Fahr­rad­stern­fahrt 2015 – Ei­ne Fahr­rad­stern­stun­de für Han­no­ver


Fahrradsternfahrt 2015

Fahr­rad­stern­fahrt 2015

Im Rah­men der Auf­takt­ver­an­stal­tung für das dies­jäh­ri­ge Stadt­ra­deln fand seit län­ge­rem mal wie­der ei­ne Fahr­rad­stern­fahrt in Han­no­ver statt. 2013 war ein ganz ähn­li­ches Event stür­mi­schem Dau­er­re­gen mit Un­wet­ter­war­nung zum Op­fer ge­fal­len. Da­für star­te­te die Stern­fahrt die­ses Mal von di­ver­sen Punk­ten in der ge­sam­ten Re­gi­on und führ­te als Hö­he­punkt über die han­no­ver­schen Schnell­we­ge ins Zen­trum.

Ich woll­te ger­ne die längst­mög­li­che Schnell­weg- und in­ner­städ­ti­sche Tour fah­ren und so fan­den wir uns um kurz nach halb zehn am Vah­ren­hei­der Markt ein, wo die Ost­tour über Bo­th­feld, Mis­burg und An­der­ten star­te­te.

Etwa 40 Leute am Sahlkamp starteten die "Tour Ost"

Et­wa 40 Leu­te am Sahl­kamp star­te­ten die „Tour Ost“

Es war er­staun­li­ch zu be­ob­ach­ten, wie der Zug auf dem Weg nach An­der­ten im­mer län­ger wur­de. Ne­ben den de­fi­nier­ten „Zu­stiegs­punk­ten“, u.a. am Ge­ha­platz und an Mei­ers Gar­ten, sind längs der Stre­cke per­ma­nent Fah­rer da­zu­ge­kom­men, teil­wei­se an Kreu­zun­gen so­gar in klei­nen Pulks. Mit be­stimmt 200 Rad­lern kam die Ka­ra­wa­ne in An­der­ten an…

Anderten, Höversche Straße: Die Radler aus Lehrte stoßen dazu

An­der­ten, Hö­ver­sche Stra­ße: Die Rad­ler aus Lehr­te sto­ßen da­zu

…wo die Um­land­grup­pe aus Lehr­te da­zu­stieß – und no­ch et­li­che han­no­ver­sche Rad­ler, die si­ch hier in An­der­ten ein­ge­fun­den hat­ten. Spä­tes­tens auf der Lehr­ter Stra­ße nach Kir­ch­ro­de war das Bild schon sehr be­ein­dru­ckend, das die Rad­ler­ka­ra­wa­ne bot.

Fahrradsternfahrt auf der Lehrter Straße

Fahr­rad­stern­fahrt auf der Lehr­ter Stra­ße

Der Clou der gan­zen Fahrt war aber si­cher­li­ch, dass es in Be­mero­de dann auf den Süd­schnell­weg ging. An der Auf­fahrt Bra­beck­stra­ße bot si­ch so das äu­ßer­st un­ge­wohn­te Bild, dass hun­der­te Rad­fah­rer die Auf­fahrt zur an­sons­ten für die­ses Ver­kehrs­mit­tel nicht er­laub­ten Schnell­weg­tras­se nah­men.

An der Schnellwegauffahrt Brabeckstraße

An der Schnell­weg­auf­fahrt Bra­beck­stra­ße

Ein lan­ges Stück der Rou­te führ­te nun über das han­no­ver­sche Schnell­weg­netz: Über das Seel­horster Kreuz hin­weg, durch den Trog beim Bahn­kno­ten Wald­heim und über die Brü­cke Hil­des­hei­mer Stra­ße. An letz­te­rer wur­de das Feld noch­mals we­sent­li­ch grö­ßer, da hier die – zu­vor schon ge­sam­mel­ten – Tou­ren aus dem Süd­en der Re­gi­on Han­no­ver da­zu­stie­ßen. So kan es zu der be­mer­kens­wer­ten Si­tua­ti­on, dass an der Auf­fahrt hin­ter der Brü­cke der Fahr­rad­ver­kehr ähn­li­ch ins Sto­cken kam wie an­sons­ten die Au­tos zur Haupt­ver­kehrs­zeit.

Südschnellweg an der Hildesheimer Straße

Süd­schnell­weg an der Hil­des­hei­mer Stra­ße

Die knapp 4 Ki­lo­me­ter bis zum Land­wehr­krei­sel – äl­tes­tes und wich­tigs­tes Stück des han­no­ver­schen Schnell­weg­net­zes – wa­ren dann trotz der prop­pen­vol­len Fahr­bahn ge­ra­de­zu idyl­li­sch: Der Weg führt durch die Lei­neau­en und ist be­mer­kens­wert grün – im Au­to fehlt ei­nem da­für ja häu­fig der Bli­ck.

Südschnellweg in den Leineauen

Süd­schnell­weg in den Lei­neau­en

Über Land­wehr- und Rick­lin­ger Krei­sel ging es dann auf die Fried­rich-Ebert-Stra­ße – je­nen eher un­glück­li­ch tras­sier­ten Teil des West­schnell­wegs, der mit­ten durch das in den 1930-Jah­ren hier te­r­as­sen­ar­tig an­ge­leg­te Ge­nos­sen­schafts-Wohn­quar­tier ge­schla­gen wur­de. Trotz nen­nens­wer­ten Rück­baus An­fang der 2000er-Jah­re ist die Stra­ße hier im­mer no­ch sehr breit und schnei­det das Wohn­vier­tel an der Göt­tin­ger Chaus­see vom rest­li­chen Rick­lin­gen ab. Für die Stern­fahrt po­si­tiv war si­cher­li­ch, dass durch die un­mit­tel­ba­re An­bin­dung an das Rick­lin­ger Stra­ßen­netz wei­te­re Teil­neh­mer da­zu­stie­ßen.

Fahrradsternfahrt auf der Friedrich-Ebert-Straße

Fahr­rad­stern­fahrt auf der Fried­rich-Ebert-Stra­ße

Über die Kai­ser­ga­bel ging es dann in die In­nen­stadt. Von Süd­en kom­mend konn­te man hier auf der Brü­cke be­reits die von Nor­den und Wes­ten kom­men­den Stern­fahrt­teil­neh­mer se­hen, die Am Fi­scher­hof über die Kai­ser­ga­bel hin­weg­ge­führt wur­den, so­dass auf der Rit­ter-Brü­ning-Stra­ße al­le Teil­neh­mer ge­mein­sam in die In­nen­stadt fah­ren konn­ten.

In der Kaisergabel, oben die Radler aus Norden und Westen

In der Kai­ser­ga­bel, oben die Rad­ler aus Nor­den und Wes­ten

Ab Sta­di­on­brü­cke wa­ren dann al­le Zü­ge ver­ei­nigt. Auch hier führ­te das wie­der zu ei­nem er­heb­li­chen Stau, als der ge­sam­te Ver­kehr si­ch auf zwei (Auto-)Spuren ver­eng­te.

Stau auf der Ritter-Brüning-Straße

Stau auf der Rit­ter-Brü­ning-Stra­ße

Schließ­li­ch ging es über die gro­ßen in­nen­städ­ti­schen Stra­ßen­zü­ge La­ves­al­lee und Fried­richs­wall zum Ae­gi­dien­tor­platz, von wo aus die Stern­fahrt über die Ge­org­stra­ße zum Opern­platz führ­te und dort schließ­li­ch en­de­te.

Aegidientorplatz fest in Radlerhand

Ae­gi­dien­tor­platz fest in Rad­ler­hand

Mein Fa­zit: Ei­ne sehr schö­ne Ver­an­stal­tung: Auf ge­sperr­ten Stra­ßen mit dem Fahr­rad quer durch die Stadt, da­bei so­gar über Schnell­we­ge – es ist ein ganz an­de­res Fort­be­we­gungs­ge­fühl. Lei­der ist so­was die Aus­nah­me – und ge­ra­de in Han­no­ver wird die Ver­kehrs­si­tua­ti­on für Rad­fah­rer seit Jah­ren eher schlech­ter. Be­mer­kens­wert ist, dass die ge­sam­te Ver­an­stal­tung von der Re­gi­on Han­no­ver ge­stal­tet wur­de; die Stadt Han­no­ver hat si­ch so­wohl in­halt­li­ch als auch fi­nan­zi­ell vor­nehm zu­rück­ge­hal­ten. Al­lein dar­aus zu fol­gern, für die Stadt Han­no­ver ha­be der Rad­ver­kehr kei­ne wirk­li­che Be­deu­tung wä­re si­cher­li­ch bil­lig. Lei­der passt das je­doch ins Bild, das man als Rad­fah­rer an­der­wei­tig von der han­no­ver­schen Ver­kehrs­po­li­tik be­kommt.

Aber da­von ein an­de­res Mal mehr…

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