Dis­kus­si­ons­kul­tur in der Pi­ra­ten­par­tei: Set­zen, sechs! 14


In Han­no­ver wird si­ch an die­sem Frei­tag, 2010-01-29, der Re­gi­ons­ver­band Han­no­ver der Pi­ra­ten­par­tei grün­den. Als ei­ner der­je­ni­gen, die hier in Han­no­ver mit der gan­zen Sa­che 2006 an­ge­fan­gen ha­ben, freut es mi­ch sehr, dass wir nach nur et­was mehr als drei Jah­ren so weit sind, dass wir die­sen Schritt hier lo­kal ge­hen kön­nen. Dem Ver­neh­men nach gibt es in der Re­gi­on Han­no­ver mitt­ler­wei­le et­wa 180 Par­tei­mit­glie­der; wenn ich mir über­le­ge, dass wir da im No­vem­ber 2006 mal zu fünft im Zwi­schen­zeit sa­ßen – toll.

Nicht ganz so toll fin­de ich ei­ne Dis­kus­si­on, die si­ch rund um die Grün­dung in den letz­ten Ta­gen ent­zün­det hat. Von ei­nem – bis da­hin in die Grün­dungs­vor­be­rei­tun­gen nicht wei­ter ein­ge­bun­de­nen – Mit­glied des Lan­des­vor­stan­des fand si­ch auf der nie­der­säch­si­schen(!) Mai­ling­lis­te am 2010-01-20 fol­gen­de Ein­las­sung:

Ich ha­be so eben mal ge­schaut wie weit eu­re Vor­be­rei­tung zur Grün­dung ge­die­hen ist.

Es steht auf eu­rer Sei­te: am Frei­tag, den 29.1.2010 wird um 19:00 an die­sem Ort die Pi­ra­ten­par­tei Re­gi­on Han­no­ver ge­grün­det

Ich ha­be den Ver­dacht, das hier we­nig de­mo­kra­ti­sch die Sa­che vor­be­rei­tet wird.

Der Kern der dann fol­gen­den Vor­wür­fe dreh­te si­ch dar­um, dass be­sag­ter Vor­stand­spi­rat der Mei­nung war, die Mit­glie­der sei­en an den Grün­dungs­vor­be­rei­tun­gen nicht aus­rei­chend be­tei­ligt wor­den. Das Or­ga­ni­sa­ti­ons­team er­klär­te, wie die­se Be­tei­li­gung aus­ge­se­hen hat und dass die Vor­wür­fe, die Vor­be­rei­tun­gen fän­den „im Ge­hei­men“ statt, nicht zu­trä­fen. Die Ant­wort dar­auf war ein we­nig – nun­ja – pat­zig:

Ihr habt aber den An­spruch ei­ne Sat­zung für über 100 Pi­ra­ten zu schrei­ben. Da darf ich doch wohl mal et­was mehr De­mo­kra­tie for­dern.

Ich muss ge­ste­hen: Wenn ich so et­was le­se, wer­de ich rich­tig, rich­tig sau­er. Die Art und Wei­se, wie hier kom­mu­ni­ziert wird, ist un­ter­ir­di­sch. Da ist ein Pi­rat, der mit ir­gend­et­was un­zu­frie­den ist. Was soll­te jetzt pas­sie­ren? Nach­ha­ken, wie denn die Fak­ten ei­gent­li­ch sind? Ob man die Si­tua­ti­on rich­tig sieht? Ob das ver­mu­te­te Pro­blem wirk­li­ch exis­tiert? Kurz: Macht der po­ten­ti­el­le Kri­ti­ker si­ch erst­mal über die Din­ge kom­pe­tent, die er da zu kri­ti­sie­ren ge­denkt?

Nein! Es wird – oh­ne auch nur ein­mal zu hin­ter­fra­gen – los­ge­pol­tert. Nicht im klei­nen, nein, gleich mal auf der Mai­ling­lis­te, da­mit es auch al­le mit­krie­gen. Es wer­den nicht Fak­ten ge­nannt, son­dern so­fort Vor­wür­fe er­ho­ben, ge­paart mit un­ter­schwel­li­gen An­schul­di­gun­gen: „Ihr seid un­de­mo­kra­ti­sch!“ Und wenn dann die Er­läu­te­run­gen kom­men, dass da viel­leicht das ei­ne oder an­de­re Miss­ver­ständ­nis vor­lie­gen könn­te, gibt’s als Ant­wort: „Ey, bei dem Stuss, den ihr macht, is‘ doch klar, dass ich da mit For­de­run­gen an­kom­me!“

Ich über­trag das mal in ei­ne an­de­re Si­tua­ti­on: Was macht ihr, wenn ihr im Lo­kal ei­ne scha­le Co­la vor­ge­setzt be­kommt? Ruft ihr dann (a) noch­mal nach der Be­die­nung und bit­tet: „Könn­te ich bit­te ei­ne neue Co­la ha­ben? Die hier ist schal.“ – oder steigt ihr (b) auf den Tisch und brüllt ins Lo­kal: „Ey, die ha­ben mir hier ’ne ek­li­ge scha­le Co­la ser­viert. Die kön­nen hier nix. Passt bloß auf, be­stimmt ist eu­er Bier ver­gif­tet! Die­ses gan­ze un­fä­hi­ge Ge­socks ge­hört raus­ge­schmis­sen. So­fort! Und die The­ken­schlam­pe als er­s­te!“ Viel­leicht bin ich ja alt­mo­di­sch, aber ich wür­de im­mer Weg (a) be­schrei­ten.

Diskussionskultur in der Piratenpartei: Verbesserungsfähig

Dis­kus­si­ons­kul­tur in der Pi­ra­ten­par­tei: Ver­bes­se­rungs­fä­hig, Gra­fik: Wi­ki­me­dia Com­mons, CC-BY-SA 3.0

Wenn ich mi­ch in den Fo­ren der Pi­ra­ten­par­tei oder auch an­ders­wo, wo Pi­ra­ten dis­ku­tie­ren, um­se­he, dann tref­fe ich lei­der all­zu­oft auf Kom­mu­ni­ka­ti­ons­typ (b). Auf ver­meint­li­che oder tat­säch­li­che Pro­ble­me wird so­fort scharf aus al­len Roh­ren ge­schos­sen. Es wird be­lei­digt. Es wer­den per­sön­li­che An­grif­fe ge­fah­ren. Es wird un­sach­li­ch her­um­ge­pö­belt. Ar­gu­men­te wer­den im Mun­de her­um­ge­dreht, ab­sicht­li­ch fal­sch ver­stan­den, bei rich­ti­gem Ver­ste­hen igno­riert und ins­ge­samt in kei­ner­lei kon­struk­ti­ver Wei­se aus­ge­tauscht. Vor al­lem: Es wird nicht „ge­be­ten“ oder „an­ge­regt“ oder „vor­ge­schla­gen“ – nein, es wird „ge­for­dert“. Jetzt! So­fort! Ul­ti­ma­tiv! Ich hab‘ manch­mal den Ein­druck, das sind gar kei­ne Mit­glie­der der Pi­ra­ten, son­dern so ei­ne Art Fünf­te Ko­lon­ne ei­ner an­de­ren Par­tei, die mög­lichst je­den kon­struk­ti­ven Mei­nungs­aus­tau­sch un­ter­bin­den will, in­dem sie ihn in ei­ner Ka­ko­pho­nie von Nich­tig­kei­ten und Be­lei­di­gun­gen be­gräbt. Und wo das nicht klappt, wer­den den par­tei­ei­ge­nen Schieds­ge­rich­ten Ver­fah­ren auf­ge­drückt, de­ren In­halt je­dem re­ni­ten­ten Klein­gärt­ner zu lä­cher­li­ch wä­re.

Bei­spie­le fin­den si­ch zu Hauf:

  • Aa­ron Koenig kann si­ch mitt­ler­wei­le ei­gent­li­ch zu gar nichts mehr äu­ßern, oh­ne dass nicht min­des­tens ein Dut­zend „Pi­ra­ten“ ein „Ver­piss dich, Na­zis­au“ da­zwi­schen­rülpst.
  • Der Bun­des­vor­stand wur­de übel­st und mit fal­schen Be­haup­tun­gen an­ge­gan­gen, als ei­ne Ent­schei­dung über den Ort des nächs­ten Bun­des­par­tei­tags zu tref­fen war.
  • Die ak­tu­el­le Dis­kus­si­on um ei­ne Teil­nah­me bei den De­mons­tra­tio­nen am 13. Fe­bru­ar in Dres­den fin­den haupt­säch­li­ch auf ei­ner Me­ta­ebe­ne statt, in der das Haupt­ar­gu­ment ist, die Mei­nungs­frei­heit even­tu­el­ler rechts­ra­di­ka­ler Grup­pen dür­fe kei­nes­falls ein­ge­schränkt wer­den. Mit die­ser Ar­gu­men­ta­ti­on wird dann von ei­ni­gen Dis­kus­si­ons­teil­neh­mern ve­h­ment ei­ne Nicht­teil­nah­me an Ge­gen­ver­an­stal­tun­gen zur rech­ten „Ge­denk­kund­ge­bung“ ein­ge­for­dert.

Die Wir­kung sol­cher Pseu­do­dis­kus­sio­nen nach in­nen und nach au­ßen ist ka­ta­stro­phal: Amts­in­ha­ber der Par­tei wer­den oh­ne Not so stark in ih­rem An­se­hen be­schä­digt, dass sie statt mit kon­struk­ti­vem Nach-Vor­ne-Ge­hen stän­dig mit Schat­ten­kämp­fen be­schäf­tigt sind. Glei­ches gilt für die Par­tei­struk­tu­ren. Im Fal­le des Par­tei­tags­or­tes sieht man dann auch deut­li­ch, dass das un­ge­nier­te Her­um­pö­beln so ei­nen Druck er­zeugt, dass letzt­li­ch ein no­ch grö­ße­res Ge­eie­re da­bei raus­kommt.

So ein rich­ti­ger Griff ins Klo wird das gan­ze dann, wenn ein sol­cher Streit das Au­ßen­bild der Par­tei in ei­ner Fra­ge do­mi­niert. Je­der, der das „Dis­kus­si­onkli­ma“ in der Pi­ra­ten­par­tei nicht gut kennt, wird si­ch fra­gend am Kopf krat­zen, wenn er das Hin und Her um die Dres­den-De­mo und ins­be­son­de­re die Ar­gu­men­ta­ti­on mit­be­kommt. Für po­li­ti­sche Geg­ner ist so­was ein Fest, die Pi­ra­ten­par­tei bringt es kei­nen ein­zi­gen Mil­li­me­ter vor­an oder nützt ihr.

Wenn ich zwei Wün­sche an die Pi­ra­ten­par­tei hät­te, dann wä­ren das die­se:

  1. Mit­glie­der äu­ßern Kri­tik in an­ge­mes­se­ner Wei­se, ver­su­chen erst­mal, even­tu­el­le Pro­ble­me im Ge­spräch zu klä­ren. Kri­tik ist kein Selbst­zweck, son­dern stets nur Mit­tel, ei­nen Miss­stand zu be­he­ben. Per­sön­li­che An­grif­fe un­ter­blei­ben. Idea­ler­wei­se kennt je­der Kants „Ka­te­go­ri­schen Im­pe­ra­tiv“ – und hält si­ch dran.
  2. Par­tei­gre­mi­en und an­de­re struk­tu­rel­le Glie­de­run­gen agie­ren sou­ve­r­än. Sie sind si­ch zum ei­nen ih­rer Rol­le als ak­tiv or­ga­ni­sie­ren­des Ele­ment der Par­tei be­wusst und nut­zen die­se Kom­pe­tenz auch. Und zum an­de­ren ha­ben sie ge­nug „Arsch in der Ho­se“, im Zwei­fels­fall ihr Ding auch mal ge­gen ver­meint­li­che „Wi­der­stän­de“ durch­zu­zie­hen. Egal was man macht, ir­gend­wer wird si­ch im­mer dran rei­ben. Gebt der­je­ni­gen „Kri­tik“, die si­ch nur als laut­star­kes Ge­pö­bel äu­ßert, nicht auch no­ch ei­ne Büh­ne.

Ge­ra­de letz­te­res ist – ich spre­che da aus Er­fah­rung – manch­mal sehr schwer. Man kommt zwangs­läu­fig ins Zwei­feln, wenn man über­all nur Geg­ner­schaft sieht. Selbst wenn die­se Geg­ner nur ei­ne Min­der­heit sind, die ver­steht, be­son­ders laut­stark und ve­he­ment auf­zu­tre­ten. Mei­ne Bit­te an die schwei­gen­de Mehr­heit: Äu­ßert eu­ch! Selbst ei­ne kur­ze di­rek­te E-Mail „Ich find das gut, was ihr da macht“ kann ei­ne gro­ße mo­ra­li­sche Stüt­ze sein.

Im Fal­le der Re­gio­nal­ver­bands­grün­dung sind die Un­klar­hei­ten wohl mitt­ler­wei­le weit­ge­hend ge­klärt. At­mo­sphä­ri­sch lief das gan­ze je­doch aus­ge­spro­chen sub­op­ti­mal. Und das ist scha­de, weil wir als Par­tei Ge­fahr lau­fen, durch ge­n­au sol­che Ak­tio­nen sinn­los fä­hi­ge und kom­pe­ten­te Leu­te zu ver­schlei­ßen oder gleich von ei­ner Mit­ar­beit ab­zu­schre­cken.

Und das kön­nen wir uns nicht leis­ten!


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14 Gedanken zu “Dis­kus­si­ons­kul­tur in der Pi­ra­ten­par­tei: Set­zen, sechs!

  • sammy

    In die­sem Blog­bei­trag ste­hen ge­n­au die Grün­de, die mi­ch bis­her von ei­nem Ein­tritt in die PP ab­ge­hal­ten ha­ben. Sehr gut ge­trof­fen das gan­ze.

  • Ano Nymus

    Schön er­klärt.

    Aber wenn man ei­ni­ge dei­ner Bei­trä­ge auf der Ak­ti­ve-NDS so ließt, wür­de man nicht glau­ben, dass das von ein und der sel­ben Per­son ge­schrie­ben wur­de.

    Ich wür­de mir wün­schen, dass du mit gu­tem Bei­spiel vor­an­gehst.

  • Stephan Eisvogel

    „Fünf­te Ko­lon­ne ei­ner an­de­ren Par­tei“ heisst hier in Bay­ern üb­ri­gens „CSU U-Boot“.

  • Christian Kalkhoff

    Ich for­de­re für je­des zah­len­de Mit­glied Ta­schen­tü­cher und für Amts­trä­ger As­best­un­ter­wä­sche an­zu­schaf­fen.

    Dirk, dan­ke für den Post. Du sprichst mir aus der See­le.

  • SD

    Ei­nen Vor­teil hat das gan­ze: Man er­kennt die Gur­ken in der Par­tei und kommt nicht auf die Idee die in ir­gend­ei­ne Po­si­ti­on zu wäh­len (oder wie­der­zu­wäh­len).

    Aber was das gan­ze mit der Mo­ti­va­ti­on der Pi­ra­ten und der Au­ßen­dar­stel­lung der Par­tei macht, ist wirk­li­ch nicht sehr schön.

  • Uli

    O-Ton Dirk am 04.12.2010 (auch laut­stark) über die ML (al­so Va­ri­an­te b.):
    „Die Fra­ge ist halt, wie weit man si­ch von der­art auf Kra­wall ge­bürs­te­ten Schrei­häl­sen auf der Na­se her­um­tan­zen lässt.“ über Pan­tof­fel­punk

    Was man er­war­tet Dirk, soll­te man auch selbst be­reit sein zu ge­ben. Auch du re­kla­mier­st die scha­le Co­la, laut­schrei­end auf dem Tisch ste­hend und die Be­die­nung als The­ken­schlam­pe ab­tu­end.

    LG
    Uli (GÖ)

  • Stefan

    Al­so ich se­he das Punkt für Punkt ge­nauso. Die­se Klein­geis­ter sind ex­trem ner­vig und dem öf­fent­li­ch Bild der Par­tei ab­träg­li­ch. Ich kann mi­ch no­ch gut an mei­ne er­s­te Stamm­tisch­teil­nah­me er­in­nern, wo 2 Per­so­nen ei­ne drit­te auf ei­ne äu­ßer­st un­an­ge­neh­me und ne­ben­bei be­merkt auch däm­li­che Art und Wei­se nie­der­ma­chen woll­ten. Das Gan­ze vor Leu­te die wie ich zum Ers­ten Mal da­bei wa­ren, in al­ler Öf­fent­lick­eit qua­si, das ist doch nicht zu glau­ben.

    Aber das mit den Trol­len, wie ein oben ste­hen­der Kom­men­ta­tor mein­te, ist na­tür­li­ch auch rich­tig 🙂

  • Smutje

    … nun­ja, zu­min­dest die­ses mal hast Du dich ein­deu­tig für Ver­si­on b) ent­schie­den…

    set­zen! Sechs!

  • FS

    Na­ja, um ein Kli­schee zu be­mü­hen: wel­che Par­tei wenn nicht die Pi­ra­ten soll­te an­fäl­lig für Trol­le sein? Das bringt ei­ne ho­he On­line-Af­fi­ni­tät nun mal mit si­ch.

    Was mi­ch als han­nö­ver­schen Pla­ce­b­log­ger dar­über hin­aus in­ter­es­sie­ren wür­de: habt Ihr ei­gent­li­ch so et­was wie ein kom­mu­nal­po­li­ti­sches Pro­gramm? Da­von hört man bis­her no­ch nichts.

  • aloa5

    Amts­in­ha­ber der Par­tei wer­den oh­ne Not so stark in ih­rem Anse­hen beschä­digt

    Rich­tig ist: ge­mä­ßig­te Dis­kus­si­ons­kul­tur ist wich­tig und soll­te man aus­üben.

    Rich­tig ist aber auch: Amts­in­ha­ber der Par­tei schä­di­gen si­ch selbst oh­ne Not in ih­rem An­se­hen und scha­den auch dem An­se­hen der Par­tei.

    Nicht zu­letzt De­in ak­tu­el­les Bei­spiel mit der Ein­las­sung von oben ist et­was der­ar­ti­ges. Es ist näm­li­ch nicht ge­ra­de so als ob die Par­tei­ba­sis die ein­zi­ge In­stanz wä­re wel­che si­ch da­mit be­schäf­tigt so zu agie­ren.
    Die Kom­mu­ni­ka­ti­on in die „an­de­re Rich­tung“ hat seit Grün­dung wie­der­holt vor­ge­macht wie man es ei­gent­li­ch nicht ma­chen soll­te. Man darf si­ch da­her nicht wirk­li­ch wun­dern wenn die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kul­tur so ist wie sie ist. Oder bes­ser: ich wun­de­re mi­ch dar­über das Du Dich wun­der­st.

    Da­her fü­ge ich Dei­nen Punk­ten 1. und 2. wel­chen ich so durch­aus fol­gen kann ei­nen drit­ten (aus Ab­wand­lung des 1.) hin­zu:

    3. Vorstandsmit­glie­der und an­de­re Amts­in­ha­ber (wie Ko­or­di­na­to­ren usw.) äu­ßern und kom­mu­ni­zie­ren ge­plan­te Vor­ha­ben in um­fang­rei­cher und ange­mes­se­ner Wei­se, ver­su­chen erst­mal, even­tu­elle Pro­bleme im Vor­feld im Ge­spräch mit Be­tei­lig­ten zu klä­ren. Maß­nah­men sind kein Selbst­zweck, son­dern stets nur Mit­tel, ei­nen Miss­stand zu behe­ben den man zu­vor be­nannt hat. Idea­ler­weise kennt je­der Kants „Kate­go­ri­schen Impe­ra­tiv”?und hat viel­leicht in ei­ner füh­ren­den Po­si­ti­on ein­mal et­was vom Har­vard-Kon­zept ge­hört (was im­ho ei­ne Art prak­ti­sche Anwendung/​Handlungsempfehlung Kants ist):
    http://​de​.wi​ki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​H​a​r​v​a​r​d​-​K​o​n​z​ept

    Nur wenn al­le – vor al­lem die „Vor­bil­der“ – si­ch an die­se Vor­ge­hens­wei­se hal­ten sind al­le Pro­ble­me be­nannt und auch im Ein­ver­neh­men zu be­sei­ti­gen. Der Kom­mu­ni­ka­ti­on geht die In­for­ma­ti­on vor­aus. Wer si­ch selbst in die pas­si­ve Rol­le be­gibt und da­mit le­dig­li­ch die Le­gi­ti­ma­ti­on (das Recht) aus Dei­nem Punkt 2. aber nicht die Pflicht an­er­kennt, der wird si­ch zu recht kri­ti­siert se­hen. Kom­mu­ni­ka­ti­on ist kei­ne La­pa­lie.

    Grü­ße
    ALOA

  • Andreas

    Ich ge­be dir da voll­kom­men Recht! Wir Pi­ra­ten müs­sen an vie­len Stel­len no­ch viel ge­las­se­ner wer­den, und wir müs­sen es schaf­fen, En­ga­gier­te Mit­glie­der von Stö­ren­frie­den zu un­ter­schei­den. Ich den­ke al­ler­dings, dass das schwie­rig wer­den wird, da wir ja den An­spruch ha­ben, je­dem ei­ne Stim­me zu ge­ben, egal was der­je­ni­ge da­mit macht.

    Es wä­re schon mal ein An­fang, wenn wir die gan­zen Klein­geis­ter los­wer­den könn­ten, denn da­von ha­ben wir de­fi­ni­tiv zu vie­le (ich sa­ge nur: GO-An­trag)

    Wer kein Ver­trau­en in ge­wähl­te Ver­tre­ter hat, der ist in ei­ner re­prä­sen­ta­ti­ven De­mo­kra­tie Fehl am Platz. Und lei­der gibt es kei­ne mir be­kann­te, funk­tio­nie­ren­de Al­ter­na­ti­ve zur re­prä­sen­ta­ti­ven De­mo­kra­tie.

    Ba­sis­de­mo­kra­tie ist ein schö­nes Ide­al, aber sehr, sehr schwie­rig um­zu­set­zen, wenn nicht gar un­mög­li­ch.