Aktion „Pfundschwund” (III): Hochs und Tiefs 6


Bis­her erschie­nen: Teil 1Teil 2

Mitt­ler­wei­le bin ich im sechs­ten Tag mei­nes Abnehm­pro­gram­mes. Mit einer klit­ze­klei­nen Aus­nah­me bin ich bis­her eisern geblie­ben und die Pfun­de schwin­den tat­säch­lich: Gut 5 Kilo sind mitt­ler­wei­le weg, das Bäuch­lein wird sicht­lich klei­ner und die ers­ten Hosen merk­lich „grö­ßer”. Aber es bleibt dabei: Ein Spa­zier­gang ist es nicht. Bevor ich ange­fan­gen hat­te, habe ich häu­fi­ger gehört: „Die ers­ten zwei Tage sind die schlimms­ten.” Die ers­ten zwei Tage waren nicht toll, aber danach fing der Spaß erst rich­tig an…

Am Mitt­woch hat sich die übli­che „Hunger”-Attacke vom frü­hen auf den spä­ten Nach­mit­tag ver­scho­ben. Auch die in die­sem Fal­le anzu­wen­den­de Gemü­se­brü­he half nicht wirk­lich über die­sen Zustand hin­weg. Beim wöchent­li­chen Spie­le­abend – dem ers­ten „soci­al event” mei­ner Diät­pha­se – war ich des­halb ziem­lich abwe­send und habe mir den übli­chen Knei­pen­be­such im Anschluss an die Spie­lerun­de geschenkt.

Klare Gemüsebrühe gegen den Hunger: Hilft begrenzt

Kla­re Gemü­se­brü­he gegen den Hun­ger: Hilft begrenzt

Noch schlim­mer war aber der Don­ners­tag. Schon mor­gens unter der Dusche fühl­te ich mich nicht gut und das all­ge­mei­ne Leis­tungs­tief zog sich durch den gan­zen Tag. Ich habe mich mehr­fach gefragt: „War­um machst du das hier eigent­lich?” und war drei­mal kurz vorm Abbre­chen. „Geret­tet” hat mich wohl, dass dies der ers­te Tag war, an dem ich wirk­lich gemerkt habe, dass ich weni­ger wie­ge als in den gan­zen letz­ten fünf Jah­ren. Also habe ich durch­ge­hal­ten und bin nach dem Abend­essen und dem letz­ten Eiweiß­sha­ke des Tages sogar ohne Hun­ger­ge­fühl – aber mit düs­te­ren Vor­ah­nun­gen bezüg­lich der nächs­ten Tage – ins Bett gegan­gen.

Abendessen: Kein Symbolfoto!

Abend­essen: Kein Sym­bol­fo­to!

Die Vor­ah­nun­gen soll­ten sich jedoch nicht bestä­ti­gen. Am Frei­tag ent­wi­ckel­te sich am Nach­mit­tag eine Art eupho­ri­sche Hoch­stim­mung, die mir (und mei­nen Kol­le­gen) gera­de­zu unheim­lich wur­de. Jeden­falls ging es mir – bei ansons­ten glei­cher Nah­rungs­auf­nah­me – plötz­lich rich­tig gut und ich war pro­duk­tiv beim Pro­gram­mie­ren, alles war pri­ma. Ich weiß nicht, wor­an das gele­gen haben mag: Ich hat­te auf Anra­ten mei­ner Kol­le­gin, die die­se Diät bereits letz­tes Jahr durch­ge­zo­gen hat, die Eiweiß­pul­ver­ra­tio­nen etwas erhöht und der mit­täg­li­che Salat war umfang­rei­cher als an den Vor­ta­gen aus­ge­fal­len. Ansons­ten hat­te ich aber nichts geän­dert. <murmel>Muss-was-mit-den-Hormonen-sein</murmel>

Von der Hoch­stim­mung des Tages getra­gen habe ich mich dann zum ers­ten Mal die­se Woche an mei­ne „Run­de” getraut: Heim­weg nicht direkt, son­dern in gro­ßem Bogen über Masch­see und Eilen­rie­de: Statt 2,5 km etwa 16 km Fahr­rad. Einer­seits eine gute Idee, weil Sport, wie hier ja auch in den Kom­men­ta­ren emp­foh­len, wich­tig ist. Ande­rer­seits aber in der Aus­füh­rung man­gel­haft, weil ich mich leicht­sin­ni­ger­wei­se ent­schie­den hat­te, den drit­ten Eiweiß­drink des Tages erst nach der Fahrt zu Hau­se zu trin­ken.

Es kam, wie es kom­men muss­te: Nach etwa zwei Drit­teln der Stre­cke war der Ener­gie­spei­cher in den Mus­keln leer und dank des diät­be­ding­ten (gewoll­ten) Koh­le­hy­drat­man­gels kam der Kör­per in Bedräng­nis. Mit den siche­ren Sym­pto­men einer begin­nen­den Unter­zu­cke­rung habe ich dann erst­mal ange­hal­ten und zu mei­nem „Not­fall­pa­ket” gegrif­fen, das ich genau für die­sen Fall seit Anfang der Diät immer bei mir füh­re: Ein klei­nes Trau­ben­zu­cker­plätt­chen hat für ein paar Koh­le­hy­dra­te außer der Rei­he gesorgt und bin­nen Minu­ten die Situa­ti­on wie­der nor­ma­li­siert. Für Nach­ah­mer kann ich sowas nur sehr emp­feh­len, denn eine laten­te Gefahr der Unter­zu­cke­rung besteht bei die­ser Art der Ernäh­rungs­um­stel­lung durch­aus. Die Eiweiß­drinks sol­len zwar genau das ver­hin­dern – und im Nor­mal­fall machen sie das auch – aber bei plötz­li­chen unvor­her­ge­se­he­nen Belas­tun­gen oder Unre­gel­mä­ßig­kei­ten bei der Ein­nah­me kann der Kör­per an sei­ne Gren­zen kom­men. So muss­te ich denn an die­ser Stel­le von mei­ner strikt koh­le­hy­drat­ar­men Ernäh­rung abwei­chen, aber in sol­chen Fäl­len ist es bes­ser, sich selbst mit ein wenig kon­zen­trier­tem Zucker wie­der zu sta­bi­li­sie­ren, als ein­fach kom­men­tar­los umzu­kip­pen. Das ist näm­lich die Alter­na­ti­ve.(*)

Sollte man dabei haben: Kohlenhydrat-Notreserve

Soll­te man dabei haben: Koh­len­hy­drat-Not­re­ser­ve

Nun ist Sams­tag. End­lich mal aus­ge­schla­fen geht’s jetzt gleich zum Ein­kau­fen. Das Wochen­en­de über gibt’s auf jeden Fall noch „Salat & Shakes”, und mitt­ler­wei­le bin ich auch sehr sicher, dass ich die­se „Pha­se I” mei­nes Diät­pla­nes noch in die nächs­te Woche hin­ein­tra­ge wer­de. Irgend­wann gibt’s dann die Umstel­lung auf „Pha­se II”: Wie­der mehr zu essen, dafür aber auch mehr Sport zum Mus­kel­auf­bau. Die Suche nach einem Fit­ness­stu­dio habe ich schon begon­nen. Stay tun­ed…

(*) Hin­weis: Ich bin medi­zi­ni­scher Laie. Wer es genau wis­sen will oder Rat sucht, fragt bit­te einen Arzt.

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6 Gedanken zu “Aktion „Pfundschwund” (III): Hochs und Tiefs

  • Zarquod

    Ich muss Tobi­as bei­pflich­ten, das klingt alles über­haupt nicht gesund. Und vor allem ziem­lich unmög­lich.

    Du schreibst ein­gangs, dass du bin­nen sechs Tagen 5 kg Kör­per­mas­se ver­lo­ren hast. Nun ist es so, dass ein Kilo­gramm Fett­ge­we­be etwa 7000 kcal ent­spricht, die dar­in gespei­chert sind. Wären die 5 kg also abge­bau­tes Kör­per­fett, ent­sprä­che das ca. 35.000 kcal. Dafür hät­test du in den sechs Tagen über 5.800 kcal ver­bren­nen müs­sen, pro Tag. Wenn du nicht gera­de Leis­tungs­sport betreibst, ist das prak­tisch völ­lig unmög­lich. Das ist weit mehr als das Dop­pel­te dei­nes Grund­um­sat­zes.

    Kurz gesagt, da stimmt was nicht. Rui­nier dir nicht dei­ne Gesund­heit.

  • uli-e

    Hi Dirk,

    wei­ter­hin viel Erfolg durch­hal­ten, dein Kör­per wird es dir dan­ken.

    Tipps und Rat­schlä­ge hast du auf dei­nem Weg sicher schon eini­ge bekom­men, hier mein Rat­SCHLAG auch wenn der Grund mei­ner 0-Diä­ten wo ande­res zu suchen ist:

    Man fut­tert schon so man­ch­nes Zeug, das lagert sich ab, den­ke es scha­det dir nicht die sog. Gif­te abzu­lei­ten. Heik­les The­ma Stuhl­gang, ggf. vor­sich­tig abfüh­ren Floh­sa­men, je nach­dem was dir liegt. Selbst wenn man ne Woche nichts isst zeigt der Darm trotz­dem das er noch Inhalt hat.

    Viel trin­ken, Was­ser, wenn du ein eso­the­ri­schen Ansatz hast, levi­tier­tes Was­ser macht zwar am Anfang Pickel und Kopf lässt aber nach wenn der „Dreck raus ist”.

    Wenn du es hin­ter dir hast, was du dir als Ziel gesetzt hast, schreibst du ‚Sport machen’, das Herz wird sich freu­en; lang­sam anfan­gen den Kör­per ent­schei­den las­sen, lie­ber wenig und regel­mäs­sig als sich über­for­dern.

    Sau­nie­ren, auch nicht schlecht.

    Ich wünsch dir alles Gute
    Uli aus Göt­tin­gen

    • uli-e

      P.S.: Ganz ver­ges­sen, selbst wenn man mal zwi­schen­durch schlapp macht, sün­digt, sich ein Stück Piz­za vom Tisch­nach­barn nimmt: Sich ver­zeiehn und wei­ter­ma­chen.

  • Tobias

    Sor­ry, aber für mich klingt das alles weder gut, noch gesund (noch sinn­voll). Mei­ner Mei­nung nach ist die bes­te Mög­lich­keit immer noch, ein­fach etwas weni­ger zu essen, und zwar über län­ge­re Zeit. Funk­tio­niert bei mir wun­der­bar. Ich las­se dann z.B. ein­fach ein Wurst­brot beim Abend­essen weg, und nach 1 – 3 Wochen ist 1kg weni­ger auf der Waa­ge.
    Dabei habe ich kein biss­chen mit Hun­ger­at­ta­cken, Kreis­lauf­pro­ble­men oder sons­ti­gem Quatsch zu kämp­fen, son­dern kann ganz nor­mal leben und arbei­ten.
    Klar, es dau­ert län­ger, aber war­um ist das ein Pro­blem?
    (Und ich bin mir auch ziem­lich sicher, dass der Jojo-Effekt dabei nicht oder viel weni­ger stark auf­tritt.)