Der Nah­ver­kehrs-Ad­vents­ka­len­der (20): Dort­mund, Uni­on­stra­ße, 2010


Stadtbahnstation Unionstraße

Stadt­bahn­sta­ti­on Uni­on­stra­ße

Un­ser heu­ti­ges Bild stammt mal wie­der aus dem Ruhr­ge­biet. Die Sta­ti­on „Uni­on­stra­ße“ in Dort­mund liegt am west­li­chen En­de des Ost-West-Stadt­bahn­tun­nels. Die­se drit­te un­ter­ir­di­sche Que­rung der Dort­mun­der In­nen­stadt ist die jüngs­te un­ter­ir­di­sche Stre­cke, er­st seit April 2008 ist sie in Be­trieb. Wie vie­le ak­tu­el­le un­ter­ir­di­sche Bahn­sta­ti­on ist auch Uni­on­stra­ße in ei­nem mög­lichst schlich­ten De­si­gn ge­hal­ten: Mit­tel­bahn­steig mit Zu­gän­gen an bei­den Sei­ten, kei­ne ver­win­kel­ten Ecken, säu­len­frei und bar­rie­re­frei per Fahr­stuhl er­reich­bar. Die Wän­de sind mit Mo­ti­ven aus der Dort­mun­der In­dus­trie­ge­schich­te ge­stal­tet, es gibt Farb­ak­zen­te, ins­be­son­de­re die in­di­rek­te vio­lett-far­bi­ge Be­leuch­tung. Die ge­wölb­ten Wän­de er­in­nern dar­an, dass die Ost-West-Que­rung in wei­ten Tei­len ge­bohrt wur­de und des­halb kei­ne Bau­gru­ben nö­tig wa­ren. Rechts wird ei­ne Stadt­bahn zur West­fa­len­hüt­te an­ge­kün­digt, links dau­ert es no­ch zwei Mi­nu­ten, bis die nächs­te Bahn Rich­tung Dorst­feld ein­fährt.

Dort­mund ge­hört eben­falls zu den Städ­ten, die in den 1970er-Jah­ren be­gan­nen, die Stra­ßen­bahn schritt­wei­se auf ei­ne Stadt­bahn mit un­ter­ir­di­schen Ab­schnit­ten und ei­ge­nen Gleis­ab­schnit­ten um­zu­stel­len. Die Ost-West-Stre­cke ist die ein­zi­ge Stre­cke in Dort­mund, die nicht auf Hoch­flur-, son­dern auf et­wa 40 cm ho­he „Mit­tel­flur­fahr­zeu­ge“ um­ge­rüs­tet wur­de. Dem­entspre­chend sind die un­ter­ir­di­schen Bahn­stei­ge hier nied­ri­ger als bei den an­de­ren Li­ni­en und das Netz ist durch die­se Ent­schei­dung fak­ti­sch in zwei Teil­net­ze auf­ge­teilt. Ins­be­son­de­re er­mög­licht die­se Maß­nah­me auch, im Tun­nel wei­ter­hin mit den al­ten Stra­ßen­bahn­fahr­zeu­gen zu fah­ren, wie dies bei den üb­ri­gen Li­ni­en frü­her auch teil­wei­se ge­sche­hen ist. An­ders als dort gibt es hier aber kei­ne hö­hen­ge­teil­ten Bahn­stei­ge, al­le Bau­wer­ke sind durch­gän­gig mit der nied­ri­ge­ren Ein­steigs­hö­he ver­se­hen.

Mit der Er­öff­nung der Ost-West-Stre­cke wur­de in Dort­mund die Um­stel­lung des Stra­ßen­bahn­net­zes auf Stadt­bahn­stan­dard ab­ge­schlos­sen. An­ders als zum Bei­spiel in Es­sen gibt es da­bei kei­ne bau­li­chen Pro­vi­so­ri­en im zen­tra­len Tun­nel­netz. An­de­rer­seits konn­te aber auch nicht wie zum Bei­spiel in Stutt­gart ei­ne Um­rüs­tung auf ei­nen ein­heit­li­chen Stan­dard er­reicht wer­den. Trotz­dem prä­sen­tiert si­ch das Dort­mun­der Netz ge­ra­de im Ver­gleich zu an­de­ren Ruhr­ge­biets­städ­ten als ho­mo­gen im Aus­bau­stan­dard und re­la­tiv kon­se­quent in der Um­set­zung der ur­sprüng­li­chen Stadt­bahn­plä­ne.

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