Piratenwahlkampf Hannover: Plakate, Fahnen und 40.000 Flyer 4


Mit dem heu­ti­gen Tag geht der wohl längs­te und auf­wän­digs­te Wahl­kampf zu Ende, den die Pira­ten­par­tei in Han­no­ver bis­lang bestrit­ten hat. Wäh­rend die Wahl­lo­ka­le geöff­net sind, ist es Zeit für eine klei­ne Bilanz.

Zunächst mal die rei­nen Zah­len: Wir haben in Han­no­ver und der Regi­on etwa 40.000 Fly­er ver­teilt, davon allein 20.000 Exem­pla­re unse­res „Hannover”-Flyers, der unse­re poli­ti­schen Zie­le für die Regi­on Han­no­ver zusam­men­fasst. Sei­ne Basis ist unser Regi­ons-Wahl­pro­gramm, das wir in einem mehr­mo­na­ti­gen Pro­zess erar­bei­tet und in gedruck­ter Ver­si­on eben­falls knapp 1500 Mal unters Volk gebracht haben. Dazu kom­men noch meh­re­re Tau­send der Lan­des­ver­bands­fly­er sowie die Fly­er, die ein­zel­ne Kan­di­da­ten für sich selbst in ihrem Wahl­be­reich pro­du­ziert haben. Zusätz­lich übri­gens zum Wahl­por­tal, das eben­falls vie­le Tau­send Zugrif­fe ver­zeich­nen konn­te.

Hannover-Flyer: 20.000 Exemplare verteilt

Han­no­ver-Fly­er: 20.000 Exem­pla­re ver­teilt

Allein das sind Zah­len, an die wir in den ver­gan­ge­nen Wahl­kämp­fen nicht mal ansatz­wei­se her­an­ge­kom­men sind. Dazu kom­men aber noch etwa 1500 Pla­ka­te, die sich über die Regi­on ver­tei­len, wobei es hier star­ke loka­le Schwer­punk­te in bestimm­ten han­no­ver­schen Stadt­be­zir­ken gab oder in Hem­min­gen, wo allein 600 Pla­ka­te in allen Orts­tei­len auf­ge­hängt wur­den.

Ins­ge­samt waren wir ein knap­pes Jahr mit dem Wahl­kampf beschäf­tigt, den man ins­ge­samt in vier Pha­sen ein­tei­len kann:

  • Pha­se 0 begann im Herbst 2010 mit Über­le­gun­gen, wie wir die Kom­mu­nal­wahl par­tei­in­tern orga­ni­sie­ren. Wich­tigs­tes Resul­tat war unse­re „Kom­mu­nal­wahl­ord­nung”, mit der wir unse­re Auf­stel­lungs­ver­samm­lun­gen effi­zi­ent durch­füh­ren konn­ten und einen sinn­vol­len Modus für die Zusam­men­stel­lung der Wahl­vor­schlä­ge hat­ten.
  • Mit der ers­ten Auf­stel­lungs­ver­samm­lung Ende Janu­ar 2011 begann Pha­se 1: Die Kan­di­da­ten wur­den bestimmt und das Wahl­pro­gramm erar­bei­tet. Die zwei­te Auf­stel­lungs­ver­samm­lung im März hat dann die Kan­di­da­ten­mann­schaft im Wesent­li­chen ver­voll­stän­digt, die drei wei­te­ren Vers­mam­lun­gen haben das nur noch punk­tu­ell ergänzt. Für die Inhal­te des Wahl­pro­gram­mes gab es eine gan­ze Rei­he von Arbeits­tref­fen, die schließ­lich in eine vor­läu­fi­ge Ver­si­on mün­de­ten.
  • 1. Mai: Piratenstand auf dem Klagesmarkt

    1. Mai: Pira­ten­stand auf dem Kla­ges­markt

  • Mit die­ser star­te­te dann am 1. Mai die drit­te Pha­se: Wir gin­gen ver­stärkt nach außen und haben Unter­schrif­ten gesam­melt. Vie­len dürf­te das als der auf­wän­digs­te Teil der gesam­ten Akti­on in Erin­ne­rung geblie­ben sein und auch für mich war das höchst­wahr­schein­lich die stres­sigs­te Zeit, weil bei mir alle Fäden zusam­men­ge­lau­fen sind. In der Woche vor Tores­schluss war ich jeden Tag im Rat­haus um wahl­wei­se Unter­schrifts­bö­gen abzu­ge­ben oder Zäh­l­er­geb­nis­se abzu­ho­len. Letzt­lich hat die­se Akti­on meh­re­re Pira­ten über Wochen fast voll­stän­dig in Anspruch genom­men.
  • Unterschriften zur Wahlzulassung: Ein Verwaltungsmarathon

    Unter­schrif­ten zur Wahl­zu­las­sung: Ein Ver­wal­tungs­ma­ra­thon

  • Erst mit Ende der Unter­schrif­ten­samm­lung und Ver­kün­di­gung der Ergeb­nis­se – wir haben bis auf einen Bezirks­rat für alle von uns in Angriff genom­me­nen Gre­mi­en genü­gend Unter­schrif­ten zusam­men­be­kom­men – star­te­te dann die letz­te, ent­schei­den­de Pha­se 4: Der öffent­li­che Stra­ßen­wahl­kampf. Wir haben das Wahl­pro­gramm fer­tig gestellt, eine Fly­er­ver­si­on dar­aus pro­du­ziert und mit einer grö­ße­ren Anzahl Info­stän­de für uns gewor­ben.

Es gab sicher­lich eini­ge Höhe­punk­te in die­sem Wahl­kampf, die noch­mal beson­ders her­vor­ge­ho­ben wer­den soll­ten:

Das Pres­se­ge­spräch am 29. Juli war ein ent­schei­den­der Punkt. Unser Regi­ons­wahl­pro­gramm war am Abend vor­her fer­tig von mir höchst­per­sön­lich am Mor­gen des 29. in einem „Pres­se-Prär­e­lease” auf Heft­strei­fen gezo­gen wor­den. Auf der Ver­samm­lung selbst waren dann zwar nicht all­zu­vie­le Pres­se­ver­tre­ter anwe­send, dafür aber vie­le Pira­ten, sodass sich inter­es­san­te Gesprä­che erga­ben. Noch Wochen spä­ter bin ich aus die­ser Ver­an­stal­tung mit einer unglück­li­chen Äuße­rung zu mög­li­chen Koali­tio­nen zitiert wor­den, was mir eine Leh­re bezüg­lich mei­ner Wort­wahl ist.

Pressegespräch am 29. Juli: Landes- und Bundesvorstände vor Ort

Pres­se­ge­spräch am 29. Juli: Lan­des- und Bun­des­vor­stän­de vor Ort

Das Pressewahlprogramm: Sonderedition auf DIN A4

Das Pres­se­wahl­pro­gramm: Son­der­edi­ti­on auf DIN A4

Auf dem Fähr­manns­fest am 6./7. August hat­ten wir einen sehr erfolg­rei­chen Stand und haben mit über 1000 aus Bal­lons model­lier­ten Hun­den, Papa­gei­en und Schwer­tern die Ver­an­stal­tung gerockt.

Der Piratenstand auf dem Fährmannsfest am 6. August

Der Pira­ten­stand auf dem Fähr­manns­fest am 6. August

Ralf im Gespräch mit jungen Standbesuchern

Ralf im Gespräch mit jun­gen Stand­be­su­chern

Jeden Sams­tag im August und Sep­tem­ber waren wir in der Innen­stadt mit einem Info­stand ver­tre­ten – immer bei den „Regen­männ­chen” gleich neben dem Kröp­cke.

Infostand in der Innenstadt, hier am 30. Juli

Info­stand in der Innen­stadt, hier am 30. Juli

Thomas und Tilo mit Modellierballons, im Hintergrund das Regenmännchen

Tho­mas und Tilo mit Model­lier­bal­lons, im Hin­ter­grund das Regen­männ­chen

Allen in Erin­ne­rung wird auch die Wahl­kampf­ver­an­stal­tung „Klar­ma­chen zum Ändern” vom 3. Sep­tem­ber blei­ben. 2000 Fly­er und über 200 Wahl­pro­gram­me sind allein an die­sem Tag weg­ge­gan­gen.

Küchengarten in Linden am 3. September: Überall Piraten

Küchen­gar­ten in Lin­den am 3. Sep­tem­ber: Über­all Pira­ten

Wolfgang Dudda am Küchengarten

Wolf­gang Dud­da am Küchen­gar­ten

Infostände am 3. September

Info­stän­de am 3. Sep­tem­ber

Presse auf dem Küchengarten

Pres­se auf dem Küchen­gar­ten

Klarmachen zum Ändern

Klar­ma­chen zum Ändern

Am letz­ten Sams­tag vor der Wahl dann noch­mal mas­si­ver Ein­satz: Info­stand in der Innen­stadt, Pira­ten auf der Lim­mer­stra­ße, der Lis­ter Mei­le, abends am Rasch­platz und wer-weiß-wo-noch.

Wie­viel Arbeit in die­sem Wahl­kampf steckt, habe ich haut­nah mit­be­kom­men. Mein Büro war in jeder Pha­se so eine Art zen­tra­le Anlauf­stel­le: Sei es für Bespre­chun­gen des Wahl­pro­gram­mes, sei es für die Koor­di­na­ti­on der Unter­schrif­ten­bö­gen, sei es als Mate­ri­al­la­ger und Aus­ga­be­stel­le für Fly­er und ande­res Info­ma­te­ri­al. Ich habe ja qua­si jede Mate­ri­al­aus­ga­be mit­be­kom­men – teil­wei­se drei Pira­ten im Zehn-Minu­ten-Abstand nach­ein­an­der. Das war schon span­nend, aber auch sehr anstren­gend. Immer­hin will die „nor­ma­le” Arbeit ja auch noch gemacht wer­den.

Der kleine Gemischtwarenladen an Wahlkampfmaterial: Alltag in der Odeonstraße

Der klei­ne Gemischt­wa­ren­la­den an Wahl­kampf­ma­te­ri­al: All­tag in der Ode­on­stra­ße

Die­ser Wahl­kampf wäre nicht mög­lich gewe­sen ohne Hil­fe von außen. Sei es der Lan­des­ver­band, von dem wir meh­re­re Tau­send Fly­er bekom­men und unters Volk gebracht haben und der nicht uner­heb­li­che finan­zi­el­le Mit­tel sowie den Groß­teil der gedruck­ten Pla­ka­te ein­ge­bracht hat. Sei es der Bun­des­ver­band, von dem bei Pres­se­ge­spräch und Küchen­gar­ten­fest Ver­tre­ter zu uns gekom­men sind und gespro­chen haben.

Noch wich­ti­ger war aber die Hil­fe „von innen”. Der „har­te Kern” dürf­te zwar nur ein gutes Pira­ten vor Ort gewe­sen sein, aber ohne die wäre gar nichts gegan­gen: „Team Jür­gen” mit dem unab­läs­si­gen Kle­ben und Ver­tei­len von Pla­ka­ten, „Team Tibor” mit 10.000 Fly­ern im Wahl­be­reich Sprin­ge und „Team Ralf” mit 600 Pla­ka­ten in Hem­min­gen und Umge­bung.

Die Hem­min­ger haben wohl auch die auf­merk­sam­keits­stärks­te Wahl­kampf­ak­ti­on über­haupt abge­lie­fert: In einer Nacht­ak­ti­on wur­de eine Woche vor der Wahl längs der B3 sowie in eini­gen angren­zen­den Stra­ßen fast 200 Fah­nen an die Later­nen­mas­te gehängt. Die 30.000 Pend­ler, die jeden Tag die­se Stra­ße ent­lang fah­ren, haben so auf jeden Fall von uns Notiz genom­men und wir haben vie­le – ganz über­wie­gend posi­ti­ve – Rück­mel­dun­gen bekom­men.

Piratenfahnen an der B3: Ob in Arnum...

Pira­ten­fah­nen an der B3: Ob in Arnum…

...auf dem Abzweig nach Devese...

…auf dem Abzweig nach Deve­se…

...oder in Hemmingen: Alles voller Fahnen

…oder in Hem­min­gen: Alles vol­ler Fah­nen

Nun ist der Wahl­kampf vor­bei und wir wer­den sehen, wohin die Rei­se für die Pira­ten geht. Die Hoff­nung ist mei­nes Erach­tens nicht unbe­rech­tigt, dass wir in mehr als einem Gre­mi­um in der Regi­on Han­no­ver in Zukunft mit mehr als einem Sitz ver­tre­ten sein wer­den. Inso­fern: Es war viel Arbeit, aber es hat sich, den­ke ich, gelohnt!


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