Interview mit Jens Seipenbusch im Zivilschein-Blog/Jens über das „Junge Freiheit”-Interview von Andreas Popp 13


Ich möch­te kurz auf ein Inter­view mit Jens Sei­pen­busch, Bun­des­vor­sit­zen­der der Pira­ten­par­tei, im Zivil­schein-Blog auf­merk­sam machen. Das Inter­view wur­de am Mon­tag auf der Mahn­wa­che anläss­lich der Poli­zei­ge­walt auf der Frei­heit-statt-Angst-Demo am Sams­tag geführt. Jens äußert sich aber auch über die Pira­ten­par­tei und die Bun­des­tags­wahl all­ge­mein.

Wir arbei­ten natür­lich nach wie vor an der Fünf-Pro­zent-Hür­de, wir geben alles. Der Auf­schwung ist wirk­lich da. In den letz­ten Tagen haben wir noch­mal extrem viel Auf­merk­sam­keit gene­rie­ren und Neu­mit­glie­der gewin­nen kön­nen. Die Mög­lich­keit ist also durch­aus gege­ben, auch wenn es sicher­lich nicht ein­fach wird.

Oh, und wo wir schon dabei sind: In sei­nem eige­nen Blog äußert Jens sich zum Inter­view, das Andre­as Popp, der stell­ver­tre­ten­de Pira­ten-Bun­des­vor­sit­zen­de, der Zei­tung „Jun­ge Frei­heit” gege­ben hat. Die Sache ist an mir kom­plett vor­bei­ge­gan­gen, ich bin erst durch Jens Arti­kel dar­auf auf­merk­sam gewor­den. Eini­ge Krei­se schei­nen die „Jun­ge Frei­heit” über die Gren­zen des Erträg­li­chen hin­aus rechts im poli­ti­schen Spek­trum ein­zu­ord­nen und miss­bil­li­gen des­halb, dass ein Bun­des­vor­stands­mit­glied der Pira­ten­par­tei dort ein Inter­view gibt. Jens wider­spricht:

Sicher­lich: eine Zusam­men­ar­beit mit rech­ten Par­tei­en kommt nicht in Fra­ge, auch für mich nicht, genau das hat Andre­as Popp ja auch gesagt. Ist es aber die rich­ti­ge Ant­wort, einer Zei­tung nicht die eige­ne poli­ti­sche Mei­nung dar­zu­le­gen? […] Ich den­ke bei der Bewer­tung die­ses Inter­views an die Leser der Jun­gen Frei­heit , nicht an die Macher. Wenn wir die­se Men­schen nicht für wür­dig befin­den, mit ihnen über Poli­tik zu reden, dann geben wir sie ver­lo­ren. Wenn wir sie zurück­ho­len wol­len ins demo­kra­ti­sche Spek­trum, dann müs­sen wir mit ihnen reden, ihnen klar­ma­chen, war­um die rech­te Ideo­lo­gie men­schen­feind­lich ist. Sie zu ver­ach­ten, sich von ihnen zu distan­zie­ren, mag den Lin­ken dabei hel­fen, ihre eige­ne Iden­ti­tät zu defi­nie­ren – in der ange­spro­che­nen Sache ist es eher schäd­lich.

Gut gebrüllt, Löwe!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

13 Gedanken zu “Interview mit Jens Seipenbusch im Zivilschein-Blog/Jens über das „Junge Freiheit”-Interview von Andreas Popp

  • D aus K

    Klas­se – so sind sie, unse­re harm­lo­sen Rech­ten, mit denen Herr Sei­pen­busch naiv dis­ku­tie­ren will. Schwupps müllen sie mit immer den glei­che Sprü­chen alles zu. Das macht Dich nicht stut­zig Dirk? Mit Sprü­chen wie „Was ist das für eine Demo­kra­tie, wenn Mei­nun­gen ver­bo­ten wer­den.” lau­fen die­se rech­ten Gesel­len immer wie­der und seit Jah­ren durch die Foren und Blogs. Sie beru­fen sich auf Errun­gen­schaf­ten einer Gesell­schaft, die sie eigent­lich abschaf­fen wol­len – klingt aber klas­se. Wer dar­auf rein­fällt – wie Sei­pen­busch – der ist halt naiv – wer sol­che Jungs wählt, hat wohl auch noch nicht so viel ver­stan­den.

  • Dirk Hillbrecht Autor des Beitrags

    Wer meint, dass die „Jun­ge Frei­heit” eine lesens­wer­te Infor­ma­ti­ons­quel­le sei, der soll sie lesen. Ich bin die­ser Mei­nung nicht. Ansons­ten: Habe ich hier irgend­was gelöscht? Also! Mir is’ wurscht, wer was liest, mich inter­es­siert hier nur, wer was _schreibt_.

  • Dirk Hillbrecht Autor des Beitrags

    Hm, was hier plötz­lich so für Kom­men­ta­re lan­den… Fas­zi­nie­rend. Also Freun­de, fürs Pro­to­koll: Ich lese hier durch­aus mit und wenn mir einer über die Strän­ge schlägt, dann fliegt der Kom­men­tar raus. Acht­kan­tig.

  • Ludwig

    Guten Tag,

    also ich ver­ste­he nicht wie man das von Sei­ten der Pira­ten­par­tei so auf­bau­schen kann.
    Man hat einer Zei­tung ein Inter­view gegeben.Basta.

    Ich bin Abo­nennt die­ser Zei­tung, war­um wohl?
    Weil Sie sich zum Bei­spiel mit einer Pira­ten­par­tei beschäf­tigt, und ganz­sei­tig dar­über berich­tet. Und nun?
    Nun ver­wehrt man sich dage­gen , fühlt sich hin­ter­gan­gen?
    Ich habe die­se Inter­view als gute Wahl­wer­bung für die Pira­ten­par­tei emp­fun­den.
    Man soll­te dem Blatt von Sei­ten der Pira­ten dank­bar sein, und sich nun nicht ange­sichts der Het­ze der Links­pres­se ängs­ti­gen.

    Mann was seit denn Ihr für Pira­ten?
    Wat­te­bausch statt Enter­mes­ser???

    Und nun noch was zu dem User Ogdan Üzgür:

    Was ist das für eine Demo­kra­tie, wenn Mei­nun­gen ver­bo­ten wer­den. Eine ech­te Demo­kra­tie hält Mei­nun­gen aus, und dis­ku­tiert die­se. Ver­bo­ten wer­den Mei­nun­gen aber nicht, egal welche.Das ist eine Demo­kra­tie, was wir erle­ben ist das Ende einer Demo­kra­tie.

    Ich habe gehofft daß die Pira­ten eine Strö­mung ein­lei­ten die dem ent­ge­gen­steht, aber wohl weit gefehlt.

    Fazit:

    Wohl auch nicht wähl­bar, daheim­blei­ben , Wür­de bewah­ren, sich dem lächer­li­chen Ritu­al ver­wei­gern.

  • Schinkenpizza

    Sofern der Inahlt stimmt muss man sich für nichts ent­schul­di­gen.
    In einer Demo­kra­tie muss man sich nicht ent­schul­di­gen wenn man mit ande­ren Per­so­nen redet. Ich dach­te wir ste­hen für Wer­te und sind kei­ne Oppor­tu­nis­ten die Demo­kra­tie nur rufen wenn es gera­de genehm ist?

  • aus Ffm

    Herr Ücgür,

    Sie spre­chen mir über­wie­gend aus dem Her­zen.
    Ledig­lich bin ich der „Mei­nung”, dass Mei­nun­gen nie­mals ver­bo­ten, son­dern gedank­lich hin­ter­fragt und ggf. argi­me­na­tiv bekäpft wer­den soll­ten (ich will nicht wis­sen, wie­vie­le Gedan­ken­ver­bre­cher es sonst gäbe).

  • Ogdan Ücgür

    Jeder Mensch soll­te in Deutsch­land zu sei­ner Mei­nung ste­hen dür­fen. Eine Mei­nung wird doch dadurch nicht ille­gal, dass sie in einem Organ abge­druckt wird, das Anders­den­ken­den nicht gefällt!

    „Ich tei­le ihre Mei­nung nicht, aber ich bin bereit, mein Leben dafür ein­zu­set­zen, dass Sie sie äußern dür­fen” schrieb Vol­taire.

    In Deutsch­land sind bestimm­te Mei­nun­gen aus gutem Grund ver­bo­ten – wir sind durch unse­re Geschich­te ver­pflich­tet, den Zivi­li­sa­ti­ons­bruch des NS Regimes nie wie­der zuzu­las­sen. Die­se Tat­be­stän­de sind (auch wenn sie in den letz­ten Jah­ren immer wie­der aus­ge­wei­tet wur­den) genau defi­niert. Alle ande­ren Mei­nun­gen, auch wenn sie rechts sind, dür­fen geäu­ßert wer­den.

    Rechts ist nicht auto­ma­tisch schlecht. Solan­ge sich eine Mei­nung auf dem Boden der frei­heit­lich demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung bewegt und nicht gegen Geset­ze ver­stößt ist sie legi­tim, erlaubt und soll­te bei ent­spre­chen­der Ern­sta­haf­tig­keit unter Demo­kra­ten dis­ku­tiert wer­den.

    Die demo­kra­ti­sche Dis­kus­si­on und der Anspruch Lösun­gen zu ent­wi­ckeln, die de Gemein­wohl die­nen schliesst Extre­mis­ten aus – nicht aber rech­te oder lin­ke.

    Das will der sozi­al-öko­lo­gi­sche Kom­plex in der Bun­des­re­pu­blik ver­hin­dern indem alles was den Geld­in­ter­es­sen des sozi­al-öko­lo­gi­schen Kom­ple­xes wider­spricht als „rechts” und „ille­gi­tim” ver­teu­felt wird. Die Inhal­te zäh­len! Nicht die Eti­ket­ten, die ande­re dar­auf kle­ben.

  • D. Vogel

    Es heißt doch „Frei­heit statt Angst”.…das paßt so gar nicht zusam­men das Pira­ten jetzt sogar Angst haben müs­sen mit wem sie spre­chen…
    Da kann ich ja gleich bei einer der ande­ren 0815 Par­tei­en blei­ben!

  • aus Ffm

    Hal­lo Jens Mül­ler,

    wie­so sind die Macher der Jun­gen Frei­heit für über­haupt ein Pro­blem?
    Und war­um ich als Lese­rin?

  • aus Ffm

    Ich lese regel­mä­ßig die Jun­ge Frei­heit und fin­de dort vie­le Infor­ma­tio­nen, die in der „übli­chen” Pres­se nicht zu fin­den sind.
    Kur­ze Zeit hat­te ich dar­über nach­ge­dacht, die Pira­ten­par­tei als Par­tei der wirk­li­chen Frei­heit und gegen den Über­wa­chungs­staat zu wäh­len, aber das hat sich jetzt gründ­lich erle­digt; mir geht es über­i­gens nicht allei­ne so!

  • Jens Müller

    Nach­dem ich die Kom­men­ta­re unter dem Inter­view in der JF gele­sen habe, glau­be ich fest, daß die Leser ein grö­ße­res Pro­blem sind als die Macher …