Rats­ar­beit in die­ser Wo­che: Pa­tro­ne, Par­ken, Platz für Flücht­lin­ge


Ei­ni­ge Schlag­lich­ter aus der Rats- und Aus­schuss­ar­beit der ge­ra­de zu En­de ge­hen­den Wo­che:

  1. Am Don­ners­tag war Rats­sit­zung. Dar­in: Ei­ne An­fra­ge der Pi­ra­ten zum The­ma „Pa­tro­nats­we­sen“: Ver­wal­tung ant­wor­tet recht kurz an­ge­bun­den auf un­se­re An­fra­ge. Im­mer­hin: Es gibt drei Pa­tro­na­te in Han­no­ver, al­le drei schon lang­jäh­rig be­setzt. Die Pa­tro­ne ha­ben kei­nen nen­nens­wer­ten Ein­fluss, fi­nan­zi­el­le Aus­wir­kun­gen ent­ste­hen nicht (Aus­nah­me: klei­ne Sum­men zur Er­hal­tung der Spit­ze des Markt­kir­chen­turms). Auf wei­ter­ge­hen­de Fra­gen re­agiert der Er­s­te Stadt­rat eher ge­nervt, so je­den­falls der Ein­druck. Die Ver­wal­tung will hier­zu nun aber ei­ne In­for­ma­ti­ons­druck­sa­che er­stel­len, die dann in den Kul­tur­aus­schuss kommt.
  2. Ei­ne wei­te­re Rats­an­fra­ge un­se­rer­seits zur His­to­rie des ak­tu­ell im Ver­fah­ren be­find­li­chen „Gen­der Bud­ge­ting“ wird eben­falls münd­li­ch be­ant­wor­tet. Der Er­s­te Stadt­rat macht da­bei kei­nen Hehl aus sei­ner Ab­nei­gung ge­gen die mo­men­tan im Ver­fah­ren be­find­li­che Be­schluss­druck­sa­che von rot-grün zur Ein­füh­rung von Gen­der Bud­ge­ting für zwei Pro­duk­te des Haus­halts.
  3. Wei­ter­hin gab es zwei Re­so­lu­ti­ons­an­trä­ge von rot-grün. Im ers­ten dreht es si­ch um die Mög­lich­keit zur Ehe­schlie­ßung für gleich­ge­schlecht­li­che Le­bens­ge­mein­schaf­ten. Hier­über ent­spann si­ch ei­ne stel­len­wei­se be­mer­kens­wer­te Grund­satz­dis­kus­si­on um ge­sell­schaft­li­che Wer­te im Rat. Die Re­so­lu­ti­on wur­de mit den Stim­men von SPD, Grü­nen, FDP, Pi­ra­ten und dem WfH-Ein­zel­ver­tre­ter an­ge­nom­men. – Die an­de­re wen­det si­ch ge­gen die auf EU-Ebe­ne vor­an­ge­trie­be­ne Pri­va­ti­sie­rung der Was­ser­ver­sor­gung. Lei­der hat­te die CDU hier ei­nen Än­de­rungs­an­trag zu ei­ner For­mu­lie­rungs­spitz­fin­dig­keit ein­ge­bracht und zu­dem no­ch Ein­zel­ab­stim­mung zu den drei Be­schluss­punk­ten des Re­so­lu­ti­ons­tex­tes be­an­tragt, so­dass die Re­so­lu­ti­on zwar mehr­heit­li­ch an­ge­nom­men wur­de, aber nicht als star­kes, ein­stim­mi­ges Si­gnal des Ra­tes wir­ken kann. Wir ha­ben die­ser Re­so­lu­ti­on – wie auch dem Än­de­rungs­an­trag – in al­len Punk­ten zu­ge­stimmt.
  4. Im Bau­aus­schuss am Mitt­wo­ch hat rot-grün be­mer­kens­wer­ter­wei­se ei­nem Op­po­si­ti­ons­an­trag zu­ge­stimmt: Die FDP will die drit­te Fahr­spur auf den Ci­ty­ring­tras­sen rund um den Fri­de­ri­ken­platz bei Groß­ver­an­stal­tun­gen pro­be­wei­se als Park­raum nut­zen. SPD und Grü­ne auch. Die Hin­ter­ge­dan­ken sind wohl je­weils un­ter­schied­li­ch: Die FDP will be­wei­sen, dass bei ei­ner per­ma­nen­ten Ver­schmä­le­rung der Ver­kehrs­ach­sen der Ver­kehr zu­sam­men­bricht, rot-grün hin­ge­gen, dass der Ver­kehr auch auf zwei Spu­ren pro­blem­los läuft. Die CDU ge­riert si­ch als letz­ter Ver­tre­ter der Au­to­fah­rer­in­ter­es­sen. Ich ha­be mi­ch für den Test aus­ge­spro­chen, aber auf even­tu­el­le Ge­fah­ren für die par­al­lel zu den par­ken­den Au­tos fah­ren­den Rad­fah­rer hin­ge­wie­sen.
  5. Gro­ßes The­ma mo­men­tan: Flücht­lings­un­ter­künf­te. Da Deutsch­land ver­stärkt Ziel von Flücht­lin­gen aus Kri­sen­ge­bie­ten in der Welt ist, müs­sen die Auf­nah­me­ka­pa­zi­tä­ten auch in Han­no­ver er­höht wer­den. Die Ver­wal­tung rech­net mit 400 neu zu schaf­fen­den Plät­zen no­ch im Jahr 2013. Da­von sol­len 200 in vier neu­en Ge­mein­schafts­un­ter­künf­ten mit je­weils 50 Plät­zen ent­ste­hen. Vor al­lem am ge­plan­ten Stand­ort Bothfeld/​Eichenweg gibt es er­heb­li­chen Wi­der­stand, der mei­nes Er­ach­tens teil­wei­se mit be­denk­li­chen Ar­gu­men­ten ge­führt wird. Ich war be­reits auf meh­re­ren Ver­an­stal­tun­gen dort vor Ort (Bür­ger­ver­samm­lung im April, Be­zirks­rats­sit­zung im Mai) und ver­fol­ge das The­ma wei­ter­hin. Flücht­lings­un­ter­künf­te wer­den durch das Bau­de­zer­nat ver­wal­tet und sind des­halb The­ma im Stadt­ent­wick­lungs- und Bau­aus­schuss. Die­ser ent­schei­det aber nicht über die ei­gent­li­chen Stand­or­te, die legt die Ver­wal­tung in­tern fest, son­dern nur über die mit dem Be­trieb zu­sam­men­hän­gen­den Ver­trä­ge – und die­se sind dann nicht-öf­fent­li­ch. Im Be­zirks­rat Bo­th­feld hat es zur letz­ten Sit­zung im­mer­hin ei­ne In­for­ma­ti­ons­druck­sa­che der Ver­wal­tung (bes­ser for­ma­tiert bei haz​.de) zur Stand­ort­wahl ge­ge­ben.

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