Pro­to­koll: „Re­gi­on im Dia­log“ zur Hochflur-​/​Niederflurentscheidung auf der Stadt­bahn­stre­cke „D“ in Han­no­ver 15


Ich war Zu­hö­rer be­sag­ter Ver­an­stal­tung und ha­be flei­ßig mit­ge­schrie­ben. Hier al­so mein Pro­to­koll der Wort­bei­trä­ge, ver­kürzt mit­ge­schrie­ben aber – so hof­fe ich – ver­ständ­li­ch in den Aus­sa­gen.

Er­läu­te­run­gen zu Ab­kür­zun­gen und Schreib­wei­sen: „HF“ = Hoch­flur, „NF“ = Nie­der­flur, „500k€“= 500.000 Eu­ro, „1M€“ = 1.000.000 Eu­ro. Fra­ge­stel­ler, die ih­ren Na­men nicht ge­nannt ha­ben, wer­den als „X“ be­zeich­net.

Be­ginn: 16:07

Er­öff­nung durch Bernd Haa­se, Re­dak­teur HAZ, Be­reich Nah­ver­kehr

Stadt­bahn für Leu­te, die kein Au­to, Fahr­rad etc. fah­ren. Al­so: Li­nie von A nach B. Ganz so ein­fach aber nicht: Wie fah­ren las­sen, Ein­schrän­kun­gen für an­de­re Teil­neh­mer etc.

Be­grü­ßung Re­gi­ons­prä­si­dent, Haus­herr und Chef der Be­hör­de, die den Ver­kehr in der Re­gi­on Han­no­ver or­ga­ni­sis­ert: Hau­ke Ja­g­au

Ja­g­au: Will­kom­men. Ho­her An­drang. The­ma be­wegt Ge­mü­ter. Vor­stel­lung Er­geb­nis­se Ar­beits­er­geb­nis­se, Letz­ter Schritt: Wie Lö­sung für not­wen­di­ge Än­de­run­gen?

Ent­schei­dun­gen für die nächs­ten 30-35 Jah­re: Städ­te­bau, Nut­zen für All­ge­mein­heit, Be­deu­tung für An­rai­ner. Wie Kun­den zu­frie­den stel­len? Wie At­trak­ti­vi­tät stei­gern?

Vor ein bis zwei Jah­ren Leit­li­ni­en be­schlos­sen: Kli­ma­schutz und Stadt­ent­wick­lung im De­mo­gra­fi­schen Wan­del. Im­mer mehr Men­schen, die am In­di­vi­dul­ver­kehr nicht teil­neh­men kön­nen oder wol­len. Da­zu En­er­gie­kos­ten­ex­plo­si­on.

Letz­te Jah­re in Re­gi­on ge­mein­sam: Aus­bau des ÖPNV vor­an­trei­ben. Isb. in Han­no­ver Hoch­bahn­st­eig­netz wei­ter aus­ge­baut, da bar­rie­re­frei­er Zu­gang per­spek­ti­vi­sch im­mer wich­ti­ger wird. Nächs­te Ge­ne­ra­ti­on Fahr­zeu­ge be­stellt, die­se oh­ne Stu­fen; al­so nur an Hoch­bahn­stei­gen ein­setz­bar. Des­halb müs­sen Li­ni­en voll­stän­dig aus­ge­baut sein.

Er­geb­nis der Ar­beits­grup­pe ist für si­ch schon ein Er­folg: Ent­wi­ckel­te Lö­sun­gen sind er­heb­li­che Än­de­rung von Ur­sprungs­pla­nun­gen. Kön­nen heu­te zwei ziem­li­ch gu­te Lö­sun­gen prä­sen­tie­ren. Ziel: Sys­te­ment­schei­dung im ers­ten Halb­jahr. Son­st Mög­lich­keit, dass Zeit­punkt ver­passt wird, und das, ob­wohl Li­nie so stark fre­quen­tiert sind

Dank an die­je­ni­gen, die si­ch in den ver­gan­ge­nen ein­ein­halb Jah­ren en­ga­giert ha­ben. Dis­kus­si­on war kon­struk­tiv, po­si­tiv, Rie­sen­er­folg. Pro­zess war dy­na­mi­sch, trotz­dem fai­rer Um­gang. Jetzt Vor­stel­lung der Er­geb­nis­se. Muss gleich weg, ken­ne Er­geb­nis­se aber schon.

Haa­se: Re­gi­on im Dia­log. Vor Dia­log: Fak­ten. Zwei Vor­stel­lun­gen des bis­he­ri­gen Ge­sche­hens: (1) In­fra: In­frastuk­tur­ge­sell­schaft der Re­gi­on. Ste­fan Har­ke er­läu­tert Pla­nungs­an­sät­ze

Har­ke und Fin­ken als Hel­fer bei der Prä­sen­ta­ti­on.

Zeigt Über­sicht über die ge­sam­te Stre­cke von Ah­lem bis Haupt­bahn­hof und dann neu bis Rasch­platz über Post­tun­nel.

Geht vor al­lem um Lim­mer­stra­ße, hier no­ch kein Kon­sens im run­den Tisch und dann um die Hal­te­stel­len in der In­nen­stadt.

Prä­sen­ta­ti­on. Ver­gleich Hoch-​/​Niederflur. NF 2,65m breit, HW tal­liert. NF 35 cm Bo­den­hö­he, in Tür­be­rei­chen 30 cm, al­so Bahn­steig 25 cm für Bar­rie­re­frei­heit. => NF-Hal­te­stel­len kön­nen nicht gleich­zei­tig von Bus­sen be­nutzt wer­den, weil Bord­stein nicht hö­her als 20 cm wei­ter sein kann.

Hoch­bahn­steig Un­ger­stra­ße ein­fach we­gen zu­rück­sprin­gen­der Be­bau­ung. Nie­der­flur hin­ge­gen am Fuß­weg. Idee: Zu­fahr­ten zu Grund­stü­cken über Fuß­weg.

Lein­au­stra­ße: Hoch­bahn­steig an Of­fen­stein­stra­ße. „Bar­rie­re“, isb. Ein­fahr­ten Of­fen­stein­stra­ße und Pfarr­land­stra­ße. Bei Nie­der­flur­bahn­steig bes­ser, aber Rad­fahr­be­zie­hun­gen zum Köt­ner­holz­weg im­mer no­ch schwie­rig.

Lim­mer­stra­ße: Ur­sprüng­li­ch 100-Me­ter-Bahn­steig. Un­mut. Dann run­d­er Tisch. Ak­tu­el­le Pla­nung vor­ab­ge­stimmt aber nicht be­schlos­sen. Hoch­bahn­steig in Ram­pen­be­reich geht. Nie­der­flur in Stra­ße. Pro­blem mit Lie­fer­ver­kehr, Fahr­zeu­ge kön­nen nicht mehr auf Geh­weg par­ken. Nie­der­flur bie­tet auch no­ch Pro­blem­po­ten­ti­al

Prä­sen­ta­ti­on Vi­deos

Jetzt Be­reich Stein­tor

Hier: Hoch- und Nie­der­flur qua­si kein Un­ter­schied. Hal­te­stel­le Cle­ver­tor wird in bei­den Sze­na­ri­en auf­ge­ge­ben. Brei­ten sind iden­ti­sch bei bei­den Plä­nen.

Haupt­bahn­hof: Auch hier ähn­li­ch. ACH­TUNG! Pla­nun­gen nicht im De­tail ab­ge­stimmt, eher Mach­bar­keits­stu­di­en. Bahn­stei­ge kä­men vor Stüt­zen­rei­he der Brü­cke zum Lie­gen. KFZ-Ver­kehr wei­ter­hin im Tun­nel. Fuß­weg könn­te bei Hoch­bahn­steig leicht an­ge­ho­ben wer­den.

Rasch­platz: Mit­tel­bahn­steig in Sei­ten­la­ge am Rasch­platz. Bei Hoch­flur: Kehr­mög­lich­keit hin­ter der Hal­te­stel­le, weil Li­ni­en 10 und 17 be­trie­ben wer­den müs­sen. An­sons­ten auch Kreu­zungs­wei­che vor der Hal­te­stel­le. Au­to­ver­kehr an Bahn­steig vor­bei, Ab­riss der Hoch­stra­ße nicht nö­tig, geht mit und oh­ne. Al­ler­dings: Über­bau­ung der dar­un­ter­lie­gen­den Be­rei­che nö­tig.

Dies Über­bli­ck über pla­ne­ri­sche Tie­fe. An­de­re Hal­te­stel­len als Prä­sen­ta­ti­on auf dem Rech­ner.

Haa­se: Tun­nel aus Kos­ten­grün­den auf­ge­ge­ben. Gret­chen­fra­ge: Hoch- oder Nie­der­flur. Zwei­ter Vor­trag: Her­mann Mei­er, Lei­ter Fach­ab­tei­lung Ver­kehr der Re­gi­on

Mei­er: Stel­le Er­geb­nis­se des Ar­beits­pro­zes­ses vor. Ar­beits­grup­pe be­stand aus Ex­per­ten und ex­ter­nen Sach­ver­stän­di­gen.

Wir spre­chen über Stadt­bahn Ah­lem-Rasch­platz. Dies war Vor­aus­set­zung des ak­tu­el­len Pro­zes­ses.

Ar­beits­grup­pe: Stadt Han­no­ver, Re­gi­on, üstra, In­fra, Re­gio­Bus, Prof. Mey­fahrt (Kas­sel). Mey­fahrt: Nie­der­flur­ex­per­te oder -papst. Denn: „Wir kön­nen nur Hoch­flur“, al­so Ex­per­te für Nie­der­flur nö­tig. Au­ßer­dem: Pla­ner­stel­lun­gen und Kos­ten­ab­schä­tun­gen: Tran­s­TecBau und Kos­ten­schät­zun­gen Um­bau Werk­stät­ten, Fahr­zeu­ge, Schu­lun­gen etc: üstra

Ar­beits­grup­pe hat Un­ter­schie­de zwi­schen Hoch- und Nie­der­flur als Kri­te­ri­en ge­nom­men: Aus­bausten­dard, mo­ne­tä­re Be­wer­tung etc. Ge­samt­schau der Kri­te­ri­en wird im In­ter­net öf­fent­li­ch ge­macht.

Ziel­fel­der:

Wirt­schaft­lich­keit

– In­ves­ti­ti­ons­kos­ten
– Be­triebs­kos­ten
– Kos­ten­sal­do pro Ja­he

=> Mehr­be­las­tung Nie­der­flur: 500k€ – 1M€ pro Jahr für die Re­gi­on

Stadt­ver­träg­lich­keit

Kür­ze­re Zu­g­län­gen bes­se­re städ­te­bau­li­che In­te­grier­bar­keit

Hal­te­stel­len bes­ser in Stra­ßen­raum in­te­griert

Wich­tig nicht Äs­the­tik, son­dern städ­te­bau­li­che Rea­li­sier­bar­keit.

Run­d­er Tisch war neue Er­fah­rung für al­le Be­tei­lig­ten. Kein ein­heit­li­ches Er­geb­nis, evtl. leich­te Prä­fe­renz für Nie­der­flur

=> Vor­teil Nie­der­flur

Bar­rie­re­frei­heit und Kom­fort

Wich­tig: Hal­te­stel­le und Fahr­zeug. Hal­te­stel­le se­pa­rat: Wie kom­me ich hin? Aber: Hoch­flur lei­ser und lauf­ru­hi­ger. Au­ßer­dem: Bo­den durch­gän­gig, an­ders als bei Nie­der­flur.

=> Patt

Ver­kehr­li­che Kri­te­ri­en ÖPNV

Fle­xi­bi­li­tät im Netz nur bei Hoch­flur exis­tent, Nie­der­flur und Hoch­flur­ver­kehr kön­nen nicht auf glei­cher Tras­se ge­mischt wer­den.

=> Vor­teil Hoch­flur

Rea­li­sie­rung

Grund­sätz­li­ch bei­de rea­li­sier­bar. In bei­den Fäl­len: Stre­cken­aus­bau auf 2,65-Meter-Fahrzeuge, auch NF wür­de so breit wer­den. Bei HF: Ab 2014 TW 2000 auf der Stre­cke, dann punk­tu­ell Hoch­bahn­stei­ge, so­dass schon vor 2017 neue bar­rie­re­freiee Ba­zie­hun­gen.

Bei Nie­der­flur: Neue Fahr­zeu­ge etc. Des­halb Nie­der­flur nicht vor 2017/2018 bar­rie­re­frei am Start.

=> Leich­te Vor­tei­le für Hoch­flur

Ins­ge­samt: Vor­tei­le für Hoch­flur

Fa­zit: Bei­de för­der­fä­hig, aber: Li­nie 17 evtl. nicht ge­neh­mi­gungs­fä­hig we­gen Mi­schung von Hoch- und Nie­der­flur. Bei­de mach­bar.

** Ar­beits­grup­pe spricht si­ch für Bei­be­hal­tung des Hoch­flur­sys­tems aus. **

Ulf-Bir­ger Franz: Wie geht’s wei­ter? Re­gi­on ist of­fen. Will Ent­schei­dung no­ch die­ses Jahr. Hoch­flur hat Vor­tei­le bei Kom­plet­tie­rung des Sys­tems. Nie­der­flur wä­re Schritt für wei­te­re Netzer­wei­te­rung. 1. Halb­jahr Wei­chen­stel­lung in Sys­tem­fra­ge. Freu­en uns auf Dis­kus­si­on.

Haa­se: Po­di­um: üstra muss mit Sys­tem um­ge­hen, des­halb: Neiß. Wenn in Han­no­ver ge­baut wird, dann: Bo­de­mann. Niederflurpapst/​-​fachmann: Mey­fahrt. [Au­ßer­dem Franz, der be­reits im Po­di­um sitzt.]

Bit­te an Dis­kus­si­on: Wis­sen, dass es vie­le gibt, die si­ch ein­ge­fuchst ha­ben. Dass vie­le de­zi­dier­te In­ter­es­sen für Lö­sung da sind. Wis­sen dass Sie strei­ten wol­len. Aber bit­te: Kei­ne Ko-Re­fe­ra­te. Geht auf Zeit und Fair­ness.

Franz: Op­ti­mis­ti­sch auf Er­geb­nis, auch wenn Tun­nel­pla­nung nicht rea­li­siert. Bar­rie­re­frei­heit, mo­der­ne Fahr­zeu­ge – es muss was pas­sie­ren. Chan­ce, at­trak­ti­ve­re Ge­stal­tung vor­zu­neh­men. Wirt­schaft­li­ch bei­de Va­ri­an­ten deut­li­ch bes­ser als Sta­tus quo. Auch, da Hbf-Ae­gi, „ver­län­ger­te Wen­de­schlei­fe“ oh­ne viel Pu­bli­kum, vom Netz ge­nom­men wird.

Haa­se. Stein­tor-Rasch­platz: Wird eng, ei­ge­ner Bahn­kör­per. Bo­de­mann, wie soll’s ge­hen?

Bo­de­mann: Mi­ch treibt um, dass wir weg­kom­men vom Pla­nungs­grund­satz der 1980/​90er Jah­re. Be­nö­ti­gen Ge­samt­pla­nung, so­dass wir wis­sen, wo es eng wird. Stadt muss bei Tras­se an Qua­li­tät ge­win­nen, geht nur bei über­grei­fen­der Pla­nung. Bei­spiel Stein­tor. Kön­nen er­st nach die­ser Pla­nung sa­gen, wo nun Au­tos fah­ren und wo nicht. Re­gi­on muss mit Stadt und z.B. Ge­wer­be spre­chen, da­mit Pla­nung er­folg­reich wird.

Neiß: Prä­fe­renz der üstra ist deut­li­ch ge­wor­den. Freue mi­ch über ein­deu­ti­ges Ar­beits­grup­pen­er­geb­nis für Hoch­flur. Gilt es zu ak­zep­tie­ren. Jetzt Tem­po ma­chen – an­ders als Bo­de­mann sagt. Es muss vor­an ge­hen, un­se­re Kun­den sind lei­di­ges War­ten satt. Sicht der Ar­beits­grup­pe ist auch Sicht der üstra.

Haa­se: Mey­fahrt, sie wis­sen was Nie­der­flur ist. Wür­den Sie emp­feh­len?

Mey­fahrt: Wir ha­ben in Kas­sel kein NF ein­ge­führt, weil wir NF ha­ben woll­ten, son­dern weil wir Bar­rie­re­frei­heit ha­ben woll­ten. 1990 an­ge­fan­gen, nächs­tes Jahr fer­tig. Geht al­so schnel­ler. [?] Bin Stadt­pla­ner, nicht Schie­nen­pla­ner. Ha­ben stadt­pla­ne­ri­sche As­pek­te in­ten­siv dis­ku­tiert, Stu­die al­so weit mehr als Hal­te­stel­len. Im Grun­de Ent­schei­dung vor 4-5 Jah­ren ge­fal­len, durch 150 neue Fz. Wür­de NF prä­fe­rie­ren, wenn freie Wahl wä­re. Ob man das nun auf nur ei­ner Stre­cke macht, ist eher schwie­rig. Auch zu be­trach­ten, dass Netz evtl. aus­ge­baut wer­den kann. Bin aber skep­ti­sch we­gen rück­ge­hen­der För­der­mit­tel.

Nun Dis­kus­si­on mit Fra­gen

Ul­rich Öst­mann, Lim­mer­stra­ße. Was sind das für „zu­sätz­li­che Stre­cken“ auf der Schluss­fo­lie?

Franz: Nie­der­flur an­de­re Sicht­wei­se, wenn in kom­men­den Jah­ren neue Stre­cken kom­men und dann da NF ge­baut wird. Wur­de in Re­gi­ons­ver­wal­tung un­ter­sucht, aber nicht of­fen, weil nicht Bür­ger­schreck. Vor ei­nem Jahr mal Sall­stra­ße an­ge­spro­chen. Gro­ße Skep­sis in Po­li­tik und Ver­wal­tung. An­sons­ten: nir­gends wirt­schaft­li­ch.

X: Franz, weil Re­gi­on ver­ant­wort­li­ch. Wun­de­re mi­ch dar­über, dass NF teu­rer sei. Sind doch nur 5%? Au­ßer­dem: War­um jetzt so dar­auf rum­rei­ten, wo doch vor­her Tun­nel­dis­kus­si­on? Da­mals: Kos­ten kei­ne Rol­le. Jetzt: Was nun? Kei­ne wei­te­ren Tun­nels? War­um jetzt auf den 5% so rum­rei­ten?

Franz: Ar­beits­grup­pe hat Vor- und Nach­tei­le ab­ge­wo­gen, Kos­ten wich­tig. Ob nu 5 oder 10% – 500k€-1M€ sind schon re­le­vant. Hal­te Zah­len auch für plau­si­bel, weil Grup­pe breit auf­ge­stellt.

Neiß: Zu den 500k€-1M€ kom­men no­ch 4M€ In­iti­al­kos­ten. Da­zu Mehr­kos­ten Fahr­zeu­gen und Stre­cke – war­um ei­gent­li­ch 5%, nir­gends ge­hört.

Jens Pi­la­wa: (1) Al­le Plä­ne zei­gen Ver­kehrs­an­la­gen, au­ßer Post­tun­nel: 10000 Fz, 6000 Fuß­gän­ger, aber kei­ne Am­peln? Was wenn Gut­ach­ten Pro­ble­me macht. (2) Post­tun­nel zu klein für Sil­ber­pfei­le. Kann Post­tun­nel um­ge­setzt wer­den?

Haa­se: Post­tun­nel war Mach­bar­keits­stu­die

Bo­de­mann: Ver­kehrs­un­ter­su­chung steht aus. Drei Mög­lich­kei­ten: (1) Geht nicht. Dann: Al­ter­na­ti­ven nö­tig, Tun­nel wird rein ÖV. Leis­tungs­fä­hi­ge Al­ter­na­ti­ven für Park­häu­ser nö­tig. (2) Funk­tio­niert, dann: Was wird mit der Kurt-Schu­ma­cher-Stra­ße. (3) Mischlö­sun­gen, z.B. Ein­bahn­stra­ße. Fuß­gän­ger: No­ch zu un­ter­su­chen. Z.B. Ta­xi­stän­de. Kön­nen Ta­xis z.B. über Schil­ler­stra­ße er­schlos­sen wer­den.

Franz: Bah­nen pas­sen durch Post­tun­nel. In­fra + üstra ha­ben das ge­prüft. Bahn kommt auch um die Ecke.

Ka­rin Fell­ner: Dan­ke für Mü­he der Re­gi­on und Be­tei­lig­ter und auch Eh­ren­amt­li­cher. Hat si­ch ge­lohnt. Mi­ch in­ter­es­siert, Mey­fahrt, war­um er glaubt, dass vie­le Kom­mu­n­en NF wäh­len, wenn HF kos­ten­güns­ti­ger? Sind die dumm? [Ap­plaus] (2) Wie­weit sind Netz­wer­wei­te­run­gen in Pla­nun­gen ein­be­zo­gen? Bs­he­ri­ge Auss­ga­gen nicht er­schöp­fend ge­nug. (3) Hoch­bahn­stei­ge sind tech­ni­sche Bau­wer­ke. Sa­nie­rungs­kos­ten?

Mey­fahrt: Fal­sche Wahr­neh­mung. Nicht all­ge­mein HF ge­gen NF ver­gli­chen. Spe­zi­fi­sch Han­no­ver: HF exi­si­tiert mit >200 Fz. Dann NF mit 25 Fahr­zeu­gen. Bei ganz­heit­li­chem Nie­der­flur­sys­tem Hal­te­stel­len ein­fa­cher und bil­li­ger ge­gen­ge­rech­net ge­gen hö­he­ren Ver­schleiß. Han­no­ver aber mit ex. HF-Sys­tem, da­her Mehr­kos­ten nen­nens­wert.

Franz: Mehr­kos­ten für HF sind be­rück­sich­tigt.

X: An­stoß für HF/​NF-​Diskussion kam aus Lin­den. Nun zwei der drei Sta­tio­nen au­ßer­halb der Fuß­gän­ger­zo­ne. Dis­kus­si­on be­kommt Fe­ti­sch. Fra­ge: Wie weit ist ei­gent­li­ch bei Bor­deaux oder Lil­le be­rück­sich­tigt wor­den, wie groß die Städ­te sind. Sind knapp halb so groß. …

Haa­se (un­ter­bricht): Fra­ge al­so, ob NF/HF von Stadt­grö­ße an­hängt?!

Mey­fahrt: Ist kein Kri­te­ri­um. Lon­don, Pa­ris. Han­no­vers Sys­tem mit Tun­nels in In­nen­stadt durch voll­stän­di­ge Tren­nung von an­de­rem Ver­kehr sehr ho­hen Wert.

X: (1) Neiß: üstra möch­te ger­ne, dass Bahn nicht mehr Hbf-Ae­gi fährt. Wirt­schaft­li­cher, wenn Lin­de­ner zum Rasch­platz kom­men? (2) Bo­de­mann: Ver­kehr­li­che Gut­ach­ten müs­sen no­ch kom­men. Um­bau ZOB. Nun dort am ZOB die Stadt­bahn­li­ni­en. Wie kann Ver­kehr lau­fen bei 10.000 Fahr­zeu­gen im Tun­nel. Wie geht das?

Neiß: Wä­re froh über Ha­ken am The­ma HF. Stre­cken­ver­lauf: An­de­re Prä­fe­renz als am Ern­st-Au­gust-Platz ab­zu­bie­gen. Al­ter­na­tiv Schee­l­ha­se-Lö­sung: Li­nie 10 zur Hälf­te in A-Tun­nel, schnel­le Rea­li­sie­rung, ge­rin­ge Kos­ten.

Bo­de­mann: ZOB. Wird no­ch un­ter­sucht, isb. was die Kehr­glei­se be­trifft. Durch li­be­ra­le­ren Bus­fern­ver­kehr mehr Ver­kehr am ZOB. Des­halb: Ge­wis­se Va­ri­an­ten aus­zu­schlie­ßen. Des­halb: In­te­grier­te Pla­nung, die die Ent­schei­dun­gen rich­ti­ger ma­chen.

Pe­ter Del­lemann, ehem. Stadt­pla­ner: Geht mir nicht nur um Stadt­ver­träg­lich­keit. Tras­se passt nicht in Goethestraße/​Kurt-​Schumacher-​Straße. Man kann kei­nen Baum pflan­zen. Fra­ge: Schee­l­ha­se-Lö­sung (Schee­l­ha­se sitzt ne­ben mir) wei­ter­ge­hend un­ter­su­chen: Al­le Fahr­zeu­ge über Hum­boldt­stra­ße, da­mit Goethe-​/​Kurt-​Schumacher-​Straße als Al­le­en. Al­te La­ves-Vi­si­on. Ist das un­ter­sucht wor­den? Ent­schei­dung über D-Tun­nel dann in nächs­te oder über­nächs­te Ge­ne­ra­ti­on ver­scho­ben. A-Tun­nel mit neu­er Re­ge­lungs­tech­nik wä­re leis­tungs­fä­hi­ger als heut­zu­ta­ge.

Franz: Re­gi­on ist skep­ti­sch. 3 Grund­prä­mis­sen des Vor­schlags: Kei­ne Hem­min­gen­ver­län­ge­rung. Glau­ben wir nicht. Kein Stadt­bahn­netz­zu­wachs. Glau­ben wir auch nicht. Wenn Stadt­bahn nur 1-2% Wachs­tum pro Jahr, dann kön­nen wir uns vor­stel­len, was in den nächs­ten 20 Jah­ren pas­siert. Und: Nicht al­le Stre­cken müs­sen bar­rie­re­frei sein. [?] Tei­le ich auch nicht. Wirt­schaft­li­cher Vor­teil durch HF-Fahr­zeu­ge.

Bo­de­mann: Ne­ben­satz: Egal ob se­pa­ra­ter Bahn­steig oder nicht. Das ist aber Schlüs­sel für Stadt­ver­träg­lich­keit. Bei ei­ge­nen Gleis­kör­pern gar kein Spiel­raum für Um­ge­stal­tung. Plä­doy­er: Zwi­schen Cle­ver­tor und Bahn­hof kein ei­ge­ner Gleis­kör­per!

Gül­den­berg: Fra­ge zu Ge­wich­tung der Ziel­bün­del. Sind Gleich­wer­tig. Bo­de­mann, Stadt­ver­träg­lich­keit gleich den an­de­ren Kri­te­ri­en – zu­frie­den da­mit. Franz: NF in Fo­kus bei zu­sätz­li­chen Stre­cken. Ist das in Ge­wich­tung ein­ge­flos­sen?

Franz: Ar­beits­grup­pe soll­te kei­ne neu­en Stre­cken fin­den. Test­bal­lon Sall­stra­ße wur­de ein­hel­lig ab­ge­lehnt in der Stadt­po­li­tik. Des­halb: Bei zu­sätz­li­chen Stre­cken of­fen aber grundskep­ti­sch.

Bo­de­mann: Mein me­tho­di­sches Ver­ständ­nis die­ser Ar­beit: Vor­ur­teils­frei. Ar­beits­grup­pe woll­te nicht wich­ten, müs­sen Po­li­tik und Ent­schei­der ma­chen. Wenn wir fünf auf der Büh­ne ge­fragt wür­den, un­ter­schied­li­che Er­geb­nis­se. Ich bin Nie­der­flur­ver­fech­ter! Muss aber ab­ge­wo­gen wer­den mit der Sys­tem­la­ge. Vor­prä­gung durch bis­he­ri­ges Sys­tem, Bahn­stei­ge, Tun­nels. Ist schwer, si­ch über wirt­schaft­li­che Kri­te­ri­en hin­weg­zu­set­zen. Für mi­ch im Mo­ment trotz ver­schie­den vie­ler po­si­ti­ver Ein­schät­zun­gen in den un­ter­schied­li­chen Un­ter­su­chungs­ka­te­go­ri­en ein Fo­to­fi­nish. Sys­te­me ste­hen für mi­ch erst­mal weit­ge­hend gleich ne­ben­ein­an­der. Ha­be als Städ­te­bau­er Prio­ri­tä­ten, se­he aber die Ge­samt­si­tua­ti­on.

Haa­se: Alex­an­der hat­te es mit dem gor­di­schen Kno­ten ein­fa­cher.

Rein­hard Hen­nig: Fah­re je­den Mor­gen zum Wa­ter­loo, stei­ge dort aus, wer­de nicht nass. Fra­ge: Nach er­folg­rei­chem Stadt­bahn­bau der letz­ten 40 Jah­re nun die Fra­ge ei­nes in­kom­pa­ti­blen Zweit­sys­tems. Ge­be zu be­den­ken, dass je­des Jahr 800k€ bei 6km Stre­cken­län­ge. Wie schlägt si­ch die Syn­er­gie­ef­fekt­ver­nich­tung nie­der?

Franz: Ha­ben das im Rah­men der ver­kehr­li­chen Fle­xi­bi­li­tät un­ter­sucht. Ist nicht so in­kom­pa­ti­bel wie es er­scheint, sie­he zum Bei­spiel Nürn­berg. Kos­ten­fra­ge ist aber rich­tig be­ob­ach­tet.

X: War­um Li­nie 700 nicht an Wunstor­fer Stra­ße bre­chen? War­um nicht in der Über­gangs­zeit auf der 700 mo­der­ne NF-Fahr­zeu­ge?

Franz: 700 soll wei­ter durch­ge­führt wer­den, we­gen ho­her At­trak­ti­vi­tät. Fahr­gast­ver­lust bei Bre­chen. Stadt­bahn­ver­län­ge­rung nach Let­ter ist auch nicht wirt­schaft­li­ch. Bus­hal­te­stel­len wer­den ge­ra­de er­tüch­tigt. Par­al­lel zu 100/200 am Kü­chen­gar­ten bar­rie­re­freie Al­ter­na­ti­ven in die In­nen­stadt.

Mey­fahrt: Re­la­tiv in­ten­siv un­ter­sucht. Bus­se und Bah­nen brau­chen un­ter­schied­li­che Hal­te­stel­len auch bei NF. Per­sön­li­che Mei­nung zu 700: Muss die denn par­al­lel zur Bahn durch die Lim­mer­stra­ße fah­ren, wenn Stadt­bahn zu­künf­tig al­le 5 Mi­nu­ten fährt. Man neh­me an­de­ren Li­ni­en­weg zum Haupt­bahn­hof. (Ap­plaus)

X: Ket­ze­ri­sche Fra­gen. (1) Mo­de­ra­tor: War­um brem­sen Sie die Fra­ge­stel­ler aus? (2) An al­le: War­um wer­den öf­fent­li­che Geld­er ver­schwen­det? ÖPNV so we­nig Kos­ten wie mög­li­ch.

Franz: Seit Grün­dung Re­gi­on Han­no­ver 2001 Fahr­gäs­te von 140 Mio auf 195 Mio er­höht bei Rück­gang der öf­fent­li­chen För­de­rung. (Ap­plaus)

An­dre­as Dom­berg: Zum 5-Mi­nu­ten­takt. Fra­ge: Gilt das auch für NF? Und: Bei Sei­ten­bahn­stei­gen: Wei­ter 7.5-Minutentakt.

Franz: Brau­chen 5-Mi­nu­ten­takt, weil Fahr­gast­zah­len ge­gen­über heu­te stei­gen wer­den.

Jörg Beil(?): Neiß: Be­vor Bahn ober­ir­di­sch durch Stadt fährt, gar kei­ne fah­ren las­sen. Was soll das? Fra­ge doch HF oder NF? ???

Neiß: Ich ver­ste­he die Fra­ge nicht.

Ger­hard Flei­ge: Lim­mer­stra­ße ist toll, des­halb NF. Fra­ge: Nach­tei­le der Hoch­bahn­stei­ge für Un­ter­neh­men. Nicht nur üstra un­ter­stüt­zen!

Franz: Ist be­rück­sich­tigt wor­den. Hoch­flur at­trak­ti­ver ma­chen durch Hal­te­stel­len raus­neh­men? Da­ge­gen ge­wehrt, Lim­mer­stra­ße braucht ÖPNV in der Stra­ße selbst. Wer Hoch­flur will, muss den Mut ha­ben, hier Hoch­bahn­stei­ge in die Stra­ße rein­zu­brin­gen. Ge­ra­de am Kü­chen­gar­ten sehr gu­te Lö­sung.

X: In­te­gra­ti­ves Sys­tem be­trach­ten, wie Bo­de­mann sagt. Ha­ben schö­nes Sys­tem ge­se­hen. Aus­wir­kun­gen auf Rest des Net­zes nicht be­rück­sich­tigt. Li­nie 17 plötz­li­ch oh­ne Be­triebs­er­laub­nis. Ist aber ge­ra­de lang­fris­tig wich­tig wenn Hem­min­gen ge­baut wird. Wie hier Dis­kus­si­on?

Mey­fahrt: Aus­wir­kun­gen wur­den in­ten­siv dis­ku­tiert, ha­ben da­zu ge­führt, dass Netz­ent­wick­lungs­as­pekt pro Hoch­flur ist.

Fried­rich Zind­ler, Klee­feld: Möch­te grund­sätz­li­ches Pro­blem aus der ober­ir­di­schen Li­ni­en­füh­rung an­spre­chen. La­ge­plä­ne der Sta­tio­nen ge­se­hen. Mei­ne Über­zeu­gung: Es be­steht Ge­fahr, dass Ver­kehr durch Hoch- oder Nie­der­flur­bahn­stei­ge er­heb­li­ch ver­hin­dert wird. Bin po­si­tiv den­ken­der Men­sch… [wird in sei­nem Mo­no­log un­ter­bro­chen] Fra­ge: Wür­de man mir zu­stim­men, dass es ein Wi­der­spruch ist, wenn man si­ch Zie­le zur CO2-Min­de­rung setzt und dann gleich­zei­tig da­zu bei­trägt, dass durch Ver­kehrs­hin­der­nis­se und Staus der CO2-Aus­stoß er­höht wird.

Franz: ÖPNV ist nicht Ur­sa­che, son­dern Lö­sung für Kli­ma­ka­ta­stro­phe.

Men­ke: (1) Op­tio­nen of­fen­hal­ten ist wich­tig für Pla­nung. Ist es wirk­li­ch rich­tig, The­ma so be­schei­den wie bis­her zu be­rück­sich­ti­gen. (2) Wenn zwei Hal­te­stel­len aus wich­ti­gem Be­reich raus­neh­men, ist auch Zei­chen. NF ist mo­dern, wird Fahr­gäs­te an­zie­hen. Bo­de­mann: Post­tun­nel muss doch heu­te schon von Au­tos be­freit wer­den. Was soll das? Fra­ge: Par­ken­de Au­tos in Goethestr./KSS schlim­mer als Bahn.

Neiß: Geht nicht um NF für Lim­mer­stra­ße. Han­no­ver braucht Sys­tem­lö­sung. Vor­schlag ori­gi­nell aber nicht ziel­füh­rend. Au­ßer­dem: HF sei nicht bar­rie­re­frei ist fal­sch. Mitt­ler­wei­le 70% fer­tig.

Bo­de­mann: Ver­drän­gung der ei­nen Ver­kehrs­art durch ei­ne an­de­re ist im­mer ein­di­men­sio­nal. Au­tos müs­sen wo­an­ders fah­ren, wenn sie an der ei­nen Stel­le ver­drängt wer­den. Schlie­ße aber nicht aus, dass jet­zi­ge Er­geb­nis­se da­zu füh­ren kön­nen, dass Prä­fe­renz für Fuß­gän­ger, Rad­fah­rer, Bahn z.B. im Be­reich Her­schel­stra­ße – Ern­st-Au­gust-Platz er­kannt wird. Mal schau­en, was dann pas­siert, müs­sen Er­geb­nis­se der Un­ter­su­chun­gen ab­war­ten.

Franz: Schluss­wort: Möch­te al­len für Dis­ku­si­son und Sach­lich­keit dan­ken. Ha­be im Zu­ge der Dis­kus­si­on im­mer gro­ße Sach­lich­keit er­lebt. Macht mi­ch op­ti­mis­ti­sch, dass wir für The­ma all­ge­mein ak­zep­tier­te Lö­sung fin­den. Wol­len wei­ter im Dia­log vor­ge­hen, ha­ben da­mit schon an­ge­fan­gen. Al­le In­for­ma­tio­nen des heu­ti­gen Ta­ges auf www​.han​no​ver​.de im In­ter­net ab­ruf­bar. Au­ßer­dem Youtube-Chan­nel mit den gan­zen Vi­deos vor­han­den, mit Dis­kus­si­ons­mög­lich­keit.

En­de: 18:13 Uhr


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15 Gedanken zu “Pro­to­koll: „Re­gi­on im Dia­log“ zur Hochflur-​/​Niederflurentscheidung auf der Stadt­bahn­stre­cke „D“ in Han­no­ver

  • reini

    Lie­ber Herr Schor­se.
    Dass A/​B/​C-​Linien im en­gen In­nen­stadt­be­reich im Tun­nel fah­ren und dies be­leg­bar sehr er­folg­reich tun, dürf­te auch in Lin­den be­kannt sein. Ver­knüp­fun­gen mit die­sem Netz ge­hen am ef­fek­tivs­ten, wenn die 10 ab Goe­the­platz in den Tun­nel ge­schickt wird. Hier­von pro­fi­tie­ren Fahr­gäs­te, Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer, wenn die un­ter­ent­wi­ckel­te Kurt-Schu­ma­cher-Stra­ße zu ei­ner ech­ten Bum­mel­mei­le mit Flair aus­ge­baut wird (was viel Han­no­ve­ra­ner wol­len). Gleich­zei­tig wür­de ein Ver­kehrs­stau im Be­reich Brühl­stra­ße Kö­nigs­wort­her Platz ver­hin­dert, wenn be­vor­rech­tig­te Bah­nen den In­nen­stadt­ring kreu­zen und PKWs zum Hal­ten (und zur zu­sätz­li­chen CO2-Em­mis­si­on) zwin­gen. Ein Stadt­bahn­sys­g­tem lebt vom Netz, in­so­fern steht die 10 nicht iso­liert al­lei­ne dar. Die­ses wird aber durch die Agi­ta­ti­on be­stimm­ter Lin­de­ner Pro­togo­nis­ten ger­ne igno­riert. Durch ei­ne nie­der­flu­ri­ge 10 muß die 17 als Ver­stär­ker in den A-Tun­nel und die Ver­stär­ker-9 nach Da­ven­stedt wird tot­ge­macht, da be­kann­ter­mas­sen nur 4 Li­ni­en in den A-.Tunnel pas­sen.
    Die für al­le üb­ri­gen Han­no­ve­ra­ner be­stehen­den Nach­tei­le durch die­se nie­der­flu­ri­ge Pri­vat-Bum­mel­bahn (ex­klu­siv für Lin­den-Nord) wer­den von Ih­nen tot­ge­schwie­gen, eben­so die Chan­cen auf ei­ne in Karls­ru­he sehr er­folg­rei­che Re­gio­nal­stadt­bahn West nach Wunstorf-Stadt­bahn­hof über Seelze/​Lohnde auf den Bun­den­bahn­glei­sen. Mit ei­ner nie­der­flu­ri­gen 10 we­gen der in­kom­pa­ti­blen Ein­stiegs­hö­he un­mög­li­ch. Mit an­ge­pass­ten 2-Sys­tem-Stadt­bah­nen (7600m/​820mm) aber kein Pro­blem.
    Bit­te den­ken Sie ein­mal über den Lin­de­ner Tel­ler­rand hin­aus und schlies­sen Sie mit dem D-Tun­nel ih­ren Frie­den. Den­ken Sie an die vie­len Um­stei­ger, die im Fal­le der ge­lieb­ten Nie­der­flur­bahn werk­täg­li­ch 4 Mi­nu­ten län­ger kra­xeln müs­sen, um in an­de­re Stadt­tei­le zu ge­lan­gen.
    Und den­ken Sie dar­an: Ein Stras­sen­tun­nel Leibniszufer/​Brühlstraße wä­re ir­gend­wann fäl­lig und dürf­te in­cl. Aus­fä­de­lun­gen un­be­zahl­bar sein, ob es da­für Zu­schüs­sen ge­ben wird, steht in den Ster­nen.
    Zu gu­ter Letzt bleibt no­ch das Post­tun­nel­kur­ven­de­sas­ter. Kein Han­no­ve­ra­ner will die­sen Blöd­sinn, ich sa­ge das, weil ich ca 700 Ein­zel­ge­sprä­che mit In­ter­es­sier­ten ge­führt ha­be. Er­geb­nis: So ein Mist, das geht nicht.
    Die Fol­gen die­ses städ­te­bau­li­chen Murks­es wür­de weit über die ge­ring­fü­gi­gen op­ti­schen Be­ein­träch­ti­gun­gen durch Hoch­bahn­stei­oge auf der Lim­mer­stra­ße hin­aus ge­hen.

    • schorsee

      Lie­ber Rei­ni,

      die ak­tu­el­le Dis­kus­si­on um die Zu­kunft der Li­nie 10 lei­det dar­un­ter, dass vie­le nicht ver­stan­den ha­ben (oder es nicht wahr­ha­ben wol­len?), dass sie si­ch nicht mehr um die Fra­ge dreht D-Tun­nel oder ober­ir­di­sche Li­ni­en­füh­rung, son­dern um die Fra­ge ober­ir­di­sche Hoch­flur­bahn mit Hoch­bahn­stei­gen oder Nie­der­flur­bahn von Ah­lem zum Raschplatz/​U-​Bahnhaltestelle-​Hauptbahnhof.

      Das war der Dis­kus­si­ons­ge­gen­stand der Ver­an­stal­tung im Haus der Re­gi­on, von dem Herr Hill­brecht in sei­nem Blog be­rich­tet und auf den si­ch die­se Dis­kus­si­ons­bei­trä­ge be­zie­hen. Oder soll­te man bes­ser sa­gen be­zie­hen soll­ten? Denn ich muss zu­ge­ben, auch ich ver­fal­le mit mei­nen Bei­trä­gen im­mer wie­der in den Feh­ler, die ober­ir­di­sche Stre­cken­füh­rung ge­gen­über ei­ner Tun­nel­lö­sung zu ver­tei­di­gen. Dar­um geht es aber gar nicht, denn die Tun­nel­lö­sung ist tot. Das war die ur­sprüng­li­ch an­ge­streb­te Bot­schaft der Ver­an­stal­tung im Haus der Re­gi­on. Lei­der ist es den Ver­an­stal­tern und der Mo­de­ra­ti­on nicht ge­lun­gen, die­se Bot­schaft hin­rei­chend deut­li­ch zu ver­mit­teln.
      Im we­sent­li­chen se­he ich zwei Grün­de, die dar­an hin­der­ten, dass die ge­woll­te Bot­schaft – der D-Tun­nel ist tot – ver­mit­telt wer­den konn­te:

      1. Herr An­dré Neiß saß auf dem Po­di­um.
      Wäh­rend der Ex­per­te für Nie­der­flur­bah­nen, Herr Rai­ner Mey­fahrt aus Kas­sel zu kei­nem Zeit­punkt ver­such­te, ei­ner ehr­li­chen Dis­kus­sio­nen über Hoch- oder Nie­der­flur­bahn auf ei­ner ober­ir­di­schen Stre­cken­füh­rung aus­zu­wei­chen, stand für Herrn Neiß von vorn­her­ein fest, dass für ihn ei­ne ober­i­ri­di­sche Hoch­flur­bahn nur des­halb ge­wollt ist und das auch nur
      in der sog. „Schee­l­haa­se-Ver­si­on“, weil er dar­in die Chan­ce sieht, die Tun­nel-Lö­sung qua­si im künst­li­chen Ko­ma zu er­hal­ten. Herr Neiß hat nicht für ei­ne Hoch­flur­bahn auf der Li­nie 10 plä­diert, son­dern für die Tun­nel-Lö­sung „durch die Hin­ter­tür“ ge­wor­ben. Des­halb war er ei­ne Fehl­be­set­zung auf dem Po­di­um.

      2. Die Mo­de­ra­ti­on hat Wort­bei­trä­ge aus dem Ple­num zu­ge­las­sen, in de­nen un­ver­blümt für die Tun­nel-Lö­sung ge­wor­ben wur­de, ob­wohl das nicht Ge­gen­stand des Dis­kus­si­ons­abends war. Die­se Dis­kus­si­on hat­te be­reits statt­ge­fun­den und zwar am Mitt­wo­ch, 02. No­vem­ber 2011 in der Üstra-Re­mi­se un­ter dem Ti­tel: „Wei­chen­stel­lung – Die Zu­kunft der Tram“. Das Er­geb­nis der Ver­an­stal­tung in der Üstra-Re­mi­se war:
      Es wird kei­nen Tun­nel ge­ben.
      Die Mo­de­ra­ti­on hät­te dar­auf hin­wei­sen müs­sen und hät­te trotz­dem auch ei­nen Wort­bei­trag der im Ple­num ver­tre­te­nen Tun­nel-An­hän­ger zu­las­sen kön­nen und ih­nen für ihr En­ga­ge­ment dan­ken usw. und dann gut.
      Aber lei­der hat die Mo­de­ra­ti­on die Dis­kus­si­on viel zu weit ab­drif­ten las­sen in al­te Fahr­was­ser in de­nen um Tun­nel­lö­sung con­tra ober­ir­di­sche Li­ni­en­füh­rung ge­strit­ten wur­de. Und mit Neiß auf dem Po­di­um hat­te sie es auch schwer, die­se Ewig-Gest­ri­ge-Dis­kus­si­on er­st gar nicht auf­kom­men zu las­sen.

      Und auch wenn es hier ei­gent­li­ch gar nicht her ge­hört und es ei­ne Be­le­bung der Ewig-Gest­ri­gen-Dis­kus­si­on dar­stellt mit der das künst­li­che Tun­nel-Ko­ma noch­mal ver­län­gert wird, kann ich es mir nicht ver­knei­fen zu Ih­rem Bei­trag fol­gen­des an­zu­mer­ken:
      Sie schrei­ben von der Tun­nel-Lö­sung pro­fi­tie­ren „Fahr­gäste, Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer“, die Au­to­fah­rer er­wäh­nen Sie nicht! Da­bei sind sie es, die am meis­ten von der Tun­nel-Lö­sung pro­fi­tie­ren, denn Ih­nen blie­be die Mög­lich­keit er­hal­ten, wei­ter­hin den Be­reich Kurt-Schuh­ma­cher-Stra­ße und den Post­tun­nel un­si­cher zu ma­chen und ihr ge­mes­sen an der Trans­port-Ka­pa­zi­tät völ­lig in­ef­fi­zi­en­tes Mo­bi­li­täts-Sys­tem durch­zu­set­zen.

      Herr Rei­ni, Sie schrei­ben: Durch ei­ne nie­der­flu­rige 10 muß die 17 als Ver­stär­ker in den A-?Tunnel und die Verstärker-?9 nach Davens­tedt wird tot­ge­macht, da bekann­ter­mas­sen nur 4 Li­ni­en in den A-Tun­nel pas­sen. Sie ma­chen da­für die „Agi­ta­tion bestimm­ter Linde­ner Pro­to­go­nis­ten“ ver­ant­wort­li­ch. Sie schrei­ben nichts dar­über, dass Herr Neiß, der die Schee­l­haa­se-Ver­si­on ver­folgt, durch ge­n­au je­nen A-Tun­nel je­de zwei­te aus Ah­lem kom­men­de Stadt­bahn lei­ten will.

      Kon­stru­ie­ren Sie da nicht „Ver­schwö­rungs­theo­ri­en“? Darf man Ih­nen ge­gen­über nicht mehr für Nie­der­flur plä­die­ren, oh­ne des­halb von Ih­nen als Agi­ta­tor ei­ner Lin­de­ner Prot­ago­nis­ten­trup­pe ver­däch­tigt zu wer­den? Und was ist mit den Men­schen in Lin­den Mit­te und Lin­den Süd? Müss­ten Sie nicht we­nigs­tens kor­rek­ter­wei­se von Lin­den-Nord-Prot­ago­nis­ten spre­chen?

      Tat­sa­che ist: Nied­rig­flur­be­für­wor­ter le­ben in der gan­zen Stadt und wenn Sie die Men­schen mit de­nen Sie ja vie­le Ge­sprä­che füh­ren, da­na­ch frag­ten, ob sie lie­ber ei­ne Hoch­flur­bahn mit Hoch­bahn­stei­gen in der Stadt ha­ben wol­len oder lie­ber ei­ne Nie­der­flur­bahn mit Nie­der­flur­bahn­stei­gen, dann könn­ten Sie das Vo­tum für ei­ne Nie­der­flur­bahn nicht mehr über­hö­ren. Wenn Sie je­doch die Han­no­ve­ra­ner fra­gen, ob sie lie­ber ei­nen wei­te­ren Tun­nel ha­ben wol­len, dann den­ken vie­le an schö­ne Ein­kaufs­er­leb­nis­se auf der Lis­ter-Mei­le und mei­nen, das sei die rich­ti­ge Lö­sung, Sie ver­schwei­gen Ih­ren Ge­sprächs­part­nern aber, dass die Tun­nel-Lö­sung gar nicht mehr zur De­bat­te steht.

  • Hans Gerland

    Sehr in­ter­es­san­ter Ein­wand von Schor­se, der mi­ch zwar amü­siert, je­doch ab­so­lut nicht über­zeugt hat. 😉

    Sie re­den von Bür­ger­be­tei­li­gung? In­ter­es­san­ter­wei­se wird da­bei der Fo­cus aus­schließ­li­ch auf Lin­den ge­setzt.

    Es geht da­bei um ein Stadt­bahn­sys­tem für ganz Han­no­ver und eben NICHT aus­schließ­li­ch für die Lin­de­ner Be­völ­ke­rung.

    Ich finds ir­gend­wo wirk­li­ch be­wun­derns­wert, dass die Lin­de­ner Be­völ­ke­rung so ei­nen Auf­stand we­gen der Hoch­bahn­stei­ge macht, in an­de­ren Stadt­tei­len hat das auch ge­stört und dort gab es kei­ne De­mons­tra­tio­nen.

    Aber: Wie von Herrn Pi­la­wa schon tref­fend er­läu­tert: Das Stadt­bahn­sys­tem ist spä­tes­tens seit den 90er Jah­ren auf Hoch­flur fest­ge­setzt, da kann auch kei­ne Ideo­lo­gie et­was dran än­dern.

    Ei­ne Neu­ein­füh­rung ei­nes neu­en Sys­tems ist in Han­no­ver nicht durch­zu­set­zen, wenn der Groß­teil der Be­völ­ke­rung erst­mal auch auf den In­for­ma­ti­ons­stand kommt, dass die Aus­ga­ben der Re­gi­on für das Nie­der­flur­sys­tem nach 20-30 Jah­ren hö­her lie­gen als im Fal­le des D-Tun­nel-Baus.

    • schorsee

      Sie schrei­ben, Herr Ger­land, „die Aus­ga­ben der Re­gi­on“ für den D-Tun­nel sei­en letzt­li­ch nied­ri­ger – und selbst da­bei rech­nen Sie in ei­nem Zeit­raum bis 30 Jah­re!
      Tra­gen Sie doch bit­te da­zu bei, die Be­völ­ke­rung auf den In­for­ma­ti­ons­stand zu brin­gen, dass die Lan­des-För­der­gel­der statt für ei­nen kost­spie­li­gen D-Tun­nel sehr viel bes­ser an­ge­legt sind, wenn da­mit der Stre­cken­aus­bau vor­an ge­trie­ben wür­de, was ja eben­falls mög­li­ch ist.
      Für ei­nen Ki­lo­me­ter Tun­nel­stre­cke kön­nen Sie lo­cker 10 km ober­ir­di­schen Gleis­aus­bau be­trei­ben. Da­zu kommt, das auf der jet­zi­gen Li­nie 10 ja be­reits Glei­se lie­gen, die frei­li­ch zu­min­dest zum Teil er­neu­ert wer­den müs­sen plus Hal­te­stel­len­neu­bau­ten. Je­der Men­sch sieht so­fort, das ist ober­ir­di­sch al­le­mal preis­wer­ter als im Tun­nel!
      Sie sa­gen, Sie wol­len die Men­schen in der Re­gi­on auf den Kennt­nis­stand brin­gen, dass der Tun­nelaus­bau sehr lang­fris­tig ge­se­hen für die Men­schen in der Re­gi­on güns­ti­ger sei als ei­ne ober­ir­di­sche Nie­der­flur­bahn. Dann müs­sen Sie im Um­kehr­schluss auch die Men­schen im Land Nie­der­sach­sen dar­über auf­klä­ren, dass Sie die Lan­des­för­der­gel­der, die die Men­schen im Land ge­ne­rie­ren, für ein un­sin­ni­ges Tun­nel­pro­jekt zum Fens­ter raus­wer­fen wol­len!

  • ReSchorse

    Hal­lo Herr Schor­se,

    Ich konn­te, trotz in­ten­si­ver Re­cher­che im Vor­feld, kei­ne Ter­mi­ne und Or­te zu dem run­den Tisch fin­den. Ei­ne „Bür­ger­be­tei­li­gung“ die qua­si im ge­hei­men statt­fin­det ist kei­ne Bür­ger­be­tei­li­gung.

    Auch be­trifft die Ent­schei­dung nicht nur Lin­den, son­dern auch das rest­li­che Netz und da­mit auch an­de­re Stadt­tei­le. Ich le­be ger­ne in Lin­den, und ich wür­de no­ch lie­ber in Lin­den woh­nen wenn nur die­ser Lin­de­ner Tun­nel­bli­ck nicht wä­re. So man­cher wä­re bes­ser bei der GOP auf­ge­ho­ben.

    • schorsee

      „Ich konn­te, trotz inten­si­ver Recher­che im Vor­feld, kei­ne Ter­mine und Or­te zu dem run­den Tisch fin­den. Ei­ne „Bür­ger­be­tei­li­gung” die qua­si im gehei­men statt­fin­det ist kei­ne Bür­ger­be­tei­li­gung.“
      Da le­ben of­fen­bar Men­schen in Par­al­lel­wel­ten. Viel­leicht liegt es ja dar­an, dass die Welt der Run­den Ti­sche si­ch nicht im Da­ten-Nir­wa­na des „Se­cond Li­ve“ be­fin­det, zu dem bei Pi­ra­ten mög­li­cher­wei­se ei­ne be­son­ders ho­he Af­fi­ni­tät be­steht?

    • schorsee

      Am Run­den Tisch zum Stadt­bahn­aus­bau in der Lim­mer­stra­ße be­tei­lig­ten si­ch fol­gen­de In­sti­tu­tio­nen:

      Ak­ti­on Lim­mer­stra­ße e.V. / Wirt­schafts­fo­rum des Ver­eins ‚Le­ben­di­ges Lin­den‘ e.V.

      VCD Kreis­ver­band Re­gi­on Han­no­ver e.V.

      Ot­to Bren­ner Aka­de­mie – Treff­punkt der Ge­ne­ra­tio­nen Han­no­ver e.V.

      Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver, Bau­de­zer­nat

      Ein­zel­ver­tre­ter Die Lin­ke im Be­zirks­rat Lin­den-Lim­mer

      Ver­ei­ni­gung für Stadt-, Re­gio­nal- & Lan­des­pla­nung e.V. (SRL)

      BSG-Frak­ti­on im Be­zirks­rat Lin­den-Lim­mer

      Be­hin­der­ten­be­auf­trag­te der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver

      in­fra

      Be­zirks­bür­ger­meis­te­rin

      SPD-Frak­ti­on im Be­zirks­rat Lin­den-Lim­mer

      Se­nio­ren­bei­rat Stadt­be­zirk 10 Lin­den

      Re­gi­on Han­no­ver

      Ver­kehrs-AG Han­no­ver Ar­beits­grup­pe zur Ver­bes­se­rung der Bar­rie­re­frei­heit bei
      der Nut­zung der Stadt­bahn in Linden/​Nord

      üstra

      Ak­ti­on Lim­mer­stra­ße e.V. / Wirt­schafts­fo­rum des Ver­eins ‚Le­ben­di­ges Lin­den‘ e.V.

      üstra

      Bür­ger­initia­ti­ve Um­welt­schutz e.V.

      in­fra

      Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver, Stadt­be­zirks­ma­na­ger Lin­den-Lim­mer

      Re­gi­on Han­no­ver

      Frak­ti­on Grü­ne im Be­zirks­rat Lin­den-Lim­mer

      Be­geg­nungs­stät­te Pfarr­land­stra­ße

      Wenn Sie mei­nen, dass es die­sen In­sti­tu­tio­nen ge­lin­gen könn­te, ih­re Tref­fen im ge­hei­men ab­zu­hal­ten, dann zeugt das von ih­rer völ­li­gen Un­kennt­niss über die Struk­tu­ren in die­sen In­sti­tu­tio­nen.

      Wenn Sie na­tür­li­ch mei­nen, ein Run­d­er Tisch darf si­ch nur dann so nen­nen, wenn er je­den Tag ir­gend­ei­ne frag­wür­dig zu­stan­de­ge­kom­men On­line-Um­fra­ge durch­führt, dann müs­sen Sie si­ch fra­gen las­sen, wie da­bei ein ver­nünf­ti­ges Er­geb­nis zu Stan­de kom­men soll.

      Die Er­geb­nis­se des Run­den Ti­sches fin­den Sie im In­ter­net, wenn Sie mit fol­gen­den Wör­tern „goo­geln“:
      Run­d­er Tisch Lin­den
      auf den Hannover.de-Seiten

      Vie­le Grü­ße und Spaß beim Le­sen wünscht schor­se

  • Schorse

    Sehr ge­ehr­ter Herr Hill­brecht,

    In der NP vom Sams­tag, 14.1.2012, be­zeich­nen Sie die Nie­der­flur­va­ri­an­te als Nie­der­flur­spiel­zeug ei­ni­ger Lin­de­ner Lo­kal­po­li­ti­ker.
    Zu­nächst mal darf ich dar­an er­in­nern, dass Sie si­ch da­mit selbst scha­den und auch al­len an­de­ren in der Lo­kal­po­li­tik ak­ti­ven Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­gern. Denn als Rats­herr in Han­no­ver sind auch Sie ein Lo­kal­po­li­ti­ker. (Mit wel­chem „Spiel­zeug“ be­schäf­ti­gen Sie si­ch denn so?)
    Dann darf ich Sie dar­auf auf­merk­sam ma­chen, dass der Run­de Tisch zur Zu­kunft der Li­nie 10 ein In­stru­ment der Bür­ger­be­tei­li­gung dar­stellt, und es mi­ch sehr ver­wun­dert, dass Sie als Mit­glied ei­ner Par­tei, die vor den Wahlen mehr Bür­ger­be­tei­li­gung ver­spro­chen hat, kaum dass Sie in „Amt und Wür­den“ an­ge­kom­men sind, in der oben zi­tier­ten, her­ab­set­zen­den Form ver­su­chen, das Er­geb­nis des Run­den Ti­sches – ei­ner wich­ti­gen und be­währ­ten Form von Bür­ger­be­tei­li­gung – klein­zu­re­den.
    In der uns am Frei­tag ge­bo­te­nen Vor­stel­lung wur­de im­mer­hin deut­li­ch, dass die vom Run­den Tisch be­vor­zug­te Nie­der­flur­va­ri­an­te ein­deu­tig die städ­te­bau­li­ch ver­träg­li­che­re Lö­sung dar­stellt im Ver­gleich zu Hoch­bahn­stei­gen auf der Li­nie 10.
    In mei­nen Au­gen scha­den Sie dem An­se­hen Ih­rer Par­tei, wenn Sie wie in der NP am Sams­tag wie ein bor­nier­ter Po­li­ti­ker von oben her­ab sehr ver­nünf­ti­ge und durch­dach­te Vor­schlä­ge von Bür­gern, die ja auch von den Ex­per­ten be­stä­tigt wur­den, ein­fach so ab­kan­zeln.

    No­ch ei­ne Be­mer­kung zu den Mehr­kos­ten, die Sie in Ih­rem Blog er­freu­li­cher­wei­se auf­ge­grif­fen ha­ben:
    Die jähr­li­chen Mehr­kos­ten wur­den auf der Ver­an­stal­tung nicht in Re­la­ti­on ge­setzt zu den Be­triebs­kos­ten. Ich ha­be das über­schlags­mä­ßig ge­tan und kom­me auf rund 5% hö­he­re Kos­ten für die Nie­der­flur­va­ri­an­te im Ver­gleich zu Hoch­bahn­stei­gen, be­rech­net auf Ba­sis der vor­ge­leg­ten Zah­len. (Zu de­nen man ei­ni­ge An­mer­kun­gen ma­chen müss­te, was hier je­doch zu weit führ­te.) Aber auch dann, wenn man die vor­ge­leg­ten Zah­len so hin­nimmt, be­lau­fen si­ch die Mehr­kos­ten für den Be­trieb der Nie­der­flur­bahn ein­deu­tig im ein­stel­li­gen Pro­zent­be­reich (sie­he oben: rund 5%).

    Statt die­se Pro­zent­zahl zu prä­sen­tie­ren, wur­de je­doch lie­ber von ei­ner hal­ben bis ei­ner Mil­lion jähr­li­chen Zu­satz­kos­ten ge­spro­chen. Das be­ein­druckt wohl stär­ker?
    Oder wie be­ur­tei­len Sie das? Ich ver­mu­te, dass die Zahl 500.000 bis 1.000.000 Eu­ro Mehr­kos­ten jähr­li­ch die Bür­ger von der Nie­der­flur­va­ri­an­te ab­schre­cken soll. Wie auch das ge­sam­te vor­ge­stell­te Gut­ach­ten sehr dar­auf zu­ge­schnit­ten war, die Nie­der­flur­va­ri­an­te in ein schlech­tes Licht zu rü­cken. Da die Nie­der­flur­va­ri­an­te je­doch m. E. ein­deu­tig die bes­se­re Va­rain­te ist, kann ihr auch ein Gut­ach­ten, das den Bür­gern Hoch­bahn­stei­ge schmack­haft ma­chen will, letzt­li­ch nicht viel an­ha­ben.

    • Maniac

      Sehr ge­ehr­ter Herr Schor­se,

      der Kom­men­tar von Herrn Hill­brecht vom Sams­tag in der NP war mir bis ge­ra­de nicht be­kannt. Scha­de, ich ha­be bis­her öf­fent­li­ch ei­ne so poin­tiert tref­fen­de Ein­schät­zung no­ch nicht ge­le­sen. Aber mit Mei­nun­gen und Er­geb­nis­sen, die Ih­nen nicht so gut in den Kram pas­sen, ha­ben Sie es wohl nicht so.

      Je­doch in­ter­es­sant, dass Sie, der das heh­re Ziel der um­fas­sen­den Bür­ger­be­tei­li­gung doch so hoch hält, ei­ne Kos­ten­stei­ge­rung lie­ber mit ei­ner re­la­ti­ven An­ga­be ver­schlei­ern wol­len. Egal ob 5% oder 50% – Mehr­kos­ten für na­he­zu 0 Mehr­wert sind so oder so zu­viel. Dann lie­ber ei­nen Tun­nel. Der kos­tet zwar auch, bringt aber we­nigs­tens was.

      • schorsee

        Sehr ge­ehr­ter Herr Ma­ni­ac,

        ge­n­au ge­nom­men hät­te die Fra­ge nach den Mehr­kos­ten so ge­stellt wer­den müs­sen: Zu wel­chen Fahr­preis­er­hö­hun­gen führt die Ein­füh­rung des Nie­der­flur­sys­tems im Ver­gleich zum Hoch­flur­sys­tems. Denn schließ­li­ch sind es die Üstra-Kun­den, die letz­li­ch die Ze­che zah­len wer­den. Dann hät­te auch be­rück­sich­tigt wer­den müs­sen, dass so­wohl für Nie­der­flur als auch für Hoch­flur im­men­se Per­so­nal­kos­ten an­fal­len. Ein pro­zen­tua­le Dar­stel­lung der Mehr­kos­ten wür­de dann zei­gen, dass si­ch die­se im Pro­mil­le­be­reich be­wegt.

        Wür­de da­ge­gen die kost­spie­li­ge Tun­nel­lö­sung auf die Üstra-Fahr­gäs­te um­ge­legt wer­den, dann fän­den Sie dort kei­nen ein­zi­gen Tun­nel­be­für­wor­ter. Es ist kein Zu­fall, dass die Tun­nel­lö­sung von der Re­gi­on ab­ge­lehnt wird. Sie ist wirk­li­ch zu kost­spie­lig. Und sie hät­te ja auch nur die Funk­ti­on, ober­ir­di­sch den MIV-An­teil zu stei­gern. Der Mo­to­ri­sier­te In­di­vi­du­al­ver­kehr (MIV) aber soll­te der Mehr­heit der Han­no­ve­ra­ner, die au­to­frei mo­bil sind, (Mo­to­ri­sie­rungs­grad in der Stadt Han­no­ver ca. 40%) wirk­li­ch kei­ne Her­zens­an­ge­le­gen­heit sein, bei der man nicht so ge­n­au hin­guckt, wenn man ins Porte­mo­naie greift.

        • Maniac

          Sehr ge­ehr­ter Herr Schor­se,

          ich kann voll­kom­men nach­voll­zie­hen, dass die Tun­nel­lö­sung aus Kos­ten­grün­den ab­ge­lehnt wird (das tue ich auch). Die Ab­leh­nung mit der För­de­rung des MIV zu be­grün­den, hal­te ich al­ler­dings für völ­lig un­sin­nig. Klingt mir ein biss­chen sehr nach Ideo­lo­gie und ver­kennt völ­lig die heu­ti­ge po­li­ti­sche Mei­nungs­la­ge (wenn die an­ders wä­re, wür­den wir doch den gan­zen NF-Quat­sch gar nicht dis­ku­tie­ren). Das ein Tun­nel die ins­ge­samt ver­fah­re­ne Ver­kehrs­si­tua­ti­on im Be­reich der KSS/​EAP/​Posttunnel lö­sen könn­te, ist je­doch für mi­ch auch als Rad­fah­rer un­wi­der­leg­bar (das ha­ben mir üb­ri­gens auch die kri­ti­schen An­mer­kun­gen u.a. von Bo­de­mann in der Ver­an­stal­tung ge­zeigt). Apro­pos Bo­de­mann: Un­ab­hän­gig ob Hoch- oder Nie­der­flur, von ei­ner ge­teil­ten Ver­kehrs­flä­che er­war­te ich mir auch kei­ne Ver­bes­se­rung. We­der der EAP no­ch die Lim­mer­stra­ße funk­tio­nie­ren wirk­li­ch gut im „Shared Space“ (die Ege­storf­stra­ße ist ei­ne Zu­mu­tung für Rad­fah­rer (und für Au­tos wahr­schein­li­ch auch und die Bahn­füh­rer sind be­stimmt auch nicht be­geis­tert)).

          Die For­de­rung nach Nie­der­flur oh­ne er­kenn­ba­ren Mehr­wert ist mir je­doch voll­kom­men un­ver­ständ­li­ch. Weil die Bah­nen in Straß­burg und Mont­pel­lier so toll aus­se­hen, will man auf ei­ner ein­zi­gen Li­nie ein ei­ge­nes Sys­tem be­trei­ben? Ach nee, ‚tschul­di­gung, da kann man ja auf zwei Hoch­bahn­stei­ge in der Lim­mer­stras­se ver­zich­ten (und evtl. ir­gend­wann ei­ne Bahn zum Ha­no­mag-Ge­län­de bau­en). Wow.

          Al­so rein aus Kos­ten­ge­sichts­punk­ten mei­net­hal­ben ober­ir­di­sch Hoch­flur, ger­ne mit Aus­bau des Schee­l­haa­se-Kon­zep­tes (da­mit ich auch aus Lin­den zü­gig und vor al­lem plan­bar zum Hbf kom­me).

          Bes­ser no­ch: Wenn Platz im A-Tun­nel wä­re, könn­te man auf das An­fah­ren von Stein­tor und EAP auch ger­ne ganz ver­zich­ten und al­le Bah­nen der 10 durch den A-Tun­nel fah­ren las­sen. Ei­ne (m.E. schlech­te) Rumpf­lö­sung über die KSS und durch den Post­tun­nel bringt kei­nen Vor­teil. Mit Hoch­flur. Mit Nie­der­flur wird es zu­sätz­li­ch zur schlech­ten Lö­sung nur noch­mal teu­rer. Ach so, und die Ver­knüp­fung mit dem A-Tun­nel funk­tio­niert dann gar nicht mehr. An ei­ne si­gni­fi­kan­te Aus­wei­tung des schie­nen­ge­bun­de­nen Nah­ver­kehrs in die süd-west­li­che Re­gi­on ist aus Ka­pi­zi­täts­grün­den dann aber wohl gar nicht mehr zu den­ken. Ja, Sie ha­ben Recht, das hört si­ch al­les nach über­leg­ter Ver­kehrs­po­li­tik an.

          • Jens Pielawa

            Das mit dem „Lieb­lings­spiel­zeug“ ist aber in der Tat so, auch ei­ne Wort­mel­dung bei der „Re­gi­on im Dia­log“ be­nutz­te das Wort „Fe­ti­sch“ für die Nie­der­flur­for­de­rung. Nach zwei Gut­ach­ten, in der NF als zu teu­er be­wer­tet wur­de, soll­ten Re­gi­ons­po­li­ti­ker nun lang­sam er­ken­nen, dass der NF-Zug ab­ge­fah­ren ist – selbst der NF-„Papst“ May­f­ar­th hat das ja so ge­sagt (we­nigs­tens mal ein Fach­mann, der nicht die Un­wahr­heit sagt).
            500.000 bis 1 Mio. € PRO JAHR an Mehr­kos­ten für ein in­kom­pa­ti­bles Sys­tem las­sen si­ch nur­mehr schwer der Öf­fent­lich­keit ver­mit­teln. Zu­dem hat vor zwei Jah­ren das In­tra­plan-Gut­ach­ten be­legt, dass an­tei­li­ge Bau­kos­ten der Re­gi­on Han­no­ver für den D-Tun­nel und der Ober­flächen­lösung oh­ne ei­ge­nen Bahn­körper fast gleich­auf lie­gen – und da­zu sol­len no­ch die NF-Mehr­kos­ten kom­men? Na su­per. Dass si­ch der D-Tun­nel nach 13 Jah­ren amor­ti­siert hat und die Ober­lä­chen­strercke er­st nach 23 Jah­ren aus den ro­ten Zah­len kommt – ge­schenkt, war ja vor zwei Jah­ren, hat ja je­der wie­der ver­ges­sen.
            Fakt ist, dass die Lim­mer­stra­ße jetzt mit ih­rem Ge­schrei um drei Hoch­bahn­steig-Po­si­tio­nen die Lan­des­haupt­stadt ge­nug in Gei­sel­haft ge­nom­men hat. Die Tran­s­tecbau hat gu­te Al­ter­na­ti­ven für die Hoch­bahn­stei­ge ge­schaf­fen und da­mit wei­te­re Kom­pa­ti­bi­li­tät für das ge­sam­te Netz ge­schaf­fen. NF ist nur für die Li­nie 10 ein ein­sa­mer Sa­tel­lit, der teu­rer ist, hüb­sch aus­sieht, aber dann doch nur ein Spiel­zeug. Denn vie­le Po­li­ti­ker se­hen ja wei­ter nicht ein, wie es fak­ti­sch aus­sieht. Dann soll doch die NF-Bahn am Goe­the­platz en­den und al­le Nord-Lin­de­ner kön­nen dann in das rest­li­che Stadt­bahn­netz mit ih­ren bö­sen Tun­neln um­stei­gen. Gab es vor 130 Jah­ren am Döh­re­ner Turm schon mal ähn­li­ch we­gen zwei­er Stra­ßen­bahn-Ge­sell­schaf­ten. Lus­tig, ne?
            Ganz wich­tig fin­de ich das da­ma­li­ge In­tra­plan-Fa­zit: „Die ober­ir­di­sche Stre­cke ist nicht wirt­schaft­li­ch zu be­trei­ben“. Das ist das, was sau­er wer­den lässt: für ober­ir­di­sches Ge­murkse oh­ne För­de­rung und zu er­war­ten­den Bau­schwie­rig­kei­ten wird fast eben­so viel (wenn nicht bald so­gar mehr) Geld aus­ge­ge­ben. Mir kann kei­ner mehr er­zäh­len, der D-Tun­nel wä­re doch ach so teu­er – und nun ist es auch no­ch schick, wenn man lie­ber je­des Jahr be­rech­ne­te 800.000 € fürs Nie­der­flur-Gim­mi­ck ver­schleu­dern möch­te.
            NF soll ein Schritt zu ei­nem Er­gän­zungs­netz sein, das si­ch vor­ne und hin­ten nicht rech­net, und die Li­nie 10 ist der will­kom­me­ne Ver­tre­ter­fuß in der Tür da­zu. Han­no­ver hat ganz drin­gend Auf­klä­rung nö­tig, denn hier wird zu die­sem The­ma ziem­li­ch viel ver­schau­kelt, ver­zö­gert und ge­trick­st.

    • Justus Römeth

      Hal­lo Schor­se

      Sie ha­ben ne­ben­bei das Pro­blem der Bür­ger­be­tei­li­gung nicht ganz ver­stan­den. Fol­gen­de Sach­la­ge:

      – In Lin­den sind die Leu­te eher für Nie­der­flur (Run­d­er Tisch und so).
      – Im Rest Han­no­vers schei­nen die meis­ten Bür­ger eher auf die Kos­ten zu gu­cken.

      Al­so wä­re nach ih­rem Ver­ständ­nis von Po­li­tik die Sa­che klar, das kos­ten­güns­tigs­te wird ge­baut.

      Das ver­ste­hen wir Pi­ra­ten al­ler­dings nicht un­ter Bür­ger­be­tei­li­gung. Da geht es dar­um, dass man die Leu­te da­zu bringt, si­ch mit Fak­ten aus­ein­an­der­zu­set­zen, und stellt den oben ge­nann­ten Mei­nun­gen ent­ge­gen:

      – Der An­teil für die Re­gi­on zum D-Tun­nel­bau wä­re in ei­ner ähn­li­chen Grö­ßen­la­ge wie der An­teil, den die Re­gi­on für ei­ne Er­neue­rung der Stre­cke mit Um­rüs­tung auf Nie­der­flur be­zah­len müss­te.
      – Der D-Tun­nel er­öff­net neue lang­fris­ti­ge Per­spek­ti­ven für die Süd­stadt, wäh­rend ei­ne Ver­län­ge­rung ei­ner Nie­der­flur­bahn über­all hin mit Aus­nah­me der Wie­der­infüh­rung der Zoostre­cke für Ver­kehrs­pro­ble­me sor­gen dürf­te.
      – Die Ver­kers­si­tua­ti­on an der EAG ist heut­zu­ta­ge schon haa­rig, das dürf­te bei ei­ner Um­le­gung der Stre­cke durch den Post­tun­nel no­ch schlim­mer wer­den.
      – Ein Bau der Stadt­bahn dort müss­te, um zu funk­tio­nie­ren oh­ne Ver­süä­tun­gen den Au­to­ver­kehr aus die­ser Ecke der In­nen­stadt aus­sper­ren. EIn Gau für dort an­sä­ßi­ge Händ­ler und Park­haus­be­trei­ber (in ei­ner Stadt, die be­reits die größ­te Fuß­gän­ger­zo­ne Deutsch­lands hat, wohl­ge­merkt).
      – man kann Hoch­bahn­stei­ge auch für das Stadt­bild ver­träg­li­cher bau­en, als dies bis jetzt in Han­no­ver der Fall ge­we­sen ist. Hier­bei den Tod der Lim­mer­stra­ße her­bei­zu­schrei­en, die als Fuß­gän­ger­zo­ne im Prin­zip nur von ei­nem Hoch­bahn­steig di­rekt be­trof­fen wä­re, ist his­te­ri­sch.

      Man muss dann dar­aus nicht die Mei­nung ab­lei­ten, dass ein Tun­nel die be­s­te Op­ti­on wä­re. Sie wä­re uU auch nicht die für al­le be­s­te Op­ti­on. Aber man soll­te von an Kon­sens in­terres­sier­ten Leu­ten er­war­ten, dass, wenn sie ge­gen den Tun­nel sind, die­se Ar­gu­men­te ent­l­fäf­ti­gen. Das ha­ben die Nie­der­flur­be­für­wor­ter (oder die Re­gi­on) bis­lang nicht ver­mocht.

      • Schorse

        Herr Rö­me­th, Sie schrei­ben: „Der An­teil für die Re­gi­on zum D-?Tunnelbau wä­re in ei­ner ähnli­chen Grö­ßen­lage wie der An­teil, den die Re­gi­on für ei­ne Erneue­rung der Stre­cke mit Umrüs­tung auf Nie­der­flur bezah­len müss­te.“
        Das mag für den Tunnel-„bau“ zu­tref­fen, aber be­zahlt das Land auch den Un­ter­halt für den Tun­nel­bau, der deut­li­ch über den Kos­ten für ober­ir­di­sche Stre­cken liegt? Nein! Der von den Pi­ra­ten ge­wünsch­te D-Tun­nel kos­tet je­weils in Bau und Un­ter­hal­tung rund­ge­rech­net eben­so viel wie jetzt die ge­sam­te Stre­cke auf der die 10 ver­kehrt.
        Au­ßer­dem ist aus Ih­rem Bei­trag ab­zu­le­sen, dass Sie Kos­ten, die nicht von der Re­gi­on zu be­glei­chen sind, ger­ne von an­de­ren be­glei­chen las­sen. Aber ist das nach­hal­tig ge­dacht? Der D-Tun­nel wä­re deut­li­ch teu­rer als ei­ne ober­i­ri­di­sche Nie­der­flur­bahn, die si­ch längst nicht nur die Lin­de­ner wün­schen. Aber Sie ar­gu­men­tie­ren im Zu­sam­men­hang mit dem D-Tun­nel­bau nach dem Sche­ma, „bei dem was der Re­gi­on ge­schenkt wird, schaue ich nicht so ge­n­au hin, dem ge­schenk­ten Gaul kuckt man schließ­li­ch auch nicht ins Maul.“

        Die Üstra fährt mit ei­ner Schwar­zen Null, weil die im­men­sen Kos­ten für die be­reits vor­han­de­nen Tun­nel­bau­ten, die zu ro­ten Zah­len füh­ren, nicht bei der Üstra bi­lan­ziert wer­den, son­dern bei der In­fra.

        Es liegt klar auf der Hand, dass es mög­li­ch wä­re, ei­nen rein ober­ir­di­schen Stadt­bahn­be­trieb kos­ten­de­ckend ab­zu­wi­ckeln. Die Tun­nel­stre­cken ma­chen den Stadt­bahn­be­trieb so teu­er, dass er über Aus­gleichs­zah­lun­gen an die In­fra von der Re­gi­on be­zu­schus­st wer­den muss.

        Um ei­nen ober­ir­di­schen Stadt­bahn­be­trieb je­doch ef­fi­zi­ent zu ge­stal­ten, kann kei­ne Rück­sicht auf MIV (Mo­to­ri­sier­ten In­di­vi­du­al­ver­kehr) ge­nom­men wer­den. Und das muss auch nicht sein, denn der MIV ist we­der um­welt­po­li­ti­sch zu recht­fer­ti­gen no­ch von sei­ner Re­sour­cen­scho­nung her. Und zur so­zia­len Ge­rech­tig­keit trägt der MIV kein Stück bei. Das ist „Den­ke“ von ges­tern. „Wenn er­st mal je­der Au­to fährt, dann wird si­ch schon kei­ner mehr über so­zia­le Schief­la­gen be­kla­gen.“ So dach­ten die So­zi­al­de­mo­kra­ten in den Sech­zi­gern und Sieb­zi­gern. In­zwi­schen wis­sen auch die es bes­ser, aber weil sie si­ch nicht trau­en das laut zu sa­gen, hal­ten sie
        ne­ben den Pi­ra­ten als ein­zi­ge Par­tei am Hoch­flur­sys­tem fest, weil sie dar­auf hof­fen, dann doch no­ch ir­gend­wann ih­ren Tun­nel zu krie­gen.

        Al­len die si­ch mit der Ma­te­rie in­ten­si­ver be­schäf­ti­gen ist klar, dass der MIV ein mil­li­ar­den­schwe­res Sub­ven­ti­ons­grab dar­stellt, in dem öf­fent­li­che Geld­er, die ja nun bei­lei­be nicht nur von Au­to­fah­rern über KFZ- und Mi­ne­ral­öl­steu­er er­wirt­schaf­tet wer­den, wie in ei­nem schwar­zen Loch ver­schwin­den. Die „KFZ- und Mi­ne­ral­öl­steu­er­ein­nah­men rei­chen bei wei­tem nicht aus, die MIV-Sub­ven­tio­nen aus­zu­glei­chen. Von den rund 50 Mrd. die da in Deutsch­land jähr­li­ch rein­ge­hen, muss man be­reits 30 Mrd. (ADAC-Angabe!)also mehr als die Hälf­te ge­gen­rech­nen, die al­lei­ne durch MIV-Un­fäl­le an volks­wirt­schaft­li­chem Scha­den ent­ste­hen.

        Der ÖPNV hin­ge­gen hat durch­aus das Po­ten­zi­al, sub­ven­ti­ons­frei be­trie­ben zu wer­den (und weit­ge­hend un­fall­frei). Frei­li­ch kann die­se Aus­sicht den Pi­ra­ten nicht schme­cken, denn die wol­len ja lie­ber den ÖPNV zu 100% sub­ven­tio­nie­ren und for­dern ganz po­pu­lis­ti­sch freie Fahrt für al­le ÖPNV-Nut­zer. (Ber­li­ner Wahl­kampf) Was soll der Un­fug? Ei­ne Fahrt mit dem ÖPNV be­las­tet zwar we­ni­ger die Um­welt und ver­ur­sacht we­ni­ger Res­sour­cen­raub­bau als ei­ne Au­to­fahrt, aber selbst­ver­ständ­li­ch ist auch ei­ne Fahrt mit dem ÖPNV no­ch nicht gleich um­welt­freund­li­ch. Und die Mit­ar­bei­ter in den ÖPNV-Un­ter­neh­men ar­bei­ten nicht eh­ren­amt­li­ch.
        Oder den­ken die Pi­ra­ten, wenn der MIV schon so hoch sub­ven­tio­niert ist, dann muss der ÖPNV eben auch hö­her sub­ven­tio­niert wer­den?

        Sie schrei­ben: „Der D-?Tunnel eröff­net neue lang­fris­tige Per­spek­ti­ven für die Süd­stadt, wäh­rend ei­ne Ver­län­ge­rung ei­ner Nie­der­flur­bahn über­all hin mit Aus­nahme der Wie­der­in­füh­rung der Zoostre­cke für Ver­kehrs­pro­bleme sor­gen dürf­te.“

        Nicht die Nie­der­flur­bahn oder mei­net­we­gen auch ei­ne ober­ir­di­sche Hoch­flur­stadt­bahn er­zeugt ir­gend­wel­che Ver­kehrs­pro­ble­me, son­dern das rein ideo­lo­gi­sch be­grün­de­te Fest­hal­ten am MIV als Mas­sen­ver­kehrs­mit­tel, zu des­sen Guns­ten, der ÖPNV in die Tie­fe aus­zu­wei­chen ha­be. So lan­ge die Pi­ra­ten am MIV fest­hal­ten, sind sie nicht als zu­kunfts­fä­hi­ge Par­tei Ern­st zu neh­men. Die Pi­ra­ten müs­sen als Neu­grün­dung nicht wie die SPD den
        ideo­lo­gi­schen „Au­tos-für-al­le-Bal­last“ ab­wer­fen. (Die CDU und der rechts­li­be­ra­le Teil der FDP (den an­dern gibt’s nicht mehr) üb­ri­gens auch nicht, für die­se stän­di­sch ori­en­tier­ten Par­tei­en war es schon im­mer in Ord­nung, das nur we­ni­ge Aus­er­wähl­te Au­to fah­ren.)

        Trotz­dem star­ten die Pi­ra­ten in Han­no­ver mit ei­nem völ­lig über­flüs­si­gen Be­kennt­nis zum MIV, dem si­ch die Nut­zer we­sent­li­ch eff­zi­en­te­rer Mo­bi­li­täts­sys­te­me un­ter­zu­ord­nen ha­ben. Ein Trau­er­spiel!