Aa­ron, die Pi­ra­ten, der Iran und das Atom (1) – Ei­ne Ant­wort an Aa­ron 12


Lie­ber Aa­ron,

in dei­nem Blog­post „Zum Jah­res­tag der ira­ni­schen Dik­ta­tur“ be­schäf­tigst du dich mit dem Iran und sei­nen ak­tu­el­len Plä­nen zur Uran­an­rei­che­rung. Du be­schreibst die Ge­fahr, dass da­mit in letz­ter Kon­se­quenz der Iran in die Pro­duk­ti­on und den Be­sitz ato­ma­rer Waf­fen ein­stei­gen könn­te. Dies hältst du zu ver­hin­dern für nö­tig, und zwar auch sehr mas­siv:

Auch wenn ich nor­ma­ler­wei­se Krieg für kein ge­eig­ne­tes Mit­tel der Po­li­tik hal­te: dies ist ei­ner der sel­te­nen Fäl­le, in de­nen der ge­ziel­te Ein­satz mi­li­tä­ri­scher Mit­tel, näm­lich die Zer­stö­rung der ira­ni­schen Nu­kle­ar­an­la­gen, ei­nen weit grö­ße­ren Scha­den ver­mei­den könn­te.

Ich kann dein Rä­so­nie­ren nach­voll­zie­hen. Du zählst selbst ei­ni­ge Grün­de auf, war­um man ge­gen­über der ira­ni­schen Re­gie­rung und ih­rem Han­deln sehr miss­trau­isch sein muss:

Die ira­ni­schen Macht­ha­ber la­chen nur über die „Appeasement“-Politiker des Wes­tens und ar­bei­ten wei­ter in al­ler See­len­ru­he an ih­rer Atom­bom­be. […] Prä­si­dent Ah­me­di­ned­schad hat er­klärt, man wol­le das „Re­gime, das Je­ru­sa­lem be­setzt hält“ […] aus „den Ge­schichts­bü­cher til­gen“. Die ira­ni­sche Re­gie­rung för­dert Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen wie die Ha­mas und die His­bol­lah. Sie kennt kei­ne Skru­pel bei der Durch­set­zung ih­rer In­ter­es­sen – kein Wun­der, fühlt sie sich doch von ei­ner „hö­he­ren Macht“ da­zu le­gi­ti­miert.

Den­noch wä­re ich sehr vor­sich­tig, ei­ner mi­li­tä­ri­schen In­ter­ven­ti­on das Wort zu re­den. Der Ein­satz von Mi­li­tär ist mei­nes Er­ach­tens im­mer die ab­so­lut al­ler­letz­te Maß­nah­me, die „Ul­ti­ma Ra­tio“, die zur Ver­mei­dung ei­nes noch grö­ße­ren Übels er­fol­gen darf. Da­von sind wir im Fall des ira­ni­schen Atom­pro­gramms, so es die­ses wirk­lich gibt, aber noch weit, weit ent­fernt – wenn wir von den all­ge­mein ver­füg­ba­ren In­for­ma­tio­nen aus­ge­hen, auf die du dei­ne Über­le­gun­gen ja aber auch grün­dest.

Es stellt sich zu­dem die Fra­ge, was denn ge­nau „an­ge­grif­fen“ wer­den soll­te. Wel­che Nu­kle­ar­an­la­gen sol­len zer­stört wer­den – und vor al­lem wie? 1981 hat die is­rae­li­sche Luft­waf­fe ei­nen sol­chen Schlag schon ein­mal ge­gen das weit ge­hend fer­tig ge­stell­te Atom­kraft­werk Osirak/​Tammus im Irak ge­flo­gen – üb­ri­gens aus ähn­li­chen Über­le­gun­gen. Die­ser Schlag war so nur mög­lich, weil das Kraft­werk noch nicht in Be­trieb ge­gan­gen und noch nicht Uran be­füllt war – an­dern­falls hät­te die Ge­fahr ei­nes ra­dio­ak­ti­ven Fall­outs mit un­ab­seh­ba­ren Kon­se­quen­zen be­stan­den. Bei be­reits be­trie­be­nen An­la­gen wird sich die­ses Pro­blem nicht auf die­se Wei­se lö­sen las­sen.

Osi­rak zeigt zu­dem, dass auch die Hoff­nung, ei­ne sol­che Ak­ti­on wür­de die in­ner­i­ra­ni­sche Op­po­si­ti­on stär­ken, nicht zwin­gend ist. Das ira­ki­sche Re­gime je­ner Zeit hat noch 22 Jah­re und zwei Krie­ge wei­ter ge­herrscht, bis der drit­te Krieg es schließ­lich nie­der­rang. Und das auch nur um den Preis an­hal­ten­der po­li­ti­scher In­sta­bi­li­tät des Lan­des.

Ich kann ja ver­ste­hen, dass von un­se­rem Stand­punkt ei­ner auf­ge­klär­ten, sä­ku­la­ren und bür­ger­lich-de­mo­kra­ti­schen Grund­wer­ten ver­pflich­te­ten Ge­sell­schafts­from das Trei­ben der ira­ni­schen Re­gie­rung ge­ra­de­zu un­er­träg­lich wirkt. Nichts­des­to­trotz gel­ten auch hier die Maß­stä­be an­ge­mes­se­nen Han­delns. Und da hal­te ich „ein­fach mal so drauf­hal­ten“ für die fal­sche Tak­tik. Zu­mal wenn man sich da­bei auch zu dem ei­nen oder an­de­ren un­sach­li­chen Ar­gu­ment hin­rei­ßen lässt:

Durch ge­ziel­te Schlä­ge ge­gen die ira­ni­schen Atom­an­la­gen muss der Wes­ten jetzt den Macht­ha­bern in Te­he­ran zei­gen, dass wir uns von ih­nen nicht län­ger auf der Na­se her­um­tan­zen las­sen.

Mit Ver­laub, Aa­ron, aber das ist Stamm­tisch­ly­rik nach der vier­ten Run­de Bier. Statt sol­cher – nun­ja – emo­tio­na­len Aus­brü­cke ist es mei­nes Er­ach­tens viel­mehr nö­tig, ge­nau hin­zu­schau­en und Iran beim Wort zu neh­men: Kei­ne Atom­waf­fen. Soll­te sich ei­nes Ta­ges her­aus­stel­len, dass die­ser – vom Iran selbst pos­tu­lier­te – Grund­satz auf­ge­ge­ben wird, dann muss man die mi­li­tä­ri­sche Op­ti­on neu be­wer­ten und ge­ge­be­nen­falls auch zü­gig um­set­zen.

Aber so weit ist es mo­men­tan noch nicht. Is­ra­el sieht das üb­ri­gens auch so. Die re­den näm­lich mit dem Iran, wenn auch eher spo­ra­disch. Und das tä­ten sie – sie­he Osi­rak – si­cher nicht, wenn sie ei­ne ernst­haf­te Ge­fahr für ihr Land in den Ak­ti­vi­tä­ten Irans sä­hen.

Ich hal­te dei­ne Über­le­gun­gen für falsch. Ich hal­te sie aber nicht für ein Pro­blem für die Pi­ra­ten­par­tei. Ganz im Ge­gen­teil: Nur un­kon­ven­tio­nel­les Den­ken und auch mal neue An­sich­ten kön­nen uns als po­li­ti­sche Be­we­gung vor­an­brin­gen. In­so­fern: Mach wei­ter!

Vie­le Grü­ße,
Dirk


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12 Gedanken zu “Aa­ron, die Pi­ra­ten, der Iran und das Atom (1) – Ei­ne Ant­wort an Aa­ron

  • Justus

    Ich den­ke das Zi­tat lau­te­te: Krieg ist die Fort­set­zung der Di­plo­ma­tie mit an­de­ren Mit­teln.

    Und es ist der mit Ab­stand dümms­te Satz nach dem man sich in un­se­rer Zeit rich­ten kann, denn er führ­te di­rekt in den 1. und dann in den 2. Welt­krieg.

    Wem es um ei­ne ernst­haf­te Be­schäf­ti­gung mit dem The­ma geht, dem kann ich die­ses Dos­sier ans Her­zen le­gen:
    http://​www​.​n​-tv​.de/​p​o​l​i​t​i​k​/​d​o​s​s​i​e​r​/​E​x​p​e​r​t​e​-​K​e​i​n​-​A​n​g​r​i​f​f​-​I​r​a​n​s​-​m​i​t​-​A​t​o​m​b​o​m​b​e​-​a​r​t​i​c​l​e​7​2​2​6​0​6​.​h​tml
    Ein hoch­in­tel­li­gen­ter Ein­blick in die ak­tu­el­le Si­tua­ti­on des Iran.
    Gruß,
    Jus­tus

    • Georg

      (aus wi­ki­pe­dia)
      Der Be­griff stammt aus dem Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg. Kar­di­nal Ri­che­lieu ließ auf die Ge­schütz­roh­re die For­mel gie­ßen: „Ul­ti­ma ra­tio re­gum“ („das letz­te Mit­tel der Kö­ni­ge“). Da­bei war nicht das letz­te zur Ver­fü­gung ste­hen­de Mit­tel nach Aus­schöp­fung al­ler an­de­ren Mög­lich­kei­ten ge­meint, son­dern das letz­te Wort des Kö­nigs, um ei­nen Kon­flikt de­fi­ni­tiv zu ent­schei­den. Zur sel­ben Zeit wie Ri­che­lieu er­kann­te der spa­ni­sche Dra­ma­ti­ker Pe­dro Cal­derón de la Bar­ca in sei­nem Dra­ma „In die­sem Le­ben ist al­les wahr und al­les Lü­ge“, Pul­ver und Blei sei­en die úl­ti­ma ra­zón der Kö­ni­ge. 100 Jah­re spä­ter re­agier­te Fried­rich II. (Preu­ßen) von Preu­ßen stan­des­ge­mäß na­he­zu wort­gleich; seit 1742 wa­ren al­le sei­ne Ka­no­nen mit der In­schrift „Ul­ti­ma ra­tio re­gis“ – „das letz­te Mit­tel des Kö­nigs“ ver­se­hen.
      wie dumm oder klug die­ser Satz heu­te ist, soll je­der für sich selbst ent­schei­den; die Er­wie­de­rung auf A. Kö­nig ist -im Ge­gen­satz zu vie­len an­de­ren ‚Er­güs­sen‘- ab­ge­wo­gen und po­le­mik­frei, was ich sehr be­grü­ße
      Ge­org

      • Justus

        Das Zi­tat das Jür­gen mein­te stamm­te wohl von Clau­se­witz und lau­tet ex­akt:
        „So se­hen wir al­so, dass der Krieg nicht bloß ein po­li­ti­scher Akt, son­dern ein wah­res po­li­ti­sches In­stru­ment ist, ei­ne Fort­set­zung des po­li­ti­schen Ver­kehrs, ein Durch­füh­ren des­sel­ben mit an­de­ren Mit­teln. Was dem Krie­ge nun noch ei­gen­tüm­lich bleibt, be­zieht sich bloß auf die ei­gen­tüm­li­che Na­tur sei­ner Mit­tel.“

        Und ei­ne Aus­sa­ge die ich hef­ti­ger be­strei­ten wer­de wird sich nur schwer fin­den las­sen.
        Al­le die­se Äus­se­run­gen fal­len näm­lich un­ter den ex­tre­men Mi­li­ta­ris­mus und ge­hö­ren für mich in die Kai­ser­zeit und frü­her…

        In ei­ner Welt die mehr und mehr zu­sam­men­wächst, die über Waf­fen ver­fügt die das Le­ben auf dem Pla­ne­ten aus­lö­schen kön­nen, ist ein sol­ches Cre­do ge­fähr­lich wenn nicht Le­bens­mü­de.
        Der Mi­li­ta­ris­mus hat sein ei­ge­nes En­de ein­ge­lei­tet in­dem er im­mer schreck­li­che­re Waf­fen ent­warf…

        Gruß,
        Jus­tus

  • Jürgen Hey

    Hal­lo,
    ich ha­be mit ent­set­zen das in Fixm­br ge­le­sen, aber die Re­ak­ti­on von Fixm­br bei sei­nen Ar­ti­kel war noch ei­ne die mehr aus­sagt wie der Text, er hat dar­auf kei­nen Kom­men­tar zu­ge­las­sen. Wenn ich so ein Text ein­stel­le, muss ich fai­rer­wei­se auch Kom­men­ta­re zu­las­sen, sonst wer­de ich un­glaub­wür­dig.

    Von den Text von Aron Di­stan­zie­re ich mich als Mensch und Bun­des­bür­ger. Krieg kann man nicht ver­su­chen zu er­klä­ren.

    Wie sag­te Bis­mark mal, der Krieg ist die Fort­set­zung, wenn die Di­plo­ma­tie ver­sagt hat. So war Sinn­ge­mäß sei­ne Aus­sa­ge. Das kön­nen wir als freie Bür­ger nicht zu­las­sen.

    Bis dann
    LG von Jür­gen

  • Justus

    Herr Koenig auch nur das ge­rings­te Maß an über­legt­heit zu un­ter­stel­len hal­te ich für un­klug.

    Al­lei­ne sei­ne Wort­wahl be­weist, dass er kei­ne Ah­nung hat wo­von er spricht.
    Er ver­gleicht die der­zei­ti­ge Re­gie­rung in Iran mit dem Schah-Re­gime (zehn­tau­sen­de To­te Re­gie­rungs­geg­ner), er ver­wen­det den Be­griff „Ap­pease­ment-Po­li­tik“ und ver­gleicht so­mit Iran mit Na­zi-Deutsch­land (MIL­LIO­NEN To­te Re­gie­rungs­geg­ner!).

    Er stellt ein Land das für mich auf ei­nem Ni­veau mit Chi­na steht auf HIT­LER-Ni­veau!
    Das ist nicht mehr über­legt, das ist pu­re Dumm­heit und bil­ligs­te Po­le­mik.
    Das gan­ze kom­bi­niert er mit der Grund­ge­setz­wid­ri­gen For­de­rung nach Hand­lun­gen die de­fi­ni­tiv ge­eig­net sind das fried­li­che zu­sam­men­le­ben der Völ­ker zu stö­ren (Art. 26: Abs. 1 GG: Hand­lun­gen, die ge­eig­net sind und in der Ab­sicht vor­ge­nom­men wer­den, das fried­li­che Zu­sam­men­le­ben der Völ­ker zu stö­ren, ins­be­son­de­re die Füh­rung ei­nes An­griffs­krie­ges vor­zu­be­rei­ten, sind ver­fas­sungs­wid­rig. Sie sind un­ter Stra­fe zu stel­len.)…

    Als Vor­stands­mit­glied ei­ner Par­tei die aus­zog das Grund­ge­setz ge­gen Frau von der Ley­en und Herr Schäub­le zu ver­tei­di­gen ist ein sol­ches Ver­hal­ten un­an­ge­bracht.
    Lässt man die fa­ta­le Aus­sen­wir­kung ei­ner sol­chen For­de­rung aus­sen vor so bleibt im­mer noch die min­des­tens ge­nau­so fa­ta­le In­nen­wir­kung.
    Sei­ne un­über­leg­ten und teil­wei­se fal­schen Äus­se­run­gen po­la­ri­sie­ren in ei­nem ge­wal­ti­gen Ma­ße und das be­vor ei­ne ver­nünf­ti­ge Dis­kus­si­on zu die­sen The­men statt­fin­den konn­te.

    Al­les in al­lem ist sein Bei­trag kein Denk­an­stoß, ganz im Ge­gen­teil, er ist ei­ne be­wuss­te oder un­be­wuss­te Pro­vo­ka­ti­on de­ren ein­zi­ge Wir­kung dar­in be­steht je­de ver­nünf­ti­ge Un­ter­hal­tung über das The­ma im Keim zu er­sti­cken.

    Um die Si­tua­ti­on mit dem Iran zu be­rei­ni­gen müs­sen vie­le The­men be­spro­chen wer­den, un­ter an­de­rem die Aus­wir­kun­gen des Atom­waf­fen­sperr­ver­trags, das Ver­hal­ten der „west­li­chen“ Welt und wie die po­li­ti­sche Si­tua­ti­on in Iran der­zeit ist.
    Das al­les ist, dank Koenig, jetzt nicht mehr mög­lich.
    Gruß,
    Jus­tus

  • 701

    „Soll­te sich ei­nes Ta­ges her­aus­stel­len, dass die­ser?—?vom Iran selbst pos­tu­lierte?—?Grund­satz auf­ge­ge­ben wird, dann muss man die mili­tä­ri­sche Op­ti­on neu bewer­ten und gege­be­nen­falls auch zü­gig um­set­zen.“

    Das ist ge­nau das sel­be was Aa­ron schreibt. Wo ist jetzt bit­te die Em­pö­rung her? Je­des Land hat die sel­ben Rech­te. Der Iran hat die­se nicht durch An­griffs­krie­ge oder Über­fäl­le oder Mas­sen­mord an ei­ne Min­der­heit ver­wirkt. Das Selbst­be­stim­mungs­recht der Völ­ker kann da­zu nicht ver­wirkt sein den das ist ein un­ver­äu­ßer­li­ches Recht.
    Kurz: Selbst wenn der Iran po­li­tisch Ent­schei­det Kern­waf­fen zum Schutz sei­nes Lan­des ein­zu­füh­ren bzw. zu ent­wi­ckeln dann ist das sein gu­tes Recht.
    Es gibt nichts was dem im We­ge steht. Der Atom­waf­fen­sperr­ver­trag, den es nicht nur un­ter­zeich­net hat son­dern auch die IAEA mehr als 3500 In­spek­tio­nen ge­stat­te­te, kann mit ei­ner Vor­lauf­zeit von 3 Mo­na­ten auf­ge­kün­digt wer­den. Län­der wie In­di­en, Pa­ki­stan, Is­ra­el ha­ben noch nie die­sen Ver­trag und de­ren Zu­satz­pro­to­koll un­ter­zeich­net. Län­der wie die USA oder Bra­si­li­en ha­ben das zwar aber wei­gern sich In­spek­tio­nen zu­zu­las­sen. Mehr noch, die Grund­sät­ze in die­sem Ver­trag wer­den mit Fü­ßen ge­tre­ten die da sa­gen, Ab­rüs­tung, kei­ne Neu­ent­wick­lun­gen, Zu­sam­men­ar­beit mit Län­dern die die Kern­tech­no­lo­gie zu fried­li­chen Zwe­cken nut­zen wol­len und dem zu­gäng­lich ma­chen von Wis­sen hier­bei.

    Und nun kommst Du da­her und machst wie auf Phö­nix mit Halb­wis­sen da­her und meinst die bes­se­re Mei­nung zum The­ma zu ha­ben als Aa­ron? Bei­de seit Ihr kei­ne Pi­ra­ten. Ent­we­der je­der hat die sel­ben Grund­rech­te, Rech­te die ei­nem kei­ner neh­men kann oder aber wir Le­ben in ei­ner Welt des Stär­ke­ren. Ent­schei­det Euch. Was wollt Ihr?

  • Jens Bannmann

    Ge­gen­fra­ge: Sa­gen wir, Merkel/​Gabriel/​Westerwelle ver­tre­ten in ei­nem In­ter­view ge­nau die glei­che Po­si­ti­on, sa­gen aber di­rekt hin­ter­her „Das ist aber nur mei­ne pri­va­te Mei­nung“ – wä­re das ein Pro­blem für die je­wei­li­ge Par­tei?

    Ich den­ke ja. Ob es uns Pi­ra­ten ge­fällt oder nicht, öf­fent­li­che Äu­ße­run­gen von Par­tei­funk­tio­nä­ren und Spit­zen­po­li­ti­kern fal­len in Deutsch­lands Me­di­en *im­mer* auf de­ren Par­tei zu­rück. Und ich den­ke, des­halb nut­zen die­se Amts­trä­ger ih­re Mei­nungs­frei­heit fak­tisch nicht. Für die Pi­ra­ten gel­ten die glei­chen Re­geln. Die­se an­zu­er­ken­nen, um Scha­den von der Par­tei ab­zu­wen­den, stün­de auch ei­nem Aa­ron Kö­nig gut zu Ge­sicht.

  • Ben

    un­kon­ven­tio­nell? Eher un­kon­trol­liert. Wenn der Kerl beim Par­tei­tag wie­der in den Vor­stand ge­wählt wird, bin ich raus.

  • Gehrmann

    Nun, Dirk, kriegs­stra­te­gi­sche Erst­schlags­stra­te­gie­ge­dan­ken (Ver­hin­de­rung grö­ße­ren Übels???) als „un­kon­ven­tio­nel­les Den­ken“ zu be­zeich­nen ist doch et­was selt­sam. Wenn ich der­ar­ti­ge Über­le­gun­gen le­sen möch­te, be­die­ne ich mich bei den alt­her­ge­brach­ten „Volks­par­tei­en“ so­wie den Ul­tra­rech­ten und -lin­ken.
    Si­cher­lich ist es ein me­di­en­wirk­sa­mes Spek­ta­kel, wenn sich nun Par­tei, Mit­glie­der und Sym­pa­thi­san­ten öf­fent­lich von die­sen schlich­ten Ge­dan­ken­gän­gen di­stan­zie­ren – aber ob es hilft, ei­ner un­kon­ven­tio­nel­len, wohl auch mal ge­dank­lich fried­lie­ben­den Grup­pe fes­ten Rück­halt in ei­ner durch und durch der see­li­schen wie kör­per­li­chen Ge­walt ver­schrie­be­nen Ge­sell­schaft zu ge­ben – ist mehr als frag­lich.
    Ge­spannt auf wei­te­re „Über­fäl­le“ aus den ei­ge­nen Rei­hen der Pi­ra­ten,
    mit schnee­igen Grü­ßen,
    Bern­hard Gehr­mann,
    Sym­pa­thi­sant

  • Veijn

    Die ei­nen nen­nen es „un­kon­ven­tio­nel­les Den­ken“, die an­de­ren se­hen es als nicht ver­tret­ba­re An­sicht in ei­ner sol­chen Po­si­ti­on in der Pi­ra­ten­par­tei an.
    Die­se Mei­nungs­äu­ße­rung des Herrn Schä­fer hat vie­le Pi­ra­ten ins Mark er­schüt­tert. Er darf sie äu­ßern, das ist sein gu­tes Recht. Wer aber ei­ne sol­che Per­son wie­der wählt oder sie auch noch un­ter­stützt han­delt schlicht ver­ant­wor­tungs­los. Hier ent­fer­nen wir uns weit von den Zie­len un­se­rer Par­tei und man muss sich schä­men so ei­ne Per­son als Vor­stand zu ha­ben.

  • Sisyphos

    Wenn man Aa­rons Vor­schlag fol­gen wür­de, wür­den wir im Grun­de ne­ben Bush ju­ni­or ste­hen, als es ge­gen den Irak ging. Und „ge­ziel­te Schlä­ge“ sind ein il­lu­so­ri­sches Mit­tel – das ist der Be­ginn für ei­nen Krieg, das lässt sich nicht ein­gren­zen.