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Keine Informationsfreiheitssatzung für Hannover

Es gibt noch etwas auf­zu­ar­bei­ten aus der ver­gan­ge­nen Rats­wo­che. Am Mitt­woch tagte der Orga­ni­sa­ti­ons– und Per­so­nal­aus­schuss des han­no­ver­schen Rats. Auf der Tages­ord­nung: Antrag der Pira­ten­frak­tion zur Ein­füh­rung einer Infor­ma­ti­ons­frei­heits­sat­zung.

0) Vor­ge­schichte

Der Antrag hat eine Vor­ge­schichte: Bereits im Herbst 2012 hatte die Pira­ten­frak­tion den Antrag ein­ge­bracht, die Ver­wal­tung solle mit der Aus­ar­bei­tung einer Infor­ma­ti­ons­frei­heits­sat­zung beauf­tragt wer­den. Im Januar 2013 wurde die­ser Antrag von allen ande­ren Frak­tio­nen abge­lehnt, rot-​grün hatte damals schon mit dem anste­hen­den Regie­rungs­wech­sel und der dann fol­gen­den Aus­ar­bei­tung auf Lan­des­ebene argu­men­tiert. Der hier zur Bera­tung anste­hende Antrag for­dert nun nicht mehr die Ver­wal­tung zur Aus­ar­bei­tung auf, son­dern legt selbst einen Ent­wurf einer Infor­ma­ti­ons­frei­heits­sat­zung vor.

1) Ein­füh­rung durch Jür­gen Junghänel

Jür­gen Jung­hä­nel hat zu Beginn eine mit der Frak­tion vor­be­rei­tete Begrün­dung vor­ge­tra­gen, deren Text­form ich hier wie­der­gebe. Die tat­säch­li­che münd­li­che Rede hat an eini­gen Stel­len abgewichen.

Jung­hä­nel (Pira­ten): Bereits im August letz­ten Jah­res haben wir als PIRATEN-​Fraktion einen Antrag (Drs. 1806/​2012) ein­ge­reicht, durch den die Ver­wal­tung beauf­tragt wer­den sollte, eine Infor­ma­ti­ons­frei­heits­sat­zung für die Stadt Han­no­ver zu erar­bei­ten. Lei­der sprach sich die Mehr­heit der Rats­frak­tio­nen gegen die­sen Arbeits­auf­trag an die Ver­wal­tung aus. Begrün­det wurde das u.a. damit, dass die Zeit zu kurz gewe­sen sei, sich dem kom­ple­xen Thema „Infor­ma­ti­ons­frei­heit“ umfas­send wid­men zu können.

Des Wei­te­ren wurde eine angeb­lich unklare Rechts­lage ins Feld geführt. Die aber konnte weder von der Ver­wal­tung noch durch die fak­ti­sche Geset­zes­lage bestä­tigt wer­den. Im Gegen­teil: Erfreu­li­cher­weise bestä­tigte die Stel­lung­nahme der Ver­wal­tung letzt­lich das, was wir in unse­rem Antrag im August bereits aus­führ­lich begrün­det haben: Es gibt kein Gesetz, das Infor­ma­ti­ons­frei­heit ver­bie­ten kann! Im Wei­te­ren hör­ten wir: einen rechts­si­che­ren Sat­zungs­ent­wurf anzu­fer­ti­gen, würde der Ver­wal­tung enor­men Arbeits­auf­wand berei­ten. Das sei unver­tret­bar. Zuletzt musste noch der hell­se­he­risch vor­aus­ge­ahnte Regie­rungs­wech­sel auf Lan­des­ebene als Begrün­dung für eine Ableh­nung her­hal­ten. Es werde dann ja bald ein Lan­des­ge­setz geben, was eigene Rege­lun­gen auf städ­ti­scher Ebene über­flüs­sig mache.

Zwar ist mitt­ler­weile tat­säch­lich ein Ent­wurf für ein Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz ange­kün­digt, aber er liegt bis­lang nicht vor. Unsere han­no­ver­sche Ver­wal­tung wird sich also so oder so umstel­len müs­sen. Und ich meine, je frü­her desto besser.

Uns PIRATEN ist ein Recht der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger auf Infor­ma­tio­nen wich­tig. So wich­tig, dass wir der Ver­wal­tung die beschwer­li­che Auf­gabe abge­nom­men und selbst einen Ent­wurf für eine „Sat­zung zur Rege­lung des Zugangs zu Infor­ma­tio­nen des eige­nen Wir­kungs­krei­ses der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver“ aus­ge­ar­bei­tet haben. Ein biss­chen juris­ti­scher Sach­ver­stand, aber auch die vie­len bereits beschlos­se­nen Infor­ma­ti­ons­frei­heits­sat­zun­gen aus ande­ren Kom­mu­nen in Nie­der­sach­sen waren bei der Aus­ar­bei­tung des Antrags sehr hilfreich.

Die nun von uns vor­ge­schla­gene Infor­ma­ti­ons­frei­heits­sat­zung ver­ein­facht den öffent­li­chen Zugang zu Behör­den­in­for­ma­tio­nen auf kom­mu­na­ler Ebene und räumt Bür­gern zugleich weit­rei­chende, ver­bind­li­che Infor­ma­ti­ons­rechte ein.

Zwei­fels­ohne beför­dert Han­no­ver schon jetzt par­ti­ell die Trans­pa­renz, etwa mit dem öffent­li­chen Sit­zungs­ma­nage­ment, wei­te­ren Infor­ma­tio­nen im städ­ti­schen Inter­net­an­ge­bot oder auch ver­schie­dens­ten Publi­ka­tio­nen. Den freien Infor­ma­ti­ons­zu­gang in eine recht­li­che Form zu gie­ßen und den Bür­gern per kom­mu­na­ler Sat­zung aus­drück­lich zu garan­tie­ren — das wäre auch ein deut­li­ches Signal der Lan­des­haupt­stadt in Rich­tung des Lan­des­ge­setz­ge­bers schnell zu handeln.

Unab­hän­gig davon kön­nen und müs­sen wir im Rah­men unse­rer kom­mu­na­len Mög­lich­kei­ten hier und jetzt tätig wer­den und zum gän­gi­gen Stan­dard unse­rer benach­bar­ten Kom­mu­nen auf­schlie­ßen. Es kann nicht sein, dass han­no­ver­sche Stadt­po­li­ti­ker von SPD und GRÜNEN, die im Kom­mu­nal­wahl­kampf noch voll­mun­dig eine Infor­ma­ti­ons­frei­heits­sat­zung gefor­dert haben, sich jetzt zurück­leh­nen und war­ten – war­ten dar­auf, dass eine andere, höhere Ebene tätig wird.

Hier und heute kön­nen Sie, liebe GRÜNE, durch schlich­tes Heben ihrer Hand einen gel­ten­den Basis­be­schluss Ihres höchs­ten Organs umset­zen. Ich zitiere einen Beschluss der Lan­des­de­le­gier­ten­kon­fe­renz von BÜNDNIS 90/​DIE GRÜNEN Nie­der­sach­sen am 5. Februar 2011 in Han­no­ver: „Wir for­dern die Räte auf, kom­mu­nale Infor­ma­ti­ons­frei­heits­sat­zun­gen auf den Weg zu brin­gen. Damit ermög­li­chen Kom­mu­nen ihren Bür­ge­rIn­nen, zumin­dest in ihrem eige­nen Wir­kungs­kreis volle Akteneinsicht.“

Volle Zustim­mung von unse­rer Seite: Wer mehr Bür­ger­be­tei­li­gung for­dert, muss den Bür­gern auch die Mög­lich­keit geben sich zu informieren …

Der von uns vor­ge­legte Sat­zungs­ent­wurf ist mit einer Befris­tung ver­se­hen. Damit geben wir dem Rat eine Mög­lich­keit, die Sat­zung im Falle der Nicht­be­wäh­rung — oder im Falle einer Geset­zes­än­de­rung auf Lan­des­ebene — ohne neue Befas­sung aus­lau­fen zu lassen.

2) Anschlie­ßende Dis­kus­sion, Abstimmung

An die­sen Vor­trag schloss sich eine Dis­kus­sion an, die ich hier auf Grund­lage mei­ner Mit­schrift wie­der­gebe. Hin­weis: Wenn nicht anders ange­ge­ben, sind meine Mit­schrif­ten Aus­sa­gen­pro­to­kolle, die im Ein­zel­fall ver­kür­zend oder feh­ler­haft sein kön­nen. Ich schreibe nach bes­tem Wis­sen und Gewis­sen mit, kann aber keine Gewähr für Rich­tig­keit über­neh­men. Dies ist kein offi­zi­el­les Protokoll!

Klie (SPD): Zu dem Antrag fällt mir nur ein: Nied­lich! Sie wei­sen dar­auf hin, dass die Stadt­ver­wal­tung sagt, es wäre auf­wän­dig — und dann laden Sie ein­fach einen Ent­wurf her­un­ter — kann man machen. Ist aber nicht ziel­füh­rend. Wir [von der SPD] haben die Dis­kus­sion her­bei­ge­führt: Es soll nicht so sein, dass jede Kom­mune ihre eigene Sat­zung macht. Das ist ver­wir­rend. Wenn man zum Bei­spiel umzieht, gel­ten am neuen Wohn­ort plötz­lich ganz andere Regeln. Also: Sinn­voll ist es, dass auf Lan­des­ebene ein Rah­men gemacht wird. Genau das fin­det jetzt statt. Ich bin froh, dass wir jetzt eine geset­zes­kon­forme Infor­ma­ti­ons­frei­heits­sat­zung haben kön­nen. Dann stei­gen wir gerne in die Dis­kus­sion ein, das Ziels steht ja auch bei uns [im Pro­gramm]. Aber jetzt wer­den wir den Antrag ableh­nen und dann war­ten, was der Gesetz­ge­ber macht.

Engelke (FDP): Die Stoß­rich­tung des Antrags unter­stützt die Rats­frak­tion. Aber es ist nicht Sache von Frak­tio­nen, ehren­amt­li­chen Frak­tio­nen zumal, Sat­zun­gen aus­zu­ar­bei­ten. Dafür ist die Ver­wal­tung da. Ich sehe es zudem genauso, dass wir drauf war­ten, dass das Land in die Strümpfe kommt, damit es dann für alle Kom­mu­nen gleich ist. Das ist eigent­lich wie bei der Umwelt­zone, die hätte man bes­ser auch ein­heit­lich gemacht. (Lacher bei SPD). Wäre gerade für Hand­wer­ker lan­des­weit sinn­vol­ler gewe­sen [Amn: Engelke ist Hand­wer­ker.]. Das ist alles Käse­kram. Das Land muss ent­spre­chende Gesetze und Vor­ga­ben machen. Aber das wird ja jetzt mit der neuen Lan­des­re­gie­rung alles bes­ser. (Applaus bei SPD/​Grüne)

Kluck (Grüne): Das ist auch mein Ansatz. Die alte Lan­des­re­gie­rung ist nicht aus den Strümp­fen gekom­men. Rot-​grün wird es jetzt machen. Und dann ist es einheitlich.

Jung­hä­nel (Pira­ten): Das Argu­ment mit dem Umzug hat mit beim vor­an­ge­gan­ge­nen Antrag zum sel­ben Thema schon amü­siert. Wenn Sie in Lan­gen­ha­gen in der Büche­rei ein Buch aus­lei­hen, dann gilt dort auch eine andere Gebüh­ren­sat­zung als hier. Die Stadt kann sich durch­aus eine eigene Sat­zung geben. In Lan­gen­ha­gen oder Braun­schweig haben sich Ihre Kol­le­gen daran betei­ligt. Also: Das Rei­se­ar­gu­ment ist nicht sinnvoll.

Pohl (CDU): Wir haben das Thema ja nun schon zum zwei­ten Mal. Wie­der kommt das Argu­ment mit dem Land, das erst­mal Vor­ga­ben machen soll. Wir haben schon letz­tes Mal gesagt, dass es einen Unter­schied zwi­schen dem über­tra­ge­nen Wir­kungs­kreis und den eige­nen Auf­ga­ben gibt. Und das ist ein Kern­punkt der kom­mu­na­len Selbst­ver­wal­tung, für den wir alle immer wie­der auf­ste­hen soll­ten. Das Land kann für unse­ren kom­mu­na­len Bereich höchs­tens eine Mus­ter­sat­zung aus­ar­bei­ten. Und dann kann jede Kom­mune für sich ent­schei­den, ob und wie sie diese umsetzt. Das plant das Land aber gar nicht. Die wol­len bis­lang nur Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz für die Lan­des­ebene schaf­fen. Die kom­mu­na­len Ange­le­gen­hei­ten müs­sen wir selbst regeln. Also: Das Argu­ment von SPD und Grü­nen klingt gut, ist aber falsch. Den zur Dis­kus­sion ste­hen­den Antrag hier kann eigent­lich jeder mit­tra­gen, der eine Infor­ma­ti­ons­frei­heits­sat­zung haben will.

Hill­brecht (Pira­ten): Es gibt kei­nen Grund, jetzt nicht eine kom­mu­nale Infor­ma­ti­ons­frei­heits­sat­zung zu machen, ins­be­son­dere keine zeit­li­chen Impli­ka­tio­nen mit Aktio­nen der Lan­des­ebene. Es wäre ein Zei­chen der Stadt Han­no­ver für Infor­ma­ti­ons­frei­heit. Es wäre schade, wenn die­ses Zei­chen nicht gesetzt würde.

Abstim­mung: 2:8 abge­lehnt — CDU dafür; SPD, Grüne, Linke dage­gen; FDP, Pira­ten nur mit Grund­man­dat; die CDU-​Fraktion war um ein Mit­glied dezimiert.

3) Eigene Bewertung

Nach dem Vor­lauf war es nicht anders zu erwar­ten: SPD und Grüne in Han­no­ver kön­nen schlech­ter­dings einem Antrag nicht zustim­men, wenn er nicht von ihnen kommt — so ist zumin­dest der Ein­druck, der sich auf­drängt. Der von Pohl gebrachte Hin­weis, dass auch die neue Lan­des­re­gie­rung zunächst mal ein Gesetz auf Lan­des– und nicht auf kom­mu­na­ler Ebene anstrebt, ist für even­tu­elle Dis­kus­sio­nen anderswo in Nie­der­sach­sen wich­tig. Ins­ge­samt ist es vor dem aktu­el­len lan­des­po­li­ti­schen Hin­ter­grund für SPD und Grüne aber sehr leicht, Anträge für kom­mu­nale Infor­ma­ti­ons­frei­heits­sat­zun­gen abzu­bü­geln. Dar­auf hät­ten aller­dings auch wir uns im Vor­feld argu­men­ta­tiv noch bes­ser vor­be­rei­ten können.

Bezirksrat Bothfeld-​Vahrenheide vom 2013-​05-​15 zur Flüchtlingsunterkunft Eichenweg: Das Protokoll

Am Mitt­woch, 2013-​05-​15, tagte der Bezirks­rat Bothfeld-​Vahrenheide. Thema war unter ande­rem die geplante Flücht­lings­un­ter­kunft am Eichen­weg, deren geplan­ter Bau wei­ter­hin in der Kri­tik von Anwoh­nern steht. Ent­spre­chend voll war der Ver­an­stal­tungs­saal. Auf Anfor­de­rung des Bezirks­rats war Stadt­bau­de­zer­nent Bode­mann anwe­send, um die Pla­nung und vor allem die Prü­fung von alter­na­ti­ven Stand­or­ten im Bezirks zu erläutern.

Ich war bei der Ver­an­stal­tung anwe­send und habe mit­ge­schrie­ben. Diese Mit­schrift gebe hier hier wie­der. Wie bei allen mei­nen Mit­schrif­ten gilt: Ich habe nach bes­tem Wis­sen und Gewis­sen mit­ge­schrie­ben, kann aber kei­ner­lei Gewähr für Voll­stän­dig­keit oder Rich­tig­keit geben. Mein Ziel ist immer ein Aus­sa­gen­pro­to­koll, das heißt, ich gebe alle gemach­ten Äuße­run­gen wie­der in einer wortähn­li­chen Form, nicht aber als ech­tes Wortprotokoll.

Im Rah­men der Ver­an­stal­tung haben die fra­gen­den Bür­ger ihre Namen genannt. Diese Namen gebe ich hier nicht wie­der. Nament­lich genannt wer­den ledig­lich die Stadt­ver­wal­tung und alle anwe­sen­den akti­ven Poli­ti­ker, sofern sie ihre Namen genannt haben.

Hier nun also das Protokoll:

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Sit­zung des Stadt­be­zirks­rats Bothfeld-​Vahrenheide

2013-​05-​15

Pro­to­koll zu Tages­ord­nungs­punkt 3: Stand­ort eines Flüchtlingswohnheims

Bezirks­bür­ger­meis­ter Gru­n­en­berg: (Einleitung)

Bode­mann (Bau­de­zer­nent): Danke für die Zeit, die Sie opfern. So spät wegen Bau­aus­schuss mit lan­ger Tages­ord­nung. Haben ja aber Zeit hier gut genutzt. Zwei, drei Dinge, waren ja schon einige Male bei Ihnen. Ins­ge­samt über Flücht­lings­un­ter­brin­gung will ich nicht zu viel sagen. 2 Sätze: Was ist los? Was regt auch uns auf? Anders als in 1990er Jah­ren, wo viele Men­schen zu uns kamen — Unter­brin­gung in Zel­ten — hat­ten wir in 2000er Jah­ren Situa­tion, dass Ver­wal­tung meinte, Lage sei ent­spannt. Des­halb Unter­brin­gungs­ge­bäude auf­ge­ge­ben. Rela­tiv schnell vor 2 – 3 Jah­ren geän­dert, Nds. Innen­mi­nis­trium hat neue Quote fest­ge­legt. Flücht­linge wer­den ja nach Schlüs­sel von zen­tra­len Auf­nah­me­stel­len ver­teilt und Gemeinde kann nichts ande­res machen als diese Quote anzu­neh­men. Macht jede Gemeinde unter­schied­lich, Han­no­ver sehr fort­schritt­lich: 3-​Säulen-​Modell. Flücht­lings­ver­tre­ter: Eigent­lich in Woh­nun­gen unter­brin­gen. Dann: Gemein­schafts­un­ter­künfte. auch weil man­che Men­schen gar nicht selbst­stän­dig in Woh­nun­gen woh­nen könn­ten. Drit­tes Modell: Misch­mo­dell: Wohn­grup­pen­mo­dell: Zwar Gemein­schaft im Haus, es fin­det aber gleich­zei­tig — auch päd­ago­gi­sche — Betreu­ung statt. Rat hat auch sehr dezi­diert fest­ge­legt, wel­che Größe: Gemein­schafts­un­ter­künfte nur bis 50 Per­so­nen. Dann Kri­te­rien in den Leit­li­nien: Lagen, isb. für Gemein­schafts­un­ter­künfte, aus­ge­stat­tet mit ver­nünf­ti­ger Ver­sor­gungs­in­fra­struk­tur: Ein­kaufs­ein­rich­tun­gen, Nah­ver­sor­gung. Gleich­zei­tig: Im Nah­be­reich einer Bus-​/​Bahnhaltestelle, da die Men­schen kein eige­nes Auto haben. Außer­dem: Nicht in ohne­hin sozial belas­te­ten Stadt­tei­len anzu­ord­nen. Also keine Bal­lung in einem Stadt­be­zirk. Schwie­ri­ger Begriff: Inte­grier­ter Bereich, also z.B. nicht im Gewer­be­ge­biet. Ein­ge­bun­den in das Stadt­ganze, nicht im Gewer­be­ge­biet. Gute Auf­nahme, „Will­kom­mens­kul­tur”. Rela­tiv nied­rig­schwel­lige Orga­ni­sa­tion von Nachbarschaften.

Haben Sie aber sicher alles schon gehört. In ers­ten Quo­tie­run­gen vor 2 – 3 Jah­ren 400 Men­schen. In den ers­ten zwei Jah­ren — nunja — rela­tiv spon­tan unter­zu­brin­gen. Des­halb kurz­fris­tig Ein­rich­tung in Alter Pei­ner Heer­straße. Johan­ni­ter sind ja damals grade aus­ge­zo­gen. Akti­viert nur unter dem Ver­spre­chen, dass wir sie nur für zwei Jahre — für einen begrenz­ten Zeit­raum nut­zen wür­den. Dis­kus­sion ist also nicht neu.

Andere Unter­künfte akti­viert. Dann: 2012-​12-​04 Schrei­ben vom Land: Für 2013 bis Sep­tem­ber Quote von 650 Men­schen. Hoch­ge­rech­net bis Jah­res­ende: 800 Per­so­nen. Rela­tiv schnell zu Jah­res­be­ginn ver­wal­tungs­in­tern zusam­men­ge­setzt und über­legt: 400 Men­schen kön­nen wir „so” unter­brin­gen. Aber andere Hälfte Pro­blem. Dann gerech­net: Auf Woh­nungs­markt ange­spannte Phä­no­mene (des­halb ja auch Wohn­kon­zept, Wohn­bau­för­de­rung), also Woh­nungs­po­ten­tial nur sehr zäh zu akti­vie­ren. Also: Vor­gabe von 50 Per­so­nen genom­men, GBH 4 Pro­jekte ange­tra­gen. Erst­mal offen gelas­sen ob Modul oder fest. Also: Absichts­er­klä­rung an GBH. 80 zusätz­li­che Plätze in Bütt­ner­straße, 120 wei­tere in Mitte, so auf die 400er-​Rate zuar­bei­ten kön­nen. Dann im Februar im Inter­kreis in Both­feld und Stand­ort vor­ge­stellt. Seit­dem über Stand­ort Eichen­weg im Gespräch. Hat dann Auf­trag gege­ben, dar­zu­le­gen, wie es zu Stand­ort gekom­men ist, damit nicht Ein­druck von „Alter­na­tiv­los” oder „Top-​Down” entsteht.

Also, zu den Stand­or­t­ein­schät­zun­gen: Stand­orte kom­men zum Teil von der BI, zum Teil aus Par­teien, zum Teil aus Ver­wal­tung. Sind noch­mal enga­giert auf Woh­nungs­wirt­schaft zuge­tre­ten. Sind ja stän­dig mit GBH im Gespräch.

[Nun geht Herr Bode­mann die ein­zel­nen unter­such­ten Alter­na­tiv­stand­orte durch.]

- Von-​Fritsch-​Kaserne: Ist ja schon lange für ver­schie­de­nes gewünscht, Woh­nungs­bau war vor 3 – 4 Jah­ren kurz vor Rea­li­sie­rung, Pro­jekt konnte aber nicht plat­ziert wer­den. Momen­tan steht es wie­der leer, Flä­che gehört wie­der Bund. Warum nicht dort? Sind mit BImA [Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben, ver­wal­tet die unge­nutz­ten Kaser­nen­ge­lände] in Kon­takt getre­ten. So ver­stan­den, dass es um die vor­han­de­nen Gebäude geht. Gab ja Pro­blem mit von-​Wägen e.V., BImA hat wegen bau­sta­ti­scher Pro­bleme räu­men las­sen. Zusätz­lich: Boden­kon­ta­mi­na­tion. Gesund­heits­ge­fähr­dend, sagt die BImA. Wir kön­nen uns des­halb nicht vor­stel­len, dort Flücht­linge unter­zu­brin­gen. Des­halb schei­det der Stand­ort aus. Zudem: Fremd­ei­gen­tü­mer­schaft. Wir haben Zeit­druck. Müs­sen Flä­chen akti­vie­ren, die der Lan­des­haupt­stadt gehört. BImA macht Grund­stücks­be­wer­tung, 2 – 3 Monate. Erwerb erst Jah­res­ende. Dann Dekon­ta­mi­na­tion. Wären im Leben nicht dazu gekom­men, dort die­ses Jahr Men­schen unterzubringen.

- Robi­ni­en­weg: Flä­che ist zu klein. Bau­lich­keit: Gibt Vor­mo­dell: Ein­rich­tung ev. frei­kirch­li­che Gemeinde an der Hil­des­hei­mer Straße. Gibt Vor­kon­zept der GBH, die­ses Modell pro­ji­zie­ren wir nun immer auf die Grund­stü­cke. Bei Robi­ni­en­weg passt das Gebäude schlicht nicht drauf.

- Burg­we­de­ler Straße: Auch zu klein. Steht heute Gebäude der Stadt für 8 – 12 Leute. Zu wenig. Des­halb nicht geeig­net. Zudem Anbau­ver­bots­zone an der Auto­bahn, des­halb umständ­lich, die Geneh­mi­gung zu bekommen.

- Var­rel­heide: Ist ja auch von Wägen ange­bo­ten. Die woll­ten dort nicht hin, weil (a) inte­grier­ter Stand­ort gesucht und (b) Stand­ort ist sehr stark beschrie­ben durch die Hoch­span­nungs­lei­tun­gen — Elek­tro­smog. Des­halb irgend­wie schwer, dort Asyl­be­wer­ber unter­zu­brin­gen. Ist ja auch Stadt­grenz­lage, gäbe ähn­li­che Dis­kus­sion mit Nach­bar­ge­meinde wie an einem ande­ren Stand­ort [gemeint ist wohl der Stand­ort Badens­tedt an der Grenze zu Empelde].

- Wiesengrund/​Kiefernpark: Kleine Grün­flä­che mit Ska­ter­an­lage. Kri­tisch kom­men­tiert weil (a) Nach­bar­schaft zu beson­de­rer Bewoh­ner­schaft am Kie­fern­park — keine Flücht­lings­un­ter­künfte in Nach­bar­schaf­ten, die eh schon sozial benach­tei­ligt sind und (b) Kon­flikte mit Erho­lungs­funk­tion Wiesengrund.

- Kirch­hors­ter Straße Nord/​Alte Pei­ner Heer­straße: Nord­be­reich stark gewerb­lich geprägt, kein nach­bar­schaft­li­cher Aspekt. Süd­li­cher Bereich hat Stigma der Iso­la­tion. Kön­nen da nicht jetzt abrei­ßen und dann neu bauen. Dann wären wir nicht lern­fä­hig. Wäre gegen die Leit­li­nien vom April.

- Scharn­horst­ka­serne: Hieß, dass Gebäude leer fal­len. Sehen auch hier, dass Gebäude nicht im städ­ti­schen Eigen­tum. Müsste aus Kaserne her­aus­ope­riert wer­den. Kaserne ist ja noch in Betrieb, ist mili­tä­ri­scher Sicher­heits­be­reich. Kön­nen da nicht ein­fach ein Gebäude her­aus­lö­sen. Kurz­fris­tig­keit geht nicht.

- Metz­hof: Ist bau­recht­lich nicht bebau­bar, da natur­schutz­recht­lich geschütz­ter Landschaftsteil.

Das ist also mein Bericht.

(Ein­würf aus dem Publi­kum: Und warum nun der Eichenweg?)

Bode­mann: Ja, das ist dann quasi die Kon­se­quenz. Vor­stel­lung des Rates, städ­ti­sche Lie­gen­schaft, Nähe von ÖPNV, nach­bar­schaft­li­che Nähe, Ver­sor­gungs­sta­tion. Also: Eichen­weg ist geeig­ne­ter Standort.

(Spär­li­cher Applaus)

Grue­n­en­berg: So, jetzt erste Fra­ge­runde aus dem Bezirks­rat. Dann zweite Runde durch Bevölkerung.

Spie­gel­hauer (SPD): Bei die­ser wich­ti­gen Frage möchte ich zunächst Ent­schei­dungs­er­geb­nis der SPD-​Fraktion vor­stel­len. Druck­sa­che Ende der ver­ga­ge­nen Woche bekom­men. Dann auf Grund ver­schie­de­ner Infor­ma­tio­nen aus den ver­ga­ne­nen Woche zu Ergeb­nis gekom­men. Gehe jetzt auf drei Punkte ein: Aus­gangs­lage, Standortfrage/​-​verfahren/​-​ergebnis, Ausblick.

Aus­gangs­lage: Erheb­li­cher Anstieg von Flücht­lin­gen zeigt, dass wir in Han­no­ver Unter­brin­gung schaf­fen müs­sen. Ste­hen zu unse­rer Ver­ant­wor­tung als Stadt­teil. Unter­stüt­zen das. Unser Ziel im Ver­fah­ren: Ent­schei­dung auf Basis eines trans­pa­ren­ten Ver­fah­rens. Kön­nen Ent­schei­dung erst dann tref­fen, wenn alle mög­li­chen Infor­ma­tio­nen zu den Stand­or­ten vor­lie­gen. Maß­nah­men im BZR schon dar­ge­stellt. Nach Ver­wal­tungs­vor­schlag haben wir wei­tere Infors von Ver­wal­tung gefor­dert, Info­ver­an­stal­tung, Dring­lich­keits­an­trag mit Prü­fung von Alter­na­tiv­stand­or­ten. Anfor­de­rung men­schen­wür­dige Unter­brin­gung, gesell­schaft­li­che Inte­gra­tion, ÖPNV, Nah­versrgung. Alles unter dem Deck­man­tel der Grund­sätze zur Flücht­li­ungs­un­ter­brin­gung. Damit jedoch noch nicht Vor­ent­schei­dung für Standort.

In der Zwi­schen­zeit wei­tere Infor­ma­tio­nen ver­sucht zu bekom­men. Ver­wal­tung, Fach­leute für Flücht­lings­un­ter­brin­gung, Augen­schein, Stand­ort­ana­lyse von Eichenweg-​BI. Sind zu Punkt gekom­men, dass wir Ent­schei­dung tref­fen kön­nen, wenn Ergeb­nisse vor­lie­gen und nicht fest­steht, dass poli­ti­sche Ent­schei­dung schon getrof­fen sei. Ent­schei­dung ist Ergeb­nis eines trans­pa­ren­ten udn offe­nen Verfahrens.

Will nicht auf alle Stand­orte ein­ge­hen, son­dern nur auf Extrakt:

- Woh­nun­gen: Für uns gute Form der Unter­brin­gung, wich­ti­ter Schritt für eigen­stän­di­ges Leben. Also: Woh­nun­gen prü­fen. Lei­der Ergeb­nis nicht ausreichend.

- Scharn­horst­ka­serne: In Betrieb. Außer­dem: Kriegstrau­ma­ti­sierte Flücht­linge, die wol­len wir nicht auf Mili­tär­ge­lände unterbringen.

- Alte Pei­ner Heer­straße: Con­tai­ner abrei­ßen und neu bauen. Posi­tiv: ÖPNV, Ein­kaufs­zen­trum in der Nähe. Nega­tiv: Grund­stück ist sehr iso­liert und neben stark befah­re­nen Stra­ßen. Sehen wenig Mög­lich­kei­ten für gesell­schaft­li­che und soziale Inter­gra­tion. Also keine Alternative.

- Var­rel­heide: Wie Alte Pei­ner Heer­straße, dazu weit weg von Nahversorgung.

Blei­ben also zwei Stand­orte übrig:

- Burg­we­de­ler Straße 34: Inte­grierte Lage, Nähe zu Nah­ver­sor­gung, ÖPNV, gro­ßes Grund­stück. Konn­ten wir uns am Anfang gut vor­stel­len. Aller­dings: Gibt recht­li­che Ein­schrän­kun­gen auf dem Grund­stück. Zwei­feln, dass die über­wind­bar sind. Neu­bau: Fern­stra­ßen­recht mit Bau­ver­bots­zone spricht dage­gen. Bleibt nur klei­ner Bereich, durch Abriss­not­wen­dig­keit Zeitverzug.

- Also: Eichen­weg bleibt als ein­zi­ges Grund­stück übrig. ÖPNV, Nah­ver­sor­ger, inte­griert, Bil­dungs­ein­rich­tun­gen, Grund­stück ist rela­tiv groß. Scheint für uns mög­lich. Nach­voll­zieh­ba­res Inter­esse, dass diese Flä­che als Spiel­platz vor­ge­se­hen war. Glau­ben aber, dass wenn die­ses Grund­stück 2000 – 3000 qm für Flücht­lings­wohn­heim bekommt, dann 4000 – 5000 qm für Spiel­platz. Wol­len uns dann auch dafür ein­set­zen. Da Gebäude zwei­ge­schos­sig und fest gebaut, gute Ein­glie­de­rung mög­lich. Ein­glie­de­rung gewahrt, Ver­sor­gung, Ergeb­nis: Obwohl bau­recht­li­che Frage eine Lösung gefun­den wer­den muss und Nähe zu A2 nicht opti­mal — bleibt aber gewahrt.

Unsere Frak­tion ist zu Ergeb­nis gekom­men, dass Eichen­weg zwar nicht der opti­malste aber der geeig­ne­teste Punkt für die Unter­kunft ist. Hof­fen, dass wir Inte­gra­tion der Flücht­linge schaf­fen wer­den. Unter­stüt­zer­in­itia­tive im Bezirks­rat. Willkommenskultur.

Knoll (Grüne): Bitte an der Tafel anzu­zei­gen, wo Gebäude geplant ist. Ab wann ist Grund­stück zu klein? Gebäude am Döh­re­ner Turm ist ja höher. Qua­drat­me­ter­zahl ab wann zu klein.

Abge­ord­ne­ter: Frage zu Eichen­weg. […] Und wie ist Unter­kuft beschaffen?

Bode­mann: Herr Heesch hat Bild dabei.

Heesch (Mit­ar­bei­ter Bau­ver­wal­tung): Visua­li­sie­rung ver­sucht. Frei­flä­che ist ins­ge­amt 16.000 m² groß, also nur mar­gi­na­ler Ausschnitt.

(Skizze zeigt Gebäude im süd­west­li­chen Win­kel der Flä­che neben der Bestands­be­bau­ung) Gebäude 26*33 Meter Grund­flä­che, Grund­stück etwa 45*45 Meter. Vari­iert etwas je nach Standort.

Bode­mann: Haben uns vor­ge­nom­men, alle 4 Ein­rich­tun­gen nicht für ewig zu sehen, son­dern für 10 Jahre von GBH zu mie­ten. Miet­höhe ist so bemes­sen, dass in den 10 Jah­ren über Miet­zah­lun­gen die Abschrei­bung durch­ge­führt ist. So kommt es zu den 18,50 EUR Miet­höhe. Ist wegen der kur­zen Abschrei­bungs­frist von 10 Jah­ren. Ist ins­ge­samt ein sehr güns­ti­ger Bau — kurze Nut­zungs­dauer. 10-​Jahresfristen hal­ten wir fest — machen wir auch bei allen Anmie­tun­gen. Viel­leicht ändert sich die Situa­tion ja und wir kön­nen die Ein­rich­tun­gen abbauen. Nach 10 Jah­ren ist Gebäude im Besitz der Stadt oder wir ver­ein­ba­ren wei­tere Nut­zung durch die GBH.

Blasch­zyk (CDU): Fra­gen: (1) Herr Bode­mann, wir ent­schei­den nur über Miete, nicht über Stand­ort? (2) Nach­nut­zung? War ja mal die Über­le­gung, eine sol­che Unter­kunft spä­ter als Stu­den­ten­wohn­heim zu nut­zen, warum wird das Wohn­heim nicht mit Blick auf sol­che Nach­nut­zung gebaut?

Bode­mann: (1) Auf dem Tisch liegt Beschluss­druck­sa­che für Miet­ver­trag mit GBH. (2) Frage der mög­li­chen Wei­ter­nut­zung. Da ist man nicht von abge­kom­men, aber man muss dann sehen, wie die Lage ins­ge­samt ist. Für so eine Ambi­tion eher stu­den­ten­ge­eig­nete Wohn­la­gen sinn­voll. Fällt mir gerade schwer. Schlie­ßen das nicht aus, Hil­des­hei­mer Straße könnte man an Stu­den­ten den­ken. Wir wis­sen noch nicht, ob da abge­bro­chen wird.

Gru­n­en­berg: Ok, Bezirks­räte haben Fra­gen gestellt. Nun zu den Bürgern.

Bür­ger: Vor 10 Tagen Peti­tion ins Leben geru­fen. (Trägt die Pro-​Flüchtlingswohnheimpetition vor, die auf open​pe​ti​tion​.org zur Zeich­nung öffent­lich war) Es geht nur um das Signal. Bis heute 300 unter­schrie­ben, davon 143 aus Bothfeld.

Bür­ger: (an den Vor­red­ner gewandt) Danke für ihr Ange­bot zur Betei­li­gung. Auch unser Flyer — hei­ßen die Men­schen herz­lich will­kom­men. 95% unse­rer Unter­schrei­ber sind direkte Anwohner.

Gru­n­en­berg: Spre­chen Sie bitte zum Bezirks­rat, nicht zu ande­ren Anwe­sen­den im Publikum.

Bür­ger: Sind uns der Ver­pflich­tung bewusst, dass die Flücht­li­che unter­ge­bracht wer­den müs­sen. Flücht­lings­wohn­heim unmit­tel­bar bei Ein­fa­mi­li­en­häu­sern wegen Inte­gra­ti­ons­för­de­rung. Ver­ste­hen wir. Fra­gen uns aber: Gebäude nur tem­po­rär. Flücht­linge blei­ben also nur wenige Wochen oder ein hal­bes Jahr da. Wie soll da Inte­gra­tion statt­fin­den? Und warum soll hier mit 20 m Ent­fer­nung zu Wohn­be­bau­ung Ghetto geschaf­fen wer­den? Ja, es ist ein Ghetto, weil es eine Über­gangs­si­tua­tion ist. Nam­hafte Sozio­lo­gen stel­len das [hin­ter der Wohn­heim­plat­zie­rung ste­hende soziale] Modell in Frage. Und was andere Stand­orte in Han­no­ver wie Kir­ch­rode betrifft: Das ist ein ehe­ma­li­ges Alten­heim, das 10 Jahre leer stand. Wird abge­ris­sen, weil Gund­lach Eigen­tus­woh­nun­gen baut. Warum wer­den nicht andere leer­ste­hende Gebäude genutzt? Ihre Argu­ment zu den Altern­ti­ven sind zu 90% nicht stich­hal­ting und wider­leg­bar. Sie wol­len uns ein­lul­len. In Han­no­ver ver­gam­meln Schu­len, warum wird hier so ein teu­res Gebäude in die Nach­bar­schaft gesetzt?!

Bode­mann: Ver­stehe die Auf­re­gung, aber nicht die Wort­wahl. Will sie nicht ein­lul­len. Ghetto? Will ich nicht dar­über dids­ku­tie­ren. 50 Men­schen sind kein Ghetto. Dis­kurs nicht meine Auf­gabe. Als Ver­tre­ter der han­no­ver­schen Ver­wal­tung sage ict: Neben die­ser Auf­gabe, der wir enga­gei­ert nach­ge­hen, machen wir Job der Flücht­lings­auf­nahme ver­dammt gut. Ver­glei­chen Sie das mit ande­ren Städ­ten. Neh­men dazu Erheb­li­ches auf, Schu­len in Stand zu brin­gen. Viel­leicht ein­zige Stadt über 250.000 Ein­woh­ner, die die­sen Betreu­ungs­schlüs­sel haben [Das Pro­to­koll ist hier even­tu­ell lücken­haft.] Das sind meine Gründe, die ich Ihnen vor­ge­tra­gen haben. Ob diese Gründe ste­chen oder nicht, das zu beur­tei­len ist Auf­gabe der Poli­tik. Aber ich werfe nicht mit Nebelkerzen.

Bür­ge­rin: Bother­fel­der Bür­ge­rin seit 18 Jah­ren, 300 Meter vom Stand­ort weg. State­ment: Ist eigent­lich eine herz­li­che Ein­la­dung, uns, eine Gruppe Both­fel­der Bür­ger heute oder zu gege­be­nem Zeit­punkt ken­nen­zu­ler­nen, weil es um Wohn­heim Eichen­weg geht. Wozu? Um viel­leicht gemein­sam eine andere Gruppe von Men­schen ken­nen ler­nen zu wol­len. Wir nen­nen sie zunächst Flücht­linge. Diese haben mit Ver­haf­tun­gen oder Gefäng­nis­stra­fen zu rech­nen, wenn sie sich nicht staats­kon­form äußern. Oder sich mit ande­ren Poli­ti­kern tref­fen. Für uns ist das Stan­dard, für diese Men­schen ist das eine andere Welt. Men­schen, die keine Rechts­staat­lich­keit ken­nen. Keine Bil­dungs­mög­lich­kei­ten für Frauen/​Mädchen. Sit­ten­po­li­zei, die kon­trol­liert. Für diese Men­schen ist Gleich­be­rech­ti­gung ein Fremd­wort. Geht um Men­schen, die nicht wis­sen, wie sich sich und ihre fami­lien vor Krieg, Ter­ror, Tod schüt­zen kön­nen. Wo Men­schen alle Hoff­nun­gen auf Leben in Frei­heit genom­men wer­den, sehen sie nur einen Weg: Hei­mat ver­las­sen. Zuflucht in euro­päi­schem Land. Oft aus Groß­a­mi­lie nur eine Per­son, für die man zusam­men sam­melt, um Geld für Flucht bereit­zu­stel­len und Fami­lie hofft, dass wenigs­tens die­ser eine über­lebt. Dabei wis­sen auch sie nicht, was sie nach dem Trauma bei sich zu Hause hier erwar­tet. So unser Vor­schlag: Es könnte so span­nend sein, die Men­schen nach der schwe­ren Flucht zu begrü­ßen. Freund­li­che Geste, mit kleien Köst­lich­kei­ten bei Ankunft in zuge­wie­se­ner Unter­kunft zu über­ra­schen. Und ihnen damit zu zei­gen: Jawohl, wir ver­ste­hen eure Ent­schei­ung und Angst. Euren Wunsch nach siche­rer Lebens­si­tua­tion. Und nun wol­len wir euch ken­nen­ler­nen. Hände und Füße als Spracher­satz ken­nen wir alle. Beglei­tun­gen zu klei­nen Ein­käu­fen. Sta­ßen­bahn­fahr­ten, Fuß­ball­spiel — Fuß­ball ver­bin­det. Beglei­tung zu Ämtern, falls städ­ti­sche Sprach­ver­mitt­ler rar sind. Wei­tere Koope­ra­tio­nen kön­nen wir nur mit Betrei­bern abspre­chen — denen, die für die Häu­ser ver­ant­wort­lich sind. Aber wir kön­nen vor­be­rei­tet sein, sie bei ihrer Ankunft hier will­ko­menn zu hei­ßen. Haben dabei Ziel­rich­tung: Auf diese Weise kön­nen wir die frem­den Gäste mit demo­kra­ti­schen Lebens­ge­wohn­hei­ten bekannt machen. Kön­nen so Miss­trauen und Ableh­nung im Keim ersti­cken. Und was uns ganz wich­tig ist: Wir hät­ten gemein­sam deut­sche Gast­lich­keit gezeigt. Haben wir ja auch, siehe Mes­se­gäste. Ich denke, das krie­gen wir Both­fel­der Bür­ger doch hin. Übri­gens auch Ein­la­dung zur Besich­ti­gung zweier Wohn­heime: Hil­des­hei­mer Straße und Rumann­straße. Also: Herz­li­che Ein­la­dung. Will­kom­mens­kul­tur in Both­feld auf­recht erhal­ten — für Stand­ort Eichenweg.

Bür­ger: Wohne gleich um die Ecke. Gehöre zu der Initia­tive, die Stand­orte rich­tig geprüft hat: Nutz­wert­ana­lyse: Wel­chen Nut­zen bringt wel­cher Stand­ort für die Flücht­lichte: Grund, Nah­ver­sor­gung, Sport, Spiel, sonst­was. Erfreu­li­cher­weise: Frak­ti­ons­vor­sit­zende Grün, SPD, CDU woll­ten Stu­die haben. Ging nur mit Erklä­rung, haben wir gemacht. Poli­tik hat also auf­ge­grif­fen. Ver­wal­tung hat Stu­die wohl gar nicht gese­hen. Herr Heesch, ihnen ist sie wohl ver­lo­ren gegan­gen. Also: Kaser­nen wol­len Sie nicht, ist ok. Aber Stan­dard nicht aus­rei­chend? Für die Sol­da­ten hat es doch auch gereicht? Ok, die bekom­men ja auch alle Ein­zel­zim­mer (Ein­wurf: Neid­de­batte). Kirch­hors­ter Straße: Die wol­len sie ver­kau­fen?! Also wirt­schaft­li­che Erwä­gun­gen wich­ti­ger als Flücht­linge. Var­rel­heide: Keine Nach­bar­schaft? 150 Häu­ser direkt gegen­über, Stra­ßen­bahn 1200 Meter weg. Burg­we­de­ler Straße: Grund­stück mit dem Gebäude: Gebäude muss ste­hen blie­ben, aber dahin­ter kann man bauen. Grund­stück ist 1900m² groß, 45*45 Meter ist weni­ger (Ein­wurf: Das sind 2025m² — Geläch­ter) und dahin­ter große Flä­che 22500m² — da kön­nen sie das Ding hin­set­zen– wie auch immer. Aber sie wol­len das ja gar nicht! Und Eichen­weg: Bebau­ungs­plan 340 gilt doch noch, oder? Auf wel­cher Basis wol­len sie den 340er-​Plan ändern, wenn nötig? Meine, dass einige andere Grund­stü­cke durch­aus geeig­net sind, aber wenn man sich von vorn­her­ein fest­ge­legt hat…

Bode­mann: Sie sagen, wir woll­ten nicht. Sagen wir bes­ser: Wir schät­zen die Lage unter­schied­lich ein. Kirch­hors­ter Straße ist Gewer­be­ge­biet. Wenn wir der Maxime des Rates fol­gen, dann geht die­ser Stand­ort nicht. Es geht dabei nicht um Ver­mark­tung. Warum machen Sie mir Unter­stel­lun­gen, finde ich nicht gut. Ok, wir haben Mei­nungs­ver­schie­de­n­e­heit. Aber hier ist das Ent­schei­dungs­gre­mium. [Er meint den Bezirks­rat] Unter­stel­len wir uns nicht gegenseitig.

Heesch: Bebau­ungs­plan 340 gilt immer noch. Setzt für diese Flä­che Grün­flä­che fest. All­ge­meine Zweck­be­stim­mung „Spiel­flä­che”, die ist aber wesent­lich grö­ßer als der Teil für das Gebäude. Vor­teil ist, dass die Gesamt­flä­che so groß ist. Bebau­ung also mög­lich, ohne dass die Zweck­be­stim­mung des B-​Plans in Gefahr gerät. Auf Basis der beste­hen­den Gesetze kann Inan­spruch­nahme erfol­gen. Zweck­be­stim­mung der Flä­che ist wei­ter­hin möglich.

(Dia­log zwi­schen Bür­ger und Heesch über die Flä­che und die Zweckbestimmung)

Bür­ge­rin: Bin auch Flücht­ling, habe 1951 hier Bleibe gefun­den. Wie viele Flücht­linge sind hier? Wir waren sehr glück­lich, dass wir Woh­nung gefun­den haben. Habe heute noch Pho­bie gegen Krieg, warum sind wir gegen Flüchtlinge?

Bür­ger: Grund­sätz­li­che Frage: am liebs­ten wäre der Poli­tik doch, wenn Woh­nun­gen bereit­ge­stellt wer­den. Wenn Sie Such­an­zeige mit 18,50 EUR auf­set­zen, glau­ben Sie, dass sie da keine Woh­nung bekom­men? (Gejohle)

Bür­ger: Bin seit über 40 Jah­ren Bür­ger von Both­feld, wohne am Eichen­weg. Damals wurde dann Gelände auf der ande­ren Seite bebaut — eben der B-​Plan 340. Dama­lige Ver­wal­tung wollte dort Gewerbe. dann Bür­ger­in­itia­tive dage­gen. Hatte mich dem ange­schlos­sen, obwohl ich Mit­glied der Bau­wer­wal­tung war. Stadt­bau­rat Hanns Adrian sagte: Ok, darfste. Haben dann mit Ver­wal­tung zusam­men gear­bei­tet. Del­le­mann und […]. Haben dann ver­schie­dene Bespre­chu­nen gemacht. Habe ich hier gerügt, dass wir icht gefragt wor­den sind. Haben dann einige Ände­run­gen erreicht, Will mich nicht her­aus­strei­chen, aber Atmo­sphäre war sei­ner­zeit auf­ge­la­den. Habe OB gegen Belei­di­gun­gen beschützt, nun hat die poli­ti­sche Seite mich belei­digt — finde ich nicht gut. Es ist mög­lich, mit­ein­an­der zu arbei­ten, dies­mal klappt das nicht.

Und ihre Begrün­dun­gen mit „nicht mög­lich” — Es gibt Bau­land auf ande­rer Seite der Auto­bahn, das viel bes­ser geeig­net ist. Möchte dar­auf hin­wei­sen: Habe damals am B-​Plan mit­ge­ar­bei­tet. Grund­zug der Pla­nung: Grün­züge. Diese sind fest­ge­legt. Ände­rung die­ser Grund­züge der Pla­nung ist nur mög­lich durch Beschluss des Rates. Muss also Ände­rung des B-​Planes her­ge­stellt wer­den, weil Grund­züge der Pla­nung berührt wer­den, dass näm­lich keine Bebau­ung mög­lich ist. BI wollte Bebaung, Ver­wal­tung hat abge­lehnt, weil unzu­läs­sig wegen Nähe der Auto­bahn. Auch exis­tie­rende Gebäude dür­fen nur Fens­ter nach Süden haben. Und dann der Lärm­schutz­wall. Hieß erst, könne nicht erhöht wer­den. Sind dann aber Schutz­wälle gebaut wor­den. Haben wir alles durch­ge­setzt im Sinne eines B-​Planes, der das beste für die­sen Stadt­teil sein sollte. Spiel­platz ist aus­ge­wie­sen für Gebiet des B-​Plans 340 und das Umland drum­herum. Herr Bode­mann, kann­ten Sie die Begrün­dung des B-​Planes? Beste­hen Sie wei­ter auf der geplan­ten Lösung?

Bode­mann: 2 Dinge vor­weg: Vie­les was Sie gesagt haben, haen sich mitt­ler­weile geän­dert. Gibt ja jetzt Lärm­schutz­wand. Des­halb ist es da nicht mehr so laut. Spiel­platz ist auch nie gebaut wor­den. Viele Dinge sind also gar nicht rea­li­siert. Ja, ich kenne den B-​Plan. Und ich wäre nicht hier­her gekom­men, wenn wir nicht an unse­rem Bau­vor­ha­ben fest­hal­ten könn­ten. Gegen­frage: Warum soll das Wohn­heim denn nicht da sein? Wenn der B-​Plan Sie so gut schützt, könnte ich mich ja auf Ihre Seite stel­len. Aber das ist es ja nicht. Es ist Wohn­nut­zung, die zu Wohn­nut­zung kommt?

(Geplän­kel zwi­schen Gru­n­en­berg und Bür­ger, ob der direkt ant­wor­ten darf.)

Bür­ger: Bebau­ung ist nicht zuläs­sig, egal was mit dem Lärm­schutz ist. In der Begrün­dung steht alles drin. Grund­züge des B-​Planes ent­hal­ten auch grund­le­gend den Spiel­platz für das ganze Viertel.

Bür­ge­rin: Vor­sit­zende Unter­stüt­zer­kreis Flücht­lings­un­ter­künfte Han­no­ver und Lei­te­rin Nach­bar­schafts­kreis Kir­ch­rode. Beglei­tet von 2 Grün­dungs­mit­glie­dern. Auch dabei: Flücht­ling aus dem Sudan. Viel­leicht nach­her noch Gele­gen­heit, Sie ken­nen zu ler­nen. Warum wurde der Unter­stüt­zer­kreis gegrün­det? Gibt zu wenig prak­ti­sche Hilfe in den Hei­men und auch keine gute Will­kom­mens­kul­tur. Prak­ti­sche Hilfe: 21 Nach­barn in enger Zusam­men­ar­beit mit Heim­lei­tung haben kon­krete Hilfs­pro­jekte ent­wi­ckelt. 16 Pro­jekte, kon­ti­nu­ier­li­cher Pro­zess: Deutsch­un­ter­richt in den Hei­men für die Müt­ter mit den Kin­dern, Beglei­tung bei Behör­den­gän­gen, Stadt­teil­spa­zier­gänge, aber auch so pro­fane Dine wie das Besor­gen von Baby­nah­rung. Ganz viel­sich­tig. Meine Beob­ach­tung: Span­nend für Flücht­linge und für Bewoh­ner. Wenn man mit Flücht­lin­gen in Kon­takt kommt, merkt man, dass alle ein sehr unter­schied­li­ches Schick­sal haben. Aber eine Gme­ein­sam­keit: Sehr schwer gefal­len, von zu Hause weg zu gahen. Des­halb wir ale enga­gierte Bür­ger zusam­men­ge­setzt und Flücht­linge will­kom­men gehei­ßen. Zugang zu unse­rer Kul­tur erleich­tern. Wür­den Sie gerne unter­stüt­zen, die Flücht­linge will­kom­men zu heißten.

Bür­ge­rin: Wollte wich­ti­gen Aspekt geben. Bis­lang wird hier nur über Bau­recht, Inte­gra­tion etc. gere­det. War in Afrika, an ver­schie­de­nen Orten, bin welt­of­fen, Mut­ter aus Aus­land. Toll in Both­feld auf­ge­nom­men. Tolle Gemein­schaft. Aber ein Aspekt fehlt: Es geht hier um 51 Män­ner, das habe ich wahr­ge­nom­men. So hat man mir das gesagt. Geht hier nicht um Inte­gra­tion von Fami­lien. Kin­der haben Vor­teil: keine sprach­li­che Bar­riere. Män­ner sind nur begrenzte Zeit da, der Spra­che nicht mäch­tig. Für Anwoh­ne­rin­nen ist es unge­wohnt und Angst machend, wenn die da auf der Straße rum­ge­hen. [..] Aber wir lie­ben Familie.

Bür­ger: (1) Wer kommt denn da nun eigent­lich? Den gan­zen Abend dis­ku­tiert. 50 Män­ner, keine Fami­lien? Kam her­aus. Viel­leicht stel­len wir uns das zu rosa vor. Gibt es Risk Manage­ment, Inter­ven­ti­ons­plan? Was ist wenn??? Und (2) Finanz­mo­dell ist mir nicht trans­pa­rent. Hoffe, dass mit öffent­li­chen Gel­dern bewusst umge­gen­a­gen wird. Nicht dass das hier wird wie bei der Elb­phil­har­mo­nie oder dem Bran­den­bur­ger Flughafen.

Bode­mann: Es sind nicht 51 Män­ner, son­dern 50 Men­schen. Es sind Män­ner und Frauen, natür­lich. (Gemur­mel) Und. Es ist kein Pilot­pro­jekt. Auch die ande­ren Flücht­lings­un­ter­künfte — z.B. Mun­ze­ler Straße — sind dank Will­kom­men­in­itia­ti­ven eine sehr gute, ein­ver­nehm­li­che Nach­bar­schaft. Gibt keine Gefähr­dung von die­sem Per­so­nen­kreis. Warum auch? Will Ihnen zumu­ten: Die­ser Rat will die­sen Inte­gra­ti­ons­an­satz. Die Stadt will weg vom In-​Die-​Ecke-​Schieben, wie es beim Stand­ort Alte Pei­ner Heer­straße gewe­sen ist, wie in den 1990ern. Ist gesell­schaft­li­cher Anspruch, dass Men­schen in Not­si­tua­tio­nen so hier auf­ge­nom­men wer­den. Leben wir z.B. in Kir­ch­rode. Kommt zu gutem Neben­ein­an­der. Aber wo die Men­schen herkommen […]

Scha­low (Mit­ar­bei­ter Bau­ver­wal­tung): Sage ich. Schon in letz­ter BZR-​Sitzung gesagt: Wenn das in einer vor­her­ge­hen­den Ver­an­stal­tung miss­ver­stän­dig­lich rüber­ge­kom­men ist, sorry. Tat­sa­che ist: Da sol­len nicht 50 Män­ner unter­ge­bracht wer­den. Sind zwar mehr­heit­lich Män­ner, die un zuge­wi­sen wer­den, aber auch Paare und Fami­lien. Stärkste Frak­tion sind Frauen aus Ghana, schwan­ger, allein­er­zie­hend, mit Kin­dern. Das ist in Natio­nen­wer­tung auf Platz 1. Danach Per­so­nen aus Irak, Iran, Afgha­nis­tan. Dann irgendwo Syrien. Man muss sehen: Wie sind die Struk­tu­ren. Die Men­schen, die nach Syrien geflo­hen sind machen sich erneut auf die Reise. Nun all­mäh­lich auch Syrer. Wer kommt? Weiß ich heute noch nicht. Weiß nicht mal, wer nächs­ten Monat kommt. Habe mit Sicher­heit in letz­ter Sit­zung gesagt: Nicht nur Männer.

Bode­mann: Vor­letzte Woche schrieb das Nds. Innen­mi­nis­tre­rium: 5000 syri­sche Flücht­linge kom­men jetzt nach Deutsch­land und wer­den dann ver­teilt. Nie­der­sach­sen. wird 450 Men­schen auf­neh­men. Welt­po­li­tik kommt hier an.

Knoll: Men­schen­recht gel­ten für alle: Ist Leben eines ein­zel­nen Man­nes weni­ger wert als jewei­li­ges Leben von Mit­glie­dern eine Flüchtlings-​Familie?

Blasch­zyk: Sach­li­che Argu­mente schei­nen nur noch schwer durch­zu­drin­gen. An Bei­spie­len deut­lich machen, dis­ku­tie­ren schon sehr lang. Vor einem Jahr als Pro­blem auf­kam, hat unsere Frak­tion gefragt: Con­tai­ner? Welle der Ent­rüs­tung. Aber heute im Bau­aus­schuss: Con­tai­ner für EU-​Bürger. Zwei­er­lei Maß, auch in Auf­sicht. [Wen­det sich an den ers­ten Peten­ten] Herr […], Ihre Peti­tion ist unred­lich. Wir beken­nen uns, Flücht­linge auf­neh­men zu müs­sen. Aber: Sach­li­che Kri­tik darf nicht stig­ma­ti­siert wer­den. Wird aber von eini­gen wein­gen getan. Unsere Frak­tion hat sich ganz ande­res Ver­fah­ren gewünscht. Dring­lich­keits­an­trag, Dring­lich­keit nicht aner­kannt. Wären ganz ande­rem Ver­fah­ren zuge­tan gewe­sen (beschreibt den CDU-​Antrag), isb. wird ja Stand­ort­frage hier nicht ent­schie­den. Das sollte aber eigent­lich sein. Wir wer­den der Druck­sa­che nicht zustim­men. Weil: Wir sind mit dem Ver­fah­ren nicht ein­ver­stan­den. Antrag bedeu­tet aber nicht, dass wir Vor­be­halte gegen Flücht­linge haben. CDU wird Flücht­linge herz­lich will­kom­men heißen.

Gru­n­en­berg: Nun noch 2 aus dem Publi­kum, dann Frak­tio­nen, dann kön­nen Frak­tio­nen kund­tun, für wel­chen Stand­ort sie sind.

Bür­ger: Befind­lich­kei­ten der SPD-​Fraktion, Kaser­nen. In Braun­schweig fun­kio­niert das her­vor­ra­gend. Aber auch früh­zei­tig mit Eigen­tü­mer in Ver­bin­dung gesetzt. Stadt hat 330 Woh­nun­gen ver­kauft — in die­ser Situa­tion! Sie spre­chen stän­dig von Brenn­punk­ten — warum gibt es die denn??? Ein posi­ti­ves Bei­spiel für gute Flücht­lings­un­ter­brin­gung: Segregation.

(Flücht­ling aus Kir­ch­rode schil­dert seine Situation)

Abge­ord­ne­ter der Grü­nen: Was denn nun für ein Unter­brin­gungs­stan­dard? Kurze Durch­lauf­zeit in Flücht­lings­heim beu­deu­tet ja, dass sie ent­we­der zurück­kön­nen oder dass sie unter­ge­kom­men sind. Das nun als Argu­ment gegen Inte­gra­tion zu ver­wen­den — ist sehr befremd­lich. Spe­zi­ell zur BI: Atmo­sphäre beim Gespräch war eigent­lich gut, aber Trans­pa­renz war schon vor­her gege­ben. Und wir haben auch nicht gekun­gelt — siehe Dring­lich­keits­an­trag. Woh­nen im sozia­lem Umfeld ist Grund­lage unse­res Kon­zepts — dazu stehe ich. Und es muss auch schnell gehen. Und der Preis wurde in der Presse falsch dar­ge­stellt. — Wenn Sie die Ener­gie, die Sie gegen das Wohn­heim auf­wen­den wür­den, für Inter­gra­tion ein­set­zen wür­den, wäre schon viel gewonnen.

Gru­n­en­berg: […]

Knoll: Unter Abwä­gung des Vor­gangs stellt der Stand­ort Eichen­weg unter den gege­be­nen Umstän­den den bes­ten Stand­ort dar. 100-​Prozentig idea­len Stand­ort gibt es nicht, so wie es auch die ideale Welt nicht gibt. Sonst wür­den wir doch gar nicht hier sit­zen und über diese The­ma­tik reden müs­sen. In der deut­schen Ver­gan­gen­heit haben wir gese­hen was pas­siert wenn wir Men­schen die in Not sind nicht schüt­zen. Des­we­gen Grund­recht auf Asyl. Zuflucht zu gewäh­ren vor poli­ti­scher Ver­fol­gung und Fol­gen von Krieg und Bür­ger­krieg gehört zu den ele­men­ta­ren Ver­pflich­tun­gen des Völ­ker­rechts. Grüne sind froh, klei­nen Bei­trag zu leisten.

Spie­gel­hauer: Habe ich schon gesagt: Eichen­weg ist geeig­ne­tes­ter Standort.

Abge­ord­ne­ter Linke: Schließe mich Grü­nen und SPD an. Müs­sen Punkt fin­den, an dem wir uns ent­schei­den. Flücht­linge woll­ten ja auch nicht flüch­ten. So schnell wie mög­lich Ort finden.

Blasch­zyk: Habe schon alles gesagt.

Fischer (FDP): Respekt für Dis­kus­sion. Lebe gut mit gro­ßem Aus­län­der­an­teil. Von den vor­ge­schla­ge­nen Stand­or­ten, die alle nicht ideal sind, erscheint mir Eichen­weg die beste der schlech­ten Lösun­gen zu sein.

(Damit endet die Aus­spra­che. Über die eigent­li­che Druck­sa­che, die die ver­trag­li­chen Rege­lun­gen zum Bau der Flücht­lings­un­ter­kunft ent­hält, wird im nicht­öf­fent­li­chen Teil ent­schie­den.)
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„Piraten” entern die Parlamente — Diskussionsveranstaltung mit Dr. Stephan Klecha und Herbert Hönigsberger — Bericht

‚Pira­ten’ entern die Par­la­mente” hieß eine Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung, zu der unter ande­rem die Heinrich-​Böll-​Stiftung Nie­der­sach­sen am 2012-​11-​29 um 19:30 Uhr in den Rasch­platz­pa­vil­lon in Han­no­ver ein­ge­la­den hatte. Dr. Ste­phan Klecha vom Göt­tin­ger Insti­tut für Demo­kra­tie­for­schung und Her­bert Hönigs­ber­ger von der Nau­ti­lus Poli­tik­be­ra­tung refe­rier­ten und dis­ku­tier­ten vor etwa einem Dut­zend Zuschauer — viele davon selbst Pira­ten — das „Phä­no­men Pira­ten­par­tei”. Beide beschäf­ti­gen sich wis­sen­schaft­lich mit der Ent­wick­lung der Pira­ten­par­tei. Hönigs­ber­ger hat zudem äußerst fun­dierte prak­ti­sche Ver­gleichs­mög­lich­kei­ten mit den Grü­nen: Er war wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter der ers­ten grü­nen Bun­des­tags­frak­tion 1983 und erzählte zu Anfang, seine Mit­ar­bei­ter­num­mer sei „0001” gewesen.

Den inhalt­li­chen Auf­takt machte Dr. Klecha, der die geschicht­li­che Ent­wick­lung der Pira­ten­par­tei Revue pas­sie­ren ließ. Er machte drei große „Wel­len” aus, in denen die Pira­ten­par­tei gewach­sen sei: Die erste Gene­ra­tion waren die Grün­der, die 2006 — von den Schwe­den inspi­riert — die Pira­ten­par­tei gegrün­det haben. Sie woll­ten, so Klecha, bestimmte gesell­schaft­li­che Fra­gen neu dis­ku­tie­ren, hat­ten aber gerade am Anfang nicht wirk­lich an einen Erfolg als poli­ti­sche Par­tei geglaubt. Auch für ihr Umfeld galt das: Für die Grün­dung der ver­meint­li­chen „Spaß­par­tei” stellte die C-​Base in Ber­lin Räum­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung, seit die Pira­ten „groß” gewor­den sind, dür­fen sie in der strikt par­teineu­tra­len Ein­rich­tung keine Ver­an­stal­tun­gen mehr ausrichten.

Aus der Frühzeit der Partei: Plakatproduktion für die Bürgerschaftswahl in Hamburg im Februar 2008. Die Plakatträger kommen teilweise aus Hessen von der Landtagswahl 2007

Aus der Früh­zeit der Par­tei: Pla­kat­pro­duk­tion für die Bür­ger­schafts­wahl in Ham­burg im Februar 2008. Die Plakatträ­ger kom­men teil­weise aus Hes­sen von der Land­tags­wahl 2007

Den zwei­ten Schub gab es 2009, als ver­schie­dene Dis­kus­sio­nen der Nul­ler­jahre rund um Sicher­heits­ge­setze und Bür­ger­rechte in den Zensursula-​Kinderporno-​Netzsperren-​Gesetzentwürfen zusam­men­lie­fen und eine Reihe von Leu­ten poli­ti­sier­ten, die sich dage­gen aus­spre­chen woll­ten, aber noch eine poli­ti­sche Basis such­ten. Zusam­men mit dem 0,9%-„Erfolg” bei den Euro­pa­wah­len war für diese Men­schen die Pira­ten­par­tei plötz­lich attrak­tiv und so reichte es für beacht­li­che 2% bei den Bun­des­tags­wah­len 2009.

Es folgte eine Kon­so­li­die­rungs­phase, bei der die Par­tei kon­stant um 2% der Stim­men bei Land­tags– und ande­ren Wah­len bekam, und zwar unab­hän­gig von der Urba­ni­tät des Wahl­be­rei­ches. Hier zeigte sich, so Klecha, ein ers­ter Unter­schied zu den Grü­nen, die noch lange Zeit nach ihrer Grün­dung vor allem ein „urba­nes Phä­no­men” waren und auf dem plat­ten Land regel­mä­ßig deut­lich schlech­ter abschnit­ten als in städ­ti­schen Bal­lungs­räu­men.
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Vorstellung der Kampagne zur Landtagswahl 2013 der Piratenpartei Niedersachsen: Der Mitschnitt

Am 19. Novem­ber 2012 hat die Pira­ten­par­tei Nie­der­sach­sen ihre Kam­pa­gne zur Land­tags­wahl 2013 öffent­lich vor­ge­stellt. Der Thea­ter­saal in der Faust in Hannover-​Linden war voll, viel Presse und natür­lich auch Pira­ten woll­ten sich das nicht ent­ge­hen las­sen. „Ist es nicht eine gute Idee, das der Nach­welt zu erhal­ten”, habe ich mir gedacht und mit­samt Kame­ras und Tech­nik hin­ge­fah­ren. Hier nun das dar­aus ent­stan­dene Video, das die Ver­an­stal­tung im Wesent­li­chen voll­stän­dig wiedergibt.

Oder direkt bei Youtube.

Als Pro­duk­ti­ons­hin­weise: Ich habe rela­tiv weit hin­ten im Saal mit zwei fest instal­lier­ten Kame­ras gear­bei­tet: Die „kleine” SDR-​S7 war eher für die Tota­len zustän­dig, die „große” EOS-​550D für Por­traits und Details. Der Ton kommt direkt aus der Anlage im Saal, wobei auf „mei­nem” Aus­gang das Mikro­fon von Mein­hart offen­sicht­lich die ganze Zeit offen war. Zum Glück hat er nicht so viel dazwi­schen­kom­men­tiert. ;-) Dazwi­schen­ge­schal­tet hatte ich mein eige­nes Misch­pult, sodass ich die Laut­stärke nach­re­gu­lie­ren konnte. Und da es im Vor­feld kei­nen kom­plet­ten Sound­check gege­ben hat, war das wegen der unter­schied­li­chen lau­ten Mikro­fon­si­gnale auch nötig.

Der Blogautor mit seinen beiden Helferlein

Der Blog­au­tor mit sei­nen bei­den Hel­fer­lein. Foto: Aljoscha Rittner

Das Wahl­wer­be­vi­deo habe ich vom Ori­gi­nal dazu­ge­nom­men und dort auch die Ori­gi­nal­ton­spur des Videos ver­wen­det. Geschnit­ten habe ich in Erman­ge­lung von brauch­ba­rer Open-​Source-​Software wie immer mit Video Deluxe von Magix. Auf Grund der beschränk­ten Leis­tungs­fä­hig­keit mei­nes Schnitt­com­pu­ters pro­du­ziere ich wei­ter­hin im SD-​Format mit dem Bild­schirm­for­mat 4:3 und einer Auf­lö­sung von 640*480 Bildpunkten.

Der Mit­schnitt umfasst die kom­plette Ver­an­stal­tung. Ich habe nur dort geschnit­ten, wo es Pau­sen wegen Wei­ter­rei­chen des Mikro­fons oder ähn­li­chem gege­ben hat. Kurz vor Schluss muss ich für wenige Sekun­den auf die Ton­spur der zwei­ten Kamera wech­seln, da die EOS 550D kon­struk­ti­ons­be­dingt alle 4 GB eine etwa fünf­se­kün­dige Zwangs­pause macht (Danke, EU-​Einfuhrzölle…). Diese Ton­spur habe ich auch bei den Jour­na­lis­ten­fra­gen dazugemischt.

#lptnds124 — Im Zeichen des #flausch — Kurzdoku zum 4. Landesparteitag 2012 der Piratenpartei Niedersachsen

Am 27. und 28. Okto­ber 2012 fand in Celle der mitt­ler­weile 4. Lan­des­par­tei­tag 2012 der nie­der­säch­si­schen Pira­ten­par­tei statt. Ich war auch da, und ich hatte mir vor­ge­nom­men, ein klei­nes Video zu pro­du­zie­ren, das vor allem die Stim­mung auf dem Par­tei­tag ein­fan­gen sollte. Die mediale Auf­merk­sam­keit war ja eher so mit­tel­präch­tig — und nur ein Schelm würde sagen, das sei so gewe­sen, weil es bei die­sem Pro­gramm­par­tei­tag um The­men und nicht um Köpfe ging.

Wie dem auch sei: Die Stim­mung war her­vor­ra­gend, die Ver­an­stal­tung höchst pro­duk­tiv und ich habe genug Mate­rial für meine kleine Doku­men­ta­tion dre­hen kön­nen. Und nun ist auch die Nach­be­ar­bei­tung fer­tig. Bitteschön:

Oder direkt bei Youtube.

Im Fernsehen

Nach län­ge­rem Mal wie­der ein Fern­seh­auf­tritt: Der han­no­ver­sche Lokal­sen­der h1 hat mich als Ver­tre­ter der Piraten-​Ratsfraktion zu einer Talk­runde gela­den: „Pres­se­club” heißt das ganze und wird heute um 19 Uhr aus­ge­strahlt — auch im Internet-​Livestream.

Vom Bloggen — Welcome back!

*räus­per* Hallo? HALLO? Mikro­fon­check, Mikro­fon­check. Yeah, I want to check the micro­phone. *klopf, klopf*

Mikrofon: Ab jetzt nicht mehr verwaist

Mikro­fon: Ab jetzt nicht mehr verwaist

Ah ja, scheint alles noch am Platz zu sein. Der Fuß­bo­den ist noch ein wenig stau­big, müsste noch­mal durch­ge­feu­delt wer­den hier im Blog. Das war ja nun eine recht lange Sen­de­pause. 19. Mai ist hier der letzte Bei­trag erschie­nen. Danach war ich so von Arbeit und ande­rem in Anspruch genom­men, dass beim Blog­gen der Wunsch Vater des Gedan­kens geblie­ben ist. Beson­ders pein­lich: Nach einem Ser­ver­crash war das Blog geschla­gene ein­ein­halb Monate off­line, ohne dass ich das bemerkt hätte — Aller­dings auch ohne dass ich dar­auf hin­ge­wie­sen wor­den wäre, was so eini­ges über die Reich­weite die­ser klei­nen Web­prä­senz aussagt.

Backup sei Dank ist nun alles wie­der da. Word­Press ist auf den aktu­el­len Stand gebracht, die Back­ups ein­ge­spielt und dank eines klei­nen Hin­wei­ses habe ich sogar die dop­pelt UTF-​8-​kodierten Umlaute in der Back­up­da­tei wie­der repa­riert bekom­men. Twit­tern und Auf-​Facebook-​posten sollte das Blog auch nicht ver­lernt haben — was mit der Ver­öf­fent­li­chung die­ses Arti­kels zu bewei­sen wäre. Tech­nisch ist also wohl alles wie­der auf Stand.

Und inhalt­lich? Wie gesagt: Es ist viel pas­siert! Die nie­der­säch­si­schen Pira­ten habe eine Auf­stel­lungs­ver­samm­lung zur Land­tags­wahl gemacht. Und dann noch eine. Und die wurde dann über zwei Ter­mine gestreckt, weil ein Wochen­ende nicht zum Aus­zäh­len gereicht hat. Schluss­end­lich ist es höchst unwahr­schein­lich, dass ich Mit­glied einer even­tu­el­len Piraten-​Fraktion im nächs­ten Land­tag zu Nie­der­sach­sen sein werde. Da war­tet noch das Eine oder Andere auf Aufarbeitung.

Sehr wohl bin ich nach wie vor Mit­glied der Pira­ten­frak­tion im Rat der Stadt Han­no­ver! Die Rats­fe­rien nei­gen sich dem Ende zu, ab 3.9. tagen wie­der die Aus­schüsse und am 20. Sep­tem­ber fin­det die nächste Rats­ver­samm­lung statt. Die Frak­tion hat ihre Arbeit nach ihrer eige­nen Som­mer­pause auch wie­der auf­ge­nom­men und die Aus­schuss­vor­be­rei­tun­gen lau­fen bereits wieder.

All dies pas­siert vor dem Hin­ter­grund, dass ich beruf­lich momen­tan auch stark ein­ge­spannt bin. Die Grund­la­gen unse­rer Car­sha­ring­soft­ware habe ich im Zeit­raum 1995 bis 1997 gelegt und eini­ges davon ist seit­dem unver­än­dert geblie­ben. Hier ste­hen in den nächs­ten Wochen und Mona­ten erheb­li­che Ände­run­gen an den Struk­tu­ren an und ich bin am Design zen­tral betei­ligt. Will sagen: Nicht uner­heb­li­cher Zeitaufwand.

Ich möchte mich trotz­dem in Zukunft wie­der ver­stärkt poli­ti­schen The­men und der Pira­ten­par­tei wid­men. Nach den gan­zen Land­tags­ein­zü­gen des ver­gan­ge­nen Jah­res ist die Auf­merk­sam­keit für die Pira­ten­par­tei mas­siv ange­stie­gen. Gleich­zei­tig erscheint mir die Par­tei manch­mal gera­dezu rat– und kon­zept­los, wie sie nun mit ihrer poli­ti­schen Rolle umge­hen soll. Das finde ich einer­seits schade und ande­rer­seits unnö­tig, denn mei­nes Erach­tens hat sich an der gesell­schaft­li­chen Vision der Pira­ten­par­tei seit 2006 nichts geän­dert — wir müs­sen uns nur wie­der dar­auf besinnen.

All dies will ich für mich — und für inter­es­sierte Leser die­ses Blogs — in der nächs­ten Zeit mal auf­ar­bei­ten. Einst­wei­len bin ich vor allem froh, dass hier alles wie­der funktioniert.

Impression vom letzten Piraten-Landesparteitag

Impres­sion vom letz­ten Piraten-​Landesparteitag

„Piraten unterwegs” zum 1. Mai am Klagesmarkt

Momen­tan pas­siert so viel und ich blogge so wenig. Ich nehme mir fest vor, dass das auch wie­der anders wird. Bis dahin — und weil drü­ben bei „Pira­ten unter­wegs” das Benach­rich­ti­gen über Twit­ter noch nicht so rich­tig funk­tio­niert — aber ein Hin­weis: Auf „Pira­ten unter­wegs” gibt es ein neues Video: Rei­ner und ich waren am 1. Mai beim Stand der Pira­ten­par­tei auf dem Kla­ges­markt beim „Tag der Arbeit”. Wir haben uns den Stand ange­schaut und mit ver­schie­de­nen Leu­ten gere­det, die dort waren. Ich finde das einen span­nen­den Bericht, weil er ziem­lich authen­tisch die Stim­mung auf dem Stand und auf der gan­zen Ver­an­stal­tung ein­ge­fan­gen hat…

Zum Bericht auf „Pira­ten unterwegs”

Vorratsdatenspeicherung — Meine „Freiheit statt Angst”-Rede aus dem Jahr 2008

Pas­send zur aktu­el­len Nach­rich­ten­lage habe ich beim Sich­ten mei­nes Video­ar­chi­ves ein fast schon his­to­ri­sches Doku­ment wie­der­ge­fun­den: Einen Mit­schnitt mei­ner ers­ten grö­ße­ren Rede als Bun­des­vor­sit­zen­der der Pira­ten­par­tei aus dem Jahr 2008. Ende Mai hat damals der AK Vor­rat zusam­men mit der Pira­ten­gruppe Braun­schweig — ein Stadt­ver­band exis­tierte sei­ner­zeit noch nicht — eine Demons­tra­tion in Braun­schweig unter dem Motto „Frei­heit statt Angst” ver­an­stal­tet. Ich war einer der Red­ner und hatte sei­ner­zeit den Geis­tes­blitz, Chris­tian Koch zu bit­ten, die Rede mit mei­nem dama­li­gen Handy auf­zu­zeich­nen. Er hat das dan­kens­wer­ter Weise gemacht und so haben wir heute die­ses zeit­his­to­ri­sche Doku­ment aus der Früh­phase der Piratenpartei.

Zur Ein­ord­nung sei erwähnt:

  • Das ange­spro­chene „BKA-​Gesetz” wurde im Dezem­ber 2008 ver­ab­schie­det. Seit 2009 läuft eine Ver­fas­sungs­klage dage­gen, über die noch nicht ent­schie­den wurde.
  • Beim Telekom-​Abhörskandal hat die Tele­kom umfäng­lich Tele­fo­nate ihrer eige­nen Mana­ger sowie von Jour­na­lis­ten „abge­gli­chen”.
  • Die ange­spro­chene Jus­tiz­mi­nis­te­rin war Bri­gitte Zypries von der SPD.

Ansons­ten sei angemerkt:

  • Das für die Auf­zeich­nung ver­wen­dete „Palm Centro”-Handy hat Dro­pouts im Video­strom pro­du­ziert. Magix’ Video Deluxe, mit dem ich meine Videos schneide, hat an diese Stel­len immer das letzte Bild des Ursprungs­vi­deos gesetzt — und das zeigt Chris’ Dau­men vor dem Objek­tiv. Er hat also nicht stän­dig auf die Linse gefasst…
  • Ja, ich war schon damals nicht wirk­lich schlank…

Informationen und Video zu meiner Bewerbung für die Piratenpartei-​Landesliste zur Landtagswahl in Niedersachsen 2013

Schon vor eini­ger Zeit hatte ich ja geschrie­ben, dass ich mich für die Lan­des­liste der Pira­ten­par­tei zur Land­tags­wahl in Nie­der­sach­sen im Januar 2013 bewerbe. Eine Woche vor der Auf­stel­lungs­ver­samm­lung möchte ich alle Infor­ma­tio­nen über meine Per­son noch­mal zusammenfassen:

  • Ich habe eine Kan­di­da­ten­seite im Wiki der Pira­ten­par­tei. Hier äußere ich mich zu Fra­gen der Landtagswahl.
  • Par­al­lel dazu gibt es auch wei­ter­hin meine Benut­zer­seite im Pira­ten­wiki. Sie ent­hält viele Infor­ma­tio­nen über meine bis­he­ri­gen Akti­vi­tä­ten in der Pira­ten­par­tei und unter ande­rem auch mei­nen „poli­ti­schen Kom­pass”. Die Fra­gen habe ich erst vor weni­gen Tagen beant­wor­tet, die Gra­fik ist also aktuell.
  • Auf den Kan­di­da­ten­sei­ten zur Lan­des­liste gibt es einen umfang­rei­chen Fra­gen­ka­ta­log. Ich habe diese Fra­gen beant­wor­tet und dank Miles Möl­lers Aus­wer­tungs­skrip­ten gibt es meine Ant­wor­ten auch zusam­men­ge­fasst auf einer Seite.
  • Meine Home­page beschreibt mich noch etwas all­ge­mei­ner mit Ver­wei­sen auf ver­schie­dene andere Sei­ten und Dienste.
  • Beson­ders möchte ich noch auf „Pira­ten unter­wegs” ver­wei­sen. In die­sem Videoblog beschäf­tige ich mich zusam­men mit Rei­ner Bud­nick mit poli­ti­schen und mit Pira­ten­the­men in Han­no­ver, Nie­der­sach­sen und dem Rest der Welt.
  • Schließ­lich bie­tet auch die­ser Blog hier natür­lich einen mitt­ler­weile recht umfas­sen­den Ein­blick, was ich so mache, wor­über ich so nach­denke und wie ich mich mit Poli­tik und ande­ren Din­gen all­ge­mein beschäf­tige. Lest!

Außer­dem habe ich anläss­lich mei­ner Kan­di­da­tur noch ein kur­zes Vor­stel­lungs­vi­deo gedreht, in dem ich noch­mal „im O-​Ton” etwas über mich, die Pira­ten und meine Kan­di­da­tur erzähle:

Ihr könnt mich per E-​Mail oder über die Dis­kus­si­ons­sei­ten im Pira­ten­wiki errei­chen und mir gern wei­tere Fra­gen stel­len. Ich freue mich auf die Ver­samm­lung in Nienburg!