Lo­gis­tik­zen­trum am Krons­berg, Bür­ger­infor­ma­ti­on, Pro­to­koll 2


Um was es beim „Lo­gis­tik­zen­trum am Krons­berg“ geht, ha­be ich be­reits im vor­an­ge­gan­ge­nen Ar­ti­kel be­schrie­ben. Hier nun mein Pro­to­koll der Bür­ger­infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung zu dem The­ma. Ich ha­be es wäh­rend der äu­ßer­st gut be­such­ten Ver­an­stal­tung li­ve mit­ge­schrie­ben. Die Ver­si­on hier ist le­dig­li­ch ein­mal über­ar­bei­tet und auf Recht­schreib- und For­mu­lie­rungs­feh­ler ge­prüft. Den in der Ei­le ent­stan­de­nen teil­wei­se ver­ein­fach­ten Satz­bau ha­be ich bei­be­hal­ten. Je­der „nor­ma­le“ Text wur­de min­des­tens sinn­ge­mäß so ge­sagt wie hier wie­der­ge­ge­ben, je­den­falls nach bes­tem Wis­sen und Ge­wis­sen des Pro­to­kol­lan­ten (= ich). Kom­men­ta­re oder An­mer­kun­gen mei­ner­seits ste­hen in ecki­gen Klam­mern. Fra­gen aus dem Pu­bli­kum sind mit „Fra­ge“ ein­ge­lei­tet, wenn der­sel­be Fra­ge­stel­ler di­rekt noch­mal nach­ge­hakt hat, steht dort „Nach­hak“.

Klei­ne Sta­tis­tik aus der Nach­be­ar­bei­tung:

  • Die ein­lei­ten­den Vor­trä­ge ha­ben 37 Mi­nu­ten ge­dau­ert: 13 Mi­nu­ten Ste­phan Weil, 7 Mi­nu­ten Hans Mön­ninghoff, 17 Mi­nu­ten Uwe Bo­de­mann.
  • Für den an­schlie­ßen­den Fra­ge-und-Ant­wort­teil gab es ge­n­au 100 Mi­nu­ten.
  • Ins­ge­samt ka­men 32 Fra­ge­mel­dun­gen zu Wort, die aber teil­wei­se meh­re­re Fra­gen um­fas­sen konn­ten.
  • Bei neun Fra­gen gab es nach der ers­ten Ant­wort no­ch ei­ne Nach­fra­ge.
  • Bei den Ant­wor­ten hat der Ober­bür­ger­meis­ter 33 Mal das Wort er­grif­fen, Stadt­bau­rat Bo­de­mann 12 Mal und Bau- und Um­welt­de­zer­nent Mön­ninghoff 10 Mal.

Mit die­sem Ar­ti­kel möch­te ich die Dis­kus­si­on je­des Abends mög­lichst kom­plett wie­der­ge­ben. Für ei­ne zu­sam­men­fas­sen­de Dar­stel­lung ver­wei­se ich zum Bei­spiel auf die Han­no­ver­sche All­ge­mei­ne.

Und hier nun das Pro­to­koll:

2011-10-13, 19:32 Uhr: Ver­an­stal­tungs­be­ginn

Ober­bür­ger­meis­ter Ste­phan Weil er­öff­net die Ver­samm­lung mit den Wor­t­en, an die­sem Ver­fah­ren sei „al­les un­ge­wöhn­li­ch“. Das Un­ter­neh­men, um das es geht, kann erst­mal no­ch nicht ge­nannt wer­den, weil – nach Wis­sen der Stadt – no­ch zwei wei­te­re Stand­or­te im Ver­fah­ren sind. Die Un­ter­neh­mens­an­sied­lung ist aber ei­ne der größ­ten der letz­ten 20 Jah­re. Wir kön­nen heu­te aber nur an­dis­ku­tie­ren, nicht fer­tig dis­ku­tie­ren. Spä­ter no­ch er­läu­tern war­um. Pro­blem in Han­no­ver: Zu we­nig Ar­beits­plät­ze für Ge­ring­qua­li­fi­zier­te, das wä­re hier die Mög­lich­keit, das zu än­dern. Ent­schei­dung des Un­ter­neh­mens steht no­ch nicht, auch vie­les an­de­re fehlt no­ch: In vie­len Punk­ten har­te Fak­ten. Ver­wal­tung ist es lie­ber, er­st die Fak­ten zu klä­ren und dann an die Öf­fent­lich­keit zu ge­hen. Ver­fah­ren wird trotz­dem jetzt „auf Ver­dacht“ ein­ge­lei­tet, denn: Un­ter­neh­men hat er­klärt, dass Weih­nachts­ge­schäfts 2012 schon von neu­em Stand­ort aus ab­ge­wi­ckelt wer­den soll. Des­halb: Zeit­not. Des­halb: Ver­fah­ren jetzt ge­star­tet.

Oberbürgermeister Weil vor dem Publikum

Ober­bür­ger­meis­ter Weil vor dem Pu­bli­kum

Ak­tu­el­ler Stand: Auf­stel­lungs­be­schluss in po­li­ti­schen Gre­mi­en ge­fasst. Da­mit kann Pla­nung be­gin­nen, end­gül­ti­ge Zu­stim­mung da­mit aber no­ch nicht vor­ge­ge­ben.

Uwe Bo­de­mann, Hans Mön­ninghoff, Weil: Spie­len mit of­fe­nen Kar­ten, kön­nen no­ch nicht al­le Fra­gen be­ant­wor­ten. Chan­ce auf Ar­beits­plät­ze aber so groß.

Weil freut si­ch, dass die Sied­ler­ge­mein­schaft Seel­host si­ch so schnell ge­mel­det hat, Kon­takt exis­tiert ja schon. Ver­wal­tung wird si­ch stän­dig mit Sied­ler­initia­ti­ve rück­kop­peln. Ver­fah­ren ist er­geb­nis­of­fen. Ver­an­stal­tung heu­te: Stadt­ver­wal­tung sagt, wo wir ge­ra­de im Ver­fah­ren ste­hen. Kön­nen aber no­ch nicht al­le Fra­gen be­ant­wor­ten. Wenn dann ein „Strich“ im Ver­fah­ren ge­macht wird, gibt es ei­ne wei­te­re ent­spre­chen­de Ver­an­stal­tung.

Ab­schlie­ßend: Vol­les Ver­ständ­nis für An­lie­ger, die „sen­si­bi­li­siert“ sind. Kri­ti­sche Fra­gen ab­so­lut rich­tig. Bit­te aber: Fair sein mit der Stadt­ver­wal­tung, die­se ist si­ch be­wusst, dass sie mit of­fe­nen Kar­ten spie­len muss.

Wei­te­res Vor­ge­hen: Mön­ninghoff be­rich­tet über In­hal­te, Bo­de­mann zu Ver­fah­ren­ab­lauf.

19:45 Uhr: Mön­ninghoff er­greift das Wort

Ar­beits­plät­ze: 1000 Dau­er­ar­beits­plät­ze plus 1500 im 4. Quar­tal. Kön­nen aber auch mehr wer­den. Des­halb für ei­nen Wirt­schafts­de­zer­nen­ten ei­ne wich­ti­ge An­sied­lung we­gen Qua­li­fi­zie­rungs­an­for­de­rung: Für ein­fa­che Tä­tig­kei­ten be­steht De­fi­zit.

An­sied­lung ist *ei­ne* Hal­le: 250 * 450 Me­ter. Ist ei­ne gro­ße La­ger­hal­le mit tau­sen­den Ar­ti­keln. Wenn man dann drei Pull­over be­stellt, wer­den die­se in ein klei­nes Päck­chen ge­packt und ge­hen per Lo­gis­ti­ker in den Trans­port. Al­les spielt si­ch in der Hal­le ab, auch An­lie­fe­rung und Rück­läu­fer.

War­um ist Han­no­ver so in­ter­es­sant? Flä­che ist in Ei­gen­tum der Stadt; Flä­che ist schon heu­te als Ge­wer­be­ge­biet vor­ge­se­hen (we­gen Park­platz-Peak zur Ex­po). Wich­tigs­ter Punkt: Ei­ner der ganz we­ni­gen Stand­or­te mit gu­tem Fern­stra­ßen­an­schluss und so­gar zwei ÖPNV-An­schlüs­sen (Hal­te­stel­len Stock­hol­mer Al­lee und Messe/​Nord). Das heißt: In 45-Mi­nu­ten-An­fahrts­kreis woh­nen 1.1 Mio. Men­schen.

Als Nicht-nur-Wirt­schafts-son­dern-auch-Um­welt­de­zer­nent: ÖPNV-An­schluss ist sehr po­si­tiv. Um­welt­ver­träg­lich­keits­prü­fun­gen lau­fen jetzt in zwei­ter Pha­se an. Erstein­schät­zung: An die­sem Stand­ort ver­wirk­lich­bar, aber kri­ti­sch drü­ber­zu­schau­en – wir und Sie.

19:52 Uhr: Stadt­bau­rat Bo­de­mann spricht.

Vier Punk­te

1) Stand­ort er­klä­ren

2) Ver­fah­ren er­klä­ren

3) Was sind die we­sent­li­chen Be­fürch­tun­gen?

4) Wie blei­ben wir im Ge­spräch?

zu 1) Was macht den Stand­ort aus? Sehr gut er­schlos­sen: Au­to­bahn­ring mit Mes­se­schnell­weg und A7. Vor­teil für den LKW-Ver­kehr. Au­ßer­dem: Hal­te­stel­le Stock­hol­mer Al­lee

Was pas­siert zu Mes­se­zei­ten? Pha­se „A“: Was pas­siert nach Nor­den zur A2? Muss um­fah­ren wer­den. [Mir un­klar, wie…] Pha­se „R“ ge­nauso. Muss im Mes­se­ver­kehr „mit­schwim­men“.

[Das Pu­bli­kum ist ver­wirrt.]

zu 2)

Zwei Zäh­lun­gen: Er­s­te an „nor­ma­lem“ Tag. Zwei­te bei Agri­tech­ni­ca im No­vem­ber mit stärks­tem PKW-An­rei­se­ver­kehr über­haupt. Zäh­lung mit Kenn­zei­chen­er­fas­sung, so­dass Ver­kehrs­len­kungs­kon­zept (wie wer­den Ver­keh­re ge­lenkt von Süd­en und Nor­den) ent­wi­ckelt wer­den kann. Au­ßer­dem Lär­mun­ter­su­chun­gen. Hier ge­setz­li­che Vor­ga­ben wich­tig, zu­sätz­li­che Ver­keh­re wer­den auf exis­tie­ren­den Ver­kehr drauf­ge­rech­net. Drit­te Un­ter­su­chung: Luft­schad­stof­fe durch die zu­sätz­li­chen LKWs.

All die­se Un­ter­su­chun­gen sol­len no­ch in die­sem Jahr ab­ge­schlos­sen wer­den, so­dass sie dann „auch mit Ih­nen“ dis­ku­tiert wer­den kön­nen.

zu 3)

Größ­te Sor­ge: Lärm. Wie kön­nen wir die Ru­he erhalten/​verbessern? [Ge­läch­ter im Pu­bli­kum] Lärm­schutz kommt no­ch aus Ex­po­zei­ten, ist ein we­nig un­ter­bro­chen (Am Soh­ren­kam­pe), müs­sen al­so prü­fen, ob das no­ch reicht [Pu­bli­kum: „Reicht jetzt schon nicht!“] Gut, das wer­den die Un­ter­su­chun­gen ja dann be­stä­ti­gen.

Wie die Mit­ar­bei­ter aus dem Ge­biet raus­hal­ten und LKWs? Ton­na­ge­be­schrän­kun­gen auf Laat­zen­er Stra­ße, 7.5 Ton­nen [Pu­bli­kum: „Sprin­ter???“] Die auch ver­trag­li­ch auf Haupt­stra­ßen hal­ten.

Mit­ar­bei­ter: Schwie­ri­ger. Ein­fach sper­ren geht nicht. Dis­kus­sio­nen lau­fen: Laat­zen­er Stra­ße nur für An­lie­ger öff­nen? Mit­ar­bei­ter­park­plät­ze müs­sen kos­ten­frei sein. Auch zu dis­ku­tie­ren („mit Ih­nen“): An­woh­ner­par­ken in der Sied­lung Seel­hor­st.

De­tails zur Pla­nung: Hal­le in Ost-West-Rich­tung. Cous­teau­stra­ße wird auf­ge­ge­ben.

zu 4)

Ers­tes Ge­spräch am Diens­tag abend mit Vor­sit­zen­den des Sied­ler­ver­eins. Ge­spräch soll im No­vem­ber fort­ge­setzt wer­den. Am Diens­tag erst­mal nur das Pro­jekt grob um­ris­sen und In­hal­te ge­klärt. Im No­vem­ber: Was ist ein Lo­gis­tik­zen­trum? In wei­te­rem Ge­spräch im November/​Dezember: Er­s­te Er­geb­nis­se aus Ver­kehrs­gut­ach­ten sol­len dis­ku­tiert wer­den.

En­de 2011/​Anfang 2012: Un­ter­neh­men soll si­ch selbst vor­stel­len kön­nen, dann hof­fent­li­ch Han­no­ver kon­kre­ti­siert.

Ja­nu­ar 2012: Wei­ter Ver­an­stal­tung in heu­ti­gem Rah­men.

20:09 Uhr: En­de der ein­lei­ten­den Vor­trä­ge, Fra­gen aus dem Pu­bli­kum

Weil über­nimmt die Ver­samm­lun­glei­tung, will Dis­kus­si­on nicht ord­nen, freie Wort­mel­dun­gen

Fra­ge: Ar­beits­plät­ze. Hat Stadt Han­no­ver Er­war­tun­gen an Qua­li­tät der Ar­beits­plät­ze? Pre­kä­re Ar­beits­ver­hält­nis­se, Dum­ping­löh­ne?

Weil: Kein In­ters­se an „Auf­sto­ckern“. Han­no­ver denkt, dass die Qua­li­tät ok ist, kann aber no­ch nichts ge­nau­es sa­gen. Wenn Un­ter­neh­men si­ch im No­vem­ber (hof­fent­li­ch) für Han­no­ver ent­schei­det, dann Re­de und Ant­wort ste­hen.

Fra­ge: War­um muss das in „ver­kehrs­bri­san­ten“ Be­reich? An­woh­ner wis­sen: Schnell­weg ist stän­dig dicht. Gibt es kei­nen bes­se­ren Stand­ort? [Lau­ter Ap­plaus]

Weil: Könn­te mit Ra­dio Eri­wan ant­wor­ten. Für Au­to­ver­kehr gibt es si­cher ge­eig­ne­te­re Stand­or­te. ABER: Rie­sen­zahl von Ar­beits­kräf­te müs­sen ir­gend­wo her­kom­men. Han­no­ver ist mit 1.1 Mio ge­eig­ne­te­rer Ar­beits­markt als „ir­gend­wo in der Flä­che“. Und: Ei­gent­li­cher Stand­ort­vor­teil ist ÖPNV-An­schluss.

Nach­hak: An­der­ten?!? Stadt­bahn und S-Bahn. Au­ßer­dem: Lo­gis­ti­ker oh­ne Gleis­an­schluss?

Weil: Ich bin nur Be­richt­erstat­ter. Wenn das Un­ter­neh­men si­ch für Han­no­ver ent­schei­det, fra­gen Sie sie selbst.

Nach­hak: Und was, wenn die Ver­kehrs­si­tua­ti­on es­ka­liert? Aus­bau Stra­ßen? Weg­gang?

Weil: Die sind Voll­pro­fis. Die wis­sen, dass wir nicht den Mes­se­schnell­weg nur für sie er­wei­tern wür­den. Die ma­chen si­ch auch klar, wie das in ih­rem be­trieb­li­chen All­tag aus­sieht.

Fra­ge: Frü­her hät­te es ge­hie­ßen, um Seel­hor­st ist Nah­erho­lungs­ge­biet. Ge­wer­be­ge­biet?!? Hät­te nie Haus im Zoo­vier­tel auf­ge­ge­ben da­für. Wert wird nach­las­sen! [Ap­plaus]

Weil: In ver­gleich­ba­ren Fäl­len frü­her ist Grund­stücks­wert ge­stie­gen. Park­plät­ze wa­ren von vorn­her­ein Ge­wer­be­flä­che.

Bo­de­mann: Ge­län­de ist kein Nah­erho­lungs­ge­biet! Seit Ex­po ist das gan­ze Son­der­nut­zungs­ge­biet (Park­platz). Wenn aber Par­ken nicht mehr nö­tig ist, dann Ge­wer­be­an­sied­lung. War im­mer schon ge­werb­li­ch ori­en­tier­ter Be­reich.

Fra­ge: An­lie­ger der Wülfe­ro­der Stra­ße. Glau­be nicht, dass nur Seel­hor­st be­trof­fen ist, son­dern auch Be­mero­de, Krons­berg, Wülfe­ro­de. Wülfe­ro­der Stra­ße ist Ab­kür­zer für Au­to­bahn­auf­fahrt „im Wald“. Bei Pro­ble­men: Hier LKW-Ver­kehr. Sor­ge, dass auch neu­er Ver­kehr dort ent­lang­läuft. Wie kön­nen Sie uns be­ru­hi­gen, dass Ver­kehr nicht über­hand nimmt?

Weil: Für uns wich­tig: Wir wol­len Sie nicht är­gern, son­dern et­was Gu­tes für die Stadt ma­chen. Prin­zi­pi­ell 2 Mög­lich­kei­ten zur Ver­kehrs­len­kung: (a) Stra­ßen­ver­kehrs­recht. (b) Ver­trag­li­che Ver­ein­ba­run­gen. Wir wer­den wohl bei­des in An­spruch neh­men um glaub­wür­dig zu ma­chen, dass kei­ne ent­spre­chen­den Be­las­tun­gen ent­ste­hen. Zu be­den­ken: Even­tu­ell so­gar Ist-Zu­stand durch Un­ter­su­chun­gen zu ver­bes­sern.

Fra­ge: Krons­berg öko­lo­gi­sche Sied­lung mit Be­lüf­tungs­an­la­gen etc. Jetzt mehr Ver­kehrs­be­las­tung? Kli­ma­schutz­rah­men­pro­gramm: Wie geht das da­mit? Grü­ne See­le lässt si­ch für Bil­lig­lohn­ar­beits­plät­ze ver­kau­fen.

Weil: Mön­ninghoff kann bes­ser über grü­ne See­le re­den. Aber: Stadt­na­her An­schluss ist un­ter glo­ba­len Schad­stoff­ge­sichts­punk­ten bes­ser.

Nach­hak: Die Kin­der fän­den stadt­fer­ne­ren Be­reich aber bes­ser. [Ap­plaus]

Mön­ninghoff: Luft­schad­stof­fe ver­tei­len si­ch sehr schnell. [Tu­mult] Lehr­te, Laat­zen, Hö­ver: Luft­schad­stof­fe von dort wür­den si­ch schnell ver­brei­ten. Ich blei­be da­bei: Stand­ort mit 2 ÖPNV-An­schlüs­sen hat un­ter Kli­ma­schutz­ge­sichts­punk­ten Rie­sen­vor­tei­le.

Weil: Schul­weg­si­che­rung: Kon­kre­te Ant­wort nö­tig.

Fra­ge: Was ist mit dem Mi­kro­kli­ma? Ent­wi­ckelt si­ch bis 2 Me­ter Hö­he. Hal­le hat 100.000 qm. Wird Käl­te oder Wär­me ab­strah­len. Wenn LKWs in Hal­le fah­ren, müs­sen sie rein- und raus­fah­ren. Wär­me­ent­wick­lung. Nah­erho­lungs­ge­biet. Hun­de­frei­lauf­flä­che. Kann doch gar nicht zu ver­nünf­ti­gen Kli­ma kom­men!

Mön­ninghoff: In­halt der Un­ter­su­chun­gen der nächs­ten drei Mo­na­te. Ex­per­ten sa­gen zu­nächst: Müss­te ge­hen.

Fra­ge: Gut­ach­ten. Mit den­sel­ben Leu­ten wie im­mer. Macht das Sinn?

Weil: Bo­de­mann hat ge­sagt, es sind han­no­ver­sche Un­ter­neh­men. Sind kei­ne Hof­gut­ach­ter.

Bo­de­mann: Un­ter­neh­men er­geb­nis­of­fen ge­sucht. Bit­te zu war­ten, bis Gut­ach­ten vor­lie­gen, kön­nen Sie si­ch selbst von über­zeu­gen.

Fra­ge: Bin Um­welt­schutz­gut­ach­ter-As­sis­ten­tin. Wie soll die Ab­schät­zung der Ver­kehrs­aus­wir­kun­gen lau­fen? 400 LKWs test­wei­se fah­ren las­sen?

Bo­de­mann: Wird be­rech­net. Pro­jekt ist nicht ein­zig­ar­tig in Deutsch­land. Er­geb­nis­se kön­nen fun­diert über­tra­gen wer­den.

[Weil sucht Fra­ge­stel­ler aus Pu­bli­kum am Rand des Saals]

Fra­ge: 24-Stun­den-Be­trieb?

Mön­ninghoff: In Hoch­zei­ten (vor Weih­nach­ten) 3-Schich­ten-Be­trieb. In Schwach­zei­ten 2-Schich­ten-Be­trieb.

Fra­ge: An­lie­ger vom Krons­berg. Flä­chen­nut­zungs­plan. Un­ten rechts [ge­meint ist: Öst­li­ch der Stadt­bahn­tras­se]: Vor­hal­tungs­flä­che für Wohn­be­bau­ung. Wird es wei­te­re Än­de­run­gen ge­ben? Aus­gleichs­flä­chen?

Mön­ninghoff: Teil von Aus­gleichs­maß­nah­men auf Ge­län­de selbst. Wird aber nicht voll­stän­dig ge­hen. Rats­er­gän­zungs­be­schluss be­auf­tragt Ver­wal­tung, wei­te­re Maß­nah­men im Nah­ge­biet zu un­ter­su­chen. Mög­lich­keit: Kat­ten­brook nach Os­ten er­wei­tern. The­ma der nächs­ten Mo­na­te.

Fra­ge: Vo­lu­men des Pro­jekts: Län­ge, Brei­te. Hö­he? Bit­te in Ge­schos­sen, nicht Me­tern.

Mön­ninghoff: Bis zu 14 Me­tern. [Pu­bli­kum: 5-ge­schos­sig!] Ent­spricht 4-ge­schos­sig. [Tu­mult]. Ge­län­de ist hü­ge­lig.

Fra­ge: Gut dass Ar­beits­plät­ze nach Han­no­ver kom­men. Aber ja fest­ge­legt auf Stand­ort. Gibt es Plan B für an­de­ren Stand­ort?

Weil: Wür­de ich ger­ne ma­chen, wenn ich Herr des Ver­fah­rens wä­re. Un­ter­neh­men ist aber fi­na­ler Ent­schei­der. Hat selbst Stand­ort­ana­ly­se ge­macht. Un­ter­neh­men hat si­ch schon für die­sen Stand­ort in Han­no­ver ent­schie­den. Stadt Han­no­ver kann kei­ne Vor­schrif­ten ma­chen. Un­ter­neh­men ist hoch­kom­pe­tent in Ver­tre­tung der ei­ge­nen In­ter­es­sen.

Nach­hak: Aber wir ha­ben doch Vor­tei­le!

Weil: Kein an­de­rer mit der­sel­ben ÖPNV-An­bin­dung.

Fra­ge: Ge­län­de wird ver­kauft. Nach­nut­zungs­plan? Au­ßer­dem: An-​/​Ablieferung in der Nacht, jetzt schon zu Mes­se­zei­ten. Wur­de das ge­prüft? [Ap­plaus]

Bo­de­mann: Wir ma­chen 24-Stun­den-Er­he­bun­gen und ad­die­ren den Lärm des Un­ter­neh­mens hin­zu. Die­se Ge­samt­lärm­sum­me wird dann ge­gen die recht­li­chen Vor­schrif­ten ab­ge­gli­chen.

Weil: Wir ha­ben no­ch nie ei­nem Un­ter­neh­men zu Be­ginn Vor­schrif­ten ge­macht, was sie am En­de ih­rer Prä­senz ma­chen sol­len. Aber: In­ter­net­han­del wird im­mer grö­ßer wer­den, Un­ter­neh­men tä­tigt ho­he In­ves­ti­ti­on, al­so star­ke Bin­dung.

Nach­hak: Lo­gis­tik kann man über­all ma­chen. Sie­he No­kia mit Bo­chum und Ru­mä­ni­en. Die Hal­le kann nach­her doch kei­ner mehr brau­chen!

Weil: Mit­tel­fris­ti­ge Per­spek­ti­ve (5-10 Jah­re) las­sen si­ch in Ver­trag schrei­ben. Ga­ran­tie über 50 Jah­re gibt’s nicht. Stand­or­te sind aber nicht be­lie­big ver­leg­bar, da Wa­re klein­tei­lig ist und in zu­ge­si­cher­ter Zeit beim Kun­den lan­den muss.

Fra­ge: Ganz vie­le Fra­gen Zu­nächst: Stand­ort. In öf­fent­li­cher Rats­sit­zung wur­de ge­sagt, Han­no­ver ha­be „zu­fäl­lig“ von Stand­ort­su­che ge­hört und dann Stand­ort raus­ge­sucht und an­ge­bo­ten. War das so?

Mön­ninghoff: Rich­tig. Mei­ne Auf­ga­be. [Ge­mur­mel: „Hat doch eben was an­de­res ge­sagt.“] Wirt­schafts­de­zer­nent muss Un­ter­neh­men nach Han­no­ver ho­len.

Weil: Steu­er­ein­nah­men kön­nen no­ch gar nicht pro­gnos­ti­ziert wer­den, Grund­stücks­kos­ten auch nicht. Uns geht es dar­um, für Men­schen in Han­no­ver ei­nen Ar­beits­platz an­zu­bie­ten, die son­st Pro­ble­me ha­ben. Wir ha­ben kei­ne fins­te­ren Ab­sich­ten.

Fra­ge: [an­de­re Fra­ge­stel­le­rin] Ver­nünf­ti­ge Be­zah­lung der An­ge­stell­ten. For­dern Sie Min­dest­lohn von dem Un­ter­neh­men? [Ap­plaus]

Weil: Kla­re Fra­ge, kla­re Ant­wort: Nein, kann ich nicht. Mög­lich­kei­ten der Stadt­ver­wal­tung sind be­grenzt.

Fra­ge: Wir woh­nen nah bei. Wir müs­sen auch al­le Ver­kehrs­mit­tel be­nut­zen. Schon heu­te zu Mes­se­zei­ten: Bis in Sei­ten­gas­sen ge­staut. Be­fürch­tung: Je­der Sprin­ter auf dem Schnell­weg ver­treibt ein Au­to in die üb­ri­gen Stra­ßen. Kann man über­haupt sa­gen, dass das al­les mög­li­ch ist? Zwei­tens: Wie wer­den die An­woh­ner wei­ter im Nor­den vor no­ch mehr Au­tos ge­schützt?

Bo­de­mann: Be­las­tung: Auf Mes­se­schnell­weg fah­ren heu­te in 24 Stun­den 60.000 Au­tos. Wir rech­nen mit 350-400 zu­sätz­li­chen Fahr­zeug­be­we­gun­gen. Wir rech­nen da­mit, dass die Stra­ßen­net­ze die zu­sätz­li­chen Ver­keh­re auf­neh­men kön­nen. Lie­fer­ver­keh­re auf Haupt­stra­ßen hal­ten mit Stra­ßen­ver­kehrs­recht, Ton­na­ge­be­gren­zun­gen und Pri­vat­recht-Ver­trä­gen mit Lo­gis­ti­ker. Mitarbeiter-​/​PKW-​Verkehr: Kos­ten­frei­es Mit­ar­bei­ter­par­ken.

Nach­hak: Woll­te ich gar nicht wis­sen. Was ist zu den Stoß­zei­ten? Die sind für die An­woh­ner ent­schei­dend, wenn da der Schnell­weg dicht ist, dann fah­ren die Au­tos durch die Wohn­ge­bie­te.

Bo­de­mann: Ver­kehrs­zäh­lung! Wir ma­chen kei­ne Glo­bal­be­trach­tun­gen, wir un­ter­su­chen Spit­zen­ver­keh­re. So­wohl im Nor­mal­ver­kehr als auch zu Mes­se­zei­ten.

Stadtbaurat Uwe Bodemann, Oberbürgermeister Stephan Weil, Wirtschafts- und Umweltdezernent Hans Mönninghoff

Stadt­bau­rat Uwe Bo­de­mann, Ober­bür­ger­meis­ter Ste­phan Weil, Wirt­schafts- und Um­welt­de­zer­nent Hans Mön­ninghoff

Fra­ge: Kom­mu­na­le Sub­ven­tio­nen?

Weil: Nein.

Fra­ge: Han­no­ver ist Bun­des­haupt­stadt des Lärms! [Ap­plaus] Soll wohl so blei­ben! [Ap­plaus] Kat­ten­brook ist kein Lärm­schutz­wall. Woh­ne seit 13 Jah­ren in Sied­lung Seel­hor­st, Lärm ist je­des Jahr schlim­mer ge­wor­den. Be­las­tung wird zu­neh­men. Was tun Sie, um die Be­woh­ner vor Lärm zu schüt­zen. Zwei­tens: Scha­de dass Han­no­ver nur ein Stand­ort ein­ge­fal­len ist. An­de­rer Lo­gis­ti­ker ha­ben auch an­de­re Stand­or­te nicht so nah an Wohn­ge­bie­ten ge­fun­den. Re­then, Pat­ten­sen, An­der­ten! Drit­tens: Ver­fah­ren un­ge­wöhn­li­ch. Rich­tig. Kom­mu­nal­wahl? War­um nicht vor­her! [Pu­bli­kum: „Bra­vo“, Ap­plaus]

Weil: Nicht je­der Städ­te­ver­gleich ist sinn­voll. Lärm­stu­die ist me­tho­di­scher Un­fug. Bit­te be­hal­ten Sie Mo­ti­va­ti­on im Au­ge: Wir wol­len kei­ne zu­sätz­li­chen Lärm­quel­len an­sie­deln, son­dern Ar­beits­plät­ze schaf­fen [Ver­ein­zel­ter Ap­plaus]. Al­ter­na­ti­ver Stand­ort: Wie schon ge­sagt: Der ein­zig denk­ba­re Platz für ein Pro­jekt die­ser Grö­ße. Zu­mal ÖPNV. Ein­fach Zu­fall und Glück.

Mön­ninghoff: An­de­re Lo­gis­ti­ker. Ab­lauf: Un­ter­neh­men sucht Stand­ort für gro­ße Hal­le, mög­lichst mit ÖPNV-An­schluss. Au­ßer­dem: Hal­le muss im Herbst ste­he. Nach un­se­ren sehr de­tail­lier­ten Un­ter­su­chun­gen gab es in Han­no­ver kei­nen an­de­ren pas­sen­den Stand­ort. Al­ter­na­ti­ve für Un­ter­neh­men wä­re Lü­ne­bur­ger Hei­de.

Weil: War­um er­st jetzt in­for­mie­ren? Wir hät­ten gern no­ch spä­ter, weil al­les no­ch so un­klar ist. Un­ter letz­ten 20 hät­te das al­les no­ch kei­nen Sinn ge­macht. Am liebs­ten hät­ten wir ge­habt, dass Ent­schei­dung für Han­no­ver schon ge­fal­len ist.

21:05 Uhr

Weil: Vor­schlag zum wei­te­ren Ver­fah­ren: Dis­kus­si­on bis halb zehn. Dann Ver­fah­ren, wie wir wei­te­re Fra­gen zur Kennt­nis be­kom­men.

Bo­de­mann: (zur vor­an­ge­gan­ge­nen Fra­ge) Wenn Lärm­schutz nicht passt, dann muss man ihn er­hö­hen.

Fra­ge: Und was ist mit Lärm in Krons­berg-Süd???

Bo­de­mann: Teil des wei­te­ren Ver­fah­rens. Wenn Lärm­schutz nö­tig ist, wird er ge­macht.

Fra­ge: Was ist mit Kat­ten­brook­s­trift? Wur­de nichts zu ge­sagt.

Weil: Ist Teil des Un­ter­su­chungs­pro­gram­mes. Wie auch Wülfel­er Stra­ße.

Fra­ge: Bin aus Mit­tel­feld. An­mer­kung: Kat­ten­brook ist als Park be­zeich­net wur­den. Aber doch ei­gent­li­ch als Ab­de­ckung von De­po­nie­ge­län­de?!? Ha­be eben von 2. Aus­le­gung bzw. Er­gän­zungs­an­trag ge­hört. Kommt doch aber er­st die er­s­te Aus­le­gung?!? Wei­ter­hin: Muss ein sol­ches Pro­jekt aus­ge­schrie­ben wer­den? Was ist ein „Dau­er­ar­beits­platz“? Gibt es Landes-​/​Bundes-​/​EU-​Fördermittel?

Mön­ninghoff: Un­se­res Wis­sens gibt es kei­ne För­der­mit­tel auf kei­ner Ebe­ne. De­po­nie­fra­ge: Kor­rekt, un­ter Kat­ten­brook liegt Müll­de­po­nie mit al­lem mög­li­chem Müll [Ge­mur­mel]. Ab­de­ckung wur­de als „Park“ be­zeich­net. Müs­sen wir uns nicht drum strei­ten.

Bo­de­mann: 21.10.-21.11. lie­gen Un­ter­la­gen in Stadt­bau­amt und Rat­haus Be­mero­de aus. Da­na­ch: Anregungen/​Bedenken/​Fragen schi­cken. Wird al­les in Ver­fah­ren auf­ge­nom­men. Prü­fen, ob An­fang des Jah­res wei­te­re Rats­be­fas­sung.

Mön­ninghoff: Zwei­te Aus­le­gung: Wir wer­ten al­le Ein­ga­ben aus. Dar­aus wird 2. Ver­si­on der Plä­ne. Wenn Ver­fah­ren wei­ter­geht, dann gibt es „zwei­te Run­de“ mit zwei­ter Aus­le­gung, evtl. im März. Dann müs­sen al­le no­ch of­fe­nen Fra­gen ge­klärt sein. Aus­schrei­bung: Da Pri­vat­wirt­schaft, kei­ne Aus­schrei­bung. Dau­er­ar­beits­platz: An­zahl Ar­beits­plät­ze, die über das gan­ze Jahr be­setzt sind.

Weil: Ar­beits­plät­ze sind so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig. Noch­mal: Un­ter­neh­men wird si­ch er­klä­ren müs­sen, wenn es denn nach Han­no­ver kommt.

Fra­ge: Wur­de Stand­ort von Fir­ma aus­ge­sucht oder vom Rat vor­ge­schla­gen?

Weil: Wie be­müht si­ch ei­ne Stadt­ver­wal­tung, Un­ter­neh­men an Han­no­ver zu bin­den. (1) War­ten, wer auf uns zu­kommt. (2) Oh­ren auf­sper­ren und hor­chen, wer Stand­or­te sucht.

Mön­ninghoff: [Wie­der­holt, dass Han­no­ver Un­ter­neh­men fin­den muss, da­mit es Ar­beits­plät­ze gibt]

Nach­hak: Es hieß aber, das Un­ter­neh­men hät­te den Stand­ort aus­ge­sucht?

Weil: Viel­leicht Miss­ver­ständ­nis. Wir ha­ben bei Un­ter­neh­men ver­schie­de­ne Stand­or­te ins Ge­spräch ge­bracht [?], Un­ter­neh­men hat si­ch dann für die­sen Stand­ort ent­schie­den.

Fra­ge: An­mer­kung: Ob In­ter­net­han­del wirk­li­ch im­mer bleibt, kann man nicht wirk­li­ch wis­sen. Fra­ge: 2. Aus­le­gung im März. Wann Bau­be­ginn? Was, wenn Gut­ach­ten ne­ga­tiv aus­fal­len.

Weil: Wenn Gut­ach­ten oder Be­völ­ke­rung da­ge­gen sind, dann wird’s nichts. Ver­fah­ren ist er­geb­nis­of­fen.

Fra­ge: Park den Krons­berg hoch­zie­hen fin­de ich gut. Muss aber ge­macht wer­den. Au­ßer­dem: Be­trie­be aus Re­gi­on sol­len an Rea­li­sie­rung des Bau­pro­jek­tes be­tei­ligt wer­den.

Weil: Ver­pflich­tung des In­ves­tors ist nicht durch­setz­bar.

Fra­ge: Grund­sätz­li­che Pla­nung des Ge­län­des wird über den Hau­fen ge­schmis­sen. Was ist mit Krons­berg und Ex­po­ge­län­de?

Bo­de­mann: Plan­recht für Grund­stück wür­de, wenn al­les gut geht, ge­än­dert in „Son­der­ge­biet Lo­gis­tik“. Wei­te­re Än­de­run­gen an Krons­berg­be­bau­ungs­plä­nen wür­de es erst­mal nicht ge­ben.

Nach­hak: Ge­misch­te Nut­zung wie mo­mem­tan ist dann nicht mehr mög­li­ch.

Bo­de­mann: In der Tat wür­den si­ch die Ge­wich­te ein we­nig ver­schie­ben.

Fra­ge: Ken­ne mi­ch mit Pla­nungs­recht nicht aus. Wenn ich rich­tig ver­stan­den ha­be, dann muss jetzt je­der, der Bauch­schmer­zen hat, schrift­li­ch in der jet­zi­gen Aus­le­gungs­pha­se das ver­laut­ba­ren. Son­st kön­nen die Ein­wän­de spä­ter nicht mehr be­rück­sich­tigt wer­den.

Weil: Ste­hen am An­fang ei­nes län­ge­ren Dis­kus­si­ons­pro­zes­ses. Wir wis­sen, dass es in Han­no­ver vie­le Men­schen gibt, die si­ch mit Bau­recht aus­ken­nen.

Fra­ge: Bin 30 Jah­re an Spit­ze ei­nes Groß­han­dels­ver­ban­des ge­we­sen. Hal­le 300*400 Me­ter ist Rie­sen­un­ter­neh­men. Herr Mön­ninghoffs 33 Pull­over war da – nied­li­ch. Wir re­den über Wa­ren­durch­gangs­wert von 3-4 Mrd. EUR pro Jahr. Es geht um Klein­tei­le. 300 LKWs? Zah­len sind viel zu nied­rig. Hier wer­den pro Tag Zehn­tau­sen­de Wa­ren­sen­dun­gen durch­gän­gig ge­macht. Dies ist wohl ers­tes La­ger die­ses Art die­ses An­bie­ters in Deutsch­land. Mein Er­fah­rungs­wert: Bei 8 von 10 von uns ge­plan­ten Zen­tren ha­ben wir die Ver­kehrs­men­ge un­ter­schätzt. Zum ei­nen ha­ben wir Wa­ren­men­gen zu nied­rig an­ge­setzt und die all­ge­mei­ne Zu­nah­me des Ver­kehrs in Städ­ten nicht an­ge­mes­sen be­rück­sich­tigt. Rea­li­sie­rungs­zeit­raum von nur ei­nem Jahr? Nor­mal wä­ren bei so ei­nem Pro­jekt ei­gent­li­ch 5 bis 10 Jah­re. Bin nicht da­ge­gen. Fra­ge aber, ob es der rich­ti­ge Stand­ort ist. Nä­he von Wohn­ge­bie­ten. ÖPNV-An­bin­dung ist si­cher gu­tes Ar­gu­ment, bei wei­tem aber nicht das ein­zi­ge. 1000 Ar­beits­plät­ze sind auch kein ex­trem wich­ti­ges Ar­gu­ment. Ha­be mit der Ge­schwin­dig­keit Bauch­schmer­zen.

Weil: Uns wä­re an­de­res Ver­fah­ren auch lie­ber. Sind jetzt aber in der Si­tua­ti­on.

Fra­ge: Rie­si­ger Flä­chen­ver­brauch. In­ef­fi­zi­en­te Art der Ar­beits­platz­be­schaf­fung. Ver­sieg­lung?! Was ist mit Gut­ach­ten, die da­mals für den Krons­berg er­stellt wur­den? War Vor­zei­ge­pro­jekt. Wi­der­sprü­che?

Mön­ninghoff: Al­les Ge­gen­stand der ak­tu­el­len Un­ter­su­chung. Auf Park­platz­flä­chen wird Was­ser wei­ter­hin ver­si­ckern. Hal­le kann nicht punk­tu­ell ver­si­ckert wer­den. Re­gen­was­ser­rück­hal­te­be­cken zu bau­en und dann di­rekt in Vor­flu­ter ab­ge­ben. Zen­tra­ler Punkt der Un­ter­su­chun­gen der nächs­ten drei Mo­na­te.

Weil: Mön­ninghoff war selbst an Krons­berg­ent­wick­lung maß­geb­li­ch be­tei­ligt.

Planskizze des Baugebietes, Kartengrundlage: OpenStreetMap

Dar­um geht es: Plan­skiz­ze des Bau­ge­bie­tes, Kar­ten­grund­la­ge: Open­Street­Map

Fra­ge: Ge­län­de steigt an. Wie ist da Lärm­schutz auf den hö­her­lie­gen­den Krons­ber­garea­len mög­li­ch?

Bo­de­mann: Ge­bäu­de wird teil­wei­se in Ein­schnitt ge­hen und teil­wei­se auf Damm lie­gen. Um­schlag wird im Ge­bäu­de rea­li­siert, so­dass da­von sehr we­nig Lärm aus­geht. Blei­ben Fahr­zeug­be­we­gun­gen. Könn­te so­gar sein, dass Lärm­schutz für hö­her lie­gen­de Sied­lung ein­fa­cher zu rea­li­sie­ren ist als wenn die Sied­lun­gen tie­fer lä­gen.

Fra­ge: An­zahl der Fahr­zeu­ge: 800 Au­tos: 30 Ki­lo­me­ter, Be­mero­de Süd bis Ha­meln. – Grund­stü­cke sind in Be­sitz der Stadt und der Mes­se? Nein, ge­hö­ren den Bür­gern der Stadt. [Kur­zer Ap­plaus] Die doch mal fra­gen. Ver­wal­tung ja nur ge­wählt ja nur von 50% der Bür­ger bei Kom­mu­nal­wahl – und von de­nen auch nur zu 50%.

Weil: Ver­wal­tung wird nicht ge­wählt. Wer bei Bür­ger­be­fra­gung ge­fragt wird, ist span­nends­te Fra­ge. Ei­ner­seits: An­lie­ger in der Nä­he. An­de­rer­seits: An­de­re. Die ha­ben auch In­ter­es­se. Wenn nun stadt­wei­te Be­fra­gung, ist Mehr­heit für das Pro­jekt si­cher. Al­so: Dis­kre­panz zwi­schen na­hen und fer­nen An­lie­gern. Mein An­lie­gen: So­lan­ge wie mög­li­ch ver­nünf­tig mit­ein­an­der spre­chen und zu schau­en, ob man zu ver­nünf­ti­gen Er­geb­nis­sen kommt. Mög­li­ches Er­geb­nis: Es gibt kei­ne ver­nünf­ti­gen Ant­wor­ten.

Fra­ge: In­ter­net­fo­rum?

Weil: Sie neh­men mir die Poin­te vor­weg.

Nach­hak: Be­zirks­rat Kirchrode/​Bemerode/​Wülferode war zu­nächst da­ge­gen. Ge­rüch­te, dass es für Zu­stim­mung Um­ge­hungs­stra­ße für Wülfe­ro­de ge­ge­ben hat? Ge­rüch­te, Ge­rüch­te…

Weil: Ist nix dran. Wir kön­nen nicht mal eben Um­ge­hungs­stra­ßen zu­sa­gen. In­ter­es­sen­ver­tre­ter vor Ort wa­ren sehr pro­blem­be­wusst. Mo­men­tan bit­ten wir nicht um Zu­stim­mung zum Vor­ha­ben, son­dern um Zu­stim­mung zur Er­öff­nung der Dis­kus­si­on. Das ist In­halt des Auf­stel­lungs­be­schlus­ses. Po­li­tik ist nicht im­mer so ver­dor­ben.

21:46 Uhr: Schluss­wort

Weil: Das war die letz­te Fra­ge. Das war Er­öff­nung ei­ner Dis­kus­si­on, nicht En­de. Wer­den In­ter­net­fo­rum ver­su­chen für Fra­gen und Ant­wor­ten. Kön­nen viel­leicht no­ch nicht für al­les Ant­wor­ten ge­ben. Dar­über hin­aus: Dis­kus­si­on mit Sied­ler­initia­ti­ve fort­set­zen. Au­ßer­dem: Wei­te­res Tref­fen im Dezember/​Januar. Bit­te an al­le Be­tei­lig­ten: Nicht zu leicht ma­chen. Ver­wal­tung soll kei­ne Fra­gen ab­bü­geln. Bit­te an Sie: Nut­zen ei­nes sol­chen Vor­ha­bens für Tei­le der Stadt­be­völ­ke­rung im Kopf ha­ben. Ha­be Abend als fair emp­fun­den, schon an­de­re Bür­ger­infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen er­lebt.

21:49 Uhr: En­de der Ver­an­stal­tung.


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2 Gedanken zu “Lo­gis­tik­zen­trum am Krons­berg, Bür­ger­infor­ma­ti­on, Pro­to­koll

  • Familie Leppin

    1. An­sied­lung ei­nes Ver­sand­han­dels­un­ter­neh­mens in un­se­rer Nach­bar­schaft
    2. Stel­lung­nah­me zu den ge­plan­ten Än­de­run­gen des Flä­chen­nut­zungs­pla­nes 1860
    3. Stel­lung­nah­me zum Be­bau­ungs­plan 1764 (Öst­li­ch der Welt­au­stel­lungs­al­lee mit Pla­nungs­ziel Son­der­b­au­flä­che Lo­gis­tik)

    Sehr ge­ehr­ter Herr Ober­bür­ger­meis­ter Weil, sehr ge­ehr­ter Herr Stadt­bau­rat Bo­de­mann, sehr ge­ehr­ter Herr Wirt­schafts­de­zer­nent Mön­ninghoff, sehr Mit­glie­der des Be­zirks­ra­tes Kir­ch­ro­de – Be­mero­de, sehr ge­ehr­te Da­men und Her­ren,

    wir möch­ten uns Ih­nen gern vor­stel­len, da­mit Sie wis­sen, wer wir sind und war­um wir die­se Stel­lung­nah­me Ih­nen ge­gen­über ab­ge­ben. Wir sind ei­ne Klein­fa­mi­lie (El­tern und un­ser Sohn Jo­han­nes 9 Jah­re), die seit 2005 in der Sied­lung Seel­hor­st in ei­ner Dop­pel­haus­hälf­te woh­nen. Wir ha­ben in der Sied­lung Seel­hor­st Ei­gen­tum er­wor­ben, weil wir vom Kon­zept der da­ma­li­gen Ni­LEG (jetzt Gag­fah) über­zeugt wa­ren und so­mit das Rich­ti­ge für un­se­re Fa­mi­lie zu tun. Das Pro­jekt konn­te mit der Ab­ga­be von Erb­pacht­grund­stü­cken der „Seel­hor­st-Sied­ler“ rea­li­siert und von der da­ma­li­gen Lan­des­ent­wick­lungs­ge­sell­schaft (Ni­LEG) als „Be­mero­der Gär­ten“ an­ge­prie­sen und ver­äu­ßert wer­den. Im Be­wußt­s­ein, dass die­ses Be­bau­ungs­ge­biet si­ch na­he der Mes­se Han­no­ver und in di­rek­ter Nä­he ei­ner re­na­tu­ra­li­sier­ten Haus­müll­de­po­nie (Ex­po 2000 – Pro­jekt) be­fin­det, ha­ben wir ein Grund­stück er­wor­ben, wel­ches die LH Han­no­ver auch mit ei­nem Kin­der­bau­land­bo­nus ge­för­dert hat. Die Wohn­qua­li­tät in un­se­rem Re­vier ist der­zeit als „gut – be­frie­di­gend“ ein­zu­stu­fen; lei­der be­ein­träch­tigt durch die vom Wind ab­hän­gi­ge Lärm­be­las­tung durch den Mes­se­schnell­weg. Ein Lärm­schutz­wall (nicht der Kat­ten­brook) ist teil­wei­se am Mes­se­schnell­weg vor­han­den, aber un­se­res Er­ach­tens nicht sehr ef­fek­tiv. Das soll­te auch ihr be­auf­trag­tes Gut­ach­ten als Er­geb­nis zei­gen. Ei­ne Lärm­schutz­wand ist nicht vor­han­den.

    Die LH Han­no­ver hat es im Sied­lungs­in­ter­es­se und der nach­fol­gen­den Ge­ne­ra­tio­nen ge­schafft, in die­sem Be­bau­ungs­ge­biet jun­ge Fa­mi­lie an­zu­sie­deln; un­se­re Stra­ße wur­de neu ge­baut, ein schö­ner und ge­pfleg­ter Spiel­platz wur­den an­ge­legt; in der Um­ge­bung gibt es ei­ne gu­te In­fra­struk­tur mit Su­per­märk­ten, Kin­der­gär­ten und Grund­schu­len.

    Nun hat die LH Han­no­ver ei­ne Chan­ce das wirt­schaft­li­che In­ter­es­se der Ge­mein­schaft wahr­zu­neh­men und ein Ver­sand­han­dels­un­ter­neh­men an­zu­sie­deln, dass Grund­stü­cke kauft, Ar­beits­plät­ze im Nied­rig­lohn­sek­tor schafft, und vor­aus­sicht­li­ch auch an­de­re Lo­gis­tik­un­ter­neh­men nach si­ch zie­hen wird. Die Rea­li­sie­rung die­ser Zie­le hat un­se­re volls­te Zu­stim­mung und Un­ter­stüt­zung.

    Ein Flä­chen­nut­zungs­plan be­rück­sich­tigt gem. Bau­ge­setz­buch, dass Ar­beits­plät­ze in die Nä­he von gu­ten in­fra­struk­tu­rel­len Er­schlie­ßun­gen ge­bracht wer­den; aber die Be­las­tung von Men­sch, Na­tur und Um­welt mög­lichst ver­mie­den oder ge­ring ge­hal­ten wird. Un­se­res Er­ach­tens dürf­te ih­nen die­ser Nach­weis in dem ge­plan­ten Ge­biet (öst­li­ch der Welt­aus­stel­lungs­al­lee) schwer fal­len. Zum Bei­spiel

    wi­der­spricht die Ab­hol­zung von Bäu­men auf den ent­sie­gel­ten Mes­se­park­plät­zen der heu­ti­gen Baum­schutz­sat­zung der LH Han­no­ver;
    müs­sen Aus­gleichs­flä­chen für die Ab­hol­zung von Bäu­men und die Ver­sie­ge­lung von Flä­chen nach­ge­wie­sen wer­den;
    das her­vor­ra­gen­de Re­gen­was­ser­ver­si­cke­rungs­kon­zept des Krons­bergs mit Mul­den- und Ri­go­len-Sys­tem lässt bei ei­ner Hal­le die­ser Di­men­si­on und der Bo­den­be­las­tung in Grund­stücks­nä­he nicht rea­li­sie­ren, ei­ne Re­gen­was­ser-Rück­hal­te­mög­lich­keit mit ei­nem Vo­lu­men von ge­plan­ten 2.750 kbm wird den Grund­was­ser­spie­gel er­heb­li­ch ne­ga­tiv be­ein­flus­sen;
    muss ein na­tur­schutz­fach­li­ches bzw. flo­ris­ti­sch-fau­nis­ti­sches Gut­ach­ten über al­le Jah­res­zei­ten (be­kann­te An­for­de­rung der Stadt­pla­nung) mit der Be­nen­nung der An­sied­lung von Pflan­zen und Tie­ren heu­te und die Aus­wir­kun­gen der An­sied­lung ei­nes Ver­sand­han­dels­un­ter­neh­mens in den ver­öf­fent­lich­ten Di­men­sio­nen an­ge­fer­tigt wer­den;
    tra­gen üb­lich­wei­se die Kos­ten der Be­gut­ach­tun­gen ge­ne­rell der An­trag­stel­ler für die not­wen­di­gen Än­de­run­gen im Flä­chen­nut­zungs- und Be­bau­ungs­plan – nach un­se­ren In­for­ma­tio­nen (Aus­sa­ge in der Bür­ger­ver­samm­lung) trägt die Kos­ten die LH Han­no­ver;
    ist zu be­fürch­ten, dass die Licht­ver­schmut­zung da­für sor­gen wird, dass ein Un­ter­neh­men die­ser Grö­ße und Be­triebs­art kei­ne Tie­re (ins­be­son­de­re nacht­ak­tiv) wie z.B. Vö­gel im grö­ße­ren Um­kreis zu fin­den sein wer­den;
    die über­di­men­sio­na­le nächt­li­che Be­leuch­tung den Schlaf von An­woh­ner im Um­kreis stö­ren wird;
    die ge­plan­te An­lie­fe­rung des Ver­sand­han­dels­un­ter­neh­mens über die Welt­aus­stel­lungs­al­lee pro Schicht vor­aus­sicht­li­ch bis zu 400 LKW er­for­dern wird; d.h. pro Mi­nu­te ein LKW er­heb­li­che Ab­gas- und Lärm­emis­sio­nen er­zeu­gen wird, wel­che die Ge­sund­heit (Lärmstress, Atem­weg­spro­ble­me) mei­ner Fa­mi­lie ge­fähr­den wird;
    zu­sätz­li­ch wer­den von den Mit­ar­bei­tern des Un­ter­neh­mens pro Schicht­wech­sel bis zu 1.000 PKW-Fahr­ten über die an­gren­zen­den Stra­ßen flie­ßen;
    ei­ne Hal­le mit die­sem Brut­to­raum­in­halt be­heizt, kli­ma­ti­siert und be­lüf­tet wer­den muss; die Emis­sio­nen der Hal­le über Dach­aus­läs­se je nach Wind­rich­tung für ei­ne zu­sätz­li­che Be­las­tung sor­gen wird;
    die­se CO2-Be­las­tun­gen ste­hen nicht im Ein­klang mit der Kli­ma-Al­li­anz 2020, wel­che die LH Han­no­ver bei Un­ter­neh­men und Bür­gern be­wirbt und um­set­zen möch­te;
    die Son­der­b­au­flä­che Lo­gis­tik liegt zwar au­ßer­halb der Um­welt­zo­ne, aber nur we­ni­ge Ki­lo­me­ter ent­fernt; d.h. die Luft­qua­li­tät in ganz Han­no­ver wird dar­un­ter lei­den;
    das Ver­kehrs­len­kungs­kon­zept wäh­rend der Mes­sen, ins­be­son­de­re wäh­rend der Maß­nah­men A und R be­hin­dert die An­lie­fe­rung des Ver­sand­han­dels­un­ter­neh­mens er­heb­li­ch, das kann nicht im In­ter­es­se des Un­ter­neh­mens lie­gen;
    der Schul­weg mei­nes Soh­nes und der an­de­ren Kin­der zur IGS Krons­berg und der an­de­ren um­lie­gen­den Grund­schu­len ge­fähr­det wird; hier tei­len wir die Mei­nung von OB Weil, der die Vor­la­ge von kon­kre­ten Lö­sun­gen hier­zu for­dert;
    der Ex­po 2000 – Leit­ge­dan­ke „Men­sch – Na­tur – Tech­nik“, in die­ser Rei­hen­fol­ge auch zu­künf­tig un­be­dingt Be­ach­tung fin­den soll­te;
    die LH Han­no­ver und ins­be­son­de­re die Wirt­schafts­för­de­rung kei­ne Flä­chen­al­ter­na­ti­ven an­bie­tet oder be­rück­sich­tigt;
    die als Ar­gu­ment vor­ge­brach­te ÖPNV-An­bin­dung auch an an­de­ren Stand­or­ten in Han­no­ver bzw. Um­kreis vor­han­den ist oder mit die­sen wirt­schaft­li­chen Aus­sich­ten rea­li­siert wer­den kann (An­sied­lung wei­te­rer Lo­gis­ti­ker);
    kann die An­sied­lung auch in der ge­werb­li­chen Re­ser­ve­flä­che „Schwar­ze Hei­de“ in Stö­cken oder in Mis­burg / An­der­ten (Hä­gen­str., Owie­den­feld­str.) er­fol­gen; die bau­ord­nungs­recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen lie­gen dort heu­te schon vor;
    die In­ter­es­sen von 20.000 An­woh­nern im Um­kreis na­tür­li­ch Be­rück­sich­ti­gung fin­den müs­sen, da­mit kei­ne „Böhringer“-Situation ge­schaf­fen wird;
    das Mi­kro­kli­ma in un­se­rem Um­ge­bung durch die Hal­len­wän­de und -dach, so­wie durch den Be­trieb von Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen er­heb­li­ch be­ein­flusst wird, ;
    der Wert un­se­res Grund­stü­ckes und Im­mo­bi­lie in Zei­ten von Über­schul­dung, Staats­bank­rot­ten und er­war­te­ter In­fla­ti­on sin­ken wird;
    die ge­schaf­fe­ne Ar­beits­plät­ze über­wie­gend Zeit­ar­beits­plät­ze sein wer­den (sie­he ARD – Sen­dung „Re­port“ vom 27.10.), die den Er­werbs­tä­ti­gen kei­ne fi­nan­zi­el­le Si­cher­heit brin­gen wird und
    die So­zi­al­ver­si­che­rungs­pflicht der Ar­beits­plät­ze teil­wei­se be­zwei­felt wer­den kann.

    Wir er­war­ten von Ih­nen, dass Sie ih­rer po­li­ti­sch-ge­sell­schaft­li­chen Ver­ant­wor­tung ge­recht wer­den und die in § 1 Bau­GB de­fi­nier­ten Auf­ga­ben und Grund­sät­ze ern­st neh­men, ab­wä­gen und ei­ne ver­nünf­ti­ge und für al­le Be­tei­lig­ten nach­voll­zieh­ba­re Ent­schei­dung tref­fen. Wir wer­den die Ver­wal­tungs­ver­fah­ren und die not­wen­di­gen Be­gut­ach­tun­gen ver­fol­gen und im Zwei­fels­fall be­strei­ten.

    Wir er­in­nern an die Vor­schrif­ten des § 1a des Bau­ge­setz­bu­ches, die sie na­tür­li­ch in ih­rer Pla­nung be­ach­ten und im Zwei­fels­fall zu­guns­ten der be­trof­fe­nen An­woh­ner aus­le­gen. Ins­be­son­de­re möch­ten wir im In­ter­es­se al­ler An­woh­ner im Dia­log mit Ih­nen auf den fol­gen­de Ab­satz aus § 1a Abs. 2 Bau­GB hin­wei­sen:

    (2) Mit Grund und Bo­den soll spar­sam und scho­nend um­ge­gan­gen wer­den; da­bei sind zur Ver­rin­ge­rung der zu­sätz­li­chen In­an­spruch­nah­me von Flä­chen für bau­li­che Nut­zun­gen die Mög­lich­kei­ten der Ent­wick­lung der Ge­mein­de ins­be­son­de­re durch Wie­der­nutz­bar­ma­chung von Flä­chen, Nach­ver­dich­tung und an­de­re Maß­nah­men zur In­nen­ent­wick­lung zu nut­zen so­wie Bo­den­ver­sie­ge­lun­gen auf das not­wen­di­ge Maß zu be­gren­zen.

    Den For­de­run­gen der Sied­ler­ge­mein­schaft Han­no­ver-Seel­hor­st e.V. schlie­ßen wir uns aus­nahms­los an.

    Mit freund­li­chen Grü­ßen aus der Nach­bar­schaft