Be­zirks­rat Bo­th­feld-Vah­ren­hei­de vom 2013-05-15 zur Flücht­lings­un­ter­kunft Ei­chen­weg: Das Pro­to­koll


Am Mitt­woch, 2013-05-15, tag­te der Be­zirks­rat Bo­th­feld-Vah­ren­hei­de. The­ma war un­ter an­de­rem die ge­plan­te Flücht­lings­un­ter­kunft am Ei­chen­weg, de­ren ge­plan­ter Bau wei­ter­hin in der Kri­tik von An­woh­nern steht. Ent­spre­chend voll war der Ver­an­stal­tungs­saal. Auf An­for­de­rung des Be­zirks­rats war Stadt­bau­de­zer­nent Bo­de­mann an­we­send, um die Pla­nung und vor al­lem die Prü­fung von al­ter­na­ti­ven Stand­or­ten im Be­zirks zu er­läu­tern.

Ich war bei der Ver­an­stal­tung an­we­send und ha­be mit­ge­schrie­ben. Die­se Mit­schrift ge­be hier hier wie­der. Wie bei al­len mei­nen Mit­schrif­ten gilt: Ich ha­be nach bes­tem Wis­sen und Ge­wis­sen mit­ge­schrie­ben, kann aber kei­ner­lei Ge­währ für Voll­stän­dig­keit oder Rich­tig­keit ge­ben. Mein Ziel ist im­mer ein Aus­sa­gen­pro­to­koll, das heißt, ich ge­be al­le ge­mach­ten Äu­ße­run­gen wie­der in ei­ner wort­ähn­li­chen Form, nicht aber als ech­tes Wort­pro­to­koll.

Im Rah­men der Ver­an­stal­tung ha­ben die fra­gen­den Bür­ger ih­re Na­men ge­nannt. Die­se Na­men ge­be ich hier nicht wie­der. Na­ment­lich ge­nannt wer­den le­dig­lich die Stadt­ver­wal­tung und al­le an­we­sen­den ak­ti­ven Po­li­ti­ker, so­fern sie ih­re Na­men ge­nannt ha­ben.

Hier nun al­so das Pro­to­koll:

—-
Sit­zung des Stadt­be­zirks­rats Bo­th­feld-Vah­ren­hei­de

2013-05-15

Pro­to­koll zu Ta­ges­ord­nungs­punkt 3: Stand­ort ei­nes Flücht­lings­wohn­heims

Be­zirks­bür­ger­meis­ter Gru­nen­berg: (Ein­lei­tung)

Bo­de­mann (Bau­de­zer­nent): Dan­ke für die Zeit, die Sie op­fern. So spät we­gen Bau­aus­schuss mit lan­ger Ta­ges­ord­nung. Ha­ben ja aber Zeit hier gut ge­nutzt. Zwei, drei Din­ge, wa­ren ja schon ei­ni­ge Ma­le bei Ih­nen. Ins­ge­samt über Flücht­lings­un­ter­brin­gung will ich nicht zu viel sa­gen. 2 Sät­ze: Was ist los? Was regt auch uns auf? An­ders als in 1990er Jah­ren, wo vie­le Men­schen zu uns ka­men – Un­ter­brin­gung in Zel­ten – hat­ten wir in 2000er Jah­ren Si­tua­ti­on, dass Ver­wal­tung mein­te, La­ge sei ent­spannt. Des­halb Un­ter­brin­gungs­ge­bäu­de auf­ge­ge­ben. Re­la­tiv schnell vor 2-3 Jah­ren ge­än­dert, Nds. In­nen­mi­nis­tri­um hat neue Quo­te fest­ge­legt. Flücht­lin­ge wer­den ja nach Schlüs­sel von zen­tra­len Auf­nah­me­stel­len ver­teilt und Ge­mein­de kann nichts an­de­res ma­chen als die­se Quo­te an­zu­neh­men. Macht je­de Ge­mein­de un­ter­schied­lich, Han­no­ver sehr fort­schritt­lich: 3-Säu­len-Mo­dell. Flücht­lings­ver­tre­ter: Ei­gent­lich in Woh­nun­gen un­ter­brin­gen. Dann: Ge­mein­schafts­un­ter­künf­te. auch weil man­che Men­schen gar nicht selbst­stän­dig in Woh­nun­gen woh­nen könn­ten. Drit­tes Mo­dell: Misch­mo­dell: Wohn­grup­pen­mo­dell: Zwar Ge­mein­schaft im Haus, es fin­det aber gleich­zei­tig – auch päd­ago­gi­sche – Be­treu­ung statt. Rat hat auch sehr de­zi­diert fest­ge­legt, wel­che Grö­ße: Ge­mein­schafts­un­ter­künf­te nur bis 50 Per­so­nen. Dann Kri­te­ri­en in den Leit­li­ni­en: La­gen, isb. für Ge­mein­schafts­un­ter­künf­te, aus­ge­stat­tet mit ver­nünf­ti­ger Ver­sor­gungs­in­fra­struk­tur: Ein­kaufs­ein­rich­tun­gen, Nah­ver­sor­gung. Gleich­zei­tig: Im Nah­be­reich ei­ner Bus-​/​Bahnhaltestelle, da die Men­schen kein ei­ge­nes Au­to ha­ben. Au­ßer­dem: Nicht in oh­ne­hin so­zi­al be­las­te­ten Stadt­tei­len an­zu­ord­nen. Al­so kei­ne Bal­lung in ei­nem Stadt­be­zirk. Schwie­ri­ger Be­griff: In­te­grier­ter Be­reich, al­so z.B. nicht im Ge­wer­be­ge­biet. Ein­ge­bun­den in das Stadt­gan­ze, nicht im Ge­wer­be­ge­biet. Gu­te Auf­nah­me, „Will­kom­mens­kul­tur“. Re­la­tiv nied­rig­schwel­li­ge Or­ga­ni­sa­ti­on von Nach­bar­schaf­ten.

Ha­ben Sie aber si­cher al­les schon ge­hört. In ers­ten Quo­tie­run­gen vor 2-3 Jah­ren 400 Men­schen. In den ers­ten zwei Jah­ren – nun­ja – re­la­tiv spon­tan un­ter­zu­brin­gen. Des­halb kurz­fris­tig Ein­rich­tung in Al­ter Pei­ner Heer­stra­ße. Jo­han­ni­ter sind ja da­mals gra­de aus­ge­zo­gen. Ak­ti­viert nur un­ter dem Ver­spre­chen, dass wir sie nur für zwei Jah­re – für ei­nen be­grenz­ten Zeit­raum nut­zen wür­den. Dis­kus­si­on ist al­so nicht neu.

An­de­re Un­ter­künf­te ak­ti­viert. Dann: 2012-12-04 Schrei­ben vom Land: Für 2013 bis Sep­tem­ber Quo­te von 650 Men­schen. Hoch­ge­rech­net bis Jah­res­en­de: 800 Per­so­nen. Re­la­tiv schnell zu Jah­res­be­ginn ver­wal­tungs­in­tern zu­sam­men­ge­setzt und über­legt: 400 Men­schen kön­nen wir „so“ un­ter­brin­gen. Aber an­de­re Hälf­te Pro­blem. Dann ge­rech­net: Auf Woh­nungs­markt an­ge­spann­te Phä­no­me­ne (des­halb ja auch Wohn­kon­zept, Wohn­bau­för­de­rung), al­so Woh­nungs­po­ten­ti­al nur sehr zäh zu ak­ti­vie­ren. Al­so: Vor­ga­be von 50 Per­so­nen ge­nom­men, GBH 4 Pro­jek­te an­ge­tra­gen. Erst­mal of­fen ge­las­sen ob Mo­dul oder fest. Al­so: Ab­sichts­er­klä­rung an GBH. 80 zu­sätz­li­che Plät­ze in Bütt­ner­stra­ße, 120 wei­te­re in Mit­te, so auf die 400er-Ra­te zu­ar­bei­ten kön­nen. Dann im Fe­bru­ar im In­ter­kreis in Bo­th­feld und Stand­ort vor­ge­stellt. Seit­dem über Stand­ort Ei­chen­weg im Ge­spräch. Hat dann Auf­trag ge­ge­ben, dar­zu­le­gen, wie es zu Stand­ort ge­kom­men ist, da­mit nicht Ein­druck von „Al­ter­na­tiv­los“ oder „Top-Down“ ent­steht.

Al­so, zu den Stand­ort­ein­schät­zun­gen: Stand­or­te kom­men zum Teil von der BI, zum Teil aus Par­tei­en, zum Teil aus Ver­wal­tung. Sind noch­mal en­ga­giert auf Woh­nungs­wirt­schaft zu­ge­tre­ten. Sind ja stän­dig mit GBH im Ge­spräch.

[Nun geht Herr Bo­de­mann die ein­zel­nen un­ter­such­ten Al­ter­na­tiv­stand­or­te durch.]

– Von-Fritsch-Ka­ser­ne: Ist ja schon lan­ge für ver­schie­de­nes ge­wünscht, Woh­nungs­bau war vor 3-4 Jah­ren kurz vor Rea­li­sie­rung, Pro­jekt konn­te aber nicht plat­ziert wer­den. Mo­men­tan steht es wie­der leer, Flä­che ge­hört wie­der Bund. War­um nicht dort? Sind mit BI­mA [Bun­des­an­stalt für Im­mo­bi­li­en­auf­ga­ben, ver­wal­tet die un­ge­nutz­ten Ka­ser­nen­ge­län­de] in Kon­takt ge­tre­ten. So ver­stan­den, dass es um die vor­han­de­nen Ge­bäu­de geht. Gab ja Pro­blem mit von-Wä­gen e.V., BI­mA hat we­gen bau­sta­ti­scher Pro­ble­me räu­men las­sen. Zu­sätz­lich: Bo­den­kon­ta­mi­na­ti­on. Ge­sund­heits­ge­fähr­dend, sagt die BI­mA. Wir kön­nen uns des­halb nicht vor­stel­len, dort Flücht­lin­ge un­ter­zu­brin­gen. Des­halb schei­det der Stand­ort aus. Zu­dem: Fremd­ei­gen­tü­mer­schaft. Wir ha­ben Zeit­druck. Müs­sen Flä­chen ak­ti­vie­ren, die der Lan­des­haupt­stadt ge­hört. BI­mA macht Grund­stücks­be­wer­tung, 2-3 Mo­na­te. Er­werb erst Jah­res­en­de. Dann De­kon­ta­mi­na­ti­on. Wä­ren im Le­ben nicht da­zu ge­kom­men, dort die­ses Jahr Men­schen un­ter­zu­brin­gen.

– Ro­bi­ni­en­weg: Flä­che ist zu klein. Bau­lich­keit: Gibt Vor­mo­dell: Ein­rich­tung ev. frei­kirch­li­che Ge­mein­de an der Hil­des­hei­mer Stra­ße. Gibt Vor­kon­zept der GBH, die­ses Mo­dell pro­ji­zie­ren wir nun im­mer auf die Grund­stü­cke. Bei Ro­bi­ni­en­weg passt das Ge­bäu­de schlicht nicht drauf.

– Burg­we­de­ler Stra­ße: Auch zu klein. Steht heu­te Ge­bäu­de der Stadt für 8-12 Leu­te. Zu we­nig. Des­halb nicht ge­eig­net. Zu­dem An­bau­ver­bots­zo­ne an der Au­to­bahn, des­halb um­ständ­lich, die Ge­neh­mi­gung zu be­kom­men.

– Var­rel­hei­de: Ist ja auch von Wä­gen an­ge­bo­ten. Die woll­ten dort nicht hin, weil (a) in­te­grier­ter Stand­ort ge­sucht und (b) Stand­ort ist sehr stark be­schrie­ben durch die Hoch­span­nungs­lei­tun­gen – Elek­tro­smog. Des­halb ir­gend­wie schwer, dort Asyl­be­wer­ber un­ter­zu­brin­gen. Ist ja auch Stadt­grenz­la­ge, gä­be ähn­li­che Dis­kus­si­on mit Nach­bar­ge­mein­de wie an ei­nem an­de­ren Stand­ort [ge­meint ist wohl der Stand­ort Ba­den­stedt an der Gren­ze zu Em­pel­de].

– Wiesengrund/​Kiefernpark: Klei­ne Grün­flä­che mit Ska­ter­an­la­ge. Kri­tisch kom­men­tiert weil (a) Nach­bar­schaft zu be­son­de­rer Be­woh­ner­schaft am Kie­fern­park – kei­ne Flücht­lings­un­ter­künf­te in Nach­bar­schaf­ten, die eh schon so­zi­al be­nach­tei­ligt sind und (b) Kon­flik­te mit Er­ho­lungs­funk­ti­on Wie­sen­grund.

– Kirch­hors­ter Stra­ße Nord/​Alte Pei­ner Heer­stra­ße: Nord­be­reich stark ge­werb­lich ge­prägt, kein nach­bar­schaft­li­cher As­pekt. Süd­li­cher Be­reich hat Stig­ma der Iso­la­ti­on. Kön­nen da nicht jetzt ab­rei­ßen und dann neu bau­en. Dann wä­ren wir nicht lern­fä­hig. Wä­re ge­gen die Leit­li­ni­en vom April.

– Scharn­horst­ka­ser­ne: Hieß, dass Ge­bäu­de leer fal­len. Se­hen auch hier, dass Ge­bäu­de nicht im städ­ti­schen Ei­gen­tum. Müss­te aus Ka­ser­ne her­aus­ope­riert wer­den. Ka­ser­ne ist ja noch in Be­trieb, ist mi­li­tä­ri­scher Si­cher­heits­be­reich. Kön­nen da nicht ein­fach ein Ge­bäu­de her­aus­lö­sen. Kurz­fris­tig­keit geht nicht.

– Metz­hof: Ist bau­recht­lich nicht be­bau­bar, da na­tur­schutz­recht­lich ge­schütz­ter Land­schafts­teil.

Das ist al­so mein Be­richt.

(Ein­würf aus dem Pu­bli­kum: Und war­um nun der Ei­chen­weg?)

Bo­de­mann: Ja, das ist dann qua­si die Kon­se­quenz. Vor­stel­lung des Ra­tes, städ­ti­sche Lie­gen­schaft, Nä­he von ÖPNV, nach­bar­schaft­li­che Nä­he, Ver­sor­gungs­sta­ti­on. Al­so: Ei­chen­weg ist ge­eig­ne­ter Stand­ort.

(Spär­li­cher Ap­plaus)

Grue­nen­berg: So, jetzt ers­te Fra­ge­run­de aus dem Be­zirks­rat. Dann zwei­te Run­de durch Be­völ­ke­rung.

Spie­gel­hau­er (SPD): Bei die­ser wich­ti­gen Fra­ge möch­te ich zu­nächst Ent­schei­dungs­er­geb­nis der SPD-Frak­ti­on vor­stel­len. Druck­sa­che En­de der ver­ga­ge­nen Wo­che be­kom­men. Dann auf Grund ver­schie­de­ner In­for­ma­tio­nen aus den ver­ga­ne­nen Wo­che zu Er­geb­nis ge­kom­men. Ge­he jetzt auf drei Punk­te ein: Aus­gangs­la­ge, Standortfrage/​-​verfahren/​-​ergebnis, Aus­blick.

Aus­gangs­la­ge: Er­heb­li­cher An­stieg von Flücht­lin­gen zeigt, dass wir in Han­no­ver Un­ter­brin­gung schaf­fen müs­sen. Ste­hen zu un­se­rer Ver­ant­wor­tung als Stadt­teil. Un­ter­stüt­zen das. Un­ser Ziel im Ver­fah­ren: Ent­schei­dung auf Ba­sis ei­nes trans­pa­ren­ten Ver­fah­rens. Kön­nen Ent­schei­dung erst dann tref­fen, wenn al­le mög­li­chen In­for­ma­tio­nen zu den Stand­or­ten vor­lie­gen. Maß­nah­men im BZR schon dar­ge­stellt. Nach Ver­wal­tungs­vor­schlag ha­ben wir wei­te­re In­fors von Ver­wal­tung ge­for­dert, In­fo­ver­an­stal­tung, Dring­lich­keits­an­trag mit Prü­fung von Al­ter­na­tiv­stand­or­ten. An­for­de­rung men­schen­wür­di­ge Un­ter­brin­gung, ge­sell­schaft­li­che In­te­gra­ti­on, ÖPNV, Nah­versrgung. Al­les un­ter dem Deck­man­tel der Grund­sät­ze zur Flücht­li­ungs­un­ter­brin­gung. Da­mit je­doch noch nicht Vor­ent­schei­dung für Stand­ort.

In der Zwi­schen­zeit wei­te­re In­for­ma­tio­nen ver­sucht zu be­kom­men. Ver­wal­tung, Fach­leu­te für Flücht­lings­un­ter­brin­gung, Au­gen­schein, Stand­ort­ana­ly­se von Ei­chen­weg-BI. Sind zu Punkt ge­kom­men, dass wir Ent­schei­dung tref­fen kön­nen, wenn Er­geb­nis­se vor­lie­gen und nicht fest­steht, dass po­li­ti­sche Ent­schei­dung schon ge­trof­fen sei. Ent­schei­dung ist Er­geb­nis ei­nes trans­pa­ren­ten udn of­fe­nen Ver­fah­rens.

Will nicht auf al­le Stand­or­te ein­ge­hen, son­dern nur auf Ex­trakt:

– Woh­nun­gen: Für uns gu­te Form der Un­ter­brin­gung, wich­ti­ter Schritt für ei­gen­stän­di­ges Le­ben. Al­so: Woh­nun­gen prü­fen. Lei­der Er­geb­nis nicht aus­rei­chend.

– Scharn­horst­ka­ser­ne: In Be­trieb. Au­ßer­dem: Kriegs­trau­ma­ti­sier­te Flücht­lin­ge, die wol­len wir nicht auf Mi­li­tär­ge­län­de un­ter­brin­gen.

– Al­te Pei­ner Heer­stra­ße: Con­tai­ner ab­rei­ßen und neu bau­en. Po­si­tiv: ÖPNV, Ein­kaufs­zen­trum in der Nä­he. Ne­ga­tiv: Grund­stück ist sehr iso­liert und ne­ben stark be­fah­re­nen Stra­ßen. Se­hen we­nig Mög­lich­kei­ten für ge­sell­schaft­li­che und so­zia­le In­ter­gra­ti­on. Al­so kei­ne Al­ter­na­ti­ve.

– Var­rel­hei­de: Wie Al­te Pei­ner Heer­stra­ße, da­zu weit weg von Nah­ver­sor­gung.

Blei­ben al­so zwei Stand­or­te üb­rig:

– Burg­we­de­ler Stra­ße 34: In­te­grier­te La­ge, Nä­he zu Nah­ver­sor­gung, ÖPNV, gro­ßes Grund­stück. Konn­ten wir uns am An­fang gut vor­stel­len. Al­ler­dings: Gibt recht­li­che Ein­schrän­kun­gen auf dem Grund­stück. Zwei­feln, dass die über­wind­bar sind. Neu­bau: Fern­stra­ßen­recht mit Bau­ver­bots­zo­ne spricht da­ge­gen. Bleibt nur klei­ner Be­reich, durch Ab­riss­not­wen­dig­keit Zeit­ver­zug.

– Al­so: Ei­chen­weg bleibt als ein­zi­ges Grund­stück üb­rig. ÖPNV, Nah­ver­sor­ger, in­te­griert, Bil­dungs­ein­rich­tun­gen, Grund­stück ist re­la­tiv groß. Scheint für uns mög­lich. Nach­voll­zieh­ba­res In­ter­es­se, dass die­se Flä­che als Spiel­platz vor­ge­se­hen war. Glau­ben aber, dass wenn die­ses Grund­stück 2000-3000 qm für Flücht­lings­wohn­heim be­kommt, dann 4000-5000 qm für Spiel­platz. Wol­len uns dann auch da­für ein­set­zen. Da Ge­bäu­de zwei­ge­schos­sig und fest ge­baut, gu­te Ein­glie­de­rung mög­lich. Ein­glie­de­rung ge­wahrt, Ver­sor­gung, Er­geb­nis: Ob­wohl bau­recht­li­che Fra­ge ei­ne Lö­sung ge­fun­den wer­den muss und Nä­he zu A2 nicht op­ti­mal – bleibt aber ge­wahrt.

Un­se­re Frak­ti­on ist zu Er­geb­nis ge­kom­men, dass Ei­chen­weg zwar nicht der op­ti­mals­te aber der ge­eig­ne­tes­te Punkt für die Un­ter­kunft ist. Hof­fen, dass wir In­te­gra­ti­on der Flücht­lin­ge schaf­fen wer­den. Un­ter­stüt­zer­initia­ti­ve im Be­zirks­rat. Will­kom­mens­kul­tur.

Knoll (Grü­ne): Bit­te an der Ta­fel an­zu­zei­gen, wo Ge­bäu­de ge­plant ist. Ab wann ist Grund­stück zu klein? Ge­bäu­de am Döh­rener Turm ist ja hö­her. Qua­drat­me­ter­zahl ab wann zu klein.

Ab­ge­ord­ne­ter: Fra­ge zu Ei­chen­weg. […] Und wie ist Un­ter­kuft be­schaf­fen?

Bo­de­mann: Herr Heesch hat Bild da­bei.

Heesch (Mit­ar­bei­ter Bau­ver­wal­tung): Vi­sua­li­sie­rung ver­sucht. Frei­flä­che ist ins­ge­amt 16.000 m² groß, al­so nur mar­gi­na­ler Aus­schnitt.

(Skiz­ze zeigt Ge­bäu­de im süd­west­li­chen Win­kel der Flä­che ne­ben der Be­stands­be­bau­ung) Ge­bäu­de 26*33 Me­ter Grund­flä­che, Grund­stück et­wa 45*45 Me­ter. Va­ri­iert et­was je nach Stand­ort.

Bo­de­mann: Ha­ben uns vor­ge­nom­men, al­le 4 Ein­rich­tun­gen nicht für ewig zu se­hen, son­dern für 10 Jah­re von GBH zu mie­ten. Miet­hö­he ist so be­mes­sen, dass in den 10 Jah­ren über Miet­zah­lun­gen die Ab­schrei­bung durch­ge­führt ist. So kommt es zu den 18,50 EUR Miet­hö­he. Ist we­gen der kur­zen Ab­schrei­bungs­frist von 10 Jah­ren. Ist ins­ge­samt ein sehr güns­ti­ger Bau – kur­ze Nut­zungs­dau­er. 10-Jah­res­fris­ten hal­ten wir fest – ma­chen wir auch bei al­len An­mie­tun­gen. Viel­leicht än­dert sich die Si­tua­ti­on ja und wir kön­nen die Ein­rich­tun­gen ab­bau­en. Nach 10 Jah­ren ist Ge­bäu­de im Be­sitz der Stadt oder wir ver­ein­ba­ren wei­te­re Nut­zung durch die GBH.

Blasch­zyk (CDU): Fra­gen: (1) Herr Bo­de­mann, wir ent­schei­den nur über Mie­te, nicht über Stand­ort? (2) Nach­nut­zung? War ja mal die Über­le­gung, ei­ne sol­che Un­ter­kunft spä­ter als Stu­den­ten­wohn­heim zu nut­zen, war­um wird das Wohn­heim nicht mit Blick auf sol­che Nach­nut­zung ge­baut?

Bo­de­mann: (1) Auf dem Tisch liegt Be­schluss­druck­sa­che für Miet­ver­trag mit GBH. (2) Fra­ge der mög­li­chen Wei­ter­nut­zung. Da ist man nicht von ab­ge­kom­men, aber man muss dann se­hen, wie die La­ge ins­ge­samt ist. Für so ei­ne Am­bi­ti­on eher stu­den­ten­ge­eig­ne­te Wohn­la­gen sinn­voll. Fällt mir ge­ra­de schwer. Schlie­ßen das nicht aus, Hil­des­hei­mer Stra­ße könn­te man an Stu­den­ten den­ken. Wir wis­sen noch nicht, ob da ab­ge­bro­chen wird.

Gru­nen­berg: Ok, Be­zirks­rä­te ha­ben Fra­gen ge­stellt. Nun zu den Bür­gern.

Bür­ger: Vor 10 Ta­gen Pe­ti­ti­on ins Le­ben ge­ru­fen. (Trägt die Pro-Flücht­lings­wohn­heim­pe­ti­ti­on vor, die auf open​pe​ti​ti​on​.org zur Zeich­nung öf­fent­lich war) Es geht nur um das Si­gnal. Bis heu­te 300 un­ter­schrie­ben, da­von 143 aus Bo­th­feld.

Bür­ger: (an den Vor­red­ner ge­wandt) Dan­ke für ihr An­ge­bot zur Be­tei­li­gung. Auch un­ser Fly­er – hei­ßen die Men­schen herz­lich will­kom­men. 95% un­se­rer Un­ter­schrei­ber sind di­rek­te An­woh­ner.

Gru­nen­berg: Spre­chen Sie bit­te zum Be­zirks­rat, nicht zu an­de­ren An­we­sen­den im Pu­bli­kum.

Bür­ger: Sind uns der Ver­pflich­tung be­wusst, dass die Flücht­li­che un­ter­ge­bracht wer­den müs­sen. Flücht­lings­wohn­heim un­mit­tel­bar bei Ein­fa­mi­li­en­häu­sern we­gen In­te­gra­ti­ons­för­de­rung. Ver­ste­hen wir. Fra­gen uns aber: Ge­bäu­de nur tem­po­rär. Flücht­lin­ge blei­ben al­so nur we­ni­ge Wo­chen oder ein hal­bes Jahr da. Wie soll da In­te­gra­ti­on statt­fin­den? Und war­um soll hier mit 20 m Ent­fer­nung zu Wohn­be­bau­ung Ghet­to ge­schaf­fen wer­den? Ja, es ist ein Ghet­to, weil es ei­ne Über­gangs­si­tua­ti­on ist. Nam­haf­te So­zio­lo­gen stel­len das [hin­ter der Wohn­heim­plat­zie­rung ste­hen­de so­zia­le] Mo­dell in Fra­ge. Und was an­de­re Stand­or­te in Han­no­ver wie Kir­ch­ro­de be­trifft: Das ist ein ehe­ma­li­ges Al­ten­heim, das 10 Jah­re leer stand. Wird ab­ge­ris­sen, weil Gund­lach Ei­gen­tus­woh­nun­gen baut. War­um wer­den nicht an­de­re leer­ste­hen­de Ge­bäu­de ge­nutzt? Ih­re Ar­gu­ment zu den Al­tern­ti­ven sind zu 90% nicht stich­halting und wi­der­leg­bar. Sie wol­len uns ein­lul­len. In Han­no­ver ver­gam­meln Schu­len, war­um wird hier so ein teu­res Ge­bäu­de in die Nach­bar­schaft ge­setzt?!

Bo­de­mann: Ver­ste­he die Auf­re­gung, aber nicht die Wort­wahl. Will sie nicht ein­lul­len. Ghet­to? Will ich nicht dar­über dids­ku­tie­ren. 50 Men­schen sind kein Ghet­to. Dis­kurs nicht mei­ne Auf­ga­be. Als Ver­tre­ter der han­no­ver­schen Ver­wal­tung sa­ge ict: Ne­ben die­ser Auf­ga­be, der wir en­ga­gei­ert nach­ge­hen, ma­chen wir Job der Flücht­lings­auf­nah­me ver­dammt gut. Ver­glei­chen Sie das mit an­de­ren Städ­ten. Neh­men da­zu Er­heb­li­ches auf, Schu­len in Stand zu brin­gen. Viel­leicht ein­zi­ge Stadt über 250.000 Ein­woh­ner, die die­sen Be­treu­ungs­schlüs­sel ha­ben [Das Pro­to­koll ist hier even­tu­ell lü­cken­haft.] Das sind mei­ne Grün­de, die ich Ih­nen vor­ge­tra­gen ha­ben. Ob die­se Grün­de ste­chen oder nicht, das zu be­ur­tei­len ist Auf­ga­be der Po­li­tik. Aber ich wer­fe nicht mit Ne­bel­ker­zen.

Bür­ge­rin: Bo­ther­fel­der Bür­ge­rin seit 18 Jah­ren, 300 Me­ter vom Stand­ort weg. State­ment: Ist ei­gent­lich ei­ne herz­li­che Ein­la­dung, uns, ei­ne Grup­pe Bo­th­fel­der Bür­ger heu­te oder zu ge­ge­be­nem Zeit­punkt ken­nen­zu­ler­nen, weil es um Wohn­heim Ei­chen­weg geht. Wo­zu? Um viel­leicht ge­mein­sam ei­ne an­de­re Grup­pe von Men­schen ken­nen ler­nen zu wol­len. Wir nen­nen sie zu­nächst Flücht­lin­ge. Die­se ha­ben mit Ver­haf­tun­gen oder Ge­fäng­nis­stra­fen zu rech­nen, wenn sie sich nicht staats­kon­form äu­ßern. Oder sich mit an­de­ren Po­li­ti­kern tref­fen. Für uns ist das Stan­dard, für die­se Men­schen ist das ei­ne an­de­re Welt. Men­schen, die kei­ne Rechts­staat­lich­keit ken­nen. Kei­ne Bil­dungs­mög­lich­kei­ten für Frauen/​Mädchen. Sit­ten­po­li­zei, die kon­trol­liert. Für die­se Men­schen ist Gleich­be­rech­ti­gung ein Fremd­wort. Geht um Men­schen, die nicht wis­sen, wie sich sich und ih­re fa­mi­li­en vor Krieg, Ter­ror, Tod schüt­zen kön­nen. Wo Men­schen al­le Hoff­nun­gen auf Le­ben in Frei­heit ge­nom­men wer­den, se­hen sie nur ei­nen Weg: Hei­mat ver­las­sen. Zu­flucht in eu­ro­päi­schem Land. Oft aus Groß­ami­lie nur ei­ne Per­son, für die man zu­sam­men sam­melt, um Geld für Flucht be­reit­zu­stel­len und Fa­mi­lie hofft, dass we­nigs­tens die­ser ei­ne über­lebt. Da­bei wis­sen auch sie nicht, was sie nach dem Trau­ma bei sich zu Hau­se hier er­war­tet. So un­ser Vor­schlag: Es könn­te so span­nend sein, die Men­schen nach der schwe­ren Flucht zu be­grü­ßen. Freund­li­che Ges­te, mit klei­en Köst­lich­kei­ten bei An­kunft in zu­ge­wie­se­ner Un­ter­kunft zu über­ra­schen. Und ih­nen da­mit zu zei­gen: Ja­wohl, wir ver­ste­hen eu­re Ent­schei­ung und Angst. Eu­ren Wunsch nach si­che­rer Le­bens­si­tua­ti­on. Und nun wol­len wir euch ken­nen­ler­nen. Hän­de und Fü­ße als Spra­cher­satz ken­nen wir al­le. Be­glei­tun­gen zu klei­nen Ein­käu­fen. Sta­ßen­bahn­fahr­ten, Fuß­ball­spiel – Fuß­ball ver­bin­det. Be­glei­tung zu Äm­tern, falls städ­ti­sche Sprach­ver­mitt­ler rar sind. Wei­te­re Ko­ope­ra­tio­nen kön­nen wir nur mit Be­trei­bern ab­spre­chen – de­nen, die für die Häu­ser ver­ant­wort­lich sind. Aber wir kön­nen vor­be­rei­tet sein, sie bei ih­rer An­kunft hier will­ko­menn zu hei­ßen. Ha­ben da­bei Ziel­rich­tung: Auf die­se Wei­se kön­nen wir die frem­den Gäs­te mit de­mo­kra­ti­schen Le­bens­ge­wohn­hei­ten be­kannt ma­chen. Kön­nen so Miss­trau­en und Ab­leh­nung im Keim er­sti­cken. Und was uns ganz wich­tig ist: Wir hät­ten ge­mein­sam deut­sche Gast­lich­keit ge­zeigt. Ha­ben wir ja auch, sie­he Mes­se­gäs­te. Ich den­ke, das krie­gen wir Bo­th­fel­der Bür­ger doch hin. Üb­ri­gens auch Ein­la­dung zur Be­sich­ti­gung zwei­er Wohn­hei­me: Hil­des­hei­mer Stra­ße und Ru­mann­stra­ße. Al­so: Herz­li­che Ein­la­dung. Will­kom­mens­kul­tur in Bo­th­feld auf­recht er­hal­ten – für Stand­ort Ei­chen­weg.

Bür­ger: Woh­ne gleich um die Ecke. Ge­hö­re zu der In­itia­ti­ve, die Stand­or­te rich­tig ge­prüft hat: Nutz­wert­ana­ly­se: Wel­chen Nut­zen bringt wel­cher Stand­ort für die Flücht­lich­te: Grund, Nah­ver­sor­gung, Sport, Spiel, sonst­was. Er­freu­li­cher­wei­se: Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Grün, SPD, CDU woll­ten Stu­die ha­ben. Ging nur mit Er­klä­rung, ha­ben wir ge­macht. Po­li­tik hat al­so auf­ge­grif­fen. Ver­wal­tung hat Stu­die wohl gar nicht ge­se­hen. Herr Heesch, ih­nen ist sie wohl ver­lo­ren ge­gan­gen. Al­so: Ka­ser­nen wol­len Sie nicht, ist ok. Aber Stan­dard nicht aus­rei­chend? Für die Sol­da­ten hat es doch auch ge­reicht? Ok, die be­kom­men ja auch al­le Ein­zel­zim­mer (Ein­wurf: Neid­de­bat­te). Kirch­hors­ter Stra­ße: Die wol­len sie ver­kau­fen?! Al­so wirt­schaft­li­che Er­wä­gun­gen wich­ti­ger als Flücht­lin­ge. Var­rel­hei­de: Kei­ne Nach­bar­schaft? 150 Häu­ser di­rekt ge­gen­über, Stra­ßen­bahn 1200 Me­ter weg. Burg­we­de­ler Stra­ße: Grund­stück mit dem Ge­bäu­de: Ge­bäu­de muss ste­hen blie­ben, aber da­hin­ter kann man bau­en. Grund­stück ist 1900m² groß, 45*45 Me­ter ist we­ni­ger (Ein­wurf: Das sind 2025m² – Ge­läch­ter) und da­hin­ter gro­ße Flä­che 22500m² – da kön­nen sie das Ding hin­set­zen- wie auch im­mer. Aber sie wol­len das ja gar nicht! Und Ei­chen­weg: Be­bau­ungs­plan 340 gilt doch noch, oder? Auf wel­cher Ba­sis wol­len sie den 340er-Plan än­dern, wenn nö­tig? Mei­ne, dass ei­ni­ge an­de­re Grund­stü­cke durch­aus ge­eig­net sind, aber wenn man sich von vorn­her­ein fest­ge­legt hat…

Bo­de­mann: Sie sa­gen, wir woll­ten nicht. Sa­gen wir bes­ser: Wir schät­zen die La­ge un­ter­schied­lich ein. Kirch­hors­ter Stra­ße ist Ge­wer­be­ge­biet. Wenn wir der Ma­xi­me des Ra­tes fol­gen, dann geht die­ser Stand­ort nicht. Es geht da­bei nicht um Ver­mark­tung. War­um ma­chen Sie mir Un­ter­stel­lun­gen, fin­de ich nicht gut. Ok, wir ha­ben Mei­nungs­ver­schie­de­n­eheit. Aber hier ist das Ent­schei­dungs­gre­mi­um. [Er meint den Be­zirks­rat] Un­ter­stel­len wir uns nicht ge­gen­sei­tig.

Heesch: Be­bau­ungs­plan 340 gilt im­mer noch. Setzt für die­se Flä­che Grün­flä­che fest. All­ge­mei­ne Zweck­be­stim­mung „Spiel­flä­che“, die ist aber we­sent­lich grö­ßer als der Teil für das Ge­bäu­de. Vor­teil ist, dass die Ge­samt­flä­che so groß ist. Be­bau­ung al­so mög­lich, oh­ne dass die Zweck­be­stim­mung des B-Plans in Ge­fahr ge­rät. Auf Ba­sis der be­stehen­den Ge­set­ze kann In­an­spruch­nah­me er­fol­gen. Zweck­be­stim­mung der Flä­che ist wei­ter­hin mög­lich.

(Dia­log zwi­schen Bür­ger und Heesch über die Flä­che und die Zweck­be­stim­mung)

Bür­ge­rin: Bin auch Flücht­ling, ha­be 1951 hier Blei­be ge­fun­den. Wie vie­le Flücht­lin­ge sind hier? Wir wa­ren sehr glück­lich, dass wir Woh­nung ge­fun­den ha­ben. Ha­be heu­te noch Pho­bie ge­gen Krieg, war­um sind wir ge­gen Flücht­lin­ge?

Bür­ger: Grund­sätz­li­che Fra­ge: am liebs­ten wä­re der Po­li­tik doch, wenn Woh­nun­gen be­reit­ge­stellt wer­den. Wenn Sie Such­an­zei­ge mit 18,50 EUR auf­set­zen, glau­ben Sie, dass sie da kei­ne Woh­nung be­kom­men? (Ge­joh­le)

Bür­ger: Bin seit über 40 Jah­ren Bür­ger von Bo­th­feld, woh­ne am Ei­chen­weg. Da­mals wur­de dann Ge­län­de auf der an­de­ren Sei­te be­baut – eben der B-Plan 340. Da­ma­li­ge Ver­wal­tung woll­te dort Ge­wer­be. dann Bür­ger­initia­ti­ve da­ge­gen. Hat­te mich dem an­ge­schlos­sen, ob­wohl ich Mit­glied der Bau­wer­wal­tung war. Stadt­bau­rat Hanns Adri­an sag­te: Ok, darfs­te. Ha­ben dann mit Ver­wal­tung zu­sam­men ge­ar­bei­tet. Del­le­mann und […]. Ha­ben dann ver­schie­de­ne Be­spre­chu­nen ge­macht. Ha­be ich hier ge­rügt, dass wir icht ge­fragt wor­den sind. Ha­ben dann ei­ni­ge Än­de­run­gen er­reicht, Will mich nicht her­aus­strei­chen, aber At­mo­sphä­re war sei­ner­zeit auf­ge­la­den. Ha­be OB ge­gen Be­lei­di­gun­gen be­schützt, nun hat die po­li­ti­sche Sei­te mich be­lei­digt – fin­de ich nicht gut. Es ist mög­lich, mit­ein­an­der zu ar­bei­ten, dies­mal klappt das nicht.

Und ih­re Be­grün­dun­gen mit „nicht mög­lich“ – Es gibt Bau­land auf an­de­rer Sei­te der Au­to­bahn, das viel bes­ser ge­eig­net ist. Möch­te dar­auf hin­wei­sen: Ha­be da­mals am B-Plan mit­ge­ar­bei­tet. Grund­zug der Pla­nung: Grün­zü­ge. Die­se sind fest­ge­legt. Än­de­rung die­ser Grund­zü­ge der Pla­nung ist nur mög­lich durch Be­schluss des Ra­tes. Muss al­so Än­de­rung des B-Pla­nes her­ge­stellt wer­den, weil Grund­zü­ge der Pla­nung be­rührt wer­den, dass näm­lich kei­ne Be­bau­ung mög­lich ist. BI woll­te Be­baung, Ver­wal­tung hat ab­ge­lehnt, weil un­zu­läs­sig we­gen Nä­he der Au­to­bahn. Auch exis­tie­ren­de Ge­bäu­de dür­fen nur Fens­ter nach Sü­den ha­ben. Und dann der Lärm­schutz­wall. Hieß erst, kön­ne nicht er­höht wer­den. Sind dann aber Schutz­wäl­le ge­baut wor­den. Ha­ben wir al­les durch­ge­setzt im Sin­ne ei­nes B-Pla­nes, der das bes­te für die­sen Stadt­teil sein soll­te. Spiel­platz ist aus­ge­wie­sen für Ge­biet des B-Plans 340 und das Um­land drum­her­um. Herr Bo­de­mann, kann­ten Sie die Be­grün­dung des B-Pla­nes? Be­stehen Sie wei­ter auf der ge­plan­ten Lö­sung?

Bo­de­mann: 2 Din­ge vor­weg: Vie­les was Sie ge­sagt ha­ben, ha­en sich mitt­ler­wei­le ge­än­dert. Gibt ja jetzt Lärm­schutz­wand. Des­halb ist es da nicht mehr so laut. Spiel­platz ist auch nie ge­baut wor­den. Vie­le Din­ge sind al­so gar nicht rea­li­siert. Ja, ich ken­ne den B-Plan. Und ich wä­re nicht hier­her ge­kom­men, wenn wir nicht an un­se­rem Bau­vor­ha­ben fest­hal­ten könn­ten. Ge­gen­fra­ge: War­um soll das Wohn­heim denn nicht da sein? Wenn der B-Plan Sie so gut schützt, könn­te ich mich ja auf Ih­re Sei­te stel­len. Aber das ist es ja nicht. Es ist Wohn­nut­zung, die zu Wohn­nut­zung kommt?

(Ge­plän­kel zwi­schen Gru­nen­berg und Bür­ger, ob der di­rekt ant­wor­ten darf.)

Bür­ger: Be­bau­ung ist nicht zu­läs­sig, egal was mit dem Lärm­schutz ist. In der Be­grün­dung steht al­les drin. Grund­zü­ge des B-Pla­nes ent­hal­ten auch grund­le­gend den Spiel­platz für das gan­ze Vier­tel.

Bür­ge­rin: Vor­sit­zen­de Un­ter­stüt­zer­kreis Flücht­lings­un­ter­künf­te Han­no­ver und Lei­te­rin Nach­bar­schafts­kreis Kir­ch­ro­de. Be­glei­tet von 2 Grün­dungs­mit­glie­dern. Auch da­bei: Flücht­ling aus dem Su­dan. Viel­leicht nach­her noch Ge­le­gen­heit, Sie ken­nen zu ler­nen. War­um wur­de der Un­ter­stüt­zer­kreis ge­grün­det? Gibt zu we­nig prak­ti­sche Hil­fe in den Hei­men und auch kei­ne gu­te Will­kom­mens­kul­tur. Prak­ti­sche Hil­fe: 21 Nach­barn in en­ger Zu­sam­men­ar­beit mit Heim­lei­tung ha­ben kon­kre­te Hilfs­pro­jek­te ent­wi­ckelt. 16 Pro­jek­te, kon­ti­nu­ier­li­cher Pro­zess: Deutsch­un­ter­richt in den Hei­men für die Müt­ter mit den Kin­dern, Be­glei­tung bei Be­hör­den­gän­gen, Stadt­teil­spa­zier­gän­ge, aber auch so pro­fa­ne Di­ne wie das Be­sor­gen von Ba­by­nah­rung. Ganz viel­sich­tig. Mei­ne Be­ob­ach­tung: Span­nend für Flücht­lin­ge und für Be­woh­ner. Wenn man mit Flücht­lin­gen in Kon­takt kommt, merkt man, dass al­le ein sehr un­ter­schied­li­ches Schick­sal ha­ben. Aber ei­ne Gme­ein­sam­keit: Sehr schwer ge­fal­len, von zu Hau­se weg zu ga­hen. Des­halb wir ale en­ga­gier­te Bür­ger zu­sam­men­ge­setzt und Flücht­lin­ge will­kom­men ge­hei­ßen. Zu­gang zu un­se­rer Kul­tur er­leich­tern. Wür­den Sie ger­ne un­ter­stüt­zen, die Flücht­lin­ge will­kom­men zu heiß­ten.

Bür­ge­rin: Woll­te wich­ti­gen As­pekt ge­ben. Bis­lang wird hier nur über Bau­recht, In­te­gra­ti­on etc. ge­re­det. War in Afri­ka, an ver­schie­de­nen Or­ten, bin welt­of­fen, Mut­ter aus Aus­land. Toll in Bo­th­feld auf­ge­nom­men. Tol­le Ge­mein­schaft. Aber ein As­pekt fehlt: Es geht hier um 51 Män­ner, das ha­be ich wahr­ge­nom­men. So hat man mir das ge­sagt. Geht hier nicht um In­te­gra­ti­on von Fa­mi­li­en. Kin­der ha­ben Vor­teil: kei­ne sprach­li­che Bar­rie­re. Män­ner sind nur be­grenz­te Zeit da, der Spra­che nicht mäch­tig. Für An­woh­ne­rin­nen ist es un­ge­wohnt und Angst ma­chend, wenn die da auf der Stra­ße rum­ge­hen. [..] Aber wir lie­ben Fa­mi­lie.

Bür­ger: (1) Wer kommt denn da nun ei­gent­lich? Den gan­zen Abend dis­ku­tiert. 50 Män­ner, kei­ne Fa­mi­li­en? Kam her­aus. Viel­leicht stel­len wir uns das zu ro­sa vor. Gibt es Risk Ma­nage­ment, In­ter­ven­ti­ons­plan? Was ist wenn??? Und (2) Fi­nanz­mo­dell ist mir nicht trans­pa­rent. Hof­fe, dass mit öf­fent­li­chen Gel­dern be­wusst um­ge­gena­gen wird. Nicht dass das hier wird wie bei der Elb­phil­har­mo­nie oder dem Bran­den­bur­ger Flug­ha­fen.

Bo­de­mann: Es sind nicht 51 Män­ner, son­dern 50 Men­schen. Es sind Män­ner und Frau­en, na­tür­lich. (Ge­mur­mel) Und. Es ist kein Pi­lot­pro­jekt. Auch die an­de­ren Flücht­lings­un­ter­künf­te – z.B. Mun­ze­ler Stra­ße – sind dank Will­kom­men­in­itia­ti­ven ei­ne sehr gu­te, ein­ver­nehm­li­che Nach­bar­schaft. Gibt kei­ne Ge­fähr­dung von die­sem Per­so­nen­kreis. War­um auch? Will Ih­nen zu­mu­ten: Die­ser Rat will die­sen In­te­gra­ti­ons­an­satz. Die Stadt will weg vom In-Die-Ecke-Schie­ben, wie es beim Stand­ort Al­te Pei­ner Heer­stra­ße ge­we­sen ist, wie in den 1990ern. Ist ge­sell­schaft­li­cher An­spruch, dass Men­schen in Not­si­tua­tio­nen so hier auf­ge­nom­men wer­den. Le­ben wir z.B. in Kir­ch­ro­de. Kommt zu gu­tem Ne­ben­ein­an­der. Aber wo die Men­schen her­kom­men […]

Scha­low (Mit­ar­bei­ter Bau­ver­wal­tung): Sa­ge ich. Schon in letz­ter BZR-Sit­zung ge­sagt: Wenn das in ei­ner vor­her­ge­hen­den Ver­an­stal­tung miss­ver­stän­dig­lich rü­ber­ge­kom­men ist, sor­ry. Tat­sa­che ist: Da sol­len nicht 50 Män­ner un­ter­ge­bracht wer­den. Sind zwar mehr­heit­lich Män­ner, die un zu­ge­wi­sen wer­den, aber auch Paa­re und Fa­mi­li­en. Stärks­te Frak­ti­on sind Frau­en aus Gha­na, schwan­ger, al­lein­er­zie­hend, mit Kin­dern. Das ist in Na­tio­nen­wer­tung auf Platz 1. Da­nach Per­so­nen aus Irak, Iran, Af­gha­ni­stan. Dann ir­gend­wo Sy­ri­en. Man muss se­hen: Wie sind die Struk­tu­ren. Die Men­schen, die nach Sy­ri­en ge­flo­hen sind ma­chen sich er­neut auf die Rei­se. Nun all­mäh­lich auch Sy­rer. Wer kommt? Weiß ich heu­te noch nicht. Weiß nicht mal, wer nächs­ten Mo­nat kommt. Ha­be mit Si­cher­heit in letz­ter Sit­zung ge­sagt: Nicht nur Män­ner.

Bo­de­mann: Vor­letz­te Wo­che schrieb das Nds. In­nen­mi­nis­tre­ri­um: 5000 sy­ri­sche Flücht­lin­ge kom­men jetzt nach Deutsch­land und wer­den dann ver­teilt. Nie­der­sach­sen. wird 450 Men­schen auf­neh­men. Welt­po­li­tik kommt hier an.

Knoll: Men­schen­recht gel­ten für al­le: Ist Le­ben ei­nes ein­zel­nen Man­nes we­ni­ger wert als je­wei­li­ges Le­ben von Mit­glie­dern ei­ne Flücht­lings-Fa­mi­lie?

Blasch­zyk: Sach­li­che Ar­gu­men­te schei­nen nur noch schwer durch­zu­drin­gen. An Bei­spie­len deut­lich ma­chen, dis­ku­tie­ren schon sehr lang. Vor ei­nem Jahr als Pro­blem auf­kam, hat un­se­re Frak­ti­on ge­fragt: Con­tai­ner? Wel­le der Ent­rüs­tung. Aber heu­te im Bau­aus­schuss: Con­tai­ner für EU-Bür­ger. Zwei­er­lei Maß, auch in Auf­sicht. [Wen­det sich an den ers­ten Pe­ten­ten] Herr […], Ih­re Pe­ti­ti­on ist un­red­lich. Wir be­ken­nen uns, Flücht­lin­ge auf­neh­men zu müs­sen. Aber: Sach­li­che Kri­tik darf nicht stig­ma­ti­siert wer­den. Wird aber von ei­ni­gen wein­gen ge­tan. Un­se­re Frak­ti­on hat sich ganz an­de­res Ver­fah­ren ge­wünscht. Dring­lich­keits­an­trag, Dring­lich­keit nicht an­er­kannt. Wä­ren ganz an­de­rem Ver­fah­ren zu­ge­tan ge­we­sen (be­schreibt den CDU-An­trag), isb. wird ja Stand­ort­fra­ge hier nicht ent­schie­den. Das soll­te aber ei­gent­lich sein. Wir wer­den der Druck­sa­che nicht zu­stim­men. Weil: Wir sind mit dem Ver­fah­ren nicht ein­ver­stan­den. An­trag be­deu­tet aber nicht, dass wir Vor­be­hal­te ge­gen Flücht­lin­ge ha­ben. CDU wird Flücht­lin­ge herz­lich will­kom­men hei­ßen.

Gru­nen­berg: Nun noch 2 aus dem Pu­bli­kum, dann Frak­tio­nen, dann kön­nen Frak­tio­nen kund­tun, für wel­chen Stand­ort sie sind.

Bür­ger: Be­find­lich­kei­ten der SPD-Frak­ti­on, Ka­ser­nen. In Braun­schweig fun­kio­niert das her­vor­ra­gend. Aber auch früh­zei­tig mit Ei­gen­tü­mer in Ver­bin­dung ge­setzt. Stadt hat 330 Woh­nun­gen ver­kauft – in die­ser Si­tua­ti­on! Sie spre­chen stän­dig von Brenn­punk­ten – war­um gibt es die denn??? Ein po­si­ti­ves Bei­spiel für gu­te Flücht­lings­un­ter­brin­gung: Se­gre­ga­ti­on.

(Flücht­ling aus Kir­ch­ro­de schil­dert sei­ne Si­tua­ti­on)

Ab­ge­ord­ne­ter der Grü­nen: Was denn nun für ein Un­ter­brin­gungs­stan­dard? Kur­ze Durch­lauf­zeit in Flücht­lings­heim beu­deu­tet ja, dass sie ent­we­der zu­rück­kön­nen oder dass sie un­ter­ge­kom­men sind. Das nun als Ar­gu­ment ge­gen In­te­gra­ti­on zu ver­wen­den – ist sehr be­fremd­lich. Spe­zi­ell zur BI: At­mo­sphä­re beim Ge­spräch war ei­gent­lich gut, aber Trans­pa­renz war schon vor­her ge­ge­ben. Und wir ha­ben auch nicht ge­kun­gelt – sie­he Dring­lich­keits­an­trag. Woh­nen im so­zia­lem Um­feld ist Grund­la­ge un­se­res Kon­zepts – da­zu ste­he ich. Und es muss auch schnell ge­hen. Und der Preis wur­de in der Pres­se falsch dar­ge­stellt. – Wenn Sie die En­er­gie, die Sie ge­gen das Wohn­heim auf­wen­den wür­den, für In­ter­gra­ti­on ein­set­zen wür­den, wä­re schon viel ge­won­nen.

Gru­nen­berg: […]

Knoll: Un­ter Ab­wä­gung des Vor­gangs stellt der Stand­ort Ei­chen­weg un­ter den ge­ge­be­nen Um­stän­den den bes­ten Stand­ort dar. 100-Pro­zen­tig idea­len Stand­ort gibt es nicht, so wie es auch die idea­le Welt nicht gibt. Sonst wür­den wir doch gar nicht hier sit­zen und über die­se The­ma­tik re­den müs­sen. In der deut­schen Ver­gan­gen­heit ha­ben wir ge­se­hen was pas­siert wenn wir Men­schen die in Not sind nicht schüt­zen. Des­we­gen Grund­recht auf Asyl. Zu­flucht zu ge­wäh­ren vor po­li­ti­scher Ver­fol­gung und Fol­gen von Krieg und Bür­ger­krieg ge­hört zu den ele­men­ta­ren Ver­pflich­tun­gen des Völ­ker­rechts. Grü­ne sind froh, klei­nen Bei­trag zu leis­ten.

Spie­gel­hau­er: Ha­be ich schon ge­sagt: Ei­chen­weg ist ge­eig­ne­tes­ter Stand­ort.

Ab­ge­ord­ne­ter Lin­ke: Schlie­ße mich Grü­nen und SPD an. Müs­sen Punkt fin­den, an dem wir uns ent­schei­den. Flücht­lin­ge woll­ten ja auch nicht flüch­ten. So schnell wie mög­lich Ort fin­den.

Blasch­zyk: Ha­be schon al­les ge­sagt.

Fi­scher (FDP): Re­spekt für Dis­kus­si­on. Le­be gut mit gro­ßem Aus­län­der­an­teil. Von den vor­ge­schla­ge­nen Stand­or­ten, die al­le nicht ide­al sind, er­scheint mir Ei­chen­weg die bes­te der schlech­ten Lö­sun­gen zu sein.

(Da­mit en­det die Aus­spra­che. Über die ei­gent­li­che Druck­sa­che, die die ver­trag­li­chen Re­ge­lun­gen zum Bau der Flücht­lings­un­ter­kunft ent­hält, wird im nicht­öf­fent­li­chen Teil ent­schie­den.)
—-

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.