Komm‘ ich jetzt ins Fern­se­hen?

Ich war heu­te bei Phoe­nix und die Sen­dung wird am Mon­tag um 22:15 Uhr aus­ge­strahlt (In­ter­net­stream für Win­dows). The­men wa­ren die Pi­ra­ten­par­tei, Ur­he­ber­recht, Da­ten­schutz etc.

Uff! Nun ha­be ich es ge­se­hen. Zu­nächst: Ein to­tal merk­wür­di­ges Ge­fühl, si­ch selbst im Fern­se­hen zu se­hen und vor al­lem zu hö­ren. Ich war, nun­ja, mä­ßig be­geis­tert von mir selbst. Da ist no­ch Op­ti­mie­rungs­po­ten­ti­al. Voll verratzt ha­be ich’s aber auch nicht. Kann man drauf auf­bau­en. Da­zu kommt no­ch, dass das The­ma der Sen­dung nur grob um­ris­sen war. Die deut­li­che Be­zug­nah­me auf „geis­ti­ges Ei­gen­tum“ kam er­st sehr spät. In der An­fra­ge hieß das The­ma no­ch „Klei­ne Par­tei­en – Wie ver­än­dert si­ch die Par­tei­en­land­schaft“.

Üb­ri­gens ha­be ich mi­ch bei der Auf­zeich­nung schon ge­wun­dert, wie Herr Scholz plötz­li­ch so ziel­si­cher auf das Zen­sur­ge­setz um­ge­schwenkt ist. Beim An­schau­en fand ich das no­ch deut­li­cher, vor al­lem weil es da­für ja so­gar den vor­be­rei­te­ten Zen­sur­su­la-Ein­spie­ler gab. Des­sen Me­lo­die hat üb­ri­gens wirk­li­ch Ohr­wurm­qua­li­tä­ten – meh­re­re Pro­duk­ti­ons­mit­ar­bei­ter ha­ben das nach Auf­zeich­nungs­en­de no­ch die gan­ze Zeit vor si­ch ge­sun­gen.

Fern­se­hen ist je­den­falls span­nend – und wenn man da vor der Ka­me­ra sitzt, hat man ei­nen völ­lig an­de­ren Ein­druck als wenn man das dann spä­ter im Fern­se­hen sieht.

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136 Kommentare zu Komm‘ ich jetzt ins Fern­se­hen?

  1. Joerg sagt:

    Ehr­li­ch ge­sagt: Ich fand die Sen­dung ist gar nicht so schlecht ge­lau­fen! Ich bin so­gar der Mei­nung, dass Du deut­li­ch bes­ser und dif­fe­ren­zier­ter ar­gu­men­tiert hat als Herr Scholz. Letz­te­rer bringt Stan­dard-Äu­ße­run­gen, Po­le­mik und geht nicht wirk­li­ch auf die Ar­gu­men­te der Ge­gen­sei­te ein. Es ist auch of­fen­sith­cli­ch, dass er von vie­len Din­gen nicht wirk­li­ch Ah­nung hat (und ich mei­ne nicht nur tech­ni­sche, son­dern auch ju­ris­ti­sche De­tails).
    Als er z.b. Pa­tent- Ur­he­ber und Ver­wer­tungs­rech­te lus­tig durch­ein­an­der­mischt, wird es ganz gru­se­lig – wenn ich bei der CDU wä­re und wüss­te, ich hät­te mit je­man­dem über Ur­he­ber- und Pa­tent­recht zu dis­ku­tie­ren, wür­de ich mi­ch im Vor­feld bes­ser schlau ma­chen, da­mit ich mehr als die­ses „Wi­schi-Wa­schi“ her­aus­brin­ge.
    Nach der zahl­rei­chen Kri­tik im Netz ha­be ich mir das gan­ze ge­ra­de noch­mal an­ge­schaut, und: Ich fin­de im­mer no­ch, dass Du bes­ser, kla­rer und un­dier­ter ar­gu­men­tiert hast.

    Be­dau­er­li­ch war, dass der Mo­de­ra­tor nicht wirk­li­ch neu­tral war, die Fra­gen folg­li­ch auch nicht wirk­li­ch fair wa­ren und des­we­gen die Pi­ra­ten­par­tei von vor­her­ein schon schlecht Kar­ten hat­te. Ver­gli­chen da­mit hast Du, wie ich fin­de, ei­nen gu­ten Job ge­macht.

    Al­so: Nicht auf­ge­ben!

  2. Robert sagt:

    Hal­lo Dirk,

    hab den Stream eben er­st ge­se­hen und will de­in Fern­seh­de­büt mit ei­nem Zi­tat aus ei­nem be­kann­ten Film kom­men­tie­ren: „Den ers­ten Sprung hat no­ch nie­mand ge­schaft“ 😉

    Hast dich wa­cker ge­schla­gen. Nach der Sen­dung ge­hen ei­nem zahl­rei­che Ar­gu­men­te durch den Kopf die man hät­te bes­ser ein­brin­gen kön­nen. Merk sie dir, den das wird nicht de­in letz­ter Auf­tritt ge­we­sen sein. Und wenn du dir no­ch das ein oder an­de­re Kom­men­tar zu Her­zen nimmst, dann seh ich po­si­tiv in die Zu­kunft.

    mfg
    Rob

  3. Marc Fischer sagt:

    Hal­lo Dirk,

    ich fin­de Du hast Dich sehr gut ge­schla­gen in dem In­ter­view. Es wur­de deut­li­ch dass die Pi­ra­ten ern­st zu neh­men­de und ge­sprächs­be­rei­te Leu­te sind mit de­ren Ide­en si­ch zu be­schäf­ti­gen durch­aus loh­nens­wert ist.

    Im Ge­gen­satz zu vie­len mei­ner Vor­red­ner hier fin­de ich dass Herr Scholz kein gu­ter Red­ner ist, er wie­der­holt phra­sen­haft ver­staub­te An­sich­ten oh­ne wirk­li­ch auf Dei­ne An­sät­ze ein­zu­ge­hen. Sol­ch ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stil ist eher un­glaub­wür­dig und ei­nes ge­stan­de­nen Po­li­ti­kers wie Herrn Scholz un­wür­dig. Die­ser schlech­te Stil, zu­sam­men mit häu­fi­gem „ins Wort fal­len“ macht ei­ne ver­nünf­ti­ge Dis­kus­si­on un­mög­li­ch und hat der De­mo­kra­tie mal wie­der ei­nen Bä­ren­dienst er­wie­sen.
    Mach Dir kei­ne Ge­dan­ken über Dei­nen Re­de­stil, der war re­flek­tiert und ver­ständ­li­ch, al­so völ­lig in Ord­nung. Am ehes­ten soll­test Du an der Ar­gu­men­ta­ti­on fei­len. Das ist je­doch bei den Pi­ra­ten in stän­di­ger Wei­ter­ent­wick­lung und macht mir des­halb auch kei­ne Sor­gen. Ein Ar­gu­men­ta­ti­ons­leit­fa­den der Par­tei als Er­geb­nis die­ses Pro­zes­ses wä­re sinn­voll.

    Freund­li­che Grü­ße und viel Er­folg wei­ter­hin!
    Marc Fi­scher

  4. Hr. Mayr sagt:

    Hal­lo,

    Die Sen­dung war so­gar ziem­li­ch lang. Sie wer­den nur sel­ten die Ge­le­gen­heit in den Me­di­en fin­den so lan­ge über et­was zu dis­kut­tie­ren.
    Wenn Sie ge­gen die oft­mals aus­ge­zeich­ne­ten Rhe­to­ri­ker der CDU stand­hal­ten wol­len, dann müs­sen sie al­le We­ge, die von ih­rem The­ma aus weg­füh­ren ken­nen, z.B. ur­her­ber­recht – ebooks – Er­zeu­ger ver­kauft oh­ne Ver­wer­ter- Bü­cher – La­den – Wie soll der Er­zeu­ger die Ver­käu­fe, Wer­bung, Mar­ke­ting, etc. vor­fi­nan­zie­ren oh­ne Ver­wer­ter? Mit sol­cher Vor­be­rei­tung wer­den Sie auch Ant­wor­ten auf Fra­gen wie Mu­si­ker si­ch ver­mark­ten, ih­re Kon­zer­te or­ga­ni­sie­ren und fi­nan­zie­ren sol­len, im Vor­aus ken­nen.
    Sie müs­sen wis­sen wor­über Sie re­den, aber mit dem Be­wusst­sein nicht all­wis­send wer­den zu kön­nen, Ih­re Schlag­fer­tig­keit trai­nie­ren.

    Ha­cken Sie au­ßer­dem nicht dau­ernd auf Ih­ren Me­ta­phern her­um. Die­se Kut­schen­ge­schich­te hat Sie nur no­ch selbst in Wi­der­sprü­che ge­führt.

    Da ich nicht weiß, ob hier herr Hill­brecht mit­liest, schrei­be ich erst­mal nicht wei­ter.

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  7. geschichti sagt:

    Lie­ber Dirk,
    ich muss sa­gen, du hast dich gut ge­schla­gen. Ich ha­be auch mit ei­nem sehr en­ga­gier­ten CDU-Mit­glied über die Sen­dung ge­spro­chen und selbst von ihm kam die Aus­sa­ge, du wärst in­halt­li­ch deut­li­ch bes­ser und re­t­ho­ri­sch zwar merk­li­ch schwä­cher, da­für aber deut­li­ch au­then­ti­scher ge­we­sen. Ins­ge­samt ist es wohl eher ein Ge­ne­ra­tio­nen­kon­flikt, auch ein ört­li­cher JU-Chef konn­te die PP Po­si­tio­nen, die du kom­mu­ni­ziert hast tei­len. Auf mei­ne Ab­leh­nung ei­nes An­wer­be­ver­suchs mit der Be­grün­dung, ich wol­le der PP bei­tre­ten, re­agier­te er zwar ent­täuscht aber nicht ab­leh­nend und mo­nier­te le­dig­li­ch die feh­len­de Band­brei­te des Par­tei­pro­gramms. In­so­fern den­ke ich, dass je­den­falls bei den Ü-40 Zu­schau­ern dei­ne sach­li­che Ar­gu­men­ta­ti­on durch­ge­drun­gen ist. Re­t­ho­ri­sche Flos­keln oh­ne In­halt ner­ven die Leu­te auch ir­gend­wann. Ar­bei­te ru­hig an dei­nen Fä­hig­kei­ten, aber nur da­hin­ge­hend viel­leicht no­ch et­was en­er­gi­scher und schlag­fer­ti­ger zu wer­den. Du warst an­sons­ten re­t­ho­ri­sch zwar et­was de­fen­siv aber viel­leicht auch gra­de da­durch sehr sym­pa­ti­sch. De­in Auf­tre­ten in der Sen­dung hat mir auch viel bes­ser ge­fal­len, als ei­ne Re­de auf ei­ner De­mons­tra­ti­on, die ich im In­ter­net ge­se­hen ha­be.

    Wei­ter­hin Mast und Schott­bruch

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  10. hal­lo, au­to­ma­ti­sches track­back hat nicht ge­klappt, des­halb noch­mal ei­ne in­halt­li­che an­mer­kung so:

    Ur­he­ber­rechts­re­form der Pi­ra­ten – Ide­en und Irr­tü­mer

    Ich hat­te heu­te Nach­mit­tag die Zeit, mi­ch noch­mal in­ten­siv mit dem Pro­gramm der Pi­ra­ten­par­tei aus­ein­an­der­zu­set­zen. Ins­be­son­de­re das, was die Pi­ra­ten zum Ur­he­ber­recht und der (nicht-)kommerziellen Ver­viel­fäl­ti­gung schrei­ben, ist in­ter­es­sant. Ich zi­tie­re mal ein paar Pas­sa­gen und kom­men­tie­re die­se gleich­zei­tig…

    http://​sim​pli​zis​si​mus​.word​press​.com/​2​0​0​9​/​0​6​/​2​4​/​i​r​r​t​u​m​e​r​-​d​e​r​-​u​r​h​e​b​e​r​r​e​c​h​t​s​r​e​f​o​r​m​-​d​e​r​-​p​i​r​a​t​en/

  11. Bendman sagt:

    Hal­lo Dirk,

    ich ha­be mir ge­ra­de (wie es si­ch ge­hört) die Sen­dung als Stream an­ge­schaut. Ich kann mi­ch den Vor­red­nern nur an­schlies­sen und sa­gen >RE­SPEKT<. Lei­der hast du dir Geg­ner aus­ge­sucht (oder sie si­ch dich), de­nen du nicht ge­wach­sen warst. Dies kam aber lei­der nur zum Teil durch die feh­len­de Re­t­ho­rik bei dir, ein gro­ßer Teil, den ich ver­misst ha­be sind Ar­gu­men­te für dei­ne (und mei­ne) An­schau­ung der neu­en Welt.
    d0m hat wei­ter oben schon ei­ne Rei­he von Ar­gu­men­ten an­ge­bracht, die ich nur un­ter­stüt­zen kann.
    Du mus­st in Zu­kunft ne­ben dei­nen re­t­ho­ri­schen Fä­hig­kei­ten auch den lo­gi­schen Un­ter­bau dei­ner Ar­gu­men­ta­ti­on pa­rat ha­ben.
    Bei­spiel:
    Wol­len sie, dass die Küns­ter durch dass Ko­pie­ren qua­si ent­eig­net wer­den?
    Nein wol­len wir nicht! Na­tür­li­ch be­hält der Künst­ler sei­ne Rech­te an sei­nen Wer­ken wir müs­sen nur über Mit­tel und We­ge nach­den­ken, wie der Küns­ter zu sei­nem Geld kommt und da sind die der­zeit exis­tie­ren­den Ver­wer­tungs­we­ge nur no­ch be­dingt hilf­reich.

    Wenn du zei­gen kann­st, dass du dem Künst­ler (geis­ti­gen Ei­gen­tü­mer) sein Geld ge­ben kann­st und gleich­zei­tig nicht tau­sen­de Men­schen kri­mi­na­li­siert wer­den, für et­was was an­de­re Ge­ne­ra­tio­nen auch ge­tan ha­ben, nur eben auf dem Schul­hof und nicht im In­ter­net, dann wer­den die meis­ten Leu­te dir zu­ju­beln und nicht dem an­ge­grau­ten Opa.

    Schliss­li­ch geht es doch dar­um, das Ge­setz bil­det ei­ne Norm ab, nach der si­ch ein Groß­teil der Ge­sell­schaft le­ben will. Wenn si­ch die­se Norm än­dert, müs­sen si­ch auch die Ge­set­ze än­dern, um die neue Norm ab­bil­den zu kön­nen.
    In­ter­net­sper­ren für Raub­ko­pie­rer wie in Frank­reich sind nur ein Ver­su­ch al­te Nor­men und de­ren ge­setz­li­che Form zu schüt­zen. Pro­blem da­bei ist, dass da­mit die Ent­wick­lung ei­ner Ge­sell­schaft aus­ge­bremst wird.

  12. Kenjin sagt:

    @Datenwolf
    Bei den Kil­ler­spie­len hät­te man gleich den Wind raus­neh­men müs­sen. „Kil­ler­spie­le“ gibt es so we­nig wie „Kil­ler­wa­le“ – Das ei­ne heisst kor­rekt „Ego- oder 1st-Per­son-Shoo­ter“ und das an­de­re Or­ca oder Schwert­wal. Bei dem Pu­bli­kum (und ge­ne­rell) geht es we­ni­ger um tech­ni­sche Er­klä­run­gen, als um Worte. Zu­dem hät­te man, wie ja schon von Dir an­ge­merkt, klar stel­len müs­sen, das EgoShoo­ter ab 18 sind, und nicht frei im In­ter­net ver­füg­bar sind. Wer EgoShoo­ter ver­bie­ten will, greift, da ab 18, mas­siv in die Rech­te von Er­wach­se­nen ein. Por­nos sind auch „nur“ ab 18, und nicht ge­ne­rell ver­bo­ten. Wei­ter­hin ge­hört in ei­ne sol­che De­bat­te auch, wie­viel Ar­beits­plät­ze deut­sche EgoShoo­ter-Pro­du­zen­ten si­chern, und wie­viel Geld (und da­mit auch Steu­ern) da­mit ver­dient wer­den. Sind doch im­mer so für Wirt­schaft…

    Und die­se un­säg­li­che Buch-Dis­kus­si­on hät­te man viel­leicht mit fol­gen­der Fra­ge ab­ge­würgt: Wie­so darf ich ein Buch (CD) im La­den kau­fen, an Freun­de ver­lei­hen, und nach dem le­sen auf dem Trö­del ver­kau­fen, ein eBook (MP3) von dem glei­chen Buch (CD) aber nicht? Wie kann es sein, dass das glei­che geis­tig-schöp­fe­ri­sche(!) Werk, in 2 Me­di­en so un­ter­schied­li­ch be­han­delt wird? Nie­mand wür­de si­ch ein Au­to kau­fen, das er nicht hin­ter­her wei­ter­ver­kau­fen darf.

  13. Adi Markl sagt:

    Wer di­rekt an Phoe­nix „Un­ter den Lin­den“ (und an Herrn Min­hoff) schrei­ben will, hier die eMail-Adres­se:

    unterdenlinden@​phoenix.​de

  14. Uwe sagt:

    Dirk,
    dei­ne Selbst­kri­tik zur Sen­dung fand ich gut. Be­son­ders wich­tig fin­de ich:

    – Re­de­zeit ein­fach neh­men, son­st re­den die an­de­ren!! Der Herr Scholz und auch der Mo­de­ra­tor sind dir dau­ernd ins Wort ge­fal­len und ha­ben lan­ge Mo­no­lo­ge ge­hal­ten.

    – Bes­se­re und kür­ze­re Bei­spie­le ab­ruf­bar ha­ben: Bei Pa­tent­recht z.B. „1-cli­ck-Pa­tent“ von Ama­zon. Da ver­ste­hen al­le Leu­te, was das Pro­blem ist.

  15. datenwolf sagt:

    Al­so ich fin­de, Du hast Dich sehr gut ge­schla­gen. Mei­ner Mei­nung nach hast Du vor al­lem das Glatt­eis „Taus u. Ki­Po“ auf das Du ge­führt wer­den soll­test, sehr ge­konnt um­gan­gen: Er­st mal das Ge­gen­über re­den las­sen, dann sach­li­ch und neu­tral die ei­ge­ne Po­si­ti­on und den Stand der Din­ge be­to­nen und schließ­li­ch sel­ber den Ge­gen­stand des Ver­fah­rens be­nen­nen.

    In sol­chen Si­tua­tio­nen wä­re fal­sch, dem Dis­kus­si­ons­geg­ner den Wunsch zu er­fül­len, das man si­ch bla­miert in­dem man blind auf das The­ma an­springt. Ge­nauso fal­sch wä­re es aber auch, es kom­plett zu ver­schwei­gen.

    Schön wä­re es ge­we­sen, wenn Du Open Sour­ce und Crea­ti­ve Com­mons als funk­tio­nie­ren­des Ge­gen­bei­spiel für ei­ne Neu­aus­le­gung des Ur­he­ber­rechts ge­nannt hät­test.

    Und die gan­ze Kil­ler­spie­le­dis­kus­si­on hät­test Du wun­der­bar ab­kür­zen kön­nen: Nach­dem Herr Scholz mit dem Ge­fär­dungs­po­ten­zi­al ge­gen­über Kin­dern und Ju­gend­li­chen, das ei­ni­ge Stu­di­en be­legt ha­ben wol­len, ar­gu­men­tiert hat wä­re die ein­fachs­te Ant­wort ge­we­sen: „Ge­n­au des­halb er­hal­ten sol­che Spie­le kei­ne Ju­gend­frei­ga­be. Und die wirk­li­ch men­schen­ver­ach­ten­den Spie­le kön­nen be­reits auf den In­dex ge­setzt wer­den wie be­reits bei ei­ni­gen Ti­teln ge­sche­hen. Wer so­was den­no­ch spie­len will, der bringt die DVD eben aus dem USA-Ur­laub mit nach Hau­se, da nützt dann auch al­le In­ter­net­sper­ren nichts mehr.“

  16. Erdling sagt:

    Oft ging die Dis­kus­si­on auf ziem­li­ch selt­sa­men Ebe­nen ab. Ganz lan­ge wur­de so ar­gu­men­tiert, als ob das Ur­he­ber­recht ei­nen Künst­ler ge­n­au be­stim­men lässt, was mit sei­ner Mu­sik pas­siert. Das stimmt aber nicht, denn wenn die CDs erst­mal bei Sa­turn im Re­gal sind, steht der Künst­ler nicht da­ne­ben und sagt „du darfst die nicht kau­fen, weil mir dei­ne Fri­sur mir nicht passt“. Letzt­end­li­ch in­ter­es­siert den Künst­ler doch auch nur, dass er ge­nug Geld kriegt. Das kann man halt (ne­ben Kon­zer­ten und Fan­ar­ti­keln) auch über ei­ne Kul­tur­flat­rate o.ä. rea­li­sie­ren.

    Auch wenn der CDU­ler ge­üb­ter in Rhe­to­rik sein mag, ein­mal ist ihm iirc der Feh­ler un­ter­lau­fen, ge­ne­rell von „Por­no­gra­fie“ zu spre­chen, wo ei­gent­li­ch „Kin­der­por­no­gra­fie“ an­ge­bracht wä­re. Ver­mut­li­ch war es ein freud­scher Ver­spre­cher und er will tat­säch­li­ch al­le Por­nos ver­bie­ten…

    Bei ei­ni­gen Be­mer­kun­gen der bei­den wä­re mir erst­mal nichts ein­ge­fal­len au­ßer „Mann, bist du blöd, denk­st du das wirk­li­ch?“ Re­spekt, dass Du da im­mer sach­li­ch ge­blie­ben bist. Auch wenn Du lei­der nicht im­mer das of­fen­sicht­lichs­te Ge­gen­ar­gu­ment brin­gen konn­test.

    Und gut, dass Du Dich En­de bei der Tauss-Dis­kus­si­on nicht da­zu drän­gen las­sen hast, ei­ne der bei­den Po­si­tio­nen „Wenn er den Pro­zess ver­liert, schmei­ßen wir ihn na­tür­li­ch raus“ oder „Uns ist egal, ob er Kin­der miss­braucht hat“ an­zu­neh­men. Man hat rich­tig ge­merkt, wie die Dich zu ei­ner sol­chen Aus­sa­ge drän­gen woll­ten, um sie dann zu zer­rei­ßen…

  17. joe sagt:

    Hal­lo,

    ich hab mir das gan­ze jetzt auf YouTube an­ge­schaut und muss sa­gen, Du hast Dei­ne Po­si­tio­nen sach­li­ch völ­lig kor­rekt ver­tei­digt.

    Al­ler­dings ist Sach­lich­keit (und das se­hen wir in den Bun­des­tags­de­bat­ten im­mer wie­der) auf po­li­ti­scher Ebe­ne nur zweit­ran­gig. Das wird an den Ein­wür­fen und Kom­men­ta­ren von Herrn Scholz sehr deut­li­ch. Die­ser geht näm­li­ch nicht rich­tig auf Dei­ne Ar­gu­men­te ein, son­dern kon­tert di­rekt mit sei­nen ei­ge­nen.

    Ich den­ke ge­ra­de in die­ser Hin­sicht (näm­li­ch po­li­ti­sch zu ar­gu­men­tie­ren) ist die Auf­nah­me des Herrn Tauss ge­ra­de­zu per­fekt. Herr Tauss hat fast 15 Jah­re Er­fah­rung da­mit, das sieht man auch auf Ab­ge­ord­ne­ten­watch.
    Ge­ra­de re­t­ho­ri­sch und ar­gu­men­ta­to­ri­sch kann und muss die Pi­ra­ten­par­tei von ihm ler­nen.

    Wenn mann si­ch mal al­le Pres­se­mit­tei­lun­gen und Re­den seit 2004 auf sei­ner Sei­te zu Ge­mü­te ge­führt hat, hat man ei­ne leich­te Ah­nung, wie im po­li­ti­schen All­tag Mei­nun­gen ge­macht wer­den.

    Und -so schlimm, wie es ist- auch die Pi­ra­ten­par­tei MUSS auf die­sen Zug auf­sprin­gen. Be­ra­tet eu­ch mit Jörg Tauss in­ten­siv, der hat Wahl­kampf­er­fah­rung, was bes­se­res hät­te eu­ch nicht pas­sie­ren kön­nen.

    Ich den­ke ihr seid auf dem rich­ti­gen Weg.
    Mei­ne Stim­me habt ihr!

  18. d0m sagt:

    Hi Dirk,

    tut mir leid, aber ich bin mal ehr­li­ch. Das war sub­op­ti­mal. Die bei­den woll­ten dich der Lä­cher­lich­keit preis­ge­ben – und ha­ben es in mei­nen Au­gen ge­schafft. Ge­le­gent­li­ch hat­te ich ei­ne Fremd­schä­m­at­ta­cke, und das, ob­wohl ich selbst Pi­rat bin. Äääh!

    Ich hal­te dir zu­gu­te, dass die an­ge­spro­che­nen Pro­ble­me Zen­sur­su­la – Co­py­right – Pat­ent­we­sen nicht in ein paar Se­kun­den um­fas­send be­spro­chen wer­den kön­nen.

    Aber so­bald die In­ter­net­aus­dru­cker ir­gend­was von Ki­Po in Bra­si­li­en oder geis­ti­gem Ei­gen­tum fa­seln, ver­suchst das ar­gu­men­ta­tiv zu ent­kräf­ten. Wenn die po­le­mi­sie­ren – war­um du nicht? Man kann un­se­re Kern­aus­sa­gen doch her­un­ter­bre­chen!

    Ich hät­te mir Ge­gen­fra­gen ge­wünscht wie

    – Kann es sein, dass wir den Groß­teil un­se­rer Be­völ­ke­rung kri­mi­na­li­sie­ren, nur weil die In­halte­in­dus­trie si­ch nicht von ih­rem über­hol­ten Ge­schäfts­mo­dell lö­sen kann?

    – Die Mas­sen­kla­gen der In­halte­in­dus­trie sind rechts­miss­bräuch­li­ch und rui­nie­ren ganz nor­ma­le Bür­ger, je­den Tag. Wol­len sie das?

    – Be­trugs­sei­ten von Ban­ken, sog. Phis­hing, sind idR in­ner­halb von vier Stun­den aus dem Netz, bei Ki­Po dau­ert es teil­wei­se meh­re­re Mo­na­te. In mei­nen Au­gen reicht es nicht, ei­nen Sicht­schutz vor Miss­brauchs­do­ku­men­ta­ti­on von Kin­dern zu stel­len. Wir wol­len, dass die Ver­ant­wort­li­chen eben­so schnell wie im Geld­be­reich zur Re­chen­schaft ge­zo­gen wer­den. Die nun be­schlos­se­ne Sper­re ver­lei­tet zu aus-den-Au­gen-aus-dem-Sinn. Liegt das in ih­rem In­ter­es­se Herr Scholz?

    – Wie für je­den an­de­ren Bür­ger gilt für Herrn Tauss die Un­schulds­ver­mu­tung. Falls ein Rich­ter sei­ne Schuld fest­stellt, ist ent­we­der für ihn oder für mi­ch kein Platz mehr bei den Pi­ra­ten.

    – [be­lie­bi­ger Ex­zess aus dem Pat­ent­we­sen, bspw. über­teu­er­te Me­di­ka­men­te für Afri­ka, Pa­ten­te auf Le­be­we­sen, das Ama­zon-1-Kli­ck-Pa­tent, Pa­tent­trol­le etc]. Ge­n­au hier ist zu er­ken­nen, dass das Pat­ent­we­sen in sei­ner jet­zi­gen Form ma­la­de ist und le­dig­li­ch der Ge­winn­si­che­rung gro­ßer Un­ter­neh­men dient. Wol­len sie, dass man Le­ben pa­ten­tie­ren kann, Herr Scholz? Da soll­ten si­ch je­dem Chris­ten die Na­cken­haa­re auf­stel­len. Wol­len sie, dass In­no­va­ti­on zu­künf­tig nur no­ch dort statt­fin­det, wo man si­ch ei­ne Rechts­ab­tei­lung leis­ten kann?

  19. Dexter sagt:

    Glück­wunsch. Die Pro­be hast du mehr als gut be­stan­den. Die „Run­de“ war wirk­li­ch nicht ganz ein­fach. Es ist si­cher nicht ein­fach, dem bil­li­gen Po­pu­lis­mus der CDU-Ty­pen ad­äquat zu er­wi­dern.

    Ich finds je­den­falls schön, dass es jetzt end­li­ch je­man­den gibt, der die Dis­kurs­re­sul­ta­te „der In­ter­net­com­mu­ni­ty“ über die klas­si­schen Me­di­en (Talk­shows ha­ha!) in die „ge­wöhn­li­che“ Be­völ­ke­rung trans­por­tiert.
    Viel Er­folg bei der Auf­klä­rung!

    P.S. Im­mer dran den­ken: Der „ge­wöhn­li­che“ TV-Kon­su­ment ist un­end­li­ch blöd. Dem muss man z.B. wirk­li­ch er­st über Tauss kurz auf­klä­ren (Was ein Ab­ge­ord­ne­ter so macht, war­um Tauss die ver­bo­te­nen In­hal­te hat­te und na­tür­li­ch was es mit der Un­schulds­ver­mu­tung so auf si­ch hat)

  20. RiffSchiffer sagt:

    Hal­lo Dirk, erst­mal Re­spekt das du so lang und so ru­hig die­ses Kreuz­ver­hör aus­ge­hal­ten hast 🙂 Ich kann ver­ste­hen das die Si­tua­ti­on sehr stres­sig war, lei­der muss ich auch sa­gen das du un­be­dingt no­ch an dei­ner Über­zeu­gungs­kraft ar­bei­ten mus­st, und dich z.B. (auch wenns schwer fällt) kür­zer fas­sen mus­st.

    Hör dir zum Bei­spiel mal das Ge­spräch zwi­schen ECPAT und Frank Rie­ger vom CCC zum The­ma In­ter­net­sper­ren an. Frank bleibt im­mer sach­li­ch und be­stimmt, bringt sehr gu­te, kur­ze und ver­ständ­li­che (Gegen)argumente, oh­ne si­ch zu sehr in tech­ni­schen De­tails zu ver­lie­ren und be­hält so ein­deu­tig die Ober­hand. In die­se Rich­tung muss es lau­fen *g –> http://​on​de​mand​-mp3​.dra​dio​.de/​f​i​l​e​/​d​r​a​d​i​o​/​2​0​0​9​/​0​2​/​1​2​/​d​r​k​_​2​0​0​9​0​2​1​2​_​1​6​0​8​_​f​2​a​5​c​2​b​1​.​mp3

  21. troshka sagt:

    Üben, üben, üben! Jungs, ihr sollt ein Vi­deo­blog or­ga­ni­sie­ren und üben si­ch vor der Ka­me­ra ru­hig und sou­ver­en zu ver­hal­ten. Man kann ja auch paar CDU­ler ein­la­den und vor­füh­ren=))

  22. Thorsten sagt:

    Ist das in je­der Talk­show so, daß Gäs­te und auch Mo­de­ra­to­ren si­ch stän­dig ins Wort fal­len? Für mi­ch sah es so aus, daß man selbst hät­te un­höf­li­ch wer­den müs­sen, um da mit­zu­hal­ten. Wie geht man da­mit um?

    Ins­ge­samt gut ge­macht mit Op­ti­mie­rungs­po­ten­ti­al!

  23. xxx sagt:

    sor­ry ei­ner geht no­ch.

    Das in­ter­net is nicht an­onym. Loe­schen statt sper­ren

    BKA tu­to­ri­al

    http://​www​.youtube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​S​8​B​I​y​Q​c​O​VBA (2min)

  24. xxx sagt:

    ge­n­au Yuss­uf !

    ist das nicht auch recht­li­ch be­denk­li­ch ? – al­so ich hab da ja null plan. aber das muss doch bei ei­ner .de/​ip doch ver­folgt wer­den !!! gibts da kein ge­setz wo man de­nen „tut doch bit­te eue­ren job“ vor­wer­fen kann ?

  25. Yussuf sagt:

    Zum Ein­wurf von xxx:

    Zu dem „auch na­tio­nal sper­ren“ kann man na­tür­li­ch zu recht ein­wen­den, dass es für Deut­sche Ser­ver kei­nes­falls zu Sper­run­gen kom­men dürf­te, sie al­so nie­mals auf der Sperr­lis­te lan­den dürf­ten (was ur­sprüng­li­ch auch so an­ge­dacht war!!!) — weil man die Rech­ner im­mer leich­ter ab­zu­schal­ten sind, als den Be­nut­zern ir­gend­wel­che In­hal­te zu sper­ren.

    Yuss­uf

  26. Pingback: si tacuisses

  27. Yussuf sagt:

    Sor­ry, da sind zwei Ge­dan­ken kru­de in ei­nen Satz ge­flos­sen:
    (1. Ab­satz, letz­tes Drit­tel)

    Ge­schrie­ben hat­te ich:
    > [..] und ist (wie al­le Off­liner) schlicht un­ter­stellt dass es im
    > Fal­le von Kin­des­miss­brauch si­cher­li­ch auch in Uru­gu­ay 90+%
    > der Pro­vi­der die In­hal­te vom Netz neh­men wür­den.

    Ge­meint war:
    [..] und hat (wie al­le Off­liner) schlicht un­ter­stellt dass im fer­nen
    Aus­land auch im Fal­le von Kin­des­miss­brauch kein Pro­vi­der die
    wi­der­li­chen In­hal­te vom Netz neh­men wür­de (un­be­wie­sen, und
    ten­den­zi­ell scheint ja das Ge­gen­teil der Fall zu sein, beim Phis­hing bin­nen we­ni­ger Stun­den – GLO­BAL!).

  28. xxx sagt:

    – „…wenn das in­ter­net nun na­tio­nal wa­er…“

    Gut. Es gibt deut­sche die fah­ren nach Tai­land zum… dies ist der Re­gie­rung dort be­kannt … sol­len wir de­nen jetzt die Aus­rei­se ver­bie­tet und tai kinds zu schuet­zen ?

  29. Yussuf sagt:

    Hal­lo Dirk,
    Herz­li­chen Glück­wunsch erst­mal zu Dei­nem De­büt!

    Sehr gut ge­fal­len hat mir ei­ner­seits Dei­ne Ru­he, mit der Du das Re­den Dei­ner „Ge­gen­übers“ er­tra­gen hast. Nicht so gut fand ich, dass Du bis­wei­len zu lan­ge ge­war­tet hast um Scholz (und durch­aus auch Min­hoff) zu brem­sen. Es ist wahr­schein­li­ch die gro­ße Grat­wan­de­rung, den Be­tei­lig­ten auch ih­re Un­kennt­nis mal deut­li­ch vor die Na­se zu hal­ten und durch­aus auch mal (!) das Wort ab­zu­schnei­dern. Z.B. ist mir das sehr un­an­ge­nehmn auf­ge­sto­ßen, dass Du Scholz sein un­säg­li­ches „Uru­gu­ay-Bei­spiel“ hast aus­schmü­cken las­sen. Hier wä­re ein ra­di­ka­les Ein­grei­fen IMO zwin­gend not­wen­dig und auch sehr hilf­reich ge­we­sen. Denn Scholz hat 1. nicht über Kin­des­miss­brauch (Wi­der­spruch zu Be­teue­run­gen v. v.d. Ley­en & Krog­mann!!) ge­pro­chen, hat 2. bil­ligs­te Kli­schees be­dient (Uru­gu­ay sei ein Un­rechts­staat) und ist (wie al­le Off­liner) schlicht un­ter­stellt dass es im Fal­le von Kin­des­miss­brauch si­cher­li­ch auch in Uru­gu­ay 90+% der Pro­vi­der die In­hal­te vom Netz neh­men wür­den. Hier soll­test Du Stra­te­gi­en su­chen (trai­nie­ren) sol­che Wol­ken­schlöss­chen Dei­ner „Ge­gen­übers“ zu zer­schie­ßen. Denn letzt­li­ch ist Scholz mit die­sem kru­den Uru­gu­ay-Bei­spiel ER­FOLG­REICH ge­we­sen, lei­der!

    Was ich üb­ri­gens to­tal span­nend fän­de wä­re, wenn Du sel­ber das In­ter­view mal im De­tail ana­ly­sie­ren und (wo mög­li­ch) on­line stel­len wür­dest. Iinsbson­de­re, war­um (ra­tio­nal & emo­tio­nal) Du an wel­cher Stel­le so re­agiert hast, wie Du es ge­tan hast. Ich könn­te mir vor­stel­len, dass Du dann ein sehr fun­dier­tes Feed­back er­hält­st – und Dir dann über­le­gen kann­st, ob und wie Du das ein­bau­en will­st.

    Für den Ab­schluss wür­de ich mir viel­leicht no­ch ein Sah­ne­häub­chen über­le­gen. Viel­leicht wä­re hier ein Hin­weis auf den Ge­ne­ra­tio­nen-Kon­flikt wir­kungs­voll, bei dem man den feh­len­den Me­di­en-Lern­wil­len bzw. das feh­len­de IT-Lern­po­ten­zi­al der „Off­line-Ge­ne­ra­ti­on“ her­vor hebt. Denn eben aus der fach­li­chen In­kom­pe­tenz folgt die Igno­ranz ge­gen­über den sehr fun­dier­ten Ein­wän­den und aus der Un­fä­hig­keit der Ent­schei­der, die Fol­gen ih­res Han­delns ein­zu­schät­zen er­wächst ei­ne we­nig nach­hal­ti­ge, rück­wärts ge­wand­te Ab­schot­tungs- und Si­cher­heits­po­li­tik — aber eben kei­ne krea­ti­ve, mo­der­ne und vor al­lem wett­be­werbs­fä­hi­ge Wirt­schaft von mor­gen, die auch der glo­ba­len An­for­de­rung an Dy­na­mik ge­wach­sen ist.

    Viel Er­folg no­ch!
    Yuss­uf

  30. xxx sagt:

    Hal­lo Dirk,

    ich fand das In­ter­view gut. Aber von dir müs­sen no­ch viel viel mehr di­rek­te Ar­gu­men­te (Uh-Recht, G-Ei­gen­tum kom­men).

    XING – „Sor­ry ist jetzt ge­schützt. Bit­te be­schil­dert Ame­ri­ka neu“:
    http://​neu​er​dings​.com/​2​0​0​9​/​0​2​/​0​5​/​x​i​n​g​-​r​o​a​d​s​i​g​n​-​c​o​m​m​u​n​i​t​y​-​s​o​r​g​t​-​f​u​e​r​-​c​h​a​o​s​-​a​u​f​-​u​s​-​s​t​r​a​s​s​en/

    Ni­ne In­ch Nails – „Ver­die­nen si­ch dumm und da­em­li­ch da -Con­nect Wi­th Fans (CwF) + Re­a­son To Buy (RtB) = $$$“
    http://​phlow​.net/​m​a​g​a​z​i​n​/​n​e​t​z​k​u​l​t​u​r​/​m​u​s​i​k​-​m​a​r​k​e​t​i​n​g​-​p​r​o​m​o​t​i​o​n​/​6​8​3​-​c​o​n​n​e​c​t​-​w​i​t​h​-​f​a​n​s​-​c​w​f​-​r​e​a​s​o​n​-​t​o​-​b​u​y​-​rtb

    Das sind ab­so­lu­te tot­schlag Ar­gu­men­te -> mach se platt 😉

    Vie­le Gru­es­se

    Jan

  31. Kai Nehm sagt:

    „Das In­ter­net ist nur ei­ne neue Tech­nik“

    Wer hier nicht wi­der­spricht, muss die Po­si­ti­on der Pi­ra­ten in dem be­stehen­den Sys­tem ver­tei­di­gen – Vi­le Spaß beim Schei­tern.

    Auch wenn die Vi­sio­nen viel­leicht über­trie­ben sind, feh­len die Zu­kunfts­bil­der von Tapscott/​Weinberger/​Shirky/​Godin. Es geht dar­um, die Zu­kunft ak­tiv zu ge­stal­ten und in­no­va­ti­ons­fä­hig zu blei­ben.

  32. hitd sagt:

    Der An­fang war et­was bes­ser als der Schluß.
    Stra­te­gi­sch war Scholz ei­gent­li­ch in ei­ner schwa­chen Po­si­ti­on. In­ter­net ist ei­gent­li­ch nur die Da­ten­au­to­bahn zur all­ge­mei­nen Glo­ba­li­sie­rung.

    Ge­ra­de bei der nor­ma­len Glo­ba­li­sie­rung denkt die CDU oh­ne Sper­ren, da­für mit at­trak­ti­ven Pro­duk­ten. In­so­weit war die Dis­kus­si­on im Ur­he­ber­recht ir­gend­wie ver­kehr­te Welt. Bei Soft­ware gibt es Share­ware schon Jahr­zehn­te als er­folg­rei­ches Ge­schäfts­mo­dell. Bei Bü­chern in Pa­pier geht das we­gen der Pro­duk­tio­skos­ten bis­her nicht so ein­fach. e-Books wird es wohl auch als Share-book ge­ben. Das wä­re für mi­ch völ­lig nor­mal.

    Ich kann mi­ch aber nicht zur Pi­ra­ten­par­tei ent­schlie­ßen, weil es im Par­tei­pro­gramm an Aus­sa­gen zu Au­ßen­po­li­tik, Krieg, So­zi­al­staat, Wirt­schaft und Steu­ern fehlt.

    Für ei­ne Par­tei, die zur Bun­des­tags­wahl an­tritt, er­war­te ich das ein­fach.
    In­so­fern war der Ein­spie­ler der Um­fra­ge kor­rekt, wenn In­ter­net der ein­zi­ge Pro­gramm­punkt ( ich hab no­ch ei­ni­ge FDP-ähn­li­che The­sen bei Mo­no­po­len usw. ge­fun­den), dann reicht es nicht.

    Gut, daß war nicht The­ma der Sen­dung.

    Für die Fra­ge der Ko­pi­en war mir zu un­deut­li­ch, daß es eben kein ein­heit­li­ches sog. geis­ti­ges Ei­gen­tum gibt. Schon bis­her nicht. Ge­set­zes­tex­te un­ter­lie­gen spe­zi­el­len Re­ge­lun­gen und ich per­sön­li­ch le­ge Wert dar­auf, daß ei­ne gu­te Men­ge an Wis­sen frei zur Ver­fü­gung steht. Da­von hängt näm­li­ch die De­mo­kra­tie ab. Wenn der Bür­ger, das Volk als Sou­ve­r­än ent­schei­den soll, darf man das not­wen­di­ge Wis­sen da­zu nicht vor­ent­hal­ten. Auch ei­ne De­mo­kra­tie ge­gen Ein­tritts­geld wä­re ab­surd. Wir hat­ten mal in Deutsch­land ein Mehr­klas­sen­wahl­recht nach Ein­kom­men bzw. nach Steu­er­leis­tung.

    Drei­klas­sen­wahl­recht von 1849-1918

    Ei­ne Wie­der­be­le­bung durch die Hin­ter­tür, weil ein HIV’ler (Hartz IV) ein­fach den Zu­gang zum Wis­sen für de­mo­kra­ti­sches Mit­tun nicht fi­nan­zie­ren kann, ist in­ak­zep­ta­bel.

    An­de­re Din­ge des geis­ti­gen Ei­gen­tums wie Lied­tex­te sind kei­ne Fra­ge der De­mo­kra­tie, nach den bis­he­ri­gen Er­fah­run­ge­na­ber auch nicht be­droht, wie wir seit der Ab­mah­nung der sog. Raub­sän­ger durch Mu­sik­ver­la­ge wis­sen.

  33. Pseudo Nühm sagt:

    Tja da war wohl je­mand of­fen­sicht­li­ch nicht gut aufs The­ma vor­be­rei­tet. Mit sol­chen Bein­stel­lern wie fal­schen The­men­an­ga­ben muss man lei­der auf feind­li­chem Ter­rain rech­nen. Bei ei­ner we­ni­ger kon­ser­va­ti­ven Sen­dung wä­re das mit Si­cher­heit an­ders ver­lau­fen.
    Da­von ab­ge­se­hen hal­te ich es für äus­ser­st kon­tra­pro­duk­tiv die for­ma­len Pro­ble­me der Zen­sur (Wirk­sam­keit, Zu­stän­dig­keit usw.) mit den grund­sätz­li­chen (ge­hei­me Zens­ur­lis­te der Polizei/​nicht schnel­ler oder ein­fa­cher als Lö­schung) zu ver­mi­schen.

  34. Sven sagt:

    Fand den Auf­tritt su­per und auch sehr gut ar­gu­men­tiert. Den­ke mal das für den Neu­ling die Zie­le der Pi­ra­ten recht gut rü­ber­ge­kom­men sind.

  35. Pingback: Piratenkultur | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Piratenkultur

  36. H. Lubenow sagt:

    @simplizissimus: Man könn­te na­tür­li­ch al­les ir­gend­wie recht­fer­ti­gen, z.B. könn­te man sa­gen, ein neu­es Ur­he­ber­recht, das die Ver­wer­tungs­rech­te des Ur­he­bers zu­guns­ten der Up- und Down­load-Frei­heit der An­wen­der im In­ter­net be­schränkt, wä­re ei­ne neue In­halts­be­stim­mung des Ei­gen­tums.

    Ir­gend­wie er­in­nert mi­ch das auch al­les an Ri­chard Stall­man: Der sagt, Clo­sed-Sour­ce-Soft­ware sei bö­se, sie zu nut­zen, sei schlecht: „Wir sa­gen hin­ge­gen, wenn du nicht-freie Soft­ware nutzt, gib­st du dei­ne Frei­heit auf.“:

    http://​www​.li​nux​-ma​ga​zin​.de/​O​n​l​i​n​e​-​A​r​t​i​k​e​l​/​R​i​c​h​a​r​d​-​S​t​a​l​l​m​a​n​-​i​m​-​I​n​t​e​r​v​i​e​w​-​T​e​i​l-I
    http://​www​.li​nux​-ma​ga​zin​.de/​O​n​l​i​n​e​-​A​r​t​i​k​e​l​/​R​i​c​h​a​r​d​-​S​t​a​l​l​m​a​n​-​i​m​-​I​n​t​e​r​v​i​e​w​-​T​e​i​l​-II

    Auch er setzt si­ch al­so ge­gen das Ver­wer­tungs­recht des Ur­he­bers ein, in­dem er Soft­ware för­dert, die dem Ein­fluß des Ur­he­bers (durch die GPL) ent­zo­gen ist. Al­so auch ge­gen­über dem der­zei­ti­gen Rechts­zu­stand ei­ne Ver­schie­bung zu­guns­ten (der „Frei­heit“) des An­wen­ders.
    Aber Du hast recht, das müß­te man noch­mal an an­de­rer Stel­le dis­ku­tie­ren …

    Vie­le Grü­ße

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