Der Nah­ver­kehrs-Ad­vents­ka­len­der (7): Neu­stadt an der Wein­stra­ße 2004 2


Neustadt an der Weinstraße Hauptbahnhof

Neu­stadt an der Wein­stra­ße Haupt­bahn­hof

Un­ser heu­ti­ges Bild zeigt nicht di­rekt ein Nah­ver­kehrs­mo­tiv, be­bil­dert aber sehr schön ei­nen Me­cha­nis­mus des Öf­fent­li­chen Ver­kehrs, vor al­lem auf der Schie­ne: Den Kor­re­spon­denz­halt.

Neu­stadt an der Wein­stra­ße ist ei­ne mit­tel­gro­ße, recht un­auf­re­gen­de Stadt in der Pfalz di­rekt west­lich des Pfäl­zer­wal­des. Die In­nen­stadt wur­de in den 1970er und 1980er Jah­ren groß­flä­chig sa­niert und teil­wei­se neu ge­baut, so­dass sich hier heu­te in Fuß­gän­ger­zo­nen und auf ver­kehrs­be­ru­hig­ten Plät­zen an­ge­nehm fla­nie­ren und ein­kau­fen lässt. Wir hat­ten über vie­le Jah­re Ver­wand­te in Neu­stadt woh­nen, so­dass ich die Stadt von den 1980er- bis zu den 2000er-Jah­ren di­ver­se Ma­le be­sucht ha­be.

Neu­stadt hat ei­ne aus­ge­spro­chen in­ter­es­san­te Ver­kehrs­la­ge. Man er­reicht von hier­aus in we­ni­ger als zwei Stun­den di­ver­se Bal­lungs­zen­tren in der Mit­te und im Süd­wes­ten Deutsch­lands: Mann­heim ist 30 Mi­nu­ten weg, Stutt­gart ei­ne gu­te Stun­de. Eben­falls in ei­ner Stun­de kommt man nach Karls­ru­he und in knapp zwei Stun­den er­reicht man Saar­brü­cken und Frank­furt. Zu al­len Zie­len be­steht Takt­ver­kehr. Das macht Neu­stadt zu ei­nem wich­ti­gen Ver­kehrs­kno­ten und ge­nau das kann man auf dem Fo­to se­hen.

Der Haupt­bahn­hof von Neu­stadt an der Wein­stra­ße liegt im Sü­den des Stadt­zen­trums in West-Ost-Rich­tung. Es gibt ins­ge­samt drei Bahn­stei­ge mit sechs Glei­sen, von de­nen ei­nes nur im Os­ten an­ge­bun­den ist. Und zu be­stimm­ten Zei­ten fül­len sich al­le Glei­se. So wie hier.

Ganz links auf Gleis 5 steht der Re­gio­nal­t­rieb­wa­gen nach Karls­ru­he über Land­au. Da­ne­ben, auf Gleis 4, die S-Bahn nach Mann­heim. Auf Gleis 3 fährt in die­sem Mo­ment ein IC aus Saar­brü­cken zur Wei­ter­fahrt nach Mann­heim (und dann wohl ent­we­der nach Frank­furt oder nach Stutt­gart) ein, wäh­rend auf Gleis 2 die S-Bahn in Rich­tung Kai­sers­lau­tern steht. Auf Gleis 1 be­fin­det sich der Re­gio­nal­ex­press nach Saar­brü­cken und auf Gleis 1a ganz rechts im Bild die Re­gio­nal­bahn nach Bad Dürk­heim.

Al­le die­se Zü­ge kom­men in Neu­stadt et­wa zeit­gleich an, er­mög­li­chen dann ei­nen Um­stieg in je­de Rich­tung und fah­ren in kur­zem Ab­stand wie­der ab. Nach Wes­ten gibt es da­bei nur ei­ne Stre­cke, so­dass der Re­gio­nal­ex­press vor der S-Bahn ab­fährt. Nach Os­ten ist in Rich­tung Bad Dürk­heim, Mann­heim und Land­au je­doch ei­ne je­weils un­ab­hän­gi­ge Aus­fahrt mög­lich.

Zum Zeit­punkt der Auf­nah­me war der Bahn­hof in Neu­stadt ganz frisch für das S-Bahn­netz in der Rhein/​Neckar-​Region fit ge­macht wor­den: Am mitt­le­ren Bahn­steig sieht man schön, wie die hö­he­re 76-cm-Bahn­steig­kan­te auf den al­ten Bahn­steig auf­ge­setzt wur­de. Die Fuß­gän­ger­brü­cke vorn im Bild er­gänzt den Zu­gangs­tun­nel un­ter den Glei­sen, ist im Ge­gen­satz zu die­sem aber mit Fahr­stüh­len aus­ge­stat­tet. Ge­plant war, sie an ih­rem süd­li­chen En­de – im Bild links – zu er­gän­zen, so­dass von hier­aus ein wei­te­rer Bahn­hofs­zu­gang ent­steht. Ob das mitt­ler­wei­le um­ge­setzt wur­de, weiß ich nicht. Im Nor­den soll sie an ein Park­haus an­ge­schlos­sen wer­den, von dem im Jahr 2004 aber eben­falls noch nichts zu se­hen war. Vom Bahn­hofs­vor­platz aus ge­langt man über den Bahn­steig der Glei­se 1 und 1a zur Brü­cke, so­dass sie trotz ih­res et­was in­su­lä­ren Cha­rak­ters den gan­zen Bahn­hof bar­rie­re­frei er­schließt.

Hin­weis: In ei­ner frü­he­ren Ver­si­on des Ar­ti­kels ha­be ich recht kon­se­quent „Wes­ten“ und „Os­ten“ ver­wech­selt. Das ist nun hof­fent­lich kor­ri­giert.


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