Monatliches Archiv für Mai, 2006

Mein Siemens-​Benq S88 — erste Erfahrungen

Seit knapp einer Woche habe ich jetzt mein neues Handy. Mein gutes altes Sie­mens S55 ist abge­löst wor­den durch ein nagel­neues S88. Dank E-​Plus-​Vertrag für 0 Euro und mit 1 GB-​Speicherkarte inklusive.

Im gro­ßen und gan­zen bin ich durch­aus zufrie­den. Es ist zwar etwas schwe­rer, aber nur unwe­sent­lich grö­ßer als das S55. Und die Funk­tio­nen sind schon beeindruckend:

- 2-​Megapixel-​Kamera mit opti­scher Fokus­sie­rung. Viel bes­ser waren die Bil­der mei­ner ers­ten „rich­ti­gen” Digi­tal­ka­mera von 2000 auch nicht. Bloß dass die damals umge­rech­net 500 Euro gekos­tet hat. Gut, die Aus­lö­se­ver­zö­ge­rung ist sehr groß und man hat kei­nen opti­schen Zoom, aber: Hey, das ist ein Handy…

- OLED-​Display. Keine Blick­win­ke­l­ab­hän­gig­keit, gute Farb­wie­der­gabe. Lei­der etwas licht­schwach im pral­len Sonnenlicht.

- MP3-​Player. Schon cool. Mein bis­he­ri­ger Player hat nur 128 MByte Spei­cher und ist jetzt wohl arbeits­los. Die Musik gleich im Tele­fon zu haben redu­ziert die Anzahl von Tech­nik­gad­gets, die man so mit sich rum­trägt, um eines. Und das gut.

- USB-​Massenspeicher-​Interface. Wird auch unter mei­nem SuSE-​10-​Linux pro­blem­los erkannt. Der Aus­tausch von Musik und Bil­dern ist so ein Kinderspiel.

- Der MIDI-​Prozessor ist auch deut­lich wohl­tö­nen­der als bei mei­nem alten S55.

- Ach ja, tele­fo­nie­ren kann man mit dem Gerät auch. Das interne Adress­buch spei­chert diverse Zusatz­in­for­ma­tio­nen, dar­un­ter Anru­fer­bild und spe­zi­el­len Klingelton.

So, bis hier­hin deckt sich das wohl so ziem­lich mit den offi­zi­el­len Infos. Kom­men wir mal zu den klei­nen und gro­ßen Macken, die das Gerät in den letz­ten Tagen offen­bart hat:

- Pro­prie­tä­rer Headset-​/​USB-​Anschluss. Mein altes Zube­hör kann ich (mal wie­der) abschrei­ben. Dan­kens­wer­ter­weise wer­den ja sowohl USB-​Kabel als auch Head­set mit­ge­lie­fert (letz­te­res sogar in Ste­reo zum Musik­hö­ren). Die Kopf­hö­rer­qua­li­tät ist nicht so dolle aber bei Musik in nor­ma­ler Laut­stärke finde ich es eigent­lich voll ok.

- Menü­füh­rung. Natür­lich ist bei einem so gro­ßen Funk­ti­ons­um­fang viel zu kli­cken. Aber so ganz kon­sis­tent scheint mir das noch nicht. Vor allem im Adress­buch: SIM-​Einträge und inter­nes Adress­buch wer­den gleich­zei­tig dar­ge­stellt, sodass die Ein­träge dop­pelt sind. Wenn man jeman­den mit meh­re­ren hin­ter­leg­ten Num­mern anru­fen will, muss man aus man­chen Sich­ten her­aus mehr­fach auf die Tele­fon­num­mern kli­cken, bis das Gerät sich end­lich mal bequemt, die Ver­bin­dung auf­zu­bauen. Und wenn man ein­mal auf die rote Taste drückt, kommt man auch aus der letz­ten Menüe­bene wie­der auf die Start­seite und kann von vorn anfangen.

- IRDA fehlt. Das ist schon schade. Mit mei­nem Palm werde ich jetzt nicht mehr so ein­fach Daten aus­tau­schen können.

- Blue­tooth ist … naja … span­nend. Da hakt’s echt noch ziem­lich. Mit dem Linux-​BlueZ-​Stack bekomme ich bis­lang keine Ver­bin­dun­gen hin. Das Pai­ring klappt zwar, aber Daten kön­nen nicht aus­ge­tauscht wer­den — BlueZ beschwert sich über ein Paket-​Timeout. Mit dem S55 hat’s aber geklappt, so habe ich mein altes Adress­buch rüberbekommen.

- Bluetooth-​Headset soso-​lala. Mein Logi­tech F-​0228A funk­tio­niert zwar mit dem Handy, aber nicht so wie ich es eigent­lich gerne hätte. Vor allem habe ich noch nicht durch­schaut, nach wel­chem Sys­tem das Handy ein aus­ge­hen­des Gespräch intern oder über Head­set star­tet. Manch­mal so, manch­mal anders. Wäh­rend des Ver­bin­dungs­auf­baus ist ein Über­ge­ben anschei­nend nicht mög­lich. Die Audio-​Qualität ist wesent­lich schlech­ter als beim S55 und die Reich­weite auch.

- Ansons­ten hat der MP3-​Player gerade einen repro­du­zier­ba­ren Total­ab­sturz des Han­dys bei einer bestimm­ten, mei­nes Erach­tens völ­lig kor­rek­ten MP3-​Datei getriggert.

Mein Fazit: Trotz der Macken bin ich’s zufrie­den. Ich werde aber sicher­lich die nächs­ten ein bis zwei Firmware-​Updates von dem Tele­fon mit­neh­men — auf dass es dann noch ein wenig weni­ger Pro­bleme macht…