Aktion „Pfundschwund” (IV): Ulrich Strunz, Metabolic Power und ich 3


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Genau zwei Wochen ist es jetzt her, dass ich mei­ne Akti­on „Pfund­schwund” gestar­tet habe. Mein Leit­fa­den dabei ist das Buch „Die neue Diät. Schlank und fit durch Meta­bo­lic Power” von Claus Strunz. Grund­idee der dort beschrie­be­nen Abnehm­me­tho­de ist die mas­si­ve Reduk­ti­on von Koh­len­hy­dra­ten in der Nah­rung. In Pha­se I bedeu­tet das, so gut wie gar kei­ne Koh­len­hy­dra­te zu essen und damit den Kör­per zu zwin­gen, den Ener­gie­be­darf mit den ein­ge­la­ger­ten Fett­re­ser­ven zu decken.

Diät- und Rezeptebuch: Das ist die Anleitung

Diät- und Rezeptebuch: Das ist die Anlei­tung

Bei mei­nem letz­ten Bericht vor gut einer Woche war ich mit­ten in Pha­se I und gera­de über den Punkt hin­weg, an dem die­se Fett­ver­bren­nung anfängt, bes­ser zu funk­tio­nie­ren. Trotz übers Wochen­en­de unver­än­der­ter Nah­rungs­ge­stal­tung (ein Salat am Tag, zwei bis drei Wal­nüs­se am Abend, dazu vier­mal Eiweiß­drinks, Lein­sa­men und Kla­re Brü­he satt) war mei­ne Gesamt­ver­fas­sung plötz­lich deut­lich bes­ser, ich konn­te wie­der län­ge­re Stre­cken Fahr­rad fah­ren und über­haupt habe ich lang­sam ange­fan­gen, mich wohl­zu­füh­len.

Trotz­dem habe ich mich am Mon­tag ent­schlos­sen, die har­te Koh­len­hy­drat­frei­heit und Schmal­hans­kü­che zu been­den. Bis hier­hin war das alles gut gelau­fen, aber ich woll­te mei­ne Wil­lens­kraft nicht unnö­tig auf die Pro­be stel­len. Die nächs­ten zwei Tage habe ich also ganz „nor­mal” Mit­tag geges­sen und spä­tes­tens als am Diens­tag Gyros mit Pom­mes auf dem Spei­se­plan stand, hät­ten wohl gleich meh­re­re Kol­le­gen kei­nen Pfif­fer­ling mehr auf mei­ne schlan­ke Linie gesetzt.

Aller­dings war die Umstel­lung des Spei­se­plans nicht die ein­zi­ge Ände­rung in Woche 2. Das zwei­te wich­ti­ge Stand­bein von Strunz’ Diät­pro­gramm heißt: „Sport”. Neben Aus­dau­er­trai­ning soll vor allem Kraft­trai­ning die Mus­keln stär­ken. Grö­ße­re Mus­keln haben höhe­ren Ener­gie­be­darf und ver­bren­nen des­halb schon grund­sätz­lich mehr Fett, was wie­der­um die dar­aus bestehen­den Pöls­ter­chen schrump­fen lässt. Strunz schlägt hier­zu ein Zir­kel­trai­ning vor, das in neun Übun­gen mit jeweils zwei Schwie­rig­keits­gra­den die wich­ti­gen Mus­kel­par­ti­en gezielt trai­niert. Das schö­ne dar­an ist, dass die­ser Zir­kel nur mit sehr wenig Hilfs­mit­teln durch­ge­führt wer­den kann. Dank Inter­net­ver­sand war in inner­halb von zwei Tagen stol­zer Besit­zer von zwei 1,5-kg-Hanteln sowie einem Latex-Übungs­band.

Sportwerkzeug: Hanteln und Latexband

Sport­werk­zeug: Han­teln und Latex­band

So mache ich denn nun seit einer Woche täg­lich eine Stun­de Früh­sport: 15 Minu­ten auf­wär­men, zwei Run­den jeweils einen hal­ben Zir­kel (täg­lich abwech­selnd), dann noch das fina­le Mus­kel­deh­nen. Ange­fan­gen habe ich mit den jeweils leich­ten Übun­gen (den soge­nann­ten „Weck­zir­kel”) und 60 Sekun­den pro Übung und Run­de. Mitt­ler­wei­le stel­le ich die Übun­gen bereits auf 90 Sekun­den um und im lau­fe der nächs­ten Woche wer­de ich wohl bei den ers­ten Übun­gen auf die höhe­re Schwie­rig­keits­stu­fe (das ist dann der „Könnerzir­kel”) wech­seln.

Beim Aus­dau­er­trai­ning hat Dr. Strunz einen kla­ren Favo­ri­ten: „Nor­dic Wal­king”. Da ich es aller­dings aus­ge­spro­chen affig fin­de, mit zwei über­di­men­sio­nier­ten Wan­der­stö­cken durch die Gegend zu lat­schen, blei­be ich bei mei­ner ange­stamm­ten Aus­dau­er­be­tä­ti­gung: Rad­fah­ren. Das ist zwar nicht so effek­tiv wie Lau­fen, aber es macht mir wesent­lich mehr Spaß. Und ich kann es als Weg von der Arbeit nach Hau­se pro­blem­los in mei­nen Tages­ab­lauf ein­bau­en, indem ich einen geeig­ne­ten Umweg fah­re – was ich seit über zwei Jah­ren ja auch schon regel­mä­ßig mache.

Der Mühen Lohn lässt sich an der Waa­ge able­sen. Mit­tels klei­nem Aus­wer­tungs­pro­gramm kann ich hier zei­gen, wie mei­ne Gewichts­ent­wick­lung der letz­ten drei Wochen sich dar­stellt. Dabei sind die klei­nen Punk­te das dank Ikea-Bil­lig­waa­ge jeweils auf gan­ze Kilo­gramm gerun­de­te gemes­se­ne Gewicht mor­gens nach dem Duschen (und damit auch auch nach dem Früh­sport) aber vor dem Essen (bzw. dem Eiweiß­drink). Die rote Linie ist der vom Pro­gramm errech­ne­te Gewichts­trend, der das Gewicht über einen län­ge­ren Zeit­raum mit­telt. Ich bezie­he mich im Fol­gen­den immer auf das tat­säch­lich gemes­se­ne Gewicht:

Die Pfunde verschwinden: Protokoll einer Diät

Die Pfun­de ver­schwin­den: Pro­to­koll einer Diät

  • Die ers­te Woche liegt vor der Diät: Das Gewicht liegt rela­tiv sta­bil bei knapp 88 kg. Bei mei­ner Kör­per­grö­ße ist das die Ober­kan­te des Gewichts­be­rei­ches, der noch als „Über­ge­wicht” gilt. Aber davon will ich ja weg!
  • Dann die Woche ohne Koh­len­hy­dra­te. Die Pfun­de pur­zeln nur so. Am Mon­tag mor­gen bleibt der Zei­ger der Waa­ge bei 81 kg hän­gen. Das sind erstaun­li­che 7 kg weni­ger in einer Woche.
  • In den fol­gen­den zwei Tagen geht das Gewicht wie­der um 2 kg nach oben auf dann 83 kg. Das waren die Tage, in denen ich etwas ban­ge her­aus­fin­den woll­te, wie weit das Gewicht nun bei gelo­cker­tem Ernäh­rungs­sys­tem wie­der anzieht.
  • Mitt­woch war dann der erneu­te Wen­de­tag: Trotz abend­li­chem Ver­zehr von Schwei­ne­schnit­zel mit Brat­kar­tof­feln blieb das Gewicht am Don­ners­tag bei 83 kg und ging seit­her wie­der kon­ti­nu­ier­lich nach unten.
  • Der gest­ri­ge Sonn­tag war dann der Tag, an dem ich erst­mals weni­ger wog als unmit­tel­bar nach dem anfäng­li­chen Radi­kal­pro­gramm. Mit gut 80 kg bin ich ganz kurz davor, der „8” am Anfang der Gewichts­zahl Lebe­wohl zu sagen. Das Kon­zept ist ganz offen­sicht­lich erfolg­reich.

In den Kom­men­ta­ren zu Teil III mei­ner Abnehm-Blog­ein­trä­ge wur­de mehr­fach ange­zwei­felt, ob das denn „gesund sein” kön­ne, was ich hier ver­an­stal­te. 7 kg Gewichts­ver­lust in einer Woche ist sicher­lich sehr viel, aber bei einem gesun­den erwach­se­nen – und zumal über­ge­wich­ti­gen – Men­schen nicht per se bedenk­lich(*). Das ent­schei­den­de ist, dass die Grund­ver­sor­gung des Kör­pers so gewähr­leis­tet bleibt, dass er wei­ter­hin aus­rei­chend Koh­len­hy­dra­te für die inter­nen Ener­gie­spei­cher und die Ver­sor­gung des Gehirns pro­du­zie­ren kann. Genau das leis­ten die besag­ten Eiweiß­drinks, die des­halb aber auch sehr wich­tig sind. Ansons­ten zitier­te mei­ne Kol­le­gin einen Dia­log ihres Freun­des mit sei­nem Arzt, bevor er eben­falls nach dem hier beschrie­be­nen Sys­tem eine Diät anfing: „Herr Dok­tor, ich will abneh­men” – „Das ist gut!” – „Muss ich auf irgend­was ach­ten?” – „Nein, viel Erfolg!” – „Aber kann das nicht gefähr­lich wer­den?” – „Nein, neh­men Sie ab. Es wird Ihnen gut tun.”

Wichtiges Hilfsmittel: Waage. Leider etwas unpräzise

Wich­ti­ges Hilfs­mit­tel: Waa­ge. Lei­der etwas unprä­zi­se

Mas­siv geän­dert hat sich mein Abend­essen. Ich ver­zich­te wei­ter­hin kon­se­quent auf Brot oder Bröt­chen. Statt­des­sen mache ich mir Gemü­se­pfan­nen oder auch mal ein Puten­burst­fi­let, zum Bei­spiel mit Blu­men­kohl. Auch Eier oder vie­le Käse­sor­ten sind erlaubt, was das Essen schmack­haft und abwechs­lungs­reich macht. Ich gehe dabei gar nicht so sehr nach den Rezep­ten in den Koch­bü­chern, son­dern stel­le mir ein­fach die Sachen zusam­men, die ich sowie­so schon mag. Selbst gekocht bzw. gebra­ten schme­cken die dann gleich noch­mal so gut.

Rührei mit Frischkäse und Tomaten: So lecker kann Abnehmen sein

Rühr­ei mit Frisch­kä­se und Toma­ten: So lecker kann Abneh­men sein

Ich habe damit jetzt einen Modus gefun­den, mit dem ich in den nächs­ten Wochen ein­fach nach und nach wei­ter abneh­men will. Mein momen­ta­nes Ziel sind 1 – 2 kg pro Woche und zumin­dest nach aktu­el­lem Stand scheint mir das rea­lis­tisch. Dem klei­nen Gewichts­auf­zeich­nungs­pro­gramm habe ich als Ziel­ge­wicht „72 kg” ein­ge­ge­ben. Es errech­net mir dar­auf­hin den Ter­min, an dem die­ses Gewicht erreicht ist, wenn ich im sel­ben Stil wei­ter abneh­me wie bis­her. Am 27. Febru­ar sei es soweit – lei­der fehlt eine Anga­be der Uhr­zeit…

Alles in allem muss ich sagen bin ich mit mei­ner Diät bis­lang außer­or­dent­lich zufrie­den. Ich habe ordent­lich Pfun­de ver­lo­ren, lebe mit Sicher­heit gesün­der, trei­be Sport und füh­le mich wohl! Ich gehe nicht skla­visch nach dem Diät­buch vor, son­dern vari­ie­re zum Bei­spiel die Rezep­te und gön­ne mir auch ein paar Frei­hei­ten, die der rei­nen Leh­re sicher­lich nicht unbe­dingt ent­spre­chen. Aber: Ich habe Erfolg. Bis­lang kann ich sagen: Abneh­men ist gar nicht so schwer, wenn man es rich­tig anstellt und es wirk­lich will!

Dar­auf ein Schnit­zel!

(*) Hin­weis: Ich bin medi­zi­ni­scher Laie. Wer es genau wis­sen will oder Rat sucht, fragt bit­te einen Arzt.

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3 Gedanken zu “Aktion „Pfundschwund” (IV): Ulrich Strunz, Metabolic Power und ich

  • Andreas

    Hal­lo,

    bin auch gera­de dabei die Meta­bo­lic Power Sache aus­zu­pro­bie­ren, von der Theo­rie her macht es abso­lut Sinn. Das aus­schlag­ge­ben­de für mich war, dass Strunz gleich am Anfang des Buches auf das Hun­ge­rast Pro­blem bei Aus­dau­er­sport­lern ein­geht.

    Aller­dings heißt er nicht Claus son­dern Ulrich … 😉

  • Uli

    Hal­lo !
    Ich habe auch gra­de mit die­ser Diät ange­fan­gen, (Tag 2, minus 1 kg, -1 % Kör­per­fett)…
    Mich wür­de inter­es­sie­ren, wie es dir jetzt mitt­ler­wei­le ergan­gen ist. machst du noch Sport? Hältst du dein Gewicht, konn­test du die Low Carb Ernäh­rung in dei­nem All­tag eta­blie­ren?

    Ist ja doch schon ein paar Mona­te her bei dir.

    Mir gehts noch gut, die Eiweiß Shakes ret­ten mich über den Tag. Die Sala­te schme­cken mir Super, aber da ich bis­her Koh­le­hy­drat Freak war und mir ein Leben ohne Piz­za und Pas­ta nicht vor­stel­len kann, hab ich Zwei­fel, wie lan­ge ich das durch­hal­te.