Än­de­rungs­an­trag in die Rats­sit­zung zur neu­en Ge­schäfts­ord­nung – kom­men­tar­los ab­ge­lehnt


Neues Rathaus in Hannover

Der Rat der Stadt Han­no­ver will sei­ne Ge­schäfts­ord­nung än­dern. Zu die­sem An­trag ha­be ich fol­gen­den Än­de­rungs­an­trag ein­ge­bracht:

Än­de­rungs­an­trag zu DS 0502/2014 N2, Än­de­rung der Ge­schäfts­ord­nung des Ra­tes

In Ab­schnitt 4, „Zu­stän­dig­kei­ten der Fach­aus­schüs­se“ wird in Zei­le 5, „Ver­an­stal­tungs­ko­or­di­na­ti­on und An­ge­le­gen­hei­ten ‚Klei­nes Fest’“ der Text in der Spal­te „Aus­schuss­zu­stän­dig­keit neu“ wie folgt ge­än­dert:

„Die Ver­an­stal­tungs­an­ge­le­gen­hei­ten sol­len künf­tig in dem Aus­schuss be­han­delt wer­den, der im je­wei­li­gen Ein­zel­fall den größ­ten Sach­be­zug auf­weist. Ist ei­ne Zu­ord­nung nicht mög­lich, sol­len die­se An­ge­le­gen­hei­ten im Sport­aus­schuss be­ra­ten wer­den.“

Be­grün­dung

Die in der Druck­sa­che 0502/2014 vor­ge­leg­te Neu­fas­sung er­laubt die Be­ra­tung von An­ge­le­gen­hei­ten der Ver­an­stal­tungs­ko­or­di­na­ti­on und An­ge­le­gen­hei­ten „Klei­nes Fest“ „un­mit­tel­bar im Ver­wal­tungs­aus­schuss“. Im Ge­gen­satz zu den Fach­aus­schüs­sen ist dies aber ein nicht­öf­fent­lich ta­gen­des Gre­mi­um. Da­mit wer­den Nach­voll­zieh­bar­keit und Trans­pa­renz der po­li­ti­schen Be­ra­tung und Ent­schei­dung ge­gen­über dem bis­he­ri­gen Ver­fah­ren deut­lich ver­schlech­tert, zu­mal wenn die Druck­sa­che nicht in der Rats­ver­samm­lung be­ra­ten wird. Dies soll aber nicht der Ne­ben­ef­fekt der an­sons­ten sinn­vol­len Ein­zel­fall­be­zo­gen­heit der Aus­schuss­zu­ord­nung der Be­ra­tun­gen sein. Die­ser Än­de­rungs­an­trag be­hebt das Pro­blem, in­dem im Fall der nicht mög­li­chen Zu­ord­nung wei­ter­hin der öf­fent­lich ta­gen­de Sport­aus­schuss für die Be­ra­tung zu­stän­dig ist.

Ich hal­te das Pro­blem die­ser Än­de­rung der Ge­schäfts­ord­nung für er­heb­lich: An­trä­ge sol­len – so die Vor­ga­be des NKomVG – grund­sätz­lich öf­fent­lich be­han­delt wer­den. Aus­nah­men gibt es nur in eng be­grenz­ten Si­tua­tio­nen. Mit die­ser Ge­schäfts­ord­nung wird aber ei­ne Si­tua­ti­on ge­schaf­fen, in der Druck­sa­chen nach Maß­ga­be der Ver­wal­tung in den nicht-öf­fent­li­chen Ver­wal­tungs­aus­schuss „ver­scho­ben“ wer­den kön­nen. Das ist neu und mei­nes Er­ach­tens ei­ne er­heb­li­che Ver­schlech­tung der bis­he­ri­gen Si­tua­ti­on, in der sol­che Druck­sa­chen im Sport­aus­schuss lan­de­ten – nicht im­mer pas­send, aber im­mer­hin öf­fent­lich.

In Han­no­ver ist es ja nun nicht et­wa span­nend, ob ein An­trag der „Op­po­si­ti­on“ (und ei­nes Ein­zel­ver­tre­ters zu­mal) ab­ge­lehnt wird, son­dern mit wel­cher Be­grün­dung. In die­sem Fal­le hat es sich die rot-grü­ne Mehr­heits­ko­ali­ti­on be­son­ders ein­fach ge­macht: Sie hat ein­fach gar kei­ne Be­grün­dung ab­ge­ge­ben, son­dern kom­men­tar­los mit „nein“ ge­stimmt – wie üb­ri­gens auch die op­po­si­tio­nel­le CDU.

Ich fin­de das be­denk­lich: Po­li­tik soll öf­fent­lich und nach­voll­zieh­bar sein. Das ist ei­nes der zen­tra­len An­lie­gen, für die ich in die Po­li­tik ge­gan­gen bin. Mein Ein­wand ist – und bleibt, dass mit die­ser Än­de­rung der Ge­schäfts­ord­nung ge­gen den Trans­pa­renz­grund­satz ver­sto­ßen wird. Mag sein, dass ich falsch lie­ge. Dies aber nicht zu ar­ti­ku­lie­ren, ist min­des­tens mal schnö­se­lig. Viel­leicht liegt es aber auch dar­an, dass ich ei­gent­lich Recht ha­be, man das aber sei­tens der selbst­er­nann­ten „Stadt­re­gie­rung“ mal wie­der nicht zu­ge­ben will…

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