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	<title>Letzte Weisheiten &#187; Kultur</title>
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	<description>Der Blog zum Dirk</description>
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		<title>Der zweite Tod des Loriot: Von der Bankrotterklärung des Urheberrechts</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Nov 2011 18:30:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Hillbrecht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Am 22. August 2011 starb Vicco von Bülow, besser bekannt als Loriot. Von Bülows Einfluss auf die Populärkultur der Bundesrepublik Deutschland in den letzten 40 Jahren ist erheblich: Begriffe wie „Jodeldiplom” oder Redewendungen wie „Die Ente bleibt draußen!” sind in die deutsche Umgangssprache eingegangen und sein filmisches und literarisches Werk sind weiten Teilen der Bevölkerung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 22. August 2011 starb Vicco von Bülow, besser bekannt als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Loriot">Loriot</a>. Von Bülows Einfluss auf die Populärkultur der Bundesrepublik Deutschland in den letzten 40 Jahren ist erheblich: Begriffe wie „Jodeldiplom” oder Redewendungen wie „Die Ente bleibt draußen!” sind in die deutsche Umgangssprache eingegangen und sein filmisches und literarisches Werk sind weiten Teilen der Bevölkerung geläufig.</p>
<p>Dieser Tage stirbt Loriot einen zweiten Tod. Abzusehen war dies bereits vor einigen Tagen, als <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Loriot-Erben-verklagen-Wikipedia-1380454.html">Heise Online vermeldete</a>, die Loriot-Erben hätten die Wikipedia wegen der Abbildung von Briefmarken mit typischen Loriot-Motiven verklagt. Nun hat die Linküberwachung meines Blog bei meinem Link auf eine Youtube-Veröffentlichung der „Weihnachten bei Hoppenstedts” zugeschlagen. Und in der Tat sieht der geneigte Betrachter nun nur noch dies:</p>
<div id="attachment_1686" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a href="http://blog.hillbrecht.de/wp-content/uploads/2011/11/gesperrt.png"><img src="http://blog.hillbrecht.de/wp-content/uploads/2011/11/gesperrt.png" alt="Weihnachten bei Hoppenstedts: In die Röhre geschaut" title="Weihnachten bei Hoppenstedts: In die Röhre geschaut" width="450" height="319" class="size-full wp-image-1686" /></a><p class="wp-caption-text">Weihnachten bei Hoppenstedts: In die Röhre geschaut</p></div>
<p>Wir werden hier Zeuge der desaströsen Auswirkungen unseres aktuellen Urheberrechtsregimes auf die kulturelle Welt unseres Landes. Einzelne, am Entstehungsprozess weitgehend Unbeteiligte, entziehen der Gesellschaft Grundlagen ihres kulturellen Wissensschatzes — legal und unter Anwendung äußerst restriktiver juristischer Werkzeuge. Ich unterstelle mal, dass dies aus wirtschaftlichen Interessen geschieht. Und das macht die Sache völlig zur Farce. Denn: Dass ein wirtschaftliches Interesse an den inkriminierten Inhalten besteht, ist ja überhaupt nur ebendieser Gesellschaft zu verdanken, die sich dafür interessiert.</p>
<p>Schwierig zu verstehen? Ich versuche es nochmal anders herum: Ein Künstler schafft ein Werk. Er macht dies öffentlich, um Interesse zu wecken und — üblicherweise — einen wirtschaftlichen Wert zu schaffen. Dieser tritt ein, wenn es tatsächlich Menschen gibt, die sich für das Werk interessieren. Daraufhin ist es dem Künstler oder auch einem berechtigten Dritten möglich, der nunmehr interessierten Öffentlichkeit das Werk wieder zu entziehen und mit rigidesten Rechtsmitteln gegen die weitere Öffentlichkeit des Werkes vorzugehen. Und Loriot ist kein Einzelfall: Wer erinnert sich noch an das infantile <a href="http://www.stern.de/digital/online/schnappi-das-kleine-krokodil-im-netz-geschluepft-535459.html">„Schnappi”-Krokodil</a>? Wie war das mit den <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Harry-Potter-Seiten-im-Internet-weltweit-ueberwacht-33610.html">Harry-Potter-Fans</a>, die nach den sensationellen Verkaufserfolgen plötzlich <a href="http://www.focus.de/kultur/buecher/j-k-rowling_aid_137741.html">juristischem Sperrfeuer</a> ausgesetzt waren?</p>
<p>Fühlt sich hier noch wer für dumm verkauft?</p>
<p>Es mag vielen von uns nicht bewusst sein, aber die „westliche Welt” hat in den vergangenen 50 Jahren eines der repressivsten, öffentlichkeitsfeindlichsten und insgesamt kulturschädlichsten Urheberrechts– und Verwertungsregime der Menschheitsgeschichte installiert. Nur so sind Mechanismen wie die oben geschilderten durchsetzbar — zum Schaden aller Beteiligten. Kulturelle Werke können auf Zuruf der Öffentlichkeit entzogen werden, ein Interessensausgleich für eben diese Öffentlichkeit — die durch ihr Interesse ja überhaupt erst eine Grundlage für die Relevanz des Kulturguts geschaffen hat — findet nicht statt. Erstaunlich, dass derlei Treiben so unwidersprochen in Öffentlichkeit und Politik bleibt.</p>
<p>Als Pirat (<a href="http://www.duden.de/rechtschreibung/Pirat">in der 2. Bedeutung des Wortes</a>) werde ich häufiger auf unsere Positionen zum Urheberrecht angesprochen. „Ihr wollt ja, dass alle alles kopieren können, wovon sollen die Künstler denn leben?” bekomme ich dann mit leicht vorwurfsvollem Tonfall zu hören. Ich antworte dann stets, dass <a href="http://www.piratenpartei.de/">Piratens</a> eben nicht die völlige Abschaffung von Urheberrecht und Wertschöpfung fordern. Aber die Waage zwischen den verschiedenen Ansprüchen muss neu austariert werden. Der Gesellschaft sind im momentanen System alle Rechte an ihren eigenen kulturellen Wurzeln genommen. Das passiert deshalb, weil sogenannte Schutzrechte in völlig ausgeuferter Weise erteilt und durchgesetzt werden. Gerade vor dem Hintergrund der technischen Entwicklung der letzten 20 Jahre muss es hier zu einer Korrektur zu Lasten der sogenannten Rechteinhaber zu Gunsten der Allgemeinheit kommen. Und das bedeutet:</p>
<ul>
<li>Massive Kürzung von Schutzfristen an kulturellen Werken</li>
<li>Schutzzeitorientierung am Entstehungs– oder Veröffentlichkeitszeitpunkt des Werkes, nicht am Tod des Werkschaffenden</li>
<li>Vorzeitiges Erlöschen von Schutzrechten mit dem Tod des Werkschaffenden</li>
<li>Keine Ausweitung von Schutzrechtsansprüchen, zum Beispiel durch ein <a href="http://leistungsschutzrecht.info/">Leistungsschutzrecht für Verleger</a></li>
<li>Unterscheidung von kommerzieller und nicht-kommerzieller Nutzung eines Werkes</li>
<li>Abschaffung von Beweislastumkehrmechanismen wie der völlig überholten „<a href="http://www.internet-law.de/2011/11/die-gema-vermutung.html">GEMA-Vermutung</a>”</li>
<li>Allgemeine Förderung von alternativen Lizenzmodellen wie „<a href="http://de.creativecommons.org/">Creative Commons</a>” durch verstärkte Nutzung durch öffentliche Stellen</li>
</ul>
<p>Loriot ist tot. Für ihn ist der Hick-Hack um sein Werk nicht mehr relevant. Wir als Gesellschaft sehen uns jetzt Verwerten seines Werkes gegenüber, denen es — so stellt es sich für mich dar — nicht um die Kultur, sondern um ihre Partikularinteressen geht. Das kann man ihnen, so fair muss man sein, gar nicht wirklich anlasten. Denn der Fehler liegt in einem System, das solches Vorgehen überhaupt erst ermöglicht.</p>
<p>Und das müssen wir ändern!</p>
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		<title>Berliner Piraten und die „Datenschutzpanne”: Von CC: und BCC:</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 12:15:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Hillbrecht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer]]></category>
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		<description><![CDATA[Rumms! Da ist es passiert: Datenschutzpanne in Berlin! Bei den Piraten! Ausgerechnet bei diesen Vorreitern von Datensicherheit und Privatsphäre. Im Rahmen des Bewerbungsprozesses für die dortige Fraktionsgeschäftsstelle wurde eine Rund-E-Mail an alle Bewerber versehentlich so verschickt, dass jeder Empfänger die Adressen aller anderen Empfänger (also der Mitbewerber) in der E-Mail sehen konnte. Technisch gesprochen: Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rumms! Da ist es passiert: <a href="http://www.piratenfraktion-berlin.de/2011/11/08/stellungnahme-zur-„bcc-panne“/">Datenschutzpanne in Berlin! Bei den Piraten!</a> Ausgerechnet bei diesen Vorreitern von Datensicherheit und Privatsphäre.</p>
<p>Im Rahmen des Bewerbungsprozesses für die dortige Fraktionsgeschäftsstelle wurde eine Rund-E-Mail an alle Bewerber versehentlich so verschickt, dass jeder Empfänger die Adressen aller anderen Empfänger (also der Mitbewerber) in der E-Mail sehen konnte. Technisch gesprochen: Die Empfänger wurden nicht in das Feld für „Blindkopien” („blind carbon copy, BCC”) eingetragen, sondern bei den „normalen” Kopien („carbon copy, CC”).</p>
<p>Mir kommen dazu drei Gedanken:</p>
<p>Erstens ist diese Panne zweifelsohne ärgerlich und unnötig, aber sie ist nicht der Untergang des Abendlandes. Letztlich geht es um sehr eingeschränkte Daten, die zudem bei weitem nicht in allen Fällen einer Person zuzuordnen sein dürften. Da die Bewerber jetzt zudem auch noch untereinander Kontakt aufnehmen können, macht das ganze die Sache für die Fraktion auch noch eher schwieriger.</p>
<p>Die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Fehler lässt sich, und das ist mein zweiter Gedanke, durch technische Maßnahmen reduzieren. Im <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Datenschutz-Panne-bei-Berliner-Piraten-1374838.html">Heise-Artikel</a> wird eine Begrenzung von Empfängern angesprochen, die nun implementiert werden soll. Ich habe ja auch schon größere Rundmails herumgeschickt und die latente Gefahr der Fehlbedienung ist mir sehr bewusst. Deshalb arbeite ich in solchen Fällen schon lange nicht mehr mit der Standard-E-Mail-Kopiefunktion, sondern mit einem kleinen Skript, das aus einer Datei die E-Mail und aus einer anderen die Empfängerliste liest und dann <em>an jeden Empfänger eine einzelne E-Mail</em> versendet. Denn auch der Rückgriff auf Blindkopien („BCC”) ist nicht wirklich sicher, man verlässt sich hier darauf, dass Systeme, die nicht unter eigener Aufsicht stehen, sich an die Regeln halten. Kann sein, muss aber nicht.</p>
<p>Schließlich, und das meines Erachtens das Wichtigste, ist dies auch ein Beitrag zu einem Lernprozess innerhalb der Piratenpartei selbst: Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Gerade in Sachen „Datenschutz” gibt es einige Meinungsvertreter, die von einem sehr hohen Ross argumentieren, nichts außer der absoluten Maximallösung gelten lassen und soziale Probleme mit technischen Maßnahmen lösen wollen. Das funktioniert nicht und wird auch nie funktionieren. Hier ist ein Fehler passiert und noch viele Fehler werden diesem folgen. Es wäre jetzt nicht zielführend, Martin Delius oder wen auch immer „zur Verantwortung ziehen” zu wollen. In Sachen Datenschutz und Datensicherheit müssen wir vielmehr ein insgesamt schlüssiges Konzept verfolgen, das einerseits einen sorgfältigen Umgang mit Daten und Informationen sicherstellt, andererseits aber auch von den Anwendern beherrschbar ist. Das wird man mit Maximallösungen nicht erreichen.</p>
<p>Ich selbst bin zum Beispiel schon immer wieder angenervt davon, dass das PGP-Plugin meines Thunderbird keine Möglichkeit vorsieht, eine E-Mail <em>dauerhaft</em> zu entschlüsseln. Was soll sowas? Hält dieses Programm mich für unfähig, vertrauliche Daten auf meinem System angemessen zu schützen?</p>
<p>Also, liebe Piraten: Sehen wir diesen Vorfall als eine Nachricht aus der „richtigen Welt”. Bauen wir mit unseren Programmpunkten und Ideen darauf auf, dass diese Welt so ist wie sie ist. Akzeptieren wir, dass sich ein perfekter Schutz nicht erreichen lässt. Und dass der Versuch, ihn zu erreichen, so vieles kaputt macht, dass man rechtzeitig mit diesem Streben nach Perfektion aufhören sollte.</p>
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		<title>betrifft: Die Piratenpartei — Diskussionsveranstaltung im Pavillon am Raschplatz</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Nov 2011 08:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Hillbrecht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Veranstaltungshinweis in eigener Sache: Am heutigen Donnerstag findet um 19 Uhr im Pavillon am Raschplatz in Hannover eine Diskussion zur Piratenpartei statt. „betrifft” heißt die Veranstaltungsreihe und bei „betrifft: Die Piratenpartei” geht es der Ankündigung nach um „das Große Ganze”: Sind wir ein reiner Protestwählerverein oder stehen wir für eine neue Politik? Auf der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Veranstaltungshinweis in eigener Sache: Am heutigen Donnerstag findet um 19 Uhr im <a href="http://pavillon-hannover.de">Pavillon am Raschplatz in Hannover</a> eine Diskussion zur <a href="http://www.piratenpartei.de">Piratenpartei</a> statt. „betrifft” heißt die Veranstaltungsreihe und bei „<a href="http://pavillon-hannover.de/index.php?id=110&#038;event=2295">betrifft: Die Piratenpartei</a>” geht es der Ankündigung nach um „das Große Ganze”: Sind wir ein reiner Protestwählerverein oder stehen wir für eine neue Politik? Auf der Bühne der Politikwissenschaftler Sebastian Krätzig und das Grüne Urgestein Silke Stokar, womit die Grundtendenz des Abends schon vorgezeichnet ist: Was sagt die Politikwissenschaft zu den Piraten und natürlich das beliebte Mantra: „Die Piraten sind heute das, was die Grünen vor 30 Jahren waren.”</p>
<p>Das ist für mich besonders interessant, denn der dritte im Bunde auf der Bühne — bin ich. Eingeladen und angekündigt als „Regionschef” — das ist irgendwie die pressegängige Bezeichnung für den „Vorsitzenden des Regionsverbandes Hannover” — bin ich just seit heute auch Abgeordneter im Rat der Stadt Hannover, und damit unter den ersten 100 Menschen in Deutschland, die für die Piratenpartei in allgemeinen Wahlen in ein Gremium gewählt wurden. Und ich kenne die Piratenpartei fast seit ihren Anfängen: Im Oktober 2006 war ich einer jener fünf Menschen, die am allerersten Interessententreffen in Hannover — und in Niedersachsen — teilgenommen haben. Seither bin ich in wechselnden Rollen in der Partei aktiv, unter anderem 2008/2009 als Bundesvorsitzender. Ich denke, ich kann schon das eine oder andere dazu sagen, was die Piraten sind, was sie nicht sind, und warum ich doch deutliche Unterschiede zwischen uns und den Grünen Anfang der 1980er Jahre sehe. Andersherum bin ich aber durchaus gespannt auf diese Vergleiche. Die Anfangszeit der Grünen liegt ganz am Rand meiner eigenen Erinnerungen, viel habe ich, Jahrgang 1972, von Politik damals noch nicht mitbekommen.</p>
<p>Ich freue mich also auf die heutige Diskussion. Es wird bestimmt ein interessanter Abend.</p>
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		<title>Facebook</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 22:10:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Hillbrecht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da habe ich nun etwas gemacht, das bei vielen Menschen in meinem Umfeld eine gewisse Fassungslosigkeit ausgelöst hat: Seit etwa einem Monat bin ich bei Facebook registriert. Genau: Das ist diese Datenkrake, der schon unsere extrem kompetente „Verbraucherschutzministerin” öffentlichkeitswirksam den Rücken kehrte, weil dort so unglaublich böse Dinge mit der Privatsphäre passieren würden und die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da habe ich nun etwas gemacht, das bei vielen Menschen in meinem <a href="http://www.piratenpartei.de/">Umfeld</a> eine gewisse Fassungslosigkeit ausgelöst hat: Seit etwa einem Monat bin <a href="http://de-de.facebook.com/people/Dirk-Hillbrecht/100002534168187">ich bei Facebook</a> registriert. Genau: Das ist diese Datenkrake, der schon unsere extrem kompetente „<a href="http://www.ilse-aigner.de/">Verbraucherschutzministerin</a>” öffentlichkeitswirksam <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Aigner-meldet-sich-bei-Facebook-ab-1015067.html">den Rücken kehrte</a>, weil dort so unglaublich böse Dinge mit der Privatsphäre passieren würden und die überall rumschnüffeln und überhaupt…</p>
<p>Die Verbraucherschutzministerin gehört übrigens derjenigen Partei an, die am lautesten nach <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/CSU-will-bei-Vorratsdatenspeicherung-und-Netzueberwachung-Tempo-machen-1162711.html">Vorratsdatenspeicherung und Überwachungsstaat</a> schreit. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Honi_soit_qui_mal_y_pense">Ein Schelm, wer Böses dabei denkt</a>.</p>
<p>Ich gehöre zu den Menschen, die über eine Sache am liebsten erst dann urteilen, wenn sie sich selbst ein Bild machen konnten. Nach einem Monat bin ich nun langsam so weit, dass ich einen kleinen Realitätscheck wage, was diese Aussagen betrifft. Und dessen Resumée lautet: Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Tatsächlich weiß Facebook von mir als Nutzer nicht mehr als meinen Namen, meine E-Mailadresse und meine Handynummer. Letztere war für die Anmeldung nötig, die beiden anderen habe ich zwar mit meinem bürgenlichen Namen hinterlegt, dies wäre aber nicht zwingend. Und in der Tat treiben sich in meiner Freundesliste so einige Menschen herum, die mit einem Phantasienamen oder zumindest einem stark gekürzten Nachnamen unterwegs sind. Andere „harte Fakten” kennt das „soziale Netzwerk” von mir nicht.</p>
<p>Dann habe ich als erste Amtstat meinem neu angelegten Profil eine relativ weitgehende Verschwiegenheit verordnet: Fast alle Inhalte sind nur von meinen „Freunden” lesbar. Auch dies scheint eine recht verbreitete Taktik zu sein, jedenfalls konnte ich auch bei vielen meiner jetzigen Kontakte vor dem Knüpfen der „Freundschaft” im Profil nichts oder nur wenig lesen.</p>
<p>Insofern ist das ganze zunächst mal ziemlich dicht und entspricht meinen eigenen Anforderungen daran, wie ich von Internetdiensten erwarte, dass sie mit meinen Daten umgehen. Allerdings sind der eigentliche Datenschatz bei Diensten wie Facebook ja gar nicht so sehr meine realen Daten, sondern die Informationen im System: Mit wem bin ich bekannt, wer ist bei mir Freund, auf wessen Seite lese ich, was markiere ich mit „Gefällt mir”. Daraus lässt sich durchaus ein gewisses Bild meiner Person zeichnen. Allerdings sind es nunmal genau diese Informationen, die das „soziale Netzwerk” Facebook ausmachen. Deshalb gehe ich diesen Kompromiss ein, gebe diese Daten in die Rechner des Facebooksystems und bekomme dafür die Vernetzung.</p>
<p>Und die ist gar nicht schlecht. Es geht hier um das einfache In-Kontakt-Bleiben und den Austausch von Informationen (unabhängig von Gehalt und Niveau), und da hat Facebook in der Tat vieles richtig gemacht. Ich kann kurze Statements hinterlassen, die Statements anderer Teilnehmer kommentieren, schnell mal ein Bild, ein Video oder einen Link posten und auch die wieder kommentieren lassen oder an Andere weiterschicken. Das alles mit wenigen Klicks und ziemlich intuitiv. Das geht genau auf die richtige Art und Weise unkompliziert und im Vorbeigehen, sodass man es auch tatsächlich benutzt.</p>
<p>Und was hat man nun für „Freunde” auf Facebook? Naja, quer durch den Garten. Bei mir sind’s viele Piraten (logisch), Kollegen, „reale” Freunde (ja, sowas habe ich…) und Familie. Insbesondere habe ich über Facebook mittlerweile auch einige alte Schulkameraden wiedergefunden bzw. habe hier die Möglichkeit, auf die bereits beschriebene unkomplizierte Weise in Kontakt zu bleiben. Ja, ich gebe zu, es war ein durchaus positiver Zufall, dass ausgerechnet in meine Facebook-Einstiegsphase mein 20-jähriges Abi-Jubiläum fiel. Der Clou ist dabei weniger, dass ich alle diese Menschen jetzt erreichen könnte — bei den allermeisten ging das auch vorher schon -, sondern dass ich sie auf Facebook <i>einfach</i> erreichen kann. Und das scheint nicht nur mir so zu gehen: Kurze Nachricht über das Nachrichtentool — kurze Antwort kommt häufig sehr schnell zurück. Einfacher als E-Mails, länger als Twitter, zudem ggf. mit Bildern und Links aufgepeppt — Facebook-Nachrichten bilden meiner (zugegebenermaßen kurzen) Erfahrung nach eine eigene Nuance im Kontinuum der textbasierten Kommunikationswege.</p>
<p>Zudem geht das ganze auch ohne große Abstriche übers Handy. Die <a href="http://www.androidpit.de/de/android/market/apps/app/com.facebook.katana/Facebook-fuer-Android">Facebook-Android-App</a> is’ zwar nich’ so dolle, aber zum kurzen Checken „Hat wer was geschrieben?” oder „Was machen denn die anderen gerade?” reicht es vollkommen.</p>
<p>Insofern würde ich viele der Warnrufe über die „gefährliche Datenkrake” Facebook nicht uneingeschränkt teilen. Sicher, man kann sich in einem sozialen Netzwerk komplett nackig machen. Zumindest Facebook im Juni 2011 erzwingt dies aber keineswegs. Man muss halt — wie so häufig im Leben — wissen was man tut. Aber vielleicht sieht man das auch etwas anders, wenn man in Wikipedia <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dirk_Hillbrecht">zu finden ist</a>…</p>
<p>Und über was redet man bei Facebook nun so? Naja, wie nicht anders zu erwarten: Immer nur über das Wichtigste…</p>
<div id="attachment_1554" class="wp-caption aligncenter" style="width: 488px"><a href="http://blog.hillbrecht.de/wp-content/uploads/2011/07/wofuer-ist-facebook-gut.png"><img src="http://blog.hillbrecht.de/wp-content/uploads/2011/07/wofuer-ist-facebook-gut.png" alt="Facebookkonversation, authentisches Beispiel" title="Facebookkonversation, authentisches Beispiel" width="478" height="213" class="size-full wp-image-1554" /></a><p class="wp-caption-text">Facebookkonversation, authentisches Beispiel</p></div>
<p>Für dieses Blog hat meine Facebook-Anmeldung übrigens auch zwei Konsequenzen: Zum einen sollte jeder neue Artikel hier ab sofort auf meiner Pinnwand angekündigt werden und zum anderen hat jeder Artikel hier jetzt einen „Gefällt mir”-Knopf, mit dem andere Facebooker auf ihn hinweisen können. Für beides verwende ich das WordPress-Plugin „<a href="http://wordpress.org/extend/plugins/add-link-to-facebook/">Add Link to Facebook</a>”. Mal sehen, ob das alles so funktioniert wie die Anleitung sagt.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Von Bildern, Parteien und Lizenzen. Heute: Die Linke und die Stadtbahn in Hannover</title>
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		<pubDate>Tue, 17 May 2011 18:30:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Hillbrecht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehr]]></category>
		<category><![CDATA[creative commons]]></category>
		<category><![CDATA[Hannover]]></category>
		<category><![CDATA[linke]]></category>
		<category><![CDATA[piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[stadtbahn]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist doch immer wieder erhellend, im Internet zu surfen. Nehmen wir mal die „Ricklinger Plakatwand” des hannoverschen lokalen Internetmagazins „Ihmebote”. Da findet sich (immer noch) ein Plakat einer Veranstaltung der Partei „Die Linke” aus dem April 2010: So weit, so gut. Ich bin aber an dem Motiv des Plakats hängengeblieben. Dieses Stadtbahnbild, hm, … [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist doch immer wieder erhellend, im Internet zu surfen. Nehmen wir mal die „<a href="http://www.ricklinger-plakatwand.de/">Ricklinger Plakatwand</a>” des hannoverschen lokalen Internetmagazins „<a href="http://www.ihmebote.de/">Ihmebote</a>”. Da findet sich (immer noch) ein Plakat einer <a href="http://www.ihmebote.de/2010/04/06/linke-oepnv-suedstadt/">Veranstaltung der Partei „Die Linke”</a> aus dem April 2010:</p>
<div id="attachment_1530" class="wp-caption aligncenter" style="width: 221px"><a href="http://blog.hillbrecht.de/wp-content/uploads/2011/05/20100406linke.jpg"><img src="http://blog.hillbrecht.de/wp-content/uploads/2011/05/20100406linke-211x300.jpg" alt="Plakat für eine Diskussionsveranstaltung der Linken" title="Plakat für eine Diskussionsveranstaltung der Linken" width="211" height="300" class="size-medium wp-image-1530" /></a><p class="wp-caption-text">Plakat für eine Diskussionsveranstaltung der Linken</p></div>
<p>So weit, so gut. Ich bin aber an dem Motiv des Plakats hängengeblieben. Dieses Stadtbahnbild, hm, … irgendwoher kenne ich das. Und ich bin dann auch recht schnell drauf gekommen: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:2001-03-31.H-TW2000-Vahrenwalder-Platz.jpg?uselang=de">Es ist von mir</a>.</p>
<div id="attachment_1532" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://blog.hillbrecht.de/wp-content/uploads/2011/05/tw2000-klein.jpg"><img src="http://blog.hillbrecht.de/wp-content/uploads/2011/05/tw2000-klein-300x222.jpg" alt="Wikipediabild des hannoverschen Stadtbahnwagens TW2000" title="Wikipediabild des hannoverschen Stadtbahnwagens TW2000" width="300" height="222" class="size-medium wp-image-1532" /></a><p class="wp-caption-text">Wikipediabild des hannoverschen Stadtbahnwagens TW2000</p></div>
<p>Im März 2001 habe ich dieses Bild am Vahrenwalder Platz fotografiert und im Juni 2005 in den Wikipedia-Artikel über die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stadtbahn_Hannover">hannoversche Stadtbahn</a> eingebaut. So liegt es denn <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:2001-03-31.H-TW2000-Vahrenwalder-Platz.jpg?uselang=de">auf den Wikimedia Commons</a> und wird mittlerweile in <a href="http://ar.wikipedia.org/wiki/%D8%B9%D8%B1%D8%A8%D8%A9_%D9%83%D9%87%D8%B1%D8%A8%D8%A7%D8%A6%D9%8A%D8%A9">einer</a> ganzen <a href="http://sr.wikipedia.org/wiki/%D0%A2%D1%80%D0%B0%D0%BC%D0%B2%D0%B0%D1%98">Reihe</a> von <a href="http://ja.wikipedia.org/wiki/%E3%82%B8%E3%83%A3%E3%82%B9%E3%83%91%E3%83%BC%E3%83%BB%E3%83%A2%E3%83%AA%E3%82%BD%E3%83%B3">Artikeln</a> benutzt.</p>
<p>Und offensichtlich auch hier auf diesem Plakat der „Linken”. Nochmal beide Bilder nebeneinandergestellt im Vergleich:</p>
<div id="attachment_1531" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://blog.hillbrecht.de/wp-content/uploads/2011/05/bild-plakat..jpg"><img src="http://blog.hillbrecht.de/wp-content/uploads/2011/05/bild-plakat.-300x208.jpg" alt="Wikipediabild und das Plakat im direkten Vergleich" title="Wikipediabild und das Plakat im direkten Vergleich" width="300" height="208" class="size-medium wp-image-1531" /></a><p class="wp-caption-text">Wikipediabild und das Plakat im direkten Vergleich</p></div>
<p>Ich freue mich ja immer, wenn meine Werke genutzt werden. Und ich mache das ja auch explizit möglich, indem ich sie unter einer geeigenten Lizenz bereitstelle. Ich verwende üblicherweise die jeweils aktuelle <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.de">CC-BY-SA-Lizenz</a>, das heißt, ich erlaube die Weitergabe unter Quellenangabe („BY”) und wenn das abgeleitete Werk unter dieselbe Lizenz gestellt wird („SA” für „same attribution”, etwa „gleiche Bedingung”). Ich verzichte auf das Verbot abgeleiteter Werke („ND”, „no derivates”, etwa „keine Ableitungen”) und auch auf das Verbot kommerzieller Verwendung („NC”, „no commercial”, etwa „keine kommerzielle Verwendung”).</p>
<p>Insofern hat „<a href="http://www.dielinke-hannover.de/">Die Linke</a>” schon vieles richtig gemacht: Sie dürfen das Bild benutzen, ohne mich zu fragen. Sie dürfen es bearbeiten und als Bestandteil ihres Plakats verwenden. Und sie dürfen dieses Plakat beliebig veröffentlichen. Was sie aber leider vergessen haben ist, den Urheber — nämlich mich — geeignet zu erwähnen. Zum Beispiel in einer kleinen Fußzeile auf dem Plakat, in dem dann nicht nur die Bildquelle, sondern auch der Bearbeiter genannt wird. Und die Bildquelle für den Stadtbahnplan im Hintergrund. Ach ja, und dann müsste dieses Plakat eigentlich ebenfalls unter CC-BY-SA-Lizenz stehen, weil ja der Bildbestandteil „TW2000-Wagen” unter eben dieser Lizenz steht. Es könnte aber sein, dass sich das dann wieder mit der Liniennetzplanlizenz beißt, denn soweit ich weiß, stellt die üstra ihre Pläne <em>nicht</em> unter eine CC-Lizenz. Ich vermute aber mal, darüber hat man sich auch nicht wirklich Gedanken gemacht.</p>
<p>Und nun? Nein, ich werde jetzt nicht mit irgendwelchen juristischen Scharmützeln anfangen. Der Drops ist lang gelutscht, die Veranstaltung war vor über einem Jahr und auch ansonsten wäre mir das ein wenig zu blöd. Ich find’s aber schon schade, dass der Lizenztext der Creative-Commons-Lizenz hier gerade von einer politischen Partei nicht ernst genommen wird. Sowas geht auch besser. Liebe Linke, fragt im Zweifelsfall einfach mal bei den <a href="http://www.piratenpartei.de/">Piraten</a> nach…</p>
<p>Ansonsten: Schade eigentlich, dass ich nicht beizeiten auf diesen Diskussionsabend aufmerksam geworden bin. <a href="http://www.strassen-bahn-archiv.de/">Genau mein Thema</a>…</p>
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		<item>
		<title>Linktipp: „Personen, Posen, Prominente” — Wen darf ich fotografieren und wen nicht?</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Apr 2011 07:30:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Hillbrecht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[fotografieren]]></category>
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		<description><![CDATA[Steter Quell’ der Freude ist ja das Spannungsfeld von „Persönlichkeitsrechten”, „öffentlichem Interesse” und „Dokumentation”. Insbesondere beim Fotografieren im öffentlichen Raum bewegt man sich — egal ob professionell oder privat unterwegs — schnell in einer juristischen Grauzone. Auf „journalist Online” ist nun mal wieder ein aktueller Beitrag zu diesem Thema erschienen. Im Vorgriff auf meine eigenen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Steter Quell’ der Freude ist ja das Spannungsfeld von „Persönlichkeitsrechten”, „öffentlichem Interesse” und „Dokumentation”. Insbesondere beim Fotografieren im öffentlichen Raum bewegt man sich — egal ob professionell oder privat unterwegs — schnell in einer juristischen Grauzone. Auf „journalist Online” ist nun mal wieder ein aktueller Beitrag zu diesem Thema erschienen. Im Vorgriff auf meine eigenen Überlegungen zu diesem komplexen Bereich gibt’s hier heute mal einen Linktipp:</p>
<p><strong>journalist Online:</strong> <a href="http://www.journalist.de/ratgeber/handwerk-beruf/redaktionswerkstatt/personen-posen-prominente.html">Personen, Posen, Prominente — Wen darf ich fotografieren und wen nicht?</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Happy Birthday Blog: 5 Jahre „Letzte Weisheiten”</title>
		<link>http://blog.hillbrecht.de/2011/04/14/happy-birthday-blog-5-jahre-letzte-weisheiten/</link>
		<comments>http://blog.hillbrecht.de/2011/04/14/happy-birthday-blog-5-jahre-letzte-weisheiten/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 16:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Hillbrecht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[blog]]></category>
		<category><![CDATA[geburtstag]]></category>
		<category><![CDATA[happy birthday]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein Blog hat Geburtstag! Heute vor genau fünf Jahren habe ich den ersten Artikel veröffentlicht, der allerdings eher etwas selbstreferentiell erzählte, dass ich jetzt auch ein Blog habe. Inhaltlicher Wert — nunja… Ganz richtig ist die Überschrift übrigens nicht: Am Anfang war das hier einfach „Dirks Blog”. Erst am 10. Juli 2006 habe ich den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Blog hat Geburtstag! Heute vor genau fünf Jahren habe ich den <a href="/2006/04/14/noch-ein-blog/">ersten Artikel</a> veröffentlicht, der allerdings eher etwas selbstreferentiell erzählte, dass ich jetzt auch ein Blog habe. Inhaltlicher Wert — nunja…</p>
<p>Ganz richtig ist die Überschrift übrigens nicht: Am Anfang war das hier einfach „Dirks Blog”. Erst am 10. Juli 2006 habe ich den Namen auf „Letzte Weisheiten” geändert — natürlich auch begleitet <a href="/2006/07/10/umbenannt/">von einem Blogeintrag</a>. Ja, ich war schon immer ein Freund von selbst produziertem Content. <img src='http://blog.hillbrecht.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>A propos „Inhalt”: Ich lege ja immer Wert darauf, dass das hier <em>mein</em> Blog ist und dass ich hier im Zweifelsfall die Sachen reinschreibe, die <em>ich</em> spannend finde und über die ich schreiben <em>möchte</em>. Gerade am Anfang mäandern die Themen deshalb eher so um tägliche Kleinigkeiten. Im Rückblick habe ich bemerkenswert lange die Möglichkeit verstreichen lassen, stärker politische Texte zu schreiben und so zu versuchen, mein ganz privates „Agendasetting” zu betreiben. Dass ich was mit der „Piratenpartei” zu tun habe, erfährt man hier zum Beispiel erst nach fast einem Jahr anlässlich meiner <a href="/2007/12/08/schatzmeister-in-der-piratenpartei/">Wahl zum Schatzmeister</a> des niedersächsischen Landesverbandes. Und dass ich im Mai 2008 sogar zum Bundesvorsitzenden gewählt wurde, liest man hier gar nicht — insgesamt ist dieses Blog gerade im Jahr 2008 eher „dünn” mit Artikeln besetzt.</p>
<p>So richtig ändert sich das dann erst im Juni 2009 — und dann bis September 2009. Das ist — bis heute — die „Hochzeit” von „Letzte Weisheiten” gewesen. Plötzlich findet sich die Piratenpartei massiv in der öffentlichen Aufmerksamkeit — und ich mittendrin. Es finden sich einige meines Erachtens durchaus spannende Zeitdokumente, sei es <a href="/2009/06/21/loeschen-statt-sperren-rede/">meine Rede</a> anlässlich des von-der-Leyen’schen Zensurgesetzes, eine <a href="/2009/07/13/sascha-raabe-sorgt-sich-um-die-piratenpartei-teil-1/">recht</a> umfängliche <a href="/2009/07/14/sascha-raabe-sorgt-sich-um-die-piratenpartei-teil-2/">Würdigung</a> eines verbalen Scharmützels zwischen einem SPD-Politiker und einem Piratenpartei-Kreisverband im Frankfurter Raum und natürlich der Artikel, der sich um meinen <a href="/2009/06/22/komm-ich-jetzt-ins-fernsehen/">eigenen Fernsehauftritt</a> als „oberster Pirat” bei Phönix dreht. Die größte Artikelmenge habe ich dabei interessanterweise <em>nach</em> meiner Zeit als Bundesvorsitzender geschrieben — als ich eigentlich „gar nichts” mehr in der Partei war (na gut, außer Spitzenkandidat der niedersächsischen Landesliste zur Bundestagswahl…).</p>
<p>Seither ist es wieder wesentlich ruhiger geworden hier. Ich schaue aber schon, dass ich immer mal wieder was schreibe, sei es zu politischen Themen, sei es zu meinem Spezialthema „Verkehrswesen” (ich sage nur: <a href="/tag/adventskalender/">Adventskalender</a>…), seien es auch weiterhin irgendwelche Dinge, über die ich „schon immer mal” was loswerden wollte.</p>
<p>Technisch basiert mein Blog von vornherein auf <a href="http://wordpress.org/">WordPress</a>, das auf einem eigenen Server läuft und das ich selbst installiere und warte. Angefangen habe ich mit der damals aktuellen Version 2.0. Mittlerweile sind wir bei 3.1.1 angekommen und seit Version 2.7 ist das mit Updaten auch überhaupt kein Problem mehr — läuft alles automatisch mit einem Klick. Ein großer Vorteil von WordPress ist ja die unglaubliche Anzahl von Plugins für alle möglichen und unmöglichen Zwecke. Ich verwende hier eine relativ konstante Gruppe solcher Plugins, deren nach außen sichtbarste wohl das Twitter-Plugin (früher irgendwas mit „tweet”, heute „<a href="http://yourls.org/#Plugin">YourLS</a>”) sowie das völlig geniale „<a href="http://kingdesk.com/projects/wp-typography/">WP-Typography</a>” sind, das diesem Blog das gefällige Äußere mit Blocksatz und Silbentrennung verleiht.</p>
<p>Als Oberfläche habe ich lange, lange Zeit das Standard-Kubrick-Theme verwendet, das bei WordPress 2.0 dabei war. Zunächst in einem schicken Zitronengelb gehalten, habe ich das im Juni 2009 auf Piraten-Orange umgestellt und seitdem auch ein verfremdetes Portrait meiner selbst sowie das Piratenlogo im Seitenkopf. Diese Gestaltung hat auch die Umstellung auf das <a href="http://getk2.com/">„K2”-Theme</a> überlebt, die irgendwann Anfang 2010 stattgefunden haben muss und mit der ich mir meinen größten Wunsch an mein Blogdesign erfüllt habe: Zwei Randspalten für die ganzen kleinen Zusatz-Info-Kästchen auf der <em>rechten</em> Seite. Seit einigen Wochen habe ich zudem „<a href="http://wordpress.org/extend/plugins/wptouch/">WPtouch</a>” ein Plugin installiert, das auf Mobilgeräten eine optimierte Oberfläche dieses Blogs darstellt.</p>
<p>Lange Zeit war es mir relativ egal, wie viele Besucher mein Blog hat. Für die ersten drei Jahre gibt es deshalb schlicht keine Zugriffsstatistiken. Erst im Juni 2009 habe ich ein Plugin installiert, das die Zugriffe zählt und statistisch auswertet: Welche Artikel waren wann besonders beliebt? Leider war „StatPress Reloaded” ziemlich schlecht programmiert und deshalb wahnsinnig ineffizient. Kleine Modifikationen meinerseits (unter anderem die Einführung von Indexen auf der Datenbanktabelle) halfen auch nicht durchgreifend und die Menge an sinnvollen <em>und</em> aktiv in Entwicklung befindlichen Statistik-Plugins für WordPress ist erschreckend klein — nämlich eigentlich nicht-existent.</p>
<p>So habe ich denn im März 2011 in diesem schönen Blog „<a href="http://piwik.org/">Piwik</a>” eingeführt, das mir relativ detailliert aufschlüsselt, wie viele Besucher kommen, auf welchem Weg sie kommen, wie lange sie bleiben, und natürlich was sie sich anschauen. Die Ergebnisse: An normalen Tagen ohne neue Artikel landen so etwa 50 bis 60 Besucher in diesem Blog, verweilen durchschnittlich 15–20 Sekunden und schauen sich dabei 1,3 Seiten an. Meine Piratenartikel verursachen eher kurzfristige Zugriffsspitzen. „Beliebter” ist da momentan das Wörtchen „Tschernobyl”, über das seit Wochen zuverlässig etwa ein Dutzend Leser am Tag aus Googleanien einreist. Absoluter Dauerbrenner aber sind meine Artikel über den Puppenspieler <a href="/2009/06/05/rene-marik-autschn/">Rene Marik</a> und seinen <a href="/2010/01/13/rene-marik-und-der-maulwurf-in-kasperpop-autschn-reloaded/">Maulwurf</a>, die mit Suchbegriffen wie „Rene Marik”, „Maulwurf”, „maulwurfn”, „rapante” oder „froschn” jeden Tag in der Statistik auftauchen.</p>
<p>So summiert sich die Zahl der Besucher in den letzten 30 Tagen schließlich doch auf über 2000, die hier in dem einen oder anderen Artikel gestöbert haben. Und das, obwohl sich das Internet in den letzten fünf Jahren erheblich verändert hat. Blogs sind heutzutage ja nur noch eine Möglichkeit unter vielen, sich im Web zu präsentieren und in der Welt der „Sozialen Netzwerke” wie „Facebook” oder „StudiVZ” kommen sie ja eher am Rande vor. Gerade in diesen Welten bin ich aber nach wie vor quasi nicht vertreten (und will daran auch nichts ändern). Auch die Inhalte meines Blogs haben sich in dieser Zeit verändert. Mit Blick auf die anstehenden Kommunalwahlen und mein seit diesem Jahr wieder größeres Engagement in den Strukturen der Piratenpartei ist es auch sehr wahrscheinlich, dass die Artikelzahl hier in den nächsten Wochen und Monaten wieder zunimmt und wieder viel Politik dabei ist.</p>
<p>Mit diesem Blog ist es also ein wenig wie mit den „Helden”: „Gekommen um zu bleiben”. Ich werde also weiter schreiben — pünktlich zum Zehnjährigen kommt dann der nächste Rückblick. <img src='http://blog.hillbrecht.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Viel Spaß beim Lesen!</p>
<p><iframe title="YouTube video player" width="560" height="349" src="http://www.youtube.com/embed/ZJ9VRz9OvVc" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Zensursulas Websperren sind weg — Ein Sieg für die Piratenpartei!</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Apr 2011 08:30:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Hillbrecht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Das „Zugangssperrengesetz” wird beerdigt. Gestern von der Regierung beschlossen, demnächst dann im Parlament unseres (hoffentlich) geringsten Misstrauens besiegelt. Ein großer Tag! Für Deutschland, für die Meinungsfreiheit aber auch und insbesondere für die Piratenpartei. Denn die Regierung setzt hier ganz klar und ganz einfach einsehbarerweise eine unserer Kernforderungen um. Der Kampf gegen die verniedlichend „Zugangssperren” genannte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Koalition-kippt-Websperren-1222473.html">Das „Zugangssperrengesetz” wird beerdigt.</a> Gestern von der Regierung beschlossen, demnächst dann im <a href="http://www.bundestag.de/">Parlament unseres (hoffentlich) geringsten Misstrauens</a> besiegelt. Ein großer Tag! Für Deutschland, für die Meinungsfreiheit aber auch und insbesondere für die <a href="http://www.piratenpartei.de/">Piratenpartei</a>. Denn die Regierung setzt hier ganz klar und ganz einfach einsehbarerweise eine unserer Kernforderungen um.</p>
<p>Der Kampf gegen die verniedlichend „Zugangssperren” genannte Internetzensur ist eines der Kernstücke des Selbstverständnisses der Piratenpartei und diejenige politische Frage, die wohl mit Abstand die meisten Mitglieder zu uns gebracht hat. Dass unsere Forderung „Keine Zugangssperren, keine Internetzensur, Löschen statt Sperren” nun quasi 1:1 umgesetzt wird, dass diese von der Sache unbeleckte und wohl in der Sache auch weitestgehend uninteressierte Familienministerindarstellerin der vergangenen Legislaturperiode damit die „volle Packung” kassiert, dass das größte Damoklesschwert über der Meinungs– und Redefreiheit im deutschen Internet damit entschärft ist — das ist auch <em>unser</em> Sieg!</p>
<p>Wir täten gut daran, dies gebührend zu würdigen. Ich bin ja kein Freund ständiger Pressemitteilungen, aber hier ist die <a href="http://www.piratenpartei.de/Pressemitteilung-110406-Das-Zensursula-Gesetz-ist-tot">schöne große PM</a> mal angebracht, die heute die Piratenhomepage ziert. Und wir sollten durchaus einmal durchatmen, uns grinsend zurücklehnen und aus diesem Sieg die Kraft schöpfen, gegen all die neuen Herausforderungen anzugehen, die seitdem auf der Tagesordnung stehen. „In der Ruhe liegt die Kraft” — diesen durchaus zutreffenden Sinnspruch übersehen all die parteiinternen Kritiker, die jetzt mit „zu wenig, zu spät”-Äußerungen vorpreschen. Sie reden damit unseren Erfolg in dieser Sache klein — und damit auch uns als Piratenpartei.</p>
<p>Ich halte dieses Thema übrigens deshalb für so außerordentlich wichtig, weil wir damals damit wirklich die Leute auf die Straße bekommen haben und Öffentlichkeit erzeugen konnten. Ich hatte das damals selbst <a href="/2009/06/21/loeschen-statt-sperren-rede/">in diesem Blog dokumentiert</a> (boah, wat war ich damals pummelig…).</p>
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		<title>Der Fall Guttenberg: Nicht hilfreich</title>
		<link>http://blog.hillbrecht.de/2011/03/02/der-fall-guttenberg-nicht-hilfreich/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Mar 2011 08:30:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Hillbrecht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[karl-theodor zu guttenberg]]></category>
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		<category><![CDATA[plagiat]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun ist er also doch ganz schnell zurückgetreten, der Freiherr, Ex-Doktor und — seit gestern — auch Ex-Minister Karl-Theodor von und zu Guttenberg. Während ich diese Zeilen schreibe, zerbrechen sich in Berlin höchstwahrscheinlich eine ganze Reihe Menschen den Kopf, wie der Flurschaden zu begrenzen ist, wer als Nachfolger in Frage kommt und wie um alles [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun ist er also doch ganz schnell zurückgetreten, der Freiherr, Ex-Doktor und — seit gestern — auch Ex-Minister <a href="http://www.zuguttenberg.de/">Karl-Theodor von und zu Guttenberg</a>. Während ich diese Zeilen schreibe, zerbrechen sich in Berlin höchstwahrscheinlich eine ganze Reihe Menschen den Kopf, wie der Flurschaden zu begrenzen ist, wer als Nachfolger in Frage kommt und wie um alles in der Welt so einige Spitzenpolitiker von CDU und CSU aus der Sache wieder rauskommen sollen.</p>
<div id="attachment_1432" class="wp-caption aligncenter" style="width: 210px"><a href="http://blog.hillbrecht.de/wp-content/uploads/2011/03/Karl-Theodor_Freiherr_von_und_zu_Guttenberg.jpg"><img src="http://blog.hillbrecht.de/wp-content/uploads/2011/03/Karl-Theodor_Freiherr_von_und_zu_Guttenberg-200x300.jpg" alt="Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg" title="Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg" width="200" height="300" class="size-medium wp-image-1432" /></a><p class="wp-caption-text">Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg</p></div>
<p><small>Quelle: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Karl-Theodor_Freiherr_von_und_zu_Guttenberg.jpg?uselang=de">Wikimedia Commons</a>, Autor: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Peter_Weis">Peter Weis</a>, Lizenz: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinfreiheit">gemeinfrei/-artig</a></small></p>
<p>Ob ich mich darüber freue? Die Antwort lautet: Nein.</p>
<p>Damit wir uns richtig verstehen: Das Verhalten von Herrn zu Guttenberg ist natürlich überhaupt nicht zu tolerieren. Es ist schon schlimm genug, eine Doktorarbeit einzureichen, bei der eine so herausragende Menge Text aus anderen Texten abgeschrieben ist, dass es auch mit blauäugigster Sicht schwerfällt, von „Versehen” oder „verlorenem Überblick” auszugehen. Genau dies dann zu behaupten und in den nächsten Tagen in Tippelschritten immer nur genau das zuzugeben, was sowieso schon offensichtlich ist — das sieht für mich sehr danach aus, dass Herrn zu Guttenberg genau diejenige sittliche Reife fehlt, die ich für einen der wichtigsten Repräsentanten Deutschlands für unabdingbar halte.</p>
<p>Damit fangen aber die Probleme an, denn dass ausgerechnet die Bundeskanzlerin dieses Spielchen tagelang mitspielt und sich mit handbüchenen Ausflüchten aus der Affäre zu ziehen versucht — „ich habe keinen wissenschaftlichen Assistenten eingestellt, sondern einen Minister” — das lässt mich befürchten, dass auch hier Grundwerte kurzsichtig gegen politisches Kalkül eingetauscht wurde. Es ist keine schöne Vorstellung, von solchen Menschen regiert zu werden.</p>
<div id="attachment_1433" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://blog.hillbrecht.de/wp-content/uploads/2011/03/600px-Plagiat_graphic.png"><img src="http://blog.hillbrecht.de/wp-content/uploads/2011/03/600px-Plagiat_graphic-300x118.png" alt="Plagiatsstellen in zu Guttenbergs Doktorarbeit nach GuttenPlag" title="Plagiatsstellen in zu Guttenbergs Doktorarbeit nach GuttenPlag" width="300" height="118" class="size-medium wp-image-1433" /></a><p class="wp-caption-text">Plagiatsstellen in zu Guttenbergs Doktorarbeit nach GuttenPlag</p></div>
<p><small>Quelle: <a href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki">GuttenPlag Wiki</a></small></p>
<p>Und dann die unglaubliche Unschärfe in der Argumentation! Zu Guttenberg habe „Urheberrechte verletzt” und sich an „anderem ‚geistigen Eigentum’ bedient. Das ist völliger Quatsch! Wissenschaftliche Arbeiten bedienen sich <em>immer</em> ausgiebig an den Arbeitsergebnissen Anderer. Sie nehmen diese Ergebnisse und bauen darauf Neues auf. Wissenschaftliches Arbeiten ist eben genau die Antithese zum Gefasel von „geistigem Eigentum” und „Raubkopien”. „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zwerge_auf_den_Schultern_von_Riesen">Zwerge auf den Schultern von Riesen</a>” oder „<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Standing_on_the_shoulders_of_giants">Standing on the shoulders of giants</a>” bringt diese Geisteshaltung auf den Punkt und auf dieses Motto haben sich immerhin Größen wie Isaac Newton oder Stephen Hawking bezogen.</p>
<p>Diese Vermischung des Falles Guttenberg mit einer wie auch immer gearteten Urheberrechtsproblematik wird noch einige unschöne Folgen haben. In wenigen Wochen beginnt der Gesetzgebungsprozess zum sogenannten „Dritten Korb” zur Reform des Urheberrechts und ich sehe die Gefahr, dass mit Rückgriff auf die Vorgänge rund um die völlig verunglückte Doktorarbeit erneut die Rechte von Konsumenten und Produzenten beschnitten werden sollen, damit die Verwerter an überkommenen Geschäftsmodellen festhalten können. Es ist bedrückend zu sehen, wie die Politik sich hier von der Verwertungsindustrie zum Büttel machen lässt und die Wissensgesellschaft zerstört. Dass die Guttenberg-Diskussion so um das Wort „Urheberrecht” kreist, ist ein krasser Fehler, der wenn irgend möglich schnell korrigiert werden muss.</p>
<p>Das eigentliche Problem mit Guttenbergs Arbeit wird in der <a href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/FAQ">FAQ des GuttenPlag-Wikis</a>  im Abschnitt „Kann man gegen den Autor mit dem Urheberrechtsgesetz vorgehen?” sehr schön beschrieben: „Zu beachten ist, dass die Presse und viele vorgebliche Experten die Problemlage falsch als ein Urheberrechtsproblem darstellen. Es handelt sich im Kern um ein Problem des sogenannten Prüfungsrechts der Universitäten. […] das Urheberrecht [schafft] durch Schrankenregelungen die Voraussetzungen für die legale Nutzung von Zitaten, während Prüfungsregeln die Kennzeichnung als Zitat vorschreiben. Aber man kann beides nicht gleichsetzen und vom einen auf das andere Schlüsse ziehen.” Es wäre zu wünschen, dass diese Einsicht in der öffentlichen Diskussion ankommt.</p>
<p>Auch aus einer anderen Ecke sehe ich Ungemach kommen: Übereinstimmend sagen alle Beobachter, ihre Tragweite habe die Affäre vor allem dadurch bekommen, dass im Internet die Aufarbeitung der Plagiatsvorwürfe in rasender Geschwindigkeit auf hohem Niveau stattgefunden hat. Ohne GuttenPlag wäre das Thema viel schneller in der Versenkung verschwunden und die Akademiker hätten sich wohl nicht mit derartiger Vehemenz über die Verfehlungen zu Guttenbergs beklagt. Dieses freie, unkontrollierte Internet war die Basis für den heutigen Abgang. Dass das Internet in Deutschland so frei ist, ergibt sich zwangsläufig aus der Staatsräson Deutschlands als freie, bürgerliche, demokratische Gesellschaft. Andersherum braucht aber auch das freie, bürgerliche und demokratische Deutschland das Internet als freien, unkontrollierten Raum. Die nach wie vor im Raum stehenden Zensurpläne der deutschen Regierung zeigen, dass diese Einsicht nach wie vor fehlt. Angesichts der Vehemenz, mit der eine erstaunlich große Menge an Menschen zu Guttenberg weiterhin die Stange hält und seine plagiierte „Doktor”-Arbeit für eine Bagatelle hält, wird mir Angst und Bange, wenn ich darüber nachdenke, dass da irgendwelche „Entscheider” an „Killswitches” oder „Sperrlisten” sitzen könnten. Was passiert, wenn dort ein Guttenberg-Fan sitzt, dem beim Plagiatswiki das Messer in der Hose aufgeht? Die Lehre aus Guttenberg und GuttenPlag muss sein: Keine „Internetsperren”. Niemals und aus keinem Grund! Es könnte aber sein, dass die Sperrbefürworter als Lehre aus GuttenPlag eher höher motiviert in ihrem unguten Treiben werden. Das Thema „sittliche Reife” hatten wir ja oben schon…</p>
<p>Karl-Theodor zu Guttenberg ist zurückgetreten und das ist auch gut so. Gesellschaftlich und politisch ist die gesamte Affäre aber noch lange nicht ausgestanden. Ich spreche als nach wie vor aktives Mitglied der <a href="http://www.piratenpartei.de">Piratenpartei</a>, wenn ich sage, dass wir unsere Interessen weiterhin energisch vertreten müssen. Wir wollen immer „andere Politik” machen — dann sollten wir damit irgendwann mal anfangen und nicht denken, gehässige Twitter-Jubelarien seien das politische Rezept der Stunde. Das ist nämlich nicht die Art von „anderer Politik”, die ich für erstrebenswert halte. Es ist halt wie der Titel schon sagt: Nicht hilfreich.</p>
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		<title>Musikkritik: paniq — Beyond Good And Evil</title>
		<link>http://blog.hillbrecht.de/2011/01/20/musikkritik-paniq-beyond-good-and-evil/</link>
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		<pubDate>Thu, 20 Jan 2011 11:45:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Hillbrecht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer]]></category>
		<category><![CDATA[Mus - Iek]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich habe ja schon das eine oder andere Mal über Musik geschrieben. Ich bin zwar durchaus ein Mainstreammensch, aber gerade in den letzten Jahren schaue ich auch viel nach „alternativer” Musik, insbesondere solcher, die abseits der von der Musikmafiaindustrie etablierten Wege vertrieben wird. Eine Perle solchen Schaffens ist nun heute erschienen: Leonard Ritter hat als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe ja schon das eine oder andere Mal über Musik geschrieben. Ich bin zwar durchaus ein Mainstreammensch, aber gerade in den letzten Jahren schaue ich auch viel nach „alternativer” Musik, insbesondere solcher, die abseits der von der Musik<del>mafia</del>industrie etablierten Wege vertrieben wird.</p>
<div id="attachment_1378" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://blog.hillbrecht.de/wp-content/uploads/2011/01/paniq-beyond-cover.jpg"><img src="http://blog.hillbrecht.de/wp-content/uploads/2011/01/paniq-beyond-cover-300x300.jpg" alt="paniq: Beyond Good And Evil" title="paniq: Beyond Good And Evil" width="300" height="300" class="size-medium wp-image-1378" /></a><p class="wp-caption-text">paniq: Beyond Good And Evil</p></div>
<p>Eine Perle solchen Schaffens ist nun heute erschienen: Leonard Ritter hat als „<a href="http://www.paniq.cc/">paniq</a>” sein elftes Album veröffentlicht: „<a href="http://music.paniq.cc/album/beyond-good-and-evil">Beyond Good And Evil</a>” knüpft nahtlos an das umfangreiche Schaffen des Künstlers an: 13 Tracks elektronische Musik, in der Mehrzahl eher langsame Nummern, die Klang– und Rhythmusteppiche mit ungewöhnlichen Beats und Harmonien bilden. Viele der Stücke sind für paniqs Werk eher melodiös — und dankenswerter Weise verkneift Ritter sich diesmal den Griff zum Mikrofon komplett.</p>
<p>paniqs Kompositionsstil ist seit jeher vom Sample-basierten Arbeiten geprägt: Acht bis sechzehn Takte lange Samples verschiedener Rhythmus– oder Melodielinien ordnet er auf mehreren Spuren seines Sequencers an und verschiebt sie immer wieder gegeneinander oder tauscht sie aus. Das klassische „Strophe-Refrain-Schema” tritt dabei eher in den Hintergrund. Es ergibt sich so ein sehr typisches Klangbild, das man, wenn man es denn wollte, am ehesten irgendwo in der Techno/Trance-Schublade unterbringen würde. Das schöne an paniqs Kompositionen ist aber, dass sie eben kein billiger Kirmestechno sind, sondern mit einem feinen Gefühl für Melodien und Harmonien angeordnet werden. Bei „Beyond Good And Evil” gelingt ihm das vielleicht bisher am besten: Jeder Track entwickelt eine eigene Linie, die Instrumentierung ist abwechslungsreich und das ganze Album findet sich trotzdem unter einem gemeinsamen Dach. Fein gemacht, unbedingt reinhören!</p>
<p><center><object data="http://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=4084857428/size=grande2/bgcol=EEEEEE/linkcol=4285BB/vis=plasma//" type="text/html" classid="clsid:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000" width="300" height="355"><param name="movie" value="http://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=4084857428/size=grande2/bgcol=EEEEEE/linkcol=4285BB/vis=plasma//"><param name="quality" value="high"><param name="allowNetworking" value="always"><param name="wmode" value="transparent"><param name="bgcolor" value="#EEEEEE"><param name="allowScriptAccess" value="never"><object data="http://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=4084857428/size=grande2/bgcol=EEEEEE/linkcol=4285BB/vis=plasma//" type="text/html" width="300" height="355"></object></object></center></p>
<p>Die Musik ist aber auch deshalb bemerkenswert, weil sie eben außerhalb des üblichen Musikmarktes entstanden ist. Ritter — bzw. „paniq” — veröffentlicht seine Alben seit jeher als <a href="http://creativecommons.org/">Creative-Commons</a>–Werke, und zwar unter der sehr freigiebigen „<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de">cc-by-sa</a>”-Variante: Abgewandelte oder verwendende Werke müssen wieder unter dieser Lizenz stehen, weder Bearbeitung noch kommerzielle Verwertung sind aber ausgeschlossen. Bei „Beyond Good And Evil” haben seine Freundin und er aber zusätzlich vorher in der Community um Spenden bzw. eine Finanzierung gegen Nennung auf dem Plattencover bzw. Freiexemplare des fertigen Albums nachgefragt. Seiner Webseite nach hat das gut geklappt und das Album ist nun das Resultat der Arbeit.</p>
<p>„Beyond Good And Evil” kann man sich auf paniqs Homepage anhören und direkt herunterladen. Dabei fragt der Downloaddialog nach dem gewünschten Geldbetrag, den man für die Musik zahlen möchte. Ich halte das für psychologisch außerordentlich geschickt, denn obwohl man hier wohl „0” eingeben kann (ich habe es nicht ausprobiert), hält man doch inne: Will ich die Arbeit des Künstler wirklich nicht honorieren? Die Zahlungsabwicklung läuft über PayPal und ist meines Erachtens unproblematisch. Und: Das Geld kommt tatsächlich <em>komplett</em> beim Künstler an und bleibt nicht irgendwo in der Maschinerie der klassischen Musikverwertung hängen.</p>
<p>Ich kann an dieser Stelle eine klare „<strong>Empfehlung zum Reinhören</strong>” geben. „Beyond Good And Evil” ist für mich das erste Album 2011, das zeigt, welche Qualität freie künstlerische Arbeit in Zeiten des Internets erreichen kann, wenn man sie nur lässt.</p>
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