Lo­gis­tik­zen­trum am Krons­berg, Bür­ger­infor­ma­ti­on, mein Fa­zit 5


Für ein „Lo­gis­tik­zen­trum“ ei­nes in­ter­na­tio­na­len In­ter­net-Ver­sand­han­dels­un­ter­neh­mens ist ein Stand­ort un­weit des han­no­ver­schen Mes­se­ge­län­des in die en­ge­re Wahl ge­kom­men. Was sa­ge ich zu die­sem Pro­jekt und der Bür­ger­infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung, die da­zu statt­ge­fun­den hat?

Planskizze des Baugebietes, Kartengrundlage: OpenStreetMap

Flä­che für das Lo­gis­tik­zen­trum am Krons­berg, Kar­ten­grund­la­ge: Open­Stre­et­Map

Zu­nächst mal: Gut, dass es die­se Bür­ger­infor­ma­ti­on ge­ge­ben hat. Und auch gut, dass das zu dem Zeit­punkt pas­siert ist. Ei­gent­lich ist das ein ge­ra­de­zu „pi­ra­ti­ges“ Vor­ge­hen, auch wenn ich nicht so ver­mes­sen bin, zu ver­mu­ten, das hät­te ir­gend­was mit uns zu tun… 😉 Dass sei­tens der Bür­ger ein gro­ßes In­ter­es­se be­steht, war an­ge­sichts des pi­cke-pa­cke-vol­len Saa­les un­über­seh­bar. 400 Leu­te wa­ren da und ich ver­mu­te, ges­tern abend muss­ten noch vie­le, vie­le Stüh­le wie­der in al­le mög­li­chen Ecken des An­na­stift zu­rück­ge­bracht wer­den. Die Öf­fent­lich­keit ist jetzt je­den­falls in­for­miert.

Oberbürgermeister Weil vor dem Publikum

Ober­bür­ger­meis­ter Weil auf der In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung zum Bau­vor­ha­ben

Die In­for­ma­tio­nen zum ak­tu­el­len Zeit­punkt über das Pro­jekt sind lü­cken­haft. Das wis­sen Po­li­tik und Ver­wal­tung selbst und re­den gar nicht um den hei­ßen Brei her­um. Da­mit wer­den ge­wis­se kri­ti­sche Nach­fra­gen zwangs­läu­fig in die Zu­kunft ver­scho­ben. Es wird span­nend zu se­hen, wie sich das „Lo­gis­tik­un­ter­neh­men“ zu den The­men „Lohn“ und „Ar­beits­platz­um­feld“ äu­ßern wird – wenn es denn kommt.

Ein paar Din­ge sind mir ges­tern auf­ge­fal­len, die ich ver­su­chen wer­de, im Au­ge zu be­hal­ten:

  • Es wur­de ja sehr oft be­tont, dass das Ver­fah­ren er­geb­nis­of­fen ge­führt wer­den soll. In­so­fern bin ich ge­spannt, wie Po­li­tik und Ver­wal­tung mit be­grün­de­ten Ein­wän­den um­ge­hen, die sich nicht so oh­ne Wei­te­res auf­lö­sen las­sen.
  • Über den Aus­bau der Lärm­schutz­wän­de wur­de zwar ge­spro­chen, zur Fi­nan­zie­rung aber nichts ge­sagt. Ins­be­son­de­re nicht, wenn sich die Not­wen­dig­keit der Ver­stär­kung erst zwei Jah­re spä­ter raus­stellt.
  • Auch zum Grund­was­ser wur­den kei­ne Fra­gen ge­stellt und kei­ne Aus­sa­gen ge­macht. Da bin ich auf die jetzt lau­fen­den Un­ter­su­chun­gen ge­spannt.
  • Die Aus­sa­gen zum Ver­kehrs­kon­zept bei Mes­se­an- und -ab­rei­se­ver­kehr fand ich – nun­ja – nicht be­son­ders nach­voll­zieh­bar. Ich bin mir auch nicht si­cher, ob da wirk­lich ein Pro­blem exis­tiert: Letzt­lich sind ja nur die ab­ge­hen­den Trans­por­te zeit­kri­tisch. Die sind ten­den­zi­ell eher spä­ter am Tag und da ist – wenn es denn so ist – Mes­se-Rück­rei­se­ver­kehr (Maß­nah­me „R“), durch den die Trans­por­ter un­pro­ble­ma­tisch auf den Mes­se­schnell­weg kom­men. Kri­tisch ist ei­gent­lich nur „Maß­nah­me A“, bei der der di­rek­te Weg vom Krons­berg zu den Au­to­bah­nen im Nor­den blo­ckiert ist – aber das ist nur mor­gens der Fall. Nichts­des­to­trotz müss­te hier noch­mal ge­nau­er er­klärt wer­den, wie der Ver­kehr denn nun lau­fen soll.
  • Zu den Sor­gen um die Laut­stär­ke und den Ver­kehr: Sor­ry, ich kann das ein­fach nicht wirk­lich nach­voll­zie­hen. Der Mes­se­schnell­weg ist zwar manch­mal voll, aber ist die ein­zi­ge Mög­lich­keit, am­pel­frei und di­rekt von den Au­to­bah­nen zum Krons­berg zu kom­men. Das pro­fes­sio­nel­le Spe­di­teu­re da in gro­ßem Stil auf ir­gend­wel­che „Schleich­we­ge“ aus­wei­chen – ich kann’s mir nicht vor­stel­len. Die kos­ten­lo­sen Mit­ar­bei­ter­park­plät­ze hin­ge­gen hal­te ich in die­sem Zu­sam­men­hang hin­ge­gen für durch­aus nö­tig und sinn­voll.
  • Und man muss deut­lich sa­gen: Auch jetzt herrscht längs der Em­my-Noe­ther-Al­lee kei­ne Gra­bes­ru­he. Das ist die di­rek­te Zu­fahrt vom Mes­se­schnell­weg nach Be­mero­de und zum Krons­berg. Ich wür­de mal tip­pen, dass da jetzt schon so 200 Au­tos pro Stun­de tags­über lang fah­ren. Es wird al­so zwar mehr, aber nicht so un­end­lich viel mehr, wie das bei ei­ni­gen Ängs­ten von An­woh­nern emp­fun­den wird.

Un­ter an­de­rem hier soll das Lo­gis­tik­zen­trum ent­ste­hen

Al­les in al­lem er­schei­nen mir per­sön­lich die an­ge­nom­me­nen Ri­si­ken oder „Be­ein­träch­ti­gun­gen“, die mit die­sem Lo­gis­tik­zen­trum ein­her ge­hen sol­len, über­schau­bar. Die vie­len neu­en Jobs für die Re­gi­on Han­no­ver hin­ge­gen bie­tet gro­ße Chan­cen. Zu­dem kann ei­ne sol­che An­sied­lung auch auf an­de­re Wirt­schafts­zwei­ge be­le­bend wir­ken – wo vie­le Au­tos un­ter­wegs sind, gibt es auch ei­nen grö­ße­ren Be­darf an Dienst­leis­tun­gen rund her­um. Ich ste­he dem An­sied­lungs­pro­jekt zum ak­tu­el­len Zeit­punkt auf­ge­schlos­sen ge­gen­über und bin ge­spannt dar­auf, was nun die ein­ge­lei­te­ten Gut­ach­ten für Re­sul­ta­te brin­gen.

Ich neh­me aber auch aus­drück­lich für mich in An­spruch, dass sich mei­ne Ein­schät­zung noch än­dern kann. Wie sag­ten die Ver­ant­wort­li­chen der Stadt so schön: Es ist ein er­geb­nis­of­fe­ner Dis­kus­si­ons­pro­zess. Das se­he ich auch für mich so.


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5 Gedanken zu “Lo­gis­tik­zen­trum am Krons­berg, Bür­ger­infor­ma­ti­on, mein Fa­zit

  • schorsee

    Sehr ge­ehr­ter Herr Hill­brecht,

    klar, wer in die Ver­äs­te­lun­gen der Kom­mu­nal­po­li­tik hin­ein­steigt, hat mög­li­cher­wei­se nicht mehr die Zeit, je­den Tag sei­nen Blog zu pfle­gen. An­de­rer­seits – was nutzt das Ver­spre­chen der Pi­ra­ten im Wahl­kampf, für mehr Trans­pa­renz sor­gen zu wol­len, wenn dann doch we­sent­li­che Fra­gen un­be­ant­wor­tet blei­ben.

    Bit­te miss­ver­ste­hen Sie das jetzt nicht als „Rum­ge­blaf­fe“ aber ich möch­te be­zo­gen auf Ih­re Aus­sa­ge, „Des­halb müs­sen bei sol­ch ei­nem Pro­jekt selbst­ver­ständ­lich auch die Anfor­de­run­gen die­ser Fort­be­we­gungs­art berück­sich­tigt wer­den und hier sind kos­ten­freie Fir­men­park­plätze ein sehr adäqua­tes Mit­tel, die Fahr­zeuge am Ge­län­de zu hal­ten und nicht über ei­nen wei­te­ren Um­kreis zu ver­tei­len.“, doch ganz ger­ne Klar­heit ha­ben, wo ich dran bin mit den Pi­ra­ten. Und es wä­re mir sehr lieb, wenn sie über ih­re ur­ei­gens­te Po­si­ti­on hin­aus auch die der Par­tei skiz­zie­ren könn­ten, falls es dort ei­ne ein­heit­li­che Po­si­ti­on gibt zu der Fra­ge, die mir hier auf dem Her­zen liegt.
    Um auf ei­nen ver­gleich­ba­ren kon­kre­ten Vor­gang hin­zu­wei­sen, zi­tie­re ich hier aus ei­nem jün­ge­ren Ar­ti­kel der HAZ: „Die Park­kar­te (für fir­men­ei­ge­ne Stell­plät­ze) be­kom­men die Stadt­wer­ke-Mit­ar­bei­ter al­ler­dings nur, wenn sie ein Job­ti­cket der Zo­ne 3 oder 4 abon­nie­ren, das 35 bis 42 Eu­ro mo­nat­lich kos­tet. „Wir wol­len da­mit zur Wahl um­welt­freund­li­cher Ver­kehrs­mit­tel an­re­gen.“
    Sie kön­nen den gan­zen Ar­ti­kel über die Park­ge­wohn­hei­ten der Stadt­wer­ke­mit­ar­bei­ter rund um die Stam­me­stra­ße in vol­ler Län­ge hier nach­le­sen:
    http://​www​.haz​.de/​H​a​n​n​o​v​e​r​/​A​u​s​-​d​e​n​-​S​t​a​d​t​t​e​i​l​e​n​/​W​e​s​t​/​S​t​a​d​t​w​e​r​k​e​-​M​i​t​a​r​b​e​i​t​e​r​-​p​a​r​k​e​n​-​S​t​r​a​s​s​e​n​-zu
    Zu­sam­men­fas­sung in Kür­ze:
    Das An­reiz­an­ge­bot der Stadt­wer­ke an ih­re Mit­ar­bei­te­rin­nen und -mit­ar­bei­ter, den ÖPNV zu nut­zen, heißt: Fir­men­park­deck-Zu­gangs­be­rech­ti­gung nur ge­gen Kauf ei­ner ver­bil­lig­ten Mo­nats­kar­te, die auch am Wo­chen­en­de mit der Fa­mi­lie ge­nutzt wer­den kann! Und die­ses Prin­zip wird ad ab­sur­dum ge­führt, wenn An­woh­ner ei­ner Fir­men­an­sied­lung ver­lan­gen, dass die Mit­ar­bei­ter auf dem Fir­men­ge­län­de kos­ten­los par­ken kön­nen müs­sen.
    Wie ste­hen die Pi­ra­ten nun zur Fra­ge kos­ten­lo­se Fir­men­park­plät­ze?
    Ma­chen sich die Pi­ra­ten tat­säch­lich da­für stark, dass Fir­men­mit­ar­bei­ter, die mit dem Au­to (ho­he Um­welt­be­las­tung, ho­he Zahl an Ver­kehrs­to­ten, ho­her Flä­chen­ver­brauch) zur Ar­beit fah­ren, da­für auch noch mit kos­ten­lo­sen Park­plät­zen be­lohnt wer­den, weil die­se Mit­ar­bei­ter an­dern­falls dro­hen, die Um­ge­bung der Fir­ma zu­zu­par­ken und da­mit die An­woh­ner auf die Pal­me trei­ben? Ent­schul­di­gen Sie – aber sind das nicht wirk­lich „Pi­ra­ten-Me­tho­den“?
    Ent­schul­di­gen Sie bit­te noch­mals, aber die­se Ne­ben­be­mer­kung mocht‘ ich Ih­nen am En­de nicht er­spa­ren. In­ter­pre­tie­ren Sie sie bit­te als klei­ne Ne­cke­rei und nicht als „Rum­ge­blaf­fe“.

    Mit freund­li­chen Grü­ßen Schor­see

    • Dirk Hillbrecht Autor des Beitrags

      Gu­ten Abend,

      die Po­si­ti­on der Pi­ra­ten­par­tei Han­no­ver zur Ver­kehrs­po­li­tik kön­nen Sie in un­se­rem Kom­mu­nal­wahl­pro­gramm nach­le­sen, ins­be­son­de­re in den Ka­pi­tel „Stadt­ent­wick­lung“ und „Ver­kehrs­po­li­tik“. An­sons­ten ist mei­ner­seits al­les be­reits ge­sagt. In­wie­weit es sinn­voll ist, ei­nen Park­platz im Ge­gen­zug für den Kauf ei­ner Dau­er­kar­te für den ÖPNV zu ver­mie­ten, er­schließt sich mir nicht zwin­gend. Das preis­lich güns­tigs­te, in vie­len Be­rei­chen fle­xi­bels­te und ge­sund­heit­lich för­der­lichs­te Fort­be­we­gungs­mit­tel ist so­wie­so das Fahr­rad – bloß dass da­mit nicht al­le Mo­bi­li­täts­be­dürf­nis­se be­frie­digt wer­den kön­nen. Ich bil­de mir nicht ein, Sie durch noch so gu­te Ar­gu­men­te von Ih­rer Fun­da­men­tal­op­po­si­ti­on zum Au­to als Fort­be­we­gungs­mit­tel ab­brin­gen zu kön­nen, des­halb wer­de ich es gar nicht erst ver­su­chen. Die Po­si­ti­on der Pi­ra­ten­par­tei ist ei­ne sol­che Fun­da­men­tal­op­po­si­ti­on aber nicht. Vie­le Grü­ße, Dirk Hill­brecht

  • schorsee

    Sehr ge­ehr­ter Herr Hill­brecht,

    Sie schrei­ben, der öf­fent­li­che Raum ge­hört al­len und dass das Au­to­fah­rer als gleich­be­rech­tig­te Nut­zer mit ein­schlie­ße. Wie kommt es aber, dass Au­to­fah­rer deut­lich mehr öf­fent­li­chen Raum für sich in An­spruch neh­men als Men­schen die bei­spiels­wei­se mit dem Fahr­rad mo­bil sind, oder die mit dem ÖPNV mo­bil sind?

    Ih­re Be­haup­tung, bei Au­to­fah­rern han­de­le es sich um gleich­be­rech­tig­te Nut­zer des öf­fent­li­chen Rau­mes kann ich nicht nach­voll­zie­hen.

    Kon­kret be­zo­gen auf das ge­plan­te Lo­gis­tik­zen­trum ge­hen Sie so­gar so weit, dass sie kos­ten­lo­se Fir­men­park­plät­ze mit der Be­grün­dung for­dern, dass es die au­to­fah­ren­den Mit­ar­bei­ter da­von ab­hal­te, ei­nen kos­ten­pflich­ti­gen Fir­men­park­platz zu mei­den, um statt­des­sen lie­ber in der Um­ge­bung zu par­ken. (Wo aber die An­woh­ner was ge­gen ha­ben.)

    Nun die Kos­ten, die ent­ste­hen, so­wohl für den Park­platz in der Um­ge­bung als auch für ei­nen auf dem Ge­län­de wird in je­dem Fal­le von der Ge­mein­schaft ge­tra­gen und da­mit auch von den Leu­ten, die mit dem ÖPNV oder dem Fahr­rad kom­men und sehr viel we­ni­ger Öf­fent­li­chen Raum (bzw. Fir­men-Park­raum) nut­zen.

    Wie kön­nen Sie da von „gleich­be­rech­tig­ter Nut­zung“ spre­chen? Die ei­nen zah­len und die an­de­ren nut­zen trifft es wohl eher!

  • schorsee

    Sehr ge­ehr­ter Herr Hill­brecht, Sie schrei­ben:

    „Die kos­ten­lo­sen Mit­ar­bei­ter­park­plätze hin­ge­gen hal­te ich in die­sem Zusam­men­hang hin­ge­gen für durch­aus nö­tig und sinn­voll.“

    War­um hal­ten Sie es für not­wen­dig und sinn­voll, dass ein Un­ter­neh­men kos­ten­lo­se Mit­ar­bei­ter-Park­plät­ze an­bie­tet?
    Oder an­ders her­um ge­fragt, war­um soll­ten Mit­ar­bei­ter ei­nes Un­ter­neh­mens, die mit dem Au­to an­rei­sen, kos­ten­los auf dem Fir­men­ge­län­de par­ken dür­fen, wäh­rend Mit­ar­bei­ter, die mit dem ÖPNV an­rei­sen kei­ne ad­äqua­te Ver­güns­ti­gung be­kom­men?

    Schon mal über Job-Ti­cket nach­ge­dacht?
    Sie­he auch: http://​de​.wi​ki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​J​o​b​t​i​c​ket

    Das Prin­zip: Nur die­je­ni­gen Mit­ar­bei­ter, die ein ÖPNV-Jah­res­abo er­wer­ben, er­hal­ten die Mög­lich­keit kos­ten­lo­se Park­plät­ze auf dem Fir­men­ge­län­de in An­spruch zu neh­men. Selbst­ver­ständ­lich ist hier auch die Stadt bzw. die Re­gi­on in der Pflicht, kos­ten­frei­es Par­ken in der nä­he­ren Um­ge­bung des Lo­gis­tik­ten­trums zu un­ter­bin­den!

    Oder ist es den Pi­ra­ten et­wa recht, wenn ganz in „Pi­ra­ten-Ma­nier“, der öf­fent­li­che Raum von Blech­kis­ten ge­en­tert wird? Dass ist näm­lich das Er­geb­nis der oh­ne­hin schon hoch sub­ven­tio­nier­ten An­fahrt zur Ar­beit mit dem Um­welt­ver­schmut­zer und Sub­ven­tio­nen­ver­schlin­ger Num­mer Eins, dem Au­to. Oder glau­ben Sie et­wa den Mär­chen von Tan­te Mer­kel, die uns weis­ma­chen will, dass Mi­ne­ral­öl- und KFZ-Steu­er nicht nur den ge­sam­ten Stra­ßen­bau, die Stra­ßen-In­standhhal­tung, Ver­kehrs­man­ge­ment­zen­tra­len, Win­ter­diens­te, un­fall­be­ding­ten Ver­dienst­aus­fäl­le etc., etc. fi­nan­ziert, son­dern dar­über­hin­aus noch ei­nen be­trächt­li­chen Teil des üb­ri­gen Staats­haus­hal­tes?

    Ma­chen Sie und die Pi­ra­ten sich für ei­ne För­de­rung des ÖPNV stark? Und kom­men Sie mir jetzt bit­te nicht mit frei­er Fahrt in Bus­sen und Bah­nen für al­le. Der ÖPNV ver­schmutzt bei glei­cher Per­so­nen­trans­port­leis­tung zwar deut­lich we­ni­ger die Um­welt als der MIV (=Mo­to­ri­sier­ter In­di­vi­du­al­ver­kehr) und der ÖPNV nimmt deut­lich we­ni­ger Platz in An­spruch, aber auch für den ÖPNV gilt: Es gibt kei­nen Grund die Men­schen ans Her­um­ge­fah­re zu ge­wöh­nen, denn das ist auch im ÖPNV nicht ganz oh­ne Um­welt­be­ein­träch­ti­gung zu ha­ben.

    Bis­lang bie­tet die Pi­ra­ten­par­tei zu die­ser The­ma­tik kei­ne glaub­wür­di­gen und zu­kunfts­träch­ti­gen Ide­en. Im Ge­gen­teil: Die Ver­su­che, die Grü­nen in Mo­bi­li­täts­fra­gen als Au­to­spaß-Brem­ser und Be­vor­mun­der zu brand­mar­ken näh­ren den Ver­dacht, die Pi­ra­ten wer­den in die­ser zu­kunfts­wei­sen­den Fra­ge der Mo­bi­li­tät un­se­rer Ge­sell­schaft le­dig­lich von ei­ner in­fan­ti­le Nei­gung zum Rum­ge­ra­se ge­lei­tet.

    Wie soll­te auch sonst je­mand auf die Idee kom­men, kos­ten­lo­se Mit­ar­bei­ter­park­plät­ze für sinn­voll zu hal­ten?

    • Dirk Hillbrecht Autor des Beitrags

      Lie­ber an­ony­mer Kom­men­ta­tor,

      ich wür­de Sie bit­ten, Ih­ren Ton zu mä­ßi­gen und sich kurz zu fas­sen. Ich mag solch Rum­ge­blaf­fe nicht in mei­nem Blog.

      An­sons­ten kann man durch­aus das ei­ne tun oh­ne das an­de­re zu las­sen. Die sehr gu­te ÖPNV-An­bin­dung wur­de wie­der­holt als wich­ti­ges Ar­gu­ment für den Stand­ort ins Fel­de ge­führt. In­so­fern ist ein Job­ti­cket si­cher­lich sinn­voll und wird im wei­te­ren Pro­zess The­ma wer­den.

      Nichts­des­to­trotz wird es im­mer Si­tua­tio­nen ge­ben, in de­nen mo­to­ri­sier­ter In­di­vi­du­al­ver­kehr die ein­zi­ge sinn­vol­le Mög­lich­keit ist, ein Mo­bi­li­täts­be­dürf­nis zu be­frie­di­gen. Des­halb müs­sen bei sol­che ei­nem Pro­jekt selbst­ver­ständ­lich auch die An­for­de­run­gen die­ser Fort­be­we­gungs­art be­rück­sich­tigt wer­den und hier sind kos­ten­freie Fir­men­park­plät­ze ein sehr ad­äqua­tes Mit­tel, die Fahr­zeu­ge am Ge­län­de zu hal­ten und nicht über ei­nen wei­te­ren Um­kreis zu ver­tei­len. Um die­se Be­fürch­tung ging es auch im Rah­men der Dis­kus­si­on.

      In der Tat ste­he ich voll hin­ter der ver­kehrs­po­li­ti­schen Po­si­ti­on, die die Pi­ra­ten­par­tei zur Kom­mu­nal­wahl de­fi­niert hat: Der öf­fent­li­che Raum ge­hört *al­len*. Das schließt Au­to­fah­rer aus­drück­lich als gleich­be­rech­tig­te Nut­zer mit ein. An­ders als Sie ver­su­che ich nicht, ver­schie­de­ne Ver­kehrs­trä­ger ge­gen­ein­an­der aus­zu­spie­len. Ei­ne Po­li­tik, die das in Ih­rem Sin­ne ver­sucht, wür­de ich nicht mit­tra­gen.

      Vie­le Grü­ße,
      Dirk Hill­brecht