An­trä­ge ge­gen die han­no­ver­sche Ver­am­pe­lungs­ma­schi­ne­rie: Stadt­bahn auf der Ba­den­sted­ter Stra­ße


Stadt und Re­gi­on pla­nen mo­men­tan den Aus­bau ei­nes wei­te­ren (klei­nen) Teil­stücks der Stadt­bahn nach Em­pel­de. Fol­gen­de vier Er­gän­zungs­an­trä­ge ha­be ich in die Sit­zung des Bau­aus­schus­ses am 7. Ok­to­ber ein­ge­bracht:

Er­gän­zungs­an­trag zu Druck­sa­che Nr. 1506/2015 Stadt­bahn­stre­cke A-West – Aus­bau der Stre­cke in der Ba­den­sted­ter Stra­ße

Die Ein­mün­dung der Pe­ter­mann­stra­ße wird oh­ne Voll­si­gna­li­sie­rung aus­ge­führt. Der Vor­rang des Stadt­bahn­ver­kehrs wird ggf. mit­tels An­dre­as­kreu­zen si­cher­ge­stellt.

Be­grün­dung

Die Pe­ter­mann­stra­ße ist ei­ne rei­ne An­woh­ner­stra­ße. Im ak­tu­el­len Zu­stand ist ih­re Ein­mün­dung in die Ba­den­sted­ter Stra­ße licht­si­gnal­an­la­gen­frei. Die Ein­mün­dung ist kein Un­fall­schwer­punkt. Aus die­ser Sicht be­steht kei­ne Not­wen­dig­keit, ei­ne zwangs­wei­se Re­gu­lie­rung des Ver­kehrs ein­zu­füh­ren.

Er­schwe­rend kommt hin­zu, dass durch die ge­plan­te Aus­füh­rung meh­re­re Ver­kehrs­strö­me über- und fehl­re­gu­liert wer­den:

  • Zum ei­nen soll der Fuß- und Rad­ver­kehr auf der Süd­sei­te der Ba­den­sted­ter Stra­ße beim Que­ren der Pe­ter­mann­stra­ße zu­künf­tig per Am­pel re­gu­liert wer­den, was an­ge­sichts der Grö­ße und Ver­kehrs­dich­te auf der Pe­ter­mann­stra­ße we­der nö­tig noch sinn­voll ist.
  • Zum an­de­ren fehlt ei­ne ei­ge­ne Rechts­ab­bie­ger­spur von der Ba­den­sted­ter Stra­ße stadt­ein­wärts in die Pe­ter­mann­stra­ße, so­dass der ge­mein­sa­me Fahr­strei­fen bei je­der die Ba­den­sted­ter Stra­ße ent­lang­fah­ren­den Stadt­bahn ge­sperrt wer­den muss, ob­wohl zwi­schen dem Ge­ra­de­aus­ver­kehr auf der Ba­den­sted­ter Stra­ße und dem Stadt­bahn­ver­kehr kei­ner­lei Kon­flikt ent­steht. Ei­ne sol­che Si­tua­ti­on fin­det sich zum Bei­spiel auch auf der Buch­hol­zer Stra­ße Hö­he Scho­land­stra­ße (öst­lich Hal­te­stel­le Schier­holz­stra­ße) und führt auch dort zu er­heb­li­chen Ver­kehrs­be­hin­de­run­gen.
  • Und schließ­lich wird für den que­ren­den Fuß­gän­ger­ver­kehr über die Ba­den­sted­ter Stra­ße ei­ne Furt über sämt­li­che Kfz-Fahr­spu­ren und die Stadt­bahn­tras­se vor­ge­se­hen, was zu vie­len Ab­hän­gig­kei­ten und dem­entspre­chend lan­gen War­te- und kur­zen Frei­ga­be­zei­ten für den Fuß­gän­ger­ver­kehr führt.

Die Stadt­bahn­tras­se ist an die­ser Stel­le auf be­son­de­rem Bahn­kör­per ge­führt. Die Not­wen­dig­keit für ei­ne Voll­si­gna­li­sie­rung an die­ser Stel­le lässt sich aus der All­ge­mei­nen Ver­wal­tungs­vor­schrit zur Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung (VwV-StVO) nicht her­lei­ten. Auch vor dem Hin­ter­grund der Über­sicht­lich­keit der Ver­kehrs­si­tua­ti­on an die­ser Stel­le ist sie un­nö­tig. Die auf­ge­zeig­ten mas­si­ven Nach­tei­le für al­le Ver­kehrs­teil­neh­mer durch die be­plan­te Aus­füh­rung las­sen viel­mehr ei­ne Um­pla­nung not­wen­dig er­schei­nen.

Die Ba­den­sted­ter Stra­ße soll um­ge­baut wer­den. Für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer ver­bes­sert sich die Si­tua­ti­on kei­nes­wegs.

Er­gän­zungs­an­trag zu Druck­sa­che Nr. 1506/2015 Stadt­bahn­stre­cke A-West – Aus­bau der Stre­cke in der Ba­den­sted­ter Stra­ße

Die Voll­si­gna­li­sie­rung der Ein­mün­dung des Kör­dings­dor­fer We­ges in die Ba­den­sted­ter Stra­ße wird ab­ge­baut. Sie wird durch ei­ne Warn­si­gna­li­sie­rung der Stadt­bahn­tras­se und ei­ne Fuß­gän­ger­que­rung der Ba­den­sted­ter Stra­ße er­setzt.

Be­grün­dung

Der Kör­tings­dor­fer Weg ist ei­ne rei­ne An­woh­ner­stra­ße. Mo­men­tan wird der que­ren­de Fuß- und Rad­ver­kehr auf der Süd­sei­te der Ba­den­sted­ter Stra­ße über den Kör­tings­dor­fer Weg mit ei­ner Licht­si­gnal­an­la­ge zwangs­re­gu­liert, was an­ge­sichts der Ver­kehrs­dich­ten un­nö­tig und so­gar Si­cher­heits­as­pek­ten zu­wi­der­lau­fend ist. Auch die üb­ri­gen Ver­kehrs­strö­me las­sen ei­ne Ab­wick­lung oh­ne Re­gu­lie­rung von au­ßen zu. An der Ost­sei­te der Hal­te­stel­le Kör­tings­dor­fer Weg ist im Zu­ge der Ein­mün­dung des Bart­we­ges ei­ne Licht­si­gnal­an­la­ge zur Que­rung der Ba­den­sted­ter Stra­ße vor­han­den. Auf der West­sei­te kann dar­auf ver­zich­tet wer­den. Hier wird statt­des­sen für die si­che­re Que­rung der Ba­den­sted­ter Stra­ße ei­ne Fuß­gän­ger­que­rung ein­ge­rich­tet.

Er­gän­zungs­an­trag zu Druck­sa­che Nr. 1506/2015 Stadt­bahn­stre­cke A-West – Aus­bau der Stre­cke in der Ba­den­sted­ter Stra­ße

Die Licht­si­gnal­an­la­ge an der Ein­mün­dung Bart­weg wird mit ei­ner Rund­um-Grün-Pha­se für den Fuß­gän­ger­ver­kehr aus­ge­stat­tet. Wei­te­re Grün­pha­sen für die ein­zel­nen Fur­ten wer­den er­gänzt.

Be­grün­dung

Die be­plan­ten Fuß­gän­ger­fur­ten wei­sen be­reits ei­ne drei­ecki­ge Grund­struk­tur auf. Bei­de Fur­ten über die Ba­den­sted­ter Stra­ße soll­ten des­halb auch zu­sam­men mit der Furt über den Bart­weg ge­mein­sam den Fuß­gän­ger­ver­kehr frei­ge­ben. Da­von un­be­nom­men sind zu­sätz­li­che Grün­pha­sen in den ein­zel­nen Fur­ten mög­lich, wenn die üb­ri­ge Si­gna­li­sie­rung dies zu­lässt.

Er­gän­zungs­an­trag zu Druck­sa­che Nr. 1506/2015 Stadt­bahn­stre­cke A-West – Aus­bau der Stre­cke in der Ba­den­sted­ter Stra­ße

Auf der Süd­sei­te der Ba­den­sted­ter Stra­ße wird die Rad­weg­tras­se durch­gän­gig ex­pli­zit ei­gen­stän­dig ge­kenn­zeich­net. Es wird kei­ne ge­mein­sa­me Ver­kehrs­flä­che für Fuß- und Rad­ver­kehr aus­ge­zeich­net.

Be­grün­dung

Ei­nes der wich­tigs­ten Zie­le der han­no­ver­schen Ver­kehrs­pla­nung soll die För­de­rung des Fahr­rad­ver­kehrs sein. Die­ses Vor­ha­ben wird kon­ter­ka­riert, wenn vor­han­de­ne ei­gen­stän­di­ge Ver­kehrs­flä­chen für den Rad­ver­kehr auf­ge­löst und mit de­nen an­de­rer Ver­kehrs­teil­neh­mer ver­schmol­zen wer­den. Zum ei­nen führt ei­ne sol­che Füh­rung des Rad­ver­kehrs zu ge­fähr­li­chen Si­tua­tio­nen im Zu­sam­men­spiel mit die Ver­kehrs­flä­che eben­falls nut­zen müs­sen­den an­de­ren Ver­kehrs­trä­gern mit an­de­rem Be­we­gungs- und Ge­schwin­dig­keits­pro­fil wie z.B. Fuß­gän­gern. Zum an­de­ren wird mit ei­ner sol­chen Ver­kehrs­an­la­ge der Rad­ver­kehr un­sicht­bar ge­macht und da­mit für die an­de­ren Ver­kehrs­teil­neh­mer schwe­rer er­fass­bar. Ge­fähr­li­che Si­tua­tio­nen ent­ste­hen so eben­falls an Ein-​/​Ausfahrten und an­de­ren Ein­mün­dun­gen, da den an­de­ren Ver­kehrs­teil­neh­mern die Mög­lich­keit von Rad­ver­kehr nicht mehr im Stra­ßen­bild prä­sent ist.

All dies wi­der­spicht dem Ziel der Rad­ver­kehrs­för­de­rung in ho­hem Ma­ße.

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