Seit knapp einer Woche habe ich jetzt mein neues Handy. Mein gutes altes Siemens S55 ist abgelöst worden durch ein nagelneues S88. Dank E-Plus-Vertrag für 0 Euro und mit 1 GB-Speicherkarte inklusive.
Im großen und ganzen bin ich durchaus zufrieden. Es ist zwar etwas schwerer, aber nur unwesentlich größer als das S55. Und die Funktionen sind schon beeindruckend:
- 2-Megapixel-Kamera mit optischer Fokussierung. Viel besser waren die Bilder meiner ersten „richtigen” Digitalkamera von 2000 auch nicht. Bloß dass die damals umgerechnet 500 Euro gekostet hat. Gut, die Auslöseverzögerung ist sehr groß und man hat keinen optischen Zoom, aber: Hey, das ist ein Handy…
- OLED-Display. Keine Blickwinkelabhängigkeit, gute Farbwiedergabe. Leider etwas lichtschwach im prallen Sonnenlicht.
- MP3-Player. Schon cool. Mein bisheriger Player hat nur 128 MByte Speicher und ist jetzt wohl arbeitslos. Die Musik gleich im Telefon zu haben reduziert die Anzahl von Technikgadgets, die man so mit sich rumträgt, um eines. Und das gut.
- USB-Massenspeicher-Interface. Wird auch unter meinem SuSE-10-Linux problemlos erkannt. Der Austausch von Musik und Bildern ist so ein Kinderspiel.
- Der MIDI-Prozessor ist auch deutlich wohltönender als bei meinem alten S55.
- Ach ja, telefonieren kann man mit dem Gerät auch. Das interne Adressbuch speichert diverse Zusatzinformationen, darunter Anruferbild und speziellen Klingelton.
So, bis hierhin deckt sich das wohl so ziemlich mit den offiziellen Infos. Kommen wir mal zu den kleinen und großen Macken, die das Gerät in den letzten Tagen offenbart hat:
- Proprietärer Headset-/USB-Anschluss. Mein altes Zubehör kann ich (mal wieder) abschreiben. Dankenswerterweise werden ja sowohl USB-Kabel als auch Headset mitgeliefert (letzteres sogar in Stereo zum Musikhören). Die Kopfhörerqualität ist nicht so dolle aber bei Musik in normaler Lautstärke finde ich es eigentlich voll ok.
- Menüführung. Natürlich ist bei einem so großen Funktionsumfang viel zu klicken. Aber so ganz konsistent scheint mir das noch nicht. Vor allem im Adressbuch: SIM-Einträge und internes Adressbuch werden gleichzeitig dargestellt, sodass die Einträge doppelt sind. Wenn man jemanden mit mehreren hinterlegten Nummern anrufen will, muss man aus manchen Sichten heraus mehrfach auf die Telefonnummern klicken, bis das Gerät sich endlich mal bequemt, die Verbindung aufzubauen. Und wenn man einmal auf die rote Taste drückt, kommt man auch aus der letzten Menüebene wieder auf die Startseite und kann von vorn anfangen.
- IRDA fehlt. Das ist schon schade. Mit meinem Palm werde ich jetzt nicht mehr so einfach Daten austauschen können.
- Bluetooth ist … naja … spannend. Da hakt’s echt noch ziemlich. Mit dem Linux-BlueZ-Stack bekomme ich bislang keine Verbindungen hin. Das Pairing klappt zwar, aber Daten können nicht ausgetauscht werden — BlueZ beschwert sich über ein Paket-Timeout. Mit dem S55 hat’s aber geklappt, so habe ich mein altes Adressbuch rüberbekommen.
- Bluetooth-Headset soso-lala. Mein Logitech F-0228A funktioniert zwar mit dem Handy, aber nicht so wie ich es eigentlich gerne hätte. Vor allem habe ich noch nicht durchschaut, nach welchem System das Handy ein ausgehendes Gespräch intern oder über Headset startet. Manchmal so, manchmal anders. Während des Verbindungsaufbaus ist ein Übergeben anscheinend nicht möglich. Die Audio-Qualität ist wesentlich schlechter als beim S55 und die Reichweite auch.
- Ansonsten hat der MP3-Player gerade einen reproduzierbaren Totalabsturz des Handys bei einer bestimmten, meines Erachtens völlig korrekten MP3-Datei getriggert.
Mein Fazit: Trotz der Macken bin ich’s zufrieden. Ich werde aber sicherlich die nächsten ein bis zwei Firmware-Updates von dem Telefon mitnehmen — auf dass es dann noch ein wenig weniger Probleme macht…
