Komm‘ ich jetzt ins Fern­se­hen?

Ich war heute bei Phoe­nix und die Sen­dung wird am Mon­tag um 22:15 Uhr aus­ge­strahlt (In­ter­net­stream für Win­dows). The­men wa­ren die Pi­ra­ten­par­tei, Ur­he­ber­recht, Da­ten­schutz etc.

Uff! Nun habe ich es ge­se­hen. Zu­nächst: Ein to­tal merk­wür­di­ges Ge­fühl, sich selbst im Fern­se­hen zu se­hen und vor al­lem zu hö­ren. Ich war, nunja, mä­ßig be­geis­tert von mir selbst. Da ist noch Op­ti­mie­rungs­po­ten­tial. Voll verratzt habe ich’s aber auch nicht. Kann man drauf auf­bauen. Dazu kommt noch, dass das Thema der Sen­dung nur grob um­ris­sen war. Die deut­li­che Be­zug­nahme auf „geis­ti­ges Ei­gen­tum“ kam erst sehr spät. In der An­frage hieß das Thema noch „Kleine Par­teien – Wie ver­än­dert sich die Par­tei­en­land­schaft“.

Üb­ri­gens habe ich mich bei der Auf­zeich­nung schon ge­wun­dert, wie Herr Scholz plötz­lich so ziel­si­cher auf das Zen­sur­ge­setz um­ge­schwenkt ist. Beim An­schauen fand ich das noch deut­li­cher, vor al­lem weil es da­für ja so­gar den vor­be­rei­te­ten Zen­sur­sula-Ein­spie­ler gab. Des­sen Me­lo­die hat üb­ri­gens wirk­lich Ohr­wurm­qua­li­tä­ten – meh­rere Pro­duk­ti­ons­mit­ar­bei­ter ha­ben das nach Auf­zeich­nungs­ende noch die ganze Zeit vor sich ge­sun­gen.

Fern­se­hen ist je­den­falls span­nend – und wenn man da vor der Ka­mera sitzt, hat man ei­nen völ­lig an­de­ren Ein­druck als wenn man das dann spä­ter im Fern­se­hen sieht.

30 Antworten to “Komm‘ ich jetzt ins Fern­se­hen?”


  • Ehr­lich ge­sagt: Ich fand die Sen­dung ist gar nicht so schlecht ge­lau­fen! Ich bin so­gar der Mei­nung, dass Du deut­lich bes­ser und dif­fe­ren­zier­ter ar­gu­men­tiert hat als Herr Scholz. Letz­te­rer bringt Stan­dard-Äu­ße­run­gen, Po­le­mik und geht nicht wirk­lich auf die Ar­gu­mente der Ge­gen­seite ein. Es ist auch of­fen­sith­clich, dass er von vie­len Din­gen nicht wirk­lich Ah­nung hat (und ich meine nicht nur tech­ni­sche, son­dern auch ju­ris­ti­sche De­tails).
    Als er z.b. Pa­tent- Ur­he­ber und Ver­wer­tungs­rechte lus­tig durch­ein­an­der­mischt, wird es ganz gru­se­lig – wenn ich bei der CDU wäre und wüsste, ich hätte mit je­man­dem über Ur­he­ber- und Pa­tent­recht zu dis­ku­tie­ren, würde ich mich im Vor­feld bes­ser schlau ma­chen, da­mit ich mehr als die­ses „Wi­schi-Wa­schi“ her­aus­bringe.
    Nach der zahl­rei­chen Kri­tik im Netz habe ich mir das ganze ge­rade noch­mal an­ge­schaut, und: Ich finde im­mer noch, dass Du bes­ser, kla­rer und un­dier­ter ar­gu­men­tiert hast.

    Be­dau­er­lich war, dass der Mo­de­ra­tor nicht wirk­lich neu­tral war, die Fra­gen folg­lich auch nicht wirk­lich fair wa­ren und des­we­gen die Pi­ra­ten­par­tei von vor­her­ein schon schlecht Kar­ten hatte. Ver­gli­chen da­mit hast Du, wie ich finde, ei­nen gu­ten Job ge­macht.

    Also: Nicht auf­ge­ben!

  • Hallo Dirk,

    hab den Stream eben erst ge­se­hen und will dein Fern­seh­de­büt mit ei­nem Zi­tat aus ei­nem be­kann­ten Film kom­men­tie­ren: „Den ers­ten Sprung hat noch nie­mand ge­schaft“ 😉

    Hast dich wa­cker ge­schla­gen. Nach der Sen­dung ge­hen ei­nem zahl­rei­che Ar­gu­mente durch den Kopf die man hätte bes­ser ein­brin­gen kön­nen. Merk sie dir, den das wird nicht dein letz­ter Auf­tritt ge­we­sen sein. Und wenn du dir noch das ein oder an­dere Kom­men­tar zu Her­zen nimmst, dann seh ich po­si­tiv in die Zu­kunft.

    mfg
    Rob

  • Hallo Dirk,

    ich finde Du hast Dich sehr gut ge­schla­gen in dem In­ter­view. Es wurde deut­lich dass die Pi­ra­ten ernst zu neh­mende und ge­sprächs­be­reite Leute sind mit de­ren Ideen sich zu be­schäf­ti­gen durch­aus loh­nens­wert ist.

    Im Ge­gen­satz zu vie­len mei­ner Vor­red­ner hier finde ich dass Herr Scholz kein gu­ter Red­ner ist, er wie­der­holt phra­sen­haft ver­staubte An­sich­ten ohne wirk­lich auf Deine An­sätze ein­zu­ge­hen. Solch ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stil ist eher un­glaub­wür­dig und ei­nes ge­stan­de­nen Po­li­ti­kers wie Herrn Scholz un­wür­dig. Die­ser schlechte Stil, zu­sam­men mit häu­fi­gem „ins Wort fal­len“ macht eine ver­nünf­tige Dis­kus­sion un­mög­lich und hat der De­mo­kra­tie mal wie­der ei­nen Bä­ren­dienst er­wie­sen.
    Mach Dir keine Ge­dan­ken über Dei­nen Re­de­stil, der war re­flek­tiert und ver­ständ­lich, also völ­lig in Ord­nung. Am ehes­ten soll­test Du an der Ar­gu­men­ta­tion fei­len. Das ist je­doch bei den Pi­ra­ten in stän­di­ger Wei­ter­ent­wick­lung und macht mir des­halb auch keine Sor­gen. Ein Ar­gu­men­ta­ti­ons­leit­fa­den der Par­tei als Er­geb­nis die­ses Pro­zes­ses wäre sinn­voll.

    Freund­li­che Grüße und viel Er­folg wei­ter­hin!
    Marc Fi­scher

  • Hallo,

    Die Sen­dung war so­gar ziem­lich lang. Sie wer­den nur sel­ten die Ge­le­gen­heit in den Me­dien fin­den so lange über et­was zu dis­kut­tie­ren.
    Wenn Sie ge­gen die oft­mals aus­ge­zeich­ne­ten Rhe­to­ri­ker der CDU stand­hal­ten wol­len, dann müs­sen sie alle Wege, die von ih­rem Thema aus weg­füh­ren ken­nen, z.B. ur­her­ber­recht – ebooks – Er­zeu­ger ver­kauft ohne Ver­wer­ter- Bü­cher – La­den – Wie soll der Er­zeu­ger die Ver­käufe, Wer­bung, Mar­ke­ting, etc. vor­fi­nan­zie­ren ohne Ver­wer­ter? Mit sol­cher Vor­be­rei­tung wer­den Sie auch Ant­wor­ten auf Fra­gen wie Mu­si­ker sich ver­mark­ten, ihre Kon­zerte or­ga­ni­sie­ren und fi­nan­zie­ren sol­len, im Vor­aus ken­nen.
    Sie müs­sen wis­sen wor­über Sie re­den, aber mit dem Be­wusst­sein nicht all­wis­send wer­den zu kön­nen, Ihre Schlag­fer­tig­keit trai­nie­ren.

    Ha­cken Sie au­ßer­dem nicht dau­ernd auf Ih­ren Me­ta­phern herum. Diese Kut­schen­ge­schichte hat Sie nur noch selbst in Wi­der­sprü­che ge­führt.

    Da ich nicht weiß, ob hier herr Hill­brecht mit­liest, schreibe ich erst­mal nicht wei­ter.

  • Lie­ber Dirk,
    ich muss sa­gen, du hast dich gut ge­schla­gen. Ich habe auch mit ei­nem sehr en­ga­gier­ten CDU-Mit­glied über die Sen­dung ge­spro­chen und selbst von ihm kam die Aus­sage, du wärst in­halt­lich deut­lich bes­ser und re­t­ho­ri­sch zwar merk­lich schwä­cher, da­für aber deut­lich au­then­ti­scher ge­we­sen. Ins­ge­samt ist es wohl eher ein Ge­ne­ra­tio­nen­kon­flikt, auch ein ört­li­cher JU-Chef konnte die PP Po­si­tio­nen, die du kom­mu­ni­ziert hast tei­len. Auf meine Ab­leh­nung ei­nes An­wer­be­ver­suchs mit der Be­grün­dung, ich wolle der PP bei­tre­ten, re­agierte er zwar ent­täuscht aber nicht ab­leh­nend und mo­nierte le­dig­lich die feh­lende Band­breite des Par­tei­pro­gramms. In­so­fern denke ich, dass je­den­falls bei den Ü-40 Zu­schau­ern deine sach­li­che Ar­gu­men­ta­tion durch­ge­drun­gen ist. Re­t­ho­ri­sche Flos­keln ohne In­halt ner­ven die Leute auch ir­gend­wann. Ar­beite ru­hig an dei­nen Fä­hig­kei­ten, aber nur da­hin­ge­hend viel­leicht noch et­was en­er­gi­scher und schlag­fer­ti­ger zu wer­den. Du warst an­sons­ten re­t­ho­ri­sch zwar et­was de­fen­siv aber viel­leicht auch grade da­durch sehr sym­pa­ti­sch. Dein Auf­tre­ten in der Sen­dung hat mir auch viel bes­ser ge­fal­len, als eine Rede auf ei­ner De­mons­tra­tion, die ich im In­ter­net ge­se­hen habe.

    Wei­ter­hin Mast und Schott­bruch

  • hallo, au­to­ma­ti­sches track­back hat nicht ge­klappt, des­halb noch­mal eine in­halt­li­che an­mer­kung so:

    Ur­he­ber­rechts­re­form der Pi­ra­ten – Ideen und Irr­tü­mer

    Ich hatte heute Nach­mit­tag die Zeit, mich noch­mal in­ten­siv mit dem Pro­gramm der Pi­ra­ten­par­tei aus­ein­an­der­zu­set­zen. Ins­be­son­dere das, was die Pi­ra­ten zum Ur­he­ber­recht und der (nicht-)kommerziellen Ver­viel­fäl­ti­gung schrei­ben, ist in­ter­es­sant. Ich zi­tiere mal ein paar Pas­sa­gen und kom­men­tiere diese gleich­zei­tig…

    http://​sim​pli​zis​si​mus​.word​press​.com/​2​0​0​9​/​0​6​/​2​4​/​i​r​r​t​u​m​e​r​-​d​e​r​-​u​r​h​e​b​e​r​r​e​c​h​t​s​r​e​f​o​r​m​-​d​e​r​-​p​i​r​a​t​en/

  • Hallo Dirk,

    ich habe mir ge­rade (wie es sich ge­hört) die Sen­dung als Stream an­ge­schaut. Ich kann mich den Vor­red­nern nur an­schlies­sen und sa­gen >RE­SPEKT<. Lei­der hast du dir Geg­ner aus­ge­sucht (oder sie sich dich), de­nen du nicht ge­wach­sen warst. Dies kam aber lei­der nur zum Teil durch die feh­lende Re­t­ho­rik bei dir, ein gro­ßer Teil, den ich ver­misst habe sind Ar­gu­mente für deine (und meine) An­schau­ung der neuen Welt.
    d0m hat wei­ter oben schon eine Reihe von Ar­gu­men­ten an­ge­bracht, die ich nur un­ter­stüt­zen kann.
    Du musst in Zu­kunft ne­ben dei­nen re­t­ho­ri­schen Fä­hig­kei­ten auch den lo­gi­schen Un­ter­bau dei­ner Ar­gu­men­ta­tion pa­rat ha­ben.
    Bei­spiel:
    Wol­len sie, dass die Küns­ter durch dass Ko­pie­ren quasi ent­eig­net wer­den?
    Nein wol­len wir nicht! Na­tür­lich be­hält der Künst­ler seine Rechte an sei­nen Wer­ken wir müs­sen nur über Mit­tel und Wege nach­den­ken, wie der Küns­ter zu sei­nem Geld kommt und da sind die der­zeit exis­tie­ren­den Ver­wer­tungs­wege nur noch be­dingt hilf­reich.

    Wenn du zei­gen kannst, dass du dem Künst­ler (geis­ti­gen Ei­gen­tü­mer) sein Geld ge­ben kannst und gleich­zei­tig nicht tau­sende Men­schen kri­mi­na­li­siert wer­den, für et­was was an­dere Ge­ne­ra­tio­nen auch ge­tan ha­ben, nur eben auf dem Schul­hof und nicht im In­ter­net, dann wer­den die meis­ten Leute dir zu­ju­beln und nicht dem an­ge­grau­ten Opa.

    Schliss­lich geht es doch darum, das Ge­setz bil­det eine Norm ab, nach der sich ein Groß­teil der Ge­sell­schaft le­ben will. Wenn sich diese Norm än­dert, müs­sen sich auch die Ge­setze än­dern, um die neue Norm ab­bil­den zu kön­nen.
    In­ter­net­sper­ren für Raub­ko­pie­rer wie in Frank­reich sind nur ein Ver­such alte Nor­men und de­ren ge­setz­li­che Form zu schüt­zen. Pro­blem da­bei ist, dass da­mit die Ent­wick­lung ei­ner Ge­sell­schaft aus­ge­bremst wird.

  • @Datenwolf
    Bei den Kil­ler­spie­len hätte man gleich den Wind raus­neh­men müs­sen. „Kil­ler­spiele“ gibt es so we­nig wie „Kil­ler­wale“ – Das eine heisst kor­rekt „Ego- oder 1st-Per­son-Shoo­ter“ und das an­dere Orca oder Schwert­wal. Bei dem Pu­bli­kum (und ge­ne­rell) geht es we­ni­ger um tech­ni­sche Er­klä­run­gen, als um Worte. Zu­dem hätte man, wie ja schon von Dir an­ge­merkt, klar stel­len müs­sen, das EgoShoo­ter ab 18 sind, und nicht frei im In­ter­net ver­füg­bar sind. Wer EgoShoo­ter ver­bie­ten will, greift, da ab 18, mas­siv in die Rechte von Er­wach­se­nen ein. Por­nos sind auch „nur“ ab 18, und nicht ge­ne­rell ver­bo­ten. Wei­ter­hin ge­hört in eine sol­che De­batte auch, wie­viel Ar­beits­plätze deut­sche EgoShoo­ter-Pro­du­zen­ten si­chern, und wie­viel Geld (und da­mit auch Steu­ern) da­mit ver­dient wer­den. Sind doch im­mer so für Wirt­schaft…

    Und diese un­säg­li­che Buch-Dis­kus­sion hätte man viel­leicht mit fol­gen­der Frage ab­ge­würgt: Wieso darf ich ein Buch (CD) im La­den kau­fen, an Freunde ver­lei­hen, und nach dem le­sen auf dem Trö­del ver­kau­fen, ein eBook (MP3) von dem glei­chen Buch (CD) aber nicht? Wie kann es sein, dass das glei­che geis­tig-schöp­fe­ri­sche(!) Werk, in 2 Me­dien so un­ter­schied­lich be­han­delt wird? Nie­mand würde sich ein Auto kau­fen, das er nicht hin­ter­her wei­ter­ver­kau­fen darf.

  • Wer di­rekt an Phoe­nix „Un­ter den Lin­den“ (und an Herrn Min­hoff) schrei­ben will, hier die eMail-Adresse:

    unterdenlinden@​phoenix.​de

  • Dirk,
    deine Selbst­kri­tik zur Sen­dung fand ich gut. Be­son­ders wich­tig finde ich:

    – Re­de­zeit ein­fach neh­men, sonst re­den die an­de­ren!! Der Herr Scholz und auch der Mo­de­ra­tor sind dir dau­ernd ins Wort ge­fal­len und ha­ben lange Mo­no­loge ge­hal­ten.

    – Bes­sere und kür­zere Bei­spiele ab­ruf­bar ha­ben: Bei Pa­tent­recht z.B. „1-click-Pa­tent“ von Ama­zon. Da ver­ste­hen alle Leute, was das Pro­blem ist.

  • Also ich finde, Du hast Dich sehr gut ge­schla­gen. Mei­ner Mei­nung nach hast Du vor al­lem das Glatt­eis „Taus u. KiPo“ auf das Du ge­führt wer­den soll­test, sehr ge­konnt um­gan­gen: Erst mal das Ge­gen­über re­den las­sen, dann sach­lich und neu­tral die ei­gene Po­si­tion und den Stand der Dinge be­to­nen und schließ­lich sel­ber den Ge­gen­stand des Ver­fah­rens be­nen­nen.

    In sol­chen Si­tua­tio­nen wäre fal­sch, dem Dis­kus­si­ons­geg­ner den Wunsch zu er­fül­len, das man sich bla­miert in­dem man blind auf das Thema an­springt. Ge­nauso fal­sch wäre es aber auch, es kom­plett zu ver­schwei­gen.

    Schön wäre es ge­we­sen, wenn Du Open Source und Crea­tive Com­mons als funk­tio­nie­ren­des Ge­gen­bei­spiel für eine Neu­aus­le­gung des Ur­he­ber­rechts ge­nannt hät­test.

    Und die ganze Kil­ler­spie­le­dis­kus­sion hät­test Du wun­der­bar ab­kür­zen kön­nen: Nach­dem Herr Scholz mit dem Ge­fär­dungs­po­ten­zial ge­gen­über Kin­dern und Ju­gend­li­chen, das ei­nige Stu­dien be­legt ha­ben wol­len, ar­gu­men­tiert hat wäre die ein­fachste Ant­wort ge­we­sen: „Ge­nau des­halb er­hal­ten sol­che Spiele keine Ju­gend­frei­gabe. Und die wirk­lich men­schen­ver­ach­ten­den Spiele kön­nen be­reits auf den In­dex ge­setzt wer­den wie be­reits bei ei­ni­gen Ti­teln ge­sche­hen. Wer so­was den­noch spie­len will, der bringt die DVD eben aus dem USA-Ur­laub mit nach Hause, da nützt dann auch alle In­ter­net­sper­ren nichts mehr.“

  • Oft ging die Dis­kus­sion auf ziem­lich selt­sa­men Ebe­nen ab. Ganz lange wurde so ar­gu­men­tiert, als ob das Ur­he­ber­recht ei­nen Künst­ler ge­nau be­stim­men lässt, was mit sei­ner Mu­sik pas­siert. Das stimmt aber nicht, denn wenn die CDs erst­mal bei Sa­turn im Re­gal sind, steht der Künst­ler nicht da­ne­ben und sagt „du darfst die nicht kau­fen, weil mir deine Fri­sur mir nicht passt“. Letzt­end­lich in­ter­es­siert den Künst­ler doch auch nur, dass er ge­nug Geld kriegt. Das kann man halt (ne­ben Kon­zer­ten und Fan­ar­ti­keln) auch über eine Kul­tur­flat­rate o.ä. rea­li­sie­ren.

    Auch wenn der CDU­ler ge­üb­ter in Rhe­to­rik sein mag, ein­mal ist ihm iirc der Feh­ler un­ter­lau­fen, ge­ne­rell von „Por­no­gra­fie“ zu spre­chen, wo ei­gent­lich „Kin­der­por­no­gra­fie“ an­ge­bracht wäre. Ver­mut­lich war es ein freud­scher Ver­spre­cher und er will tat­säch­lich alle Por­nos ver­bie­ten…

    Bei ei­ni­gen Be­mer­kun­gen der bei­den wäre mir erst­mal nichts ein­ge­fal­len au­ßer „Mann, bist du blöd, denkst du das wirk­lich?“ Re­spekt, dass Du da im­mer sach­lich ge­blie­ben bist. Auch wenn Du lei­der nicht im­mer das of­fen­sicht­lichste Ge­gen­ar­gu­ment brin­gen konn­test.

    Und gut, dass Du Dich Ende bei der Tauss-Dis­kus­sion nicht dazu drän­gen las­sen hast, eine der bei­den Po­si­tio­nen „Wenn er den Pro­zess ver­liert, schmei­ßen wir ihn na­tür­lich raus“ oder „Uns ist egal, ob er Kin­der miss­braucht hat“ an­zu­neh­men. Man hat rich­tig ge­merkt, wie die Dich zu ei­ner sol­chen Aus­sage drän­gen woll­ten, um sie dann zu zer­rei­ßen…

  • Hallo,

    ich hab mir das ganze jetzt auf YouTube an­ge­schaut und muss sa­gen, Du hast Deine Po­si­tio­nen sach­lich völ­lig kor­rekt ver­tei­digt.

    Al­ler­dings ist Sach­lich­keit (und das se­hen wir in den Bun­des­tags­de­bat­ten im­mer wie­der) auf po­li­ti­scher Ebene nur zweit­ran­gig. Das wird an den Ein­wür­fen und Kom­men­ta­ren von Herrn Scholz sehr deut­lich. Die­ser geht näm­lich nicht rich­tig auf Deine Ar­gu­mente ein, son­dern kon­tert di­rekt mit sei­nen ei­ge­nen.

    Ich denke ge­rade in die­ser Hin­sicht (näm­lich po­li­ti­sch zu ar­gu­men­tie­ren) ist die Auf­nahme des Herrn Tauss ge­ra­dezu per­fekt. Herr Tauss hat fast 15 Jahre Er­fah­rung da­mit, das sieht man auch auf Ab­ge­ord­ne­ten­watch.
    Ge­rade re­t­ho­ri­sch und ar­gu­men­ta­to­ri­sch kann und muss die Pi­ra­ten­par­tei von ihm ler­nen.

    Wenn mann sich mal alle Pres­se­mit­tei­lun­gen und Re­den seit 2004 auf sei­ner Seite zu Ge­müte ge­führt hat, hat man eine leichte Ah­nung, wie im po­li­ti­schen All­tag Mei­nun­gen ge­macht wer­den.

    Und -so schlimm, wie es ist- auch die Pi­ra­ten­par­tei MUSS auf die­sen Zug auf­sprin­gen. Be­ra­tet euch mit Jörg Tauss in­ten­siv, der hat Wahl­kampf­er­fah­rung, was bes­se­res hätte euch nicht pas­sie­ren kön­nen.

    Ich denke ihr seid auf dem rich­ti­gen Weg.
    Meine Stimme habt ihr!

  • Hi Dirk,

    tut mir leid, aber ich bin mal ehr­lich. Das war sub­op­ti­mal. Die bei­den woll­ten dich der Lä­cher­lich­keit preis­ge­ben – und ha­ben es in mei­nen Au­gen ge­schafft. Ge­le­gent­lich hatte ich eine Fremd­schä­m­at­ta­cke, und das, ob­wohl ich selbst Pi­rat bin. Äääh!

    Ich halte dir zu­gute, dass die an­ge­spro­che­nen Pro­bleme Zen­sur­sula – Co­py­right – Pat­ent­we­sen nicht in ein paar Se­kun­den um­fas­send be­spro­chen wer­den kön­nen.

    Aber so­bald die In­ter­net­aus­dru­cker ir­gend­was von KiPo in Bra­si­lien oder geis­ti­gem Ei­gen­tum fa­seln, ver­suchst das ar­gu­men­ta­tiv zu ent­kräf­ten. Wenn die po­le­mi­sie­ren – warum du nicht? Man kann un­sere Kern­aus­sa­gen doch her­un­ter­bre­chen!

    Ich hätte mir Ge­gen­fra­gen ge­wünscht wie

    – Kann es sein, dass wir den Groß­teil un­se­rer Be­völ­ke­rung kri­mi­na­li­sie­ren, nur weil die In­halte­in­dus­trie sich nicht von ih­rem über­hol­ten Ge­schäfts­mo­dell lö­sen kann?

    – Die Mas­sen­kla­gen der In­halte­in­dus­trie sind rechts­miss­bräuch­lich und rui­nie­ren ganz nor­male Bür­ger, je­den Tag. Wol­len sie das?

    – Be­trugs­sei­ten von Ban­ken, sog. Phis­hing, sind idR in­ner­halb von vier Stun­den aus dem Netz, bei KiPo dau­ert es teil­weise meh­rere Mo­nate. In mei­nen Au­gen reicht es nicht, ei­nen Sicht­schutz vor Miss­brauchs­do­ku­men­ta­tion von Kin­dern zu stel­len. Wir wol­len, dass die Ver­ant­wort­li­chen ebenso schnell wie im Geld­be­reich zur Re­chen­schaft ge­zo­gen wer­den. Die nun be­schlos­sene Sperre ver­lei­tet zu aus-den-Au­gen-aus-dem-Sinn. Liegt das in ih­rem In­ter­esse Herr Scholz?

    – Wie für je­den an­de­ren Bür­ger gilt für Herrn Tauss die Un­schulds­ver­mu­tung. Falls ein Rich­ter seine Schuld fest­stellt, ist ent­we­der für ihn oder für mich kein Platz mehr bei den Pi­ra­ten.

    – [be­lie­bi­ger Ex­zess aus dem Pat­ent­we­sen, bspw. über­teu­erte Me­di­ka­mente für Afrika, Pa­tente auf Le­be­we­sen, das Ama­zon-1-Klick-Pa­tent, Pa­tent­trolle etc]. Ge­nau hier ist zu er­ken­nen, dass das Pat­ent­we­sen in sei­ner jet­zi­gen Form ma­lade ist und le­dig­lich der Ge­winn­si­che­rung gro­ßer Un­ter­neh­men dient. Wol­len sie, dass man Le­ben pa­ten­tie­ren kann, Herr Scholz? Da soll­ten sich je­dem Chris­ten die Na­cken­haare auf­stel­len. Wol­len sie, dass In­no­va­tion zu­künf­tig nur noch dort statt­fin­det, wo man sich eine Rechts­ab­tei­lung leis­ten kann?

  • Glück­wunsch. Die Probe hast du mehr als gut be­stan­den. Die „Runde“ war wirk­lich nicht ganz ein­fach. Es ist si­cher nicht ein­fach, dem bil­li­gen Po­pu­lis­mus der CDU-Ty­pen ad­äquat zu er­wi­dern.

    Ich finds je­den­falls schön, dass es jetzt end­lich je­man­den gibt, der die Dis­kurs­re­sul­tate „der In­ter­net­com­mu­nity“ über die klas­si­schen Me­dien (Talk­shows haha!) in die „ge­wöhn­li­che“ Be­völ­ke­rung trans­por­tiert.
    Viel Er­folg bei der Auf­klä­rung!

    P.S. Im­mer dran den­ken: Der „ge­wöhn­li­che“ TV-Kon­su­ment ist un­end­lich blöd. Dem muss man z.B. wirk­lich erst über Tauss kurz auf­klä­ren (Was ein Ab­ge­ord­ne­ter so macht, warum Tauss die ver­bo­te­nen In­halte hatte und na­tür­lich was es mit der Un­schulds­ver­mu­tung so auf sich hat)

  • Hallo Dirk, erst­mal Re­spekt das du so lang und so ru­hig die­ses Kreuz­ver­hör aus­ge­hal­ten hast 🙂 Ich kann ver­ste­hen das die Si­tua­tion sehr stres­sig war, lei­der muss ich auch sa­gen das du un­be­dingt noch an dei­ner Über­zeu­gungs­kraft ar­bei­ten musst, und dich z.B. (auch wenns schwer fällt) kür­zer fas­sen musst.

    Hör dir zum Bei­spiel mal das Ge­spräch zwi­schen ECPAT und Frank Rie­ger vom CCC zum Thema In­ter­net­sper­ren an. Frank bleibt im­mer sach­lich und be­stimmt, bringt sehr gute, kurze und ver­ständ­li­che (Gegen)argumente, ohne sich zu sehr in tech­ni­schen De­tails zu ver­lie­ren und be­hält so ein­deu­tig die Ober­hand. In diese Rich­tung muss es lau­fen *g –> http://​on​de​mand​-mp3​.dra​dio​.de/​f​i​l​e​/​d​r​a​d​i​o​/​2​0​0​9​/​0​2​/​1​2​/​d​r​k​_​2​0​0​9​0​2​1​2​_​1​6​0​8​_​f​2​a​5​c​2​b​1​.​mp3

  • Üben, üben, üben! Jungs, ihr sollt ein Vi­deo­blog or­ga­ni­sie­ren und üben sich vor der Ka­mera ru­hig und sou­veren zu ver­hal­ten. Man kann ja auch paar CDU­ler ein­la­den und vor­füh­ren=))

  • Ist das in je­der Talk­show so, daß Gäste und auch Mo­de­ra­to­ren sich stän­dig ins Wort fal­len? Für mich sah es so aus, daß man selbst hätte un­höf­lich wer­den müs­sen, um da mit­zu­hal­ten. Wie geht man da­mit um?

    Ins­ge­samt gut ge­macht mit Op­ti­mie­rungs­po­ten­tial!

  • sorry ei­ner geht noch.

    Das in­ter­net is nicht an­onym. Loe­schen statt sper­ren

    BKA tu­to­rial

    http://​www​.youtube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​S​8​B​I​y​Q​c​O​VBA (2min)

  • ge­nau Yussuf !

    ist das nicht auch recht­lich be­denk­lich ? – also ich hab da ja null plan. aber das muss doch bei ei­ner .de/​ip doch ver­folgt wer­den !!! gibts da kein ge­setz wo man de­nen „tut doch bitte eue­ren job“ vor­wer­fen kann ?

  • Zum Ein­wurf von xxx:

    Zu dem „auch na­tio­nal sper­ren“ kann man na­tür­lich zu recht ein­wen­den, dass es für Deut­sche Ser­ver kei­nes­falls zu Sper­run­gen kom­men dürfte, sie also nie­mals auf der Sperr­liste lan­den dürf­ten (was ur­sprüng­lich auch so an­ge­dacht war!!!) — weil man die Rech­ner im­mer leich­ter ab­zu­schal­ten sind, als den Be­nut­zern ir­gend­wel­che In­halte zu sper­ren.

    Yussuf

  • Sorry, da sind zwei Ge­dan­ken krude in ei­nen Satz ge­flos­sen:
    (1. Ab­satz, letz­tes Drit­tel)

    Ge­schrie­ben hatte ich:
    > [..] und ist (wie alle Off­liner) schlicht un­ter­stellt dass es im
    > Falle von Kin­des­miss­brauch si­cher­lich auch in Uru­guay 90+%
    > der Pro­vi­der die In­halte vom Netz neh­men wür­den.

    Ge­meint war:
    [..] und hat (wie alle Off­liner) schlicht un­ter­stellt dass im fer­nen
    Aus­land auch im Falle von Kin­des­miss­brauch kein Pro­vi­der die
    wi­der­li­chen In­halte vom Netz neh­men würde (un­be­wie­sen, und
    ten­den­zi­ell scheint ja das Ge­gen­teil der Fall zu sein, beim Phis­hing bin­nen we­ni­ger Stun­den – GLO­BAL!).

  • – „…wenn das in­ter­net nun na­tio­nal waer…“

    Gut. Es gibt deut­sche die fah­ren nach Tai­land zum… dies ist der Re­gie­rung dort be­kannt … sol­len wir de­nen jetzt die Aus­reise ver­bie­tet und tai kinds zu schuet­zen ?

  • Hallo Dirk,
    Herz­li­chen Glück­wunsch erst­mal zu Dei­nem De­büt!

    Sehr gut ge­fal­len hat mir ei­ner­seits Deine Ruhe, mit der Du das Re­den Dei­ner „Ge­gen­übers“ er­tra­gen hast. Nicht so gut fand ich, dass Du bis­wei­len zu lange ge­war­tet hast um Scholz (und durch­aus auch Min­hoff) zu brem­sen. Es ist wahr­schein­lich die große Grat­wan­de­rung, den Be­tei­lig­ten auch ihre Un­kennt­nis mal deut­lich vor die Nase zu hal­ten und durch­aus auch mal (!) das Wort ab­zu­schnei­dern. Z.B. ist mir das sehr un­an­ge­nehmn auf­ge­sto­ßen, dass Du Scholz sein un­säg­li­ches „Uru­guay-Bei­spiel“ hast aus­schmü­cken las­sen. Hier wäre ein ra­di­ka­les Ein­grei­fen IMO zwin­gend not­wen­dig und auch sehr hilf­reich ge­we­sen. Denn Scholz hat 1. nicht über Kin­des­miss­brauch (Wi­der­spruch zu Be­teue­run­gen v. v.d. Leyen & Krog­mann!!) ge­pro­chen, hat 2. bil­ligste Kli­schees be­dient (Uru­guay sei ein Un­rechts­staat) und ist (wie alle Off­liner) schlicht un­ter­stellt dass es im Falle von Kin­des­miss­brauch si­cher­lich auch in Uru­guay 90+% der Pro­vi­der die In­halte vom Netz neh­men wür­den. Hier soll­test Du Stra­te­gien su­chen (trai­nie­ren) sol­che Wol­ken­schlöss­chen Dei­ner „Ge­gen­übers“ zu zer­schie­ßen. Denn letzt­lich ist Scholz mit die­sem kru­den Uru­guay-Bei­spiel ER­FOLG­REICH ge­we­sen, lei­der!

    Was ich üb­ri­gens to­tal span­nend fände wäre, wenn Du sel­ber das In­ter­view mal im De­tail ana­ly­sie­ren und (wo mög­lich) on­line stel­len wür­dest. Iinsbson­dere, warum (ra­tio­nal & emo­tio­nal) Du an wel­cher Stelle so re­agiert hast, wie Du es ge­tan hast. Ich könnte mir vor­stel­len, dass Du dann ein sehr fun­dier­tes Feed­back er­hältst – und Dir dann über­le­gen kannst, ob und wie Du das ein­bauen willst.

    Für den Ab­schluss würde ich mir viel­leicht noch ein Sah­ne­häub­chen über­le­gen. Viel­leicht wäre hier ein Hin­weis auf den Ge­ne­ra­tio­nen-Kon­flikt wir­kungs­voll, bei dem man den feh­len­den Me­dien-Lern­wil­len bzw. das feh­lende IT-Lern­po­ten­zial der „Off­line-Ge­ne­ra­tion“ her­vor hebt. Denn eben aus der fach­li­chen In­kom­pe­tenz folgt die Igno­ranz ge­gen­über den sehr fun­dier­ten Ein­wän­den und aus der Un­fä­hig­keit der Ent­schei­der, die Fol­gen ih­res Han­delns ein­zu­schät­zen er­wächst eine we­nig nach­hal­tige, rück­wärts ge­wandte Ab­schot­tungs- und Si­cher­heits­po­li­tik — aber eben keine krea­tive, mo­derne und vor al­lem wett­be­werbs­fä­hige Wirt­schaft von mor­gen, die auch der glo­ba­len An­for­de­rung an Dy­na­mik ge­wach­sen ist.

    Viel Er­folg noch!
    Yussuf

  • „Das In­ter­net ist nur eine neue Tech­nik“

    Wer hier nicht wi­der­spricht, muss die Po­si­tion der Pi­ra­ten in dem be­stehen­den Sys­tem ver­tei­di­gen – Vile Spaß beim Schei­tern.

    Auch wenn die Vi­sio­nen viel­leicht über­trie­ben sind, feh­len die Zu­kunfts­bil­der von Tapscott/​Weinberger/​Shirky/​Godin. Es geht darum, die Zu­kunft ak­tiv zu ge­stal­ten und in­no­va­ti­ons­fä­hig zu blei­ben.

  • Der An­fang war et­was bes­ser als der Schluß.
    Stra­te­gi­sch war Scholz ei­gent­lich in ei­ner schwa­chen Po­si­tion. In­ter­net ist ei­gent­lich nur die Da­ten­au­to­bahn zur all­ge­mei­nen Glo­ba­li­sie­rung.

    Ge­rade bei der nor­ma­len Glo­ba­li­sie­rung denkt die CDU ohne Sper­ren, da­für mit at­trak­ti­ven Pro­duk­ten. In­so­weit war die Dis­kus­sion im Ur­he­ber­recht ir­gend­wie ver­kehrte Welt. Bei Soft­ware gibt es Share­ware schon Jahr­zehnte als er­folg­rei­ches Ge­schäfts­mo­dell. Bei Bü­chern in Pa­pier geht das we­gen der Pro­duk­tio­skos­ten bis­her nicht so ein­fach. e-Books wird es wohl auch als Share-book ge­ben. Das wäre für mich völ­lig nor­mal.

    Ich kann mich aber nicht zur Pi­ra­ten­par­tei ent­schlie­ßen, weil es im Par­tei­pro­gramm an Aus­sa­gen zu Au­ßen­po­li­tik, Krieg, So­zi­al­staat, Wirt­schaft und Steu­ern fehlt.

    Für eine Par­tei, die zur Bun­des­tags­wahl an­tritt, er­warte ich das ein­fach.
    In­so­fern war der Ein­spie­ler der Um­frage kor­rekt, wenn In­ter­net der ein­zige Pro­gramm­punkt ( ich hab noch ei­nige FDP-ähn­li­che The­sen bei Mo­no­po­len usw. ge­fun­den), dann reicht es nicht.

    Gut, daß war nicht Thema der Sen­dung.

    Für die Frage der Ko­pien war mir zu un­deut­lich, daß es eben kein ein­heit­li­ches sog. geis­ti­ges Ei­gen­tum gibt. Schon bis­her nicht. Ge­set­zes­texte un­ter­lie­gen spe­zi­el­len Re­ge­lun­gen und ich per­sön­lich lege Wert dar­auf, daß eine gute Menge an Wis­sen frei zur Ver­fü­gung steht. Da­von hängt näm­lich die De­mo­kra­tie ab. Wenn der Bür­ger, das Volk als Sou­ve­rän ent­schei­den soll, darf man das not­wen­dige Wis­sen dazu nicht vor­ent­hal­ten. Auch eine De­mo­kra­tie ge­gen Ein­tritts­geld wäre ab­surd. Wir hat­ten mal in Deutsch­land ein Mehr­klas­sen­wahl­recht nach Ein­kom­men bzw. nach Steu­er­leis­tung.

    Drei­klas­sen­wahl­recht von 1849-1918

    Eine Wie­der­be­le­bung durch die Hin­ter­tür, weil ein HIV’ler (Hartz IV) ein­fach den Zu­gang zum Wis­sen für de­mo­kra­ti­sches Mit­tun nicht fi­nan­zie­ren kann, ist in­ak­zep­ta­bel.

    An­dere Dinge des geis­ti­gen Ei­gen­tums wie Lied­texte sind keine Frage der De­mo­kra­tie, nach den bis­he­ri­gen Er­fah­run­ge­na­ber auch nicht be­droht, wie wir seit der Ab­mah­nung der sog. Raub­sän­ger durch Mu­sik­ver­lage wis­sen.

  • Tja da war wohl je­mand of­fen­sicht­lich nicht gut aufs Thema vor­be­rei­tet. Mit sol­chen Bein­stel­lern wie fal­schen The­men­an­ga­ben muss man lei­der auf feind­li­chem Ter­rain rech­nen. Bei ei­ner we­ni­ger kon­ser­va­ti­ven Sen­dung wäre das mit Si­cher­heit an­ders ver­lau­fen.
    Da­von ab­ge­se­hen halte ich es für äus­serst kon­tra­pro­duk­tiv die for­ma­len Pro­bleme der Zen­sur (Wirk­sam­keit, Zu­stän­dig­keit usw.) mit den grund­sätz­li­chen (ge­heime Zens­ur­liste der Polizei/​nicht schnel­ler oder ein­fa­cher als Lö­schung) zu ver­mi­schen.

  • Fand den Auf­tritt su­per und auch sehr gut ar­gu­men­tiert. Denke mal das für den Neu­ling die Ziele der Pi­ra­ten recht gut rü­ber­ge­kom­men sind.

  • @simplizissimus: Man könnte na­tür­lich al­les ir­gend­wie recht­fer­ti­gen, z.B. könnte man sa­gen, ein neues Ur­he­ber­recht, das die Ver­wer­tungs­rechte des Ur­he­bers zu­guns­ten der Up- und Down­load-Frei­heit der An­wen­der im In­ter­net be­schränkt, wäre eine neue In­halts­be­stim­mung des Ei­gen­tums.

    Ir­gend­wie er­in­nert mich das auch al­les an Ri­chard Stall­man: Der sagt, Clo­sed-Source-Soft­ware sei böse, sie zu nut­zen, sei schlecht: „Wir sa­gen hin­ge­gen, wenn du nicht-freie Soft­ware nutzt, gibst du deine Frei­heit auf.“:

    http://​www​.li​nux​-ma​ga​zin​.de/​O​n​l​i​n​e​-​A​r​t​i​k​e​l​/​R​i​c​h​a​r​d​-​S​t​a​l​l​m​a​n​-​i​m​-​I​n​t​e​r​v​i​e​w​-​T​e​i​l-I
    http://​www​.li​nux​-ma​ga​zin​.de/​O​n​l​i​n​e​-​A​r​t​i​k​e​l​/​R​i​c​h​a​r​d​-​S​t​a​l​l​m​a​n​-​i​m​-​I​n​t​e​r​v​i​e​w​-​T​e​i​l​-II

    Auch er setzt sich also ge­gen das Ver­wer­tungs­recht des Ur­he­bers ein, in­dem er Soft­ware för­dert, die dem Ein­fluß des Ur­he­bers (durch die GPL) ent­zo­gen ist. Also auch ge­gen­über dem der­zei­ti­gen Rechts­zu­stand eine Ver­schie­bung zu­guns­ten (der „Frei­heit“) des An­wen­ders.
    Aber Du hast recht, das müßte man noch­mal an an­de­rer Stelle dis­ku­tie­ren …

    Viele Grüße

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