Bür­ger­ver­samm­lung in Bo­th­feld zur ge­plan­ten Flücht­lings­un­ter­kunft am Ei­chen­weg: Das Pro­to­koll


Am Mon­tag, 2013-04-08, fand in Bo­th­feld ei­ne In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung von Be­zirks­rat und Stadt­ver­wal­tung zu den Plä­nen für ei­ne Flücht­lings­un­ter­kunft am Nord­rand des Stadt­teils statt. Die Stim­mung ist hier seit ei­ni­ger Zeit et­was ge­reizt, ei­ne Grup­pe von Bür­gern stellt sich ge­gen den ge­plan­ten Bau. Knapp 300 Bür­ger wa­ren im Kirch­saal der Na­tha­ni­el-Ge­mein­de an­we­send, der Raum war bis auf den letz­ten Platz be­legt.

Ich war bei der Ver­an­stal­tung an­we­send und ha­be mit­ge­schrie­ben. Die­se Mit­schrift ge­be hier hier wie­der. Wie bei al­len mei­nen Mit­schrif­ten gilt: Ich ha­be nach bes­tem Wis­sen und Ge­wis­sen mit­ge­schrie­ben, kann aber kei­ner­lei Ge­währ für Voll­stän­dig­keit oder Rich­tig­keit ge­ben. Mein Ziel ist im­mer ein Aus­sa­gen­pro­to­koll, das heißt, ich ge­be al­le ge­mach­ten Äu­ße­run­gen wie­der in ei­ner wort­ähn­li­chen Form, nicht aber als ech­tes Wort­pro­to­koll.

Im Rah­men der Ver­an­stal­tung ha­ben die fra­gen­den Bür­ger ih­re Na­men ge­nannt. Die­se Na­men ge­be ich hier nicht wie­der. Na­ment­lich ge­nannt wer­den le­dig­lich die Stadt­ver­wal­tung und al­le an­we­sen­den ak­ti­ven Po­li­ti­ker, so­fern sie ih­re Na­men ge­nannt ha­ben.

Hier nun al­so das Pro­to­koll:

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In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung Bo­th­feld wg. Flücht­lings­un­ter­brin­gung

2013-04-08, St. Na­tha­na­el-Ge­mein­de, Ein­stein­stra­ße 45, Han­no­ver-Bo­th­feld

ca. 270 Per­so­nen an­we­send

Be­grü­ßung durch Ge­mein­de­ver­tre­ter: Stadt hat an­ge­fragt, ob Kir­chen­ge­mein­de Räu­me zur Ver­fü­gung stellt: Schnell ja ge­sagt, denn: (1) Öf­fent­li­cher Raum, (2) In­halt­li­che Nä­he.

Aus­rich­tung der Ver­an­stal­tung durch Be­zirks­bür­ger­meis­ter Gru­nen­berg.

Be­zirks­bür­ger­meis­ter Har­ry Gru­nen­berg, SPD: Ha­be über­legt ob ich die An­we­sen­den im Ste­hen oder im Sit­zen be­grü­ße und mich fürs Ste­hen ent­schie­den. Be­dan­ke mich im Rah­men des Be­zirks­rats, dass die Räum­lich­kei­ten ge­nutzt wer­den kön­nen. Be­grü­ße al­so die An­we­sen­den zu die­ser In­fo­ver­an­stal­tung des Be­zirks­rats in Zu­sam­men­ar­beit mit der Ver­wal­tung. Will im Vor­feld noch auf ei­ni­ges ein­ge­hen. Im Vor­feld hat es ei­ne an­de­re Ver­an­stal­tung von Bür­gern or­ga­ni­siert ge­ge­ben im Carl-Lo­ges-Weg. Da wa­ren so vie­le, dass die Räum­lich­kei­ten nicht aus­rei­chend wa­ren. Des­halb im Vor­feld die­ses Tref­fen ei­gent­lich im Stadt­teil­treff Sahl­kamp ge­plant. Aber über­legt: Zu weit weg? Hier in der Kir­chen­ge­mein­de ist es ge­nau­so groß. Bin über­wäl­tigt von dem In­ter­es­se, den Sie zu dem Ta­ges­ord­nungs­punkt uns ent­ge­gen­brin­gen. Bei letz­ter Ver­an­stal­tung: Die war selbst­or­ga­ni­siert und hat­te nur ei­nen Man­gel: Ei­gent­lich Ver­ant­wort­li­che [wa­ren nicht da­bei]. Ört­li­cher Be­reich stand da ja noch gar nicht fest. Wis­sen das auch heu­te noch nicht. Und die­se In­for­ma­ti­on kann nun heu­te Herr Heesch ge­ben. Al­so: Jetzt in­for­miert Herr Heesch, dann kön­nen Fra­gen ge­stellt und von Herrn Heesch oder Herrn Scha­low be­ant­wor­tet wer­den. Ins­ge­samt da: Heesch, Fach­be­reichs­lei­ter Pla­nen und Stadt­ent­wick­lung, Scha­low, Woh­nen und Stadt­er­neue­rung. Herr Heesch bit­te.

(Ap­plaus)

Mi­cha­el Heesch, Bau­ver­wal­tung Han­no­ver: Will mich erst­mal vor­stel­len. Freue mich über zahl­rei­ches Er­schei­nen und In­ter­es­se an qua­li­fi­zier­ten Aus­künf­ten zu die­ser An­ge­le­gen­heit, die uns noch po­si­tiv be­schäf­ti­gen wird. Stel­le mich kurz vor: Bin aus der Stadt­ent­wick­lung. Auch da­zu da, Men­schen un­ter­zu­brin­gen bzw. mit Woh­nun­gen zu ver­sor­gen. Qua­si al­tes Amt für Woh­nungs­we­sen, das so in den Struk­tu­ren auf­ge­gan­gen ist. Herr Scha­low ist Fach­be­reichs­lei­ter, küm­mert sich um Woh­nungs­zu­wei­sung.

Will Ih­nen in knap­per Form aber um­fas­send zei­gen, wie die Zu­sam­men­hän­ge sind: (1) war­um, (2) wie, (3) war­um hier? An­schlie­ßend Fra­gen zu be­ant­wor­ten, wenn nicht be­ant­wor­tet oder wenn nicht vor­her­seh­bar.

Wich­tigs­te Aus­sa­ge vor­weg: Wir müs­sen hier in Han­no­ver Flücht­lin­ge un­ter­brin­gen: Men­schen, die auf Grund der Ver­hält­nis­se in ih­rem Hei­mat­land die­ses ver­las­sen ha­ben und hier um Asyl nach­su­chen. Ist mei­nes Wis­sens ein Grund­recht. Ver­tei­lung ist von Bund auf die Ge­mein­den ver­teilt. Des­halb muss auch Han­no­ver sol­che Flücht­lin­ge un­ter­brin­gen. Muss je­de Stadt ma­chen. Gibt ei­ne auf Ein­woh­ner­zahl be­zo­ge­ne Quo­te, so­dass auch z.B. Ron­nen­berg mit die­ser Auf­ga­be zu tun hat.

Hat in den 1990er Jah­ren schon­mal ei­nen er­heb­li­chen Zu­strom sol­cher Men­schen ge­ge­ben. Da­mals hat­ten wir 20 Ein­rich­tun­gen zur Un­ter­brin­gung. Seit En­de der 1990er Jah­re hat sich zum Glück die­se Zahl ste­tig re­du­ziert. Die Men­schen wur­den in­te­griert und es gab auch we­ni­ger Zu­wan­de­rer. Des­halb Rats­be­schluss: An­la­gen zu­rück­bau­en. Im Jahr 2010 nur noch zwei Ein­rich­tun­gen für Un­ter­brin­gun­gen von Asyl­be­wer­bern vor­han­den: (1) Schu­le an der Ru­mann­stra­ße in der Ost­stadt, (2) Ev.-freikirchliche Ge­mein­de an der Hil­des­hei­mer Stra­ße. Da­zu noch ein paar ein­fa­che Woh­nun­gen. Ins­ge­samt muss­ten wir im Jahr 2010 noch 200-220 Men­schen un­ter­brin­gen.

Ge­setz sagt: Asyl­be­wer­ber dür­fen sich nicht selbst Woh­nun­gen su­chen. Sind Re­si­denz­pflich­tig. Stadt muss al­so für Ka­pa­zi­tä­ten sor­gen.

Seit 2010 hat An­zahl Men­schen wie­der kon­ti­ni­er­lich zu­ge­nom­men. An­fang 2013 schon wie­der 840 Men­schen. Zei­ge Ih­nen gleich, wie das in den bis­he­ri­gen Un­ter­künf­ten aus­sieht, da­mit Sie wis­sen, wie das dann auch in Bo­th­feld ist. Die Or­ga­ni­sa­ti­on die­ser Un­ter­brin­gun­gen war ein er­heb­li­ches Pro­blem für Herrn Scha­low und mich.

Es gab noch ei­ne An­la­ge an der Al­ten Pei­ner Heer­stra­ße, die wir wie­der in Be­trieb ge­nom­men ha­ben.

En­de letz­ten Jah­res hat zu­stän­di­ges Lan­des­amt uns mit­ge­teilt, dass für 2013 bis Sept. 650 wei­te­re Men­schen nach Han­no­ver kom­men sol­len. Von den min­des­tens 9000 Men­schen, die in Deutsch­land an­kom­men, be­kom­men wir 650 zu­sätz­lich zu den vor­han­de­nen 840. Das bis Sep­tem­ber. Und das Jahr geht ja noch wei­ter. Nun ver­las­sen ein paar Men­schen auch die Ein­rich­tun­gen wie­der, weil ent­we­der (a) an­er­kannt oder (b) Ver­fah­ren ne­ga­tiv ab­ge­schlos­sen. Sie se­hen: Die Men­schen sind ent­we­der im Asyl­ver­fah­ren oder noch nicht wie­der in sei­ne Hei­mat zu­rück­ge­kehrt. Es geht al­so um ei­ne Über­gangs­pha­se. Das heißt: Es gibt ei­ne ge­wis­sen Fluk­tua­ti­on, al­ler­dings ge­hen we­sent­lich we­ni­ger als neu da­zu­kom­men.

Was ma­chen wir nun al­so mit den Men­schen? Rat hat Kon­zept ver­ab­schie­det, dass das mög­lichst in­te­gra­tiv und freund­lich ge­sche­nen soll. Kon­zept von Herrn Scha­dow und mir, das der Rat noch ein we­nig ver­bes­sert hat. Drei Säu­len: (1) Frei wer­den­de Woh­nun­gen auf dem Markt wer­den an­ge­mie­tet. Hilf­reich hier: GBH, aber auch die ist ir­gend­wann am En­de. Al­so: Wer ei­ne Woh­nung lang­fris­tig ver­mie­ten will, bit­te mel­den. (2) Wohn­pro­jek­te: An­mie­tung gan­zer Häu­ser, in de­nen die Men­schen in ei­ge­nen Woh­nun­gen selbst­stän­dig woh­nen. (3) Ge­mein­schafts­un­ter­künf­te – um das Wort „Wohn­heim“ zu ver­mei­den. Da­von ha­ben wir zwar wel­che, aber im Be­schluss steht, dass mög­lichst nicht mehr Plät­ze in Ge­mein­schafts­un­ter­künf­ten als in den bei­den an­de­ren zu­sam­men sein sol­len. Und: Gmein­schafts­un­ter­künf­te sol­len nicht zu groß wer­den. Da­mals gab es in Stö­cken UN­te­rünf­te mit bis zu 260 Plät­zen. Heu­te Ma­xi­mal­grö­ße: 50 Men­schen. Bit­te mer­ken. Ent­spricht ei­nem drei­spän­ni­gen Miets­haus.

Nun die Fra­ge: Wo un­ter­brin­gen? Wenn al­so 650-800 Men­schen neu zu uns kom­men, dann brau­chen wir ca. 400 neue Plät­ze – die an­de­ren kom­men in die schon exis­tie­ren­den Ein­rich­tun­gen. Das im Ver­hält­nis der Un­ter­brin­gungs­mög­lich­kei­ten un­ter­ein­an­der: 200 zu­sätz­li­che Plät­ze in Ge­mein­schafts­un­ter­künf­ten (sie­he Ver­hält­nis­se oben). Macht: 4 neue Ein­rich­tun­gen a 50 Plät­ze. Nun die Fra­ge: Wo sind die­se Un­ter­künf­te schnell schaff­bar und in die Nach­bar­schaft in­te­grier­bar? Schnell: Stadt­ei­ge­nes Grund­stück. Und: An dem Ort müs­sen Leis­tun­gen er­bracht wer­den: Nicht „JWD“, al­so An­schluss an Nach­bar­schaft oder In­fra­struk­tur.

Al­so: Su­che nach Grund­stü­cken war nicht ganz ein­fach. Ha­ben dann vier Grund­stü­cke ge­fun­den, auf de­nen wir noch in die­sem Jahr die­se Häu­ser bau­en bzw bau­en las­sen kön­nen, durch die GBH:

  1. Ba­den­stedt, Gren­ze zu Ronnenberg/​Empelde
  2. Klee­feld, Karl-Wie­chert-Al­lee
  3. Süd­stadt, Kin­der­kli­nik Bult
  4. Bo­th­feld

Da­zu die Be­stands­plät­ze

  • Kir­ch­ro­de, Zwei­brü­ckener Str
  • Süd­stadt, Hil­des­hei­mer Str, ev.-freikirchl. Ge­mein­de
  • Ru­mann­stra­ße, Ost­stadt
  • Li­sche­stra­ße, Vah­ren­wald
  • Deu­rag-Me­rag-Stra­ße, Mis­burg
  • Am Seel­berg, Mis­burg
  • Mun­ze­ler Str., Ober­rick­lin­gen
  • Woh­nun­gen in Her­ren­hau­sen und Döh­ren

Nun zum Ei­chen­weg: Haus mit gut 50 Zim­mern, in de­nen 50 Men­schen un­ter­ge­bracht wer­den kön­nen. Zwei­stö­ckig, mas­siv, nicht Mo­dul­bau, son­dern ver­putzt. Ein­gang zur Stra­ße. Dann WGs mit Fünf Zim­mern pro Küche/​Bad. Auf die­se Wei­se sol­len al­le vier neu­en Bau­ten rea­li­siert wer­den, nur der Neu­bau in Südstadt/​Bult hat we­gen der Grund­stücks­si­tua­ti­on we­ni­ger Grund­flä­che und wird drei­ge­schos­sig. Zwei­ge­schos­sig ist aber öko­no­misch und struk­tu­rell in­ter­es­san­ter: Mehr Erd­ge­schoss­wohn­flä­che.

Wer kommt da nun? Men­schen aus al­ler Her­ren Län­der, aber kei­ne Eu­ro­pä­er. Als sol­cher kann man kein Flücht­ling sein. Sind in der Mehr­zahl ein­zel­ne Män­ner. (Ge­mur­mel) Idee, dass es Fa­mi­li­en sei­en, kommt aus den 1990er Jah­ren. Aus der Re­gi­on Nah­mer Os­ten oder Afri­ka kom­men eher we­ni­ger Fa­mi­li­en. Au­ßer­dem: Gibt zwei Be­treu­un­gen in die­sen Ein­rich­tun­gen (1) Be­trei­ber, der Haus­meis­ter und Pfor­ten­dienst macht: 24/​7-​Pförtnerdienst/​Ansprechpartner. Es ist im­mer je­mand da, der von au­ßen kon­tak­tiert wer­den kann und den Ein­woh­nern zur Ver­fü­gung steht. Und: (2) So­zi­al­päd­ago­gi­sche Be­treu­ung an 5 Ta­gen in der Wo­che. Dort wird den Men­schen in al­len le­bens­prak­ti­schen Din­gen ge­hol­fen. Sie sind nicht al­le der deut­schen Spra­che mäch­tig. (Er­zählt von „Vor­zei­ge­flücht­ling“ aus Kir­ch­ro­de, der hier frü­her stu­diert hat.) Pas­sen auf die Men­schen schon auf.

So, nun ha­be ich den­ke ich al­les wich­ti­ge er­zählt. (Wie­der­holt noch­mal, was er eben ge­sagt hat.)

19:37 Uhr

All dies ha­ben wir an den auf­ge­zähl­ten Stand­or­ten hoch und run­ter aus­pro­biert: Ober­rick­lin­gen, Stö­cken, Mis­burg. Glau­ben Sie uns: Das was Sie an po­si­ti­ven Er­fah­run­gen aus La­he mit­ge­nom­men ha­ben, das wird auch am Ei­chen­weg so sein. Zu­rück zu Herrn Gru­nen­berg.

(Ap­plaus)

Oh, ha­be Stand­ort noch gar nicht ge­sagt: Ei­chen­weg. Dort, wo heu­te die Pfer­de wei­den. Ist seit 1990er Jahr für Bolz­platz und an­de­re Spiel­ge­le­gen­hei­ten vor­ge­se­hen. Ist wich­tig, des­halb ja auch schon so lan­ge in Pla­nung (Auf­ruhr). Das ist aber nach wie vor nicht un­mög­lich, kön­nen wir ne­ben die­se Ein­rich­tung bau­en. Grund­stück ist 2000qm. Wird ein­ge­frie­det, mit Zaun ver­se­hen, wie man das als an­stän­di­ger Ei­gen­tü­mer ma­chen muss. Und gärt­ne­risch be­pflanzt.

Geplanter Standort am Eichenweg

Dar­um geht’s: Am Ei­chen­weg gleich ne­ben der Au­to­bahn A2 soll die Flücht­lings­un­ter­kunft ent­ste­hen. Kar­ten­grund­la­ge: Open­Stre­et­Map

Gru­nen­berg: Vor den Fra­gen hin­zu­zu­fü­gen. Wo ste­hen wir im Ver­fah­ren? Bür­ger­ver­samm­lung war schon Mit­te März ge­plant ge­we­sen (Auf­ruhr). War­um la­chen Sie? Ver­wal­tung und Po­li­tik wä­gen ja im­mer ab, wann was ein­ge­bracht wird. Müs­sen auf Be­zirks­rats­sit­zungs­ter­mi­ne schau­en. Nor­ma­ler­wei­se wä­re am 17.4. Be­schluss­druck­sa­che ge­kom­men für be­stimm­te Ent­schei­dun­gen. Wir wuss­ten, dass das The­ma be­we­gend ist. Und mit nor­ma­ler Be­zirks­rats­si­tu­ung hät­ten die Ka­pa­zi­tä­ten ge­fehlt. Des­halb schon von vorn­her­ein ei­ge­ne Ver­an­stal­tung. Wei­te­res Ver­fah­ren? Kann mög­lich sein, dass am 17.4. Be­schluss­druck­sa­che vor­ge­legt wird für be­stimm­te Ent­schei­dun­gen. Kann aber in Fol­ge­sit­zun­gen wei­te­re Be­schluss­druck­sa­chen ge­ben, mit de­nen wei­te­re Be­schlüs­se ge­trof­fen wer­den kön­nen.

Nun zu den Fra­gen. Will im­mer drei Fra­ge­stel­ler zu­sam­men­fas­sen.

Bür­ger: Lie­be Nach­barn, Bür­ger, An­rei­ner. Ich woh­ne ca. 150 m Luft­li­nie von die­ser let­zen frei­en Frei­flä­che ent­fernt. Lei­der kein Ma­ger­ra­sen oder sel­te­ner Kä­fer. Möch­te ent­schie­den zum Aus­druck brin­gen: Wir Bo­th­fel­der am Ei­chen­weg sind nicht frem­den­freind­lich! Nicht ge­gen die Auf­nah­me von Flücht­lin­gen. Kei­ner­lei An­lass, schwer­wie­gen­de Auf­ga­be in Fra­ge zu stel­len. geht aber um ge­eig­ne­te Stand­ort­wahl. Al­ter­na­ti­ven. So­zi­al­ver­träg­lich­keit. Ha­ben Ein­druck, dass Sie nicht mit rich­tem Au­gen­maß vor­ge­gan­gen sind. Möch­te zi­tie­ren: In­te­gra­ti­ons­be­richt 4.1: Bo­th­feld wird als Stadt­teil mit höchs­ter Zu­wachs­ra­te von Ein­woh­nern mit aus­län­di­schen Wur­zeln ge­nannt. Wir möch­ten Recht und Pflicht in An­spruch neh­men, gu­te Lö­sung für Flücht­lin­ge und Ein­woh­ner zu fin­den. (Zi­tat aus In­te­gra­ti­ons­plan). Herr Heesch, Sie ha­ben ei­ni­ge Punk­te an­ge­spro­chen und Scho­ko­la­den­sei­ten von Un­ter­künf­ten dar­ge­stellt. Kir­ch­ro­de. Vor­zei­ge­bei­spiel. Hier aber Pro­jekt, das ich in die­ser Grö­ße an die­ser Stel­le für sehr frag­wür­dig hal­te. Fra­ge: Wo ist das Pro­jekt? Was ist be­schlos­sen und auf wel­cher Grund­la­ge wur­de ent­schie­den?

Bür­ger: Woh­ne seit 40 Jah­ren mit Fa­mi­lie am Ei­chen­weg. Drei Frga­en: (1) Geht dar­um, dass Be­bau­ungs­plan 340 ja auf Grund von Bür­ger­initia­ti­ve ge­än­dert wur­de. War dar­an be­tei­ligt. Wir woll­ten am Ei­chen­weg kein Ge­wer­be. Al­so: Wohn­be­bau­ung auf Nord­sei­te Ei­chen­weg. Im Be­bau­ungs­plan steht wört­lich: „Bei ge­plan­ter Wohn­be­bau­ung sind Wohn- und Schlaf­räu­me nach Sü­den an­zu­ord­nen“. Woll­ten an der Stel­le Wohn­be­bau­ung. Stadt hat ab­ge­lehnt we­gen der Nä­he zur Au­to­bahn. Wohn­be­bau­ung darf al­so kei­ne Fens­ter zur Nord­sei­te ha­ben. Woh­nen an die­ser Stel­le al­so nicht zu­läs­sig. Nun wird Pla­nung der Stadt von der Stadt selbst durch­bro­chen und dort sol­len plötz­lich Men­schen woh­nen. Sind das Men­schen 2. Klas­se? Ist de­nen mehr zu­zu­mu­ten als an­de­ren? Wie will die Stadt Han­no­ver so et­was mo­ra­lisch ver­ant­wor­ten. (2) In­te­gra­ti­ons­mög­lich­kei­ten: Herr Heesch hat dar­auf hin­ge­wie­sen, dass nicht nur wir In­te­gra­ti­ons­leis­tun­gen er­brin­gen müs­sen. Die Stadt hat auch öf­fent­li­che Ver­öf­fent­li­chun­gen zu ma­chen. Fra­ge: Die Stel­le am Ei­chen­weg liegt weit am En­de der Stadt. Wie will die Stadt hier die In­te­gra­ti­ons­mög­lich­kei­ten ge­ben? Bil­dung? Volks­hoch­schu­le? Sprach­an­ge­bo­te? Frei­zeit? Al­les, was da­mit zu­sam­men­hängt? Kur­se, die man bie­ten muss? Wo sind die­se kul­tu­rel­len An­ge­bo­te? Sport­an­ge­bo­te? Die sind von dem Stand­ort weit ent­fernt. Un­se­re Mei­nung nach zu weit ent­fernt. Statt In­te­gra­ti­on er­richt man eher das Ge­gen­teil: Die die da woh­nen wer­den sich ab­rie­geln und selbst ein Ghet­to schaf­fen.

(Auf­ruhr we­gen schlech­ter Mi­kro­fon­qua­li­tät)

(3) Fra­ge an Be­bau­ung. Soll kei­ne Modulbebauung/​Container sein. Soll aber noch in die­sem Jahr ge­baut wer­den. Wie soll denn das ge­hen? Kei­ne Be­schlüs­se, kei­ne Bau­vor­be­rei­tungs­maß­nah­men. So geht es nicht! Es wird an­de­re Lö­sun­gen ge­ben, wenn der Druck zu groß ist. Wird doch auf Mo­dul­bau­wei­se hin­aus­lau­fen, oder? Hat wie­der die­sel­ben Ge­fah­ren, dass hier in ei­nem rei­nen Wohn­ge­biet, das funk­tio­niert, ein sol­ches Ge­bäu­de kommt, wo die Leu­te sich nicht in­te­grie­ren kön­nen. Wie will man al­so in ei­nem sol­chen rei­nen Wohn­ge­biet schon auf die Bau­wei­se ver­zich­ten? [Das State­ment war schwer nach­zu­voll­zie­hen].

Gru­nen­berg: Ant­wor­ten Sie jetzt schon­mal, Herr Heesch. Fra­gen wa­ren ja um­fang­reich.

Heesch: (1) Bei al­lem Re­spekt: Fin­de es gut, wenn man uns ab­nimmt, dass die Stadt Han­no­ver über sehr viel Er­fah­rung mit der Un­ter­brin­gung in Han­no­ver hat. Es wür­de uns nie ein­fal­len, das Wort „Ghet­to“ in den Mund zu neh­men, bloß weil ein Haus für 50 Men­schen ent­steht. (2) So­zi­al­ver­träg­lich­keit ist wich­ti­ges Kri­te­ri­um für uns. Dürf­te nicht die letz­te ent­spre­chen­de Su­che sein. So­zi­al­ver­träg­lich­keit ent­steht eher dort, wo schon Men­schen le­ben, nicht in Ge­wer­be­ge­bie­ten oder hin­ter Ein­kaufs­zen­tren. Soll­te al­so an Stra­ße mit Nach­bar­schaft sein. Ha­ben dar­auf die Stand­or­te ge­prüft. Könn­te man ein­wen­den, dass Stand­ort ne­ben Kin­der­kli­nik Bult auch nur we­nig Nach­bar­schaft hat. Wir glau­ben aber, dass sich auch dort So­zi­al­struk­tu­ren eta­blie­ren las­sen. Wo geht So­zi­al­ver­träg­lich­keit bes­ser als bei exis­tie­ren­den Nach­bar­schaf­ten. (3) Wenn wir dort kei­ne Häu­ser we­gen Lärm­schutz zu­las­sen, heißt das nicht, dass man da nicht bau­en kann. (Auf­ruhr im Pu­bli­kum, „Das geht ja nicht“). (Zeigt die La­ge des ge­plan­ten Hau­ses auf der Kar­te.) Da soll das Haus hin. Für 10 Jah­re. Wir bau­en hier in ei­ne Grün­flä­che hin­ein. Und das ma­chen wir auch an­dern­orts, denn (a) gibt es von die­sen Grund­stü­cken nicht all­zu vie­le und (b) ist die Nut­zung zeit­lich be­grenzt. [Ar­gu­men­ta­ti­on nicht ganz klar]. (4) Zu den In­te­gra­ti­ons­leis­tun­gen: Wir brin­gen die­se nicht aus­schließ­lich für Flücht­lin­ge, son­dern für al­le Men­schen mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund. Da hat die Stadt schon viel ge­tan. Da ha­ben auch Sie zu bei­ge­tra­gen. So kommt die Aus­sa­ge, dass es in Bo­th­feld ei­ne gu­te Leis­tung ist, wenn hier frei wer­den­de oder neu ge­bau­te Häu­ser von Men­schen mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund er­wor­ben wer­den. In Han­no­ver le­ben ja schon vie­le sol­che Men­schen. Das ist mit den Bei­rä­ten und dem LIP [Lo­ka­ler In­te­gra­ti­ons­plan] ge­meint, dass man al­le die­se Men­schen auf­nimmt.

Hier aber Son­der­si­tua­ti­on: We­gen geo­po­li­ti­scher La­ge müs­sen wir be­fris­tet Men­schen auf­neh­men, die an­dern­orts nicht blei­ben kön­nen. Viel­leicht ent­spannt sich die Si­tua­ti­on ja – ich glau­be aber nicht dran. Es geht aber um zeit­lich be­fris­te­te Auf­ga­be und nicht die In­te­gra­ti­on ins­ge­samt.

(Wie­der Mi­kro­fon­stress)

Wie kön­nen wir so schnell bau­en? Un­ser Pro­blem: 15 Men­schen pro Wo­che ste­hen auf un­se­ren Flu­ren. Wir ar­bei­ten mo­men­tan am Ho­tel an der Vah­ren­wal­der Stra­ße für 80 Men­schen. Wür­de uns sehr hel­fen. Wol­len aber trotz­dem die vier Ein­rich­tun­gen bau­en. Ers­te Über­le­gung: Was ist schnel­ler als Mo­dul­bau? Stadt Han­no­ver macht mitt­ler­wei­le viel in Mo­dul­bau­wei­se, Ki­ta Wel­fen­platz, neu­er Bet­ten­trakt im Kran­ken­haus Si­lo­ah. Ist nicht so­was wie die 1990er-Jah­re-An­la­ge mit den Con­tai­nern. Die prägt zwar das Bild. Dies wä­re heut­zu­ta­ge aber mit­nich­ten so. Rat der Stadt Han­no­ver hat GBH be­auf­tragt mit Bau. Vor­schlag dort: Nicht Mo­dul­bau­wei­se, son­dern fes­tes Haus. Wir ge­hen bei der Pla­nung „ins Ri­si­ko“, pla­nen schon vor dem Be­schluss: (1) wo, (2), wie, (3) Ge­neh­mi­gun­gen, so­das wir hof­fen, im Herbst al­le vier, min­des­tens aber ei­ni­ge da­von bau­en zu kön­nen. Wir ar­bei­ten al­so be­reits an der Pla­nung und sind ins Ri­si­ko ge­gan­gen.

Zur In­te­gra­ti­ons­leis­tung. 2 Din­ge: Die Men­schen spre­chen zwar teil­wei­se nicht deutsch, kön­nen sich aber selbst be­we­gen. Ha­ben Kon­tak­te zu Ver­wand­ten oder Kir­chen­ge­mein­den. Zu christ­li­chen Ge­mein­den oder an­de­ren Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten. Wer­den ge­nutzt und durch die so­zi­al­päd­ago­gi­sche Be­treu­ung ver­mit­telt. Die Stadt Han­no­ver hat al­so kein „Rund­um-Sorg­los-Pa­ket“. Flücht­lin­ge kön­nen sich al­so ein­brin­gen oder im Haus selbst et­was or­ga­ni­sie­ren. Im Haus gibt es ent­spre­chen­de Ge­mein­schafts­räu­me und ein Atri­um.

(Auf­ruhr, weil die Leu­te ih­re Fra­gen nicht be­ant­wor­tet se­hen)

Bür­ger: Woh­nen di­rekt ge­gen­über zu­künf­ti­ger Pla­nung. Mich stört ne­ben dem gan­zen The­ma: Wel­che Ent­schä­di­gun­gen plant die Stadt? Wir sind Im­mo­bi­li­en­be­sit­zer, ha­ben un­ser Le­ben da­für ge­ar­bei­tet. Wenn ich jetzt Asy­lan­ten­woh­ne­h­im ge­gen­über ha­be, ha­be ich Wert­ver­lust. Al­ters­si­che­rung! Er­be! Kin­der! Le­bens­ver­si­che­rung. Das wird mit ei­nem Schlag ent­wer­tet. Wel­che Ent­schä­di­gungs­leis­tung plant die Stadt Han­no­ver?

Bür­ger: Woh­ne in gut sicht­ba­rer Nä­he. ich be­wegt sinn­ge­mäß das gleich wie mei­nen Vor­red­ner. Aber zu den Kos­ten: War­um mie­tet Stadt nicht Haus 2 vom Wal­des­eck? Da sind ca. 50 Zim­mer mit Nass­zel­le. Seit 10 Jah­ren nicht mehr ge­nutzt. Viel­leicht wä­re Dia­ko­nie froh, wenn sie das ver­mie­ten könn­te. Und: Burg­we­de­ler Stra­ße 34. Acht Brief­käs­ten, aber Haus scheint nicht be­wohnt zu sein. Aber: Amt für Woh­nungs­we­sen. Soll­te man nicht erst­mal um Kos­ten zu spa­ren – wir sind ja auch Steu­er­bür­ger – ha­be Ein­druck, dass Pla­nung schon so weit ist, dass es ei­nes Ta­ges heißt: Nun ist al­les vo­er­be­rei­tet, nun stimmt auch zu!

Bür­ger (Mit­ar­bei­ter der Dia­ko­nie): Kom­me nicht aus Bo­th­feld, ha­be aber Fragen/​Wahrnehmungen. (1) Bin 44 Jah­re, mei­ne Groß­el­tern sind aus dem Os­ten ge­flo­hen. (2) Hat­te Kon­takt mit 3 Men­schen aus Sy­rei­en: Dür­fen nicht ar­bei­ten, wür­den ger­ne. (3) (Nennt ein Bei­spiel für Sank­tio­nen ge­gen Flücht­lin­ge). (4) Wir re­den über 50 Men­schen, das ist 1/6 die­ses Saa­les. Der Be­zirk hat 48000 Ein­woh­ner. Gibt über­all gu­te Bei­spie­le. Und Ent­schä­di­gung: Set­zen Sie das ins Ver­hält­nis zu den Men­schen, die zu uns kom­men (Ap­plaus). Wal­des­eck: Haus 2 ist ver­kauft.

Heesch: (1) Ent­schä­di­gung gibt es kei­ne. (2) Wal­des­eck ha­ben wir uns sehr be­müht, ist aber nun in pri­va­tem Be­sitz. (3) Burg­we­de­ler Stra­ße ist Haus der Stadt, dort wa­ren Men­schen un­ter­ge­bracht, ist mo­men­tan nicht ge­plant für Flücht­lin­ge. Stand leer, konn­te nicht ver­kauft wer­den, nun mit sehr viel Geld wie­der in­stand zu set­zen. Aber nicht so kon­kret wie die Un­ter­kunft.

Bür­ger: Herr Heesch, Sie wie­der­ho­len ge­bets­müh­len­ar­tig die po­si­ti­ven Sei­ten. Christ­li­cher As­pekt. Fin­de ich seht gut! Wir ha­ben al­le das Be­wusst­sein, an­de­ren zu hel­fen. Fra­ge: War­um nicht die leer­ste­hen­den Kir­chen? Zum an­de­ren: Leer ste­hen­de Ge­bäu­de in Han­no­ver. Wel­che Al­ter­na­ti­ven ha­ben Sie in Be­tracht ge­zo­gen. Dar­über­hin­aus: Sie set­zen sich über Be­weg­grün­de der Bür­ger wie mit ei­ner Pla­nier­rau­pe hin­weg. (Star­ker Ap­plaus). Was ha­ben Sie ge­prüft? Ka­ser­ne Ge­ne­ral-We­ver-Stra­ße? Mo­dul­bau­wei­se: Con­tai­ner wa­ren schlimms­te Ecken Han­no­vers!

Bür­ger: War­um wur­de das Ge­län­de am Ei­chen­weg über­haupt in Er­wä­gung ge­zo­gen? War ja als Spiel­platz ver­spro­chen. Wel­che ra­tio­na­len Punk­te spre­chen für die­sen Stand­ort.

Bür­ger: Seit wann ist die Pla­nung denn für ein Flücht­lings­heim an­hän­gig? (2) Al­ten­heim ist jetzt erst ver­kauft wor­den. Hät­te sich her­vor­ra­gend an­ge­bo­ten, wenn man sich drum ge­küm­mert hät­te. Den­ke auch im Kos­ten­in­ter­es­se. (3) Was kos­tet denn die­ses Mo­dul bzw. die­ser fes­te Bau?

Heesch: (1) Zu den leer­ste­hen­den Kir­chen: Ha­ben uns mit Stadt­kir­chenkanz­lei und kirch­li­chen Ver­tre­tern in Ver­bin­dung ge­setzt. In­so­fern ver­hält sich Kir­che aber nicht an­ders als Deutsch­land mit Ka­ser­nen. Will Kir­chen nach­nut­zen las­sen. Ka­ser­ne Ge­ne­ral-Wver-Stra­ße: Ha­ben uns auch Ge­dan­ken ge­macht. Ist aber auch Pri­vat­ei­gen­tum der Bun­des­re­pu­blik, steht des­halb nicht zur Ver­fü­gung. (Tu­mult: „Mit wen ha­ben Sie ver­han­delt?“) (2) Con­tai­ner­bau­wei­se ha­be ich schon er­läu­tert. Wir wer­den hier aber kei­ne Mo­dul­bau­wei­se ma­chen, son­dern mas­si­ves Haus. (3) Seit wann? Be­schluss für Bau seit An­fang die­ses Jah­res. Ha­ben dann ziem­lich schnell mit der GBH wei­ter­ent­wi­ckelt und kon­kre­ti­sie­ren ge­ra­de die­se Pla­nun­gen. Haus Wal­des­eck steht schon län­ger leer und ist ver­kauft. Ha­ben ver­sucht, in Ver­kaufs­ver­hand­lun­gen hin­ein­zu­kom­men. We­der mit Dia­ko­nie noch mit neu­em Ei­gen­tü­mer konn­ten wir er­folg­reich sein. Auch bei an­de­ren pri­va­ten Grund­stü­cken nicht. Des­halb Ei­chen­weg, Grün­de: (1) städ­ti­scher Grund, (2) nicht an­der­wei­tig ver­plant, (3) kurz­fris­tig ver­füg­bar, (4) vor­han­de­ne In­frast­uk­tur. Kos­ten­fra­ge steht noch nicht fest. Ich weiß es nicht. Wird stan­dard­mä­ßi­ge Kos­ten ha­ben.

(Ge­mur­mel beim Auf­tritt des nächs­ten Bür­gers: „Nicht der schon wie­der…“)

Bür­ger: Bin 18 Jah­re, en­ga­gie­re mich für Flücht­lings­wohn­heim. Stand­ort­fra­ge muss durch sach­li­che Dis­kus­si­on ge­klärt wer­den.

(Tu­mult: „Wir brau­chen hier kei­ne mo­ra­li­schen Be­leh­run­gen, jun­ger Mann“)

Wie sol­len Bür­ger in das Kon­zept der Be­treu­ung des Flücht­lings­hei­mes durch die so­zi­al­päd­ago­gi­sche Be­treu­ung ein­ge­bun­den wer­den?

(Spär­li­cher Ap­plaus)

Fe­lix Blasch­zyk, CDU: Auf dem Weg hier­hier an La­ter­nen Zet­tel ge­se­hen: Wir möch­ten Fra­gen stel­len. Kom­mu­nal­po­litk ist ge­nau­so we­nig in­for­miert wie Sie. Bin Herrn Heesch und Scha­low dank­bar, dass sie hier sind und den Frust aus­hal­ten. Si­tua­ti­on ist ja nicht ih­re ei­ge­ne Schuld. Aber: Die Stadt­ver­wal­tung hat das Pro­blem ver­schla­fen. Es be­steht ja schon seit 2010. Für uns als Kom­mu­nal­po­li­ti­ker ist es miss­lich, dass jetzt so gro­ße Ei­le be­steht. Zu­mal die Ver­wal­tung ja schon plant und so der Ein­druck ent­steht, dass Sie hier im Hin­ter­zim­mer an der Kom­mu­nal­po­li­tik vor­bei ent­schei­den (lau­ter Ap­plaus). Das ist auch der Grund für die emo­tio­na­le Dis­kus­si­on. Fra­gen: (1) Ist noch ei­ne bau­recht­li­che Än­de­rung des Be­bau­ungs­plans nö­tig? Wenn man als Bür­ger – und hier wird mit zwei­er­lei Maß ge­mes­sen – Ge­bäu­de er­rich­ten möch­te, muss man sich an die vor­han­de­ne Be­bau­ung an­pas­sen. Be­bau­ung ist dort ja re­la­tiv hoch­wer­tig, Sie spre­chen von „ein­fa­chem“ Stan­dard. (2) Wo ha­ben Sie im Stadt­be­zirk noch ge­prüft und was wa­ren die Grün­de da­für und da­ge­gen. (3) Ha­be re­cher­chiert und den­ke, dass wir kei­ne Po­le­mik rein­brin­gen sol­len. Po­si­ti­ve Bei­spie­le vie in Kir­ch­ro­de gibt es oh­ne Fra­ge. Aber: Es gab 2011/2012 Be­schwer­den be­züg­lich der Un­ter­kunft an der Al­ten Pei­ner Heer­stra­ße. Ge­ra­de heu­te hat­te ich wie­der ei­nen Bür­ger­an­ruf. Sind sol­che Be­schwer­den be­kannt? Stim­men et­wai­ige Vor­wür­fe? Wie be­geg­net die Ver­wal­tung et­wai­igen Pro­ble­men?

Bür­ger: Was ist mit ei­ner Re­ak­ti­vie­rung der Un­ter­kunft an der Al­ten Pei­ner Heer­stra­ße? (Be­zieht sich auf Sit­zung des Stadt­be­zirks­ra­tes vom 2011-03-02, TOP 6.2.2, Ant­wort der Ver­wal­tung) Was spricht da­ge­gen, die­se Un­ter­kunft wie­der zu re­ak­ti­vi­ern? Muss doch nur re­no­viert wer­den.

Herr Scha­low, Bau­ver­wal­tung Han­no­ver: (1) Ein­bin­dung der Be­woh­ner: Kon­kret: Wie auch an je­der an­de­ren Stel­le mit Ge­mein­schafts­un­ter­kunft mit So­zi­al­ar­beit und Be­trei­ber vor Ort: Kon­zep­tan­satz der Ver­wal­tung, dass wir mit­be­wer­ten, wie der Be­trei­ber die­se Zu­sam­men­ar­bei­ten or­ga­ni­sie­ren will. Klar­text: Heim­lei­tung und So­zi­al­ar­beit müs­sen sich hier en­ga­gie­ren. Die müs­sen In­te­gra­ti­ons­leis­tung ein­for­dern und ab­ho­len. (2) Zur let­zen Fra­ge: Ja, ist rich­tig zi­tiert. Al­ler­dings: Das war schon vor län­ge­rer Zeit, be­traf die erst­ma­li­ge Wie­der­nut­zung der An­la­ge an der Al­ten Pei­ner Heer­stra­ße durch uns. Da ist ge­nau das pas­siert: Als wir die An­la­ge über­nom­men ha­ben – es ist un­se­re An­la­ge, die wir ver­wal­tungs­in­tern für ei­nen an­de­ren Zweck zur Ver­fü­gung ge­stellt hat­ten – war sie ma­ro­de und soll­te ab­ge­ris­sen wer­den. Wir wa­ren aber in ei­ner Not­si­tua­ti­on, muss­ten Men­schen auf­neh­men. Des­halb 90.000 € auf­ge­wen­det, da­mit An­la­ge für 1,5 Jah­re Über­gangs­zeit­raum ge­nutzt wer­den kann. Das soll­te ei­gent­lich das Geld für den Ab­riss sein. Die Zeit war im Ok­to­ber 2012 um und die Men­schen wa­ren wei­test­ge­hend weg. Nur noch 10 Men­schen ha­ben dort an be­stimm­ten Zeit­punkt ge­lebt, ich weiß aber nicht mehr, wann das ge­nau war. Wir ha­ben dann über­legt: Wir wol­len Men­schen nicht zwei­mal um­zie­hen laa­sen. Al­so nicht erst bis Ok­to­ber 2012 in der Al­ten Pei­ner Heer­stra­ße und dann nach Kir­ch­ro­de. Des­halb Al­te Pei­ner Heer­stra­ße nicht im Ok­to­ber, son­dern erst im Ja­nu­ar zu­ge­macht. Dann Men­schen dort um­zie­hen las­sen. Dann zu­ge­macht, da­mit kein Van­da­lis­mus. Es ist nicht in Pla­nung, die­se An­la­ge so wei­ter be­nuzt­zen, wie sie dort steht, weil es uns auch po­li­tisch nicht er­laubt ist. Die An­la­ge hat nicht den heu­te nö­ti­gen Stan­dard.

Heesch: (1) Herr Blasch­zyk hat recht: Wir müs­sen ehr­lich sein. Im Jahr 2010 gab es nur noch zwei Ein­rich­tun­gen, in den Jah­ren 2011 und 2012 wur­den dann neue Ein­rich­tun­gen nach und nach be­legt: Mis­burg, Her­ren­hau­sen, Döh­ren etc. Da­mit ist die Fra­ge be­ant­wor­tet, denn wir ha­ben uns die gan­ze Zeit ge­küm­mert. Der An­stieg der Flücht­lings­zah­len die­ses Jahr hat uns über­rascht, da hat nie­mand mit ge­rech­net. (2) Ich sprach von „ein­fa­chem Stan­dard“. Da­mit ist nicht ge­meint, dass wir Stan­dards nicht be­ach­ten. Das Ge­bäu­de braucht ei­ne Bau­ge­neh­mi­gung, al­ler­dings be­fris­tet. Des­halb geht das trotz des Be­bau­ungs­plans. Ein­fa­cher Stan­dard heißt min­des­tens En­er­gie­ein­spar­ver­ord­nung etc. (Zwi­schen­ruf) Das Haus hat Putz und Fens­ter. (Tu­mult) Ich be­en­de jetzt die Be­ant­wor­tung die­ser Fra­gen, wenn sie nicht noch­mal ge­stellt wer­den.

(Tu­mul­te, der Bür­ger von eben will noch­mal spre­chen, „zum Don­ner­wet­ter noch­mal“)

Bür­ger: Uns wur­de eben mit­ge­teilt, dass die Ge­bäu­de an der Al­ten Pei­ner Heer­stra­ße, nicht mehr für Wohn­zwe­cke ver­wen­det wer­den kön­nen. War­um nicht die Ge­bäu­de dort ab­rei­ßen und neu­es Ge­bauä­de dort­hin bau­en? (Star­ker Ap­plaus). Dort sind Lei­tun­gen vor­han­den. An­woh­ner des Ei­chen­we­ges müs­sen wo­mög­lich noch An­lie­ger­kos­ten zah­len. Ha­be ich in Har­ten­bra­ken­stra­ße schon er­lebt.

Bür­ger: Al­te Pei­ner Heer­str. Be­zirks­rat soll nächts Wo­che ent­schei­den, ob das ab­ge­ris­sen soll. War­um wird nicht an die­se Stel­le et­wa an­de­res ge­baut?

Standort an der Alten Peiner Heerstraße

Stand­ort der frü­he­ren Un­ter­kunft an der Al­ten Pei­ner Heer­stra­ße, di­rekt an der Au­to­bahn­auf­fahrt, Kar­ten­grund­la­ge: Open­Stre­et­Map

Bür­ger: Bin jetzt seit ein­ein­halb Stun­den hier: Es ist An­fang April. Was kann ich da­für oder da­ge­gen tun, da­mit die­ses Bau­vor­ha­ben nicht zu Stan­de kommt? Was kön­nen wir kon­kret da­für tun, dass wir die­se Ge­bäu­de dort nicht hin­ge­setzt be­kom­men

(Star­ker Ap­plaus)

Flo­ri­an Spie­gel­hau­er, SPD: Bin Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der SPD im Be­zirks­rat. Will für ge­sam­ten Be­zirks­rat spre­chen: Ist ganz wich­ti­ges Zei­chen für uns, dass so vie­le da sind. Dass so gro­ßes In­ter­es­se ist. War, den­ke ich, rich­ti­ge Ent­schei­dung, die­se Ver­an­stal­tung durch­zu­füh­ren, so­dass Fra­gen be­ant­wor­tet wer­den konn­ten. Zur Sa­che: Flücht­lings­zun­ah­ne be­schäf­tigt uns. Wir bit­ten um Ver­ständ­nis, dass das Ver­fah­ren nicht den­sel­ben zeit­li­chen Vor­lauf hat wie an­de­re Be­bau­ungs­plan­ver­fah­ren. Ein­druck stimmt nicht, dass was durch­ge­drückt wer­den soll, oh­ne Ein­woh­ner oder Po­litk mit­zu­neh­men. (Tu­mult) Wir ha­ben als Stadt­be­zirk Ver­ant­wor­tung, die Men­schen un­ter­zu­brin­gen. (An Bür­ger ge­wandt) Ja, Sie stel­len das nicht in Fra­ge. Für Po­li­tik ist es wich­ti­ge Fra­ge, wo wir die­sen Stand­ort hin­stel­len. Fra­ge: Wo ist der rich­ti­ge Stand­ort? Han­no­ver hat sich ja Kri­te­ri­en ge­ge­ben. Stellt sich die Fra­ge: Wel­che Stand­or­te sind ge­eig­net? Pla­nungs­vor­schlag der Ver­wal­tung exis­tiert. Po­li­tik hat nun die Auf­ga­be, mit die­sem Vor­schlag und mit Al­ter­na­tiv­vor­schlä­gen um­zu­ge­hen. Fra­ge ist schwie­rig. Nicht leicht, gu­tes Er­geb­nis in schnel­lem Zeit­raum zu fin­den. Des­halb In­for­ma­tio­nen aus Ver­wal­tung und Be­völ­ke­rung wich­tig. Wir wer­den das al­les in un­se­ren Be­ra­tun­gen be­rück­sich­ti­gen.

Bür­ger: Re­de jetzt ein­fach so, da mir der Bür­ger­meis­ter das Mi­kro­fon ver­wei­gert. Wir ha­ben un­se­re Fra­gen auf­ge­schrie­ben und stel­len sie jetzt den Frak­tio­nen zur Ver­fü­gung. Wir wol­len sie be­ant­wor­tet ha­ben. Gibt es po­li­ti­sche Grün­de ge­gen Re­ak­ti­vie­rung von Al­ter Pei­ner Heer­stra­ße? Wel­che Par­tei ist da­für und da­ge­gen? Will ich wis­sen.

Gru­nen­berg: Sie ha­ben das Wort hier nicht ge­pach­tet.

(Tu­mul­te, Zwi­schen­ru­fe, der Bea­mer war of­fen­sicht­lich nicht ab­ge­spro­chen)

Heesch: (1) An­lie­ger­bei­trä­ge: Kos­ten sind noch nicht be­kannt, auf An­lie­ger kom­men kei­ne Kos­ten zu, Lei­tun­gen zahlt die GBH. (2) Lei­tun­gen lie­gen im Ei­chen­brink wie an Al­ter Pei­ner Heer­stra­ße, kein Un­ter­schied. (3) An Al­ter Pei­ner Heer­stra­ße ist In­dus­trie­ge­biet, Stadt will Vor­hal­tung für Ar­beits­plät­ze ma­chen. Des­halb: Ei­chen­weg bes­ser ge­eig­net für wohn­ähn­li­che Nut­zung. (4) Was die Bür­ger tun kön­nen, ist ei­ne rhe­to­ri­sche Fra­ge. Be­ant­wor­te ich nicht. Die Ver­wal­tung küm­mert sich um Un­ter­bri­nugng auf Grund von Rats­be­schluss. Hat da­zu ver­sucht, ge­eig­ne­te Or­te zu fin­den. Sich auf 4 ka­pri­ziert. Po­li­tik war ein­ge­bun­den. Wie geht es wei­ter? Vor­la­ge in Be­zirks­rat für Zu­stim­mung zu Miet­ver­trag für Haus von GBH. Wird dann vom Be­zirks­rat in den Rat ge­hen. Das wird an al­len vier Stand­or­ten so sein. War­um nicht frü­her in­for­miert? Woll­ten erst­mal Ver­ständ­nis mit Po­li­tik her­stel­len. Dann aber in Stadt­teil ge­hen. Wir er­war­ten nicht, dass uns al­le fol­gen. Wir müs­sen Men­schen in ge­wis­ser Wei­se un­ter­brin­gen, wol­len da­für Ver­ständ­nis und Auf­ruf zum Mit­ma­chen. Als nächs­tes kom­men al­so Druck­sa­chen.

Gru­nen­berg: Wir wuss­ten auch vie­le Din­ge noch nicht. Wer­den das al­les nun wei­ter be­ra­ten. Wird am 17.4. even­tu­ell in die Frak­ti­on ge­zo­gen. Da­mit en­det die­se Ver­an­stal­tung.

(Ein Bür­ger bit­tet die Bür­ger zu blei­ben)

Bür­ger: In­for­ma­tio­nen: Zur Be­zirks­rats­sit­zung am 17.4. im Schul­zen­trum Hint­ze­hof um 18 Uhr.

Gru­nen­berg: Aber: Punkt wird nicht­öf­fent­lich be­han­delt. Gibt schüt­zens­wer­te Da­ten, sagt der Da­ten­schutz­be­auf­trag­te. (Tu­mult)

Bür­ger: Wir wer­den Un­ter­schrif­ten­lis­te nach­rei­chen. Zum Schluss: An­ge­sichts der Tat­sa­che, dass Flücht­lings­un­ter­künf­te be­nö­tigt wer­den, ver­ste­he ich nicht, dass die Stadt Han­no­ver an­dern­orts ihr Ta­fel­sil­ber ver­schleu­dert.

Jens-Mi­cha­el Em­mel­mann, CDU: Woll­te Ih­nen Mög­lich­keit ge­ben, mir In­for­ma­tio­nen über Fra­gen zu ge­ben. Wir wer­den wir die­se dann an die Ver­wal­tung stel­len und die Druck­sa­che in die Frak­ti­on zie­hen.

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