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2007-12-20,
10:32 in
Computer.
Ich gebe zu: Ich mag PHP nicht. Es ist eine unstrukturiere Daddelsprache, mit der man zwar schnell vieles machen kann, aber nur weniges richtig strukturiert designen. Jeder halbwegs komplexe Code, der dann auch noch strukturiert und — wichtig — sicher sein soll, verliert sich in vielfachen Indirektionen von einem mehrdimensionalen Array zum nächsten. PHP ist was für Bastler und Tüftler, aber wer wart– und wiederverwertbaren Code schreiben will, der sollte sich lieber eine andere Sprache suchen.
Vor kurzem unterhielt ich mich mit einem Bekannten über einen gemeinsamen dritten Bekannten, mit dem wir beide dieselbe negative Erfahrung gemacht hatten: Unzuverlässig, nachlässiger Programmierstil, kaum wartbar. Wir beide hatten ihn schon mal jeweils im Laufe eines Projektes „verloren” und anschließend seinen Teil weggeworfen und neu geschrieben. War einfacher.
Was mir entgangen war: In einem Modul unseres System kreuchte der fünf Jahre alte Originalcode noch herum. Und natürlich ist genau dieser Teil Amok gelaufen, als ich jetzt eine Portierung von PHP 4 auf PHP 5 vorgenommen habe. Höhepunkt programmiertechnischer Meisterleistungen: Eine hierarchische Datenstruktur wird rekursiv geparst. „((a b)(c d))” wird also zu „Array([0]=>Array([0]=>"a" [1]=>"b") [1]=>Array([0]=>"c" [1]=>"d"))”, wobei jedes Klammerpaar von einer neuen Instanz derselben Parserklasse auseinandergepflückt wird.
Dumm nur, wenn man statt neuer Instanzen immer denselben Parser nimmt, der zudem nur einen Satz interner Variablen hat. Dann geht die ganze Baumstruktur über den Jordan und das Parsingergebnis sieht so aus: „Array([0]=>"a" [1]=>"b" [2]=>Array([0]=>"a" [1]=>"b") [3]=>"c" [4]=>"d" [5]=>Array([0]=>"c" [1]=>"d"))”. Urks. Zwei Stunden habe ich die PHP-Spaghetti umgebaut, bis der Code das machte, was er soll.
Was ich daran jetzt PHP ankreide? Ganz einfach: Das hätte nie funktionieren dürfen! Ich will lieber gar nicht wissen, welches programmiertechnische Kabinettstücken dazu geführt hat, dass diese völlig verhunzten Parserkonstrukte fünf Jahre klaglos unter PHP 4 gelaufen sind…
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2007-12-08,
21:51 in
Politik.
Der eine oder andere, der mich kennt, weiß, dass ich bereits seit November 2006 Mitglied der Piratenpartei bin. Nachdem ich das ganze nun ein Jahr als einfaches Mitglied beobachtet habe, hatte ich mich entschlossen, zum heutigen 2. Landesparteitag der niedersächsischen Piraten als Beisitzer im Vorstand zu kandidieren. Das lief auch alles erstmal so wie geplant, bis dann die bisherige Schatzmeisterin völlig überraschend erklärte, dass sie nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung steht. Ich weiß auch nicht, was mich geritten hat, als ich mich stattdessen habe aufstellen lassen…
Naja, was soll ich sagen: Ich bin sogar gewählt worden. So habe ich jetzt dasjenige Amt inne, das ich eigentlich nie haben wollte. Aber ich denke, es wird spannend. Erfreulicherweise übernehme ich ja ein aufgeräumtes Haus.
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2007-12-08,
01:09 in
Computer.
E-Mails, die man nicht so gerne bekommt: „Sehr geehrte Damen und Herren, Ihr Server hat einen Angriff auf einen anderen Server im Internet ausgeführt. Dabei wurden erhebliche Netzwerkressourcen beansprucht und folglich ein Segment unseres Netzwerkes stark negativ beeinträchtigt. Ihr Server wurde deshalb vorsorglich deaktiviert. Mit freundlichen Grüßen, Ihr Hostingprovider.”
Auch nach 2:00 Uhr nachts löst sowas einen anhaltend hohen Adrenalinspiegel aus. Ich gehe dann aber doch irgendwann ins Bett und schaue mir die Bescherung am nächsten Morgen über die Fernzugriffskonsole an. Die Load ist wieder bei 0, aber wenn in /tmp eine Datei back liegt, die ein Perlskript beinhaltet, das auf einem Port auf weitere Kommandos lauert, dann ist irgendwas nicht in Ordnung.
Nach umfangreicher Datensicherung plätte ich den Rechner und spiele die aktuelle SuSE 10.3 auf. Noch bin ich aber ein wenig unschlüssig: War es wirklich nur das zugegebenermaßen ziemlich antike Linux mit dem genausogut abgehangenen Apache auf dem Rechner? Oder hat da wohl auch das nicht wirklich aktuelle Mambo einer der laufenden Webpräsenzen sein Scherflein zu beigetragen?
Jetzt ist jedenfalls Kulturschock angesagt: Statt Mambo kommt Joomla auf die Kiste und wir haben auch nicht mehr PHP 4, sondern das ja nun zugegebenermaßen auch schon nicht mehr ganz neue PHP 5 in aktueller Version. Insofern hat ja alles irgendwie auch sein Gutes.
Dieser Hacker oder Botbetreiber sollte sich trotzdem hüten, mir über den Weg zu laufen…
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2007-12-06,
23:14 in
Allgemein.
Eine Kollegin, gebürtige Kielerin, erzählt mir, wie ihr beim Schlittschuhlaufen die Straßenschuhe geklaut wurden. Mutter brachte dann Ersatzschuhe, die aber so ausgelutscht waren, dass sie — pubertierend und von Freundinnen umgeben — „am liebsten sockfuß weitergegangen wäre”.
„Sockfuß”. Ein spannendes Wort. Ich kannte bislang nur den Ausdruck „auf Socken” dafür, dass man zwar nicht barfuß ist, aber auch keine Schuhe anhat. Wir rätselten ein wenig, ob es sich dabei wohl um ein typische norddeutsches Idiom handelt. So wie „krökeln” ein typisch hannoversches Wort für Tischfußball ist. So richtig zu einem Ergebnis kamen wir aber nicht.
Nun habe ich mal Google befragt. Ergebnis: 313 Treffer (ungefähr). „Auf Socken” bringt es auf 24.500. Viele Treffer sind einem gewissen Sockfuss geschuldet, der auch bloggt und in Foren schreibt. Spannender: Zum einen kommt der Begriff im „Anglerforum Schleswig-Holstein vor und zum anderen im Titel eines Youtube-Videos: Beschuht — Sockfuß durch Nütschau. Wenn dort das Kloster Nütschau gemeint ist, dann deutet auch das auf Schleswig-Holstein hin. Nicht weiter hilft übrigens der Duden. Seine einzige Einlassung: „Meinten Sie: ‚Zuckfuß’?”
Trotzdem scheint es fast so, als wäre „sockfuß” wirklich ein Begriff, den man vor allem nördlich von Hamburg benutzt. Meine Kollegin hat mir aber versichert, zu noch stärker bekleideten Füßen würden sie nicht „schuhfuß” sagen.
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2007-12-04,
00:52 in
Allgemein.
Viertel nach elf Uhr abends. Auf dem Weg nach Hause. Hunger. Kein Brot im Haus. Was tun? Früher wär’s dann wohl doch die Tiefkühlpizza geworden. Oder der China-Bringdienst. Heute haben wir den großen Kaufland hinter dem Bahnhof, der einfach immer auf hat: Von Montag um 6:00 Uhr bis Samstag um 24:00 Uhr.
Wie soll man eigentlich Jüngeren erklären, wie das früher war? Um 18:30 Uhr war Schluss. Nicht mal mehr im Bahnhof war noch was zu bekommen. Und was war das für eine Sensation, als es den „Dienstleistungsabend” gab. Wo die Geschäfte bis 20:00 Uhr aufhatten. War das eigentlich Dienstag oder Donnerstag?
Naja, bevor das hier in so eine „Was der Opa noch wusste”-Litanei ausartet: Es dürften um kurz nach 23:00 Uhr noch so gut fünfzig Kunden im Laden gewesen sein. Bei sechs offenen Kassen gab es auch nicht wirklich eine Warteschlange.
Und dass fünf Brötchen nur sechzig Cent gekostet haben, erinnert einen dann ja fast schon wieder an die gute alte Zeit… (Eigentlich wollte ich das anders formulieren — weiß irgendjemand, wie man „Reminisenz” schreibt?)
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2007-12-02,
20:14 in
Computer.
Wenn die Workstation unvermittelt beim MP3-Abspielen Aussetzer hat, wird man misstrauisch. Zumal wenn die lokale Auslastung unproblematisch ist. Hm. Der NFS-Server? Per ssh einloggen. Yup, zäh. Load 3,5. „qmgr” zieht Rechenzeit wie ein Großer. Was ist da los? Der Aufruf von „mailq” lässt nichts Gutes vermuten: Er scrollt und scrollt und scrollt. „tail –f /var/log/mail” löst Roten Alarm aus: Verbindungen in alle Himmelsrichtungen werden aufgebaut und es wird (offensichtlich so gut wie immer erfolglos) versucht, E-Mails auszuliefern.
Panik!
Ist unser Postfix gehackt? Ein offenes Relay womöglich? Buchen wir gerade Logenplätze in den Blacklists dieser Welt???
Erstmal den ganzen Postfix anhalten. Nochmal „mailq”: Insgesamt 6037 E-Mails sind „deferred”, werden also zurückgehalten. Urks. Einmal drüberschauen: Nur unbekannte Absender. Was geht hier vor??? Ich überlege kurz und hole dann erstmal den Eisernen Besen hervor. Mit
for i in `mailq | grep "^[0-9A-F]" | cut -c1-10 | sed /s/\*//g` ; do echo $i ; postsuper -d $i ; done
leere ich erstmal die Queue. Dann vorsichtig den Postfix wieder starten. Sofort wieder High Life an Port 25. Ich reihe mich mal ein und mache meine üblichen Tests auf Relaying. Negativ. Puh! Dann beobachte ich das muntere Treiben und verstehe endlich genauer, was gespielt wird:
Unser Postfix ist — wir sind halt zu lieb — immer noch auf den empfohlenen Standard eingestellt, Zustellungen bis zu vier Tage lang zu versuchen, bevor eine E-Mail endgültig verworfen wird. Und außerdem setzen wir Absender immer noch davon in Kenntnis, dass sie eine nicht vorhandene E-Mail-Adresse ansprechen wollten. Leider ist die Mischung im heutigen Internet explosiv: Es wird eine Bouncemessage generiert, die aber nicht angenommen wird. Also wird nochmal versucht. Und nochmal. Und nochmal.
Userseitig habe ich den Spam ja mit spamassassin und Thunderbird schon länger im Griff. Scheint so, als ob ich mir so langsam mal Gedanken über Entlastungsmaßnahmen auf Systemseite machen muss. Vorschläge anyone?
Lieber Wolfgang Schäuble,
die WirtschaftsWoche fragt Sie in einem Interview: „Herr Schäuble, seit Ihren Plänen für Online-Durchsuchungen müssen Sie sich den Vorwurf gefallen lassen, ein Modell der Stasi 2.0 umzusetzen. Wie lebt es sich mit dem Ruf eines Überwachungsministers?” Darauf antworten Sie: „Damit lebe ich unbeschwert, da solche Vorwürfe mit der Realität nichts zu tun haben. Die jungen Menschen, die mir derartige Vorhaltungen machen, meinen das ja auch nicht ernst.”
Es freut mich, dass ich, Jahrgang 1972, immer noch den „jungen Menschen” zugerechnet werde. Ansonsten zeigt diese Einlassung mal wieder, mit welcher Herablassung Sie mit den Grundwerten dieses Staates umgehen. Eigentlich sollte es einem Bundesinnenminister zu denken geben, wenn sein Name vieltausendfach in einem Atemzug mit einer antidemokratischsten Einrichtungen der jüngeren deutschen Geschichte genannt wird. Und es ist ja nicht so, dass Ihre irrlichternden Ideen zur Online-Durchsuchung der einzige Anlass für so einen Querverweis wären. Eigentlich kann man ja mittlerweile darauf wetten, dass Sie spätestens jedes zweite Wochenende eine neue Sicherheitssau durchs Terrorismusdorf treiben. Mal werden Polizei und Geheimdienste zusammengelegt, mal reden Sie möglichst weit gehenden präventiven Polizeirechten das Wort. Die Unschuldsvermutung ist für Sie ja eigentlich auch nur störendes Beiwerk im Heiligen KriegKampf gegen den Terror. Und wer verdächtig ist, der wird am besten erstmal weggesperrt — präventiv, versteht sich. Damit das alles klappt, brauchen wir schließlich noch eine Bundesabhörzentrale.
Worin unterscheiden sich Ihre Pläne jetzt genau von der DDR-Stasi?
Sie verstehen es ja, bei all Ihrem nur wenig an den Grundrechten orientierten Handeln eine staatsmännische Fassade vorzutäuschen. Nur manchmal, da blitzt durch, was Sie da tief drin in Ihrer Innenministerseele wirklich denken mögen: Der Vergleich von „größter Verfassungsbeschwerde” und „GröFaZ” war schon ganz schön unter jeglicher Gürtellinie.
Noch mögen Sie so über Ihre Kritiker herziehen können, Herr Schäuble. Aber ich bin mir sicher, dass Sie irgendwann in nicht allzuferner Zukunft eine Weisheit einholt, die schon meine Großmutter kannte: Hochmut kommt vor dem Fall.
Dirk Hillbrecht
Multiple of our office computers are based on the fine Asus M2NPV-MX or M2NPV-VM mainboards. Now one of the computers should get a second monitor. First attempt: One into the board’s DVI plug, one to the „normal” VGA port. Works flawlessly, the Linux NVidia driver allows to setup both ports indepently and within some minutes you have a very nice and wide Xinerama desktop.
Second attempt: Put an additional graphics card into the computer with another DVI port so that both monitors are digitally connected. I purchase a cheap fanless PCIe graphics card with NVidia 6200LE chip. Plug in. Boot. Works. Errr. Sort of.
I am not able to activate both cards at the same time. BIOS allows to define either onboard or PCIe graphics card as primary card. But the non-primary card seems to be totally disabled and unuseable for the operating system. Linux’ hardware information does always only report one of the graphics adapters.
Ok, the BIOS. It’s an –MX board and its BIOS 0509 is from Oct 2006. Current version: 1101 from Sept 2007. I perform the update. Cool. Now the graphics option is different: „Activate either PCIe or onboard” and „Activate BOTH PCIe and onboard”. This seems simple: Second option, saving, rebooting. Hooray! Linux now reports both graphics adapters available.
Unfortunately, it still does not work. the board does always only activate the PCIe card. Any attempt to access the onboard chip is either unsuccessful or even crashes the system. We’re testing and trying the whole afternoon. No chance. Digging through the internet brings some reports of similar problems.
Finally, we remove the PCIe card and replug the monitors to the builtin graphics ports. Now the workstation is useable again with both monitors. I see three possible solutions:
- Wait for the next BIOS update which hopefully fixes the problem.
- Continue living with the current setup. But there is a difference between analog and digital video signals!
- Buy another PCIe card which contains two DVI ports on its own. The cheapest are around 80 EUR. That’s quite some money, especially as the board itself costs less.
Ok, there is an opportunity that we have overseen that one BIOS setting which makes the difference. But we really tried lots of them…