Hannover damals und heute (2): Alte Celler Heerstraße am Ernst-August-Platz, April 1974

Hannover damals und heute (2): Alte Celler Heerstraße am Ernst-August-Platz, April 1974


Hannover damals und heute (2): Alte Celler Heerstraße am Ernst-August-Platz, April 1974

Han­no­ver damals und heu­te (2): Alte Cel­ler Heer­stra­ße am Ernst-August-Platz, April 1974

Eines der ältes­ten Fotos im Archiv mei­nes Opas: Die Stra­ße, die nord­west­lich des Bahn­hofs­ge­bäu­des unter den Glei­sen hin­durch­führt. Damals hieß sie „Alte Cel­ler Heer­stra­ße” und war eine drei­spu­ri­ge Ein­bahn­stra­ße auf den Ernst-August-Platz hin. Auf Gleis 1 des Bahn­hofs steht eine Die­sel­lok der Bau­rei­he 218, even­tu­ell auf dem Weg zur Hei­de­bahn. Die Deis­ter­bahn war bereits seit 1970 elek­ti­fi­ziert, even­tu­ell war sie Start oder Ziel des Zuges mit der Ellok, die sich auf Gleis 2 erah­nen lässt.

Der Fuß­gän­ger­be­reich in der auch „Post­tun­nel” genann­ten Unter­füh­rung hat eine etwas groß­spu­ri­ge „Mode-Passage”-Reklame, die das Magis-Stamm­haus am Kröp­cke abbil­det. Schau­käs­ten scheint es an der Tun­nel­wand aber nicht zu geben.

Im Hin­ter­grund schließ­lich eine der „Land­mar­ken” der han­no­ver­schen Innen­stadt: Der Fern­seh­turm. Und 1974 ist er auch noch mit einer gro­ßen Zahl von Anten­nen zur Abstrah­lung von Rund­funk- und Fern­seh­si­gna­len aus­ge­stat­tet. Im Bild davor ist zudem die Stra­ßen­be­leuch­tung zu sehen – und zwar wohl gleich zwei Genera­tio­nen. Links die neue­re und zu dem Zeit­punkt auch mei­ner Erin­ne­rung nach aktu­el­le Vari­an­te für eine eher etwas groß­flä­chi­ge­re Aus­leuch­tung, rechts ein Modell, das höchst­wahr­schein­lich etwas älte­ren Datums war.

Die gel­ben und roten Spreng­sel sind übri­gens Arte­fak­te von Auf­be­wah­rung und Digi­ta­li­sie­rung: Gera­de die älte­ren Fil­me haben viel­fach die­se gelb­li­chen Ver­fär­bun­gen, die wohl der Alte­rung der Nega­ti­ve geschul­det sind. Und das Rote sind nicht ent­fern­ba­re Kleb­stoff­res­te. Die­se stam­men aus den Fil­men­den, die sei­ner­zeit im Labor noch nicht abge­trennt wur­den und dann im lau­fe der Jahr­zehn­te die Nega­tiv­strei­fen teil­wei­se mit­ein­an­der ver­klebt haben.

Heute Lister Meile: Die westliche Ausfahrt des Posttunnels im September 2019

Heu­te Lis­ter Mei­le: Die west­li­che Aus­fahrt des Post­tun­nels im Sep­tem­ber 2019

Zeit­sprung, 45 Jahr spä­ter. Im Sep­tem­ber 2019 ist auf den ers­ten Blick nur der Brü­cken­bau im Wesent­li­chen gleich geblie­ben. Das Bahn­steig­dach ist gekürzt und auf Gleis 2 steht heu­te eine S‑Bahn statt der lok­be­spann­ten Züge in den 1970ern.

Der Fern­seh­turm ist kein Fern­seh­turm mehr, son­dern nur noch Wer­be­trä­ger des VW-Kon­zerns, der ganz kurz, bevor die­ses Foto ent­stand, das Logo auf den aktu­el­len Stand gebracht hat. Die Anten­nen sind schon in den 1990er Jah­ren zum neu­en Fern­seh­turm im Roder­bruch umge­zo­gen.

Die größ­te Ver­wand­lung hat wohl aber die Stra­ßen­un­ter­füh­rung durch­ge­macht. Mitt­ler­wei­le ist auch die­ses süd­lichs­te Stück der ehe­ma­li­gen „Alten Cel­ler Heer­stra­ße” in „Lis­ter Mei­le” umbe­nannt. Vor allem aber fährt hier seit 2017 die Stra­ßen­bahn zum Rasch­platz ent­lang. Links und rechts des Gleis­betts sind brei­te Rad­we­ge ent­stan­den, vorn im Bild sieht man den dar­auf zulau­fen­den, rot ein­ge­färb­ten Rad­strei­fen. Die „Mode-Pas­sa­ge” ist ver­schwun­den und ich bin mir ziem­lich sicher, dass Magis auch nicht mit der „FKK-Villa”-Bordellreklame in Ver­bin­dung gebraucht wer­den möch­te, die sich in den Schau­käs­ten in der Unter­füh­rung breit gemacht hat.

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