Komm’ ich jetzt ins Fernsehen?

Ich war heute bei Pho­enix und die Sen­dung wird am Mon­tag um 22:15 Uhr aus­ge­strahlt (Inter­net­stream für Win­dows). The­men waren die Pira­ten­par­tei, Urhe­ber­recht, Daten­schutz etc.

Uff! Nun habe ich es gese­hen. Zunächst: Ein total merk­wür­di­ges Gefühl, sich selbst im Fern­se­hen zu sehen und vor allem zu hören. Ich war, nunja, mäßig begeis­tert von mir selbst. Da ist noch Opti­mie­rungs­po­ten­tial. Voll ver­ratzt habe ich’s aber auch nicht. Kann man drauf auf­bauen. Dazu kommt noch, dass das Thema der Sen­dung nur grob umris­sen war. Die deut­li­che Bezug­nahme auf „geis­ti­ges Eigen­tum” kam erst sehr spät. In der Anfrage hieß das Thema noch „Kleine Par­teien — Wie ver­än­dert sich die Parteienlandschaft”.

Übri­gens habe ich mich bei der Auf­zeich­nung schon gewun­dert, wie Herr Scholz plötz­lich so ziel­si­cher auf das Zen­sur­ge­setz umge­schwenkt ist. Beim Anschauen fand ich das noch deut­li­cher, vor allem weil es dafür ja sogar den vor­be­rei­te­ten Zensursula-​Einspieler gab. Des­sen Melo­die hat übri­gens wirk­lich Ohr­wurm­qua­li­tä­ten — meh­rere Pro­duk­ti­ons­mit­ar­bei­ter haben das nach Auf­zeich­nungs­ende noch die ganze Zeit vor sich gesungen.

Fern­se­hen ist jeden­falls span­nend — und wenn man da vor der Kamera sitzt, hat man einen völ­lig ande­ren Ein­druck als wenn man das dann spä­ter im Fern­se­hen sieht.

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116 Antworten to “Komm’ ich jetzt ins Fernsehen?”


  • Ehr­lich gesagt: Ich fand die Sen­dung ist gar nicht so schlecht gelau­fen! Ich bin sogar der Mei­nung, dass Du deut­lich bes­ser und dif­fe­ren­zier­ter argu­men­tiert hat als Herr Scholz. Letz­te­rer bringt Standard-​Äußerungen, Pole­mik und geht nicht wirk­lich auf die Argu­mente der Gegen­seite ein. Es ist auch offen­sith­clich, dass er von vie­len Din­gen nicht wirk­lich Ahnung hat (und ich meine nicht nur tech­ni­sche, son­dern auch juris­ti­sche Details).
    Als er z.b. Patent– Urhe­ber und Ver­wer­tungs­rechte lus­tig durch­ein­an­der­mischt, wird es ganz gru­se­lig — wenn ich bei der CDU wäre und wüsste, ich hätte mit jeman­dem über Urhe­ber– und Patent­recht zu dis­ku­tie­ren, würde ich mich im Vor­feld bes­ser schlau machen, damit ich mehr als die­ses „Wischi-​Waschi” her­aus­bringe.
    Nach der zahl­rei­chen Kri­tik im Netz habe ich mir das ganze gerade noch­mal ange­schaut, und: Ich finde immer noch, dass Du bes­ser, kla­rer und undier­ter argu­men­tiert hast.

    Bedau­er­lich war, dass der Mode­ra­tor nicht wirk­lich neu­tral war, die Fra­gen folg­lich auch nicht wirk­lich fair waren und des­we­gen die Pira­ten­par­tei von vor­her­ein schon schlecht Kar­ten hatte. Ver­gli­chen damit hast Du, wie ich finde, einen guten Job gemacht.

    Also: Nicht aufgeben!

  • Hallo Dirk,

    hab den Stream eben erst gese­hen und will dein Fern­seh­de­büt mit einem Zitat aus einem bekann­ten Film kom­men­tie­ren: „Den ers­ten Sprung hat noch nie­mand geschaft” ;)

    Hast dich wacker geschla­gen. Nach der Sen­dung gehen einem zahl­rei­che Argu­mente durch den Kopf die man hätte bes­ser ein­brin­gen kön­nen. Merk sie dir, den das wird nicht dein letz­ter Auf­tritt gewe­sen sein. Und wenn du dir noch das ein oder andere Kom­men­tar zu Her­zen nimmst, dann seh ich posi­tiv in die Zukunft.

    mfg
    Rob

  • Hallo Dirk,

    ich finde Du hast Dich sehr gut geschla­gen in dem Inter­view. Es wurde deut­lich dass die Pira­ten ernst zu neh­mende und gesprächs­be­reite Leute sind mit deren Ideen sich zu beschäf­ti­gen durch­aus loh­nens­wert ist.

    Im Gegen­satz zu vie­len mei­ner Vor­red­ner hier finde ich dass Herr Scholz kein guter Red­ner ist, er wie­der­holt phra­sen­haft ver­staubte Ansich­ten ohne wirk­lich auf Deine Ansätze ein­zu­ge­hen. Solch ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stil ist eher unglaub­wür­dig und eines gestan­de­nen Poli­ti­kers wie Herrn Scholz unwür­dig. Die­ser schlechte Stil, zusam­men mit häu­fi­gem „ins Wort fal­len” macht eine ver­nünf­tige Dis­kus­sion unmög­lich und hat der Demo­kra­tie mal wie­der einen Bären­dienst erwie­sen.
    Mach Dir keine Gedan­ken über Dei­nen Rede­stil, der war reflek­tiert und ver­ständ­lich, also völ­lig in Ord­nung. Am ehes­ten soll­test Du an der Argu­men­ta­tion fei­len. Das ist jedoch bei den Pira­ten in stän­di­ger Wei­ter­ent­wick­lung und macht mir des­halb auch keine Sor­gen. Ein Argu­men­ta­ti­ons­leit­fa­den der Par­tei als Ergeb­nis die­ses Pro­zes­ses wäre sinnvoll.

    Freund­li­che Grüße und viel Erfolg wei­ter­hin!
    Marc Fischer

  • Hallo,

    Die Sen­dung war sogar ziem­lich lang. Sie wer­den nur sel­ten die Gele­gen­heit in den Medien fin­den so lange über etwas zu dis­kut­tie­ren.
    Wenn Sie gegen die oft­mals aus­ge­zeich­ne­ten Rhe­to­ri­ker der CDU stand­hal­ten wol­len, dann müs­sen sie alle Wege, die von ihrem Thema aus weg­füh­ren ken­nen, z.B. urher­ber­recht — ebooks — Erzeu­ger ver­kauft ohne Ver­wer­ter– Bücher — Laden — Wie soll der Erzeu­ger die Ver­käufe, Wer­bung, Mar­ke­ting, etc. vor­fi­nan­zie­ren ohne Ver­wer­ter? Mit sol­cher Vor­be­rei­tung wer­den Sie auch Ant­wor­ten auf Fra­gen wie Musi­ker sich ver­mark­ten, ihre Kon­zerte orga­ni­sie­ren und finan­zie­ren sol­len, im Vor­aus ken­nen.
    Sie müs­sen wis­sen wor­über Sie reden, aber mit dem Bewusst­sein nicht all­wis­send wer­den zu kön­nen, Ihre Schlag­fer­tig­keit trainieren.

    Hacken Sie außer­dem nicht dau­ernd auf Ihren Meta­phern herum. Diese Kut­schen­ge­schichte hat Sie nur noch selbst in Wider­sprü­che geführt.

    Da ich nicht weiß, ob hier herr Hill­brecht mit­liest, schreibe ich erst­mal nicht weiter.

  • Lie­ber Dirk,
    ich muss sagen, du hast dich gut geschla­gen. Ich habe auch mit einem sehr enga­gier­ten CDU-​Mitglied über die Sen­dung gespro­chen und selbst von ihm kam die Aus­sage, du wärst inhalt­lich deut­lich bes­ser und retho­risch zwar merk­lich schwä­cher, dafür aber deut­lich authen­ti­scher gewe­sen. Ins­ge­samt ist es wohl eher ein Gene­ra­tio­nen­kon­flikt, auch ein örtli­cher JU-​Chef konnte die PP Posi­tio­nen, die du kom­mu­ni­ziert hast tei­len. Auf meine Ableh­nung eines Anwer­be­ver­suchs mit der Begrün­dung, ich wolle der PP bei­tre­ten, rea­gierte er zwar ent­täuscht aber nicht ableh­nend und monierte ledig­lich die feh­lende Band­breite des Par­tei­pro­gramms. Inso­fern denke ich, dass jeden­falls bei den Ü-40 Zuschau­ern deine sach­li­che Argu­men­ta­tion durch­ge­drun­gen ist. Retho­ri­sche Flos­keln ohne Inhalt ner­ven die Leute auch irgend­wann. Arbeite ruhig an dei­nen Fähig­kei­ten, aber nur dahin­ge­hend viel­leicht noch etwas ener­gi­scher und schlag­fer­ti­ger zu wer­den. Du warst ansons­ten retho­risch zwar etwas defen­siv aber viel­leicht auch grade dadurch sehr sym­pa­tisch. Dein Auf­tre­ten in der Sen­dung hat mir auch viel bes­ser gefal­len, als eine Rede auf einer Demons­tra­tion, die ich im Inter­net gese­hen habe.

    Wei­ter­hin Mast und Schottbruch

  • hallo, auto­ma­ti­sches track­back hat nicht geklappt, des­halb noch­mal eine inhalt­li­che anmer­kung so:

    Urhe­ber­rechts­re­form der Pira­ten – Ideen und Irrtümer

    Ich hatte heute Nach­mit­tag die Zeit, mich noch­mal inten­siv mit dem Pro­gramm der Pira­ten­par­tei aus­ein­an­der­zu­set­zen. Ins­be­son­dere das, was die Pira­ten zum Urhe­ber­recht und der (nicht-)kommerziellen Ver­viel­fäl­ti­gung schrei­ben, ist inter­es­sant. Ich zitiere mal ein paar Pas­sa­gen und kom­men­tiere diese gleichzeitig…

    http://​sim​pli​zis​si​mus​.word​press​.com/​2​0​0​9​/​0​6​/​2​4​/​i​r​r​t​u​m​e​r​-​d​e​r​-​u​r​h​e​b​e​r​r​e​c​h​t​s​r​e​f​o​r​m​-​d​e​r​-​p​i​r​a​t​en/

  • Hallo Dirk,

    ich habe mir gerade (wie es sich gehört) die Sen­dung als Stream ange­schaut. Ich kann mich den Vor­red­nern nur anschlies­sen und sagen >RESPEKT<. Lei­der hast du dir Geg­ner aus­ge­sucht (oder sie sich dich), denen du nicht gewach­sen warst. Dies kam aber lei­der nur zum Teil durch die feh­lende Retho­rik bei dir, ein gro­ßer Teil, den ich ver­misst habe sind Argu­mente für deine (und meine) Anschau­ung der neuen Welt.
    d0m hat wei­ter oben schon eine Reihe von Argu­men­ten ange­bracht, die ich nur unter­stüt­zen kann.
    Du musst in Zukunft neben dei­nen retho­ri­schen Fähig­kei­ten auch den logi­schen Unter­bau dei­ner Argu­men­ta­tion parat haben.
    Bei­spiel:
    Wol­len sie, dass die Küns­ter durch dass Kopie­ren quasi ent­eig­net wer­den?
    Nein wol­len wir nicht! Natür­lich behält der Künst­ler seine Rechte an sei­nen Wer­ken wir müs­sen nur über Mit­tel und Wege nach­den­ken, wie der Küns­ter zu sei­nem Geld kommt und da sind die der­zeit exis­tie­ren­den Ver­wer­tungs­wege nur noch bedingt hilfreich.

    Wenn du zei­gen kannst, dass du dem Künst­ler (geis­ti­gen Eigen­tü­mer) sein Geld geben kannst und gleich­zei­tig nicht tau­sende Men­schen kri­mi­na­li­siert wer­den, für etwas was andere Gene­ra­tio­nen auch getan haben, nur eben auf dem Schul­hof und nicht im Inter­net, dann wer­den die meis­ten Leute dir zuju­beln und nicht dem ange­grau­ten Opa.

    Schliss­lich geht es doch darum, das Gesetz bil­det eine Norm ab, nach der sich ein Groß­teil der Gesell­schaft leben will. Wenn sich diese Norm ändert, müs­sen sich auch die Gesetze ändern, um die neue Norm abbil­den zu kön­nen.
    Inter­net­sper­ren für Raub­ko­pie­rer wie in Frank­reich sind nur ein Ver­such alte Nor­men und deren gesetz­li­che Form zu schüt­zen. Pro­blem dabei ist, dass damit die Ent­wick­lung einer Gesell­schaft aus­ge­bremst wird.

  • @Datenwolf
    Bei den Kil­ler­spie­len hätte man gleich den Wind raus­neh­men müs­sen. „Kil­ler­spiele” gibt es so wenig wie „Killerwale” — Das eine heisst kor­rekt „Ego– oder 1st-​Person-​Shooter” und das andere Orca oder Schwert­wal. Bei dem Publi­kum (und gene­rell) geht es weni­ger um tech­ni­sche Erklä­run­gen, als um Worte. Zudem hätte man, wie ja schon von Dir ange­merkt, klar stel­len müs­sen, das Ego­Shoo­ter ab 18 sind, und nicht frei im Inter­net ver­füg­bar sind. Wer Ego­Shoo­ter ver­bie­ten will, greift, da ab 18, mas­siv in die Rechte von Erwach­se­nen ein. Por­nos sind auch „nur” ab 18, und nicht gene­rell ver­bo­ten. Wei­ter­hin gehört in eine sol­che Debatte auch, wie­viel Arbeits­plätze deut­sche EgoShooter-​Produzenten sichern, und wie­viel Geld (und damit auch Steu­ern) damit ver­dient wer­den. Sind doch immer so für Wirtschaft…

    Und diese unsäg­li­che Buch-​Diskussion hätte man viel­leicht mit fol­gen­der Frage abge­würgt: Wieso darf ich ein Buch (CD) im Laden kau­fen, an Freunde ver­lei­hen, und nach dem lesen auf dem Trö­del ver­kau­fen, ein eBook (MP3) von dem glei­chen Buch (CD) aber nicht? Wie kann es sein, dass das glei­che geistig-​schöpferische(!) Werk, in 2 Medien so unter­schied­lich behan­delt wird? Nie­mand würde sich ein Auto kau­fen, das er nicht hin­ter­her wei­ter­ver­kau­fen darf.

  • Wer direkt an Pho­enix „Unter den Lin­den” (und an Herrn Min­hoff) schrei­ben will, hier die eMail-​Adresse:

    unterdenlinden@​phoenix.​de

  • Dirk,
    deine Selbst­kri­tik zur Sen­dung fand ich gut. Beson­ders wich­tig finde ich:

    - Rede­zeit ein­fach neh­men, sonst reden die ande­ren!! Der Herr Scholz und auch der Mode­ra­tor sind dir dau­ernd ins Wort gefal­len und haben lange Mono­loge gehalten.

    - Bes­sere und kür­zere Bei­spiele abruf­bar haben: Bei Patent­recht z.B. „1-​click-​Patent” von Ama­zon. Da ver­ste­hen alle Leute, was das Pro­blem ist.

  • Also ich finde, Du hast Dich sehr gut geschla­gen. Mei­ner Mei­nung nach hast Du vor allem das Glatt­eis „Taus u. KiPo” auf das Du geführt wer­den soll­test, sehr gekonnt umgan­gen: Erst mal das Gegen­über reden las­sen, dann sach­lich und neu­tral die eigene Posi­tion und den Stand der Dinge beto­nen und schließ­lich sel­ber den Gegen­stand des Ver­fah­rens benennen.

    In sol­chen Situa­tio­nen wäre falsch, dem Dis­kus­si­ons­geg­ner den Wunsch zu erfül­len, das man sich bla­miert indem man blind auf das Thema anspringt. Genauso falsch wäre es aber auch, es kom­plett zu verschweigen.

    Schön wäre es gewe­sen, wenn Du Open Source und Crea­tive Com­mons als funk­tio­nie­ren­des Gegen­bei­spiel für eine Neu­aus­le­gung des Urhe­ber­rechts genannt hättest.

    Und die ganze Kil­ler­spie­le­dis­kus­sion hät­test Du wun­der­bar abkür­zen kön­nen: Nach­dem Herr Scholz mit dem Gefär­dungs­po­ten­zial gegen­über Kin­dern und Jugend­li­chen, das einige Stu­dien belegt haben wol­len, argu­men­tiert hat wäre die ein­fachste Ant­wort gewe­sen: „Genau des­halb erhal­ten sol­che Spiele keine Jugend­frei­gabe. Und die wirk­lich men­schen­ver­ach­ten­den Spiele kön­nen bereits auf den Index gesetzt wer­den wie bereits bei eini­gen Titeln gesche­hen. Wer sowas den­noch spie­len will, der bringt die DVD eben aus dem USA-​Urlaub mit nach Hause, da nützt dann auch alle Inter­net­sper­ren nichts mehr.”

  • Oft ging die Dis­kus­sion auf ziem­lich selt­sa­men Ebe­nen ab. Ganz lange wurde so argu­men­tiert, als ob das Urhe­ber­recht einen Künst­ler genau bestim­men lässt, was mit sei­ner Musik pas­siert. Das stimmt aber nicht, denn wenn die CDs erst­mal bei Saturn im Regal sind, steht der Künst­ler nicht dane­ben und sagt „du darfst die nicht kau­fen, weil mir deine Fri­sur mir nicht passt”. Letzt­end­lich inter­es­siert den Künst­ler doch auch nur, dass er genug Geld kriegt. Das kann man halt (neben Kon­zer­ten und Fan­ar­ti­keln) auch über eine Kul­tur­flat­rate o.ä. realisieren.

    Auch wenn der CDU­ler geüb­ter in Rhe­to­rik sein mag, ein­mal ist ihm iirc der Feh­ler unter­lau­fen, gene­rell von „Por­no­gra­fie” zu spre­chen, wo eigent­lich „Kin­der­por­no­gra­fie” ange­bracht wäre. Ver­mut­lich war es ein freud­scher Ver­spre­cher und er will tat­säch­lich alle Por­nos verbieten…

    Bei eini­gen Bemer­kun­gen der bei­den wäre mir erst­mal nichts ein­ge­fal­len außer „Mann, bist du blöd, denkst du das wirk­lich?” Respekt, dass Du da immer sach­lich geblie­ben bist. Auch wenn Du lei­der nicht immer das offen­sicht­lichste Gegen­ar­gu­ment brin­gen konntest.

    Und gut, dass Du Dich Ende bei der Tauss-​Diskussion nicht dazu drän­gen las­sen hast, eine der bei­den Posi­tio­nen „Wenn er den Pro­zess ver­liert, schmei­ßen wir ihn natür­lich raus” oder „Uns ist egal, ob er Kin­der miss­braucht hat” anzu­neh­men. Man hat rich­tig gemerkt, wie die Dich zu einer sol­chen Aus­sage drän­gen woll­ten, um sie dann zu zerreißen…

  • Hallo,

    ich hab mir das ganze jetzt auf YouTube ange­schaut und muss sagen, Du hast Deine Posi­tio­nen sach­lich völ­lig kor­rekt verteidigt.

    Aller­dings ist Sach­lich­keit (und das sehen wir in den Bun­des­tags­de­bat­ten immer wie­der) auf poli­ti­scher Ebene nur zweit­ran­gig. Das wird an den Ein­wür­fen und Kom­men­ta­ren von Herrn Scholz sehr deut­lich. Die­ser geht näm­lich nicht rich­tig auf Deine Argu­mente ein, son­dern kon­tert direkt mit sei­nen eigenen.

    Ich denke gerade in die­ser Hin­sicht (näm­lich poli­tisch zu argu­men­tie­ren) ist die Auf­nahme des Herrn Tauss gera­dezu per­fekt. Herr Tauss hat fast 15 Jahre Erfah­rung damit, das sieht man auch auf Abge­ord­ne­ten­watch.
    Gerade retho­risch und argu­men­ta­to­risch kann und muss die Pira­ten­par­tei von ihm lernen.

    Wenn mann sich mal alle Pres­se­mit­tei­lun­gen und Reden seit 2004 auf sei­ner Seite zu Gemüte geführt hat, hat man eine leichte Ahnung, wie im poli­ti­schen All­tag Mei­nun­gen gemacht werden.

    Und –so schlimm, wie es ist– auch die Pira­ten­par­tei MUSS auf die­sen Zug auf­sprin­gen. Bera­tet euch mit Jörg Tauss inten­siv, der hat Wahl­kampf­er­fah­rung, was bes­se­res hätte euch nicht pas­sie­ren können.

    Ich denke ihr seid auf dem rich­ti­gen Weg.
    Meine Stimme habt ihr!

  • Hi Dirk,

    tut mir leid, aber ich bin mal ehr­lich. Das war sub­op­ti­mal. Die bei­den woll­ten dich der Lächer­lich­keit preis­ge­ben — und haben es in mei­nen Augen geschafft. Gele­gent­lich hatte ich eine Fremd­schä­mat­ta­cke, und das, obwohl ich selbst Pirat bin. Äääh!

    Ich halte dir zugute, dass die ange­spro­che­nen Pro­bleme Zen­sur­sula — Copy­right — Pat­ent­we­sen nicht in ein paar Sekun­den umfas­send bespro­chen wer­den können.

    Aber sobald die Inter­net­aus­dru­cker irgend­was von KiPo in Bra­si­lien oder geis­ti­gem Eigen­tum faseln, ver­suchst das argu­men­ta­tiv zu ent­kräf­ten. Wenn die pole­mi­sie­ren — warum du nicht? Man kann unsere Kern­aus­sa­gen doch herunterbrechen!

    Ich hätte mir Gegen­fra­gen gewünscht wie

    - Kann es sein, dass wir den Groß­teil unse­rer Bevöl­ke­rung kri­mi­na­li­sie­ren, nur weil die Inhalte­in­dus­trie sich nicht von ihrem über­hol­ten Geschäfts­mo­dell lösen kann?

    - Die Mas­sen­kla­gen der Inhalte­in­dus­trie sind rechts­miss­bräuch­lich und rui­nie­ren ganz nor­male Bür­ger, jeden Tag. Wol­len sie das?

    - Betrugs­sei­ten von Ban­ken, sog. Phis­hing, sind idR inner­halb von vier Stun­den aus dem Netz, bei KiPo dau­ert es teil­weise meh­rere Monate. In mei­nen Augen reicht es nicht, einen Sicht­schutz vor Miss­brauchs­do­ku­men­ta­tion von Kin­dern zu stel­len. Wir wol­len, dass die Ver­ant­wort­li­chen ebenso schnell wie im Geld­be­reich zur Rechen­schaft gezo­gen wer­den. Die nun beschlos­sene Sperre ver­lei­tet zu aus-​den-​Augen-​aus-​dem-​Sinn. Liegt das in ihrem Inter­esse Herr Scholz?

    - Wie für jeden ande­ren Bür­ger gilt für Herrn Tauss die Unschulds­ver­mu­tung. Falls ein Rich­ter seine Schuld fest­stellt, ist ent­we­der für ihn oder für mich kein Platz mehr bei den Piraten.

    - [belie­bi­ger Exzess aus dem Pat­ent­we­sen, bspw. über­teu­erte Medi­ka­mente für Afrika, Patente auf Lebe­we­sen, das Amazon-​1-​Klick-​Patent, Patent­trolle etc]. Genau hier ist zu erken­nen, dass das Pat­ent­we­sen in sei­ner jet­zi­gen Form malade ist und ledig­lich der Gewinn­si­che­rung gro­ßer Unter­neh­men dient. Wol­len sie, dass man Leben paten­tie­ren kann, Herr Scholz? Da soll­ten sich jedem Chris­ten die Nacken­haare auf­stel­len. Wol­len sie, dass Inno­va­tion zukünf­tig nur noch dort statt­fin­det, wo man sich eine Rechts­ab­tei­lung leis­ten kann?

  • Glück­wunsch. Die Probe hast du mehr als gut bestan­den. Die „Runde” war wirk­lich nicht ganz ein­fach. Es ist sicher nicht ein­fach, dem bil­li­gen Popu­lis­mus der CDU-​Typen adäquat zu erwidern.

    Ich finds jeden­falls schön, dass es jetzt end­lich jeman­den gibt, der die Dis­kurs­re­sul­tate „der Inter­net­com­mu­nity” über die klas­si­schen Medien (Talk­shows haha!) in die „gewöhn­li­che” Bevöl­ke­rung trans­por­tiert.
    Viel Erfolg bei der Aufklärung!

    P.S. Immer dran den­ken: Der „gewöhn­li­che” TV-​Konsument ist unend­lich blöd. Dem muss man z.B. wirk­lich erst über Tauss kurz auf­klä­ren (Was ein Abge­ord­ne­ter so macht, warum Tauss die ver­bo­te­nen Inhalte hatte und natür­lich was es mit der Unschulds­ver­mu­tung so auf sich hat)

  • Hallo Dirk, erst­mal Respekt das du so lang und so ruhig die­ses Kreuz­ver­hör aus­ge­hal­ten hast :) Ich kann ver­ste­hen das die Situa­tion sehr stres­sig war, lei­der muss ich auch sagen das du unbe­dingt noch an dei­ner Über­zeu­gungs­kraft arbei­ten musst, und dich z.B. (auch wenns schwer fällt) kür­zer fas­sen musst.

    Hör dir zum Bei­spiel mal das Gespräch zwi­schen ECPAT und Frank Rie­ger vom CCC zum Thema Inter­net­sper­ren an. Frank bleibt immer sach­lich und bestimmt, bringt sehr gute, kurze und ver­ständ­li­che (Gegen)argumente, ohne sich zu sehr in tech­ni­schen Details zu ver­lie­ren und behält so ein­deu­tig die Ober­hand. In diese Rich­tung muss es lau­fen *g –> http://​onde​mand​-mp3​.dra​dio​.de/​f​i​l​e​/​d​r​a​d​i​o​/​2​0​0​9​/​0​2​/​1​2​/​d​r​k​_​2​0​0​9​0​2​1​2​_​1​6​0​8​_​f​2​a​5​c​2​b​1​.​mp3

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