Der Nahverkehrs-Adventskalender (9): Wuppertal, Vohwinkel, 2005


Wuppertaler Schwebebahn über der Kaiserstraße in Vohwinkel

Wup­per­ta­ler Schwe­be­bahn über der Kai­ser­stra­ße in Voh­win­kel

Bei einem Bil­der­bo­gen zum deut­schen Nah­ver­kehr darf die Wup­per­ta­ler Schwe­be­bahn nicht feh­len. Die­ses Foto zeigt die Stre­cke unmit­tel­bar west­lich der End­sta­ti­on in Voh­win­kel über der Kai­ser­stra­ße. Die Schwe­be­bahn ver­läuft hier mit ihrem wuch­ti­gen Via­dukt direkt über der Stra­ße. Die Stüt­zen – übri­gens alle ein­zeln durch­num­me­riert – sind mit Betonum­weh­run­gen gegen Unfäl­le geschützt. Der Zug links im Bild ver­lässt gera­de den Stra­ßen­raum um in die End­sta­ti­on ein­zu­fah­ren. Unter­halb der Schwe­be­bahn­tras­se sieht man zudem einen Hin­weis auf ein ande­res Ver­kehrs­mit­tel: An die­ser Stel­le ver­kehrt die O-Bus­li­nie nach Solin­gen direkt unter­halb der Schwe­be­bahn.

Über die Funk­ti­ons­wei­se der Wup­per­ta­ler „Schwe­be­bahn” ist schon vie­les geschrie­ben wor­den. Natür­lich han­delt es sich nicht um eine wirk­lich schwe­ben­de Bahn wie z.B. den Trans­ra­pid. Statt­des­sen ist das Fahr­werk nicht unter, son­dern über dem Fahr­zeug mon­tiert, sodass die­ses unter­halb sei­ner Schie­ne hängt. Ent­wi­ckelt wur­de die­ses „Sys­tem Eugen Lan­gen” Ende des 19. Jahr­hun­derts und den etwas rus­ti­ka­len Cha­rak­ter hat es sich bis heu­te erhal­ten. Bei mei­nem ers­ten Besuch in Wup­per­tal dach­te ich so, der Name „Wup­per­ta­ler Rum­pel­bahn” wür­de auch ganz gut pas­sen…

Wup­per­tal ist eine der ganz weni­gen Städ­te in der Welt, die über­haupt eine sol­che Bahn haben. Lan­gen hat­te das Sys­tem um 1900 ver­schie­dens­ten Städ­ten ange­bo­ten, aber in fast allen Fäl­len schei­ter­te dies vor allem an ästhe­ti­schen Erwä­gun­gen: Das Schwe­be­bahn­via­dukt lässt sich nur schwer in Stra­ßen­räu­me inte­grie­ren. Wup­per­tal hat hin­ge­gen die Beson­der­heit, dass die gesam­te Stadt längs des Flus­ses Wup­per liegt und gro­ße Tei­le der Bahn­tras­se genau über des­sen Fluss­bett erreich­tet wer­den konn­ten. Inso­fern gibt das Bild nicht das Aus­se­hen des Haupt­teils der Stre­cke wie­der. Für den Wup­per­ta­ler Nah­ver­kehr erfüllt die Schwe­be­bahn ihre Auf­ga­be als Rück­grat sehr gut und gera­de in den ver­gan­ge­nen Jah­ren wur­den etli­che der Sta­tio­nen grund­le­gend instand gesetzt, moder­ni­siert und viel­fach mit Auf­zü­gen aus­ge­stat­tet. So ist die Schwe­be­bahn auch für die Zukunft fit.

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