So sieht momentan die Telepolis-Seite aus, wenn man ein wenig runterscrollt:
In der Mitte eine Werbung des Kopp-Verlages, die für drei Bücher wirbt. Klickt man auf die Werbung, geht eine Webseite auf, die diese Bücher näher beschreibt. Kostprobe:
- Finanzcrash — Stellen Sie sich vor, das Radioprogramm wird unterbrochen und man eröffnet Ihnen, dass Börsen und Bankschalter geschlossen bleiben. Ihr gesamtes, mühsam erspartes Vermögen ist auf einen Schlag weg!
- Der Dollar-Crash — Die geheime Macht des Weltbankenkartells Viele Menschen spüren es instinktiv: Die Weltwirtschaft steht am Rande eines tiefen Abgrunds. Kaum jemand kennt jedoch die wahren Hintergründe.
- Die 382 dümmsten Sprüche der Banker — Banken und Sparkassen haben in den vergangenen Jahren Hunderte von Milliarden Euro verspielt. Einen noch klareren Beweis für die Unfähigkeit der Banker mit Geld umzugehen kann es nicht geben.
Aha. Der ganz normale Verschwörungstheoriewahnsinn. Klickt man sich ein wenig durch die Kopp’sche Website, sieht man: Da steckt Methode hinter. Jede gängige Verschwörungstheorie findet hier ihr „Sachbuch”, das „schonungslos”, „endlich wahrhaftig” und „unabhängig” über das Übel aufklärt, mit dem wir alle seit langer, langer Zeit getäuscht werden. Das geht von esoterischen Grundlagen über Mythen, Geheimdienste und –bünde bis zu „freier Energie”, Nostradamus, Teslageneratoren und dem unvermeidlichen Erich von Däniken und seinen Schlümpfenaußerirdischen Freunden. Die Nazis sind auf den Mond geflogen, die Amis aber nicht, die Erde ist innen hohl und hat Löcher an den Polen — kurz: Für jeden Freizeitverschwörungstheoretiker oder –paranoiker ist die passende Literatur zur mehr oder weniger wissenschaftlichen Untermauerung des persönlichen Spleens im Verlagsprogramm.
So weit, so gut. Aber was hat so eine Werbung auf Telepolis verloren? Sicher ist einer der Ansprüche von Telepolis eine Art Gegenöffentlichkeit zu bieten, die auch mal abseits des Mainstream Stellung bezieht. Aber das doch auf anderem Niveau als dieser pseudowissenschaftliche Quark. Vielleicht sollte der Werbungsaggregator nochmal nachjustiert werden…


