Maskenzwang (Symbolbild)

Virenwahn und Tugendterror – Der Maskenzwang als Weg in den Obrigkeitsstaat 7


Mit der flä­chen­de­cken­den Ein­füh­rung des Zwangs, Tei­le sei­nes Gesichts zu ver­hül­len, geht Deutsch­land mei­nes Erach­tens einen fata­len Weg. Er führt weg von einem libe­ra­len Bür­ger­rechts­staat hin zu einem Staat, in dem auf unde­mo­kra­ti­sche Wei­se zwei­fel­haf­te Ent­schei­dun­gen getrof­fen wer­den. Beson­ders besorg­nis­er­re­gend ist dabei, dass grö­ße­re Tei­le der Bevöl­ke­rung die­ses Vor­ge­hen völ­lig unkri­tisch mit­ma­chen, ja es gera­de­zu ein­for­dern.

Masken ohne Sinn

Was ist das mit den „Mas­ken”? Die soll jetzt irgend­wie jeder immer dabei haben und mög­lichst oft tra­gen. War­um? Naja, weil man damit – viel­leicht, „aber ich glau­be ganz bestimmt dar­an” – ver­hin­dern kann, dass ande­re das Coro­na-Virus bekom­men. Also, falls man es selbst hat. Und den Leu­ten ansons­ten ins Gesicht rot­zen wür­de. Ande­re Wir­kun­gen hat es nicht. Sage übri­gens nicht ich, sagt jedes die­ser lus­ti­gen Bild­chen, die seit Wochen im Inter­net kur­sie­ren. Und die Exper­ten, bei­spiels­wei­se der WHO.

Das gan­ze ist der fata­le nächs­te Schritt eines Rufes nach Total­mas­kie­rung, der seit Wochen durch die sozia­len Netz­wer­ke hallt: „Setzt Mas­ken auf, ihr ret­tet Men­schen­le­ben!”. Gar­niert mit ganz vie­len knud­de­li­gen Selbst­bau­an­lei­tun­gen und jeder Men­ge coo­ler „Mas­ken­sel­fies”. Dabei spielt die Qua­li­tät oder Wirk­sam­keit über­haupt kei­ne Rol­le. Die Gesichts­ver­de­ckung und das Her­um­zei­gen der­sel­ben wer­den zu rei­nem Live­style.

Maskenzwang (Symbolbild)

Mas­kenzwang (Sym­bol­bild)

Psychische Auswirkungen

Ich emp­fin­de die Vor­stel­lung, ab Mon­tag im Super­markt nur noch Men­schen mit einem Äuße­ren irgend­wo zwi­schen Han­ni­bal Lec­ter und Fred­dy Krue­ger zu begeg­nen als außer­or­dent­lich beklem­mend. Und die Tat­sa­che, dass die­ser Staat mich zwingt, eben­falls an die­ser Scha­ra­de teil­zu­neh­men, ver­setzt mei­nem Ver­trau­en in unse­re Gesell­schafts­ord­nung einen Scha­den, der nur schwer wie­der zu behe­ben sein wird. So in etwa stel­le ich mir das Gefühl vor, wenn der Arzt sagt: „Krebs. Noch vier Wochen.” Oder die Rich­te­rin: „Lebens­läng­lich mit Sicher­heits­ver­wah­rung.” Ich bekom­me ange­sichts die­ser gesell­schaft­lich-poli­ti­schen Ent­wick­lun­gen Herz­ra­sen und Schlaf­stö­run­gen.

Von die­sen „psy­chi­schen Aus­wir­kun­gen” des Mas­kenzwangs ist am Ran­de immer wie­der zu hören. Aber bloß nicht zu laut. Es ist ver­pönt, sol­che Gedan­ken zu äußern. Die gesell­schaft­li­che Gegen­re­de kommt sofort, mit Wucht und ist immer ähn­lich: „Stell dich nicht so an, es geht dar­um, Men­schen­le­ben zu ret­ten!” Die­se For­de­rung nach selbst­lo­ser Auf­op­fe­rung zu (behaup­te­ten) Guns­ten ande­rer zieht sich durch alle die­se Äuße­run­gen.

Mit Ver­laub, ich stel­le mich nicht an! Hier wird ein gesell­schaft­li­ches Mas­sen­ex­pe­ri­ment ohne ansatz­wei­se beleg­ba­ren Nut­zen durch­ge­führt. Die Aus­wir­kun­gen auf jeden ein­zel­nen Bür­ger in die­sem Land sind völ­lig unklar, aber eine umfas­sen­de Dis­kus­si­on fin­det nicht statt. Mehr noch: Sie wird von erstaun­lich vie­len Men­schen gera­de­zu aggres­siv ange­fein­det. Es gras­siert so eine Art Tugend­ter­ror.

Die Suche nach Gründen

Wie kommt es dazu? Ich mei­ne, die aller­meis­ten Men­schen sind ja nicht blöd. War­um wird der­art unkri­tisch dem aktu­el­len infor­mel­len Macht­ha­ber­gre­mi­um aus Regie­rungs­mit­glie­dern, Minis­ter­prä­si­den­ten und Viro­lo­gen hin­ter­her­ge­lau­fen?

Ich sehe zwei Grün­de und bei­de gefal­len mir über­haupt nicht.

Ers­tens wäre da eine mensch­li­che Uremo­ti­on: Angst. Die wird seit Wochen in Sachen „Coro­na” geschürt. Eine nen­nens­wer­te Anzahl Men­schen scheint inzwi­schen zu den­ken, dass im Umkreis von 50 Metern um einen Coro­na-Infi­zier­ten her­um alle Men­schen ansatz­los tot umfal­len. Dabei hat ein infi­zier­ter Mensch auch auf dem Höhe­punkt der Ver­brei­tung in der ers­ten März­hälf­te nie mehr als drei ande­re Men­schen ange­steckt; nur bei einem klei­nen Bruch­teil der Betrof­fe­nen tre­ten über­haupt ernst­haf­te Kom­pli­ka­tio­nen auf und bei denen wird es wie­der nur bei einem Bruch­teil lebens­be­droh­lich oder gar töd­lich.

Damit will ich nicht sagen, die Virus­er­kran­kung sei harm­los oder erfun­den. Ja, Covid-19 kann einen poten­ti­ell töd­li­chen Ver­lauf neh­men. Die Krank­heit erhöht das Lebens­ri­si­ko für jeden Men­schen. Aber die Gefah­ren­wahr­neh­mung ist mitt­ler­wei­le bei Vie­len zum Viren­wahn ver­zerrt.

Der zwei­te Grund ist die „Spi­ra­le” der Maß­nah­men: Da das Virus immer noch in der Welt ist, muss immer noch wie­der ein neu­es Gegen­mit­tel her: Geschäf­te schlie­ßen, Schu­len schlie­ßen, Kon­tak­te ver­bie­ten (in einem frei­heit­li­chen Rechts­staat!). Und jetzt halt „Mas­ken auf­set­zen”. Ohne Eva­lu­ie­rung. Ohne Risi­ko­ab­schät­zung. Haupt­sa­che, man „macht irgend­was”.

Bei­de Ent­wick­lun­gen füh­ren zusam­men momen­tan zu einer Gesell­schaft, die unkri­tisch rigi­de Zwangs­maß­nah­men mit­macht und in ihrer Mehr­heit weder Sinn noch Ver­hält­nis­mä­ßig­keit hin­ter­fragt. Das ist Was­ser auf die Müh­len von Men­schen, die einer frei­heit­li­chen Bür­ger­ge­sell­schaft sowie­so nicht viel abge­win­nen kön­nen – an die­ser Stel­le schö­nen Gruß in die baye­ri­sche Staats­kanz­lei. Sie ler­nen gera­de: Scheib­chen­wei­se ange­rich­tet kann man den Men­schen Grund­rech­te ein­fach weg­neh­men – und die fin­den das auch noch toll. 30 Jah­re nach dem Mau­er­fall braucht es gar nicht mehr den „bösen Rus­sen” um eine illi­be­ra­le Gesell­schafts­form zu eta­blie­ren – es reicht die eige­ne kir­re gemach­te Bevöl­ke­rung.

Macht außer Kontrolle

Womit wir zur fina­len Dyna­mik kom­men: Es ist ver­meint­lich viel ein­fa­cher, „Macher” Din­ge bestim­men zu las­sen und ihnen dann ein­fach hin­ter­her­zu­lau­fen. Das birgt aber die Gefahr, dass wir als Gesell­schaft die Kon­trol­le über die­se Macher eben­so ver­lie­ren wie die Mög­lich­keit, sie zu kor­ri­gie­ren. In Deutsch­land ist das plu­ra­lis­ti­sche poli­ti­sche Leben seit Mit­te März qua­si zum Erlie­gen gekom­men. Das Demons­tra­ti­ons­recht ist fak­tisch abge­schafft. Der Zwang zur Gesichts­ver­hül­lung ist ein wei­te­rer Schritt auf einem unheil­vol­len Weg in den Obrig­keits­staat.

Vor die­sem Hin­ter­grund kann ich nur drin­gend davor war­nen, den Mas­kenzwang als „not­wen­di­ges Übel”, „gar nicht so schlimm” oder „muss halt sein” abzu­tun. Als Demo­krat und Anhän­ger einer libe­ra­len Gesell­schafts­ord­nung soll­te man sei­ne Mas­ke – wenn über­haupt – kei­nes­falls wider­spruchs­los auf- und schnellst­mög­lich wie­der abset­zen. Das mag müh­sam und unnö­tig erschei­nen, aber ich kann es nicht bes­ser sagen als Ben­ja­min Fran­k­lin: „Wer auf Frei­heit ver­zich­tet um Sicher­heit zu gewin­nen, wird am Ende bei­des ver­lie­ren.”


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7 Gedanken zu “Virenwahn und Tugendterror – Der Maskenzwang als Weg in den Obrigkeitsstaat

  • usw

    Wahn und Ter­ror – echt jetzt, Dirk?

    Wir wer­den also gera­de von einem „Macht­ha­ber­gre­mi­um aus Regie­rungs­mit­glie­dern, Minis­ter­prä­si­den­ten und Viro­lo­gen” regiert, wel­ches uns gera­de­wegs in den Obrig­keits­staat führt. Und Mas­ken sind „ohne Sinn”. Komisch nur, dass die meis­ten Exper­ten das anders sehen.

    Woll­ten wir wegen der Kli­ma­kri­se nicht immer, dass Poli­ti­ker auf wis­sen­schaft­li­che Fak­ten hören? Jetzt tun sie es wegen „Coro­na”, aber das ist dir auch nicht recht. Wenn das also alles nicht stimmt, war­um sind wir dann alle im Home Office?

    Ja, unse­re Grund­rech­te sind der­zeit mas­siv ein­ge­schränkt. Nicht erst seit der Mas­ken­pflicht. Aber sieh es doch mal so:

    Die Mas­ken ermög­li­chen jetzt die Locke­rung der Regeln. Sie müs­sen auch nicht immer und über­all getra­gen wer­den, son­dern nur dort, wo sich der nähe­re Kon­takt zu ande­ren Men­schen am schwers­ten ver­mei­den lässt. Sie sind somit eben genau nicht die Fort­set­zung der Spi­ra­le der Maß­nah­men, son­dern eher das Gegen­teil.

    Vie­le der der­zei­ti­gen Maß­nah­men kön­nen und sol­len hin­ter­fragt wer­den, und das pas­siert in unse­rer demo­kra­ti­schen Gesell­schaft auch stän­dig. So gese­hen sind alle beschlos­se­nen Maß­nah­men auf gewis­se Wei­se „zwei­fel­haft”.

    Indem du aber unter­stellst, dass die­se das Pro­dukt eines Macht­ha­ber­gre­mi­ums sind, geprägt von Angst­ma­che­rei, Wahn und Ter­ror, begibst du dich auf das Niveau von Dem­ago­gen und Popu­lis­ten. Und wenn du den Anblick eines Men­schen mit Mas­ke im Super­markt mit einer töd­li­chen Krebs­dia­gno­se ver­gleichst, dann kann ich das nur noch zynisch nen­nen.

    Wohin das führt, kann man der­zeit in den USA beob­ach­ten. Dort sind die Rege­lun­gen geprägt von Par­tei­po­li­tik und einem unfä­hi­gen Prä­si­den­ten. Das Ergeb­nis ist bekannt.

    Ich bin auch nicht begeis­tert von den Mas­ken, aber im Ver­gleich zu den ande­ren Ein­schrän­kun­gen sind sie doch eher das klei­ne Übel. Die psy­chi­schen Aus­wir­kun­gen der Iso­la­ti­on sind für die betrof­fe­nen Bevöl­ke­rungs­krei­se mit Sicher­heit schlim­mer als der Anblick irgend­ei­ner harm­lo­sen „Hor­ror-Mas­ke” im Super­markt.

    • Ronni

      Dan­ke „usw”! Dem ist nichts hin­zu­zu­fü­gen.
      So gut ich fin­de, was Dirk zu Ver­kehrsthe­men schreibt, hier liegt er voll dane­ben.

  • Boomel

    So beschis­sen eine Pan­de­mie ist, aber unse­re Frei­heit endet dort, wo kei­ne Beatmungs­ma­schi­ne mehr ver­füg­bar ist. Die Wirk­sam­keit von ein­fa­chen MNS/OP-Mas­ken kannst du hier in Form einer Stu­die nach­le­sen https://www.nature.com/articles/s41591-020‑0843‑2

    Und bevor wir von best case 80.0000 und worst case 1,6 mio Toten reden, kann man bis zur Lösung über Medi­ka­men­te bzw. Impf­stof­fe einen bescheu­er­ten Stoff­fet­zen ins Gesicht schnal­len…

    Kata­stro­phe ist es so oder so in allen Berei­chen – egal ob wirt­schaft­lich, mensch­lich oder für die Frei­heits­rech­te 🙁

  • ma

    Ich feie­re dich, Dirk! Ges­tern bin ich 40 km Fahr­rad gefah­ren, um die Frust, die sich in mei­nem Inne­ren ange­sam­melt hat­te, aus­zu­schwit­zen… Bis jetzt habe ich nur zuge­schaut, aber die Mas­ken­pflicht hat mich nerv­lich her­aus­ge­for­dert.