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Der Nahverkehrs-​Adventskalender (24): Rom, Straßenbahn und U-​Bahn, 2009

Zum heu­ti­gen Hei­li­gen Abend öffnet sich das letzte Tür­chen des Nahverkehrs-​Adventskalenders. Und wie bei den Schoko-​Weihnachtskalendern, die an die­sem Tag ja auch das größte Stück­chen Scho­ko­lade her­aus­rü­cken, gibt es auch hier noch­mal einen beson­ders umfang­rei­chen Ein­trag. Und auch den­je­ni­gen, der am wei­tes­ten von Deutsch­land weg­führt: Wir besu­chen Rom. Oder genauer: Ich habe Rom besucht. Alle nach­fol­gen­den Fotos sind im August 2009 ent­stan­den. Mei­nes Wis­sens hat es seit­her aber keine durch­grei­fen­den Ände­run­gen oder Erwei­te­run­gen des beschrie­be­nen Zustan­des gegeben.

Neben einem sehr umfas­send aus­ge­bau­ten Stadt– und Schnell­bus­sys­tem ver­fügt die 3-​Millionen-​Metropole Rom sowohl über ein U-​Bahn– als auch über ein Stra­ßen­bahn­netz. Beide sind klas­sisch von­ein­an­der getrennt. Die Stra­ßen­bahn war, ähnlich wie in vie­len deut­schen Städ­ten, über Jahr­zehnte ein Stief­kind des öffent­li­chen Ver­kehrs, wird aber seit etwa Anfang der 1990er Jahre wie­der aus­ge­baut, wenn auch zöger­lich. Die U-​Bahn besteht 2009 aus zwei Linien, die sich am Haupt­bahn­hof in der Innen­stadt kreu­zen. Wir wer­fen nun einen Blick auf beide Netze.

Die Stra­ßen­bahn von Rom

Straßenbahnzug der Linie 8 biegt in die Viale di Trastevere ein

Stra­ßen­bahn­zug der Linie 8 biegt in die Viale di Tras­te­vere ein

Das römi­sche Stra­ßen­bahn­netz ver­läuft im gesam­ten römi­schen Stadt­ge­biet. Es ist aber sehr — nunja — grob­ma­schig. Genau genom­men besteht es aus nur sechs Linien, von denen zwei weit­ge­hend gebün­delt als Halb­mes­ser­li­nien einige Stadt­teile im römi­schen Osten erschlie­ßen, eine nur eine rela­tiv kurze Stich­stre­cke im Nor­den dar­stellt und eine bereits seit 2004 wegen Fahr­zeug­man­gel und/​oder fort­ge­setz­ter Bau­ar­bei­ten mit Bus­sen bedient wird. Es blei­ben die Linie 19, die zwar das ganze Stadt­ge­biet durch­fährt — nicht jedoch am Wochen­ende. Und die Linie 8, die als ein­zige kon­se­quent mit moder­nen Nie­der­flur­fahr­zeu­gen befah­ren wird. Das obige Bild zeigt ein Fahr­zeug die­ser Linie in der Nähe des Bahn­ho­fes Trastevere.

Endstation der Linit 8 in der Via di Torre Argentina

End­sta­tion der Linit 8 in der Via di Torre Argentina

Linie 8 ist die neuste Linie des Net­zes. Im Außen­be­reich ist sie quasi auf der Trasse einer frü­he­ren Stra­ßen­bahn­stre­cke wie­der­er­rich­tet wor­den. Im Stadt­zen­trum endet sie momen­tan auf der Via di Torra Argen­tina am Corso Vit­to­rio Ema­nu­elle II. Diese Straße würde sich für eine Direkt­ver­bin­dung zwi­schen Haupt­bahn­hof und Vati­kan anbie­ten, bis­lang gibt es aber noch keine kon­kre­ten Pla­nun­gen, auch hier eine Stra­ßen­bahn auf­zu­bauen und mit ihr die Bus­li­nien zu erset­zen, die statt­des­sen momen­tan hier ver­keh­ren. So endet die Stra­ßen­bahn an einer Stump­fend­stelle mit­ten in der römi­schen Innenstadt.

Straßenbahn an der Porta Maggiore

Stra­ßen­bahn an der Porta Maggiore

Durch die sehr grobe Stuk­tur des Net­zes gibt es nur wenige Ver­knüp­fungs­punkte. Der ein­zige „echte” Kno­ten­punkt ist an der Porta Mag­giore, wo sich immer­hin vier Linien tref­fen und die als Kreis­ver­kehr ange­leg­ten Schie­nen alle Äste mit­ein­an­der ver­bin­den. Der Schie­nen­kreis durch­fährt das his­to­ri­sche Via­dukt der Porta Mag­giore, was für inter­es­sante Motive sorgt. Auf dem Bild sieht man einen Wagen des ita­lie­ni­schen Her­stel­lers Socimi, der als Fahr­zeug anfang der 1990er Jahre durch­aus inno­va­tiv war, von dem aber nie so viele Fahr­zeuge in Betrieb waren wie ursprüng­lich geplant

Straßenbahntrasse auf der Via Prenestina mit östlicher Umgehungsstraße im Hintergrund

Stra­ßen­bahn­trasse auf der Via Pre­nes­tina mit östli­cher Umge­hungs­straße im Hintergrund

Der am dich­tes­ten befah­rene Ast des Net­zes führt von der Porta Mag­giore nach Osten. Auf dem Bild ist die erste Hal­te­stelle östlich der Porta Mag­giore auf der Via Pre­nes­tina zu sehen. Die Stra­ßen­bahn hat hier einen eige­nen Bahn­steig, der typisch für Rom nur per ampel­lo­sem Zebra­strei­fen zu errei­chen ist. Das Fahr­zeug gehört zur ältes­ten noch in Betrieb befind­li­chen Bau­se­rie und ist mitt­ler­weile über 60 Jahre alt. Im Hin­ter­grund sieht man die auf­ge­stän­derte östli­che Umge­hungs­schnell­straße um das Stadt­zen­trum, die hier zwei­stö­ckig geführt wird, damit die Via Pre­nes­tina von Osten kom­ment in beide Rich­tun­gen an die Ring­straße höhen­frei ange­schlos­sen wer­den kann. Hier befin­den sich auch die zwei Depots des Net­zes, in denen die Bah­nen gewar­tet und abge­stellt werden.

Das Stra­ßen­bahn­netz in Rom ist für die Größe der Stadt eher unter­di­men­sio­niert. Dass die modernste Linie nur als Halb­mes­ser­li­nie betrie­ben wird und eine der längs­ten Linien seit Jah­ren als Dauer-​Schienenersatzverkehr mit Bus­sen bedient wird, ist eher befremd­lich. Aller­dings dürfte der Fort­be­stand des Net­zes einst­wei­len gesi­chert sein. Und wer weiß, viel­leicht kom­men ja irgend­wann in der Zukunft mal die nöti­gen Net­zer­wei­te­run­gen, die die Stra­ßen­bahn wie­der zum leis­tungs­fä­hi­gen Ver­kehrs­trä­ger für die inne­ren Stadt­be­rei­che Roms machen.

Das römi­sche U-​Bahnnetz

Und nun zu etwas ganz ande­rem: Wir wech­seln zur U-​Bahn. Diese besteht wie beschrie­ben aus zwei Linien, die unab­hän­gig von­ein­an­der betrie­ben wer­den. Ältes­ter Abschnitt ist der süd­li­che Teil der heu­ti­gen Linie B vom Haupt­bahn­hof „Ter­mini” durch was Welt­aus­stel­lungs­vier­tel „E.U.R.” nach Laurentina.

Metrostation "Termini" auf der Linie B

Metro­sta­tion Ter­mini auf der Linie B

Der Süd­ast der Linie B ver­läuft nur zu einem Teil unter­ir­disch. In die­sen Berei­chen sind die Sta­tio­nen als Gewölbe mit Sei­ten­bahn­stei­gen auf­ge­baut, wie hier am Ter­mini zu sehen. Die römi­sche U-​Bahn ver­kehrt im Links­ver­kehr, was ange­sichts ihrer voll­stän­dig unan­hän­gi­gen Ver­kehrs­füh­rung kein Pro­blem dar­stellt, aber trotz­dem ein wenig gewöh­nungs­be­dürf­tig ist. Oben im Bild ist die Fahr­gas­t­in­for­ma­tion zu sehen. Da die End­punkte für jeden Bahn­steig ein­deu­tig sind, bleibt als wich­tigste Infor­ma­tion die Zeit bis zur Ankunft des nächs­ten Zuges. Diese wird auf den Anzei­gen in Minu­ten heruntergezählt.

U-Bahnzug der Linie B am Endpunkt "Rebibbia"

U-​Bahnzug der Linie B am End­punkt Rebibbia

Die Linie B wurde 1990 in den Nord­os­ten Roms ver­län­gert. Das Bild zeigt einen der typi­schen Züge der Linie mit sei­nem recht her­un­ter­ge­kom­me­nen Erschei­nungs­bild. Die römi­sche Metro ist ein soge­nann­tes „geschlos­se­nes Sys­tem”, das heißt beim Betre­ten ist das Pas­sie­ren von Sper­ren obli­ga­to­risch. Die End­sta­tion in Rebib­bia ist dabei so auf­ge­baut, dass das Abfahrts­gleis Rich­tung Süden auch für ankom­mende Züge genutzt wer­den kann. Über eine Wei­chen­ver­bin­dung vor der Sta­tion ist so ein Kurz­wen­den direkt am Bahn­steig mög­lich. Bei dem von mir beob­ach­te­ten 10-​Minuten-​Takt wurde das durch­gän­gig so gehandhabt.

Kehranlage hinter der Station Rebibbia

Kehr­an­lage hin­ter der Sta­tion Rebibbia

Aus die­sem Grund ist die Abstellan­lage hin­ter der Sta­tion auch ver­waist: Hier wür­den ansons­ten die Bah­nen die Fahrt­rich­tung wech­seln. Dies ist übri­gens auch die Abstellan­lage, in der im Dezem­ber 2010 in einem U-​Bahnzug eine halb­fer­tige Bombe gefun­den wurde. Offen­sicht­lich wird die­ser Bereich also durch­aus genutzt, wenn mehr Ver­kehr ist. Im August 2009 war mir das nicht so ganz klar.

Einfahrende U-Bahn der Linie B am Bahnhof Termini

Ein­fah­rende U-​Bahn der Linie B am Bahn­hof Termini

Die römi­sche U-​Bahn ist natür­lich auch für Tou­ris­ten ein wich­ti­ges Ver­kehrs­mit­tel, sie ver­läuft unter ande­rem in der Nähe des Vati­kans, am Colos­seum, natür­lich über den Haupt­bahn­hof und stellt eine Ver­bin­dung zum Bahn­hof Osti­ense mit den Vor­ort­zü­gen zum Lido di Ostia her. Auf dem Bild fährt ein Zug mor­gens um kurz nach zehn am gut gefüll­ten Bahn­steig der Linie B am Ter­mini ein.

Metrostation "Repubblica"

Metro­sta­tion Repubblica

Die Metro­li­nie A wurde in ihrem zen­tra­len Abschnitt in einem Rutsch gebaut und 1980 bereits als Durch­mes­ser­li­nie eröff­net. Seit­her hat es nur im nörd­li­chen Abschnitt noch zwei Erwei­te­run­gen gege­ben. Der durch­gän­gige Bau hat eine große archi­tek­to­ni­sche Strenge geför­dert: Alle Sta­tio­nen in der Innen­stadt wur­den (wie der gesamte Tun­nel) gebohrt und haben einen Mit­tel­bahn­steig zwi­schen zwei Gleis­röh­ren. Die Außen­wände sind mit Blech­plat­ten ver­klei­det und in mehr als einer Sta­tion hört man dahin­ter Was­ser plät­schern. Die abge­bil­dete Sta­tion „Repubblica” unter der Piazza della Repubblica zeigt dabei den Zustand aller Sta­tio­nen. Ins­ge­samt sind die Sta­tio­nen eher dun­kel und wir­ken durch die mit­tig lie­gen­den Auf– und Abgänge ein wenig verwinkelt.

U-Bahnzug der Linie A überquert den Tiber auf der Ponte Pietro Nenni

U-​Bahnzug der Linie A über­quert den Tiber auf der Ponte Pie­tro Nenni

Die gesamte Linie A ver­läuft unter­ir­disch mit einer Aus­nahme: Der Tiber wird auf einer Brü­cke über­quert. Das Bild zeigt diese Brü­cke von der Fuß­gän­ger­über­füh­rung auf der östli­chen Tiber­seite aus. Der Zug rechts im Bild ist auf dem Weg nach Osten am Vati­kan vor­bei und dann zum Vor­ort Bat­tis­tini. Es han­delt sich hier­bei um einen grund­sätz­li­chen ande­ren Fahr­zeug­typ als auf der Linie B. Die Züge der Linie A sind weiß, graf­fi­ti­frei, im Inne­ren voll­stän­dig durch­gän­gig (wie zum Bei­spiel die Bau­reihe H der Ber­li­ner U-​Bahn) und ganz offen­sicht­lich neue­ren Datums als ihre Kol­le­gen auf der Linie B.

U-Bahnstation "Manzoni" auf der Linie A

U-​Bahnstation Man­zoni auf der Linie A

Nach 30 Jah­ren Nut­zung sind ins­be­son­dere die inner­städ­ti­schen Bahn­höfe der Linie A stark her­un­ter­ge­kom­men und sanie­rungs­be­dürf­tig. Im August 2009 ist dies bei einer Sta­tion bereits pas­siert: Man­zoni prä­sen­tiert sich frisch reno­viert mit wei­ßen Wän­den, hel­lem Boden und hell glän­zen­den Außen­wän­den an den Glei­sen. Auch die Roll­trep­pen und Fahr­stühle sind in dem neuen Look gehal­ten. das ganze wirkt wesent­lich freund­li­cher als die noch nicht reno­vier­ten Stationen.

Abfahrende U-Bahn in der Station "Manzoni"

Abfah­rende U-​Bahn in der Sta­tion Manzoni

Es stünde der Metro sicher gut zu Gesicht, wenn auch die übri­gen Sta­tio­nen der Linie A eine ent­spre­chende Frisch­zel­len­kur bekä­men. Die Sta­tio­nen außer­halb der Innen­stadt sind in einem wesent­lich bes­se­ren Zustand, aber alle Sta­tio­nen haben ein völ­lig ein­heit­li­ches Design ohne jede indi­vi­du­elle Note oder archi­tek­to­ni­schen Kniff. Es wird span­nend sein zu beob­ach­ten, ob bei der Sanie­rung der Sta­tio­nen spe­zi­elle Gestal­tungs­merk­male Ein­zug halten.

Rom ist ja sowieso immer eine Reise wert. Die­ser kleine Rei­se­be­richt zeigt, denke ich, dass das ins­be­son­dere auch zutrifft, wenn man sich nicht nur für Geschichte und his­to­ri­sche Relikte inter­es­siert, son­dern auch für so pro­fane Dinge wie den städ­ti­schen Per­so­nen­ver­kehr. Von Deutsch­land aus ist Rom gut per Flug­zeug oder — wenn man will — per Nacht­zug zu errei­chen. Letzt­lich ist das Ver­kehrs­mit­tel aber eigent­lich egal, denn wie wir ja wis­sen, füh­ren sowieso alle Wege dorthin…

Zum Schluss

Dies war nun der letzte Bei­trag mei­nes „Nahverkehrs-​Adventskalenders”. Es war ein Expe­ri­ment für mich; zum einen, ob ich es denn nun schaffe, täg­lich einen ent­spre­chen­den Arti­kel zu schrei­ben und zum ande­ren, ob es irgend­je­man­den gibt, der diese Arti­kel auch liest. Ers­te­res kann ich klar mit „ja” beant­wor­ten: Jeden Tag waren die Arti­kel pünkt­lich fer­tig und mit einer Aus­nahme habe ich sie immer um neun Uhr frei­ge­schal­tet. Und es gibt auch deut­li­che Zei­chen, dass sich der eine oder andere Leser und sogar Stamm­le­ser gefun­den hat. Neben eini­gen Kom­men­ta­ren hier im Blog oder auf Twit­ter habe ich auch per­sön­li­che Rück­mel­dun­gen bekom­men und die eine oder andere Anre­gung für Fol­ge­bei­träge hier im Blog bekom­men. Zudem sind die Zugriffs­zah­len auf das Blog seit der Adventskalender-​Artikelserie merk­lich und kon­stant angestiegen.

Also, liebe bekannte und unbe­kannte Leser: Ich hoffe, ihr hat­tet ähnlich viel Spaß beim Lesen der Ari­kel wie ich beim Schrei­ben. Die Arti­kel blei­ben hier im Blog ver­füg­bar und so kann es ja durch­aus sein, dass sich auch in Zukunft der eine oder andere Leser hier­her ver­irrt. Auch die­sen sei an die­ser Stelle ein „Herz­lich Will­kom­men!” zugerufen.

Die Reise durch 24 deut­sche und euro­päi­sche Nah­ver­kehrs­netze ist nun abge­schlos­sen. Es lohnt sich aber sicher, auch in Zukunft dann und wann hier vor­bei­zu­schauen. Neben Poli­tik wird das Ver­kehrs­we­sen und ins­be­son­dere der ÖPNV auch wei­ter­hin the­ma­ti­scher Schwer­punkt die­ses Blogs sein. Da bin ich jeden­falls ziem­lich sicher — schließ­lich ist es ja mein Blog. Fürs Erste wün­sche ich aber uns allen schöne und unfall­freie Weih­nach­ten und einen rein meta­pho­ri­schen Guten Rutsch ins neue Jahr!

Der Nahverkehrs-​Adventskalender (12): Hamburg, Jungfernstieg und Blankenese, 1997 – 2010

Zum drit­ten Advent gibt’s wie­der einen län­ge­ren Arti­kel und mehr Fotos. Wir schauen uns heute zwei Orte in Ham­burg an.

Außengleis am Jungfernstieg, Juli 1997

Außen­gleis am Jung­fern­stieg, Juli 1997

Ham­burg ist die zweit­größte Stadt Deutsch­lands. Rück­grat des öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehrs sind U– und S-​Bahn, die — aus vie­len Rich­tun­gen kom­mend — an meh­re­ren Stel­len in der Innen­stadt ver­knüpft sind. Einer die­ser Kno­ten­punkte ist der Jung­fern­stieg. In den 1960er Jah­ren wurde hier ein äußerst leis­tungs­fä­hi­ger Schnell­bahn­kno­ten an und unter der Bin­nen­als­ter geschaf­fen. Einer sei­ner Teile ist der U-​Bahnhof der U2 zwi­schen den Sta­tio­nen Hauptbahnhof/​Nord und Gän­se­markt. Der Bau die­ses Bahn­ho­fes fiel mit­ten Zeit umfang­rei­cher Aus­bau­pläne für die U-​Bahn und dem­ent­spre­chend wur­den hier nen­nens­werte Vor­leis­tun­gen erbracht.

Auf dem Bild sieht man die äußere Bahn­steig­kante eines der bei­den Insel­bahn­steige auf dem U2-​Bahnhof unter dem Jung­fern­stieg. Der Gleis­trog ist leer. Hier sollte den Pla­nun­gen aus den 1960er-​Jahren zu Folge die U-​Bahnlinie U4 von Altona kom­mend über den Haupt­bahn­hof und Munds­burg zur City Nord ent­lang füh­ren. Mitte der 1970er Jahre wurde der Bau die­ser U-​Bahnlinie aus finan­zi­el­len Grün­den gestoppt und seit­her nicht mehr auf­ge­nom­men. Ent­spre­chend lie­gen hier auch im Jahr 1997 noch keine Gleise und es war damals auch nicht abseh­bar, dass sich daran jemals etwas ändern würde. Man beachte, dass beim Bau des Bahn­ho­fes an den Glei­sen bereits Zug­ziel­an­zei­ger instal­liert wur­den, die aber nie­mals irgend­et­was sinn­vol­les ange­zeigt haben — wo kein Gleis, da auch keine Bahn.

Außengleis am Jungfernstieg, Oktober 2010

Außen­gleis am Jung­fern­stieg, Okto­ber 2010

Zeit­sprung, 13 Jahre spä­ter. Im Okto­ber 2010 ist der Gleis­trog gefüllt. Aller­dings nicht für eine U-​Bahn in der ursprüng­lich geplan­ten Rela­tion. Seit Anfang der 2000er-​Jahre wird in Ham­burg eine Neu­nut­zung der ehe­ma­li­gen stadt­na­hen Hafen­ge­biete geplant. Der neue Stadt­teil „Hafen­city” braucht einen leis­tungs­fä­hi­gen Anschluss an den öffent­li­chen Per­so­nen­ver­kehr, hier­für ist rela­tiv früh die Wahl auf eine U-​Bahnlinie gefal­len und unter eini­gen Alter­na­ti­ven hat sich schließ­lich eine Anbin­dung über die Trasse der U2 und eine Aus­fä­de­lung am Jung­fern­stieg durchgesetzt.

So wer­den denn ab 2012, wenn diese eben­falls U4 genannte Linie in Betrieb geht, am Jung­fern­stieg die U4-​Züge von Bills­tedt kom­mend aus der Trasse der U2 aus­fä­deln. In einem sehr wei­ten Bogen errei­chen sie nach etwa 2 Kilo­me­tern Stre­cke den ers­ten Bahn­hof in der Hafen­city. Sie unter­que­ren dabei ohne Halt die süd­li­che Innen­stadt, den Baum­wall und die Elb­phil­har­mo­nie. Das macht die Ver­knüp­fung mit den ande­ren U– und S-​Bahnlinien auf den ers­ten Blick sub­op­ti­mal, aller­dings muss man ande­rer­seits sehen, dass am Jung­fern­stieg sowie den fol­gen­den Bahn­hö­fen Haupt­bahn­hof und Ber­li­ner Tor Ver­knüp­fun­gen zu allen Linien bereits beste­hen und die Anbin­dung von der Hafen­city zu den zen­tra­len Punk­ten Ham­burgs durch diese Tras­sen­füh­rung sehr schnell ist. Alter­na­tive Kon­zepte hät­ten eine Aus­fä­de­lung der Hafencity-​U-​Bahn aus der U3 zwi­schen Rat­haus und Baum­wall oder aus der U1 am Meß­berg vor­ge­se­hen, die Rea­li­sie­rung über Jung­fern­stieg ermög­licht aber letzt­lich als ein­zige ganz lang­fris­tig die Füh­rung der U4 als eigen­stän­dige Linie, indem der Ost­teil der alten Pla­nun­gen zwi­schen Jung­fern­stieg und Sen­gel­mann­straße nörd­lich der City Nord letzt­lich doch noch rea­li­siert wird.

S-Bahnhof Blankenese von Osten gesehen, Juli 1997

S-​Bahnhof Blan­ke­nese von Osten gese­hen, Juli 1997

Und nun zu etwas völ­lig ande­rem. Der S-​Bahnhof Blan­ke­nese, weit im Wes­ten Ham­burgs gele­gen, an einem Som­mer­tag im Juli 1997. Ganz links ein Zug der Linie S11, der hier in Blan­ke­nese endet. Der Bahn­steig in der Mitte wird von der S1 ange­fah­ren, die hier auf ihrem Weg zwi­schen der Innen­stadt und Wedel west­lich von Ham­burg Kopf macht. Dazu gleich mehr. Rechts sehen wir den damals noch exis­tie­ren­den Güter­be­reich des Bahn­ho­fes, des­sen Gleise zu die­sem Zeit­punkt aber bereits unge­nutzt sind. Über dem gan­zen liegt eine leicht schläf­rige Idylle, die der Lage des Bahn­ho­fes durch­aus ange­mes­sen ist.

S-Bahnhof Blankenese von Osten gesehen, August 2010

S-​Bahnhof Blan­ke­nese von Osten gese­hen, August 2010

Auch hier wie­der der Ver­gleich mit der Situa­tion im Herbst 2010. Auf dem Foto ste­hen gerade die S-​Bahnen sowohl Rich­tung Innen­stadt als auch Rich­tung Wedel am Bahn­steig und war­ten auf die Aus­fahrt. Viel inter­es­san­ter im Zusam­men­hang mit die­sem Arti­kel ist aber, was sich rechts der Gleise abspielt. Der Güter­be­reich ist voll­stän­dig ver­schwun­den, statt­des­sen befin­det sich dort jetzt Wohn­be­bau­ung, so wie es aus­sieht der eher geho­be­nen Sorte. Wie auch das vor­an­ge­gan­gene Foto ist die­ses Bild von der Fuß­gän­ger­zu­gangs­brü­cke am östli­chen Ende der Bahn­steige ent­stan­den. Was man auf dem Foto nicht sieht: Auch diese Brü­cke wurde um– bzw. wohl eher neu gebaut.

Bahnhofseinfahrt Blankenese, Juli 1997

Bahn­hofs­ein­fahrt Blan­ke­nese, Juli 1997

Wir dre­hen uns um und die Zeit noch­mal zurück. Nun ist links im Bild der Güter­be­reich, des­sen Anbin­dung hier gut zu erken­nen ist: Eine Kreu­zungs­wei­che ver­bin­det die Güter­gleise mit der Stre­cke. Sie scheint zum Zeit­punkt der Auf­nahme noch betriebs­fä­hig zu sein. Auch das Aus­fahrt­si­gnal für Güter­züge ganz links exis­tiert, zeigt aber „Halt”. Wie bei allen Haupt­si­gna­len auf dem Bild han­delt es sich um ein Form­si­gnal. Links neben dem Güter­be­reich Gleis 3, eben­falls mit einem Form­haupt– und sogar einem Form­ran­gier­si­gnal — wohl für Ran­gier­fahr­ten in den Güter­be­reich. Im Hin­ter­grund ist nach links weg­ge­hend der Stre­cke­n­ast nach Wedel zu sehen. Nach rechts füh­ren die Gleise nach Hamburg-​Altona (und wei­ter in die Innen­stadt), die S-​Bahn auf dem Weg dort­hin ver­lässt gerade Gleis 2. Ganz rechts liegt Gleis 1, zum Zeit­punkt der Auf­nahme gerade ohne Zug und als ein­zi­ges der Gleise nur in Rich­tung Ham­burg ange­bun­den und nicht in Rich­tung Wedel.

Bahnhofseinfahrt Blankenese, August 2010

Bahn­hofs­ein­fahrt Blan­ke­nese, August 2010

Ein letz­ter Zeit­sprung. Selbe Stelle (na gut, fast), andere Zeit. Es ist wie­der August 2010 und ich finde es erstaun­lich, wie wenig sich gerade an die­ser Stelle seit 1997 geän­dert hat. Gut — ganz links kann man noch den Platz für das alte Güter­an­schluss­gleis sehen, man beachte ins­be­son­dere die Stütz­mauer, die das leicht hüge­lige Gelände von der Glei­strasse trennt und die genauso schon 1997 gestan­den hat. Ansons­ten gibt es aber keine sub­stan­zi­el­len Ände­run­gen: Nach links die Stre­cke nach Wedel, nach rechts die Ste­cke in die Innen­stadt. Dort­hin ist auch die S11 unter­wegs, die gerade aus Gleis 1 aus­fährt. Das Wei­chen­vor­feld des Bahn­ho­fes hat sich gegen­über 1997 nicht geän­dert: Noch immer sind es die Gleise 2 und 3, die von Wedel und der Innen­stadt aus erreich­bar sind, wäh­rend Gleis 1 über sepa­rate Wei­chen nur von der City aus ange­fah­ren wer­den kann. Dabei erlaubt der Auf­bau der Wei­chen­straße eine recht fle­xi­ble Betriebs­füh­rung: Wenn ein Zug aus Ham­burg kom­mend auf Gleis 1 ein­fährt, kann gleich­zei­tig von Gleis 2 oder 3 von oder nach Wedel gefah­ren wer­den. Eine Aus­fahrt aus Gleis 1 in Rich­tung Innen­stadt kommt kei­ner ande­ren Fahr­straße in die Gleise 2 oder 3 in die Quere. Und die durch­fah­ren­den Züge Hamburg-​Wedel kön­nen je nach indi­vi­du­el­ler Abwei­chung vom Fahr­plan ent­we­der vor oder nach dem Halt in Blan­ke­nese kreuzen.

Es sind die Klei­nig­kei­ten, die sich seit 1997 geän­dert haben: Das Ran­gier­si­gnal auf Gleis 3 ist weg. Dafür haben alle Signale drei­eckige Zusatz-​Lichtsignale bekom­men. Auch die Schwel­len und damit wohl die gesam­ten Gleise wur­den seit 1997 offen­sicht­lich aus­ge­tauscht. Trotz­dem ist man grund­sätz­lich bei den alten Form­si­gna­len an die­ser Stelle geblie­ben, eine ange­sichts der vie­len sons­ti­gen Ände­run­gen bemer­kens­werte Kontinuität.

Die Fotos aus dem Jahr 1997 sind im Rah­men eines Tages­be­su­ches in Ham­burg ent­stan­den. Nach erfolg­reich über die Bühne gebrach­ten münd­li­chen Diplom­prü­fun­gen bin ich mit einem Freund dort einen Tag lang über das S– und U-​Bahnnetz gefah­ren. Sei­ner­zeit hatte ich ansons­ten nur wenig mit Ham­burg zu tun. Mitt­ler­weile hat sich das geän­dert und die Fotos aus dem Jahr 2010 stam­men von Wochen­end­be­su­chen, die ich — stun­den­weise — eben­falls für mein Hobby nutze. Im Nach­hin­ein liegt der Juli 1997 in einem kur­zen Zeit­fens­ter, indem in Blan­ke­nese der gerade end­gül­tig außer Dienst gestellte Güter­be­reich noch nicht abge­baut war, gleich­zei­tig aber die heute domi­nie­rende S-​Bahnbaureihe 474 noch nicht exis­tierte: Der erste Zug kam ziem­lich genau einen Monat spä­ter in Ham­burg an.

Auch am Foto­equip­ment sind die 13 Jahre nicht spur­los vor­bei­ge­gan­gen: 1997 habe ich mit einer che­mi­schen („ana­lo­gen”) Kleinbild-​Kompaktkamera „gear­bei­tet”, deren Bil­der hier mit einem Flach­bettscan­ner in den Com­pu­ter gelangt sind. Mitt­ler­weile sorgt eine digi­tale Spie­gel­re­flex­ka­mera für eine wesent­lich bes­sere Qua­li­tät. So ändern sich die Zeiten.

Der Nahverkehrs-​Adventskalender (7): Neustadt an der Weinstraße 2004

Neustadt an der Weinstraße Hauptbahnhof

Neu­stadt an der Wein­straße Hauptbahnhof

Unser heu­ti­ges Bild zeigt nicht direkt ein Nah­ver­kehrs­mo­tiv, bebil­dert aber sehr schön einen Mecha­nis­mus des Öffent­li­chen Ver­kehrs, vor allem auf der Schiene: Den Korrespondenzhalt.

Neu­stadt an der Wein­straße ist eine mit­tel­große, recht unauf­re­gende Stadt in der Pfalz direkt west­lich des Pfäl­zer­wal­des. Die Innen­stadt wurde in den 1970er und 1980er Jah­ren groß­flä­chig saniert und teil­weise neu gebaut, sodass sich hier heute in Fuß­gän­ger­zo­nen und auf ver­kehrs­be­ru­hig­ten Plät­zen ange­nehm fla­nie­ren und ein­kau­fen lässt. Wir hat­ten über viele Jahre Ver­wandte in Neu­stadt woh­nen, sodass ich die Stadt von den 1980er– bis zu den 2000er-​Jahren diverse Male besucht habe.

Neu­stadt hat eine aus­ge­spro­chen inter­es­sante Ver­kehrs­lage. Man erreicht von hier­aus in weni­ger als zwei Stun­den diverse Bal­lungs­zen­tren in der Mitte und im Süd­wes­ten Deutsch­lands: Mann­heim ist 30 Minu­ten weg, Stutt­gart eine gute Stunde. Eben­falls in einer Stunde kommt man nach Karls­ruhe und in knapp zwei Stun­den erreicht man Saar­brü­cken und Frank­furt. Zu allen Zie­len besteht Takt­ver­kehr. Das macht Neu­stadt zu einem wich­ti­gen Ver­kehrs­kno­ten und genau das kann man auf dem Foto sehen.

Der Haupt­bahn­hof von Neu­stadt an der Wein­straße liegt im Süden des Stadt­zen­trums in West-​Ost-​Richtung. Es gibt ins­ge­samt drei Bahn­steige mit sechs Glei­sen, von denen eines nur im Osten ange­bun­den ist. Und zu bestimm­ten Zei­ten fül­len sich alle Gleise. So wie hier.

Ganz links auf Gleis 5 steht der Regio­nal­trieb­wa­gen nach Karls­ruhe über Landau. Dane­ben, auf Gleis 4, die S-​Bahn nach Mann­heim. Auf Gleis 3 fährt in die­sem Moment ein IC aus Saar­brü­cken zur Wei­ter­fahrt nach Mann­heim (und dann wohl ent­we­der nach Frank­furt oder nach Stutt­gart) ein, wäh­rend auf Gleis 2 die S-​Bahn in Rich­tung Kai­sers­lau­tern steht. Auf Gleis 1 befin­det sich der Regio­nal­ex­press nach Saar­brü­cken und auf Gleis 1a ganz rechts im Bild die Regio­nal­bahn nach Bad Dürk­heim.

Alle diese Züge kom­men in Neu­stadt etwa zeit­gleich an, ermög­li­chen dann einen Umstieg in jede Rich­tung und fah­ren in kur­zem Abstand wie­der ab. Nach Wes­ten gibt es dabei nur eine Stre­cke, sodass der Regio­nal­ex­press vor der S-​Bahn abfährt. Nach Osten ist in Rich­tung Bad Dürk­heim, Mann­heim und Landau jedoch eine jeweils unab­hän­gige Aus­fahrt möglich.

Zum Zeit­punkt der Auf­nahme war der Bahn­hof in Neu­stadt ganz frisch für das S-​Bahnnetz in der Rhein/​Neckar-​Region fit gemacht wor­den: Am mitt­le­ren Bahn­steig sieht man schön, wie die höhere 76-​cm-​Bahnsteigkante auf den alten Bahn­steig auf­ge­setzt wurde. Die Fuß­gän­ger­brü­cke vorn im Bild ergänzt den Zugang­s­tun­nel unter den Glei­sen, ist im Gegen­satz zu die­sem aber mit Fahr­stüh­len aus­ge­stat­tet. Geplant war, sie an ihrem süd­li­chen Ende — im Bild links — zu ergän­zen, sodass von hier­aus ein wei­te­rer Bahn­hofs­zu­gang ent­steht. Ob das mitt­ler­weile umge­setzt wurde, weiß ich nicht. Im Nor­den soll sie an ein Park­haus ange­schlos­sen wer­den, von dem im Jahr 2004 aber eben­falls noch nichts zu sehen war. Vom Bahn­hofs­vor­platz aus gelangt man über den Bahn­steig der Gleise 1 und 1a zur Brü­cke, sodass sie trotz ihres etwas insu­lä­ren Cha­rak­ters den gan­zen Bahn­hof bar­rie­re­frei erschließt.

Hin­weis: In einer frü­he­ren Ver­sion des Arti­kels habe ich recht kon­se­quent „Wes­ten” und „Osten” ver­wech­selt. Das ist nun hof­fent­lich korrigiert.

Vorratsdaten, Zensurgesetze und Nacktnasenwombats

Am Diens­tag wird das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt sein Urteil in Sachen Vor­rats­da­ten­spei­che­rung spre­chen und der Prä­si­dent hat — rau­nend wie ein „Lost”-Trailer — schon ein „Urteil mit Bedeu­tung für ganz Europa” ange­kün­digt. Die CDU-​FDP-​Koalition hin­ge­gen wagt einen aben­teu­er­li­chen Spa­gat zwi­schen der Inkraft­set­zung eines par­la­men­ta­risch beschlos­se­nen Geset­zes und einer Anwei­sung an die betrof­fene Behörde, die­ses nicht umzu­set­zen und lieb­äu­gelt dabei damit, irgend­wann heim­lich, still und leise die Nichtum­set­zung fal­len zu las­sen. Und mit einem Regu­lie­rungs­kon­zept auf Län­der­ebene, des­sen Wur­zeln aus der Vor-​Internet-​Ära stam­men, wird mal wie­der Hand an die freie Mei­nungs­äu­ße­rung gelegt.

Seufz

Ich kup­fere statt­des­sen mal ganz dreist beim Nig­ge­meier ab. Der hat sei­ner­seits Kiwis­pot­ting ver­linkt und dort ins­be­son­dere das herz­al­ler­liebste Video über die Nackt­na­sen­wom­bats. Ich wün­sche 4:45 Minu­ten ent­spannte Unter­hal­tung. Is’ doch Weih­nach­tenSonn­tag. ;-)

Die Berliner U-​Bahn U55 — III — Der Brandenburger Tor

Mit ein paar Tagen Ver­spä­tung hier nun der letzte Teil mei­ner Betrach­tun­gen zur U55 in Berlin.

Kaum ist man mit der U55 am Haupt­bahn­hof los– und am Bun­des­tag vor­bei­ge­fah­ren, ist der Spaß auch schon wie­der vor­bei: Nur zwei Sta­tio­nen sind es, dann ist man am Bran­den­bur­ger Tor ange­kom­men, der süd­öst­li­chen End­sta­tion die­ser kur­zen U-​Bahnlinie. Aber diese Sta­tion hat es in sich.

Zug am Brandenburger Tor

Zug am Bran­den­bur­ger Tor

Um die einst­wei­lige End­sta­tion der U55 hat es viel Hin und Her gege­ben: Erst sollte sie nur ver­kürzt und mit einem Aus­gang gebaut wer­den, dann doch bereits in vol­ler Länge, dann gab es Pro­bleme beim Bau. Dabei waren die Vor­aus­set­zun­gen für einen zügi­gen Bau und gute Ver­knüp­fung mit dem rest­li­chen Ver­kehr hier beson­ders gut: Beim Bau der S-​Bahnstation „Unter den Lin­den” in den 1930er Jah­ren wurde bereits berück­sich­tigt, dass hier spä­ter auch mal die U-​Bahn lang­fah­ren sollte (übri­gens keine „Germania”-Planung, son­dern bereits im U-​Bahnbauplan von 1929 ent­hal­ten). Man hätte also eigent­lich ein­fach die bereits exis­tie­ren­den Zugänge neh­men kön­nen, die U-​Bahn dort ein­bauen, wo der Platz bereits vor­ge­se­hen war und fer­tig. Hätte man.

Aber ach!

Östlicher Aufgang von unten

Östli­cher Auf­gang von unten

Begin­nen wir mal auf der östli­chen Seite. Wie schon von den ande­ren bei­den Sta­tio­nen bekannt ist hier der End­aus­bau noch nicht erreicht. Ich tippe ja dar­auf, dass hin­ter der Bau­wand noch ein Roll­trep­pen­pär­chen hin­kom­men soll. Einst­wei­len bleibt erst­mal nur die Treppe.

Östlicher Aufgang

Östli­cher Aufgang

Und diese Treppe ist lang. Die Sta­tion liegt ziem­lich tief unter der Erde. Der obere Absatz führt kei­nes­falls bereits direkt nach oben, son­dern auf eine Zwischenebene.

Eingänge: links zur U-Bahn, rechts hinten zur S-Bahn

Ein­gänge: links zur U-​Bahn, rechts hin­ten zur S-​Bahn

Von der Zwi­schen­ebene aus gelangt man über einen ein­zel­nen Aus­gang in die Mitte der Straße Unter den Lin­den. Ein direk­ter Übergang zur S-​Bahn ist auf die­ser Seite der Sta­tion nicht mög­lich, man kann die Ein­gänge aber in der Ent­fer­nung erah­nen. Übri­gens natür­lich nicht mit­ten auf der Straße, son­dern links und rechts auf den Bürgersteigen.

Man kann ja sagen was man will, aber unter „zweck­mä­ßi­ger U-​Bahnarchitektur” stelle ich mir etwas ande­res vor. Zumal man ja ein­fach an den exis­tie­ren­den S-​Bahnzugang hätte anbauen kön­nen. Aber warum ein­fach und fahr­gast­freund­lich, wenn’s auch schlecht geht.

Bahnsteig vom Ostende aus gesehen

Bahn­steig vom Ost­ende aus gesehen

Keh­ren wir erst ein­mal auf den Bahn­steig zurück. Die­ser wird domi­niert von zwei Säu­len­rei­hen. Diese Archi­tek­tur ist auf neue­ren Ber­li­ner U-​Bahnstationen erstaun­lich häu­fig anzu­tref­fen. Für zweck­mä­ßig halte ich sie nur begrenzt: Die Säu­len­rei­hen ver­sper­ren die freie Sicht und schaf­fen so schlecht ein­seh­bare Räume. Zudem liegt die Sta­tion teil­weise in einer Kurve, was man eigent­lich auch ver­mei­den sollte. Zumal, wenn man unter einer schnur­ge­ra­den Straße wie Unter den Lin­den entlangbaut.

Südliche Bahnsteigkante und Stationswand

Süd­li­che Bahn­steig­kante und Stationswand

Auch am Bran­den­bur­ger Tor ist nur ein U-​Bahngleis in Betrieb und die still­lie­gende Bahn­steig­kante abge­sperrt. Auf der Wand dahin­ter erkennt man ein zen­tra­les Gestal­tungs­ele­ment der Sta­tion: Bil­der der deut­schen Tei­lung. Die­ses hin­ter­grund­be­leuch­tete Edu­tain­ment ist dabei wesent­lich bes­ser zu erken­nen, als der Sta­ti­ons­name, der in gol­de­nen Let­tern ziem­lich auf den dun­kel­brau­nen Wand­ka­cheln ver­schwin­det. Aber so ist das: Man muss halt Prio­ri­tä­ten setzen.

Linienband am Bahnsteig

Lini­en­band am Bahnsteig

Ein wenig küm­mer­lich kommt das Lini­en­band der U55 auf dem Bahn­steig daher. Das Stan­dard­de­sign der Ber­li­ner U-​Bahn lässt hier wesent­lich mehr Platz, als die drei Sta­ti­ön­chen benö­ti­gen. Und zu einem grö­ße­ren Zei­len­ab­stand konnte man sich wohl auch nicht entschließen.

Westliches Stationsende

West­li­ches Stationsende

Am west­li­chen Ende der Sta­tion fin­det sich die ein­zige voll aus­ge­baute Zug­ab­fer­ti­gungs­an­lage der Stre­cke: Wegen der Kurve in der Sta­tion lässt sich der Zug anders nicht über­bli­cken. Was aber fehlt, ist ein Signal. Diese gibt es auf der gan­zen Stre­cke nicht: Wo nur ein Zug fährt, kann sich auch nichts in die Quere kommen.

Westliche Treppen und Rolltreppen

West­li­che Trep­pen und Rolltreppen

Und nach was voll aus­ge­bau­tes: Der west­li­che Sta­ti­ons­zu­gang. Schick mit Treppe und zwei Roll­trep­pen im schö­nen Glas­de­sign. Ist auch alles in Betrieb und funk­tio­niert. Und wo führt’s hin?

Absatz im westlichen U-Bahnaufgang

Absatz im west­li­chen U-​Bahnaufgang

Ja, auf die­ser Seite der Sta­tion wurde dann in der Tat der S-​Bahnzugang für die U-​Bahn genutzt. Aber wie! Die Trep­pen und Roll­trep­pen mün­den näm­lich kei­nes­falls direkt in den Quer­gang, der von den Stra­ßen­sei­ten zum Abgang in die S-​Bahnstation führt. Statt­des­sen endet der Auf­gang zunächst etwas wei­ter west­lich in einer Art Zwischen-​Zwischenebene, von der aus man sich um 180° dre­hen und über einen wei­te­ren Trep­pen­ab­satz zum eigent­li­chen Ver­bin­dungs­gang auf­stei­gen muss. Und auf die­sem Teil­stück gibt’s dann auch keine Rolltreppen.

Ich muss ja geste­hen, dass ich bei einer neu ange­leg­ten unter­ir­di­schen Schnell­bahn­sta­tion lange nicht mehr so einen Murks gese­hen habe! Da liegt eine kom­plette Zugangs­ebene voll­stän­dig fer­tig gebaut. Da ist sogar der Platz für die Ergän­zung vor­be­rei­tet. Und dann wird die neu ein­ge­baute Sta­tion der­art in das exis­tie­rende Bau­werk hin­ein­ge­pfuscht. Es tut mir Leid: Ich begreife es nicht.

Blick vom S-Bahnbereich zur U-Bahn

Blick vom S-​Bahnbereich zur U-​Bahn

Auch vom Design her war natür­lich das Bis­he­rige nicht gut genug: Natür­lich gibt es im umge­bau­ten Zugangs­teil nicht die grü­nen Kacheln der S-​Bahn, natür­lich ist die Beleuch­tung anders, natür­lich sieht alles anders aus. Ich finde einen sol­chen Umgang mit der archi­tek­to­ni­schen Ver­gan­gen­heit schä­big: Bra­de­manns Design der S-​Bahnstation von 1936 ist jetzt nicht so völ­lig jen­seits alles Annehm­ba­ren. Warum hat man nicht wenigs­tens auf die bis­he­rige Gestal­tung Bezug genom­men, sie ein­ge­bun­den und auf dem U-​Bahnhof wei­ter­ent­wi­ckelt? Warum musste unbe­dingt etwas völ­lig ande­res gemacht wer­den, das dann ein­fach nur noch „dran­ge­klatscht” aussieht?

Aber es kommt noch bes­serschlim­mer…

Umgebauter ehemaliger S-Bahnzugang

Umge­bau­ter ehe­ma­li­ger S-​Bahnzugang

Am nord­west­li­chen Zugang zur Ver­tei­le­re­bene wurde das „S”-Signet für die S-​Bahn abge­nom­men und durch das „U”-Symbol für die U-​Bahn ersetzt. Kein Hin­weis dar­auf, dass man hier zu bei­den Bah­nen gelangt. Diese Igno­ranz wird nicht dadurch bes­ser, dass der süd­west­li­che Zugang nur ein „S” aber kein „U” hat. Und wenn man sich dann das Sym­bol genauer anschaut, dann hört irgend­wie alles auf.

Stationsschild Brandenburger Tor

Sta­ti­ons­schild Bran­den­bur­ger Tor

Wäh­rend im Unter­grund die Abgren­zung von alter und neuer Archi­tek­tur nicht groß genug sein kann, fei­ert ober­halb des Bür­ger­steigs über­bor­den­der His­to­ris­mus fröh­li­che Urständ’. Da wird also im Jahr 2009 ein Schild an die­sen Ein­gang gepappt, das kaum gru­se­li­ger zusam­men­ge­stop­selt wer­den kann:

  • Ledig­lich das U-Bahn-„U” ist zu sehen, das bis­her hier ange­brachte S-​Bahnschild ist voll­stän­dig verschwunden.
  • Auch auf den bis­he­ri­gen Sta­ti­ons­na­men „Unter den Lin­den” fin­det sich kein Hin­weis mehr — was schade ist für alle poten­ti­el­len Fahr­gäste, die nicht einen top­ak­tu­el­len Stadt­plan ihr eigen nennen.
  • Der neue Sta­ti­ons­name „Bran­den­bur­ger Tor” wird dann aller­dings in sol­chen Let­tern gesetzt, die 1936 für die Ori­gi­nal­sta­tion (und den Ori­gi­nal­na­men) ver­wen­det wur­den. So als wenn es schon immer so gewe­sen wäre.

Spä­tes­tens der letzte Punkt hat mich ernst­haft über­le­gen las­sen, auf was sich der Sta­ti­ons­name „Bran­den­bur­ger Tor” eigent­lich bezieht: Auf das Bau­werk west­lich der Sta­tion oder auf den Tor, der diese Archi­tek­tur­soße ver­zapft hat?

Wie man merkt, habe ich mich jetzt ein wenig in Rage geschrie­ben. Las­sen wir es also mit der Ein­zel­be­trach­tung des Bahn­ho­fes gut sein und zie­hen wir mal ein Resu­mee über die gesamte U-​Bahnlinie U55:

  • Ver­kehr­lich ist die U55 in die­ser Form nicht allzu bedeu­tend. Aller­dings bin­det sie erst­mals das Zen­trum des Regie­rungs­vier­tels per Schiene an den Rest des U– und S-​Bahnnetzes an — wenn nicht umsteigefrei.
  • An die­sem klei­nen biss­chen U-​Bahn wurde fast ein Jahr­zehnt her­um­ge­baut. Der durch­aus zweck­mä­ßi­gen Sta­ti­ons­ar­chi­tek­tur von „Haupt­bahn­hof” und „Bun­des­tag” steht dabei der mei­nes Erach­tens völ­lig ver­hunzte „Bran­den­bur­ger Tor”-Bau gegenüber.
  • Ande­rer­seits ist das Betriebs­kon­zept der Mini-​U-​Bahn durch­aus zufrie­den­stel­lend: Alle 10 Minu­ten mit merk­ba­ren Abfahrts­zei­ten. Und wenn man am Bun­des­tag die Bahn in die gewünschte Rich­tung ver­passt hat, ver­liert man keine Zeit, wenn man ein­fach erst­mal in die Gegen­rich­tung fährt… ;-)

Nun weiß ich ja auch, dass die U55 nur so eine Art Vor­lauf­be­trieb für die Ver­län­ge­rung der U5 nach Wes­ten ist. So etwa in zehn Jah­ren soll die Lücke zwi­schen „Alex­an­der­platz” und „Bran­den­bur­ger Tor” geschlos­sen sein und die heu­tige U55 in der U5 auf­ge­hen. Man führe sich dabei aller­dings vor Augen, dass der älteste U5-​Abschnitt von Alex­an­der­platz bis Fried­richs­felde in ins­ge­samt vier Jah­ren gebaut wurde — inklu­sive Betriebs­hof in Fried­richs­felde und der gesam­ten Sta­tion Alex­an­der­platz (mit Aus­nahme des wesent­lich älte­ren U2-​Bahnsteigs). Der Bau­zeit­un­ter­schied zum jetzt pro­jek­tier­ten Lini­en­teil ist schon sehr frappierend.

Und selbst dann, in die­ser fer­ne­ren Zukunft, bis zu der ja auch noch eini­ges Was­ser die Spree run­ter­fließt, selbst dann soll die U5 auf abseh­bare Zeit am Haupt­bahn­hof enden. Damit bleibt der Bahn­hof wei­ter­hin auf der Schiene aus west­li­cher Rich­tung nur schwer erreich­bar, näm­lich nur über die Stadt­bahn. Erst eine Ver­län­ge­rung der U5 bis Turm­straße schlösse sie wenigs­tens mal an die U9 und damit eine der wich­tigs­ten U-​Bahnlinien im Ber­li­ner Wes­ten an. Und vor dem Hin­ter­grund der Ver­knüp­fung mit der U7 halte ich sogar die Ver­län­ge­rung bis zur Jung­fern­heide für sinn­voll und gebo­ten. Es hilft ja nun mal alles nichts, wenn es da mit­ten in Ber­lin einen leis­tungs­fä­hi­gen zen­tra­len Fern­bahn­hof gibt, zu dem man bloß nicht ver­nünf­tig hinkommt.

Fahrplananzeige in Hannover jetzt mit Wohlfühlfaktor

Am frü­hen Sonn­tag­abend hatte die Deut­sche Bahn offen­sicht­lich beschlos­sen, ihren Kun­den mal was Gutes zu tun: Warum immer die­ses Rum­ge­nerve mit den Abfahrt­zei­ten? Diese vie­len Zah­len: Uhr­zei­ten, Gleise, Zug­num­mern — wer soll da durch­fin­den? Und dann gibt’s womög­lich noch Ver­spä­tun­gen und Stress und Ärger. Da hat das Bahn­hofs­ma­nage­ment wohl mal einen Ver­such zur all­ge­mei­nen Erbau­ung und Hebung der Moral gestar­tet und auf dem Abfahrts­mo­ni­tor ein­fach mal schöne bunte Bil­der gezeigt:

Abfahrtstafeln im Hauptbahnhof Hannover am 2009-08-30

Abfahrt­s­ta­feln im Haupt­bahn­hof Han­no­ver am 2009-​08-​30

Weil’s so schön ist, hier noch­mal im Detail:

Abfahrtstafeln im Hauptbahnhof Hannover am 2009-08-30

Abfahrt­s­ta­feln im Haupt­bahn­hof Han­no­ver am 2009-​08-​30

Was für ein schö­nes ICE-​Foto! Da sind diese gan­zen blö­den Infor­ma­tio­nen wo jetzt wann wel­cher Zug fährt, plötz­lich total neben­säch­lich. Für die Zukunft emp­fehle ich aller­dings, in sol­chen Fäl­len auch auf die Laut­spre­cher­durch­sa­gen zu ver­zich­ten und statt­des­sen ein biss­chen Ent­span­nungs­mu­sik einzuspielen…

Home from Rome — Rom-​Urlaub vorbei

Wow. Ich bin wie­der im Lande! Eine Woche Rom ist um. Es war toll. Ich brauchte ein wenig Erho­lung und eines der wich­tigs­ten Ziele war, mal „aus allem raus” zu kom­men. Das ist gelun­gen. Wenn man allein eine Woche in einer Stadt unter­wegs ist, deren Spra­che man kaum spricht — und kaum meint: Nicht wesent­lich über „Buon giorno”, „Arri­ve­derci” und „No parlo Ita­liano” hin­aus­ge­hend — hat das schon fast etwas Medi­ta­ti­ves. War inso­fern genau das Rich­tige. Dazu kam noch ein wirk­lich traum­haf­tes Wet­ter: Jeden Tag von mor­gens bis abends Sonne, Tem­pe­ra­tu­ren bis 36 Grad, auch abends um 11 noch warm bis heiß — bei der Ankunft heute in Han­no­ver hat der Him­mel sich alle Mühe gege­ben, die Unter­schiede her­aus­zu­stel­len: 17 Grad, Regen.

Und was macht man nun 6 Tage lang in Rom. Dar­über werde ich mich — so plane ich zumin­dest — in nächs­ter Zeit hier noch etwas aus­führ­li­cher aus­las­sen. Zusam­men­ge­fasst: Viel „Standard-​Touristenprogramm” wie Vati­kan, Piazza Navona, Piazza di Spagna. Dazu alle mög­li­chen wei­te­ren Stadt­spa­zier­gänge, z.B. Längs des Tiber oder im E.U.R. Und natür­lich ist auch mein ganz persönlich-​privates Ste­cken­pferd nicht zu kurz gekom­men: Ja, ich bin sowohl das kom­plette U-​Bahn– als auch das Stra­ßen­bahn­netz abge­fah­ren. Sind ja nun auch beide nicht allzu groß. Das Bus­netz ver­stehe ich wei­ter­hin nicht mal in Ansät­zen, aber ich bin eigent­lich immer über­all hin­ge­kom­men, wo ich hinwollte.

Auch die Reise selbst war unspek­ta­ku­lär: Alle Flüge pünkt­lich und das Umstei­gen in Zürich vom einen Swiss-​Flug in den nächs­ten auch unpro­ble­ma­tisch. Bloß dass ich heute um 5:45 Uhr raus musste, um den Abflug zu schaf­fen, das war schon ziem­lich hart. Zumal ich ges­tern ja unbe­dingt noch einen letz­ten Abend­spa­zier­gang durchs Zen­trum machen musste…

Als klei­nen Appe­ti­zer zeige ich schon­mal eines der vie­len, vie­len Fotos von der Reise: Die Piazza Navona am frü­hen Vormittag:

Rom, Piazza Navona, 2009-08-19

Rom, Piazza Navona, 2009-​08-​19

More to come. Aber jetzt muss ich mich erst­mal um den Blog hier küm­mern. Über­all hat’s Updates…

Urlaub in Rom: Sightseeing– und andere Tipps gesucht

Nach­dem die letz­ten Wochen und Monate beruf­lich und poli­tisch ziem­lich anstren­gend waren, habe ich mich rela­tiv kurz­fris­tig dafür ent­schie­den, Urlaub zu machen. Naja, eigent­lich haben meine Kol­le­gen im Unter­neh­men gesagt, ich soll jetzt gefäl­ligst end­lich Urlaub machen, ich hätte ihn nötig.

Das lässt man sich nicht zwei­mal sagen.

Colosseum in Rom im April 2007, Foto: David Iliff, CC-BY-SA 2.5

Colos­seum in Rom im April 2007, Foto: David Iliff, CC-​BY-​SA 2.5

Nach eini­gen Über­le­gen habe ich heute mor­gen kur­zer­hand eine Woche Rom gebucht. Da war ich schon­mal, vor ziem­lich genau 19 Jah­ren, im Sep­tem­ber 1990. Damals haben wir unsere Stu­di­en­fahrt zu Beginn des Schul­ab­schluss­jah­res nach Rom gemacht. Ich erin­nere mich an die 20-​stündige Zug­fahrt, auf der ich — zumin­dest auf der Hin­fahrt — kein Auge zube­kom­men habe. Dann waren da die Besich­ti­gun­gen — mal in der Gruppe, mal indi­vi­du­ell — die uns in die Rui­nen von Colos­seum, Forum Roma­num und Ostia Antica, in die vati­ka­ni­schen Museen, auf den Peters­platz und zum klei­nen Grab­mal der Cäci­lie geführt haben. Und natür­lich an die Abende auf der Piazza di Spagna, den Tre­vi­brun­nen und die diver­sen römi­schen Restau­rants, in denen wir Ober­stu­fen­schü­ler, gebrieft und miss­trau­isch wie wir waren, uns stets übers Ohr gehauen fühl­ten — nur um am nächs­ten Abend in der nächs­ten Loka­li­tät das­selbe wie­der das­selbe Gefühl zu haben.

Heute geht das alles ein­fa­cher. Statt der Eisen­bahn nehme ich dies­mal das Flug­zeug, was die Rei­se­zeit auf ange­nehme vier­ein­halb Stun­den ver­kürzt — gut, Flug­ha­fen zu Flug­ha­fen, aber auch mit Trans­fers und War­te­zei­ten bleibt das unter sie­ben Stun­den und damit bei 1/​3 der Rei­se­zeit von damals. Und das Hotel klickt man sich auf der Buchungs­web­site gleich mit dazu — nach nur 30 Minu­ten ist die gesamte Buchung über Bühne und Flug sowie Hotel gebucht.

So, und nun sind sechs Tage Rom-​Aufenthalt zu fül­len. Nun traue ich mir das durch­aus zu und weiß jetzt schon, dass ich mir nicht nur die anti­ken Über­reste und diverse Museen, son­dern zur Befrie­di­gung mei­nes per­sön­li­chen Ste­cken­pfer­des das U-​Bahn-​, Stra­ßen­bahn– und Vor­ort­bahn­netz anschauen werde. Aber viel­leicht bekomme ich ja auf die­sem Weg auch noch ein paar Tipps. Meine Frage in die Runde also:

Was kann man zwi­schen 15. und 20. August tol­les in Rom machen?

  • Span­nende Veranstaltungen?
  • Beson­dere Sehenswürdigkeiten?
  • Kul­tu­relle Highlights?
  • Inter­es­sante Museen?

Ich freue mich über jeden Hin­weis und ver­spre­che, mich mit Rei­se­be­rich­ten hier im Blog zu revan­chie­ren (das Hotel hat „Highspeedinternet”).