Der Eurovision Song Contest, Lena Meyer-​Landrut und ich

Was für ein Abend! Eigent­lich hatte ich einen ruhi­gen Abend zu Hause geplant und neben dem Grand-​Prix im Fern­se­hen — man mag es ange­sichts der Ereig­nisse kaum schrei­ben — Wäsche gewa­schen und die Woh­nung auf­ge­räumt. Na gut, und get­wit­tert. Und dann das! Zunächst mal ein rich­tig guter Auf­tritt von Lena auf Platz 22 im Contest:

Naja, und als dann auf der Hälfte der Punk­te­ver­gabe Deutsch­land doch deut­lich in Füh­rung lag, dachte ich mir, es sei irgend­wie unan­ge­mes­sen, einen der­ar­tig his­to­ri­schen Moment allein im stil­len Käm­mer­lein zu ver­brin­gen. Also habe ich mal gna­den­los mei­nen Stand­ort­vor­teil genutzt, mich aufs Fahr­rad geschwun­gen und bin rüber­ge­fah­ren zum Tramm­platz, der ja in den Fern­seh­über­tra­gun­gen auch das eine oder andere Mal erwähnt wurde als eine der zen­tra­len Grand-​Prix-​Feiern in Deutsch­land — und Hannover.

Als ich ankam, waren gerade die letz­ten vier oder fünf Punk­te­ver­ga­ben im Gange und Lena lag bereits unein­hol­bar vorne. Dann wurde mal rich­tig gefei­ert. Ich fand mich irgend­wann in einer Gruppe Abitu­ri­en­ten wie­der und freute mich, dass „Zu spät” von den Ärzten auch heute noch die Party rockt — das habe ich schon zu mei­ner Abi­feier gehört. ;-) Den Abschluss der Party bil­dete ein Livek­on­zert von den Jet­lags mit USFO-​Kandidat Cyril Krue­ger. Noch so ein his­to­ri­scher Moment: Dass trotz all der schwer lärm­ge­pla­ten und kla­ge­freu­di­gen Ein­woh­ner Han­no­vers mal ein Kon­zert mit­ten in der Stadt um 1:30 Uhr zu Ende geht — das glaubt einem doch spä­ter nie­mand mehr…

Lena Meyer-Landrut auf der Pressekonferenz nach dem Sieg

Lena Meyer-​Landrut auf der Pres­se­kon­fe­renz nach dem Sieg

Bild­quelle: Ind­rek Gale­tin (EBU)

Lena war der­weil auf der Sie­ger­pres­se­kon­fe­renz und man merkte ein wei­te­res Mal, wie über­rascht alle Betei­lig­ten über den Sieg waren. Das finde ich eine der ganz beson­de­ren Tat­sa­chen die­ser Grand-​Prix-​Nacht: Trotz all der guten Pro­gno­sen hatte wohl nie­mand wirk­lich damit gerech­net, dass aus­ge­rech­net die­ses kleine, unprä­ten­tiös vor­ge­tra­gene Lied ganz Europa über­zeu­gen würde. Am Nach­mit­tag hatte ich mich hier im Haus noch mit zwei Nach­barn unter­hal­ten. Die mein­ten uni­sono: „Naja, viel­leicht reicht es für die ers­ten fünf” und nach­dem ich — save​.tv sei Dank — beide Halb­fi­nals gese­hen hatte, war ich mir auch nicht so sicher: Da waren mal wie­der viele gute Lie­der ganz unter­schied­li­chen Zuschnitts dabei.

Egal — heute nach­mit­tag werd’ ich noch­mal ver­su­chen, mich zum Tramm­platz durch­zu­schla­gen. Sowas erlebt man nicht oft!

2 Antworten to “Der Eurovision Song Contest, Lena Meyer-​Landrut und ich”


  • Ich wäre dafür, Lena als Bei­sit­ze­rin in den Bun­des­vor­stand zu wäh­len :-)

    Nee, mal im Ernst, die junge Dame ist ja nicht auf den Kopf gefal­len — wäre echt cool, wenn die Mit­glied wer­den würde.

  • Glück­wunsch an Lena — es war die abso­lut beste Per­for­mance ges­tern und mei­ner Mei­nung nach war Lena auch die natür­lichste Sän­ge­rin am gest­ri­gen Abend.

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