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Der Nah­ver­kehrs-Ad­vents­ka­len­der (6): Lud­wigs­ha­fen 1996

Ludwigshafen Rathaus 1996, obere Bahnsteigebene

Lud­wigs­ha­fen Rat­haus 1996, obere Bahn­stei­ge­bene

Un­ser heu­ti­ges Nah­ver­kehrs­foto ist mal wie­der aus äl­te­rer Zeit. Und es ist ein Do­ku­ment des Schei­terns. Wir be­fin­den uns in Lud­wigs­ha­fen, der Schwes­ter­stadt zu Mann­heim auf der an­de­ren Rhein­seite. Beide Städte be­trei­ben ein be­trieb­lich ein­heit­li­ches Stra­ßen­bahn­netz in Me­ter­spur. Und in den 1960er Jah­ren gab es für die­ses Netz – ähn­lich wie vor ei­ni­gen Ta­gen schon in Es­sen ge­se­hen – Pla­nun­gen für eine Um­rüs­tung auf eine nor­mal­spu­rige Stadt­bahn mit Hoch­flur­fahr­zeu­gen und ho­hem An­teil kreu­zungs­freier Weg­füh­rung.

Mit der BASF als Ein­nah­me­quelle war Lud­wigs­ha­fen gut ge­rüs­tet und fing mit dem „Um­bau“ des Stra­ßen­bahn­net­zes an. Ins Zen­trum der Stadt wurde das Rat­haus mit an­ge­schlos­se­nem Ein­kaufs­zen­trum ge­setzt und dar­un­ter eine Hal­te­stelle mit nicht we­ni­ger als sechs Glei­sen. „Lud­wigs­ha­fen Rat­haus“ sollte drei der avi­sier­ten fünf Stadt­bahn­stre­cken ver­knüp­fen. Auf der oberen Ebene sollte es zwei Mit­tel­bahn­steige im Rich­tungs­be­trieb ge­ben, un­ten quer dazu zwei wei­tere Gleise mit Sei­ten­bahn­stei­gen. Auf dem Bild sind die bei­den mitt­le­ren Gleise der oberen Ebene und eine Treppen-​/​Rolltreppenanlagen nach un­ten zu se­hen.

Die hoch­flie­gen­den Um­bau­pläne für das Mannheim-​/​Ludwigshafener Netz wur­den nie rea­li­siert. An­ders als der Es­se­ner Por­sche­platz ist Lud­wigs­ha­fen Rat­haus aber nicht nur ein Torso ge­blie­ben, die Sta­tion konnte nie auch nur an­satz­weise voll­stän­dig ge­nutzt wer­den und ist heute in Tei­len schon wie­der ge­schlos­sen.

Die Pro­bleme be­gin­nen da­mit, dass in Lud­wigs­ha­fen Ein­rich­tungs­fahr­zeuge auf der Stra­ßen­bahn ver­keh­ren. So­mit kön­nen die bei­den (im Bild nicht zu se­hen­den) Au­ßen­gleise der oberen Ebene gar nicht an­ge­fah­ren wer­den – die Tü­ren der Fahr­zeuge sind da­für auf der fal­schen Seite. Dann en­det die un­ter­ir­di­sche Trasse un­mit­tel­bar hin­ter der Sta­tion und die an­ge­schlos­sene Stra­ßen­bahn­stre­cke ver­läuft nicht in der Achse des ge­plan­ten Tun­nels, son­dern eine Par­al­lel­straße wei­ter, so­dass eine enge S-Kurve für die Ver­bin­dung nö­tig ist. Den Be­ginn der Kurve sieht man noch vorne im Foto. Schließ­lich fal­len noch kleine Un­ge­reimt­hei­ten auf: Wie am Es­se­ner Por­sche­platz en­den die von oben kom­men­den Zu­gangs­roll­trep­pen auf der Höhe des für den spä­te­ren Aus­bau vor­ge­se­he­nen Hoch­bahn­stei­ges, zum Stra­ßen­bahn-ge­eig­ne­ten Tief­bahn­steig füh­ren dann Trep­pen herab, die in der Bahn­steig­mitte zu se­hen sind. Die nach un­ten füh­ren­den Roll­trep­pen be­gin­nen aber auf der Höhe des Tief­bahn­stei­ges, so­dass ein Um­bau auf Hoch­bahn­st­eig­ni­veau hier nicht so ein­fach mög­lich ge­we­sen wäre.

Diese un­tere Ebene hat aber so­wieso das schwerste Schick­sal er­eilt: 2008 wurde sie still­ge­legt. Die zu­ge­hö­rige Tun­nel­stre­cke, im­mer­hin die längste in Lud­wigs­ha­fen, führte so weit an al­len re­le­van­ten Ver­kehrs­strö­men vor­bei, dass sich ihre Be­die­nung schlicht nicht lohnte. Ich ver­mute des­halb, dass die Trep­pen und Roll­trep­pen nach un­ten heute nicht mehr zu­gäng­lich und ab­ge­sperrt oder so­gar kom­plett ab­ge­deckt sind. So wer­den denn heute nur noch die bei­den mitt­le­ren Gleise der oberen Ebene be­fah­ren – und es deu­tet we­nig dar­auf hin, dass sich daran je­mals et­was än­dern wird.

Der Nah­ver­kehrs-Ad­vents­ka­len­der (5): Han­no­ver 2004-2006

Auf un­se­rer ad­vent­li­chen Rund­reise durch den Nah­ver­kehr ma­chen wir heute Sta­tion in mei­ner Hei­mat­stadt Han­no­ver. Und weil Sonn­tag ist, gibt’s heute mal mehr als ein Foto und eine Ge­schichte, die sich über zwei­ein­halb Jahre spannt.

Eisenbahnbrücke Ricklinger Stadtweg im Januar 2004

Ei­sen­bahn­brü­cke Rick­lin­ger Stadt­weg im Ja­nuar 2004

Auf dem Foto se­hen wir den Rick­lin­ger Stadt­weg am nörd­li­chen Ende an der Grenze des Stadt­tei­les Rick­lin­gen. Es ist so­zu­sa­gen ein Bild mei­ner Kind­heit und Ju­gend: Ich bin ich Rick­lin­gen auf­ge­wach­sen und bin un­ter die­ser Brü­cke et­li­che Tau­send Male mit al­len mög­li­chen Ver­kehrs­mit­teln auf dem Weg in die In­nen­stadt, zur Schule oder zu Freun­den her­ge­fah­ren. Hier kreuzt die Ei­sen­bahn­stre­cke Han­no­ver-Al­ten­be­ken so­wie die Gü­ter­um­ge­hungs­bahn die Straße auf ei­ner ge­mein­sa­men Brü­cke. Un­ten ver­läuft die Stadt­bahn­stre­cke Rich­tung Wett­ber­gen. Im Jahr 2004 steht hier noch eine Brü­cke aus den 1920er Jah­ren, die zwei Nach­teile hat: Zum ei­nen ist die Spann­breite viel zu klein für den heute we­sent­lich brei­te­ren Rick­lin­ger Stadt­weg: Bahn und Au­tos müs­sen sich die Fahr­bahn tei­len und für die Fuß­gän­ger bleibt nur ein sehr schma­ler Strei­fen. Zum an­de­ren er­laubt das Bau­werk keine Ver­knüp­fung der Bahn­stre­cke oben mit der Stadt­bahn un­ten. Und das ist vor al­lem des­halb schade, weil hier mitt­ler­weile eine mo­derne S-Bahn in die süd­west­li­chen Stadt­teile, das Nah­erho­lungs­ge­biet De­is­ter, nach Ha­meln und so­gar bis nach Pa­der­born fährt. Diese böte sich au­ßer­or­dent­lich gut an, mit der Stadt­bahn ver­knüpft zu wer­den. His­to­ri­sch be­dingt liegt der dazu nö­tige Bahn­hof aber lei­der ein gan­zes Stück ab­seits (und warum das so ist, dar­über ließe sich eine ganz ei­gene Ar­ti­kel­se­rie schrei­ben…). Die Si­tua­tion schreit also nach Ver­än­de­rung – und ge­nau das pas­siert.

In den fol­gen­den zwei­ein­halb Jah­ren wird an der hier ab­ge­bil­de­ten Über­füh­rung der mo­derne Ver­knüp­fungs­bahn­hof „Hannover-​Linden/​Fischerhof“ von S-Bahn und Stadt­bahn er­rich­tet: Die ge­samte Brü­cke wird da­für völ­lig neu ge­baut. Oben ist auf dem neuen Bau­werk der S-Bahn­steig, un­ten di­rekt un­ter der Brü­cke ein brei­ter Stadt­bahn­steig. Beide sind über Treppe und Fahr­stuhl di­rekt mit­ein­an­der ver­bun­den.

Bauarbeiten am Ricklinger Stadtweg im August 2005

Bau­ar­bei­ten am Rick­lin­ger Stadt­weg im Au­gust 2005

Be­son­ders nach­hal­tig hat sich die­ser Be­reich da­durch ver­än­dert, dass die neue Brü­cke viel brei­ter als die alte ist. Stell­ver­tre­tend für die zwei­ein­halb­jäh­rige Bau­phase sei hier ein Foto vom Au­gust 2005 ge­zeigt. An die­sem Wo­chen­ende wurde die wohl spek­ta­ku­lärste Ein­zel­bau­maß­nahme durch­ge­führt: Die alte, zu­letzt be­reits arg ge­rupfte, Brü­cke wurde voll­stän­dig ent­fernt und die neue Brü­cke an ihre Stelle ge­scho­ben. Auf dem Bild steht dies kurz be­vor. Ge­rade wer­den noch die al­ten Brü­cken­wi­der­la­ger mit dem gro­ßen Bohr­ham­mer ent­fernt. Man sieht sehr schön, dass das neue Brü­cken­wi­der­la­ger we­sent­lich wei­ter au­ßen liegt. Auf der an­de­ren Seite der Brü­cke ist die Si­tua­tion ähn­lich.

Auf dem Bild fährt ge­rade eine S-Bahn ent­lang, ob­wohl die Bau­ar­bei­ten an der fri­sch ein­ge­scho­be­nen Brü­cke noch gar nicht ab­ge­schlos­sen sind. Das liegt daran, dass die neue Über­füh­rung über den Rick­lin­ger Stadt­weg ei­gent­lich aus zwei Brü­cken be­steht: Das nörd­li­che S-Bahn­gleis kommt we­gen des neuen Bahn­stei­ges deut­lich wei­ter au­ßen zu lie­gen. Für die­ses Gleis konnte des­halb in ei­nem frü­he­ren Bau­ab­schnitt die neue end­gül­tige Brü­cke be­reits se­pa­rat er­rich­tet wer­den. Wäh­rend dann die alte Brü­cke durch ih­ren Nach­fol­ger er­setzt wurde, war es mög­lich, über die­ses vierte Gleis die bei­den Ei­sen­bahn­stre­cken wei­ter zu be­trei­ben – zwar mit er­heb­lich ver­rin­ger­ter Ka­pa­zi­tät, aber im­mer­hin. Die­ser „Trick“ wurde wäh­rend der Bau­ar­bei­ten häu­fi­ger an­ge­wen­det. Der Rick­lin­ger Stadt­weg war wäh­rend der Bau­ar­bei­ten an die­ser Stelle Ein­bahn­straße Rich­tung Nor­den und an meh­re­ren Wo­chen­en­den voll für Au­tos und die Stadt­bahn ge­sperrt. Das Wo­chen­ende der Brü­cken­ver­schie­bung war je­doch die ein­zige zwei­tä­gige Kom­plettsper­rung auch für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer. Ein meh­rere hun­dert Me­ter lan­ger Um­weg über die Stam­me­straße war aber aus­ge­schil­dert. Dort ver­kehrte auch der Schie­nen­er­satz­ver­kehr.

Eisenbahnbrücke Ricklinger Stadtweg im Mai 2006

Ei­sen­bahn­brü­cke Rick­lin­ger Stadt­weg im Mai 2006

Ein Drei­vier­tel­jahr spä­ter sind die Bau­ar­bei­ten ab­ge­schlos­sen. Auf die­sem Bild, das an etwa der glei­chen Stelle wie das er­ste Bild auf­ge­nom­men wurde, sieht man die kom­plette neue Brü­cke mit dem Mit­tel­hoch­bahn­steig für die Stadt­bahn und ei­nem ge­rade aus Rich­tung Haupt­bahn­hof ein­fah­ren­den S-Bahn­zug. Die S-Bahn hat durch die neue Po­si­tion des Bahn­ho­fes enorm ge­won­nen, da sie sich jetzt mit­ten in der um­lie­gen­den Be­bau­ung be­fin­det – und nicht mehr ab­seits. Und die Stadt­bahn hält nun nicht nur ei­nen Hoch­bahn­steig; da­durch, dass die zwei bis­he­ri­gen Hal­te­stel­len je­weils 100 Me­ter vor und nach der Brü­cke zu ei­ner Hal­te­stelle zu­sam­men­ge­legt wur­den, ver­kürzt sich auch die Fahr­zeit auf der Li­nie. Der neue Bahn­hof ist nicht ganz zu­fäl­lig im Mai 2006 in Be­trieb ge­gan­gen: Er liegt fuß­läu­fig zum Han­no­ver­schen Fuß­ball­sta­dion, in dem ei­nen hal­ben Mo­nat spä­ter ei­nige Spiele der Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft statt­fan­den.

Mit In­be­trieb­nahme der neuen Sta­tion an die­ser Stelle sind auch die sil­ber­nen TW2000-Stadt­bahn­wa­gen erst­mals auf die Stadt­bahn­trasse A in Han­no­ver im Plan­be­trieb ge­kom­men. Heute kön­nen zwei der drei hier ver­keh­ren­den Li­nien mit die­sen mo­der­nen Zü­gen, teil­weise in 75 Me­ter lan­ger Drei­facht­rak­tion, ge­fah­ren wer­den. In den nächs­ten fünf bis zehn Jah­ren wird al­ler Vor­aus­sicht nach ein Stadt­bahn­zweig nach Hem­min­gen und Ar­num wei­ter süd­lich von die­ser Stre­cke ab­zwei­gen und da­mit die Be­deu­tung des Bahn­ho­fes „Linden/​Fischerhof“ als Um­stei­ge­kno­ten im süd­west­li­chen Han­no­ver wei­ter stei­gern.

Ähn­li­che Si­tua­tio­nen gibt es in Han­no­ver auch an der Hil­des­hei­mer Straße im nörd­li­chen Döh­ren und am Braun­schwei­ger Platz. Im Ge­gen­satz zu Lin­den wur­den die dor­ti­gen Stra­ßen­über­füh­run­gen aber noch nicht um­ge­baut und mit S-Bahn­hal­te­punk­ten ver­se­hen.

Der Nah­ver­kehrs-Ad­vents­ka­len­der (1): Dres­den 1996

Bald ist Weih­nach­ten. Ich habe mich die­ses Jahr ent­schlos­sen, eine ver­brei­tete Tra­di­tion in die­ses Blog zu über­neh­men: Den Ad­vents­ka­len­der. Je­den Tag gibt’s ei­nen neuen Bei­trag. Nun weiß ich nicht, ob ich der­art viele Schwanks aus mei­nem Le­ben zu­sam­men­be­käme und zwei Dut­zend Po­li­tik­ar­ti­kel sind viel­leicht auch nicht der Weis­heit letz­ter Schluss. Des­halb gibt’s mal was ganz an­de­res: Stra­ßen­bah­nen. 😉

Seit bald 20 Jah­ren durch­reise ich Deutsch­land und das an­gren­zende Eu­ropa und schaue mir Nah­ver­kehrs­sys­teme an. Ich durch­wan­dere Sta­tio­nen, fahre kreuz und quer durch Städte und grase sys­te­ma­ti­sch ganze Netze ab. Eine Un­menge von Fo­tos ist da­bei im Laufe der Zeit ent­stan­den. 24 Städte habe ich jetzt aus­ge­wählt und stelle je­den Tag eine an­hand ei­nes Fo­tos oder ei­ner klei­nen Fo­to­se­rie ein De­tail aus ei­ner Stadt vor. Ich habe mich be­müht, „in­ter­es­sante“ Bau­werke, Be­triebs­si­tua­tio­nen oder Be­ge­ben­hei­ten her­aus­zu­su­chen. Das ganze ist eine bunte Mi­schung und ein Stück weit auch ein Ex­pe­ri­ment, ob die­ses Thema und diese Auf­ma­chung über­haupt für ir­gend­je­man­den in­ter­es­sant ist. Zu ge­win­nen gibt’s üb­ri­gens nichts. Und Rät­sel ma­che ich auch keine. Das ganze sind ein­fach nur kleine Ar­ti­kel über U-, S- und Stra­ßen­bahn in ver­schie­de­nen Städ­ten aus rei­nem Spaß an der Freud‘.

Tatrawagenzug in Dresden, Mai 1996

Ta­tra­wa­gen­zug in Dres­den, Mai 1996

Am heu­ti­gen ers­ten Tag des Ka­len­ders be­gin­nen wir mit ei­nem rich­tig al­ten Foto: Dres­den im Mai 1996. Das Foto müsste am Haupt­bahn­hof ent­stan­den sein, ganz ge­nau kann ich das heute nicht mehr nach­voll­zie­hen, da meine Ar­chi­vie­rung zu der Zeit noch nicht so aus­ge­feilt wie heute war. Im Bild­mit­tel­punkt ist ein Stra­ßen­bahn­zug, wie er da­mals ty­pi­sch für Dres­den war. Es han­delt sich um zwei Trieb- und ei­nen Bei­wa­gen des tsche­chi­schen Her­stel­lers Ta­tra. Sol­che Züge über­nah­men da­mals den kom­plet­ten Dresd­ner Stra­ßen­bahn­ver­kehr und die hier dar­ge­stellte Drei-Wa­gen-Kom­bi­na­tion war das längste, was sei­ner­zeit auf den Glei­sen fuhr. Ta­tra be­lie­ferte im Ost­block ei­nen Groß­teil der Stra­ßen­bahn­be­triebe mit Neu­fahr­zeu­gen, so auch in der DDR. Dres­den war da­bei der Pi­lot­be­trieb für die ge­samte DDR. Mit den Ta­tra­wa­gen wur­den nach und nach alle frü­he­ren Fahr­zeugse­rien ab­ge­löst, die samt und son­ders noch vor dem 2. Welt­krieg kon­zi­piert wor­den wa­ren. 1986 war diese Um­stel­lung ab­ge­schlos­sen.

Auf dem Foto eben­falls zu se­hen ist das Gleis­bett. Zu er­ken­nen ist die alte DDR-Bau­weise mit Be­ton­plat­ten, die zwi­schen die Schie­nen ge­legt wer­den. Wenn man et­was ge­nauer hin­sieht, er­kennt man, dass die Plat­ten nicht un­be­dingt bün­dig lie­gen, son­dern auf un­ter­schied­li­cher Höhe oder so­gar schief. Große Teile des Gleis­net­zes in Dres­den wa­ren zur Wende in ei­nem au­ßer­or­dent­lich schlech­ten Zu­stand und es hat lange ge­dau­ert, alle Lang­sam­fahr­stel­len zu be­sei­ti­gen und das Netz kom­plett „in Schuss“ zu brin­gen.

Heute sind die Ver­hält­nisse an­ders: Als Fahr­zeuge kom­men heute so gut wie aus­schließ­lich mo­derne Nie­der­flur­stra­ßen­bah­nen zum Ein­satz. Ta­tras gibt es nur noch zu we­ni­gen An­läs­sen als Ver­stär­kungs­züge und auch dann wer­den keine Bei­wa­gen mehr ge­nutzt, son­dern drei mo­to­ri­sierte Trieb­wa­gen hin­ter­ein­an­der ge­kup­pelt. Zu­dem sind alle Bah­nen heute in der gelb-schwar­zen Haus­la­ckie­rung der Dresd­ner Ver­kehrs­be­triebe la­ckiert, die man bei dem Zug im Hin­ter­grund er­ah­nen kann.

Auch die Gleise be­fin­den sich heute in ei­nem sehr gu­ten Zu­stand. Al­tes DDR-Gleis­ma­te­rial fin­det sich heute nur noch an we­ni­gen Stel­len im Netz. Viele Tras­sen sind in den letz­ten 20 Jah­ren voll­stän­dig über­ar­bei­tet wor­den. Da­bei wur­den auch Bahn­steig­kan­ten an­ge­legt, die in die Fahr­zeuge hö­hen­glei­chen und da­mit bar­rie­re­freien Ein­stieg er­mög­li­chen. Al­les in al­lem hat Dres­den heute ein sehr mo­der­nes Stra­ßen­bahn­netz, mit dem man zü­gig durch die ganze Stadt kommt.