Haltestelle Steintor in der Kurt-Schumacher-Straße, Juli 1976

Hannover damals und heute (5): Kurt-Schumacher-Straße und Anzeigerhochhaus, Juli 1976


Haltestelle Steintor in der Kurt-Schumacher-Straße, Juli 1976

Hal­te­stel­le Stein­tor in der Kurt-Schu­ma­cher-Stra­ße, Juli 1976

Heu­te sind wir wie­der in der Innen­stadt. Im Juli 1976 hat mein Opa die dama­li­ge Stra­ßen­bahn­hal­te­stel­le am Stein­tor foto­gra­fiert. Die­se lag am Ende der Kurt-Schu­ma­cher-Stra­ße vor der Ein­mün­dung in die Gose­rie­de. Die Bahn­stei­ge sind für dama­li­ge Ver­hält­nis­se sehr lang und der Hal­te­stel­len­mast sagt auch, war­um: Das dop­pel­te „HH” weist die­se Hal­te­stel­le als „Dop­pel­hal­te­stel­le” aus: Zwei Bah­nen kön­nen hier hin­ter­ein­an­der hal­ten, auch die hin­te­re hält dabei aber nur ein­mal. Muss man als Fahr­gast ein biss­chen auf­pas­sen. Inter­es­san­ter­wei­se hat nur die Hal­te­stel­le stadt­aus­wärts einen Wet­ter­schutz. Auf bei­den Bahn­stei­gen reich­lich vor­han­den sind hin­ge­gen die oran­ge­far­be­nen Plas­tik-Abfall­ei­mer, die noch Jahr­zehn­te im han­no­ver­schen Stra­ßen­bild vor­kom­men wer­den. Ach­tet in den nächs­ten Tagen mal drauf…

Das Bild ist ent­stan­den kurz nach­dem die ers­te Stadt­bahn­tun­nel­stre­cke von Water­loo nach Lis­ter Platz ihren Betrieb auf­ge­nom­men hat. Ich bin mir nicht sicher, ob das auf die hier fah­ren­den Bah­nen Ein­fluss gehabt hat; den Bereich am Stein­tor hat die U‑Bahn-Bau­stel­le jeden­falls erst Jah­re spä­ter erreicht. Inso­fern zeigt das Bild noch ziem­lich den Ori­gi­nal­zu­stand, in dem die­ser Bereich in den frü­hen 1960er Jah­ren zum Ende der Wie­der­auf­bau­pha­se nach dem 2. Welt­krieg her­ge­rich­tet wur­de. Dazu gehört auch, dass die Ein­mün­dung der Kurt-Schu­ma­cher-Stra­ße in die Gose­rie­de als läng­li­cher Krei­sel ange­legt war. Erkenn­bar ist das an den Ver­kehrs­schil­dern im Hin­ter­grund: Ein Zebra­strei­fen für den Fuß­ver­kehr und ein „Rechts abbiegen”-Pfeil für den Kfz- und Rad­ver­kehr in den Kreis­ver­kehr hin­ein.

Doni­mie­rend auf dem Bild natür­lich das „Anzei­ger-Hoch­haus”. Der Vor­kriegs­bau war eines der ers­ten Hoch­häu­ser in Deutsch­land. Rechts davon, nur im Ansatz zu sehen, das Gose­rie­de­bad, das noch bis 1982 ein Schwimm­bad war. Links davon das Gebäu­de der Spar­kas­se und links davon hin­ter den Bäu­men – eine Bau­lü­cke. Es wird noch Jah­re dau­ern, bis hier das neue Stein­tor ent­steht.

Kurt-Schumacher-Straße und Anzeiger-Hochhaus, September 2019

Kurt-Schu­ma­cher-Stra­ße und Anzei­ger-Hoch­haus, Sep­tem­ber 2019

Im Jahr 2019 hat sich viel geän­dert. Die Stra­ßen­bahn fährt immer noch durch die Stra­ße, die Hal­te­stel­le ist aller­dings „um die Ecke” in die Münz­stra­ße ver­legt. Die Hal­te­stel­le mit den sehr cha­rak­te­ris­ti­schen „Bus-Stops”-Wet­ter­schutz­bau­wer­ken dient hier heu­te vor allem den Umland­bus­sen, die bis in die Innen­stadt fah­ren. Dadurch ist die Fahr­bahn ins­ge­samt deut­lich schma­ler.

Was auf die­sem Bild beson­ders auf­fällt, ist die wesent­lich grö­ße­re Prä­senz des Rad­ver­kehrs. Es gibt beid­sei­tig für den Rad­ver­kehr vor­ge­se­he­ne Wege, die aller­dings äußerst schlecht aus­ge­führt sind. An ver­schie­dens­ten Stel­len sind – gut aus­ge­las­te­te – Abstell­an­la­gen für Fahr­rä­der zu sehen. Vor­ne rechts sind zudem 3 elek­trisch unter­stütz­te Tret­rol­ler im Bild – ein Ver­kehrs­mit­tel, an das 43 Jah­re frü­her noch nicht zu den­ken war.

Das Ensem­ble aus Spar­kas­se, Anzei­ger-Hoch­haus und Gose­rie­de­bad prä­sen­tiert sich äußer­lich nicht wesent­lich ver­än­dert. Das Anzei­ger-Hoch­haus ist auf Grund der Kup­pel­sa­nie­rung ein­ge­rüs­tet. Es hat auch wesent­lich klei­ner unter­teil­te Fens­ter als 1976 – höchst­wahr­schein­lich weil dies dem Zustand zum Zeit­punkt der Eröff­nung ent­spricht. Wit­zi­ger­wei­se ist das bei der Spar­kas­se genau umge­kehrt: Hier sind die unter­teil­ten Fens­ter­flä­chen durch­gän­gi­gen Schei­ben gewi­chen. Das Gose­rie­de­bad hin­ge­gen ist schon seit über 20 Jah­ren kein Bad mehr, son­dern beher­bergt heu­te unter ande­rem Büros und Kunst­aus­stel­lun­gen.

Bleibt der Gebäu­de­rie­gel rechts im Bild. Hier hat es eben­falls eini­ge Über­ar­bei­tun­gen an Fens­ter, Bal­kon­brüs­tun­gen und Fas­sa­den gege­ben, stuk­tu­rell sind die Gebäu­de aber unver­än­dert. Der Super­markt im Eck­ge­bäu­de, der 1976 offen­sicht­lich schlicht nach sei­nem Inha­ber benannt ist (Jens Schmidt? Jörg Schmidt? Ines Schmidt?), gehört heu­te mit der Mar­ke „Pen­ny” zur Rewe-Grup­pe.

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