Archiv für die 'Kultur' Kategorie

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Auto Auto! — Christian von Richthofen und Benny Greb zerlegen einen Opel Kadett E

Zum Schluss ist es Tschai­kow­ski. Im Takt des Blu­men­wal­zers schwin­gen Chris­tian von Richt­ho­fen und Benny Greb die Vor­schlag­häm­mer und las­sen sie genüss­lich auf die Karos­se­rie des alten Opel Kadett E kra­chen. Motor­haube, Kof­fer­raum­ab­de­ckung, Dach, Kot­flü­gel — alles hin. In den Lack der Sei­ten­front ist das Wort „LOVE” mit dem Win­kel­schlei­fer geschrie­ben. Denn eigent­lich, so Chris­tian von Richt­ho­fen, ist das ganze Spek­ta­kel eine Lie­bes­er­klä­rung an den Kadett E, die­sen „Stein­way unter den Autos”.

Der Opel Kadett am Ende der Show

Ein­ein­halb Stun­den frü­her steht der noch weit­ge­hend unbe­schä­digt auf der Bühne. Zusam­men mit einem Schlag­zeug. Dem Zuschauer ist eine „Rhythm-​and-​Crash-​Performance” ange­kün­digt und dass es dem Auto im laufe des Abends derbe an den Kra­gen gehen wird, wis­sen wir auch. Trotz­dem beginnt der Abend eher gesit­tet: von Richt­ho­fen und Greb tre­ten im Frack auf die Bühne und geben zunächst mal eine A-​capella-​Version der Bach’schen Toc­cata und Fuge in D-​Moll mit laut­ma­le­ri­schen Ele­men­ten. Danach wird das Auto zunächst klang­lich „erforscht”: In der Tat las­sen sich der Karos­se­rie durch Trom­meln auf Motor­haube, Türen, Dach und Rück­wand ganz unter­schied­li­che Geräu­sche ent­lo­cken. Die ein­ge­setz­ten Holz– und Metall­stö­cke hal­ten die Schä­den dabei in Gren­zen. Von Richt­ho­fen und Greb arbei­ten sich durch etli­che Stile, von Reg­gae bis zum Radetz­ky­marsch ist alles dabei. Immer wie­der las­sen sie auch von dem Auto ab und sin­gen. Mit­tels eines klei­nen Loop–Sequen­cers, den von Richt­ho­fen (fast immer) sou­ve­rän mit dem Fuß bedient, ent­ste­hen dabei beacht­li­che mehr­stim­mige Klang­tep­pi­che. Zusätz­lich schil­dert von Richt­ho­fen über­zeu­gend als Hit­ler die Nöte des Füh­rers beim TÜV („Rrr­rück­spägel!?! Wärr brraucht Rrück­spägel?! Äch wäll einen Waa­gen mät Frront­an­trääb!”) und Greb arbei­tet sich genauso furios durch das auf­ge­stellte Schlag­zeug wie er spä­ter eine Rad­kappe als Per­kus­si­ons­in­stru­ment benutzt.

Pla­kat zur Show: Baby, you can play my car; Pla­kat: M. Lustig

Pla­kat: Marion Lus­tig, Fotos: Bernd Weis­haupt, Jür­gen Schmalfuß

Nach der Pause wird es dann hand­fes­ter. Wäh­rend von Richt­ho­fen bereits vor­her die Front­scheibe mit der blo­ßen Hand ein­ge­schla­gen hat — und ich behaupte wei­ter­hin: Das muss weh tun — kommt jetzt die Flex zum Ein­satz und die Schlag­in­stru­mente wer­den grö­ßer. Zu Mozarts Tür­ki­schem Marsch bear­bei­tet von Richt­ho­fen zudem ein wei­te­res Mal die Motor­haube mit den blo­ßen Hän­den, wobei er Maestro-​like auf der Kla­vier­bank sitzt. Bevor dann das Finale dem Auto den Rest gibt, muss der soeben aus dem Publi­kum ernannte Sicher­heits­be­auf­tragte Achim Helme in den ers­ten Rei­hen ver­tei­len. Und dann geht’s — wie beschrieben — los.

Benny Greb tes­tet den Helm vom Sicher­heits­be­auf­trag­ten Achim

Auto Auto! hat sowohl mich als auch meine Beglei­te­rin in jeder Hin­sicht begeis­tert: Zwei Künst­ler mit sicht­lich Spaß an der Sache sin­gen, tan­zen und trom­meln sich durch den Abend. Beide ver­ste­hen ihr Hand­werk und sel­ten wird man Zeuge einer der­art zele­brier­ten Auto­ver­schrot­tung. Dabei ist der tech­ni­sche Auf­wand sicher­lich nicht uner­heb­lich: Dass der Opel Kadett bei sei­nem fina­len Auf­tritt so gut „klingt”, liegt sicher­lich auch daran, dass in der Karos­se­rie etli­che Mikro­fone ver­baut sein dürf­ten, die die Klänge gut aus­ge­steu­ert auf die Laut­spre­cher brin­gen. Der stets unter­ge­mischte Hall — beim Auto weni­ger, beim Gesang mehr — ver­lei­hen der Akus­tik zusätz­li­chen Nach­druck. Und schließ­lich unter­stützt auch das Büh­nen­licht die Ver­schrot­tungs­or­gie nach Kräften.

Chris­tian von Richt­ho­fen nach der Show

Zum vier­ten Mal war von Richt­ho­fen letz­ten Sonn­tag mit Auto Auto! in Han­no­ver. Für diese inter­na­tio­nale Show dürfte das fast sowas wie ein Heim­spiel sein — von Richt­ho­fen kommt aus Nord­deutsch­land und einer der Haupt­lie­fe­ran­ten für die Opel Kadetts saß vor der Bühne. Das Publi­kum im vol­len gro­ßen Saal des Raschplatz-​Pavillons war aus dem Häus­chen. Im Herbst gas­tie­ren die bei­den wie­der in der Nähe — dann in Lehrte. Mei­ner­seits gibt es nur eine Emp­feh­lung: Hin­ge­hen und Anschauen!

Rene Marik und der Maulwurf in „KasperPop”: Autschn reloaded?

Ges­tern war Rene Marik wie­der in Han­no­ver. Und zwar mit sei­nem neuen Pro­gramm „Kas­per­Pop”. Letz­tes Jahr war ich ja schon in „Autschn” und war rest­los begeis­tert. Nun also das neue Pro­gramm — ich und mit mir nicht weni­ger als fünf Freunde waren gespannt. Statt des größ­ten Saa­les im Rasch­platz­pa­vil­lon war die Vor­stel­lung dies­mal im Thea­ter am Aegi, des­sen Saal dop­pelt so groß ist und das eben­falls aus­ver­kauft war.

Rene Marik mit Maul­wurf und Fal­ken­horst, Foto: Ben Wolf (Pressefoto)

Marik ist ja von der Aus­bil­dung her Pup­pen­spie­ler und inso­fern sind die Pup­pen wie­der zen­tra­ler Bestand­teil der Show. Jede Menge alte Bekannte fin­den sich im Laufe des Abends auf der Bühne ein: Frosch Fal­ken­horst, der ber­li­nernde Eis­bär Kalle, die Wasch­lap­pen Domi­nik und Jaque­line, „de Babe” und sogar das Teletubbie-​Telefon sind wie­der mit von der Par­tie — genauso natür­lich wie Sym­pa­thie­trä­ger und Mar­ken­zei­chen Maul­wurf, der immer noch kei­nen Namen hat, aber im Laufe des Abends dies­mal auf eine Maul­wur­fin tref­fen darf. Ich will mal nicht ver­ra­ten, ob die bei­den sich krie­gen, aber so rich­tig leicht hat es der Maul­wurf ja noch nie gehabt.

Zwei Neu­zu­gänge sind zu ver­zeich­nen: Neben einem klei­nen E.T. ist das vor allem der „Kas­per”, der dem Pro­gramm sei­nen Namen gibt und es als „Hass­kas­per” auch gleich mal mit einer ful­mi­nan­ten Publi­kums­be­schimp­fung eröff­net. Ansons­ten über­nimmt er den dia­bo­li­schen Part des Abends: Wenn er, beglei­tet von Sir­ren aus den Laut­spre­chern, auf­taucht, wird’s unge­müt­lich. Mal ent­führt er Bar­bie, mal erscheint er dem Maul­wurf in einem Mushroom-​Alptraum und Fal­ken­horst wird schließ­lich von ihm um einen Frosch­schen­kel erleich­tert. Außer­dem ist er zen­tra­les Ele­ment von zwei Ein­spiel­fil­men: In der „Hass­kas­per­box” kön­nen Pas­san­ten die Puppe über die Hand zie­hen und ihrem Frust mal so rich­tig freien Lauf las­sen. Die Zusam­men­schnitte sind mal wit­zig, wenn etwa ein Fran­zose derb über Prä­si­dent Sakorzy schimpft und dabei die lang­ge­zo­ge­nen fran­zö­si­schen „äh„s pho­ne­tisch kor­rekt als „eee ööööööööööö” unter­ti­telt wer­den. Mal sind sie strange, wenn jemand mit deut­li­chem tür­ki­schen Akzent sich über Aus­län­der beschwert. Und häu­fig kommt Ber­li­ner Lokal­ko­lo­rit durch, was aber auch kein Wun­der ist, weil die Box für viele die­ser Ein­spie­ler wohl am Alex­an­der­platz in Ber­lin stand. Da sind dann halt viele Leute, die sich über die Woh­nungs­not in Fried­richs­hain beschwe­ren oder sanierte Häu­ser im Prenz­lauer Berg, die sie an Schö­ne­berg erinnern.

Die Hass­box steht auch an den jewei­li­gen Spiel­or­ten und Marik for­dert das Publi­kum auf, nach der Vor­stel­lung von ihr Gebrauch zu machen. Die in der Vor­stel­lung gezeig­ten Filme sol­len von Zeit zu Zeit über­ar­bei­tet und auch ins Inter­net gestellt wer­den. In Han­no­ver waren dann wohl auch so etwa zehn Leute anschlie­ßend in der Box.

Eintrittskarte zur Vorstellung in Hannover mit Autogramm

Ein­tritts­karte zur Vor­stel­lung in Han­no­ver mit Autogramm

Zwei Stun­den über Kopf mit Hand­pup­pen zu spie­len ist nicht mög­lich, wes­halb das KasperPop-​Programm, wie schon Autschn, auch aus Nicht-​Puppen-​Teilen besteht. Hier­für hat Marik sich Ver­stär­kung in Form des „Tas­ta­teurs Pro­fes­sor Inge” auf die Bühne geholt, der ihn zu sei­ner E-​Gitarre beglei­tet. Lei­der hat sich auch der Cha­rak­ter der musi­ka­li­schen Parts grund­le­gend geän­dert: Statt der mini­ma­lis­ti­schen Inter­pre­ta­tion melan­cho­li­scher Lie­bes­schul­zen gibt es jetzt ziem­lich laute und schnelle „Pop”-Musik, die bei uns in der Gruppe nie­man­den so recht über­zeugte. Es ist eine nicht wirk­lich inspi­rierte Mischung aus den Ärzten, Sil­ber­mond und Blum­feld, die da aufs Publi­kum her­ab­pras­selt. Abge­se­hen davon, dass ich Blum­feld und Distel­mey­ers verschwurbselt-​pseudointellektuellen Gesang nie lei­den konnte, waren die Stü­cke von Marik nicht immer ver­ständ­lich und pass­ten nicht so recht zu den ande­ren Tei­len des Pro­gramms. Mit die­ser Ein­schät­zung war ich wohl nicht allein: Als Marik im Rah­men der Zugabe erneut zur Gitarre griff, gab es den ver­nehm­li­chen Zwi­schen­ruf „Nicht sin­gen!” aus dem Publikum.

Rene Marik nach der Vorstellung bei Autogrammstunde und Fotos

Rene Marik nach der Vor­stel­lung bei Auto­gramm­stunde und Fotos

Über­haupt, der große Bogen. „Ein Pro­gramm über Pop und Kata­stro­phen” hat Marik ange­kün­digt. Auf die Frage nach der Schnitt­menge wusste das Publi­kum keine rechte Ant­wort (und ich habe mich in dem Moment nicht getraut, laut „Die­ter Boh­len” zu rufen) und so macht sich denn manch­mal eine recht destruk­tive Grund­stim­mung breit. Der Maul­wurf fährt im Urlaub nach Afgha­nis­tan und endet als Rambo, der mit der Kalasch­ni­kow alles nie­der­mäht. Die Wasch­lap­pen tref­fen „in New York” auf­ein­an­der und als end­lich das Eis gebro­chen scheint sagt Jaque­line: „Schau mal, ein Flugzeug” — und weist nach unten. Marik ver­sucht es ver­ein­zelt mit poli­ti­schen The­men, aber das — finde ich — bekommt dem Pro­gramm nicht beson­ders gut. Wo Autschn mit poe­ti­scher Leich­tig­keit glänzte und mit dem vom Lie­bespech ver­folg­ten Maul­wurf einen ganz ein­fa­chen aber zutiefst lie­bens­wer­ten Hel­den hatte, kommt Kas­per­Pop manch­mal reich­lich bra­chial daher. Und der Kas­per, des­sen Bezeich­nung mehr­fach zwi­schen „Hass­kas­per” und „Glat­zen­kas­per” wech­selt, ist nicht wirk­lich eine posi­tive Iden­ti­fi­ka­ti­ons­fi­gur. Zumal sich des­sen Destruk­ti­vi­tät durch das ganze Pro­gramm zieht.

Das heißt jetzt aber nicht, dass es nicht auch viel zu Lachen gäbe. Beson­ders stark ist Marik immer, wenn er wie schon in den gro­ßen Momen­ten von „Autschn” mit einem Mini­mum an Requi­si­ten eine Szene aus dem Ärmel schüt­telt, die man als Zuschauer sofort erfasst und ver­in­ner­licht. Es mag Zufall sein, häu­fig pas­siert das genau dann, wenn er das aus Autschn Bekannte zitiert, vari­iert oder erwei­tert. Schon ganz am Anfang kün­digt Fal­ken­horst den Maul­wurf an, nur um ihn dann selbst als Hand­puppe zu spie­len und den unter ihm ste­hen­den Marik mit den Wor­ten: „Sieh zu und lerne!” abzu­kan­zeln. Eben die­ser Maul­wurf arbei­tet sich spä­ter an Bar­bie ab, die er immer noch schmach­tend „de Babe!” nennt. Wenn er sie dann musi­ka­lisch zu erobern ver­sucht und dabei mit Sprach­feh­ler und Stevie-​Wonder-​Brille auf dem Spiel­zeug­key­board „I just cal­led to say I love you” zum Bes­ten gibt, ist das schlicht genial. Genauso genial der Ver­such vom Maul­wurf und Fal­ken­horst, Win­ne­tou und „Old Shat­ter­hage” nachzuspielen:

So fällt mein Fazit denn auch über­wie­gend posi­tiv aus: Ein kurz­wei­li­ger Abend, der am bes­ten ist, wenn Marik das macht, was er am bes­ten kann: Pup­pen­spie­len. Die Musik fällt dage­gen deut­lich ab und ein iro­ni­sie­ren­des Ele­ment wie die Gedicht­le­sun­gen aus „Autschn” gibt es gar nicht. Dafür spie­len die alt­be­kann­ten Pup­pen in neuen Kon­stel­la­tio­nen und wir erfah­ren end­lich, wie Maul­wurf und Eis­bär mit­ein­an­der kön­nen — näm­lich gar nicht. Bei allem sollte man auch nicht ver­ges­sen, dass das hier in Han­no­ver erst die dritte Vor­stel­lung der KasperPop-​Tournee war — es würde mich nicht wun­dern, wenn da in den nächs­ten Wochen nicht noch der eine oder andere Fein­schliff käme. Gegen Maul­wurf– und Falkenhorst-​Entzugserscheinungen hilft am Bes­ten — ein Besuch bei Rene Marik!

Musik — zwo — drei — vier: Diablo Swing Orchestra bei Jamendo und Amazon

Ich weiß, ich bin in letz­ter Zeit ein wenig faul mit Blog­bei­trä­gen. Aber wie heißt es so schön: Alles im Leben hat seine Zeit. Als Pau­sen­fül­ler heute mal ein Ver­weis auf exter­nen Content:

  

Das Dia­blo Swing Orches­tra aus Schwe­den spielt eine reich­lich ein­zig­ar­tige Mischung aus Gothic, Swing, Folk und diver­sen ande­ren Musik­rich­tun­gen, gar­niert mit dem Gesang einer aus­ge­bil­de­ten Sopra­nis­tin. Von den Bands, die ich so kenne, erin­nert das ganze noch am ehes­ten an Wit­hin Temp­ta­tion.

Anders als Wit­hin Temp­ta­tion hat sich das Dia­blo Swing Orches­tra aber für ein ande­res Lizenz­mo­dell für seine Musik ent­schie­den: Das Album „The Butcher’s Ball­room” ist unter Creative-​Commons-​Lizenz in der Aus­prä­gung „BY-​NC-​ND” zum freien, kos­ten­lo­sen und lega­len Down­load bei Jamendo ver­füg­bar. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch andere Ver­triebs­wege gibt: Auf Ama­zon ist das Album „ganz nor­mal” käuf­lich erwerbbar.

Ich bin ja ein gro­ßer Freund die­ser neuen Ver­triebs­mo­delle für kul­tu­relle Werke. Inso­fern wün­sche ich mir, dass noch viel mehr Künst­ler die­sen Weg gehen und ihre Erzeug­nisse sowohl kom­mer­zi­ell als auch nicht-​kommerziell zur Ver­fü­gung stel­len und so die Teil­habe am kul­tu­rel­len Leben noch viel mehr Men­schen als bis­her mög­lich machen. Poli­tisch lau­tet meine For­de­rung dabei vor allem, dass das gesetz­lich unter­stützte Quasi-​Monopol der GEMA und ähnli­cher Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten voll­stän­dig besei­tigt wer­den muss und vor allem eine werk­weise sowie zeit­lich und anlass­be­zo­gen begrenzte Abtre­tung der Ver­wer­tungs­rechte unkom­pli­ziert und schnell mög­lich sein muss.

Aber dazu ein ande­res Mal mehr. Jetzt wün­sche ich viel Spaß beim Hören die­ser — wie ich finde — außer­ge­wöhn­li­chen Musik.

Jetzt gleich: Piratenwahlwerbespot im Fernsehen (4 von 4)

Hin­weis auf die Wahl­wer­bung der Pira­ten­par­tei:

Am heu­ti­gen 18. Sep­tem­ber um 21:43 Uhr in der ARD läuft der Spot „Freie Lizen­zen” von Chris­to­pher Grabinski.

Ein­schal­ten und Wei­ter­sa­gen. Wei­tere Spots in den öffentlich-​rechtlichen Fern­seh­sen­dern sind mei­nes Wis­sens nicht geplant, even­tu­ell gibt es aber noch Aus­strah­lun­gen ver­schie­de­ner Spots im Pri­vat­fern­se­hen. Wie dem auch sei: Jetzt kommt’s auf den 27. Sep­tem­ber an!

Videointerview mit mir über Politik und Piratenpartei im Journal on Political Excellence

Nach lan­ger Zeit ist jetzt end­lich das Resul­tat eines der inter­es­san­tes­ten Ter­mine ver­füg­bar, den ich in der ziem­lich hek­ti­schen Zeit zwi­schen Euro­pa­wahl und Bun­des­par­tei­tag der Pira­ten hatte. Das Jour­nal on Poli­ti­cal Excel­lence hatte mit mir im Juni ein Inter­view geführt, in dem es nicht nur um die Pira­ten­par­tei, son­dern auch um all­ge­mei­nere poli­ti­sche Fra­gen und meine Ansich­ten dazu ging. Ich habe die­ses Inter­view vor allem des­halb in so guter Erin­ne­rung, weil ich mich hier zwar einer­seits als Par­tei­vor­sit­zen­der, aber ande­rer­seits auch ganz per­sön­lich zu eini­gen Grund­la­gen der Pira­ten­par­tei und der dahin­ter­ste­hen­den gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen Ent­wick­lun­gen äußern konnte. Diese Über­le­gun­gen sind in den vie­len ande­ren Inter­views der Zeit damals mei­nes Erach­tens immer zu kurz gekommen.

JPoX ver­steht sich als inter­na­tio­na­les poli­ti­sches Maga­zin. Dem­ent­spre­chend sind die Bei­träge in Eng­lisch. Auch das Inter­view haben wir auf Eng­lisch geführt. Ange­sichts der kom­ple­xen Mate­rie und der Tat­sa­che, dass ich völ­lig frei gere­det habe, was das nicht ganz ein­fach. Ich denke aber, man kann mir trotz gele­gent­li­cher gram­ma­ti­ka­li­scher — nunja — Unschär­fen folgen.

Das Gesamt­in­ter­view ist in acht The­men­kom­plexe geglie­dert, die in jeweils sepa­ra­ten etwa drei­mi­nü­ti­gen Videos behan­delt wer­den. Im Ein­zel­nen geht es um fol­gende Fragen:

  • Was sind momen­tan die größ­ten Her­aus­for­de­run­gen für Poli­ti­ker und das poli­ti­sche System?
  • Wel­che Ver­bin­dun­gen gibt es zwi­schen der Poli­tik und den neuen tech­ni­schen Möglichkeiten?
  • Wie kann das Inter­net in poli­ti­sche Pro­zesse ein­ge­bun­den werden?
  • Kann das Inter­net poli­ti­sche Pro­zesse und poli­ti­sche Kom­mu­ni­ka­tion verbessern?
  • Ist die Pira­ten­par­tei eine Ein-​Themen-​Partei?
  • Gibt es einen „digi­ta­len Spalt” zwi­schen den Gene­ra­tio­nen oder poli­ti­schen Akteu­ren und ihren Wählern?
  • Wel­che Fol­gen hat der „digi­tale Spalt” für die Gesell­schaft und das poli­ti­sche System?
  • Wenn man eine ein­zige Sache am poli­ti­schen Sys­tem ändern könnte, wel­che müsste das sein?

Meine Ant­wort zur letz­ten Frage („If you could change one sin­gle thing in regard to the poli­ti­cal sys­tem, which one would that be?”) gibt es hier gleich mal direkt, zu allen ande­ren The­men fin­den sich die Videos drü­ben bei JPoX:

Das gesamte Inter­view fin­det sich, wie gesagt, auf der Web­seite von JPoX.

Jetzt gleich: Piratenwahlwerbespot im Fernsehen (3 von 4)

Hin­weis auf die Wahl­wer­bung der Pira­ten­par­tei:

Am heu­ti­gen 15. Sep­tem­ber um 17:10 Uhr im ZDF — direkt vor „Hallo Deutschland” — läuft der Spot „Du bist Terrorist”.

Der wei­tere Sendetermin:

  • Am Frei­tag, 18. Sep­tem­ber um 21:43 Uhr in der ARD läuft der Spot „Freie Lizen­zen” von Chris­to­pher Grabinski.

Ein­schal­ten und Weitersagen.

Free Music Contest: Zweite Phase abgeschlossen, Sampler-​Vorbestellung startet

Vor eini­ger Zeit hatte ich hier bereits über den Free! Music! Con­test! geschrie­ben, zu dem der Musik­pi­ra­ten e.V. auf­ge­ru­fen hatte und bei dem aus den bes­ten der ein­ge­sen­de­ten Free-​Music-​Beiträge Sam­pler pro­du­ziert und ein Livek­on­zert orga­ni­siert wer­den sollte.

F!M!C Logo

Nun ver­mel­den die Musik­pi­ra­ten, dass die „zweite Phase” des Wett­be­werbs abge­schlos­sen sei — wobei mir nicht ganz klar ist, was diese zweite Phase ist und der Text mit den Wor­ten beginnt: „Die erste Phase des Free! Music! Con­test ist nun been­det.” Aber sei’s drum. Aus über vier Stun­den freier Musik wurde ein Doppel-​CD-​Sampler zusam­men­ge­stellt, der auch schon vor­be­stellt wer­den kann. Kos­ten: 2,50 EUR pro CD und ein­ma­lig 2,50 EUR für den Versand.

5,00 EUR für zwei Stun­den Musik? Hm, das hatte ich das letzte Mal bei einer Doppel-​CD mit den „Bran­den­bur­gi­schen Kon­zer­ten” von Bach. Die sind ins­ge­samt 1 Stunde und 56 Minu­ten lang und beim Anhö­ren bekam man den Ein­druck, das ost­eu­ro­päi­sche Orches­ter hätte das Ton­stu­dio für exakt zwei Stun­den gemie­tet: Rein, Hin­set­zen, Los­s­pie­len. Ob nun rich­tig oder falsch war weit­ge­hend egal — und lei­der hat man das der CD auch sehr deut­lich angehört.

Ich bin mir sicher, dass die Free-​Musiker das bes­ser hin­be­kom­men haben. :-)

Die Party gibt’s übri­gens auch. Am 3.10. in der Krea­tiv­fa­brik in Wies­ba­den. 20:00 Uhr, 5,00 EUR. Das ist weni­ger Geld als ein durch­schnitt­li­cher Kino­be­such — aber bestimmt lus­ti­ger. Head­li­ner sind übri­gens por­no­pho­ni­que.

Jetzt gleich: Piratenwahlwerbespot im Fernsehen (2 von 4)

Hin­weis auf die Wahl­wer­bung der Pira­ten­par­tei:

Am heu­ti­gen 5. Sep­tem­ber um 22:45 Uhr in der ARD — direkt nach dem Wort zum Sonn­tag — läuft der Spot „Ich bin Pirat” von Coggy.

Die wei­te­ren Sendetermine:

  • Am Diens­tag, 15. Sep­tem­ber um 17:10 Uhr im ZDF — direkt vor „Hallo Deutschland” — läuft der Spot „Du bist Terrorist”.
  • Und am Frei­tag, 18. Sep­tem­ber um 21:43 Uhr in der ARD läuft der Spot „Freie Lizen­zen” von Chri­so­pher Grabinski.

Ein­schal­ten und Weitersagen.

Jetzt gleich: Piratenwahlwerbespot im Fernsehen (1 von 4)

Hin­weis auf die Wahl­wer­bung der Pira­ten­par­tei:

Am heu­ti­gen 3. Sep­tem­ber um 19:20 Uhr im ZDF — direkt nach den Heute-​Nachrichten — läuft der Spot „Freie Lizen­zen” von Chris­to­pher Grabinski.

Die wei­te­ren Sendetermine:

  • Am Sams­tag, 5. Sep­tem­ber um 22:45 Uhr in der ARD — direkt nach dem Wort zum Sonn­tag — läuft der Spot „Ich bin Pirat” von Coggy.
  • Am Diens­tag, 15. Sep­tem­ber um 17:10 Uhr im ZDF — direkt vor „Hallo Deutschland” — läuft der Spot „Du bist Terrorist”.
  • Und am Frei­tag, 18. Sep­tem­ber um 21:43 Uhr in der ARD läuft noch­mal der Spot „Freie Lizenzen”

Ein­schal­ten und Weitersagen.

„Delph’ sans les pattes” und „German Viewers Love Their Detectives” — Fundstücke

Heute gibt’s mal zwei Links auf Fund­stü­cke, die ich aus ver­schie­de­nen Grün­den für erwäh­nens­wert halte:

Delph' sans les pattes - Ze first cidi

Delph’ sans les pat­tes — Ze first cidi

Da ist zunächst das Album „Ze first cidi” der Stras­bour­ger Gruppe „Delph’ sans les pat­tes”. Mein Fran­zö­sisch ist zu schlecht, als dass ich mir mehr als nur ansatz­weise zusam­men­rei­men könnte, was der Band­name heißt und um was es in den Lie­dern geht. Wenn ich das rich­tig über­bli­cke, dürfte das Album wohl in den USA einen „Par­en­tal Advise: Exp­li­cit lyrics”-Bapperl bekom­men. Aber wir sind hier ja nun mal in Deutsch­land, der Text ist Fran­zö­sisch, und der­art schö­nem Chan­son ver­gibt man doch irgend­wie alles, oder?

Und weil das ganze von Jamendo kommt, kann ich hier auch noch ein­fach mal direkt ver­lin­ken und zum Abspie­len auffordern:

  

Und dann war da noch die New York Times, die ihren US-​amerikanischen Lesern die Kri­mi­se­rie „Tat­ort” erklärt:

Ver­bre­chen gesche­hen hier an so typisch deut­schen Orten wie den inner­stä­di­schen „Schrebergarten”-Gartenanlagen, wo natur­ver­liebte Deut­sche ihre eige­nen Toma­ten zie­hen und ihren merk­wür­di­gen Geschmack für Plas­tik­wich­tel pfle­gen. Die Köl­ner „Tatort”-Kommissare machen ihre Pau­sen grund­sätz­lich an ihrem Lieblings-„Büdchen”, einem jener Bier– und Brat­wurst­stände, die so typisch für das Rhein­land sind. Selbst die düs­tere Aus­leuch­tung scheint bei so man­chem Deut­schen die eige­nen vier Wände wie­der­zu­ge­ben. […]
Man muss sich diese Serie als einen Mikro­kos­mos der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land vor­stel­len, so wird sie auch von den Pro­du­zen­ten immer wie­der ange­prie­sen. Jeder Tat­ort lässt seine regio­na­len Wur­zeln erken­nen, sei es, dass die Dar­stel­ler im loka­len Dia­lekt spre­chen oder der Fall etwas mit regio­na­len Beson­der­hei­ten zu tun hat. Und die Deut­schen spre­chen über ihren Lieb­lings­tat­ort in etwa so wie über die lokale Fuß­ball­mann­schaft. Der Müns­te­ra­ner Tat­ort hat grund­sätz­lich komi­sche Ele­mente. Im grü­nen Kon­stanz geht es für die „Tatort”-Kommissare häu­fig um Fälle im Umwelt­be­reich. Ham­burg prä­sen­tiert einen rast­lo­sen James-​Bond-​artigen Tür­ken, der allein arbei­tet; Han­no­ver eine schöne und schlaue aber ein­zel­gän­ge­ri­sche Kom­mis­sa­rin.
Man könnte sagen, es ist ein wenig wie „CSI” mit Lokal­ko­lo­rit, aber es ist ein­fach zu „Deutsch” um mit die­ser ame­ri­ka­ni­schen Ein­heits­ware ver­wech­selt zu wer­den: Nicht so geleckt, viel unblu­ti­ger, dafür aber mit einem Händ­chen für bri­sante Geschich­ten. Vor eini­ger Zeit hat ein „Tat­ort”, in dem es um Inzest inner­halb der kur­di­schen und tür­ki­schen Ale­vi­ten­ge­mein­schaft ging, zu Pro­tes­ten von zehn­tau­sen­den Ale­vi­ten in Köln und Ham­burg geführt. […]

Ich finde es immer beson­ders erhel­lend, wenn man mal einen Bericht über etwas liest, das man selbst schon lange kennt und das aus einem ganz ande­ren Blick­win­kel betrach­tet wird. Des­halb habe ich die Lek­türe des (eng­lisch­spra­chi­gen) Ori­gi­nal­ar­ti­kels auch sehr genos­sen und kann ihn nur weiterempfehlen.