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Logistikzentrum am Kronsberg, Bürgerinformation, mein Fazit

Für ein „Logis­tik­zen­trum” eines inter­na­tio­na­len Internet-​Versandhandelsunternehmens ist ein Stand­ort unweit des han­no­ver­schen Mes­se­ge­län­des in die engere Wahl gekom­men. Was sage ich zu die­sem Pro­jekt und der Bür­ger­in­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung, die dazu statt­ge­fun­den hat?

Planskizze des Baugebietes, Kartengrundlage: OpenStreetMap

Flä­che für das Logis­tik­zen­trum am Krons­berg, Kar­ten­grund­lage: OpenStreetMap

Zunächst mal: Gut, dass es diese Bür­ger­in­for­ma­tion gege­ben hat. Und auch gut, dass das zu dem Zeit­punkt pas­siert ist. Eigent­lich ist das ein gera­dezu „pira­ti­ges” Vor­ge­hen, auch wenn ich nicht so ver­mes­sen bin, zu ver­mu­ten, das hätte irgend­was mit uns zu tun… ;-) Dass sei­tens der Bür­ger ein gro­ßes Inter­esse besteht, war ange­sichts des picke-​packe-​vollen Saa­les unüber­seh­bar. 400 Leute waren da und ich ver­mute, ges­tern abend muss­ten noch viele, viele Stühle wie­der in alle mög­li­chen Ecken des Anna­s­tift zurück­ge­bracht wer­den. Die Öffent­lich­keit ist jetzt jeden­falls infor­miert.

Oberbürgermeister Weil vor dem Publikum

Ober­bür­ger­meis­ter Weil auf der Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung zum Bauvorhaben

Die Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Zeit­punkt über das Pro­jekt sind lücken­haft. Das wis­sen Poli­tik und Ver­wal­tung selbst und reden gar nicht um den hei­ßen Brei herum. Damit wer­den gewisse kri­ti­sche Nach­fra­gen zwangs­läu­fig in die Zukunft ver­scho­ben. Es wird span­nend zu sehen, wie sich das „Logis­tik­un­ter­neh­men” zu den The­men „Lohn” und „Arbeits­platz­um­feld” äußern wird — wenn es denn kommt.

Ein paar Dinge sind mir ges­tern auf­ge­fal­len, die ich ver­su­chen werde, im Auge zu behalten:

  • Es wurde ja sehr oft betont, dass das Ver­fah­ren ergeb­nis­of­fen geführt wer­den soll. Inso­fern bin ich gespannt, wie Poli­tik und Ver­wal­tung mit begrün­de­ten Ein­wän­den umge­hen, die sich nicht so ohne Wei­te­res auf­lö­sen lassen.
  • Über den Aus­bau der Lärm­schutz­wände wurde zwar gespro­chen, zur Finan­zie­rung aber nichts gesagt. Ins­be­son­dere nicht, wenn sich die Not­wen­dig­keit der Ver­stär­kung erst zwei Jahre spä­ter rausstellt.
  • Auch zum Grund­was­ser wur­den keine Fra­gen gestellt und keine Aus­sa­gen gemacht. Da bin ich auf die jetzt lau­fen­den Unter­su­chun­gen gespannt.
  • Die Aus­sa­gen zum Ver­kehrs­kon­zept bei Mes­sean– und –abrei­se­ver­kehr fand ich — nunja — nicht beson­ders nach­voll­zieh­bar. Ich bin mir auch nicht sicher, ob da wirk­lich ein Pro­blem exis­tiert: Letzt­lich sind ja nur die abge­hen­den Trans­porte zeit­kri­tisch. Die sind ten­den­zi­ell eher spä­ter am Tag und da ist — wenn es denn so ist — Messe-​Rückreiseverkehr (Maß­nahme „R”), durch den die Trans­por­ter unpro­ble­ma­tisch auf den Mes­se­schnell­weg kom­men. Kri­tisch ist eigent­lich nur „Maß­nahme A”, bei der der direkte Weg vom Krons­berg zu den Auto­bah­nen im Nor­den blo­ckiert ist — aber das ist nur mor­gens der Fall. Nichts­des­to­trotz müsste hier noch­mal genauer erklärt wer­den, wie der Ver­kehr denn nun lau­fen soll.
  • Zu den Sor­gen um die Laut­stärke und den Ver­kehr: Sorry, ich kann das ein­fach nicht wirk­lich nach­voll­zie­hen. Der Mes­se­schnell­weg ist zwar manch­mal voll, aber ist die ein­zige Mög­lich­keit, ampel­frei und direkt von den Auto­bah­nen zum Krons­berg zu kom­men. Das pro­fes­sio­nelle Spe­di­teure da in gro­ßem Stil auf irgend­wel­che „Schleich­wege” aus­wei­chen — ich kann’s mir nicht vor­stel­len. Die kos­ten­lo­sen Mit­ar­bei­ter­park­plätze hin­ge­gen halte ich in die­sem Zusam­men­hang hin­ge­gen für durch­aus nötig und sinnvoll.
  • Und man muss deut­lich sagen: Auch jetzt herrscht längs der Emmy-​Noether-​Allee keine Gra­bes­ruhe. Das ist die direkte Zufahrt vom Mes­se­schnell­weg nach Bemerode und zum Krons­berg. Ich würde mal tip­pen, dass da jetzt schon so 200 Autos pro Stunde tags­über lang fah­ren. Es wird also zwar mehr, aber nicht so unend­lich viel mehr, wie das bei eini­gen Ängs­ten von Anwoh­nern emp­fun­den wird.

Unter ande­rem hier soll das Logis­tik­zen­trum entstehen

Alles in allem erschei­nen mir per­sön­lich die ange­nom­me­nen Risi­ken oder „Beein­träch­ti­gun­gen”, die mit die­sem Logis­tik­zen­trum ein­her gehen sol­len, über­schau­bar. Die vie­len neuen Jobs für die Region Han­no­ver hin­ge­gen bie­tet große Chan­cen. Zudem kann eine sol­che Ansied­lung auch auf andere Wirt­schafts­zweige bele­bend wir­ken — wo viele Autos unter­wegs sind, gibt es auch einen grö­ße­ren Bedarf an Dienst­leis­tun­gen rund herum. Ich stehe dem Ansied­lungs­pro­jekt zum aktu­el­len Zeit­punkt auf­ge­schlos­sen gegen­über und bin gespannt dar­auf, was nun die ein­ge­lei­te­ten Gut­ach­ten für Resul­tate bringen.

Ich nehme aber auch aus­drück­lich für mich in Anspruch, dass sich meine Ein­schät­zung noch ändern kann. Wie sag­ten die Ver­ant­wort­li­chen der Stadt so schön: Es ist ein ergeb­nis­of­fe­ner Dis­kus­si­ons­pro­zess. Das sehe ich auch für mich so.

Logistikzentrum am Kronsberg, Bürgerinformation, Protokoll

Um was es beim „Logis­tik­zen­trum am Krons­berg” geht, habe ich bereits im vor­an­ge­gan­ge­nen Arti­kel beschrie­ben. Hier nun mein Pro­to­koll der Bür­ger­in­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung zu dem Thema. Ich habe es wäh­rend der äußerst gut besuch­ten Ver­an­stal­tung live mit­ge­schrie­ben. Die Ver­sion hier ist ledig­lich ein­mal über­ar­bei­tet und auf Recht­schreib– und For­mu­lie­rungs­feh­ler geprüft. Den in der Eile ent­stan­de­nen teil­weise ver­ein­fach­ten Satz­bau habe ich bei­be­hal­ten. Jeder „nor­male” Text wurde min­des­tens sinn­ge­mäß so gesagt wie hier wie­der­ge­ge­ben, jeden­falls nach bes­tem Wis­sen und Gewis­sen des Pro­to­kol­lan­ten (= ich). Kom­men­tare oder Anmer­kun­gen mei­ner­seits ste­hen in ecki­gen Klam­mern. Fra­gen aus dem Publi­kum sind mit „Frage” ein­ge­lei­tet, wenn der­selbe Fra­ge­stel­ler direkt noch­mal nach­ge­hakt hat, steht dort „Nachhak”.

Kleine Sta­tis­tik aus der Nachbearbeitung:

  • Die ein­lei­ten­den Vor­träge haben 37 Minu­ten gedau­ert: 13 Minu­ten Ste­phan Weil, 7 Minu­ten Hans Mön­ning­hoff, 17 Minu­ten Uwe Bodemann.
  • Für den anschlie­ßen­den Frage-​und-​Antwortteil gab es genau 100 Minuten.
  • Ins­ge­samt kamen 32 Fra­ge­mel­dun­gen zu Wort, die aber teil­weise meh­rere Fra­gen umfas­sen konnten.
  • Bei neun Fra­gen gab es nach der ers­ten Ant­wort noch eine Nachfrage.
  • Bei den Ant­wor­ten hat der Ober­bür­ger­meis­ter 33 Mal das Wort ergrif­fen, Stadt­bau­rat Bode­mann 12 Mal und Bau– und Umwelt­de­zer­nent Mön­ning­hoff 10 Mal.

Mit die­sem Arti­kel möchte ich die Dis­kus­sion jedes Abends mög­lichst kom­plett wie­der­ge­ben. Für eine zusam­men­fas­sende Dar­stel­lung ver­weise ich zum Bei­spiel auf die Han­no­ver­sche All­ge­meine.

Und hier nun das Protokoll:

2011-​10-​13, 19:32 Uhr: Veranstaltungsbeginn

Ober­bür­ger­meis­ter Ste­phan Weil eröff­net die Ver­samm­lung mit den Wor­ten, an die­sem Ver­fah­ren sei „alles unge­wöhn­lich”. Das Unter­neh­men, um das es geht, kann erst­mal noch nicht genannt wer­den, weil — nach Wis­sen der Stadt — noch zwei wei­tere Stand­orte im Ver­fah­ren sind. Die Unter­neh­mens­an­sied­lung ist aber eine der größ­ten der letz­ten 20 Jahre. Wir kön­nen heute aber nur andis­ku­tie­ren, nicht fer­tig dis­ku­tie­ren. Spä­ter noch erläu­tern warum. Pro­blem in Han­no­ver: Zu wenig Arbeits­plätze für Gering­qua­li­fi­zierte, das wäre hier die Mög­lich­keit, das zu ändern. Ent­schei­dung des Unter­neh­mens steht noch nicht, auch vie­les andere fehlt noch: In vie­len Punk­ten harte Fak­ten. Ver­wal­tung ist es lie­ber, erst die Fak­ten zu klä­ren und dann an die Öffent­lich­keit zu gehen. Ver­fah­ren wird trotz­dem jetzt „auf Ver­dacht” ein­ge­lei­tet, denn: Unter­neh­men hat erklärt, dass Weih­nachts­ge­schäfts 2012 schon von neuem Stand­ort aus abge­wi­ckelt wer­den soll. Des­halb: Zeit­not. Des­halb: Ver­fah­ren jetzt gestartet.

Oberbürgermeister Weil vor dem Publikum

Ober­bür­ger­meis­ter Weil vor dem Publikum

Aktu­el­ler Stand: Auf­stel­lungs­be­schluss in poli­ti­schen Gre­mien gefasst. Damit kann Pla­nung begin­nen, end­gül­tige Zustim­mung damit aber noch nicht vorgegeben.

Uwe Bode­mann, Hans Mön­ning­hoff, Weil: Spie­len mit offe­nen Kar­ten, kön­nen noch nicht alle Fra­gen beant­wor­ten. Chance auf Arbeits­plätze aber so groß.

Weil freut sich, dass die Sied­ler­ge­mein­schaft Seel­host sich so schnell gemel­det hat, Kon­takt exis­tiert ja schon. Ver­wal­tung wird sich stän­dig mit Sied­ler­in­itia­tive rück­kop­peln. Ver­fah­ren ist ergeb­nis­of­fen. Ver­an­stal­tung heute: Stadt­ver­wal­tung sagt, wo wir gerade im Ver­fah­ren ste­hen. Kön­nen aber noch nicht alle Fra­gen beant­wor­ten. Wenn dann ein „Strich” im Ver­fah­ren gemacht wird, gibt es eine wei­tere ent­spre­chende Veranstaltung.

Abschlie­ßend: Vol­les Ver­ständ­nis für Anlie­ger, die „sen­si­bi­li­siert” sind. Kri­ti­sche Fra­gen abso­lut rich­tig. Bitte aber: Fair sein mit der Stadt­ver­wal­tung, diese ist sich bewusst, dass sie mit offe­nen Kar­ten spie­len muss.

Wei­te­res Vor­ge­hen: Mön­ning­hoff berich­tet über Inhalte, Bode­mann zu Verfahrenablauf.

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Logistikzentrum am Kronsberg, Bürgerinformation, Prolog

Heute abend werde ich bei der Bür­ger­in­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung zum „Logis­tik­zen­trum am Krons­berg” vorbeischauen.

Vor drei Wochen wurde publik, dass ein „gro­ßes Internet-​Versandhandelshaus” ein neues Logis­tik­zen­trum in Nord­deutsch­land errich­ten will. In der enge­ren Wahl: Messe– bzw. ehe­ma­lige Expo-​Parkplätze in Han­no­ver am Krons­berg. Die Park­plätze wur­den zur Expo ange­legt, lie­gen heute aber quasi durch­gän­gig brach. Die Ver­kehrs­an­bin­dung hin­ge­gen ist sehr gut, das Gelände liegt direkt an der drei– bis vier­spu­ri­gen Ring­straße um das Mes­se­ge­lände herum und in Stein­wurf­ent­fer­nung zum seit der Expo eben­falls her­vor­ra­gend aus­ge­bau­ten Mes­se­schnell­weg. Zudem ist das Gelände ans Stadt­bahn­netz ange­schlos­sen: Die auch zur Expo gebaute Stadt­bahn­stre­cke nach Bemerode und zum Krons­berg führt direkt daran vor­bei, eine Hal­te­stelle exis­tiert bereits.

Die Ansied­lung wäre, so heißt es aus der Ver­wal­tung, eine der größ­ten, die es Han­no­ver in den letz­ten 20 Jah­ren gege­ben hätte. 1000 Dau­er­ar­beits­plätze, dazu sai­so­nal bis zu 1500 zusätz­li­che Jobs. Das Pro­blem: Bis­lang ist der Bau eines „Logistikzentrums” — der Unter­neh­mens­name wird bis­lang nicht genannt, eine ver­gleich­bare Ein­rich­tung in einer ande­ren deut­schen Stadt liegt aber an der „Amazonstraße” — an dem Stand­ort bau­recht­lich nicht mög­lich. Dazu ist eine Ände­rung des Flä­chen­nut­zungs­pla­nes („F-​Plan”) nötig.

Bau­platz für das Logis­tik­zen­trum, der Gebiet beginnt jen­seits der durch das Bild ver­lau­fen­den Straße

Als zukünf­ti­ger Rats­ab­ge­ord­ne­ter mit gro­ßem Fai­ble für Stadt­ent­wick­lung ist das natür­lich eine Sache, die mich sehr inter­es­siert. Zumal nicht alle mit der Ansied­lung ein­ver­stan­den sind: Die Anwoh­ner der einige hun­dert Meter vom mög­li­chen Stand­ort ent­fernt lie­gen­den Seelhorst-​Siedlung fürch­ten, dass der starke LKW-​Verkehr des rein per Straße ange­bun­de­nen Umschlag­plat­zes bis zu ihnen vor die Haus­tür rei­chen wird und fin­den auch die Vor­stel­lung einer 14 Meter hohen Halle nicht wirk­lich attraktiv.

Östli­cher Teil des Bau­ge­bie­tes von Nor­den gese­hen. Das leicht anstei­gende Gelände ist der Kronsberg

Heute abend nun ist eine „Bür­ger­in­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung” ange­setzt. Alle wich­ti­gen Leute aus der Ver­wal­tung sind da. Bür­ger wer­den sicher auch da sein. Und ich, ja, ich will mir das auch nicht ent­ge­hen las­sen. Ich habe mich dahin­ge­hend vor­be­rei­tet, dass ich mir die Örtlich­keit von ein paar Tagen schon­mal ange­schaut habe. Hier die Resultate:

Plan

Planskizze des Baugebietes, Kartengrundlage: OpenStreetMap

Plan­skizze des Bau­ge­bie­tes, Kar­ten­grund­lage: OpenStreetMap

Schauen wir uns zunächst die Gesamt­si­tua­tion an: Der Bau­platz liegt west­lich des Mes­se­ge­län­des in unmit­tel­ba­rer Nähe des Mes­se­schnell­wegs. Im Süd­os­ten liegt die Stadt­bahn­sta­tion „Stock­hol­mer Allee”. Nörd­lich grenzt an die Flä­che die Emmy-​Noether-​Allee, die drei­spu­rig gebaut und mit Ver­kehrs­len­kungs­sys­te­men aus­ge­stat­tet ist. Diese mün­det direkt in die Auf­fahrt Messe/​Nord des Mes­se­schnell­we­ges. So ist der Platz quasi unmit­tel­bar an das über­ört­li­che Fern­stra­ßen­netz ange­bun­den, da der Mes­se­schnell­weg seit der Expo kom­plett kreu­zungs­frei und im Nor­den und Süden an die Auto­bah­nen A2 und A7 ange­bun­den ist.

Im Süd­os­ten der Bau­flä­che ist die Stast­bahn­hal­te­stelle „Stock­hol­mer Allee”. Die Stadt­bahn­stre­cke wurde eben­falls zur Expo gebaut und ist des­halb gerade in die­sem Teil aus­ge­spro­chen groß­zü­gig tras­siert. So ver­läuft zum Bei­spiel die Que­rung der Emmy-​Noether-​Allee im Ein­schnitt und die End­hal­te­stelle ist auf Zug­fol­ge­zei­ten von zwei­ein­halb Minu­ten aus­ge­legt. Momen­tan fährt hier eine Linie im 10-​Minutentakt.

Unter­füh­rung der Stadt­bahn unter der Emmy-​Noether-​Allee, Blick Rich­tung Süden

Die Hal­te­stelle Stock­hol­mer Allee liegt momen­tan fast auf freiem Feld

Nörd­lich des Logis­tik­zen­trums und der Emmy-​Noether-​Allee liegt der Kat­ten­brook. Das ist ein — rela­tiv klei­nes — Nah­er­ho­lungs­ge­biet, das aber vor allem im west­li­chen Teil eines ist: erhöht. Die meh­rere Meter hohen Hügel sind von Wegen durch­zo­gen und an der Kreu­zung Laat­zener Straße/​Emmy-​Noether-​Allee befin­det sich eine Aussichtsplattform.

Kat­ten­brook mit Aus­sichts­platt­form, Blick Rich­tung Nordwesten

Die durch­aus nen­nens­werte Höhe des Kat­ten­brook sieht man auch von der Sied­lung Seel­horst aus recht gut.

Kat­ten­brook vom Soh­ren­kamp aus gese­hen, Blick Rich­tung Süden

All dies führt dazu, dass ich aus eige­ner Anschau­ung her­aus die Vor­be­halte gegen die Ansied­lung sei­tens der Ein­woh­ner der Sied­lung Seel­horst nicht nach­voll­zie­hen kann: Der Bau­platz liegt meh­rere hun­dert Meter ent­fernt, dazwi­schen ist ein Hügel und viel näher als geplante Logis­tik­halle ist der Mes­se­schnell­weg, auf dem täg­lich meh­rere Zehn­tau­send Fahr­zeuge an der Sied­lung vorbeifahren.

Vor die­sem Hin­ter­grund bin ich mal gespannt, was heute in der Bür­ger­in­for­ma­tion passiert…

Verdammte Axt, ich bin im Rat!

0:15 Uhr.

Erst am 12. Sep­tem­ber um 0:15 Uhr gab es auf der Wahl­web­seite von han​no​ver​-stadt​.de die Liste mit den gewähl­ten Kan­di­da­ten für den Stadt­rat Han­no­ver. Und da stand dann plötz­lich mein Name drauf. Ich bin — als einer von zwei Pira­ten — in den han­no­ver­schen Stadt­rat gewählt worden.

Vorläufiges Endergebnis der hannoverschen Ratswahl: Ich bin drin.

Vor­läu­fi­ges End­er­geb­nis der han­no­ver­schen Rats­wahl: Ich bin drin.

Eine Stunde vor­her sah das noch ganz anders aus: Auf Grund der Pro­zent­zah­len in den Wahl­be­rei­chen, die sich nun lang­sam sta­bi­li­sier­ten, sah es nach vie­lem aus, aber nicht danach, dass aus­ge­rech­net ich in mei­nem Wahl­be­reich Süd­stadt es geschafft haben könnte. Die Pro­zent­zah­len haben eigent­lich ganz ein­deu­tig für Linden-​Limmer und Nord gespro­chen. Unser Kan­di­dat Tho­mas Hei­nen saß mit sicht­lich gemisch­ten Gefüh­len an sei­nem Tisch auf unse­rer Wahl­party — zu die­sem Zeit­punkt wähn­ten wir ihn „drin”. Das war auch, als ich mit Con­rad von Meding von der HAZ sprach und ihm diese Infor­ma­tion — nach bes­tem Wis­sen und Gewis­sen — durch­gab. Der fol­gende Feh­ler ist also sozu­sa­gen auf mei­nem Mist gewachsen:

Falscher Name in der HAZ: Mein Fehler

Fal­scher Name in der HAZ: Mein Fehler

Und nun ist also alles plötz­lich doch ganz anders und ich habe es geschafft: Ich bin wirk­lich und wahr­haf­tig gewählt wor­den. Nicht von der Par­tei, son­dern „vom Volk”. Ich bin gewähl­ter Ver­tre­ter im Rat der Stadt Han­no­ver. Das ist — toll! Das ist ein­fach abso­lut toll! Ich denke nicht, dass ich das schon voll rea­li­siert habe.

Aber nicht nur das ist toll. Wir Pira­ten haben, wie man so schön sagt, abge­räumt. Eigent­lich wur­den wir fast über­all dort, wo wir ange­tre­ten sind, auch gewählt: Stadt­rat Han­no­ver: Zwei Pira­ten. Regi­ons­ver­samm­lung: Zwei Pira­ten. Stadt­be­zirks­räte Mitte, List, Ander­ten, Süd­stadt, Döh­ren, Lin­den, Badens­tedt, Nord: Jeweils ein Pirat. Hem­min­gen: Ein Pirat. Laat­zen: Ein Pirat. Lehrte: Ein Pirat. Man­dels­loh: Ein Pirat. In der Region Han­no­ver wer­den ab dem­nächst 16 Pira­ten in den Räten sit­zen. Dafür, dass wir eine gerade mal fünf Jahre alte poli­ti­sche Par­tei sind, ist das ein wirk­lich tol­les Ergebnis.

Toll war auch der Abend. Unsere Wahl­party fand ja im Alexander’s in der han­no­ver­schen Innen­stadt statt. Von dort sind Ste­ven und ich dann so gegen 19:20 Uhr zu einer klei­nen Tour auf­ge­bro­chen: Ins Regi­ons­haus, wo noch nicht so rich­tig viel los war. Dann wei­ter ins Rat­haus, wo auch nicht viel los war, aber wo es einige Inter­views gab, unter ande­rem mit einem Fern­seh­team vom NDR. Und dann wie­der zur Region. Mitt­ler­weile war es 21 Uhr und dort star­tete die „Talk­runde” mit Ver­tre­tern der gewähl­ten Par­teien. Nach FDP und den „Han­no­ve­ra­nern” konnte ich als Ver­tre­ter der Pira­ten­par­tei dann auch ich ein paar Worte sagen. Zu dem Zeit­punkt ja noch ein wenig unver­bind­lich, weil noch nicht so rich­tig klar war, wer denn nun in wel­chen Gre­mien ver­tre­ten sein würde.

Wie­der zurück im Alexander’s tru­del­ten dann lang­sam die Ergeb­nisse ein. Neben­bei waren auch noch ein paar Jour­na­lis­ten da, sodass die Inter­views wei­ter­gin­gen. Die Resul­tate las­sen sich heute in den diver­sen Zei­tun­gen in der Region sehen.

Da das hier mein per­sön­li­ches Blog ist, kann ich hier ja erfreu­li­cher­weise ganz für mich selbst schrei­ben: Ich freue mich sehr über all diese Wahl­er­geb­nisse und natür­lich ins­be­son­dere dar­über, dass ich in den nächs­ten fünf Jah­ren die Poli­tik der Pira­ten­par­tei in Han­no­ver ver­tre­ten werde. Ich habe aber auch erheb­li­chen Respekt vor die­ser Auf­gabe. Es ist eine Sache, im Rah­men einer Par­tei poli­ti­sche Ziele zu ver­fol­gen, aber eine ganz andere Sache, als gewähl­ter Ver­tre­ter im Rat in poli­ti­scher Ver­ant­wor­tung zu ste­hen. Dies unter einen Hut zu brin­gen und dabei zu beste­hen und sei­nen Zie­len und sei­nen Idea­len treu zu blei­ben — das ist eine erheb­li­che Her­aus­for­de­rung. Ich werde mich ihr stel­len und ich bin zuver­sicht­lich, nicht allzu viele Feh­ler dabei zu machen.

Alles in allem war das jeden­falls heute ein hoch­er­freu­li­cher Tag. Und für mich per­sön­lich ändert sich in der nächs­ten Zeit eini­ges. Ich sage mal „Danke”! Zum einen an all die Pira­ten, die mich sei­ner­zeit in der Auf­stel­lungs­ver­samm­lung gewählt haben und zum ande­ren an all die Wäh­ler, die mir und den ande­ren Pira­ten ges­tern ihre Stimme gege­ben haben. Ich weiß um die Ver­ant­wor­tung, die damit ein­her geht. Und ich bin mir sicher, all den ande­ren Pira­ten geht es genauso.

Statement zur Kommunalwahl

Die heu­tige Kom­mu­nal­wahl ist ein Mei­len­stein für die Pira­ten­par­tei in Han­no­ver wie auch in ganz Nie­der­sach­sen. Wir haben in den ver­gan­ge­nen Mona­ten viel Arbeit inves­tiert, die ohne die vie­len akti­ven Par­tei­mit­glie­der nicht mög­lich gewe­sen wäre. Denen gilt des­halb mein ganz beson­de­rer Dank! Wir haben gro­ßes Inter­esse und viel Unter­stüt­zung aus der Bevöl­ke­rung bekommen.

Für die han­no­ver­sche Pira­ten­par­tei beginnt jetzt eine neue Ära: Erst­mals sehen wir jetzt an Wahl­er­geb­nis­sen, wie unsere Poli­tik beim Wäh­ler ankommt. Unab­hän­gig von Aus­gang der Wahl haben wir jetzt eine ganz andere Grund­lage für unsere poli­ti­sche Arbeit. Wir freuen uns auf die Her­aus­for­de­run­gen der Zukunft und bedan­ken uns bei allen Wäh­len und allen ande­ren Unter­stüt­zern. Mit den Pira­ten Han­no­ver ist in jedem Falle wei­ter­hin zu rech­nen! Wir freuen uns neben dem Aus­gang hier in Han­no­ver auch auf die Wah­len in Ber­lin nächs­tes Wochen­ende und den­ken bereits an die Land­tags– und Bundestagswahlen.

Kernkraftwerke: Irrsinn mit Methode

Manch­mal habe ich das Gefühl, ich bin zu gut­gläu­big für diese Welt. So auch jetzt. Dass man mit dem Inne­ren von Kern­kraft­wer­ken ein wenig vor­sich­tig sein muss, das war mir schon irgend­wie klar. Und das mit der Nach­zer­falls­wärme ist auch ein­leuch­tend. Aber das wird ja nicht soooo lange dau­ern. Ein paar Tage, maxi­mal wenige Wochen, dann geht von den ver­brauch­ten Kern­brenn­stä­ben keine Gefahr mehr aus.

Kernkraftwerk Brokdorf: Im Zweifelsfall strahlt's bis nach Hamburg

Kern­kraft­werk Brok­dorf: Im Zwei­fels­fall strahlt’s bis nach Hamburg

Bild­quelle: Alois Staudacher/​Neokortex, Wiki­me­dia Com­mons, CC-​BY-​SA 3.0

Denkste!

Nach­dem in Fukus­hima die ein­zel­nen Reak­to­ren in so eine Art Wett­streit um den größ­ten Knall ein­ge­tre­ten sind und dabei auch die zum Zeit­punkt von Beben und Tsu­nami abge­schal­te­ten Reak­to­ren 4 bis 6 fröh­lich mit­spie­len, habe ich meine dies­be­züg­li­che Wis­sens­lü­cke mal gefüllt. Wiki­pe­dia hilft: Bis zu 5 Jahre(!) bleibt so ein Kern­brenn­stab im Abkling­be­cken. Und eine nen­nens­werte Zeit davon muss er aktiv mit immer neuem Was­ser gekühlt wer­den, weil das Was­ser im Becken ansons­ten warm wird, ver­dampft, der Brenn­stab dann frei liegt, sich wei­ter auf­heizt und so uner­freu­li­che Dinge wie Kor­ro­sion, Zer­plat­zen oder gar Wie­der­auf­fla­ckern der Ket­ten­re­ak­tion ein­tre­ten können.

5 Jahre!

Sorry, aber: Sind die denn alle bescheu­ert?!? Ich meine: Mal ange­nom­men auf Grund einer Natur– oder ande­ren Kata­stro­phe kommt es zu einem groß­flä­chi­gen Aus­fall der Infra­struk­tur und damit zu einer Unter­bre­chung der — wie wir in den letz­ten Tagen ja ler­nen muss­ten — abso­lut not­wen­di­gen akti­ven Küh­lung der Kern­brenn­stäbe. Dann ist die ato­mare Kata­stro­phe nicht nur wahr­schein­lich, son­dern sicher. Und diese Gefahr geht nicht nur von einem akti­ven Kern­re­ak­tor aus, son­dern selbst von einem, der schon meh­rere Jahre abge­schal­tet ist.

Aus den USA kommt die Auf­for­de­rung an Ame­ri­ka­ner in Japan, zu dem Unglücks­re­ak­tor einen Sicher­heits­ab­stand von min­des­tens 80 km ein­zu­hal­ten. Wenn man mal annimmt, dass die­ser Hin­weis nicht völ­lig auf blauen Dunst erfolgt, dann kann man das auf Deutsch­land so umrech­nen: Bei einer ähnli­chen Situa­tion in den Kern­kraft­wer­ken Bruns­büt­tel, Brok­dorf oder Krüm­mel wäre Ham­burg locker in einer sol­chen 80-​km-​Zone, flöge das Kern­kraft­werk Groh­nde in die Luft, könnte ich mir über­le­gen, wohin ich von mei­nem Han­no­ver aus umzie­hen will.

Es bedarf wohl eines gerüt­telt Maß an Igno­ranz, eine Tech­nik mit der­art zer­stö­re­ri­schem Poten­tial über Jahr­zehnte zu pro­te­gie­ren. Nun bin ich in kei­ner Weise mit dem Bau oder Betrieb von Kern­kraft­wer­ken beschäf­tigt, aber mich würde schon mal inter­es­sie­ren, was sich wohl Inge­nieure den­ken, die genau in sol­chen Posi­tio­nen gear­bei­tet und dabei Jahr­zehnte lang das Man­tra von der „siche­ren Atom­en­er­gie” vor sich her­ge­tra­gen haben.

Es ist drin­gend an der Zeit, dass wir uns von die­sen ticken­den Zeit­bom­ben namens „Kern­kraft­werk” tren­nen. Die Ener­gie­po­li­tik muss — ich schrieb das bereits — auf nach­hal­tig arbei­tende, kleine, ver­teilte Anla­gen set­zen, die selbst bei einem Total­aus­fall und voll­stän­di­ger Zer­stö­rung nur ein lokal begrenz­tes Scha­den­s­po­ten­tial haben. Wenn ein Wind­rad umfällt, erschlägt es schlimms­ten­falls die Kuh auf der Wiese. Es ver­seucht aber nicht für viele Jahre alle Kühe, die in der Nähe sei­nes ursprüng­li­chen Stand­or­tes wei­den. Eine Bewer­tung von Tech­nik unter dem Aspekt ihres größ­ten Zer­stö­rungs­po­ten­ti­als im Feh­ler­falle ist über­fäl­lig — und die­ser Betrach­tung dürfte jed­wede Form der Nut­zung von „Kern­en­er­gie” zum Opfer fallen.

Am meis­ten aber erschüt­tert mich nach wie vor, dass es über einen der­art lan­gen Zeit­raum über­haupt mög­lich war, diese enor­men Risi­ken der Kern­kraft aus­zu­blen­den und auf diese Weise sol­che Anla­gen über­haupt erst zu errich­ten. Hier ist auch eine deut­li­che Ände­rung auf poli­ti­scher Ebene nötig — und zwar zügig und nachhaltig.

Piratenpartei Hannover: Kommunalwahlen, wir kommen!

Hannover: Piraten treten bei der Kommunalwahl an

Han­no­ver: Pira­ten tre­ten bei der Kom­mu­nal­wahl an

Ich hab’s ja ges­tern schon get­wit­tert, aber jetzt noch­mal etwas aus­führ­li­cher: In Han­no­ver hat es ges­tern zwei Ver­an­stal­tun­gen der Pira­ten­par­tei gege­ben: Zuerst die Auf­stel­lungs­ver­samm­lung für die anste­hen­den Kom­mu­nal­wah­len und dann die ordent­li­che Regi­ons­ver­samm­lung mit Neu­wahl des Vor­stan­des. Ich hatte mich rela­tiv kurz­fris­tig im Vor­feld ent­schlos­sen, mich auf einen „halb­wegs aus­sichts­rei­chen” Platz auf der Stadt­rats­liste zu bewer­ben. Raus­ge­kom­men ist dabei jetzt folgendes:

  • Ich stehe für den Stadt­rat auf Platz 1 der Liste für den Wahl­be­reich Südstadt-​Bult. Hier haben die Pira­ten bei der Bun­des­tags­wahl eines der han­no­ver­weit stärks­ten Ergeb­nisse ein­ge­fah­ren. Im Süden Han­no­vers auf­ge­wach­sen kenne ich den Stadt­teil recht gut: Meine Groß­el­tern haben lange Jahre am Gei­bel­platz gelebt, an den Bau der Stadt­bahn kann ich mich auch noch gut erin­nern. Viele Freunde und Kol­le­gen woh­nen über die ganze Süd­stadt ver­streut — und in einer klei­nen heute nicht mehr exis­tie­ren­den Schwimm­halle am Ein­tracht­weg in der Bult habe vor vie­len Jah­ren recht müh­se­lig das Schwim­men gelernt. Es freut mich, hier die Wäh­ler von uns als Pira­ten über­zeu­gen zu dürfen.
  • Wei­ter­hin bin ich auf Platz 2 der Liste für den Stadt­be­zirks­rat Vahrenwald/​List. Dies ist der ein­zige Wahl­kreis in Han­no­ver, in dem die Pira­ten­dichte so hoch ist, dass wir eine ernst zu neh­mende Liste für einen Bezirks­rat auf­stel­len konn­ten. Ich bin mir sicher, dass wir es auch hier schaf­fen zu punkten.
  • Und weil aller guten Dinge Drei sind, bin ich seit ges­tern auch noch Vor­sit­zen­der des Regi­ons­ver­ban­des. Das kam dann ein wenig über­ra­schend, aber letzt­lich freut mich gerade diese Wahl ganz außerordentlich.

Beim Regi­ons­vor­stand hat es einen deut­li­chen Wach­wech­sel gege­ben: Von den bis­he­ri­gen Mit­glie­dern sind nur noch zwei im neuen Vor­stand, sowohl ers­ter als auch stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der sind kom­plette Neu­be­set­zun­gen. Ich denke aber, dass wir da jetzt eine außer­or­dent­lich posi­tive Ent­wick­lung neh­men kön­nen. Hier noch­mal alle „neuen” Vor­stände für die Region Hannover:

  • Vor­sit­zen­der: Dirk Hill­brecht
  • Stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der: Kai Hal­ler
  • Schatz­meis­ter: Tilo Jerett
  • Bei­sit­zer (alpha­be­tisch): Guido Bautz, Jür­gen Hey, Michael Syl­ves­ter, Bodo Woja­kow­ski

Im letz­ten Jahr hat es einige Rei­bungs­ver­luste in der Region gege­ben. Das wer­den wir ver­su­chen, für die­ses Jahr (und mög­lichst auch dar­über hin­aus…) zu ver­mei­den. Damit möchte ich aber die Leis­tun­gen der bis­he­ri­gen Vor­stände kei­nes­wegs klein­re­den, ins­be­son­dere Jür­gen Jung­hä­nel hat als Vor­sit­zen­der wert­vollste Arbeit bei den gan­zen Vor­be­rei­tun­gen zur Kom­mu­nal­wahl geleis­tet. Nicht umsonst führt er die Stadt­rats­liste für den Wahl­be­reich Linden-​Limmer an.

Auch die Regi­ons­ver­samm­lung wird unter Pira­ten­be­tei­li­gung zur Wahl ste­hen. Ralf Kleyer steht auf Platz 1 der Liste für den „pira­ten­star­ken” Wahl­be­reich Linden-​Ricklingen. Ralf tritt eben­falls an für den Stadt­rat Hemmingen-​Arnum. Dort tritt auch Ste­ven Maaß an, der sich eben­falls für die Region zur Wahl stellt, und zwar auf Platz 1 der Liste im Wahl­be­reich Mitte-​Süd.

Und wem das jetzt alles zu viele Namen, Lis­ten und Berei­che sind, der merkt sich ein­fach nur: Wir haben jede Menge fan­tas­ti­scher Kan­di­da­ten für die Kom­mu­nal­wahl auf­ge­stellt und es wird sich auf alle Fälle loh­nen, seine Kreuze bei den Pira­ten zu machen!

Ich muss auch noch­mal die Ver­samm­lun­gen selbst ges­tern erwäh­nen: Die waren toll! Wir haben kon­zen­triert nach vorn gear­bei­tet und sämt­li­che Wah­len zügig und gleich­zei­tig mit der gebo­te­nen Kon­zen­tra­tion über die Bühne gebracht. Es gab keine Quer­schüsse, keine unnö­ti­gen Ver­zö­ge­run­gen — es gibt ein­fach alles total erfreu­lich über die Bühne. So darf das gerne öfter sein.

Han­no­ver­sche Pira­ten, ihr rockt!

Piratenstammtisch Hannover: Zur Handelsbörse am Klagesmarkt

Pira­ten­stamm­tisch Han­no­ver: Zur Han­dels­börse am Klagesmarkt

Kar­ten­grund­lage: Open­Street­Map, CC-​BY-​SA

Zum Beschnup­pern des Regi­ons­vor­stan­des gibt es in den nächs­ten Wochen und Mona­ten sicher­lich reich­lich Gele­gen­hei­ten. Die erste zum Bei­spiel nächs­ten Don­ners­tag, 2011-​02-​03, ab 19:00 Uhr auf dem Stamm­tisch in der Gast­stätte „Zur Han­dels­börse” am Kla­ges­markt in Hannover.

Schnee und Eis bei der Deutschen Bahn — Heute: S-​Bahn Hannover

Bei mei­ner sonn­täg­li­chen Foto­sa­fari durch das tief ver­schneite Han­no­ver bin ich auch am Bahn­hof Linden/​Fischerhof gelan­det. Dort sah die ein­fah­rende S-​Bahn aus Hameln so aus:

S-Bahnzug bei der Einfahrt nach Hannover-Linden

S-​Bahnzug bei der Ein­fahrt nach Hannover-​Linden

Mein ers­ter Gedanke: Neue Lackie­rung? Eigent­lich haben die Nah­ver­kehrs­züge doch keine weiße Schürze auf der Front­seite. Nun, man kann es sich den­ken: Das war keine Lackie­rung, das war natür­lich auch Schnee. Und Eis. Viel Eis. Man beachte, dass selbst auf der Vor­der­scheibe nur der für die Sicht des Fah­rers nach vorne nötige Bereich frei ist, der Rest ist unter Eis ver­bor­gen. Am ande­ren Ende sieht das dann so aus:

Rückansicht S-Bahnzug Hannover in Linden

Rück­an­sicht S-​Bahnzug Han­no­ver in Linden

Ich muss geste­hen, ich war schon etwas irri­tiert, als ich das gese­hen habe. Sol­che Bil­der von Eisen­bahn­fahr­zeu­gen kannte ich bis jetzt nur von alten Bil­dern vom Russ­land­feld­zug und sei­nem Schei­tern. Bloß dass dort sei­ner­zeit –40°C waren — und nicht –5°C wie heute in Han­no­ver. Pas­send zu die­sem etwas — nunja — unge­pfleg­ten Ein­druck war, dass der Bahn­steig auf kom­plet­ter Länge nicht geräumt war und alle, aber auch wirk­lich alle S-​Bahnen kon­se­quent fünf Minu­ten Ver­spä­tung hatten.

Lang­sam weiß ich nicht mehr, ob nun die gemein­same Erin­ne­rung in Deutsch­land an die „Bahn, die mit dem Wet­ter nie ein Pro­blem hat” durch eine rosa­rote Brille schön­ge­färbt ist oder ob der Betrieb in den letz­ten 30 Jah­ren wirk­lich so enorm nach­ge­las­sen hat.

Der Nahverkehrs-​Adventskalender (5): Hannover 2004 – 2006

Auf unse­rer advent­li­chen Rund­reise durch den Nah­ver­kehr machen wir heute Sta­tion in mei­ner Hei­mat­stadt Han­no­ver. Und weil Sonn­tag ist, gibt’s heute mal mehr als ein Foto und eine Geschichte, die sich über zwei­ein­halb Jahre spannt.

Eisenbahnbrücke Ricklinger Stadtweg im Januar 2004

Eisen­bahn­brü­cke Rick­lin­ger Stadt­weg im Januar 2004

Auf dem Foto sehen wir den Rick­lin­ger Stadt­weg am nörd­li­chen Ende an der Grenze des Stadt­tei­les Rick­lin­gen. Es ist sozu­sa­gen ein Bild mei­ner Kind­heit und Jugend: Ich bin ich Rick­lin­gen auf­ge­wach­sen und bin unter die­ser Brü­cke etli­che Tau­send Male mit allen mög­li­chen Ver­kehrs­mit­teln auf dem Weg in die Innen­stadt, zur Schule oder zu Freun­den her­ge­fah­ren. Hier kreuzt die Eisen­bahn­stre­cke Hannover-​Altenbeken sowie die Güter­um­ge­hungs­bahn die Straße auf einer gemein­sa­men Brü­cke. Unten ver­läuft die Stadt­bahn­stre­cke Rich­tung Wett­ber­gen. Im Jahr 2004 steht hier noch eine Brü­cke aus den 1920er Jah­ren, die zwei Nach­teile hat: Zum einen ist die Spann­breite viel zu klein für den heute wesent­lich brei­te­ren Rick­lin­ger Stadt­weg: Bahn und Autos müs­sen sich die Fahr­bahn tei­len und für die Fuß­gän­ger bleibt nur ein sehr schma­ler Strei­fen. Zum ande­ren erlaubt das Bau­werk keine Ver­knüp­fung der Bahn­stre­cke oben mit der Stadt­bahn unten. Und das ist vor allem des­halb schade, weil hier mitt­ler­weile eine moderne S-​Bahn in die süd­west­li­chen Stadt­teile, das Nah­er­ho­lungs­ge­biet Deis­ter, nach Hameln und sogar bis nach Pader­born fährt. Diese böte sich außer­or­dent­lich gut an, mit der Stadt­bahn ver­knüpft zu wer­den. His­to­risch bedingt liegt der dazu nötige Bahn­hof aber lei­der ein gan­zes Stück abseits (und warum das so ist, dar­über ließe sich eine ganz eigene Arti­kel­se­rie schrei­ben…). Die Situa­tion schreit also nach Ver­än­de­rung — und genau das passiert.

In den fol­gen­den zwei­ein­halb Jah­ren wird an der hier abge­bil­de­ten Über­füh­rung der moderne Ver­knüp­fungs­bahn­hof „Hannover-​Linden/​Fischerhof” von S-​Bahn und Stadt­bahn errich­tet: Die gesamte Brü­cke wird dafür völ­lig neu gebaut. Oben ist auf dem neuen Bau­werk der S-​Bahnsteig, unten direkt unter der Brü­cke ein brei­ter Stadt­bahn­steig. Beide sind über Treppe und Fahr­stuhl direkt mit­ein­an­der verbunden.

Bauarbeiten am Ricklinger Stadtweg im August 2005

Bau­ar­bei­ten am Rick­lin­ger Stadt­weg im August 2005

Beson­ders nach­hal­tig hat sich die­ser Bereich dadurch ver­än­dert, dass die neue Brü­cke viel brei­ter als die alte ist. Stell­ver­tre­tend für die zwei­ein­halb­jäh­rige Bau­phase sei hier ein Foto vom August 2005 gezeigt. An die­sem Wochen­ende wurde die wohl spek­ta­ku­lärste Ein­zel­bau­maß­nahme durch­ge­führt: Die alte, zuletzt bereits arg gerupfte, Brü­cke wurde voll­stän­dig ent­fernt und die neue Brü­cke an ihre Stelle gescho­ben. Auf dem Bild steht dies kurz bevor. Gerade wer­den noch die alten Brü­cken­wi­der­la­ger mit dem gro­ßen Bohr­ham­mer ent­fernt. Man sieht sehr schön, dass das neue Brü­cken­wi­der­la­ger wesent­lich wei­ter außen liegt. Auf der ande­ren Seite der Brü­cke ist die Situa­tion ähnlich.

Auf dem Bild fährt gerade eine S-​Bahn ent­lang, obwohl die Bau­ar­bei­ten an der frisch ein­ge­scho­be­nen Brü­cke noch gar nicht abge­schlos­sen sind. Das liegt daran, dass die neue Über­füh­rung über den Rick­lin­ger Stadt­weg eigent­lich aus zwei Brü­cken besteht: Das nörd­li­che S-​Bahngleis kommt wegen des neuen Bahn­stei­ges deut­lich wei­ter außen zu lie­gen. Für die­ses Gleis konnte des­halb in einem frü­he­ren Bau­ab­schnitt die neue end­gül­tige Brü­cke bereits sepa­rat errich­tet wer­den. Wäh­rend dann die alte Brü­cke durch ihren Nach­fol­ger ersetzt wurde, war es mög­lich, über die­ses vierte Gleis die bei­den Eisen­bahn­stre­cken wei­ter zu betrei­ben — zwar mit erheb­lich ver­rin­ger­ter Kapa­zi­tät, aber immer­hin. Die­ser „Trick” wurde wäh­rend der Bau­ar­bei­ten häu­fi­ger ange­wen­det. Der Rick­lin­ger Stadt­weg war wäh­rend der Bau­ar­bei­ten an die­ser Stelle Ein­bahn­straße Rich­tung Nor­den und an meh­re­ren Wochen­en­den voll für Autos und die Stadt­bahn gesperrt. Das Wochen­ende der Brü­cken­ver­schie­bung war jedoch die ein­zige zwei­tä­gige Kom­plett­sper­rung auch für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer. Ein meh­rere hun­dert Meter lan­ger Umweg über die Stam­me­straße war aber aus­ge­schil­dert. Dort ver­kehrte auch der Schienenersatzverkehr.

Eisenbahnbrücke Ricklinger Stadtweg im Mai 2006

Eisen­bahn­brü­cke Rick­lin­ger Stadt­weg im Mai 2006

Ein Drei­vier­tel­jahr spä­ter sind die Bau­ar­bei­ten abge­schlos­sen. Auf die­sem Bild, das an etwa der glei­chen Stelle wie das erste Bild auf­ge­nom­men wurde, sieht man die kom­plette neue Brü­cke mit dem Mit­tel­hoch­bahn­steig für die Stadt­bahn und einem gerade aus Rich­tung Haupt­bahn­hof ein­fah­ren­den S-​Bahnzug. Die S-​Bahn hat durch die neue Posi­tion des Bahn­ho­fes enorm gewon­nen, da sie sich jetzt mit­ten in der umlie­gen­den Bebau­ung befin­det — und nicht mehr abseits. Und die Stadt­bahn hält nun nicht nur einen Hoch­bahn­steig; dadurch, dass die zwei bis­he­ri­gen Hal­te­stel­len jeweils 100 Meter vor und nach der Brü­cke zu einer Hal­te­stelle zusam­men­ge­legt wur­den, ver­kürzt sich auch die Fahr­zeit auf der Linie. Der neue Bahn­hof ist nicht ganz zufäl­lig im Mai 2006 in Betrieb gegan­gen: Er liegt fuß­läu­fig zum Han­no­ver­schen Fuß­ball­sta­dion, in dem einen hal­ben Monat spä­ter einige Spiele der Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft stattfanden.

Mit Inbe­trieb­nahme der neuen Sta­tion an die­ser Stelle sind auch die sil­ber­nen TW2000-​Stadtbahnwagen erst­mals auf die Stadt­bahn­trasse A in Han­no­ver im Plan­be­trieb gekom­men. Heute kön­nen zwei der drei hier ver­keh­ren­den Linien mit die­sen moder­nen Zügen, teil­weise in 75 Meter lan­ger Drei­facht­rak­tion, gefah­ren wer­den. In den nächs­ten fünf bis zehn Jah­ren wird aller Vor­aus­sicht nach ein Stadt­bahn­zweig nach Hem­min­gen und Arnum wei­ter süd­lich von die­ser Stre­cke abzwei­gen und damit die Bedeu­tung des Bahn­ho­fes „Linden/​Fischerhof” als Umstei­ge­kno­ten im süd­west­li­chen Han­no­ver wei­ter steigern.

Ähnli­che Situa­tio­nen gibt es in Han­no­ver auch an der Hil­des­hei­mer Straße im nörd­li­chen Döh­ren und am Braun­schwei­ger Platz. Im Gegen­satz zu Lin­den wur­den die dor­ti­gen Stra­ßen­über­füh­run­gen aber noch nicht umge­baut und mit S-​Bahnhaltepunkten versehen.

Lena Meyer-​Landrut in Hannover: Fotogalerie vom Empfang vor dem Rathaus

Ich schrieb ja ges­tern schon vom Stand­ort­vor­teil, den man als Han­no­ve­ra­ner beim dies­jäh­ri­gen Euro­vi­sion Song Con­test hat: Die deut­sche Teil­neh­me­ne­rin und Gewin­ne­rin Lena Meyer-​Landrut kommt ja nun mal von hier. Und so fand auch der Emp­fang am Tag nach ihrem Sieg hier in Han­no­ver statt. Das ließ ich mir nicht ent­ge­hen, habe aber — anders als am Vor­tag — dies­mal die Kamera mit vors Rat­haus genom­men. Viele Fotos, die ich auf die­sem Event gemacht habe, fin­den sich unter

http://​lena​-in​-han​no​ver​.hill​brecht​.de

Der Tramm­platz war bes­tens gefüllt als Punkt 17:00 Uhr die USFO-​Moderatoren Sabine Hein­rich und Mat­thias Opden­hö­vel auf der Bühne erschie­nen und „eine total unge­plante Livesa­che” ankündigten.

Sabine Heinrich und Matthias Opdenhövel eröffnen die Veranstaltung

Sabine Hein­rich und Mat­thias Opden­hö­vel eröff­nen die Veranstaltung

Mit Beginn der Live­über­tra­gung auf ARD und Pro7 erschie­nen dann Ste­fan Raab und eine gut gelaunte Lena Meyer-​Landrut und wur­den aus­gie­big vom Publi­kum gefeiert.

Stefan Raab und Lena Meyer-Landrut

Ste­fan Raab und Lena Meyer-​Landrut

Höhe­punkt der Ver­an­stal­tung war wohl eine wei­tere Liveper­for­mance von „Satel­lite” durch Lena. Ich möchte nicht wis­sen, wie oft sie die­ses Lied in den ver­gan­ge­nen zwei Mona­ten gesun­gen hat.

Lena singt ein weiteres Mal Satellite - live und mit lauter Unterstützung durchs Publikum

Lena singt ein wei­te­res Mal Satel­lite — live und mit lau­ter Unter­stüt­zung durchs Publikum

Das Publi­kum jeden­falls war begeis­tert, sang aus vol­ler Kehle mit und fei­erte ansons­ten aus­gie­big die „Stars aus Oslo”.

Der Trammplatz war die ganze Zeit voll von Zuschauern

Der Tramm­platz war die ganze Zeit voll von Zuschauern

Mein Fazit: Sowas erlebt man nicht alle Tage. Viele wei­tere Fotos von der Ver­an­stal­tung, wie bereits geschrie­ben, unter

http://​lena​-in​-han​no​ver​.hill​brecht​.de