Kurz­be­richt zur Rats­ver­samm­lung am 2013-06-13


Zur Rats­sit­zung am gest­ri­gen Don­ners­tag zu ei­ni­gen Punk­ten ein paar kur­ze Be­trach­tun­gen:

Zu­nächst: Die Sit­zung war sehr lang. Trotz pünkt­li­chem An­fang um 15 Uhr wa­ren wir erst deut­lich nach 19 Uhr fer­tig. Ei­ne re­la­tiv um­fäng­li­che Dis­kus­si­on um die Dring­lich­keit ei­ni­ger frisch ein­ge­brach­ter Dring­lich­keits­an­trä­ge so­wie die Ver­ab­schie­dung von Ers­tem Stadt­rat Mön­ning­hoff und der bis­he­ri­gen Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­ten Voll­mer-Schu­bert ha­ben den Zeit­plan arg ge­dehnt.

Un­se­re An­fra­ge zu kre­dit­ähn­li­chen Rechts­ge­schäf­ten, dar­un­ter fal­len ins­be­son­de­re „pu­blic-pri­va­te part­nerships (PPP)“ wur­de von Stadt­käm­me­rer Hans­mann be­ant­wor­tet. Die kom­plet­te Ant­wort wird sich dem­nächst si­cher on­line in der Sit­zungs­ver­wal­tung fin­den; wich­ti­ge Punk­te wa­ren, dass PPP-Pro­jek­te sehr kom­plex sind und ei­nen wirt­schaft­li­chen Vor­teil ha­ben kön­nen – aber nicht un­be­dingt ha­ben müs­sen.

Das Wohn­kon­zept wur­de noch­mals um­fäng­lich ge­wür­digt. Ich ha­be für die Pi­ra­ten die Wich­tig­keit die­ses Kon­zepts be­tont und dass es zwar im Gro­ßen und Gan­zen gut ist, je­doch durch­aus auch noch ver­bes­sert wer­den kann. Dass der Be­schluss­text das Kon­zept zur „ver­bind­li­chen“ Hand­lungs­grund­la­ge er­klä­ren will, war ei­gent­lich bei al­len Rats­frak­tio­nen nicht gut an­ge­kom­men. Wäh­rend SPD und Grü­ne das aber nicht als Pro­blem se­hen, hat die Op­po­si­ti­on ent­spre­chen­de Än­de­rungs­an­trä­ge ein­ge­bracht, die die Wort­wahl an die­ser Stel­le än­dern. Wir ha­ben den Än­de­rungs­an­trä­gen von CDU, Lin­ken und FDP zu­ge­stimmt, die aber al­le kei­ne Mehr­heit be­ka­men. Da wir selbst als ein­zi­ge Op­po­si­ti­ons­grup­pe kei­ne Än­de­rungs­an­trä­ge ein­ge­bracht hat­ten, wa­ren wir am En­de um­so frei­er in un­se­rer Ent­schei­dung, wie wir über die Ge­samt­druck­sa­che ab­stim­men. We­gen der Wich­tig­keit der Wohn­kon­zepts und weil der In­halt letzt­lich im Gro­ßen und Gan­zen durch­aus zu­stim­mungs­fä­hig war, ha­ben wir letzt­lich auch der Ori­gi­nal­druck­sa­che zu­ge­stimmt – auch oh­ne dass die von uns be­für­wor­te­ten Än­de­rungs­an­trä­ge ei­ne Mehr­heit be­kom­men hat­ten.

Ins­ge­samt ist das Wohn­kon­zept 2025 ein wich­ti­ger Be­schluss, der die Wohn­raum­po­li­tik in Han­no­ver in den nächs­ten Jah­ren prä­gen wird. Die Hoff­nung, da­mit die stei­gen­den Miet- und Kauf­kos­ten für Wohn­raum bes­ser in den Griff zu be­kom­men, er­scheint mir nicht völ­lig un­be­grün­det. Al­ler­dings gibt es hier auch an­de­re Ein­fluss­grö­ßen, die ent­we­der au­ßer­halb der städ­ti­schen Zu­stän­dig­keit lie­gen (Wohn­raum­för­de­rung auf Lan­des- oder Bun­des­ebe­ne) oder die nicht ak­tiv po­li­tisch steu­er­bar sind (Miet­spie­gel).

Mit dem Con­trac­ting-fi­nan­zier­ten Bau von So­lar­pa­nels auf öf­fent­li­chen Ge­bäu­den wird ein neu­er Weg für die Um­set­zung sol­cher An­la­gen be­schrit­ten. Wir hat­ten ei­nen Än­de­rungs­an­trag ein­ge­bracht, mit dem das Fi­nan­zie­rungs­mo­dell „Con­trac­ting“, ei­ne Un­ter­fall der be­reits er­wähn­ten PPP-Pro­jek­te, stär­ker un­ter Rats­kon­trol­le ge­stellt wer­den hät­te sol­len. Der An­trag fand aber kei­ne Mehr­heit. Letzt­lich wur­de der Ur­sprungs­an­trag mit den Stim­men von SPD und Grü­nen an­ge­nom­men.

Schließ­lich wur­de die von der Pi­ra­ten­frak­ti­on ein­ge­brach­te kom­mu­na­le In­for­ma­ti­ons­frei­heits­sat­zung im Rat von rot-grün ab­ge­lehnt. Das ist scha­de, weil sich ei­gent­lich bei­de Par­tei­en im Vor­feld selbst so dar­ge­stellt hat­ten, dass sie auf kom­mu­na­ler Ebe­ne In­for­ma­ti­ons­frei­heit för­dern wol­len – und das Haupt­ar­gu­ment, man wol­le zu­nächst auf die Lan­des-In­for­ma­ti­ons­frei­heits­sat­zung war­ten, eher schwach ist. Fakt ist nun aber: Bis auf Wei­te­res wird es in Han­no­ver kei­ne In­for­ma­ti­ons­frei­heit auf kom­mu­na­ler Ebe­ne ge­hen. Dan­ke, SPD & Grü­ne.

Die Rats­sit­zung war die letz­te vor der Som­mer­pau­se. Im Ju­li und im Au­gust wird der Rat al­so nicht ta­gen, auch die Fach­aus­schüs­se und an­de­re Gre­mi­en fin­den wäh­rend der Som­mer­mo­na­te nicht statt. Ich selbst ha­be zwi­schen dem 24. Ju­ni und dem 16. Au­gust kei­ne Sit­zun­gen.

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