Monatliches Archiv für März, 2009

Bahnfahren am Tag 1 nach Mehdorn

Es war nicht geplant, aber wie es der Zufall so will, bin ich am Tag nach dem Rück­tritt des bis­he­ri­gen „Bahn­chefs” Hart­mut Meh­dorn ein­mal quer durch die Repu­blik von Frei­burg nach Han­no­ver gefahren.

Und was soll ich sagen: Die Züge waren auf die Minute pünkt­lich, alle Zug­be­glei­ter freund­lich an der Grenze zur Fröh­lich­keit und sogar die eng­lisch­spra­chi­gen Ansa­gen im Zug („Sänk ju for trab­bel­ling wiss Deut­sche Bahn”) verständlich.

Kann aber natür­lich auch Zufall gewe­sen sein…

Teppichbahning in Kassel

Anfang des Jah­res habe ich erst­mals seit über 20 Jah­ren wie­der einem alten Hobby von mir gefrönt: Der Modell­bahn. Aller­dings nicht in mei­nem stil­len Käm­mer­lein, son­dern bei einem Event, zu dem viele Leute ihr Mate­rial mit­brin­gen und dann gemein­sam eine große Anlage auf­bauen. Die­ses soge­nannte „Tep­pich­bah­ning” ver­an­stal­ten einige Teil­neh­mer des Miniatur-​Wunderland-​Forums nun schon geraume Zeit. Dies­mal fand’s in Kas­sel statt und ich habe mit mei­ner klei­nen Video­ka­mera und mei­nem Foto­ap­pa­rat flei­ßig drauf­ge­hal­ten. Her­aus­ge­kom­men ist eine kleine Video­do­ku­men­ta­tion, zu sehen unter

http://​de​.seven​load​.com/​v​i​d​e​o​s​/​n​J​M​e​h​8​4​-​T​e​p​p​i​c​h​b​a​h​n​i​n​g​-​i​n​-​K​a​s​s​e​l-2 – 5-​Januar-​2009

Oder gleich hier im Blog:

Schöner bloggen

Ich habe mal wie­der das Word­press hier aktua­li­siert. Ja, ich weiß, ich bin nach­läs­sig. Sollte ich viel öfter machen, so wegen der Sicher­heits­lü­cken und so. Aber jetzt ist’s mal wie­der aktu­ell und wenn ich das rich­tig sehe (und kon­fi­gu­riere), kann ich ab jetzt das Word­press auch aus sich selbst her­aus updaten.

Und das ist ja für so faule Men­schen wie mich nie ‚ne schlechte Sache… :-)

WLAN mit Linux

Gerade habe ich einen USB-​WLAN-​Stick unter Linux kon­fi­gu­riert. Pro­blem: Ich hier, der Rech­ner 200 km ent­fernt. Ein Schau­spiel in drei Akten.

1. Akt: Beim Mit­tag­es­sen bekomme ich einen Anruf: „Du, mein Rech­ner soll jetzt per WLAN ins Inter­net. Wir ste­hen hier gerade im Media-​Markt, was nimmt man denn da? Auf den Packun­gen steht immer nur Win­dows und Mac OS.” Ich gebe auf gut Glück „wlan dlink linux” bei Google ein und finde einen Blog­post. Fein. Ich frage also: „Ist das ein D-​Link DWL-​G122 mit Hard­ware C1 und Firm­ware 3.0?” Ich glaube ja selbst nicht daran, dass das so genau auf der Ver­pa­ckung steht, aber über­ra­schen­der­weise lau­tet die Ant­wort: „Ja, steht da so drauf.” Freude macht sich breit, zumal die läng­li­che Trei­ber­in­stal­la­ti­ons­an­lei­tung auf der Web­seite seit Ker­nel 2.6.24 Geschichte ist — der Trei­ber ist seit­dem inte­griert.

2. Akt: Etwa eine Stunde spä­ter wie­der ein Anruf: „Geht nicht.” Nun, das war ja zu erwar­ten. Ich spiele fern­münd­lich ein wenig an den Netz­werkein­stel­lun­gen herum. Der Rech­ner ist von mir selbst ein­ge­rich­tet, top­ak­tu­elle Hard­ware und mit einer voll durch­ak­tua­li­sier­ten SuSE 11.1 aus­ge­stat­tet. Mein Mit­strei­ter ist zum Glück com­pu­te­raf­fin, aller­dings in der Win­dows­welt zu Hause. Trotz­dem gelingt es uns zunächst nicht, den WLAN-​Stick zu irgend­ei­ner Zusam­men­ar­beit zu bewe­gen. Erst als er bei­läu­fig erwähnt, da wäre beim ers­ten Ein­ste­cken so eine Mel­dung gekom­men mit einem nöti­gen Paket oder so, fällt bei mir der Gro­schen: Der Stick braucht eine Firm­ware! Und die ist bei SuSE stan­dard­mä­ßig nicht dabei. Argh!

3. Akt: /​var/​log/​messages ver­rät den Namen der Firm­ware­da­tei: rt73.bin. Wir fin­den sie beide etwa gleich­zei­tig an ver­schie­de­nen Stel­len im Inter­net. Per USB-​Stick kön­nen wir sie auf den Rech­ner ver­frach­ten und ein­mal raus– und rein­ste­cken des Sticks lässt die Sonne auf­ge­hen. Plötz­lich blinkt er und ver­bin­det sich mit dem WPA-​WLAN, als hätte er nie etwas ande­res gemacht. Nach Raus­schmiss der bis­he­ri­gen eth0-​Verbindung aus der Kon­fi­gu­ra­tion funk­tio­niert dann auch das Rou­ting und alle sind glück­lich. Kom­men­tar: „Warum ist das bei euch unter Linux immer so umständlich?”

Tja, warum eigent­lich? Warum ist die Firm­ware nicht von vorn­her­ein auf der SuSE-​CD? Alter­na­tiv: Warum ist die Datei nicht auf der CD, die beim WLAN-​Stick dabei ist? Alter­na­tiv: Warum fin­det sie sich nicht auf Web­seite? Es könnte alles so ein­fach sein — und bei mei­nem Centrino-​Chipsatz im Lap­top ist es das auch schon seit Jahren…

Naja, ich bin ja ein posi­tiv den­ken­der Mensch. Ich glaube, in nicht allzu fer­ner Zukunft wer­den sich Her­stel­ler sol­che Igno­ranz schlicht nicht mehr leis­ten kön­nen. DLink habe ich dies­be­züg­lich mal gefragt, wie sie das so sehen. Bin mal gespannt, ob ich eine Ant­wort bekomme.

Nach­trag: Mitt­ler­weile sehe ich, dass wohl ein einfaches

zyp­per install ralink-​firmware

das Pro­blem eben­falls gelöst hätte. Aber warum macht das Yast nicht automatisch?

Amokläufe

In Baden-​Württemberg hat es einen Amok­lauf gege­ben, dem 16 Men­schen zum Opfer fie­len, dar­un­ter der Amok­läu­fer selbst. So weit, so schlecht. In der Folge ist es aller­dings zu einem wei­te­ren Amok­lauf gekom­men, dem diver­ser deut­scher Medien näm­lich, die auf Grund feh­len­der Neu­ig­kei­ten in eine Art kol­lek­ti­ves Hyper­ven­ti­lie­ren ver­fie­len und über das Thema in einer Weise berich­tet haben müs­sen, die bei einem halb­wegs ver­stän­di­gen Men­schen nur fas­sungs­lo­ses Kopf­schüt­teln auslöst.

Ich schreibe „haben müs­sen”, weil ich mir selbst kein rich­ti­ges Bild gemacht habe. Ich bin kein mili­tan­ter Fern­seh­ver­wei­ge­rer, aber seit Diens­tag abend habe ich das Gerät nicht mehr ange­habt. Auch bei der loka­len Zei­tung hat es in den letz­ten Tagen nur zum Lokal­teil gereicht. Trotz­dem fühle ich mich gut und durch­aus ange­mes­sen infor­miert. Tele­po­lis (1,2,3,4), Heise online, der Blog von Ste­fan Nig­ge­meier (1,2) sowie aus­ge­wählte Arti­kel auf Spie­gel Online rei­chen da völlig.

Und wenn ich im Bild­blog (1,2) und ins­be­son­dere in dem bril­lant geschrie­be­nen Arti­kel im Blog von Hanno Zulla lese, was ich anderswo so ver­passt habe, dann ent­spricht das irgend­wie exakt mei­nen Erwar­tun­gen. Ich denke, ich werde das mit den Infor­ma­ti­ons­quel­len auch in Zukunft so halten.

Nach­trag: Über die Kom­men­tare bin ich auf ein (mitt­ler­weile unter http://​daniel​.mail​-empire​.de/​b​l​o​g​/​2​0​0​9​/​0​3​/​1​4​/​k​r​a​u​t​c​h​a​n​n​e​t​-​b​e​t​r​e​i​b​e​r​-​t​s​a​r​y​u​-​z​u​m​-​a​m​o​k​l​a​u​f​-​v​o​n​-​w​i​n​n​e​n​den nicht mehr ver­füg­ba­res) Inter­view auf nach​ge​b​logt​.de hin­ge­wie­sen wor­den, das die Hin­ter­gründe zu der Falsch­mel­dung von der Internet-​Amoklaufankündigung auf kraut​chan​.net noch­mal näher beleuch­tet. Wie Jour­na­lis­ten oder Ermitt­ler da ernst­haft von „Recher­che” oder „Fah­nungs­er­geb­nis­sen” spre­chen kön­nen, ist mir abso­lut unver­ständ­lich. Immer feste vom Web 2.0 reden, aber im Zwei­fels­falle voll­stän­dige Unfä­hig­keit an den Tag legen — vie­len Dank für diese ein­drucks­volle Demonstration…

Schuhe zubinden

Da werde ich die­ses Jahr 37 Jahre alt und meine, dass bestimmte Dinge mitt­ler­weile aus­dis­ku­tiert sein soll­ten. Schuhe zubin­den zum Bei­spiel. Ich hab’ das erst mit knapp 7 Jah­ren gelernt und seit­dem nicht mehr an der Methode geän­dert — war ja müh­se­lig genug…

Bis heute.

Da finde ich durch einen Spiegel-​Online-​Artikel den Weg auf die Web­seite mit Ians Kno­ten. Und was soll ich sagen: Ich sitze jetzt hier seit einer Stunde, binde ein ums andere Mal meine Schuhe und muss dabei jedes Mal breit grin­sen — es ist so ein­fach! Der Kno­ten ist so unglaub­lich schnell gebun­den, hält sicher und ist so ein­fach, wenn man es ein­mal ver­stan­den hat.

Ich kann das nur empfehlen…