Express­li­nie in den Tun­nel könnte mit quasi jedem Fahr­plan­wech­sel ein­ge­führt wer­den und alle, die auf bar­rie­re­freien Ein­stieg ange­wie­sen sind, könn­ten jetzt schon von Ahlem in die Innen­stadt fah­ren und dort über­all­hin bar­rie­re­frei umstei­gen. Und die übri­gen Vor­teile hät­ten auch alle ande­ren: Wet­ter­schutz, Roll­trep­pen, Aufzüge.

Scheel­haase meint des­halb, es wäre nicht ver­tret­bar, so viel Geld für eine ober­ir­di­sche Nie­der­flur­stra­ßen­bahn aus­zu­ge­ben, wenn man das mit einer Fahr­plan­kor­rek­tur und eini­gen weni­gen Hoch­bahn­stei­gen genau­so­gut errei­chen könnte.

An die­sen Ein­stiegs­vor­trag schließt sich eine umfäng­li­che Fra­ge­runde an, wobei die Fra­gen mehr­heit­lich an Prof. Scheel­haase gehen.

Frage: Wie argu­men­tie­ren Befür­wor­ter der Nie­der­flur­tech­nik, gerade bei den Kosten?

Ant­wort: Etwa: „Es ist wun­der­schön, mit einer Stra­ßen­bahn ober­ir­disch in die Stadt rein­zu­fah­ren und in die Geschäfte zu schauen.” Ich kann die Argu­men­ta­tion aber auch nicht so gut.

F: Gibt es noch mehr Kapa­zi­tä­ten für Ver­kehr in der U-​Bahn?

A: Es gibt im han­no­ver­schen Stadt­bahn­netz zwei Nadel­öhre: Ein­mal Stein­tor mit vier Linien auf zwei Ästen. Dort funk­tio­niert das. Das andere Nadel­öhr ist Water­loo: Dort bis­lang nur drei Linien und — anders als am Stein­tor — zusätz­li­che Bahn­steig­kan­ten, sodass Züge auf jeden Fall in Sta­tion ein­fah­ren können.

F: Zu den Bau­vor­leis­tun­gen an den Sta­tio­nen Hauptbahnhof/​ZOB und Stein­tor. Dort gab es Zuschüsse, Steu­er­gel­der. Wie sind die Ver­träge gestal­tet, kann es Regress geben, wenn die Vor­leis­tun­gen jetzt nicht genutzt wer­den? Auch bei Ihme­zen­trum, ist ja auch untertunnelbar.

A: Man geht davon aus, das die Ansprü­che wegen die­ser Zuschüsse ver­jährt sind. Ist also nicht aus­ge­schlos­sen, aber unwahr­schein­lich, dass es Regress­an­sprü­che geben könnte.

Tunnelstation für die D-Linie am Hauptbahnhof: Bauvorleistung aus den frühen 1970er Jahren

Tun­nel­sta­tion für die D-​Linie am Haupt­bahn­hof: Bau­vor­leis­tung aus den frü­hen 1970er Jahren

F: Es sind ja nicht nur die Grü­nen, son­dern auch die Lin­ken, die Nie­der­flur­tech­nik wol­len. Was mir in öko­no­mi­scher Betrach­tung fehlt: Der Tun­nel hat doch auch Vor­teile für die Geschäfts­leute in der Innen­stadt. Ich erin­nere mich noch an die Hil­des­hei­mer Straße vor dem U-​Bahnbau mit den hand­tuch­brei­ten Geh­we­gen. Ist sowas berücksichtigt?

A: Das ist ja mein Vor­schlag. Es ist aber noch nicht in der Poli­tik ange­kom­men. Ich würde den ober­ir­di­schen Ast gern am Stein­tor enden las­sen. Steintor-​Aegi könn­ten dann umge­baut wer­den. Das ist eine ein­ma­lige Chance für Han­no­ver. Andere Alter­na­ti­ven sind ein fürch­ter­li­cher Krampf: Nie­der­flur­ver­kehr mit Anlie­fer­ver­kehr, dann Post­un­ter­füh­rung mit Hal­te­stelle unter der Bahn­brü­cke und hin­ten am Rasch­platz mit Wen­de­an­lage. Kos­tet Schwei­ne­geld, hat aber kei­nen Verkehrswert.

F: Das Schie­nen­netz ist ja von üstra mal zur Infra ver­la­gert wor­den. Damit sollte die üstra ent­las­tet wer­den. Wer trägt denn jetzt die Kos­ten der ver­schie­de­nen Lösun­gen? Bah­nen müs­sen dann durch üstra bezahlt werden?

A: Die Infra ver­wal­tet das Tun­nel­netz und die Schie­nen. Bau­herr wäre immer die Region Han­no­ver. Die würde ver­su­chen, Geld vom Land Nie­der­sach­sen zu bekom­men. Die­ses Geld wäre aber wohl nur noch bis 2019 da, danach gibt es keine Reg­lung für Zuschüsse die­ser Art mehr. Die üstra soll das betrei­ben, die Nie­der­flur­fahr­zeuge müsste dann die üstra beschaffen.

F: Wer trägt die Kos­ten der Infra?

A: Even­tu­ell die Region, genau weiß ich es aber nicht.

F: Wie kön­nen Sie so aus dem Hut eine Lösung zau­bern, wo Infra und üstra einen gan­zen Stab damit beschäftigen.

A: Habe von 1967 bis 1994 an dem Sys­tem gear­bei­tet, Tun­nel­sys­tem, beson­de­rer Bahn­kör­per. Über die lange Zeit weiß man das ein­fach. Habe nicht nur in Han­no­ver gebaut, son­dern auch in Ber­lin und Leipzig.

F: Die Grü­nen haben das Pro­blem ja ver­ur­sacht, weil sie kein Tun­nel haben woll­ten. Damals wur­den sich noch nicht so viele Gedan­ken über Behin­derte gemacht. Das Thema hat an Bedeu­tung gewon­nen, die Grü­nen sind jetzt in Lin­den stark und müs­sen etwas tun. Sie wol­len jetzt nicht zuge­ben, dass die Tun­nelab­leh­nung ein Feh­ler war und suchen einen Aus­weg. Des­halb diese Idee mit der Nie­der­flur­bahn, weil die Leute in Lin­den vor­geb­lich keine Hoch­bahn­steige wol­len. Frage: Was kos­tet denn der Tunnel?

A: Zuschüsse gab es vom Bund, mitt­ler­weile ist das über­tra­gen auf Län­der. Aber nur noch bis 2019. Danach ist das Geld zwar immer noch da, aber es gibt keine Zweck­bin­dung mehr. 1967 wurde eine Abgabe auf Ben­zin erho­ben, deren Erlös nur für Ver­kehrs­pro­jekte in Gemein­den ver­wen­det wer­den durfte. Im Zuge der För­de­ra­lis­mus­re­form wur­den diese Kon­zepte geän­dert und dabei die Zweck­bin­dung sol­cher Abga­ben abge­schafft. Und ob das Flä­chen­land Nie­der­sach­sen sol­che Tun­nels dann för­dern würde, ist zwei­fel­haft. Wir in Han­no­ver sind also bei der dama­li­ger Rege­lung gut weggekommen.

F: Es gibt ja zwei Gründe für die Umbau­pläne: Bar­rie­re­frei­heit und die Anbin­dung ans Rest­netz. Es gibt doch eine par­al­lele Bus­li­nie zur Linie 10 und Busse kön­nen sich sen­ken. Warum also nicht Busse für den bar­rie­re­freien Ein­stieg verwenden?

A: Viel­leicht denk­bar, aber ich brau­che doch nur drei Hoch­bahn­steige in Lin­den zu bauen, und dann hat jeder Linde­ner Bür­ger mit der Express­li­nie die Mög­lich­keit, in den Tun­nel ein­zu­fah­ren und dort bequem umzusteigen.

F: Aber bei dich­te­rer Bus­tak­tung kann man sich das doch alles sparen?

A: Ein Bus wird immer dann ein­ge­setzt, wenn der Fahr­gast­be­darf rela­tiv gering ist. Hohes Fahr­gast­auf­kom­men bedingt Stadt­bahn. Omni­busse sind für Behin­derte auch nicht so ideal. Und: Warum denn jetzt Busse ein­set­zen, wenn wir doch Stadt­bahn haben. Sehe Not­wen­dig­keit nicht ein.

F: Aber die Busse haben doch einen brei­ten Ein­stieg?! Ist eigent­lich der Bedarf für Bar­rie­re­frei­heit gestiegen?

A: Ich gehe davon aus, dass die­ser Bedarf in der Tat im laufe der Jahr­zehnte steigt: Die Leute wer­den älter etc. Zahl der Mobi­li­täts­ein­ge­schränk­ten wird stei­gen — aller­dings gibt es ja ande­rer­seits weni­ger Frauen mit Kinderwagen.

F: Wie hat sich denn der För­der­mit­tel­strom nach der deut­schen Ein­heit ent­wi­ckelt. In ande­ren Städ­ten muss­ten Stadt­bahn­pro­jekte ja abge­bro­chen wer­den, weil die För­de­rung ver­siegte. War das auch ein Pro­blem, als Anfang der 1990er-​Jahre der D-​Tunnel im Raum stand?

A: Der Rat muss ja als ers­tes ent­schei­den, ob er über­haupt einen För­de­rungs­an­trag stellt. Wir hat­ten damals erfah­ren, dass im Zuge der Welt­aus­stel­lung Han­no­ver Prio­ri­tät hatte und die rela­tiv gerin­gen Mit­tel des Tun­nels Goetheplatz-​Steintor wohl drin­ge­we­sen wären, wenn es gewollt gewe­sen wäre. Aber es war ja nicht gewollt. Da ist eine große Chance ver­tan worden.

F: Wenn das damals so gebaut wor­den wäre, wo wäre Aus­fahrt gewesen?

A: Es wäre im Tun­nel gewen­det wor­den. Wo, wäre eine Frage des Gel­des gewe­sen. Bei ganz viel Geld hätte es eine Kehr­an­lage hin­ter Hauptbahnhof/​ZOB gege­ben. Auch eine Kehr­an­lage hin­ter dem Stein­tor wäre mög­lich gewe­sen. Der Wei­ter­bau zur D-​Süd war auch damals schon nur lang­fris­tig vor­ge­se­hen, Die Sta­tion Mari­en­straße ist ja ent­spre­chend vorbereitet.

F: Zum Thema „Bus”. Ich fahre oft mit Bus­sen: Zwei Kin­der­wa­gen plus Behin­der­ter plus Haupt­ver­kehrs­zeit: Das ist eine Kata­stro­phe. Außer­dem dau­ert das Her­un­ter­fah­ren der Rol­li­rampe sehr lang und ist viel­fach aus­ge­spro­chen hake­lig. Ich fände das nicht gut.

F: Wie­viele Ein­woh­ner in Lin­den sind denn über­haupt gegen die Hochbahnsteige?

A: Das Pro­blem wird hoch­ge­spielt. Viel­leicht gibt es ein paar Kauf­leute. Aber man kann die Lim­mer­straße gene­rell hüb­scher machen. Wenn eine Bür­ger­be­fra­gung nur in Lin­den gemacht würde, gäbe es schon eine Mehr­heit für die Hoch­bahn­stei­g­lö­sung. Die Grü­nen glau­ben halt, Fahne zei­gen und in der Lim­mer­straße ein Signal set­zen zu kön­nen. Aber man muss nur ein Stück wei­ter­fah­ren, schon dreht sich alles um: Die Ahle­mer haben zwar Hoch­bahn­steige, kön­nen aber fast nir­gends anders aus den Bah­nen aus­stei­gen. Die wol­len die Bahn­steige dringend.

Zankapfel Limmerstraße: Hier wird am intensivsten gegen den Ausbau der Strecke gewettert

Zank­ap­fel Lim­mer­straße: Hier wird am inten­sivs­ten gegen den Aus­bau der Stre­cke gewettert

F: Noch eine Anmer­kung zu den Bus­sen: Dort ist in der Regel keine Fahr­rad­mit­nahme mög­lich. Aber andere Frage: Wie teuer ist ein Kilo­me­ter U-​Bahn?

A: Bin ja nun schon eine ganze Zeit raus. Aber frü­her haben wir in Han­no­ver so mit 100 – 150 Mio DM pro Kilo­me­ter gerechnet.

F: För­de­run­gen sind ja so gestal­tet, dass, wenn wir Nie­der­flur bauen, bestimmte Auf­la­gen erfüllt wer­den müs­sen, z.B. eige­ner Gleis­kör­per. Ist dann in Summe nicht Nie­der­flur oben genauso teuer wie Tun­nel unten für Stadt Hannover?

A: Ist mir in die­ser Form neu. Ich glaube aber nicht, dass eine U-​Bahn immer teu­rer ist als eine ober­ir­di­sche Trasse. Für mich ist der Sinn von öffent­li­chem Per­so­nen­nah­ver­kehr, Fahr­gäste mög­lichst schnell, pünkt­lich und zuver­läs­sig nach Fahr­plan von A nach B beför­dern. Und das geht nur, wenn die Bah­nen mög­lichst schnell fah­ren. Und ein Sys­tem, wo es nicht mal einen eige­nen Gleis­kör­per gibt, ist lang­sa­mer und hat ein grö­ße­res Gefahrenpotential.

F: Sind eigent­lich die Pla­nungs­pro­zesse über die Jahre durch Ein­wände aus den unter­schied­lichs­ten Rich­tun­gen schwie­ri­ger geworden?

A: Der Rat hatte sich 1965 ein­stim­mig für das Grund­netz aus­ge­spro­chen. Die­ses Kon­zept hat bis Anfang der 1990er Jahre gehal­ten. Irgend­wann kommt dann eine neue Gene­ra­tion. Die wol­len dann was anders machen. Gelingt es nun den Alten, das, was sie mal ent­wor­fen und über­legt haben, so zu kom­mu­ni­zie­ren, dass die Jun­gen davon über­zeugt wer­den? Wenn nicht, dann ent­wi­ckeln sie neue Dinge. Das ist immer so. Mit Ideo­lo­gen kann man ja oft gar nicht diskutieren.

F: Wel­che Inves­ti­tion wäre denn die rich­tigste? Zuen­de­bauen der U-​Bahn, „Scheelhaase-​Vorschlag”, Nie­der­flur oder Hochflur?

A: Rich­tigste Lösung wäre 150 – 200 Mio in die Hand zu neh­men und D-​Tunnel und Bahn­steige in Lin­den fer­tig­zu­bauen. Das ist aber nach mei­ner Sicht zur­zeit unrea­lis­tisch, weil das Geld nicht auf­ge­bracht wer­den soll. Wenn man das nicht hat, muss man zweit­beste Lösung neh­men. Und das ist immer die, dass zukünf­tige Gene­ra­tio­nen die beste Lösung spä­ter noch rea­li­sie­ren kön­nen. Also: Rela­tiv wenig Geld in die Hand neh­men, Linie 10 auf­spal­ten, „Express­zweig” über den A-​Tunnel (Waterloo-​Hauptbahnhof), „Lokalz­weg” ober­ir­disch am Stein­tor enden las­sen. Damit bliebe Option für zukünf­tige D-​Linie offen und allein mit Fahr­plan­än­de­run­gen könnte man einen gro­ßen Effekt. Mit Nie­der­flur wäre das verbaut.

Bemer­kung: Unfall­ge­fahr: Sehe ich nicht so. Kommt nur vor, wenn Stadt­bahn sehr schnell fährt. Am Bahn­hof, wo Bahn lang­sam fährt, ist das nicht bekannt. Außer­dem: Denk­weise mit den ver­schie­de­nen Töp­fen soll­ten wir nicht übernehmen.

F: Sie haben die poli­ti­sche Rah­men­be­din­gun­gen dar­ge­stellt. Was für eine Rolle spielt die Regi­ons­grün­dung? 1965 hat Stadt ja auto­nom ent­schie­den, oder?

A: Die Region ist eine sinn­volle Ent­schei­dung wegen Kon­kur­renz­si­tua­tion zwi­schen den ver­schi­de­nen Städ­ten, zum Bei­spiel Garb­sen und Han­no­ver oder Lan­gen­ha­gen und Han­no­ver. Über­ge­ord­nete Ent­schei­dun­gen wie Müll­ab­fuhr oder Stadt­bahn­ver­län­ge­rung sind sinn­vol­ler­weise von den Städ­ten an die Region abge­ge­ben wor­den. Da sind wir auch Spitze in der Bun­des­re­pu­blik. Beim Betrieb des ÖPNV ist es auch sinn­voll, dass es die Region das macht, da so viele Dinge grenz­über­schrei­tend geplant wer­den müs­sen. Omni­bus­ver­kehr zum Bei­spiel über­all in der Region. Das könnte Stadt Han­no­ver gar nicht regeln. Siehe zum Bei­spiel auch S-​Bahnverkehr. Der hat sich in den 10 Betriebs­jah­ren ver­dop­pelt, jetzt kom­men Hil­des­heim und Nien­burg und wol­len für Anschluss sogar bezah­len. Das ist eine Erfolgsgeschichte.

F: Für die För­der­mit­tel steht ja immer ein Topf zur Ver­fü­gung. Die Frage ist nur: Wer bekommt Geld aus dem Topf? Warum dar­auf ver­zich­ten? Die Frage ist für mich eher: Wel­chen Gewinn haben wir, wenn wir das Sys­tem instal­lie­ren. Wenn wir damit eine leis­tungs­fä­hi­gere stä­di­sche Infra­struk­tur bekom­men, dann ist es ver­nünf­tig, Mit­tel aus dem Topf zu neh­men. Thema Nut­zung der Ver­kehrs­mit­tel: Die haben sich in 40 – 50 Jah­ren ja auch anders ent­wi­ckelt. Aus heu­ti­ger Sicht wäre es wie­der posi­tiv, wenn wir dien U-​Bahnbau fort­set­zen wür­den. Die Nut­zung von Ver­kehrs­mit­teln ist heute ganz anders: Teil­weise nut­zen die Men­schen 5 ver­schie­dene Ver­kehrs­mit­tel neben­ein­an­der statt nur mit dem eige­nen Auto zu fahren.

A: Grund­satz der Pla­nung war, den Öffent­li­chen Ver­kehr schnell, pünkt­lich, zuver­läs­sig zu gestal­ten. Dafür benätgt man eine hohe Rei­se­ge­schwin­dig­keit und dafür einen unab­hän­gi­gen Betrieb. üstra und S-​Bahn haben Zuwächse, das ist auch gut für die Städte. Wir müs­sen auch dar­auf ach­ten, dass wir mit dem öffent­li­chen Ver­kehr wett­be­werbs­fä­hig blei­ben. Die Kraft­stoff­preise wer­den irgend­wann bei 2 EUR lie­gen. Auch dann müs­sen wir die Leute noch schnell und pünkt­lich von Wohn­ort zum Arbeits­platz bringen.

F: Noch­mal zum Bruch Anfang der 1990er Jahre. Der D-​West-​Ausbau wurde ja gestoppt, statt­des­sen war die D-​Süd nach Bemero­der und zum Krons­berg Hype. Außer­dem wur­den Nord­ha­fen, Garb­sen und einige andere Ver­län­ge­run­gen ausgebaut.

A: Lin­den ist eine Archil­les­verse. Aber: Die hät­ten damals beim Aus­bau zustim­men kön­nen, dann sähe es auf dem Ast heute auch anders aus. Die habe ihre Chance selbst versaut.

F: Die Bahn­steig­bau­ten in Han­no­ver sind sehr auf­wän­dig. In ande­ren Städ­ten, zum Bei­spiel Bie­le­feld, wer­den Hoch­bahn­steige mit wesent­lich schlich­te­ren Auf­bau­ten und Signa­li­sie­run­gen gebaut. Sind die Bau­ten in Han­no­ver auf­sichts­recht­lich nötig oder könnte man das auch in Han­no­ver eine Num­mer klei­ner und damit weni­ger stadt­bild­do­mi­nie­rend gestalten?

A: In Han­no­ver pla­nen ist geren­ell schwie­rig. Das gibt es die BO-​Strab, „Bau– und Betriebs­ord­nung für Stra­ßen­bah­nen”, das ist eine Bun­des­ver­ord­nung. An die muss sich jeder hal­ten. Dazu kom­men dann zum Bei­spiel Behin­der­ten­richt­li­nien. Und dann noch die Bezirks­räte wegen der Ampel­an­la­gen. Da hat eine Viel­zahl von Köchen ihre Hände im Spiel.

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F: Noch­mal eine Bre­sche für Busse. Warum wer­den denn keine Gelenk­busse eingesetzt?

A: Ahlem ist Umstei­ge­sta­tion für Busse, damit Bus­pas­sa­giere von außen schnell mit Stadt­bahn in die Stadt kom­men. Der Omni­bus hat nie­de­ri­gere Rei­se­ge­schwin­dig­keit als Stadt­bahn. Ansons­ten kön­nen üstra oder Region das bes­ser beantworten.

B: Ich habe 1980 in der Mari­en­straße einen Laden gehabt. Als der Stra­ßen­bahn­bau kam, musste ich weg und habe geflucht. Mitt­ler­weile benutze ich Stadt­bahn täg­lich: Fan­tas­ti­sche Arbeit!

F: Busse. Eigent­lich sind Busse als Stadt­bah­ner­gän­zung sinn­voll. In Burg­we­del gibt es nur wenig Bus­ver­kehr. Abends um 10 aber noch Gelenk­busse mit 2 Pas­sa­gie­ren. üstra schmeißt da Geld raus, wenn sie zu der Zeit Gelenk­busse ein­ge­setzt wer­den. Klei­nere Busse nehmen!

A (Rei­ner B): Burg­dorf hat mit üstra nichts zu tun. Habe in Han­no­ver Taxi­busse gefah­ren, gibt also sol­che Szenarien.

Anmer­kung Ver­samm­lungs­lei­tung: Jetzt mal die Busse bei­seite las­sen, hier geht’s um Stadtbahn.

B: Busse in Innen­stadt und Umwelt­zone sind nicht sinn­voll. Wenn jetzt Ahle­mast in A-​Tunnel gelei­tet wird und dann die Mit­tel weg­fal­len, dann ist das eine Dauerlösung.

F: Was kön­nen wir in Stadt und Region als Par­tei machen, um einen Fahr­plan­wech­sel wie beschrie­ben mit der Linie 10 umsetzen?

A: Antrag for­mu­lie­ren für Regi­ons­ver­samm­lung, der geht dort in den Ver­kehrs­aus­schuss, gibt dann ent­we­der Mehr­heit oder eben nicht.

F: Wenn die Bun­des­mit­tel noch bis 2019 lau­fen, bis wann muss sowas über die Bühne gelau­fen sein?

A: Kommt auf Größe des Bau­vor­ha­bens an. Bei Nie­der­flur­tech­nik gibt es noch min­des­tens zwei Jahre poli­ti­sche Dis­kus­sion, es müs­sen Anträge gestellt wer­den. Dann noch vier Jahre Zeit. Also: Letz­ter Drü­cker. Für Tun­nel ist es höchst­wahr­schein­lich jetzt schon zu spät.

Schluss­wort Prof. Scheel­haase: Sprit soll in 2 – 3 Jah­ren 2,50 EUR kos­ten. Damit wird uns ein neues Thema geschenkt: Eine Viel­zahl von Leu­ten kann es sich dann gar nicht mehr leis­ten, Auto zu fah­ren. Wie muss also der ÖPNV struk­tu­riert wer­den? In der Stadt ist das noch nicht so das Pro­blem, aber außer­halb? Schauen wir über Tel­ler­rand hin­aus: In ande­ren Städ­ten gibt es klei­nere Ein­hei­ten, andere Lini­en­kon­zepte oder fle­xi­ble Hal­te­stel­len. Die­ses Thema kommt auf, nut­zen wir es für die Pira­ten. Wir sind ja keine Spar­ten­par­tei, wir küm­mern uns auch um sol­che Themen.

Wir blei­ben da am Ball, Zustim­mung in der gesam­ten Versammlung.